Von Anfang an Stiefvater?

Hallo. Ich würde gerne wissen, wie Kinder damit umgehen, wenn sie von Anfang an mit einem Stiefvater aufwachsen und ihren leiblichen Vater nicht kennen, da dieser keinen Kontakt wünscht. Meine Tochter ist 5 Monate alt und mein Freund behandelt sie wie sein eigenes Kind. Er gibt ihr die Flasche, spielt mit ihr, wickelt und badet sie, kuschelt viel mit ihr usw. Ich kann mir gut vorstellen dass er sie so lieben wird wie ein eigenes Kind. Doch wie ist das Ganze für die Kleine? Sollte sie ihn nicht Papa nennen dürfen? Würde sie nicht auch eine starke Bindung zu ihm aufbauen und ihn lieb haben? Ich höre oft, dass Stiefväter nur „Freunde“ ihrer Stiefkinder sind, aber mein Freund würde sich schon sehr intensiv um die Kleine kümmern und ihren leiblichen Vater kennt sie nicht. Wird meine Tochter meinen Freund nicht lieb haben weil er nicht der leibliche Vater ist? Wann und wie erklärt man ihr das? Kann es auch sein dass sie ihren leiblichen Vater nicht kennenlernen will?

3

Deine Tochter ist ja noch ein Baby und wenn sie mit deinem Freund aufwächst und er sich kümmert, dann wird sie ihn auch als ihren "Papa" ansehen, ob er nun der Erzeuger ist oder nicht. Zum Vater sein gehört halt schon ein bisschen mehr, als nur seinen Samen herzugeben ;-)

Wo ich höchstens ein Problem sehe ist, was passiert wenn die Beziehung von deinem Freund und dir in die Brüche geht. Er ist ja nicht der leibliche Vater und hat die Kleine nicht adoptiert - er hätte somit weder Rechte noch Pflichten was die Kleine angeht und sie ebenso wenig. Sie würde aber ihren "Vater" komplett verlieren und es ist sehr schwer für Kinder und kann diese nachhaltig prägen, wenn ein Elternteil plötzlich den Kontakt abbricht - ob man nun blutsverwandt ist oder nicht... Da deine Kleine ja noch so jung ist, nehme ich an, dass du noch nicht so lange mit deinem jetzigen Freund zusammen bist. Ich würde also aufpassen, den neuen Partner zu schnell in die Familie und als Vaterersatz für die Tochter zu integrieren.

1

Meine Kinder kannten ihren Erzeuger, meinen ersten Mann. Trotzdem wollten sie zu meinem zweiten Mann nach gewisser Zeit von sich aus Papa sagen und hatten nie wieder Kontakt zu ihrem Erzeuger, was damals noch ging. Er war Alkoholiker und schlug zu.
Meine Tochter war bei der Scheidung ein Jahr alt, als ich meinen zweiten Mann kennenlernte, drei Jahre alt (mein Sohn vier Jahre älter). Sie hat nie was vermisst und liebte ihren Stiefvater so, dass er sie zum Altar führen musste bei der Hochzeit#verliebt
Wenn Deine Tochter ihren leiblichen Vater nicht kennenlernen will, dann ist das so - meine Kinder sind erwachsen und haben ihn nach eigener Aussage nie vermisst. Ihr Argument "wir hatten einen Vater". Den Begriff Stiefvater haben wir nie benutzt und er war garkein Thema.
Lustigerweise sagten Fremde oft, dass meine Tochter ihrem "Papa" wie aus dem Gesicht geschnitten sei - wir haben immer breit gegrinst.
Mach es so, wie ihr euch wohlfühlt dabei. Man muss sich keine Probleme stricken, wo keine sind. #herzlich
LG Moni

2

Hallo, so wie du die Situation beschreibst, wird deine Tochter sehr wohl deinen Freund wie einen leiblichen Vater lieben lernen. Die Liebe entsteht ja gerade durch Zuwendung und sich um jemanden Sorgen, immer dazusein. Dass er nicht der leibliche Vater ist, tut hier nichts zur Sache.
Fragen nach dem leiblichen Vater werden auch mal kommen, wenn sie älter ist, jeder Mensch will halt wissen, wo seine Wurzeln sind. Vielleicht will sie ihn auch treffen. Aber das wird nicht die Beziehung zu ihren Stiefvater beeinflussen.

4

Wichtig finde ich nur, dass sie weiß, wie die blutsverwandten Verläufe sind.
Damit sie nicht mal ein Gespräch aufschnappt oder sich belogen fühlt.
Auch damit sie die Chance hat, später selbst zu entscheiden: wie viel sie vom biologischen Vater erfahren möchte. (geht er ihr am A* vorbei oder ist sie neugierig)

Der Rest:
es gibt biologische Elternteile
soziale Elternteile
Bezugspersonen
Adoptivelternteile
...

5

Hallo du Liebe,

mein Sohn (7j) kennt seinen leiblichen Vater seitdem er 2,5 j war. Er ist jetzt so ca alle 2 Wochen am Wochenende bei ihm, wenn er ihn nicht aus fragwürdigen Gründen wieder abschieben. Meinen jetzigen Mann habe ich vor 2 Jahren kennengelernt und nach 6 Monaten sind wir schon mit ihm in eine neue Wohnung gezogen. Da war ich auch schon schwanger (wir wollten es einfach alles so schnell und es war so richtig alles). Er sagte auf einmal Papa zu ihm und das ist er nun auch. Er ist sein Fels, seine Bezigsperson, sein toller Papa, der ihn nie im Stich lässt, der alles für uns tut und einen riesigen Platz in seinem Herzen hat. Mein Mann jetzt einfach 2 Kinder und niemand stellt das in Frage. Seine Eltern sind Oma und Opa und hier wird Papa wie selbstverständlich gesagt.
Der leibliche Vater weiß allerdings nichts davon, weil unser Sohn das nicht möchte. Er hat das alles entschieden und wir akzeptieren das. Irgendwann wird er es ihm wohl sagen aber das ist ihm überlassen.

Wir sind hier eine Familie und uns würde nie das Wort Stief über die Lippen kommen.

Ein Vater verdient sich die Bezeichnung Papa durch sein Handeln, nicht durch die bloße Existenz seines Penis und der Zeugung.

6

Hey, mein Partner ist seit meine kleine 1,5 Jahre alt ist in unserm Leben und ziemlich genau ab da auch Papa genannt worden. Mittlerweile sind wir verlobt und gemeinsam in ein Haus gezogen. Er wird sie adoptieren sobald wir den Antrag stellen können (1 Jahr nach der Hochzeit). Unsere Tochter kennt ihren leiblichen Vater nicht, er hat sie nie gesehen. Es geht bei uns soweit, dass wir keinerlei Unterhalt oder sonnstige Leistung bekommen. Mein Partner kommt finanziell so für sie auf als wäre es seine leibliche Tochter. Dennoch haben wir ihr immer gesagt, dass Mama als ihr Bauch dick wurde einen anderen Freund hatte. Wir erklären ihr dass dieser weit weg wohnt und eine eigene Familie hat. Sie interessiert sich aktuell (5Jahre alt) aber 0 dafür & nimmt es einfach so wie es ist. Die Eltern meines Partners sind Oma und Opa, deine kleine ist so klein sie wird ihn nicht als Stiefvater sehen sondern als Papa und das sei ihr gegönnt. Wie schön ist es für unsere Kinder die ohne ihre Ziehpapas keinen Papa hätten, dass sie angenommen werden und sich auf einen zuverlässigen anderen Mann verlassen können. Halte daran fest, es wird nicht immer leicht sein, aber meistens lohnt es sich. Viele liebe Grüße

7

Ich würde irgendwann immer wieder sagen das es da noch einen Papa gibt, sie sollte schon wissen was sache ist, später wenn es mal rauskommt, Trennung etc. wird es dann schlimmer wenn sie denkt er ist der Papa.

Das macht die Bindung nicht schlechter oder weniger, aber ein Kind sollte schon wissen was los ist, jetzt ist sie zu klein aber irgendwann.

Mein Kleiner hat 2 Schwestern, ich habe das immer mit eingebaut, wir hatten keinen Kontakt bis letztes Jahr, aber mir war wichtig das er weiss das da noch jemand ist.

Ob sie ihn kennen lernen will kann sie später ja selbst entscheiden.