Vater zum Umgang zwingen ?

Hallo,
Meine Tochter ist 18 Monate alt. Seit April 20 also genau ein Jahr bin ich vom Vater getrennt. Seit der Trennung hat er die kleine nur 3 mal gesehen. Er hat eine neue Freundin und möchte mit uns nichts mehr zu tun haben.
Ich habe noch 3 große Kinder die ich schon ohne Vater groß gezogen habe und ich stelle mir die Frage, warum zum teufel soll ich das wieder alles alleine machen. Ihr Vater wohnt um die Ecke und kann sich doch genau so kümmern wie ich, oder ?
Mein Freundeskreis sagt ich soll froh sein das ich meine Ruhe habe aber irgendwie seh ich das nicht so.

Währe es richtig ihn mit Hilfe vom Jugendamt zu zwingen sich um seine Tochter zu kümmern?
Was denkt ihr darüber?

Elternteile zum Umgang zwingen?

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Du kannst ihn gar nicht zwingen und was bitte hätte deine Tochter davon?

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Hallo

Niemand kann zu Umgang mit Hilfe des JA oder des Gerichts gezwungen werden, so traurig das ist. Habt ihr bereits eine Vereinbarung, welche er nicht einhält? Oder gibt's noch gar nichts? Vielleicht läßt er sich mit Hilfe JA zu (minimalem) Umgang überreden.. Wenn nicht, zahlt er oder kriegst du zumindest Unterhalt. Damit könntest du vielleicht einen Babysitter dann und wann engagieren.

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Nein wir haben keine Regelung zum Umgang getroffen. Unterhalt zahlt er. Mir geht es nicht darum das ich Freizeit möchte, sondern darum das er der Vater ist und das Kind ein Recht auf den Umgang und Kontakt zu ihm hat. Es ist nunmal auch seine verdankte Pflicht sich um sein Kind zu kümmern.

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Ja, aber es wird aus Sicht des Kindes agiert und kein Kind hat was davon, wenn es widerwillig betreut wird.

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Es wird ihn niemand zwingen. Was hätte das Kind davon?
Es wird die Ablehnung merken.

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Ähm, auch das Jugendamt kann ihn nicht zwingen. Niemand kann das. Jedes Gericht geht davon aus, dass ein erzwungener Umgang nicht dem Kindeswohl entspricht, deswegen wird der Umgang auch nicht gerichtlich angeordnet.

Du könntest dich an das JA wenden und dort um moderierte Gespräche mit dem Vater bitten. Wenn er sich auf die Gespräche und daraufhin auf den Umgang einlässt, ist das schön. Wenn nicht, musst du das so hinnehmen. Er ist auch nicht verpflichtet, an den Gesprächen teilzunehmen.

Das einzige, wozu er ggf. verpflichtet werden kann, sind die Unterhaltszahlungen. Aber die haben ja nichts mit dem Umgang zu tun.

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Das ist eben das Traurige.
Der Vater kann nicht zum Umgang gezwungen werden. Wenn er keine Lust auf das Kind hat, dann halt nicht. Lustig wird es, wenn er nach x Jahren dann plötzlich wieder weiß, dass er ja ein Kind hat und dann Umgang möchte.
Dann ist die Mutter dazu verpflichtet Umgang zu fördern, weil er hat ja das Recht dazu.
Das er dann ein völlig Fremder für das Kind ist... völlig egal. Er hat das Recht auf Umgang und damit das Recht, das bisherige Leben seines Kindes gehörig durcheinander zu bringen. Hierfür gibt es in meinem Umfeld leider genügend Beispiele. #aerger

Hier liegt echt ein Fehler im System.

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also der Ansicht besser gar kein Umgang zum Elternteil als ein später Umgang.

Warum nicht besser spät als nie?

Oder weißt du schon im Voraus das dies nichts bringt? Falls ja woher?

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Wie genau willst du bzw. soll das Jugendamt den Vater deiner Tochter denn zwingen? Das einzige wozu man ihn zwingen kann ist Unterhalt zu bezahlen (notfalls - wenn sich jemand total weigert - durch Kontopfändung). Aber man kann (leider) keinen Menschen dazu zwingen, dass er sich um sein Kind kümmert - es gern hat, etwas mit dem Kind unternimmt, es erzieht, sich verantwortlich fühlt, sich dem Kind widmet. Wenn der Vater das partout nicht möchte, dann muss er das nicht. Das einzige was er muss ist Unterhalt zu bezahlen.

Selbst wenn du den Vater irgendwie zwingen könntest sich um seine Tochter zu kümmern: du wärst vielleicht zeitweise etwas entlastet, aber was genau hätte deine Tochter davon? Sie wäre dann immer wieder bei einem Menschen, der sich null für sie interessiert und vielleicht lieber vom PC oder Fernseher hockt als mit ihr mal was unternehmen oder zu spielen. Selbst Babys und Kleinkinder spüren Ablehnung und Desinteresse. Außerdem ist fraglich, ob ein desinteressierter Vater überhaupt richtig auf das Kind aufpassen würde und aufmerksam genug wäre...

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Ich verstehe deinen Frust total, kenne das von meinem ersten Kind zur genüge. Es wird besser, wenn du dich damit abfindest, dass du die hauptlast trägst, aber eben auch die tollen Seiten miterleben darfst!
Aber ich dreh die Medaille mal um... Mütter, alleinerziehende insbesondere und dazu zähle ich mich selbst auch, zumindest bis zu einem gewissen Punkt, neigen gern dazu, alles als ungerecht zu empfinden... Ist es nicht pauschal, das Gesetz ist grundsätzlich immer noch sehr auf mutterns Seite... Häufigste Konstellation ja Kinder bei der Mama... Die darf zuhause sein, Hartz 4 beziehen oder einen mäßig bezahlten Job haben und trotzdem unnötigerweise ein Auto besitzen und sonderzahlungen, steuererstattungen für sich behalten, wird nicht gezwungen, sich selbst und vor allem die Kinder allein versorgen zu können, aber der Unterhaltspflichtige Papa, der soll man schön alles ranschaffen, besseren Job suchen, damit es wenigstens für den mindestunterhalt reicht und so weiter... Wie er den Umgang zusätzlich zahlt, sein Bier.
Gilt natürlich auch für getauschte Geschlechter. Und ja der blöde Unterhalt, egal wieviel, ersetzt trotzdem nicht den fehlenden Elternteil.

Bleib stark, du bist nicht für den Papa und sein Handeln verantwortlich. Bleib stets neutral, egal, wie schwer es ist! Es wird immer Licht- und Schattenseiten geben. Du machst das toll!

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Das ist so das gängige Vorurteil: die armen Alleinerziehenden, die am Rand der Gesellschaft leben, gerne von allen vergessen werden, sich mit Sozialleistungen und Untehaltszahlungen durch ihr schweres Leben kämpfen müssen und immer und überall benachteiligt werden...

Ich kenne einige Alleinerziehnde und keine von ihnen bezieht Sozialleistungen oder ruht sich auf den Unterhaltszahlungen des Ex aus. Die Frauen gehen arbeiten und teilweise sogar Vollzeit, obwohl sie Kindergarten- oder Grundschulkinder zu Hause haben. Zu Hause bleiben können Mütter übrigens nur die ersten 3 Lebensjahre eines Kindes, danach wird erwartet dass sie auch zumindest Teilzeit arbeiten gehen - ab da muss der Kindsvater auch nur noch Kindesunterhalts zahlen und das ist nun wirklich nicht so viel, dass die Frau sich "darauf ausruhen" kann. Die Mutter muss in der Regel dem Kind Kleidung kaufen, was zu essen geben, Sachen für die Kita und Schule organisieren und bezahlen - sorry, aber ich finde es nur nachvollziehbar, dass der Kindsvater sich dann mit einer monatlichen Zahlung entsprechend beteiligt.

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Ich kann zwar deinen Frust verstehen, aber den Vater zwingen zum Umgang?
Ich glaube nicht, dass das geht, und selbst wenn, was soll es bringen? Willst du deiner Tochter wirklich zumuten, dass der an ihr desinteressierte Vater sich lustlos abgibt mit ihr? Da ist kein Umgang noch besser.

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Vor allem würde er sich wohl kaum mit ihr abgeben. Er würde sie wohl eher entweder zu den Grosseltern geben und wenn das nicht ginge, vor den TV pflanzen und ihr zu verstehen geben ihn ja nicht zu nerven.

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Was soll deine Tochter mit so nem Typen als Paps denn anfangen? Wahrscheinlich ist sie besser ohne ihn dran.