WArum haben andere Leute mehr Geld?

Hallo,

meinen Sohn beschäftigt seit er in der Schule ist immer mal wieder die Frage, warum andere KInder in anderen Verhältnissen leben als er. Ich denke nicht das er das als Problem sieht, sondern einfach wissen will, warum es so ist. Beispiel: Viele Klassenkameraden wohnen in einem Haus. Wir nicht, können wir uns nciht leisten. Aus Kindersicht hat das Haus bspw. den Vorteil, dass man einen HUnd halten kann, den wir bspw. nicht wollen, weil wir mitten in der Stadt wohnen. Oder: anderer Kinder Mütter fahren tolle Autos. Toll, weil sie schneller sind als meins. Habe dann erklärt, dass es eben Menschen gibt, die Jobs machen, die einfach besser bezahlt werden als andere und dass diese sich dann eben mehr leisten können. Sagt er zu mir: Kannst du dir nicht auch so einen JOb suchen??? Nee, kann ich leider nicht - hab das Falsche studiert :-(. Versuche ihm zu erklären, dass viele dieser Jobs auch Nachteile mit sich bringen, eben längere Abwesenheit der Eltern blabla, aber ich glaub das Argument zieht nicht rivchtig. Weiß niht, wie ich es sonst erklären soll, ohne mich selbst abzuwerten, so nach dem Motto es kann halt nicht jeder Vertriebsleiter sein oder Rechtsanwalt. Wie würdet ihr mit diesen Fragen umgehen? Wie gesagt, es sind Wahrnehmungen, ich denke nicht, dass er sich "benachteiligft" fühlt, er registriert einfach Dinge, die er eben auch gerne hätte (wie seine Mutter im übrigen auch, schmoll!)

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Hallo Snowwhite,

ich denke, der Zeitpunkt, an dem Kinder erkennen, daß ihre Eltern finanziell schlechter gestellt sind als andere, ist wirklich schwierig. Aber über einen längeren Zeitraum werden sie begreifen, daß man deshalb kein schlechterer Mensch ist, und - was viel wichtiger ist - sie werden lernen, in den Dingen ihren "wahren" Wert zu erkennen.

Wichtig ist, daß ihr ihm keinen Sozialneid vorlebt (Tischgespräche) und ihm auch zeigt, daß es euch nicht traurig macht, sondern daß ihr euer Leben so akzeptiert und nicht damit hadert. Dann kommt auch dein Kind damit klar, kein Haus+Boot+Auto zu haben.

Und genauso wichtig finde ich es, daß ihr ihm vorlebt, wie man "richtig" mit Geld umgeht: nämlich, daß ihr keinen Kredit aufnehmt, um etwa ein Auto zu kaufen, solange das alte euch noch sicher von A nach B trägt. Sondern darauf spart, und nicht über die Verhältnisse lebt. Viel schlimmer finde ich (hoch-)verschuldete Eltern, die in jedem Fall den Schein aufrechterhalten wollen (und sei es der Kinder wegen!). Unterbewußt spüren die Kinder diese Zwänge: wenn sich alles nur ums Geld, und nicht um Inhalte dreht. Frag mal deinen Sohn, ob er DAS will. Und frag ihn, was er an eurem Leben schön findet.

Zufriedensein mit dem, was man hat, ist eine hohe Kunst - und man kann sie lernen, solange man noch klein ist!

findet
Joulins

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Hallo,
Kann später eine gute Motivation sein zum Studieren.
LG Carina

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erklärs ihm so wie es is... und was heisst abwerten... hat es etwas mit ""wert"" zu tun, wieviel man verdient??

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Hört sich an, als wärst du auch Sozialpädagogin;-)

Ich kenne solche Gedanken auch. Aber ich sehe das Glas immer halb voll: Ich finde, ich kann meinen Kids trotzdem ne Menge bieten, wenn auch keinen BMW, kein eigenes Zimmer für jeden und keinen Skiurlaub.
Meine Kinder sind trotzdem ziemlich zufrieden, habe ich das Gefühl. Wir nagen ja nun auch nicht am Hungertuch. Ich glaube, dass ein solches Leben ihnen mehr geben als nehmen kann und es wichtigere Werte gibt als die o.g.!

Aber ich hätte trotzdem auch lieber was anderes studiert#schmoll

LG
Anja

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Tja, das ist schon schwierig. Wir haben heute einen Freund von meinem Sohn besucht. Der Junge wird im Sommer 5 Jahre alt und die Familie ist vor einiger Zeit in ein neues Haus gezogen. Und was soll ich sagen? Ich war total platt, es war das erste Haus, in dem ich war, in dem vom Kinderzimmer aus eine Tür zu einem eigenen Bad führte. Und dieses Bad war etwa so groß wie unser eigenes Familienbad. Außerdem gab es noch eine Leiter zum Dachboden, der später wohl auch noch für den Jungen ausgebaut werden soll. Klasse! So ein Zimmer hätte mein Sohn bestimmt auch gerne und das Haus gefiel mir auch sehr gut.

Naja, so ist es eben, die einen haben mehr Geld, die anderen weniger. Dafür geht die Mutter halbtags arbeiten...

Ich hoffe, Du findest eine passende Erklärung für Deinen Sohn.

Liebe Grüße

Nicole

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Hallo Nicole!

Ja, so ein Haus hätte ich auch gerne. Leider kann ich mir das auch nicht leisten, deswegen reicht für uns auch eine 3 1/2 Zimmer Wohnung. Wir schlafen zwar auch im WOhnzimmer, aber unsere Kinder haben jeweils ein eigenes Zimmer. Und das klappt auch.
Deswegen bin ich nicht unzufriedener. Irgendwann, wenn die Kinder größer sind wird es besser. Das habe ich mir vorgenommen. Und dann krieg ich auch wieder ein eigenes Schlafzimmer!

Monchichi1

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Hallo!

Ich bin zwar in einem Haus aufgewachsen, aber wir mußten auch immer an allen Ecken und Enden sparen.

Bei uns hieß es dann halt, so viel kann ich dir bezahlen, wenn du mehr haben willst, mußt du selber Geld verdienen.

Ich werde dieses Motto auch an meine Kinder weitergeben.
Ich finde auch nichts schlechtes daran, wenn sie wissen, daß alles etwas kostet.

Und irgendjemand hat schließlich immer mehr :-p
Das werde ich nicht zu ändern versuchen.

Lieber unternehme ich etwas lustiges mit der Familie,...


lg karin

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Schaut auch mal hinter die Kulissen!

Die meisten, die im eigenen Haus wohnen haben es nicht alleine finaziert! Manche haben es von den Eltern übernommen, andere bekamen finanzielle Hilfe, wieder andere zahlen ihr leben lang dafür... so geht es auch mit Autos und Ausstattung. Die Wenigsten können es sich wirklich aus eigener Kraft oder mit wenigen Einschränkungen schaffen- und nur die wenigstens sind in so guten Positionen, das sie es sich locker leisten können.

Ich würde keine sinnlosdiskussionen führen! Ihr wohnt in der Stadt, in einer Wohnung, bewusst ohne Haustiere und habt eben dies und das.
Natürlich kann er es auch als Motivation sehen, einen gutbezahlten Beruf zu suchen, dementsprechend in der Schule zu sein. Wenn er aber eben nicht so ein kluges Köpfchen ist- dann muss er einfach lernen, mit dem zufrieden zu sein, was er hat.

So ein Haus macht auch Ärger, sieh es mal von der Seite! Wenn was kaputt ist, dann muss man sich als Eigentümer selber drum kümmern, dafür muss man auch Geld auf die Seite legen- ich hab eine Bekannte, die eben so ein eigenes Elternhaus hat- der letzte Anstrich und die Reparatur des Daches kostet die Familie die nächsten 3 Jahre den Urlaub- so ist das halt!

Entschuldige dich nicht dafür, das es halt so ist wie es ist! Hebe lieber die Sachen hervor, die ihr habt!

Und anderen geht es richtig schlecht- vielleicht sollte man sich nicht immer daran messen was man nicht hat, sondern an dem was man hat!

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Hallo!

Diese Diskussion hatten wir auch vor einiger Zeit.
Es hat lange gedauert bis unser Sohn das begriffen hat. Habe ihm einfach erklärt, daß wir nicht arm sind, aber kein Geld zum Fenster rausschmeißen können. Habe Spielgeld genommen (soviel, wie uns monatlich zur Verfügung steht) und einen Plan über unsere monatlichen Ausgaben. Hab ihm das Geld in die Hand gedrückt und das weglegen lassen, was an Kosten anfällt. Tja, er war ziemlich platt, als nicht wirklich was übrig blieb. Zudem kam dann vorige Woche noch dazu, daß ich kurzfristig 3 Nachmittage a 8 Std. arbeiten konnte. (Bin noch bis Mai in Elternzeit, dann muß ich auch wieder richtig ran!) Und es es passte ihm garnicht, daß er die 3 Nachmittage zur Oma mußte und ich erst abends nach 7 Uhr zu Hause war. So akzeptiert er das ganze seit voriger Woche auf einmal und versteht jetzt anscheinend auch, daß viel Geld mit viel Arbeiten zu tun hat und nicht nur der PAPA nicht da ist, sondern auch die MAMA nicht greifbar ist. Denn für ihn ist es sehr sehr wichtig, daß ich da bin und Zeit für ihn und unsere kleine Maus habe.
Mal sehn, wie lange das anhält!

Monchichi1

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Hallo,

ich glaube, das ist ein schwieriges Thema. Aber ich würde meinem Kind vielleicht erklären, dass die tollen Autos der anderen Mütter oder Väter oftmals auch Firmenwagen sind, die die Eltern nicht selbst kaufen müssen. Warum fahren so viele Muttis SUVs oder protzige deutsche Cabrios? Weil der Papa (oder auch die Mama) Unternehmer ist (dazu zählen ja auch Rechtsanwälte etc.) und somit im Leasingvorteil ist. Wer kann sich heute schon ein Haus leisten? Auch wenn beide einen gut bezahlten Beruf haben, ist es ohne erhebliches Eigenkapital fast unmöglich. Hier im Rhein-Main Gebiet kann man sich ohne Erbschaft, Lottogewinn etc. kaum etwas leisten.

Wir wohnen seit 1 Jahr in einer DHH, die wir uns auch nur leisten konnten, weil mein Mann eine Schenkung seiner Eltern erhalten hat. Und er verdient wirklich gut, aber ohne die Finanzspritze hätten wir uns hier im Taunus nichts lleisten können, ohne uns für die nächsten 30 Jahre völlig zu verschulden, keine Urlaube mehr und vielleicht auch keine Ehe mehr zu haben.

Ich selbst bin in einer Wohnung aufewachsen in einer (heute sozialschwachen Gegend) Firmensiedlung. Als Einzelkind hab ich trotzdem vieles bekommen, was die meisten meiner Klassenkameraden (viele im Haus lebend) nicht bekommen konnten, weil das Geld fehlte oder noch Geschwister da waren. Ich konnte jedes Jahr in Urlaub fahren, Kinder mit Haus stellen weise eben gar nicht. Trotzdem gab es eine Zeit (so zw. 15- Anfang 20), wo ich doch mit Leuten verkehrte (kamen aus wohlhabenderen Familien), die mich häufig in Verlegenheit brachten. Auf Fragen, warum wir denn kein Haus haben oder keinen Pool, konnte ich nicht antworten und hab mich für mein Elternhaus geschämt.

Heute mit einigem Abstand (und eigenem Haus) kann ich sagen, MEINE ELTERN sind noch verheiratet (die meisten Eltern meiner Freundinnen/Freunde mit Haus sind geschieden). Ich kann sagen, ich hatte eine glückliche Kindheit. Ohne wenn und aber.

Unsere Tochter möchten wir so erziehen, dass sie weiß, dass es NICHT selbstverständlich ist, dass sie in einem schönen Haus wohnt und ein tolles Kinderzimmer und tolle viele schöne Klamotten und Spielzeug hat. Zwar haben fast alle in unserem Freundeskreis ein Eigenheim, aber es gibt auch einige darunter, die eben zur Miete in einer Wohnung leben und für mich ist das völlig normal. Unsere Tochter soll lernen, auch ab einem bestimmten Alter Sachen, die sie nicht mehr braucht, abzugeben, an Kinder, die es nicht so einfach haben. Wenn man Kinder zu gegenseitigem Verständnis erzieht, funktionieren auch Freundschaften unterschiedlichster Gessellschaftschichten. Erschwert wird er bei sozial schlechter Gestellten via "Sozialneid" (in Deutschland ja leider sehr weit verbreitet) und von den Besserverdienenden oftmals durch Arroganz und Überheblichkeit (was, ihr habt keine Haus, keine Markenklamotten?).

Wichtig ist, dem Kind ein gesundes Verhältnis zum Geld zu vermitteln & auch druch Anspornen von Leistung vielleicht den ein oder anderen Wunsch zu erfüllen (aber nicht als Regel).

Herzliche Grüße