Erziehung nach Rudolf Dreikurs

Hallo,
seit ich einige Bücher von Dreikurs gelesen habe, mich total mit dieser Erziehungsmethode identifizieren konnte und diese nach einiger Übung auch verinnerlichen und konsequent umsetzen konnte hat sich die Energie zwischen meiner Tochter und mir total gewandelt. Wir sind beide viel entspannter geworden und es gibt eigentlich so gut wie keine Reibereien mehr zwischen uns.

Ich bin nach wie vor begeistert, wie gut diese harte aber faire und respektvolle Erziehungsmethode funktioniert.

Wer hat noch Erfahrungen damit? Wie seid ihr damit gefahren?
Würde mich über einen Austausch darüber freuen...
#niko

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Wer nach Büchern und Vorgaben erhieht, hat in der Erziehung eingentlich schon versagt. Meine Meinung.

LG

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sehe ich ganz genauso.

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Auweia!

Da kann ich nur sagen: Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein.

Denk drüber nach... #kratz

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Kenne ich nicht. Aber ich gehe mit woodgo recht: Erziehen nach Schema X kann ich mir nicht vorstellen. Wenn denn Bücher dann Juul oder Largo.

Beim Ausdruck "logische Konsequenzen" höre, kriege ich mittlerweile Ausschlag.

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Wie jetzt? Erst gibst du woodgo Recht und dann kommst du mit Ratgebern um die Ecke, die DIR gefallen? Wo ist denn da jetzt bitte die Logik? #kratz

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Das sind keine Ratgeber, sondern entwicklungspsychologische Bücher (Largo) Rezepte an.

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hallo,

was genau sagt denn Dreikorn?
Grundsätzlich finde ich es super, dass du versuchst, euer Zusammenleben harmonisch zu gestalten. Und wenn du selbst sagst, dass es bei euch schon viel gebracht hat, dann hast du nicht verloren, sondern viel gewonnen. Natürlich sollte man auch auf seine Intuition hören. aber ehrlich: Meine Intuition ist schon stark beeinflusst durch meine eigene Erziehung und die war nicht immer pädagogisch wertvoll.;-) Von daher finde ich es klasse, wenn man sich auch in Erziehungsfragen Rat holt und mal das ein oder andere Buch liest. Mir selber haben die Erziehungsansätze von Juul sehr gut gefallen. Er hat mir ein anderen Blickwinkel auf bestimmte Dinge gegeben und ich versuche das ein oder andere umzusetzen.

vg, m.

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Hi du.

DU fragst wenigstens, was Dreikurs sagt.:-) Viele hier schimpfen wild drauf los und wissen nichtmal, wer er ist, bzw. was er schreibt. Echt schräg... ;-)
Dreikurs ist ein Mediziner, Psychiater und Pädagoge aus dem vorigen Jahrhundert und seine Bücher stammen aus den 60ern. Er war seiner Zeit total voraus und wurde damals noch mehr geächtet als geachtet.

Sein Erziehungansatz ist der, dass wir das Machtgefälle Eltern/Kind ausgleichen sollten. Also nicht: Mutter sagt an, Kind folgt oder folgt nicht, was dann Streit und Strafen zur Folge hat sondern das Kind so oft als möglich entscheiden lassen. Und zwar mit allen Konsequenzen. Diese Methode ist mittlerweile von den meisten Pädagogen übernommen worden (z.B. Kind will partout die Sandalen im Schnee anziehen, also lässt man es die Erfahrung machen, dass die Füße eiskalt werden ,wenn man keine warmen Schuhe anzieht).
Das ist nur ein Beispiel, das in allen möglichen Artikeln immer wieder mal genannt wird.
Das kann man aber bei allem umsetzen - Essen, Zähneputzen, Schlafengehen, Aufräumen, Wortwahl usw.

Im Grunde genommen spricht Juul genau dasselbe, es geht um das Sich-gegenseitig-Respektieren. M.E. gibt dieser Erziehungsansatz genau diesen Respekt, denn das Kind wird weder geschimpft noch gestraft, es darf eine Entscheidung treffen und es darf die Konsequenz tragen. Das geht natürlich nicht bei allem aber bei vielem.

LG

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Du sagst ja, es geht nicht bei allem, aber bei vielem. Beim Zähne putzen fänd ich das schon sehr fragwürdig. Dann warten wir mal ab bis das Kind richtig fies Karies hat, dann lernt es seine Lektion schon...

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Na dann ist doch alles hübsch. Für mich sehr schwer vorstellbar. Wie läuft das denn mit den Ratgebern? Kind sagt:" scheißenArschlochdreck" und Mutti holt das Buch, schlägt nach und dann gibt es zum Nachmittag nur Hirsekringel?
Na meine Güte...Schön aber, dass ein Buch es schafft Euch einen respektvollen Umgang zu vermitteln.

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Hirsekringel #rofl#rofl#rofl#rofl#rofl

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Na lach mal nicht. Unsere Tochter geht seit September in einen Monte- Kiga. Ich war ja so ziemlich auf alles gefasst.
Die Kinder werden nun extern mit ihrer Kaffeepause versorgt, weil die Hirsekringelkinder das absolute Mitleid aller Erzieherinnen inne hatten.

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Hey!
Ich habe Dreikurs in meiner Ausbildung kennen gelernt und konnte in der Arbeit mit Kindergruppen auch einiges davon umsetzen. Damals hatte ich noch keine eigenen Kinder und da war es nicht verkehrt, sich Ideen bei verschiedenen "Experten" zu holen. Wenn ich mir vorstelle im professionellen Bereich würden alle nur nach Intuition handeln, wird mir ehrlich ganz anders. Selbst im Bekanntenkreis, würde ich einigen gern mal zu etwas Lektüre raten. Deshalb verstehe ich die Angriffposts nicht so ganz. Und jeder holt sich doch mal eine Rückmeldung/Idee zur Erziehung bei Freunden/Urbia/dem Partner/ der Familie. Warum nicht aus der Literatur?#kratz
Jedenfalls habe ich mir von Dreikurs hauptsächlich gemerkt, dass es sich lohnt, hinter das Verhalten des Kindes zu blicken, es möglichst positiv zu beschreiben und Wahlmöglichkeiten zu benennen. Damit bin ich beruflich immerhin ganz gut gefahren. Bei meinem Kind regel ich mehr über körperliche Nähe und Angebote. Das ist im beruflichen Bereich einfach unangebracht.
Erzähl doch mal, was du dir genau rausgepickt hast?
#winke

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<<Und jeder holt sich doch mal eine Rückmeldung/Idee zur Erziehung bei Freunden/Urbia/dem Partner/ der Familie. >>

nö, habe ich nie gebraucht und meine Kinder sind wunderprächtige junge Erwachsene geworden

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ui, jetzt bist du aber sehr stolz auf dich, ne #gruebel

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Guten Abend

Ich kenne die Adler/Dreikurs Methode aus meiner Arbeit und somit auch aus einigen Weiterbildungen. Wie fast jede Methode gibt es viel gutes aber auch einige kritische Punkte. Ich für mich persönlich musste für mich feststellen, dass es einen Dschungel an Methoden gibt und es trotzdem nicht die Eine Methode gibt. Die Mischung macht es aus. Und genau diese Erfahrung musste ich auch bei der Adler/Dreikurs Methode machen. Natürlich gibt es sicher einen Unterschied ob man diese Methode in der Familie oder im sozialpädagogischen Praxisfeld anwendet, jedoch denke ich auch als Familie sollte man offen bleiben. Die grundlegenden Gedanken und Ideen von Alder und Dreikurs finde ich aber sehr anregend und spannend.

Liebe Grüsse

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Hallo,

ich finde, diese ganzen Ratgeber sind immer so eine Sache.

Viele enthalten Tips, die bei manchen Kindern funktionieren.

Das heißt, einen Teil kann man komplett vergessen, weil die Konzepte insgesamt weltfremd sind. Ein Teil enthält zwar sinnvolle Tips, aber sinnvoll heißt nur, bei manchen Kindern sinnvoll.
Letztendlich läuft es immer darauf hinaus, dass man es bei den eigenen Kindern ausprobieren muss, und dabei hilft am besten die Intuition.

Selbst, wenn man die Erziehung durch die eigenen Eltern als schlechtes Vorbild empfindet, kann man auch daraus lernen. Was empfindet man daran als schlecht? Wie hat man sich als Kind dabei gefühlt und warum, und wie könnte man es anders machen?

Da Kinder selten auf fremde Leute kommen, liegt man damit häufig richtig. Schlimmstenfalls muss man mal seinen Partner zu dem Thema interviewen. ;-)

Du schreibst, dass Du Dir dieses Konzept heraus gesucht hast:
"Das, was ich mir rausgepickt habe, sind die logischen Folgen. Es braucht einige Übung, um das immer umzusetzen aber wenn man den Dreh raus hat, merkt man erst, wie kooperativ und lernfähig Kinder sind, wenn man sie wählen lässt und sie nicht das Gefühl haben, ständig "übermachtet" zu werden."

Das funktioniert bei unserer Tochter häufig gut, bei unserem Sohn so mittelmäßig, aber bei anderen Kindern (gerade Jungs), die wir kennen, funktioniert es ganz schlecht.

Unsere Tochter stört es beispielsweise, wenn sie die Hausaufgaben nicht hat und dafür einen Strich von der Lehrerin bekommt. Das heißt, wenn ich sage, dass es mir egal ist, ob sie ihre Aufgaben macht, dass sie aber eben mit dem Strich leben muss, zieht das bei ihr.
Anderen Kindern ist das egal. Dann gibt's eben einen Strich. Ja und?
Nach dem dritten Strich gibt es einen Brief an die Eltern und spätetestens dann muss man sich etwas anderes ausdenken.

Wenn unsere Tochter sich nicht die Zähne putzen will, sagen wir, dass sie mit dem Loch im Zahn und der folgenden Zahnarztbehandlung leben muss. Das zieht bei ihr.
Bei unserem Sohn wäre es grob fahrlässig, so zu verfahren. Erstens ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass es ihn beeindruckt und zweitens hat er eine Zahnschmelzstörung, wo man sehr penibel mit der Zahnhygiene sein muss, sonst geht es ganz schnell mit der Karies.
Sie hatten übrigens beide noch kein Loch im Zahn, so dass sie eigentlich keinen Vergleich haben.

Wir hatten es auch mal, dass unsere Tochter ihren Rucksack nicht mehr tragen wollte. Daraufhin habe ich gesagt, dass wir den dann eben einfach stehen lassen. Wenn wir Glück haben, ist er morgen noch da. Vielleicht hat sie dann Lust. Ansonsten nimmt ihn halt ein anderer mit...
Daraufhin hat sie den Rucksack doch weiter tragen wollen.

Bekannte haben das dann bei ihrem Sohn auch so probiert. Der wollte den Rucksack stehen lassen. #rofl

LG

Heike

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Ja, klar, da hast du Recht. Nicht alles funktioniert bei allen Kindern gleich. Und es gibt Situationen, das geht das mit den natürlichen Folgen auch nicht - etwa im Straßenverkehr. Aber in den meisten Fällen funktionieren die logischen Folgen. Man muss nur die richtigen Folgen anwenden.

Bei deinem Sohn wäre die logische Konsequenz, wenn er nicht Zähneputzen will, dass er eben auf Süßigkeiten verzichten muss. Wenn seine Schwester dann Süßes kriegt und er leider nicht, weil er sich die Zähne nicht putzen will, hat er es nach ein paar Tagen kapiert.

Die Folge muss ja auch immer altersgerecht und unmittelbar sein. Wenn ich meinen Kind sage, dass es krank wird, wenn es kein Gemüse isst, wird das meinen Kind egal sein, es wird ja nicht sofort krank. Wenn ich aber sage, dass wir leider auch keinen Nachtisch essen können, wenn wir das Gemüse nicht essen, dann wird sie eher dazu bereit sein. Die Folge muss immer unmittelbar und nachvollziehbar sein.

Das mit dem Rucksack ist so schwer umzusetzen. Ich hätte hier als logische Folge genannt: Du hast die Wahl, entweder du trägst deinen Rucksack selber dann habe ich nach unserer Wandernoch noch Energie um mit dir zu spielen (oder mit dir ein Eis essen zu gehen o.ä.) oder ich trage ihn, dann bin ich aber hinterher zu müde um noch mit dir zu spielen (ein Eis zu essen). Das Kind kann dann abwägen, was ihm wichtiger ist und es wird in den meisten Fällen das sein, was die Eltern wollten. :-)

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Ich kenne Dreikurs nicht, das was hier über seine Ansätze gesagt wird, kommt mir auf jeden Fall bekannt vor, so ähnlich möchte ich mit meinen Kindern auch zusammen leben. Das, was ich machen möchte, unterscheidet sich aber grundlegend von dem, was du beschreibst.

Bei deinen Beschreibungen geht es darum, die Kinder durch das Vorgaukeln von Entscheidungsfreiheit dazu zu manipulieren, dem Elternwunsch entsprechend zu handeln. Du schreibst, dass das nicht bei allen Kindern funktioniert, weil es doch tatsächlich Kinder gibt, die ihren Eltern glauben, dass sie eine freie Wahl treffen dürfen und sich dann eben für die aus Elternsicht nicht akzeptable Möglichkeit entscheiden.

Bei dem, wie ich mit meinen Kindern zusammen leben möchte, geht es darum, den Kindern echte Verantwortung für ihr Leben zuzugestehen. Einen eigenen Rucksack darf das Kind dann auch im Wald stehen lassen. Ein so wertvoller Rucksack, dass ich die Verantwortung dafür nicht abgeben möchte, wäre dann nicht im Eigentum des Kindes, sondern das Kind dürfte ihn benutzen. Wenn es diesen dann nicht mehr tragen wollte, dürfte es eben beim nächsten Mal diesen Rucksack nicht mehr ausleihen, wenn ich ihn kein zweites Mal selbst nach Hause tragen möchte.

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Hallo.

Schlussendlich ist es doch egal, welchen Ratgeber Du nun gelesen und verinnerlicht hast ...

... Hauptsache Du fängst endlich an, Dein Kind zu erziehen und zu einem sozialverträglichen Mitmenschen zu machen.

LG

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Dreikurs war Psychoanalytiker und er starb schon 1972.

Ich habe mich nur sehr oberflächlich mit seiner Erziehungslehre auseinandergesetzt - aber vieles wirkt einfach veraltet. Das war auch weniger für Familien als für Einrichtungen gedacht. Heute würde eine derartige Einrichtung wohl boykottiert, weil den Kindern ständig irgendetwas unterstellt werden muss.

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Ich verstehe deinen Beitrag nicht. Was muss denn Kindern unterstellt werden?

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Schau dir mal diese Seite an, das ist eine brauchbare Zusammenstellung.

http://www.kinder-respektvoll-erziehen.de/Methode/Adler_Dreikurs-Methode.php?mid=13

„Irrige Nahziele” (Missverstandene Ziele): Das ist der Punkt, den ich meine.

Das würde man heute wahrscheinlich nicht mehr so machen.

Das ist aus der Zeit - die immerhin gut 60 Jahre her ist - heraus gesehen sicher unproblematisch, andere haben schlimmeres von sich gegeben. Aber es ist eben auch nicht Stand unserer Zeit.

Störungen jeder Art werden ignoriert, Verhalten wird grob kategorisiert.

Außerdem sind psychoanalytische Ansätze teilweise veraltet - und nicht in jedem Fall ganz ungefährlich.

Pass einfach ein bisschen auf, es gibt heute Zeitgemäßeres.