Gemeinsames Sorgerecht

Hey, ich bin schon in den letzten Wochen (oder vielleicht nur noch Tagenūü•Ļ) schwanger angelangt und wei√ü immernoch nicht, was mit dem KV ist und wie es nach der Geburt ablaufen wird. Seit Anfang bin ich ‚Äěalleine‚Äú (meine Mutter unterst√ľtzt mich) und ich habe eine lange Zeit sogar gehofft, dass er sich nicht mehr meldet (es ist viel unsch√∂nes passiert + die Hormone und Angst). Trotzdem habe ich mich dazu entschieden mit ihm zu reden (oder es zumindest zu versuchen) - es schien so, als w√§re er damit ‚Äěeinverstanden‚Äú, ein Teil des Lebens des Kindes zu sein. Naja, beim ausgemachten Treffen (wir wollten uns dar√ľber unterhalten, wie es dann weiter l√§uft) hat er mich sitzen lassen und seit dem habe ich auch nichts mehr geh√∂rt (das warungef√§hr vor einem Monat). Wahrscheinlich w√ľrde er antworten, wenn ich ihn st√§ndig anschreiben w√ľrde - daf√ľr habe ich aber ehrlich gesagt keine Lust und auch Kraft, da es mich emotional sehr mitnimmt. Seine Daten habe ich schonmal beim Jugendamt (in einem Formular) angegeben und jetzt hei√üt es nur noch warten. Ich frage mich aber, was passiert, wenn er aus dem ‚Äěnichts‚Äú auf gemeinsames Sorgerecht besteht? Soweit ich gelesen habe, muss er erst gewaltt√§tig gegen√ľber dem Kind sein, um es nicht haben zu k√∂nnen/d√ľrfen. Ich kenne ihn aber und bin/w√§re damit einfach nicht einverstanden. Soweit ich es aber verstanden habe, kann ich in dieser Situation auch nichts dagegen machen, oder? (Falls es dazu kommen sollte). Die Gr√ľnde f√ľr mich sind, dass er sehr unzuverl√§ssig ist, sehr launisch (von einem zum anderen Moment ein anderer Mensch - emotional und auch was seine ‚ÄěAnsichten‚Äú betrifft.), Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass er sich oft entziehen w√ľrde und irgendwann wieder ankommen - ein Kind w√ľrde sowas nicht verstehen und es w√ľrde Sch√§den honterlassen. Und dass er schon seit Anfang der Schwangerschaft nicht da ist, w√§re wahrscheinlich auch kein Argument genug, aber das hat vieles sehr schwer f√ľr mich gemacht - das k√∂nnen bestimmt viele hier nachempfinden.
Habt ihr damit Erfahrung oder eine Ahnung, ob man was dagegen machen könnte?
Es geht nicht um Umgang - gegen Umgang kann und werde ich nichts unternehmen, solange er es selber von sich aus möchte.

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Wenn er gemeinsames Sorgerecht will, bekommt er es. Wie Du schon sagst, um es nicht zu bekommen, m√ľssten schlimme Dinge passiert sein.

Was Du beschreibst, klingt doch eher nach einem Problem beim Umgang, oder? Also Unzuverlässigkeit, abwesend sein, etc.

Beim gemeinsamen Sorgerecht muss er Dinge unterschreiben, die nicht zu den alltäglichen Entscheidungen gehören. Dazu gehört vor allem Urlaub ins Ausland, gesundheitliche wichtige (planbare) Dinge, Taufe, Schule, etc.

Wenn er öfters Unterschriften verweigert, obwohl es keinen sinnvollen Grund gibt, kannst Du die Unterschrift beim Gericht ersetzen lassen. Oder ein Teilsorgerecht bekommen (wenn er zB gesundheitliche Dinge ignoriert, die wichtig sind).

Nicht missverstehen, gemeinsames Sorgerecht kann schon √§rgerlich sein, wenn er es drauf anlegt. √Ąndern kannst Du daran aber nix.

Erfahrungsgem√§√ü wirst Du beim Thema Umgang mehr Stress und √Ąrger haben als beim Sorgerecht.

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Danke f√ľr die Antwort. Ja - ich kann mir einfach sehr schwer vorstellen, dass jemand, der seit ‚ÄěAnfang‚Äú nicht da ist (auch wenn es nat√ľrlich rechtlich gesehen nicht seine Pflicht ist) und das ganze solange ignoriert, danach noch alle Rechte hat ( mit den Entscheidungen, die du aufgez√§hlt hast). Es sollte auch nicht so r√ľber kommen, als ob ich das Kind als pers√∂nliches/eigenes Objekt sehe, das keiner mehr haben darf - ich mache mir einfach wirklich sorgen, wie es √ľberhaupt ablaufen wird und wie es funktionieren soll

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> Ich frage mich aber, was passiert, wenn er aus dem ‚Äěnichts‚Äú auf gemeinsames Sorgerecht besteht?


Zur Elternrolle gehört halt auch, sich mit dem anderen Elternteil auszutauschen, um dem Kind eine Bindung zu beiden Eltern zu ermöglichen. Dass ihr beiden nicht harmoniert ist sicher erschwerend, aber ihr werdet Eltern und solltet euch diesen Teil eurer Verantwortung stellen.

Leider gibt es immer wieder getrennte Elternteile, die es dem anderen Elternteil besonders schwer machen und letztlich dem Kind schaden. Sei nicht so eine Mutter....

Nachtrag: ich weiss wovon ich spreche, weil ich reichlich Kreide fressen musste und muss, um mit der Mutter underer Kinder halbwegs zielf√ľhrend zu kommunizieren.

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Ja ich wei√ü was du meinst. Offensichtlich gibt es Probleme zwischen mir und dem KV (die bis jetzt auch nur uns betroffen haben), aber es ist tats√§chlich schwierig momentan mit ihm ins Gespr√§ch zu kommen. Ich habe von ihm kein eindeutiges ‚Äěich m√∂chte von euch nicht h√∂ren‚Äú gesagt bekommen, aber eben auch kein entgegenkommen, deswegen meinte ich am Anfsng, dass es wie aus dem nichts w√§re. Ich denke nicht, dass ich jemals wieder mit ihm einen guten gesunden Kontakt pflegen k√∂nnte, aber es w√§re super, wenn es zumindest f√ľr das Kind klappen k√∂nnte (oder wenn das Kind dabei ist). Und trotzdem wird es mir innerlich bestimmt schwer fallen. Ich ksnn mir einfach nicht vorstellen, dass er (falls es dazu kommen sollte) so wichtige Entscheidungen mitentscheiden darf und muss, obwohl es bis jetzt so gelaufen ist

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<<<Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass er sich oft entziehen w√ľrde und irgendwann wieder ankommen - ein Kind w√ľrde sowas nicht verstehen und es w√ľrde Sch√§den honterlassen. <<<

Die Angst kann ich verstehen. Aber das ist ein Umgangproblem und hat nichts mit dem Sorgerecht zu tun.

Es ist so interessant, wie viele M√ľtter sagen "nein, hilfe, blo√ü keine gem. elterliche Sorge..das geht nicht" und da wirklich echte Angst haben. Obwohl diese gem. elterliche Sorge im Alltag und Leben einfach in 90% der F√§lle weniger Streit und Probleme verursacht als das Umgangsrecht.

Was ist das f√ľr eine Angst? Umgang ist doch die Zeit, die der VAter dann am Kind hat, die Zeit, in der dem Kind Schaden zugef√ľgt werden k√∂nnte, es schlecht behandelt, falsch erzogen, manipuliert werden k√∂nnte. Davor ist oft keine Angst da....
Aber das Sorgerecht darf der Selbe Vater, dem man den Umgang problemlos haben l√§sst, nicht haben. Weil? Es nervig sein k√∂nnte Unterschriften nachrennen zu m√ľssen....
Hä? Was ist denn schlimmer? wenn es dem Kind schlecht geht beim Umgang...oder wenn ich alle 3 Jahre ner Unterschrift nachrennen muss.

Es muss irgendwas anderes sein, was mit dieser alleinigen ES verkn√ľpft ist. Ich glaube es gibt vielen ein Gef√ľhl von Sicherheit und Kontrolle..vielleicht auch Macht/Rache. Aber rational betrachtet muss man nicht so gro√üe Angst, vor dieser gem. ES haben.

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Auch mit dem Umgang mache ich mir Gedanken, nur soweit ich wei√ü, hat er automatisch das Recht darauf und dagegen w√ľrde ich erstmal auch von mir aus nichts unternehmen. Er ist/war noch nie gewaltt√§tig - was die emotionale Gewalt angeht, betrifft das Kind oder Umgang glaube ich rechtlich auch nicht. Aber ja - nach deiner Antwort habe ich mir nochmal mehr Gedanken gemacht und du hast Recht, dass man eher schon beim Umgang viel mehr Sorgen haben muss als beim Sorgerecht . Ich habe Angst von dem was noch kommt

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Ich verstehe, dass du dir Sorgen macht und das tut mir leid. Es muss furchtbar sein sich um das Kind zu sorgen und zu wissen, dass man es dennoch zum Umgang geben muss.

Ich kann dir nur sagen, dass wirklich soooo viele Elternteile sich sorgen, obwohl ihre Sorgen nicht nötig wären (erst recht nicht in dem Ausmaß in sie sich oft gemacht werden).

Die Sorgen entstehen in dir, aufgrund deiner Erfahrungen (mit deinen Eltern, bisherigen Partner, oder anderen Personen...und auch aufgrund der Beziehungserfahrungen mti dem Kindsvater). Deine Sorgen sind subjektiv und sehr undifferenziert. Du malst dir die Zukunft aus.

Und deine Idee davon was das mit dem Kind machen wird ist ebenfalls subjektiv und auf deine Erfahrungen zur√ľckzuf√ľhren. Da sind √Ąngste, Erfahrungen usw. von dir enthalten. Und dein Wunsch, wie du willst, wie dein Kind f√ľhlen soll..und das am besten immer (also, du willst vermutlich dass es immer gl√ľcklich und geliebt ist und bestenfalls nie was adneres f√ľhlt, weil der Gedanke dir weh tun...aber das ist nat√ľrlich nicht umsetzbar). F√ľr dein Kind kannst du gar keine Prognose abgeben, denn du kennst weder seinen Charakter, noch wei√üt du was genau es erwartet, noch kannst du die anderen beeinflussenden Faktoren (Ressourcen..z.B. dich) mit einbeziehen.

Mein Rat: Mach dir das bewusst. Aktuell befindet sich das alles in deinem Kopf, gebaut auf deine ERfahrungen, √Ąngste, W√ľnsche....das ist nicht das Leben deines Kindes, denn das ist ncoh nciht da.

Schreibe dir auf, wovor du Angst hast. Und dann, vielleicht in einer Beratungsstelle, versuche mal aufzudr√∂selt, warum du die Sorge hast. Und differenziere wo du Sorgen hast, weil du dir halt unbedingt was anders f√ľr dein Kind w√ľnschst, wo du dir Sorgen machst, weil du es selbst erlebt hast und wei√üt wie schlimm es ist usw.
Und schau mal welches Verhalten du tats√§chlich bei ihm beobachtet hast und warum er es gezeigt hat. Sooo oft sagen Frauen "er war aber immer unzuverl√§ssig, er ist nicht liebevoll, alles andere ist wichtiger"...und dann √ľbertragen sie das auf das Kind. Aber das was ein Mann seiner Frau gegen√ľber zeigt, ist sehr oft eine Beziheungssache. Er ist unaufmerksam und unzuverl√§ssig, weil die Beziehung kaputt geht...oder weil er eine bestimmte Rollenverteilung in Beziehungen lebt...Es kann aber sehr gut sein, dass dieser Mann ein absolut verl√§sslicher VAter f√ľr seine Kinder ist (selbst wenn er zur gleichen Zeit immer ncoh ein Arsch zur Mutter der Kinder ist). Vermutlich muss er ja sogar nur an einigen Tagen im Monat zuverl√§ssig sein, weil das Kind sonst bei dir lebt.

Auch wichtig: √úberlege dir mal was du denkst, dass es f√ľr dein Kind bedeutet, wenn der VAter unzuverl√§ssig ist. Also was passiert dann wirlcih mit dem Kind. Und z√ľgle deine Vorstellungen....also klar kann man sich jetzt vorstellen, dass Kinder psychisch misshandelt werden. aBer jetzt gehen wir mal von unzuverl√§ssigkeit aus. Also er kommt zu sp√§t, sagt ab......Das ist schei√üe. Aber es wird das Kind nicht traumatisieren. Denn es wird doch eine verl√§ssliche Mutter haben, die es auff√§ngt. Und die bestenfalls nicht √ľber den Vater herzieht und das Gef√ľhl des Kindes "es liegt an mir...es passiert hier was grauenhaftes" damit noch verst√§rkt.

SChau realistisch auf das was passieren wird und mache dir bewusst, dass dein Kind daran nicht zu Grunde geht. Es wird Teil seines Lebens sein....Aber es wird nicht alleine sein. Schau du darauf was du deinem Kind an Liebe, Verlässlichkeit, Stabilität, sozialem Netzwerk usw. bieten kannst. Da wir es gut damit klar kommen, einen unzuverlässigen Vater zu haben, falls er denn einer wird.

Alles Gute.

Bearbeitet von ERE-Katha333
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Wenn er das gemeinsame Sorgerecht haben m√∂chte und du da nicht zustimmst, kann er es √ľber das Gericht holen. Aber wenn er doch eh nicht zuverl√§ssig ist, meinst du, dass er den Aufwand auf sich nimmt?

Ich w√ľrde ihn also den langen Weg gehen lassen. Er wird es sicher bekommen, aber einfach w√ľrde ich es ihm nicht machen. Ich bin pers√∂nlich immer daf√ľr einen vern√ľnftigen Weg mit dem Ex zu gehen, wenn Kinder involviert sind. Ich w√ľrde also auch keinen langen Rechtsstreit oder so veranstalten, aber wie gesagt, er sollte sich ins Zeug legen.

Im Endeffekt berechtigt es n√§mlich wichtige Entscheidungen mit zu treffen und daf√ľr sollte man auch wirklich Vater sein und zeigen, dass man es sein will.

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Genau so bin ich gerade auch eingestellt - danke dass du es auch nochmal so gesagt hast. Jetzt muss ich erstmal abwarten und schauen, was √ľberhaupt passieren wird. Ahso und zu deiner Frage - ich traue ihm das leider n√§mlich wirklich zu, und nicht weil ich der Meinung bin, dass er es wirklich m√∂chte sondern leider aus Stolz.. Es sind Sachen fr√ľher passiert, die er aus Stolz/Ego durchgesetzt hat, aber es nicht weiter gemacht hat, sobald er es bekommen hat:(