Hilfe, mein Sohn 6J. haut in der Schule

Hallo Ihr Lieben

ich weiß im Moment einfach nicht weiter und erhoffe mir von Euch ein paar Tips.

Mein Sohn ist dieses Jahr eingeschult worden und hatte ab und zu schon im Kindergarten einige Probleme , Schreien, Heulen ect.

Er fing halt immer schon sehr an schnell zu schreien und heulen.
Dort wurde es aber damit abgetan, das er ja nicht der einzige sei, und das es eine

"Phase" sei.

Nungut...

Mein Sohn ist eigentlich ein sehr aufgeschlossenes kontaktfreudiges Kind.

Am Anfang gab es schon Probleme mit anderen Kindern indem er zuschlug, selbst vor einem Jungen aus der vierten Klasse machte er kein Halt. Er fühlt sich ständig Misverstanden und angegriffen.

Hier zuhause herrscht absolut keine Gewalt, habe mir schon viele Gedanken gemacht und kann es abwenden, das er es von zuhause "lernt".

Ich war mit ihm schon beim Artzt, er meine aber, wir sollen mit Ihm immer wieder
darüber sprechen, und Ihm erklären soll, dass wir alle nicht hauen, und daher er das
auch nicht machen soll....... Sollen es nun erst einmal die nächsten 4 Wochen beobachten.

Ich stehe auch mit der Klassenlehrerin in Kontakt (telefonisch und per Mail).

Gester hat er schon wieder einen Schulkameraden Getreten.
Letzte Woche hat er einer Klassenkameradin mit der Hand ins ins Gesicht geschlagen.

Ich schäme mich so, möchte so gern, das er nicht ausgegrenzt wird und viele Freunde hat, doch genau das Gegenteil passiert im Moment, was ja auch irgendow verständlich ist. Das macht mich traurig.

Ich habe auch schon sehr oft mit ihm drüber geredet, was er anstelle von " Hauen " tun könnte. Er sagt selber, das er nicht weiß, warum er schlägt und das eig. auch gar nicht will. Ihm ist es auch sehr unangenehm wenn ich mit Ihm darüber rede, bzw. wenn ich das
erfahre...

Etliche Strafen hat er schon bekommen, doch es bringt alles nichts.
Ich weiß einfach echt nicht weiter

Lieben Gruß
Janine #winke

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Hallo,

ich bin ebenfalls der Meinung, dass ihr ihn nicht bestrafen solltet. Ihr müsst heraus finden, was die Ursache für das Hauen ist und da ansetzen. Das kann so vielfältige Gründe haben. Aber wenn ich es richtig verstehe, tritt die Gewalt nur im Kontext Schule auf?

Habt ihr eine Schulsozialpädagogin? Wenn ja, würde ich mich an sie wenden. Sie kann sich mit der Lehrerin austauschen, Deinen Sohn kennen lernen, ihn im Klassengefüge oder auch in der Pause beobachten und unterstützen und ggf. an weitere Stellen vermitteln (wenn nötig).

Aus der Ferne kann man leider nicht sagen, woran es liegt. Da spielen sehr viele Faktoren eine Rolle und es wäre interessant, was dem Schlagen voraus ging. Wichtig finde ich nur: keine Strafen! Das verschlimmert sein Verhalten nur, steigert seinen Frust (er leidet ja sicher auch unter der Situation, wahrscheinlich noch mehr als ihr).

Erziehungsberatungsstelle wäre jetzt nicht mein erster Ansprechpartner, da das Verhalten ja in der Schule auftritt. Daher: Lehrerin, Schulsozialpädagogin oder ggf. Schulpsychologin kontaktieren.

Viele Grüße und alles Gute,
patsche

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Hallo..
von den Strafen würde ich erst mal ganz Abstand nehmen. Wenn dein Sohn sich in der schule unverstanden fühlt, dann wird es ihm vielleicht schwer fallen, sich dir zu öffnen und dir zu erklären warum er sich so verhält. Er hat im Kindergarten viel geweint, ist dadurch vielleicht zum schwächeren geworden und vielleicht haben die Kinder ihn das dann spüren lassen, das er eben schwach ist. Und somit sollte es in der schule vielleicht erst gar nicht dazu kommen und dein Sohn hat angefangen zu zeigen wie stark er sein kann. Wenn er sagt er will es ja eigentlich gar nicht, fühlt er sich selbst damit nicht wohl.

Habt ihr momentan zu hause eine schwierige Phase? Ihr als Eltern? Gibt's öfter Streit oder habt ihr sorgen die euch belasten, dass er Anspannung verspürt. Oft können es auch unausgesprochene Dinge sein, zwischen den Eltern, die ein Kind dazu veranlassen so zu agieren um auf sich aufmerksam zu machen. Gerade weil Kinder die Anspannung und innere Not der Eltern spüren.

Aber vielleicht einen kleinen Tipp. Du könntest ja mit deinem Sohn besprechen, dass er ein hau Kissen Oder besser noch einen Box Sack bekommen kann. Dann kannst du ihm erklären, daß er die Kinder nicht hauen darf, da du dir aber vorstellen kannst, das er dann Wut im Bauch hat, darf er Zuhause den Box Sack hauen und treten bis es ihm besser geht.

Ebenso wäre vielleicht auch ein sorgenfresser stofftier. Ist ein stofftier mit integrierter Tasche und Reißverschluss. Da können die Kinder Bilder malen oder ihre sorgen aufschreiben und dann in das stofftier stecken, Reißverschluss zu und es bietet vielleicht erste Erleichterung. Ich möchte mit meiner Tochter wenn sie älter ist einen kummerkasten bauen, wo sie alles was sie stört in Brief Form oder Bilder rein tun kann und am ende der Woche wird der Kasten entleert und über die dinge gesprochen. Ob einmal die Woche ausreicht weiss ich noch nicht, sonst muss der Kasten öfter geleert werden. ;-)
ich kann im übrigen verstehen, daß du dich mit dem verhalten deines Sohnes schlecht fühlst aber versuche das Gefühl des schämens nicht zu zu lassen, ich denke das hindert vielleicht dich daran mit deinen Sohn Emotional in Kontakt zu bleiben unter Umständen spürt er dann, dass er dich enttäuscht hat oder die Mama sogar traurig und verletzt ist, wegen seines benehmens. Ich glaube, dass würde seinen inneren Druck den er offenbar hat (warum auch immer ) noch zusätzlich erhöhen.

Und wie der Kinderarzt sagte,trotzdem dran bleiben. Sagen das man dass nicht tut und versuchen das warum herauszufinden.

Alles liebe und gute und viel Kraft weiterhin.

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Was sagt die Klassenlehrerin dazu?

Das ist ein Fall für die Erziehungsberatungsstelle und wenn das nichts hilft für einen Kinderpsychiater. (Ein Kind, das über längere Zeit extrem schnell schreit und heult und dabei auch noch zuschlägt, ohne es eigentlich zu wollen hat vielleicht auch ein anderes Problem - z.B. mit der Reizverarbeitung.)

Ich weiß nicht so recht, warum der Kinderarzt jetzt auch noch vier Wochen abwarten will. Mit Gewalttätigkeiten macht er sich - was verständlich ist - sehr unbeliebt und im schlimmsten Fall untragbar.

Strafen gibt es für dieses Verhalten schon in der Schule. Damit allein könnt ihr offenbar nichts mehr ausrichten. (Verzichtbar ist das bei allem Verständnis für seine Not dennoch nicht - Ihm muss schon klar sein, dass Schlagen völlig inakzeptabel ist und dass es Folgen hat.)

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Was ich gerne wissen würde wie er sich daheim verhält? Ist es vielleicht ( seine Schläge ) abhängig von der -Umgebung, von der Tatsache wieviel um ihn herum los ist? Ob zuviel Input auf ihn einstürmt? Vielleicht tut er sich schwer damit auf normale WEise Kontakt aufzunehmen mit den Kindern. Mein Sohn ist Autist und ADHSler und kann normal sprechen aber Dinge erklären kann er trotzdem oft nicht. Wir hatten auch ne Menge Probleme mit zu fest die Kinder anpacken, ihnen ständig ins Gesicht grabschen und noch einigen Dingen.

Gruß Ela

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Hallo,

ein Kind, was ein Problem macht, ist ein Kind, welches ein Problem hat!
Das Problem das dein Sohn macht ist er haut. Dieses Problem kannst du eigentlich nur richtig lösen, wenn du das Problem findest das er hat.

Da er schon im Kindergarten auffällig war, sollten Untersuchungen bei Fachärzten folgen.

HNO und oder Paudiologe : Hört er alle Frequenzen? Gummibärchen flüstern bringt nichts da flüstern ein Frequenzbereich ist.

Wie ist die Hörwahrnehmung bzw Verarbeitung?
Augenarzt mit Sehschule : Sieht er alles?

Ist er in der Lage alle seine Gefühle zu bennen? Seine sprachliche Entwicklung allgemein?
Kann er sich richtig entspannen? Wie ist seine normale Körperspannung? Wie ist seine Grobmotorik seine Feinmotorik? Erkennt er die Gefühle bei anderen?

Wie reagiert er auf Zucker? Dreht er davon mehr auf als andere Kinde welche du kennst oder dreht er nur normal auf.

Wieviel Bewegung braucht dein Sohn?
Kann er beim spielen verlieren?
Kann er sich 20 Minuten auf Dinge konzentrieren, die er nicht mag?
Was sagen seine Schilddrüsenwerte und die anderen Hormonwerte?

Wurde schon mal ein EEG gemacht?

Wenn du die Fragen (für dich) abgeklärt hast und du immer noch keine Antwort bzw Ahnung musst du weiter suchen. Und erst dann würde ich zur Erziehungsberatung gehen.

Gruß Karin

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Hallöchen,

vielen lieben Dank für die ganzen Antworten :-)

Ich versuche nun mal alles zu beantworten ;-)

Also als erstes möchte ich nur noch einmal mitteilen, dass mein Sohn
im Kindergarten natürlich nicht immer von Morgends bis Abends geheult und geschrien hat.
Er konnte schon in der Kita ganz klar die Gefühle (ob gut oder schlecht) bei anderen Kindern verstehen. Aber sobald er hat Gefühl hatte, ihm wird Unrecht getan, hat er sofort laut geweint und dabei geschrien....

Soll jetzt keine Entschuldigung sein, oder in Schutz nehmen.

Sehschule habe ich im Juli mit Ihm gemacht.
Hören und sprechen funktioniert 1a. Sind wir auch regelmäßig unter Kontrolle,
da das Sprechen schon sehr spät war. Erst nach einem Artzwechsel und OP

(Mandel und Polypen waren viel zu groß), und dann 2 Jahre Logopädie.

Bei uns zu Hause läuft alles wirklich gut. Also daran kann es nicht liegen.

Zu Hause haut er keinen, aber auch hier weint er sofor, wenn er sich in
Unrecht fühlt.

Der Kinderartz möchte es halt erst einmal 4 Wochen beobachten, da davon eh 2 Wochen Ferien sind, und weil er auch die Vermutung hat, wie eine Dame bereits auch geschrieben hat, er im Kindergarten eher der kleinste und schwächste war.
In der Schule ist es nun nicht anderst. Er wurde 2 Tage vor der Einschulung 6 jahre.
Er vermutet, dass er nun von Anfang an einen Rang klar machen möchte.

Nun ist mein Sohn mittlerweile in die Rolle des Bösen gerutscht.

Das eine oder andere Kind ärgert Ihn nun, da die genau wissen, dass eh mein Sohn den
Ärger erhalt. (Dies konnten wir und 2 andere Eltern am Freitag beim Klassentreffen beobachten).

Ich bin mit der Lehrerin natürlich durchgehend im Kontak). Letzte Woche war wohl seit Mittwoch absolutze Ruhe. Ihre Worte "Vorbildliches Verhalten".
Vielleicht aber leider nur die Ruhe vor dem großen Sturm... Ich weiß es nicht....

Ich werde nun diese Woche noch beobachten und reden immer wieder darüber.
Wenn es nicht besser wird, werde ich natürlich weitere Schritte starten.
Vielleicht ein Agressionstraining oder zur Kinderpsychiaterin.

Lieben Gruß
Janine

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Hallo Janine,

ich kenne ein ähnliches Problem aus meinem Bekanntenkreis. Ein Jung dort hat sobald er etwas "unfair" fand sofort geweint, egal ob in Öffentlichkeit oder im privaten Rahmen. Das hat schon bei Kleinigkeiten angefangen die die meisten Kindern wohl nicht als unfair empfunden hätten. Er ist eben, ohne das jetzt negativ zu meinen, sehr sensibel was dem Umgang mit Menschen und vor allem anderen Kindern angeht.

Nur irgendwann hat sich diesen "Weinen" in ein wirkliches Brüllen bis hin körperlich aggressiven Verhalten gesteigert, sobald etwas als unfair empfunden wurden.

Wie sich herausgestellt hatte, lag dies auch an dem Verhalten seiner Eltern und Großeltern. Sobald er weinte haben sie alles stehen und liegen gelassen und ihn umsorgt und mit Aufmerksamkeit überschüttet.

Der Junge wusste also, dass alle nett sind und ihn erst nehmen, sobald er weint. Bei Bekannten und vor allem Kindern aus der Schule hat das nicht so funktioniert und das hat ihn wohl ziemlich irritiert. Also hat er dann angefangen, die Aufmerksamkeit der Schüler und Lehrer zu bekommen, in dem er sehr laut und aggressiv wurde.

Es wurde besser, nachdem die Elternbund vor allem Großeltern dies erkannt haben und aufgehört haben, sein Weinen mit Aufmerksamkeit zu belohnen. Er hat dann irgendwann erkannt, dass man Aufmerksamkeit und Anerkennung eher durch nettes Verhalten als durch Aggressives erhält und versteht sich mittlerweile super mit anderen Kindern.

Natürlich kann es in deinem Fall auch ein anderes Problem sein. Ein Schilddrüsenproblem könnte es auch sein. Ich selbst habe eine chronische Schilddrüsenerkrankung und sobald mein Medikamente nicht richtig eingestellt sind, werde ich emotional unausgeglichen und schnell gereizt.

Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Glück,

Winterknospe

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Moin,

ich weiß nicht, weswegen man da gleich zum Kinderpsychiater muss, wie weiter oben irgendwo steht #kratz #rofl Man kann es auch übertreiben...

Evtl. kann er seinen Frust in der Schule nicht so schnell in Worte fassen?? Da wäre Hauen und Schreien schneller und somit erfolgversprechender...

Dem begegnet man am besten mit Reden zu Hause, in Ruhe die Situationen durchspielen etc.

Und, auch wenn das unpopulär ist: Bis zum gewissen Grad ist das normal, sich mal zu raufen. Natürlich musst du ihn unterstützen sich anders (verbal) auszudrücken. Aber ich ärger mich manchmal, wie mit zweierlei Maß gemessen wird. Wenn einem Kind mal die Hand ausrutscht, ist das gaaaaaanz böse und die Eltern haben versagt. Andere Kinder verbal fertigzumachen ist aber total ok #kratz

Mein Sohn (8) diskutiert in der Schule auch gelegentlich mit der Hand #schwitz

Ich kritisiere ihn dafür, spreche die Situationen durch. Aber ich sehe da kein Problem, solange das nicht ausartet...

LG, Nele

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Ich kann dich da gut verstehen, dass du nicht willst dass er ausgegrenzt wird. Das wäre auch kontraproduktiv für deinen Sohn und die Situation..Schwierig, da du ja eh schon mit ihm drüber sprichst.. vielleicht braucht er einen Ausgleich oder eine Möglichkeit seine Aggression in dem Moment, in dem diese sich aufstaut, anders loszuwerden. Vielleicht eine Art kleiner Ball, den er immer drücken soll, wenn er wütend wird und das Gefühl hat, sich nicht anders helfen zu können. Vielleicht kann er zusätzlich eine geeignete Sportart als Ausgleich machen, wie tanzen oder Fußball etc.?

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Klingt vielleicht ungewöhnlich und banal, aber hat er genug Bewegung?
Ich würde ihn evtl dir Möglichkeit geben, seine Aggressionen auf andere Art zu verarbeiten, vielleicht durch Kampfsport?

Ich kenne einige Kinder, die sich dadurch zum besten verändert haben. Sie lernen Kontrolle über den eigenen Körper und können ihre Energie auch bewusst einsetzen. Bei asiatischen Sportarten kommt noch Meditation dazu, was die Konzentration im Unterricht auch steigert.
Vielleicht interessiert er sich ja dafür?