Wieso sind Alleinerziehende für verheiratete Menschen "2.Klasse"?

Das frage ich mich einmal mehr.
Ich habe studiert, einen guten Job, bin eine gute Mama, habe einen Freundeskreis und habe heute wieder ein Schlüsselerlebnis, dass man nach wie vor ohne Mann "nicht" ist.

Ich habe es so leid. Diese abwertenden Blicke, das Tuscheln hinter dem Rücken, "die Armen Kinder "!
Mir wurden Ratschläge erteilt, ich solle mich zusammenreißen, man müsste durchhalten, ertragen,schlucken,ohne dass nur jemand Hintergründe kennt.
In meinem Fall, Gewalt gegen die Kinder.
Die Schuld für diese Trennung liegt zu 100 Prozent bei meinem Ex, wenn auch sonst beide beteiligt sind. Er sieht das im übrigen genauso.

Es ist egal, lieber "verprügelt" werden als alleinerziehend?
Wieso wird man ausgegrenzt, ausgeschlossen?
Wieso mischen sich Leute ein? Wieso muss man als alleinerziehende sich mehr gefallen lassen als als Verheirstete?
Ist es egal, was für einen Mann man hat, Hauptsache man hat einen?

Wieso sind meine Kinder Kinder zweiter Klasse?
Wieso verurteilt mich meine Kusine indirekt, dass ich noch ein Kind (in meiner letzten Beziehung) bekommen habe, nur weil sie auch bei ihrer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen ist?

Mittlerweile sage ich schon immer, dass ich in einer Beziehung bin, weil es mich so nervt dann wieder schlechter gestellt zu sein.
Ich finde das arm, weiß mir aber auch nicht zu helfen und möchte auch das Scheitern und die Bestätigung in den Augen anderer, nicht sehen.
"Aha!".

Wieso bin ich nur was, wenn ich einen Mann habe und wieso scheinen gerade Verheiratete so ein Problem mit AE zu haben? Und das in einem Zeitalter, in dem jede zweite Ehe geschieden wird? Homosexuelle Kinder kriegen und es SMBC gibt?

Wie komme ich da raus? Alle aus meinem Leben rausschmeißen? Nein!
Mir einen Mann "verzweifelt" suchen?

Und wenn ich jetzt noch allein ein Kind kriegen würde (kein Thema,aber angenommen?
Ja,ich hab kein Haus, kein Mann, kein Ring am Finger.
Alle denken, mein Mann wohnt woanders und wir sehen uns nur am Wochenende.
Und trotzdem bzw selbst daran stören sich alle.

Muss man das Klischee erfüllen?
Ich hab es leid.
Keiner weiß, was mein Ex mir angetan hat.

Bitte erklärt mir, warum wir so "arm" sind?
Was ist an uns falsch?
Und warum regen sich ausgerechnet die auf,die doch "das große Glück" haben?
Ja, hab ich mir sehr gewünscht.
Im Leben läuft nicht alles nach Plan.

Wir sind eigentlich glücklich. Aber heute kommt mir alles hoch.

Bitte verurteilt mich nicht für meine "Beziehung", bin einfach nur traurig und will meine Kinder vor "Abwertung" schützen, darum soll es hier nicht gehen.

Ich poste extra hier und nicht im AE Forum, weil da sind wir unter uns.

Und es ist nicht nur mein Eindruck, es berichten viele AE.

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Du möchtest nicht pauschalisieren werden und pauschalisierst selber.

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Ich habe viele alleinerziehende Freund*innen. Niemand davon ist für mich und erst recht nicht für die Petson selbst ein Mensch 2. Klasse.🤷‍♀️

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Ich kenne das auch nicht so und denke das es eher an deinem (TE) Umfeld liegt, du schreibst speziell von einer Cousine.
Vielleicht solltest du sie mal beiseite nehmen und ihr sagen das diese Sticheleien oder was sie macht unangebracht sind.

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Warum lässt du dich denn so abwerten?
Es gibt dabei immer zwei Seiten:
1. Der es macht
2. Der es mit sich machen lässt

Wenn du nur Leute im Freundes-/Familienkreis hast, die dich abwerten, dann solltest du den Kreis überdenken.

Indem du einen Partner erfindest (so verstehe ich es zumindest), dann stehst du ja selber nicht hinter deinem Leben und kannst es somit schlecht von anderen erwarten.

Stehe dazu, werde selbstbewusster und lass dich nicht runtermachen.

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Hallo,

Also ich muss sagen Du hast ein sehr merkwürdiges Umfeld. Über mich urteilt niemand. Ich habe einen guten Job, ein Dach über dem Kopf, meinem Kind fehlt es an nichts. Wir sind glücklich und zufrieden.

Das einzige Problem das ich in der Tat habe ist die Wohnungssuche. Wir würden uns gerne räumlich vergrößern und suchen jetzt schon ca ein Jahr nach einem Häuschen oder einer Wohnung. Sobald ich sage dass ich mit meiner Tochter alleine einziehen möchte ernte ich nur Ablehnung und merkwürdige Blicke. Das waren bisher allerdings alles Vermieter/innen älteren Semesters, früher war es ja sehr verpönt als Frau mit Kind alleine zu leben. Unsere Generation sieht das zum Glück anders, es ist Normalität geworden.

Liebe Grüße
Sunny

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Als Vermieterin nehme ich Abstand von diesen Mietintetessenten. Das liegt grundsätzlich nicht an der Person oder Lebenssituation, es fehlt halt oft einfach das Geld. Das stimmt in einigen Fällen sicher nicht, ist dennoch ein Risiko

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Das Geld war nicht der Grund für die Ablehnung, ich habe mein Einkommen und meine sonstigen Einnahmen nachgewiesen. Selbst wenn ich arbeitslos werden würde hätte ich genug andere Einnahmen um alles zahlen zu können.

Daran kann es bei mir nicht liegen.

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Ich bin seit 2 Jahren alleinerziehend und habe sowas noch nicht erlebt. Nicht selbst und auch bei keiner anderen Alleinerziehenden.

Habe tatsächlich eher positives gesagt bekommen.

Du scheinst die falschen Leute um dich zu haben.

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Ich bin Tochter einer alleinerziehenden Frau gewesen, also es hat uns deswegen niemals jemand schlechter behandelt. Ganz im Gegenteil! 🤷🏾‍♀️ vlt ist dein Umfeld einfach nicht das richtige?
Eigentlich zollt man doch alleinerziehenden größten Respekt, es ist sehr hart, alleine ein Kind oder Kinder durchzubringen.

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Ich glaube die empfundene Abwertung bezieht sich darauf, dass deine Kinder Pech mit ihrem Erzeuger. hatten und sie dadurch vorbelastet sind. Gewalt in der Familie ist einfach sch....

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Wir leben in einem Patriarchat das uns allen von klein auf Partnerschaft und Ehe als eines der großen Ziele, die eine Frau erreichen soll, einflüstert. Das prägt uns alle, auch wenn uns der Verstand sagt, dass unser Wert nicht vom Beziehungsstatus abhängt.

Viele Frauen harren bei grässlichen Männern aus weil ihnen der Statusverlust bei einer Trennung schlimmer erscheint, als täglich vom Ehemann lieblos behandelt oder ausgenutzt zu werden oder sogar Gewalt ausgesetzt zu sein. Es ist gut möglich, dass die, die dir Ratschläge erteilen von wegen man müsse sich zusammenreißen und durchhalten, in so einer Situation leben und dich deshalb abwerten - wenn du es dir schon erlaubt hast, aus einer unglücklichen Beziehung zu gehen, während sie selber täglich durchhalten, möchten sie dir zumindest ihren scheinbar höheren Status als Ehefrau unter die Nase reiben.

Lass dich nicht von solchen Leuten runterziehen, es hat nichts mit dir zu tun. Besinne dich darauf, wer du bist und kenne deinen Wert. „Ich habe studiert, einen guten Job, bin eine gute Mama, habe einen Freundeskreis“ - das klingt toll, viele werden dich darum beneiden.

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Deine Erfahrungen kann ich so gar nicht teilen und auch nicht die der TE. Weder meine Freundinnen noch ich, die partiell mal AE war haben je Abwertung, tuschelnde Personen oder komische Blicke erlebt. Keine Ahnung wo ihr wohnt, aber sowas gab's nicht mal in meinem kleinen Ursprungsdorf von damals 150 Einwohnern und ich bin 54. Man kann sich auch das Opfersein einreden.

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Ich war auch einige Jahre alleinerziehend, aber ich wurde nie deswegen als Mensch zweiter Klasse bewertet und habe mich auch nicht so gefühlt. Natürlich kann ich jetzt nicht sagen, was hinter meinem Rücken geredet wurde, aber sowas hat mich auch nie interessiert.
Es gibt auch Vorteile als Alleinerziehende. Man entscheidet vieles allein, es gibt keine Streitereien zuhause wegen unterschiedlicher Ansichten.
Auch wird einem eher Hilfe und Unterstützung angeboten. Bei einer verheirateten Frau heißt es schnell "du hast ja eh einen Mann, also jammere nicht".
Baue dir mehr Selbstbewusstsein auf. Lass die Leute reden und gib einfach nichts drauf, zeig ihnen, dass es dir gut geht und du mit deinem Leben zufrieden bist. Wenn jemand dich darauf anspricht, dass du keinen Partner hast, dann sag"Ja, Gott sei Dank, ich habe meine Ruhe daheim", irgendwas in die Richtung, das lässt Dummschwätzer schnell verstummen.
LG
Nike