Schwiegerfamilie stellt mich als schlechte Mutter dar

Guten Morgen!

Heute muss ich mir meinen Frust mal von der Seele schreiben, denn ich weiß nicht mehr wohin damit. Es könnte etwas länger werden ;-)
Folgenden: Unsere Tochter ist knapp 3 Jahre alt und derzeit in der besten Trotzphase. Sie ist allerdings grundsätzlich ein eher schwieriges Kind. Sie war ein sog. 24-Baby und braucht auch heute noch 24 Stunden Aufmerksamkeit, die ich ihr auch gerne gebe.....
Wir leben in einem Mehrgenerationenhaus mit Schwiegereltern, Schwägerin + Familie. Natürlich hat jeder seine eigene Wohnung (sonst hätte ich mir auch schon einen Strick genommen ;-)) Meine Schwiegermutter und meine Schwägerin hatten beide ganz pflegeleichte Kinder und haben diese nach Strich und Faden verwöhnt. So sehr, dass beispielsweise die "Kinder" meiner Schwägerin heute mit 18 und 19 Jahren nicht alleine zum Zahnarzt gehen, geschweige denn einen Personalausweisx beantragen können. Auch meine Mann wurde von seiner Mutter so sehr verwöhnt. Gott sei Dank aber hat er "die Kurve" irgendwann bekommen. Wir ticken in Erziehungsfragen sehr ähnlich, was ja auch gut so ist. Seine Familie aber lässt keine Gelegenheit aus mich hinter meinem Rücken als böse Mutter darzustellen, die den ganzen Tag schreit und meckert. Ja, ich muss im Moment sehr viel schimpfen, denn Joana trotzt wie gesagt ganz schlimm und macht eigentlich nichts, was man von ihr erwartet/ verlangt. Ich habe mir angewöhnt sie zwei, dreimal in einem freundlichen Ton aufzufordern. Beim dritten mal sage ich dann "Mama wird gleich sauer", und wenn sie dann immer noch nicht reagiert, werde ich lauter (wobei ich NIE richtig schreie. Mein Ton wird einfach nur schärfer). Ist das denn so verkehrt? Meine Schwiegerfamilie findet meinen Ton dann unmöglich und meistens auch die Situation wegen der es dann Streit gab. Beispiel: Ich war gestern mit meiner Schwiegerma und meiner Tochter zusammen einkaufen. Joana bekam einen Kindereinkaufswagen, meine Schwiegerma hatte einen großen Wagen. Meine Tochter rannte die ganze Zeit wie wild geworden durch den Laden. Also habe ich sie freundlich gebeten, langsam zu gehen. Jetzt erst recht... Sie rannte natürlich weiter. Beim dritten mal habe ich gesagt "noch einmal gerannt, sitzt Du in Omas großem Wagen". Sie rannte wieder und ich habe mein Kind geschnappt und in Omas Wagen gesetzt. Oma meinte dann "ach, sei doch nicht so streng. Sie macht doch gar nichts". Ich hab sie dann wieder rausgenommen und sie ging tatsächlich ganz lieb neben mir. Ich dachte, ich platze. Nur leider bin ich kein Mensch, der dann seinen Mund aufmacht. Ich schlucke meinen Ärger meistens runter.
Was die Erziehung meiner Tochter angeht bin ich ziemlioch konsequent. Wenn ich etwas "androhe", ziehe ich es auch durch. Mein Mann hält es glückerweise genauso. Meine Schwiegerfamilie jedoch ist der Meinung, ich müsste öfter mal nachgeben. Aber tanzt mein Kind mir dann nicht irgendwann auf dem Kopf herum? Wie handhabt Ihr das?
Hinzukommt, dass ich von seiten der Familie (meine Familie wohnt weiter weg) überhaupt keine Unterstützung bekomme. Niemand nimmt mir mal das Kind ab, und sei es auch nur für 10 minuten. Jeder hier ist mit sich selbst beschäftigt oder einfach zu faul. Mein Mann ist selbstständig und arbeitet sehr viel. Er ist mir in der Woche also auch keine große Hilfe. D.h. ich habe tagsüber nicht mal eine Minute zum Durchatmen, denn Joana hängt mir nur am Rockzipfel. Ist es da nicht logisch, dass mein Nervenkostüm stärker strapaziert ist als bspw. das von meiner Schwiegermom, die den ganzen Tag vor dem TV hockt und es sich gut gehen lässt? Ich kann einfach nicht verstehen, dass diese Familie kein Verständnis für mich aufbringt und mich auch noch als schlechte Mutter hinstellt. Es nervt mich selber gewaltig, dass ich sooft meckere aber glaubt mir: Joana ist so ein Temperamentsbündel....und sie hat einen so schrecklichen Dickkopf.... wahnsinn. Da komme ich mit lieb "bitte-bitte" nicht sehr weit. Aber wie gesagt: Ich werde erst nach mehrmaligen freundlichen Bitte lauter. Was soll ich denn tun? Bin ich denn wirklich eine schlechte Mutter, weil ich meinem Kind sovieles nicht durchgehen lasse? Bei meiner Schwiegerma hab ich immer den Eindruck dürfte Joana alles, wahrscheinlich noch mit Messern spielen. Hauptsache das Kind bekommt den Willen #augen
mein Mann hält natürlich zu mir und verteidigt mich auch immer.
Was meint Ihr zu der Situation? Was würdet ihr tun?
Ach so, reden bringt nicht viel. Ich habe es bereits zwei oder dreimal versucht. Sie machen dicht, rücken nicht raus mit der Sprache und streiten alles ab. Falsch sind sie also auch noch *kotzurbini-wo bist Du, wenn man dich braucht? ;-)*

Freue micht auf Antworten. Ich schaue auf jeden Fall später nochmal rein.

LG Yvonne mit Joana *08.09.2005

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Hallo,

fühl dich mal gedrückt und lass dir versichern, du bist bestimmt keine schlechte Mutter.
Auch wir haben Regeln und es gibt gewisse Sachen, da verlange ich, dass mein Sohn diese ohne Kompromisse einhält. Z.B. muss er mich beim Treppen runter laufen anfassen, da unsere Treppe sehr steil ist.
Bei anderen Sachen bin dafür etwas gelassener. Zu deinem Beispiel mit dem Einkaufen: Evtl hätte ich meinen Sohn auch laufen lassen, wenn er durch sein Gerenne keinen gestört hätte. Aber selbst wenn: Meine Regeln sind kein Maßstab für die Erziehung deines Kindes. Und wenn du etwas bei deinem Kind nicht möchtest, dann müssen das andere akzeptieren. Und die Tatsache, dass dein SM vor deiner tochter sagt - nun lass sie doch - finde ich unter aller Sau.
Deine kleine versteht das in dem Alter schon sehr wohl. Und was soll das werden, wenn sie älter wird und das bewußt für sich einsetzen kann? Nein, hier ist deine SM gefordert. sie kann denken was sie will. Aber besprochen wird so etwas nicht VOR dem Kind. Das würde ich von ihr einfordern.
Hinsichtlich mal "lauter werden" Ich werde MANCHMAL nicht nur lauter sondern ich schreie auch mal rum. Kommt selten vor und ich will das nicht entschuldigen, aber auch ich bin manchmal einfach nur genervt. Und ich will nicht wissen, was dann die Nachbarn von mir denken.
Aber ich denke mir, besser lasse ich es so raus, als wenn ich zu schlage. Und da mir mein Verhalten bewußt ist, versuche ich an mir zu arbeiten. Das klappt auch ganz gut.
Was ich nur nicht verstehe: Wenn deine Familie das nicht gut findet - das ist ja ihr Recht - warum verdammt nocvhmal kommt keiner mal und spricht dich direkt an oder fragt wenigstens, ob er dir helfen kann? Das wäre doch mal eine Maßnahme! Frag sie doch bei solchen Diskusiionen mal direkt. Und sag ihnen, was du von Menschen hälst, die hinter dem Rücken reden und nicht den Mut haben, es öffentlich zu sagen. Die sind dann auch nicht besser als Menschen, die ihre Kinder "anschreien".

WAs dich und deine Nerven betrifft: Hast du keine Möglichkeit, die Kleine mal für eine paar stunden in die Kita zu bringen. Dort wird sie ganz anders gefordert, als wir das könnten und ich denke der Umgang mit kindern macht sie vllt ausgeglichener? Denk einfach mal drüber nach, denn so schaffst du dir Freiraum und musst niemanden anbetteln, dich zu unterstützen.

LG

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Herzlichen Dank für Deine Worte. Ich habe Joana im KiGa angemeldet (eine direkte KiTa gibt es hier auf dem platten Land nicht ;-). Leider hat sie für dieses Jahr keinen Platz mehr bekommen. Ich bin auch ganz schön traurig deswegen, denn sie bräuchte den Kontakt zu anderen Kindern und diese Förderung, die ich ihr nicht geben kann, sehr dringend. Aber was soll ich tun - es ist nichts frei!?
Bzgl. meiner Schwiegerma: Ich bin halt nicht der Typ der sagt, was er denkt. Ich hasse Krach und habe immer Angst davor, dass es Streit geben könnte. Deshalb halte ich meinen Mund. Aber wahrscheinlich muss ich einfach lernen meinen Mund aufzumachen - meiner Nerven und meines Kindes zu liebe. Danke nochmal für diesen Denkanstoß!

LG Yvonne

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Bloss weil man etwas sagt, heißt das nicht, dass es Krach gibt. Es kommt immer auf den Ton an. Wenn du z.B. sagt: Wenn du das und das machst , FÜHLE ICH MICH schlecht. Ich würde mir wünschen, dass... (du mir hilfst...)
Dann sprichst du von dir und deinen Gefühlen und greifst niemanden damit an. Aber du hast deutlich gesagt, wie es dir geht und deiner SM einen Denkanstoß gegeben. Wie sie darauf reagiert liegt dann an ihr und wenn sie kein Unmensch ist...
Und hast du dich mal erkundigt, ob es irgendwelche freizeitbeschäftignugnen gibt, wie Kinderturnen, evtl schon kinderschwimmen (hat dann was sehr nützliches) oder so etwas ähnliches?

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Hallo,

tut mir leid für dich, dass du solchen Ärger mit den Schwiegereltern hast!
Ich habe jetzt nicht so viel Zeit zum Schreiben....aber eines will ich dir sagen:

Wir haben einen Sohn (gerade 3 geworden)...ebenfalls ein 24Std-Kind....von Anfang an alles schwierig! Für mich sind auch die meisten Kinder die ich kenne "pflegeleicht" im Vergleich zu unserem Söhnchen...
Ich mache es genauso mit der Konsequenz wie du! Mein Sohn braucht das auch....bei jeder Kleinigkeit, die ich ausnahmsweise durchgehen lasse, versucht er beim nä. Mal erneut und es gibt Stress!
Ich kann es auch nicht haben, wenn mein Sohn quer durch den Laden wie ein Verrückter fährt, oder macht was er will!
Bin ebenfalls hier auch konsequent und mittlerweile ist es wirklich schön mit ihm einkaufen zu gehen....er ist eigentlich immer ganz brav....naja, hier und da mal gezicke, wenn es eben nicht alles gibt was er will...

Naja, auf jeden Fall, finde ich du machst das ganz gut und manche Kinder brauchen eben mehr Konsequenz als andere.....das hat doch nichts damit zu tun, dass man eine superstrenge Mama ist....

Wenn du magst, können wir über Vk weiter schreiben...

Liebe Grüße und Kopf hoch....
Adriana (mit Tim, der endlich sein Mittagsschläfchen hällt#schwitz)