Was sind "alternative" Eltern/Mütter?

Ein "Hallo" an die noch Wachen unter euch #winke

Frage steht schon oben.

Gehört jemand zu den Eltern? Hab es eben per Zufall in einer Gruppe bei Facebook gelesen und kann mir kaum was darunter vorstellen.
#schwitz

Vielen Dank schonmal!
Gute Nacht. #stern

1

Ich verstehe darunter Eltern die "gerne aus der Reihe tanzen" die nicht der breiten Masse folgen, sondern eben alles etwas anders machen bzw "was besonders sein wollen"
ohne das jetzt wertend zu meinen.
Um ein paar Beispiele aufzuzählen:

-Impfegegner
-Veganer

-Langzeitstiller

-jegliche Verfechter ausgefallener Erziehungsformen

-Windelfrei
Das sind für mir alternative Eltern...

2

Das "anders machen wollen" meiner Vorschreiberin klingt für mich wie eine Trotzreaktion.
Ich sehe es so, dass alternative Eltern jene sind, die etwas anderes machen als der Mainstream. Ohne Wertung über Gründe.

3

Langzeitstiller

Juhu #huepf ich bin alternativ #huepf

weitere Kommentare laden
4

Wer sich "alternativ" nennt, der möchte sich abgrenzen und hält sich für "anders". Beim Thema Kind kann das bedeuten, dass man lange stillt, sein Kind trägt, vegetarisch oder vegan lebt, impfkritisch ist, windelfrei praktiziert oder Babyzeichensprache beherrscht. Eben Dinge tut, die der Großteil der Menschen anders macht.

Ich würde sagen, dass wir auch alternativ sind. Da ich aber nicht in irgendeine Schublade stecken lassen möchte (auch nicht in die "alternative") bezeichne ich uns einfach als MENSCH. Diese Ansicht ist übrigens auch ziemlich "alternativ".

6

Das hast du wirklich sehr schön geschrieben :-)

Das finde ich auch seltsam, dass keiner mehr auf die Idee kommt, dass wir alle einfach nur menschliche Individuen sind, jeder muss irgendwie einen Stempel bekommen und jeder will sich selbst einen geben #kratz

Viele in der Generation meiner Eltern haben sich ja so vehement gegen das Spießertum und kleinkarierte Denken aufgelehnt, aber ich finde, wir sind hier immer noch genauso (in)tolerant wie vor 60 Jahren... es gibt nur viel mehr Möglichkeiten, gesellschaftlich anzuecken ;-)

Ich werde schon komisch angeschaut, weil ich sehr von der Waldorfpädagogik überzeugt bin und unsere Kinder entsprechend in so einen Kindergarten gehen... meine Nachbarin, die Lehrerin ist und eigentlich eine ganz liebe, findet das wohl noch schlimmer als dass ich mal öffentlich bekannte, niemals zu bügeln #rofl

Irgendwie glaube ich, haben viele Leute das Bedürfnis, in ein bestimmtes Schema zu passen und dann werden alle typischen Klischees bedient. Und damit es auch zu ja keiner Verwechslung mit einer anderen Gesinnung kommt, tut man das heutzutage per Facebook kund.... naja, wer' s braucht, soll glücklich sein damit, aber ich finde das irgendwie einfach nur merkwürdig!

8

Der Mensch neigt halt dazu, etwas zu "organisieren und einzuordnen", zumindest der Mensch aus unserem Kulturkreis. Das ist christlich geprägt. Man ist gut oder böse, schwarz oder weiß, Mann oder Frau und eben alternativ oder konservativ. Kinder werden nach Lochkarte erzogen: Stillen - ja oder nein, Impfen - ja oder nein. Jede Frage bekommt ein Loch. Je älter man wird, umso weniger gemeinsame Löcher hat man auf seiner Karte. Und dann wird es schwierig mit seiner Umwelt klarzukommen. Geschätzt findet jeder Mensch die 85% der anderen Menschen seltsam oder doof. Das liegt an dieser Lochkarte, die man im Kopf hat.

Kinder werden in dem Bewusstsein groß gezogen, dass sie mit allen gut klarkommen müssen, höflich, respektvoll und brav sein müssen. Sie werden nach einem Ideal erzogen, dass es gar nicht gibt. Daran scheitert irgendwann jeder Mensch, außer vielleicht derjenige, der in seinem Kopf etwas "schlichter" veranlagt ist. Damit nicht alle irgendwann kollektiven Selbstmord begehen, haben wir Volksdrogen. Früher waren es Gladiatoren-, Hunde- oder Hahnenkämpfe. Heute ist es Fußball, RTL 2 oder... na ja, Kirchen gehören auch dazu. Alternativen gibt es viele: Scientology, Waldorf, Pfadfinder, Vereine, "Alternative" Gruppierungen und wer es härter mag, der geht eben zur R.A.F. oder fliegt ins World Trade Center. Menschen brauchen so etwas. Nicht nur der soziale Aspekt spielt dabei eine Rolle, sondern es gibt auch Halt. Man gehört dazu oder weiß zumindest, wo man "dagegen" ist.

Ach, ich weiß auch nicht... ich begehe Selbstmord. Ach nein, da wäre ja noch was Schönes auf der Welt: Die Natur. Und... Kinder! Kinder sind auch schön, wenn sie noch Kinder sein dürfen. 85% der Erwachsenen sind einfach nur doof ;-)

7

Unter "alternativ" verstehe ich einfach, ob es jetzt um Kinder, Mütter oder etwas anderes geht, grundsätzlich, dass einige der bisherigen Normen, Werte und Verhaltensmuster hinterfragt werden. Oft kommt es dann dazu, dass man sich aus unterschiedlichsten Gründen gegen die bisherigen entscheidet und nach Alternativen sucht.

Beispiele:

Fleischkonsum:

Kann ich es (mit)verantworten, Fleisch, das in Massentierhaltung unter tierethischen und -moralischen mehr als bedenklichen Bedingungen "produziert" wird, bei dem das Futter teilweise aus im Labor gentechnisch verändertem Saatgut hergestellt wird und die Felder und die Gewässer mit Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln (also Mitteln, die andere Lebewesen töten) "verseucht" werden, zu essen? Bei dem widerliche Mastpraktiken (z.B. Hormongaben, Gabe von Süßstoffen, die ja bekannterweise den Appetit anregen, aber auch Krebs verursachen können...) angewendet werden, damit die Tiere schneller fett werden und mehr Ertrag bringen? Bei dem z.B. das Abschneiden der Schwänze und das Abraspeln der Zähnchen bei den kleinen Schweinen dadurch gerechtfertigt und als notwendig angesehen wird, um Massentierhaltung betreiben zu können? Im Biobetrieb wird das nicht gemacht, da die Tiere da mehr Platz haben und gar nicht auf die Idee kommen, ihre "Freunde" zu beißen...

Wäre es da nicht eine Alternative zu sagen, ich will das obige alles nicht, vielleicht esse ich dann lieber nur 1-2x pro Woche BioFleisch, bekomme das Gefühl von Wertigkeit gegenüber dem Tier (das ich esse), weil es einfach nicht mehr so selbstverständlich ist (bei uns gab es früher nur sonntags Fleisch und es war etwas Besonderes...), und weiß zudem, dass ich mich und meine Kinder nicht mit Pestizidrückständen und Hormonen belaste, dass ich durch meinen Fleischkonsum nicht Boden und Gewässer belaste...

Zudem muss ich mich ja auch gegenüber meinen Kindern dazu äußern. Möchte ich meinen Kindern später sagen, dass ich zwar über all den Mist Bescheid wusste, aber trotzdem mitgemacht habe?

Vielen tut es auch gut, sich nicht abhängig zu fühlen, sondern selbst entscheiden zu dürfen, was sie essen und wem sie schaden oder nicht schaden.

Wir bauen z.B. auch unser Gemüse selbst an, weil wir keine Lust mehr haben, (bio)-Gemüse z.B. aus Afrika oder Südspanien zu importieren. Einerseits wegen des Transportweges und des Klimaaspekts, andererseits auch deswegen, weil unser "westliches" Konsumverhalten auch viele negative Auswirkungen auf andere (häufig ärmere) Länder hat...Anbau von Gemüse in Afrika macht oft dort die Märkte kaputt und führt in Nordspanien z.B. dazu, dass die Menschen im Sommer Wasser (von internationalen Großkonzernen...) kaufen müssen, da die eigenen Brunnen aufgrund des ungeheuren Gemüseanbaus an der Südküste (Stichwort: Almeria) versiegt sind, d.h. der Grundwasserspiegel so weit abgesenkt ist, dass sie gar nicht mehr an Wasser herankommen...

Andere Beispiele für Alternativen sind z.B.:

weniger Autofahren ==> mehr ÖPNV und Fahrrad, ja, manchmal ist das anstrengender, bringt aber häufig mehr Lebensqualität

weniger neue Kleidung kaufen ==> länger tragen, 2nd Hand, Flohmarkt, Upcycling, Tauschtische...

(...)

Schöne Grüße
kleinefee

9

Vielleicht als Ergänzung:

alternativ bedeutet für, dass ich einige Dinge hinterfrage, mir Gedanken mache und wissen möchte, ob ich das, was ich selbstverständlich tue (weil ich es so gelernt habe oder es zur Gewohnheit geworden ist), überhaupt möchte und verantworten kann.

10

Wenn ich deinen Satz mal ganz alternativ hinterfrage, dann muss ich sagen, dass das ziemlich arrogant klingt.

Erklärung:
Laut Wikipedia bedeutet "Alternative" die "Möglichkeit zur Entscheidung zwischen zwei Optionen oder Dingen. (...) Der Begriff wird auch enger definiert, reduziert auf eine Wahl zwischen nur zwei Möglichkeiten, im Sinne einer Entweder-oder-Entscheidung.(...)".

Wenn ich nun deinen Satz auseinanderpflücke, dann ging ihm eine Entscheidung voraus, d.h. Du hattest die Wahl zwischen "Nachdenken" und "Nicht-Nachdenken" und hast dich für die "alternative" Richtung entschieden "nachzudenken". Das beduetet im Umkehrschluss, dass Du davon ausgehst, dass ziemlich wenig Menschen "nachdenken", schließlich ist dein Weg der alternative Weg, also der, den wenige Menschen einschlagen.

Ich sage deswegen: Das, was Du meinst (das "Nachdenken") tun alle Menschen. Das ist als solches nicht "alternativ". Deswegen ist deine Defintion falsch. "Alternativ" bezieht sich immer auf den WEG, den man einschlägt, NACHDEM man nachgedacht hat.

In deinem Fall: Bio oder nicht, der altenative Weg war Bio. Mittlerweile dürfte Bio gar nicht mehr so "alternativ" sein, weil es sehr viele Menschen betreiben. Man sieht also, dass so etwas auch wechseln kann. Deswegen sind ja die "Altarnativen" aus der Sparkassenwerbung plötzlich auch "Spießer".

Du brauchst die Antwort nicht so ernst nehmen. Ich wollte nur mal ganz alternativ rumphilosophieren. Habe ich gerade Spaß dran.

weitere Kommentare laden
15

Also ich sehe schon nach den oben genannten Kriterien sind wir sehr Alternativ.

Impfgegner sind wir nicht, eher das Gegenteil.

Aber ich stille meine 17 Monate alte Tochter noch. Sie hat nie Brei Bekommen sonder durfte mit Essen experimentieren.
Wir schlafen im Familienbett auf dem Boden ^^. Sie wurde viel getragen, habe ich was vergessen?
Ach ja wir ohrentieren uns am Attachment Parenting und wickeln zum großen Teil mit Stoffwindeln.

Aber ich hätte uns nie als Alternativ gesehen und hatte auch nicht den Wunsch mich von anderren Abzugrenzen. Jeder Jeck ist anders.
Wir haben uns einfach die Dinge die uns richtig erschienen herraus gesucht und probiert. Wenn etwas nicht zu uns passte haben wir es gewiss auch wieder fallen gelassen.

Windelfrei will ich beim nächtsten Baby noch mal testen. Bei meiner Tochter gab es einen Zeitraum als Säugling wo ich sehr sicher sagen konnte wann sie muss, leider habe ich es nicht genutzt.

Aber da war ich einfach noch im eingroven und musste meinen Weg noch finde.

30

Alternativ auch in Sachen Rechtschreibung, oder?

31

Ja, sehr alternativ! Hast du noch Fragen?

Soll ich dir den Bericht über meine Rechtschreibschwäsche aus meiner Kindheit zusenden? Schick mir noch bitte einen Umschlag mit einem bereits frankierten Rückumschlag, dann bist du über alles im Bilde.

weitere Kommentare laden
26

Keine Ahnung. Was ist schon "alternativ"? Grundsätzlich drängt sich mir ein Bild der typischen Ökomutter auf....Tragetuch, stillend, Pastinakenpüreé...Dinkelstängchen...ungeschminkt mit Gesundheitssansaletten.

Irgendwie so halt. Aber ob das gemeint ist?

Gruss
agostea

74

Also, Pastinake und Dinkel sind schon sowas von verbreitet und fast wieder out. Dieser ganze dm-Kommerz...

Selbstversorger sein ist jetzt alternativ!

27

Hallo,

also ich kenne den Begriff "alternative" aus der Ökobewegung der 80er. Also als Menschen, die eine Alternative suchen und finden zu dem üblichen Waren, Lebensstilen, Erzeihungsmethoden usw.

Also Jute statt Plastik als Stichwort, Gemüse aus pestizidfreien Anbau usw.

Alles Dinge, die mittlerweile nicht mehr diskutiert werden als Alternative, aber damals erkämpft wurden.

Auf Elternebene sind das für mich daher Eöltern, die oft auch eher auf der Ökoschiene mitschwimmen, aber auch Eltern ,die nicht alles was halt so üblich ist, einfach ohne Hinterfragen mitmachen.

Aus dieser Bewegung entspringen dann natürlich die ganzen Trageeltern, Langzeitstillmamas, Familienbettler usw.

Wenn man sich mal anschaut, wie das alles vor 20 oder 30 Jahren ablief, können wir doch wirklich froh über all die alternativen Eltern sein, die Stillen und Tragen wieder modern gemacht haben.

Die Behauptung, dass alternative Eltern das machen, weil sie was besserers sein wollen kann ich überhaupt nicht unterschreiben, ich kann das noch nicht mal verstehen.

28

Hallo
... nur eine Anmerkung: ich geben Dir recht, dass Jute-statt-Plastik zwar nicht mehr diskutiert wird, leider verbrauchen wir von Jahr zu Jahr trotzdem immer mehr Plastik... Vielleicht haben wir unseren Einkausbeutel oder Korb dabei, aber die Produkte sind immer kleiner und aufwändiger verpackt. Da sollten wir ALTERNATIVEN suchen ;-)
Liebe Grüsse
Paula

29

Ich wollte damit nur sagen, dass durch solche Kampagnen, wie der Jute statt Plastik Kampagne der 80 er Jahre Bewusstsein geschaffen wurde. Und diese Bestrebungen gingen halt damals von den "alternativen" aus.

Dass man sich darauf ausruhen darf ist klar und es ist gut, wenn man auf der Basis jetzt den Verblsiterungswahn erkennt und bekämpft.

Das ist es was für mich in dem Begriff "alternativ" steckt.

Auf Eltern bezogen, sind es dann halt die Eltern, die sich Gedanken über Babynahrung machen, giftfreie Stoffe und alternative Methoden wie Langzeitstillen und Tragetücher.

Finde ich alles wichtig, auch wenn ich selber weder lange gestillt habe noch gerne getragen habe.

32

Erinnert mich an einen "Trend" (?) den es wohl laut meiner Schwägerin in den USA gibt. Da wollen viele Mütter "crunchy" sein http://www.littlecrunchy.com/2012/08/what-is-crunchy-parenting.html

45

Hi,

hast ja schon einiges gelesen.....
Alternativ ist für mich nicht nur eine eigene " Gruppe" sondern für mich auch oft zu radikal. Die lassen nur ihre Meinung gelten und wollen ständig andere davon überzeugen.#augen

Man kann nicht mit ihnen diskutieren oder Meinungen austauschen.

Teils finde ich sie auch zu blauäugig. Z.Bsp. Bioprodukte sind #pro, hinterfragt wird nichts. Impfgegner kennen ihre eigenen Studien auswendig aber interessieren sich 0,0 für die andere Seite; als ob sie Angst haben, das was Positives beim Nachdenken draus kommen könnte.

lisa

63

Hey,

das sind für mich(!):
Eltern in
-selbstestrickten Klamotten
-Grün oder braune Kleidung
-abgelatschte braune Lederschuhe
-ungekämmte Haare
-Kinder bekommen Wenig regeln mit auf den Weg gegeben
-