Sorgerecht nach dem Tod

Hallo,

Mir ist kein besserer Titel eingefallen, ich beschreibe die Situation einfach:

Wir haben bald 3 Kinder. Geteiltes Sorgerecht.

Die Frage: kann man festlegen, wer das Sorgerecht bekommt, im Falle, dass wir beide sterben sollten?

Das Problem ist folgendes:

Mein Vater und meine schwiegermutter scheidet von vornherein aus. Ich würde den beiden kein Kind der Welt anvertrauen, sie würden aber sicher das Sorgerecht haben wollen. Das Problem ist, mein Vater hat mich psychisch richtig fertig gemacht und geschlagen, meine Schwiegermutter war zu meinem Mann nicht besser und hat ihn wegen dem ADHS mit Pillen vollgepumpt, dass sie Ruhe hat.

Schwiegervater hat gesundheitlich Probleme, die auch nicht besser werden im Alter

Meine Mutter hat (momentan) die Mittel nicht, ich bezweifle allerdings, dass sich das ändern wird. Meine Schwester ist 10 und behindert, daher muss meine Mutter sich vor allem um sie kümmern.

Also scheiden unsere Eltern alle aus.
Ein guter Freund würde es machen, er würde sich sogar sehr freuen, kann super mit Kindern, die Jungs haben ihn gerne um sich und er hat die finanziellen Mittel.

Kann man das festlegen, dass er dann das Sorgerecht bekäme? Und wenn ja, wie sieht es aus, sollte er mal heiraten? Hat diese Frau dann auch das Sorgerecht? Falls es seine derzeitige Liebelei werden sollte möchte ich das nämlich um jeden Preis vermeiden. Sie ist machthaberisch, oberflächlich und furchtbar kindisch. An sich nicht schlimm, aber folgendes Beispiel: Sie lässt sich am folgenden Band operieren (schönheits-OPs) aber wehe ihr Freund nimmt die neuen 5 KG nicht ab, dann verlässt sie ihn. Sie lässt sich regelmäßig sein Handy geben, will wissen wann er mit wem in welcher Reihenfolge was hatte und schreibt die alle an dass sie sich fernzuhalten haben und beleidigt diese.

Ich will meine Kindern nicht so ein Vorbild vorsetzen, ich hoffe ihr wisst was ich meine.

Ich wäre über ein Paar Infos/Erfahrungen und evtl Tips dankbar. Einen Termin beim Anwalt haben wir in 3 Wochen erst.


Liebe Grüße und danke schon mal

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Hey!

Ich würde mit dem Freund über deine Bedenken sprechen. Sollte er sich davon nicht abschrecken lassen, solltet ihr euer Anliegen beim Notar vortragen und beurkunden lassen.

Liebe Grüße!

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Danke für deine schnelle Antwort. So im allgemeinen haben wir drüber gesprochen. Nur meine Bedenken wegen seiner Freundin habe ich ihm nicht mitgeteilt, da er im Moment noch die rosaroteste aller rosaroten Brillen trägt, und dann ziemlich empfindlich reagiert. Er will es gerne machen, weil er die jungs sehr gern hat. Zudem war er als Kind selbst im Heim, und daher weiß ich, dass er die Kinder auch nicht einfach "abschieben" würde.

Aber ein guter Ansatz, ich dachte, sowas kann man evtl nicht Regeln, und das Jugendamt sucht sich selbst jemanden aus.

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Ich kenne den Fall einer alleinerziehenden Mutter, die auf keinen Fall wollte, dass ihr Kind im Falle ihres Todes zum ex kommt. Sie starb leider auch, aber das Kind wurde dem Mann zugesprochen- er ist der Vater. Sowas kannst du nicht verhindern.

Aber sicher kann dir ein Notar sagen, ob du einen Freund bestimmen kannst, oder ob Großeltern deinem Wunsch vorgezogen werden.
Ansonsten muss dein Wunsch notariell beurkundet werden, du kannst das nicht einfach auf einen Zettel schreiben- das wäre trotz Unterschrift nicht verbindlich.
Im Jugendamt kann man dir aber sicher auch weiterhelfen.

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Hallo,

wir haben das auch geregelt für unsere beiden Kinder (3 und 6 Jahre alt). Bei uns ist es auch so, dass der Vater meines Mannes und seine Frau nicht in Frage kommen - für uns beide nicht. Das haben wir auch so notiert und die beiden bekommen die Kinder auf keinen Fall - bei uns gibt es aber auch genug Alternativen (die für die Kinder auch 1000 mal besser sind).
Wenn Personen ausgeschlossen werden sollen, müssen dies aber beide Elternteile wollen. Wenn Partner X die Mama heiß und innig liebt aber der andere Partner mit Schwiegermutti nicht klar kommt, geht das nicht. Zumindest war das bei uns so, als wir das vor 3 Jahren rum gemacht haben. Wir waren uns da aber zum Glück einig.

Schlussendlich entscheidet aber das Familiengericht über das Sorgerecht. Man äußert so gesehen nur "Wünsche". Bei uns stehen nun als erster Ansprechpartner meine Eltern drin. Sie kennen uns, sie kennen die Kinder und sind (Stand jetzt) körperlich und geistig in der Lage dazu eine gute Entscheidung im Sinne der Kinder zu treffen.
Heißt, die Kinder könnten zu meinen Eltern oder sie gehen ins Gespräch mit der Familie (auch der von meinem Mann) und suchen nach der besten Lösung. Ich habe 3 Geschwister, mein Mann hat Geschwister die in Frage kämen usw.

Das Jugendamt/Familiengericht prüft dann natürlich schon noch ob die Person dazu in der Lage ist. Wenn du da jetzt Person X einträgst und sie jetzt im Moment auch dazu geeignet wäre, würde sie das Sorgerecht sicherlich nicht bekommen, wenn Sie in 3 Jahren Drogenabhängig ist oder eine schwere Krankheit bekommen hat die ihr die Betreuung/Erziehung etc. von Kindern körperlich und/oder psychisch nicht möglich macht. Da wird dann auch euer Wunsch wohl (und hoffentlich) auch nicht berücksichtig werden.

Wie das ist, wenn eine Person dann heiratet weiß ich gar nicht. Darüber hab ich mir tatsächlich auch nie Gedanken gemacht. Wäre mal interessant zu wissen.

Ein Termin beim Anwalt ist super, haben uns da auch beraten lassen und das ganze auch beim Notar hinterlegt.

Alles Gute euch

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Noch eine kleine Ergänzung. Dem Jugendamt ist grundlegend immer daran gelegen eine gute Lösung zu finden und wenn es im Familien oder sehr engen Freundeskreis jemanden gibt, der von den Eltern gewünscht ist, bereit dazu ist und auch geeignet, dann steckt niemand die Kinder in ein Heim oder zu einer Pflegefamilie.

Ist zwar ein anderes Thema aber dadurch hatte ich nun auch schon mit dem Jugendamt zu tun und kann vielleicht die Angst/Sorgen nehmen.
Meine Cousine (gefühlt wie eine kleine Schwester) wurde mit nur 16 Jahren schwanger. Wir hatten hier genug Platz (Einliegerwohnung) und haben sie und ihren Freund bei uns aufgenommen, als ihre Eltern sie rausgeworfen haben deswegen. Sind inzw. schon 2,5 Jahre. Ich hatte die Vormundschaft für den Kleinen bis sie 18 wurde.
Das wurde vom Jugendamt gut überprüft und schlussendlich auch sehr begrüßt. Hätten wir in einer kleinen 4 Zimmer Wohnung gewohnt, wäre es bei aller Liebe und dem Wunsch von beiden Seite nicht möglich gewesen.

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Es wird aber bei Kindern die gerade plötzlich beide Eltern verloren haben geschaut ob die Person in der Lage ist den Kindern ein stabiles Umfeld zu geben. Wie viele Stunden sie arbeitet, ob sie Therapien mit den Kindern machen kann, ob die Kinder noch aus dem Umfeld gerissen werden und wie der Familienstand ist.

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Hallo

wichtig ist das ihr schriftlich festhaltet mit genauen Gründen wer warum auf keinen Fall das Sorgerecht bekommen soll.

Es wird versucht das die Kind dann zu der gewünschten Person kommen, aber diese mus auch in der Lage sein 3 Kinder zu betreuen die ihre Eltern verloren haben und sie sollte ein stabiles Umfeld haben. Wechselne Freundinnen sind für Kind die gerade beiden Eltern plötzlich verloren haben ein großes Problem und daher wird das Jugendamt dann genau schauen ob das sinnvoll ist.

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Man kann etwas entsprechendes Aufsetzen lassen, dann hätte dein Freund im Todesfall gute Aussichten das Sorgerecht zu bekommen. Die Freundin/Frau bekommt nicht automatisch auch das Sorgerecht.

Aber ich finde es ziemlich schräg, ganz ehrlich. Selbst wenn sie nicht offiziell das Sorgerecht hat- wenn sie mit den Kindern zusammen lebt erzieht sie ja trotzdem irgendwie mit.

Wir haben uns dagegen entschieden eine solche Vorsorge zu treffen. Man kann nicht alles im Leben planen, und wir wissen nicht wo unsere Kinder in fünf, zehn oder 15 Jahren jeweils am besten aufgehoben wären. Momentan wären das meine Eltern, aber weiß ich wie es ihnen in zehn Jahren geht? Ich hatte mal meine Schwester gefragt, meine Kinder leihen sie- die hat auch zugestimmt sich um die Kinder zu kümmern. Nun ist sie noch keine 30 und hat dann evt. selbst Kinder zu versorgen- kann ich mich drauf verlassen das es in zehn Jahren immer noch die beste Wahl wäre?

Am Wochenende hat mein Schwager meinen Mann gefragt, er möchte das wir ihre Kinder versorgen wenn ihnen etwas passiert. Mein Mann hat zugestimmt, nun lassen die sowas aufsetzen. Ehrlich gesagt war ich stinksauer. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen neben meinen eigenen beiden (3+7) noch die beiden Kinder meiner Schwägerin aufzuziehen (0+2)- wo sollen die auch hin?! Wir haben da keinen Platz für. Das sind für mich fremde Kinder die ich dreimal im Jahr sehe..

Es ist ja nicht mal so das ich es mir gar nicht vorstellen könnte..aber garantieren kann ich es nicht!! Mein Mann arbeitet Vollzeit und ich Teilzeit- die familiäre Belastung würde an mir hängen bleiben. Da wäre ich schon gerne auch gefragt worden vorher!!!

Mein Mann hat überhaupt nicht verstanden warum mich das aufregt. Schließlich leben die beiden ja noch. Das man auch irgendwo eine Verantwortung eingeht wenn man sowas zustimmt war im nur so halb klar..macht er sich halt keinen Kopp. Männer. War geschmeichelt, dass der Ernstfall wirklich eintritt kann er sich nicht vorstellen.

Besonders wahrscheinlich ist das wirklich nicht. Aber wenn muss man sehen wo die Jungs bleiben- das ich die mal eben als Ersatzmama aufziehe (nochmal- ich bin nicht mal gefragt worden!!!)

Dein kinderloser Freund mag den Gedanken eure Kinder aufzuziehen jetzt ganz ok finden- aber wer weiß was in ein paar Jahren ist? Wenn er dann selbst zwei Kinder mit seiner Freundin hat? Vielleicht hat die ja keinen Bock deine Kinder aufzuziehen? Glaubst du ernsthaft er verlässt dann Frau und Kinder um deine aufzuziehen?

Ich würde das lassen und drauf vertrauen das schon alles kommt wie es .

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Aus diesem Grund solltest du es regelmässig erneuern.

Vor 5 Jahren hätte ich gesagt meine Eltern sollen das Sorgerecht bekommen. Aber nachdem Tod von meinem Bruder weiß ich das meine Eltern physich nicht in der Lage wäre unsere Kind noch aufzufangen wenn sie mich und meinen Mann verloren haben. Das würden sie in ihrer trauer nicht schaffen

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Hallo,

Unabhängig von der Person, die sich kümmern soll, kann man durch gut geplante Vorsorge eine finanzielle Absicherung schaffen. Vielleicht kommen dann auch Menschen in Frage, die ihr bis jetzt aus finanziellen Gründen nicht in Betracht gezogen habt.

Viele Grüße
lilavogel

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Du kannst natürlich beim Notar festlegen lassen, wen du dir als Person, der dann deine Kinder großzieht WÜNSCHST, aber dennoch wird das Jugendamt sich das nochmal genau anschauen und einschätzen, ob die Kinder dort auch wirklich gut aufgehoben sind. Da spielt nicht nur eine Rolle, ob der Mann nett zu den Kindern ist und die finanziellen Mittel hat, denn: dass ein Single-Mann von jetzt auf gleich 3 Kinder alleine großziehen soll, mit denen er nicht mal eine familiäre Beziehung (also Verwandtschaft) hat, ist natürlich schon eine Hausnummer und alleine das wird beim Jugendamt sicherlich schon kritisch gesehen. Denn:

Kann er alleine 3 Kinder großziehen?
Kann er Beruf und Familie entsprechend unter einen Hut bringen?
Was ist wenn er eine Jobkrise hat - was passiert dann mit den Kindern?
Ist er finanziell abgesichert?
Was ist mit den Kindern, wenn ihm etwas passiert?

Bessere Chancen hätte er sicherlich, wenn er eine langjährige feste Partnerin hätte oder sogar verheiratet wäre - da geht man einfach davon aus, dass sie dann beide die Kinder großziehen und nicht nur er alleine.

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Die aktuelle Freundin deines ex hatte im Heiratsfall nur das Sorgerecht, wenn sie die Kinder adoptieren würde.