Wer ist auch ein Sandwich-Kind?

Habe gerade eben den Artikel einer Mama gelesen, die sich über das Verhalten ihrers mittleren Kindes ärgert.
Ich musste dann zurück denken, an meine Kindheit. Ich bin ein absolutes Sandwich Kind. Eine sechs Jahre ältere Schwester und eine sechs Jahre jüngere Schwester.
Ich habe es gehasst! Die Grosse wurde immer und überall mit einbezogen, ob es ums Mitkommen beim Einkaufen ging, um den Hundewelpen aussuchen oder sonstige Dinge, die Zeit mit der Mutter bedeutet hätten. Für die Kleine wurde immer alles mitgebracht, sie sieht ja soooo süss aus in diesem Pulli und wie toll sie immer mit diesem oder jenem spielt...ich dachte in meiner Kindheit schon ganz früh, das ich auch unsichtbar hätte sein können. Das Mädchen aus dem Thread weiter unten revoltiert, das hatte ich mich bei meiner schlagkräftigen Mutter nicht getraut, zumindest nicht ohne schlagende Konsequenzen. Aber ich war froh irgendwann ausziehen zu können. Ich hatte auch nie das besondere Verhältnis zu meiner Mutter, woher auch?! Ich fing dann in der frühen Teenie Zeit an, mir eine eigene Meinung über vieles zu bilden, diese war selten mit der meiner Mutter oder meine. schwestern konform. Meine Lehre aus dieser Zeit war schon früh, sollte ich je Kinder haben--> keines in der Mitte!!! So bekamm ich zwei Mädchen mit 16 Monaten altersabstand und 9 Jahre später unseren Nachzügler. So sind es zwei grosse Schwestern und ein von allen geliebtes "Einzelkind". Die Mädels verstehen sich trotz Pubertät meistens gut, und keines meiner Kinder scheint mich zu hassen;-)....ich habe auch zu meiner Grossen ein etwas besseren Draht, aber hauptsächlich, weil sie ich ist in jung. Derselbe Humor, dieselben Ideen, den selben Blödsinn im Kopf:-D, aber ich mache auch Dinge mit meiner zweiten, die ich ebenfalls, aber anders liebe.
Wie hat dieses "die Mittlere sein" euch geprägt?
Lg Conny

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Hallo

kürzlich habe ich gelesen, dass an der Sandwich- Kind Theorie nichts dran ist.
Den Link muss ich leider schuldig bleiben.

Ich bin auch ein Mittleres- Kind und
laut meinen Eltern durchsetzungsfähiger als meine Geschwister, zumindest seit der Pubertät.Mein Vater hat mal gesagt, er wünschte ich wäre der (ältere ) Sohn.
Manche Arbeiten blieben schon an mir hängen, aber das lag an meiner Mutter.Sie hat Unterschiede zwischen uns Mädchen und dem Sohn gemacht.

Natürlich habe ich bei meinen drei Kindern darauf geachtet, meinen Sohn nicht von bestimmten Arbeiten zu befreien oder zu bevorzugen.
In meiner Kindheit war auch vieles dem allgemeinen Zeitgeist geschuldet, da kann ich meinen Eltern keinen Vorwurf machen.

Bei uns ist der einzige Sohn das Sandwich-Kind.

Überhaupt ist jedes Kind für mich etwas Besonderes.

Die Älteste als Erstgeborene, der Mittlere der Sohn und die Jüngste gewünscht wieder ein Mädchen und ganz bewusst mein/das letzte Kind.

Auch wenn man in einer Familie aufwächst und einen ähnlichen Gencocktail hat entwickelt sich doch ( unabhängig von der Geschwisterkonstellation ) jedes Kind anders.

Zumindest für meinen Vater war ich eher die Älteste .Meine Mutter war in meiner frühen Kindheit die wichtigste Person für mich, später im Erwachsenenalter, war es eindeutig mein Vater.

Vielleicht stehen einem die Kinder, die man sich selbst am ähnlichsten empfindet , einen Hauch näher.Ich versuche das nicht zu betonen.
Ob es gelingt, wird sich später zeigen.

Benachteiligt oder irgendwie geprägt hat mich die mittlere Position eher nicht.

L.G.

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Ich kann diese Theorie echt nicht bestätigen. Es gibt oft ein Kind, das in einer Familie "vernachlässigt" wird. Das kann das Älteste sein, eines aus der Mitte oder das Letzte. Bei uns in der Familie gab es ein Mittel-Kind und sie hat es immer genossen, zu beiden Geschwistern die nächste zu sein. (gleiche Alterskonstellation wie bei euch) Die größten Probleme mit den Eltern hatte definitiv die Jüngste. Vielleicht trifft es das mittlere Kind am Häufigsten, würde ich aus meiner eigenen Erfahrung bei der Arbeit mit Kindern zwar nicht bestätigen, aber ich seh ja auch nicht alle Familien. Aber das Kind zu sein, das keiner beachtet, kann jedem Kind passieren. Oft sind es auch die Geschwister von speziellen Kindern, weil eben diese so viel Aufmerksamkeit brauchen...

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Hallo,

ich bin auch ein Sandwich-Kind.

Meine Schwester ist 7 Jahre älter, mein Bruder 3 Jahre jünger.

Ja, es hat mich belastet, dass meine Schwester, weil älter, vieles durfte, was ich halt nicht durfte.

Und ich hatte das Gefühl, dass sie bevorzugt wird.

Dieses Gefühl änderte sich aber, als unser Bruder kam.

Da war ich dann die Große, die alles durfte.

Er hatte das Pech, zwar Nesthäkchen zu sein, aber 2 große Schwestern zu haben, die ihn erzogen haben :-D

Als er 3 war, ist meine Mutter kurzzeitig wieder arbeiten gegangen und wir haben dann Mama spielen dürfen. Er hat es gehasst :-p

GLG

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Hallo,

wir sind zwar vier Geschwister, aber aufgrund der Konstellation war ich doch irgendwie das "Sandwich-Kind". Mein Bruder ist fast 11 Jahre älter als ich, meine ältere Schwester acht Jahre älter als ich, die "Kleine" 7,5 Jahre jünger als ich. Mein Bruder spielte nie so die große Rolle für uns Mädels, er war immer irgendwie außen vor und hat sein eigenes Ding gemacht.

Bei uns war es ebenfalls so, dass ich das schwierigste Verhältnis zu meiner Mutter hatte. Lange dachte ich, es läge tatsächlich daran, dass ich die Mittlere der drei Mädels bin. Heute bin ich mir sehr sicher, dass es eher daran lag, dass meine Mutter 1,5 Jahre vor meiner Geburt eine vorzeitige Plazentaablösung im 8. Monat hatte und das Baby gestorben ist. Sie hat die Kleine nie gezeigt bekommen, konnte sich nicht verabschieden, lag auf der Intensivstation als die Beerdigung war. Leider ist meine Mutter schon vor 9 Jahren gestorben, so dass ich sie darauf nicht mehr ansprechen kann. Aber ich bin heute überzeugt davon, dass mein Problem weniger die Tatsache war, dass ich ein "Mittelkind" bin, sondern eher, dass meine Mutter Angst davor hatte, dass wieder etwas Schlimmes passieren könnte, sie den Tod meiner Schwester nie richtig verarbeiten konnte und sie daher gerade während Schwangerschaft und Babyzeit zum eigenen Schutz eine gewisse emotionale Distanz zu mir gehalten hat.

Mein Mann und ich haben, trotz meiner Angst vor der Sandwich-Kind-Geschichte, drei Kinder mit jeweils zwei Jahren Altersabstand bekommen.

Ich persönlich sehe für unsere Mittlere heute sogar eher Vorteile darin, ein Sandwich-Kind zu sein. Sie ist sowohl kleine als auch große Schwester - mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen. Sie kann sich bei beiden Geschwistern problemlos mit einfügen, wenn Freunde zu Besuch sind und sie mitspielen "darf" - der Abstand in beide Richtungen ist gering genug, um gemeinsame Interessen zu haben. Ich finde, sie ist die kompromissbereiteste und anpassungsfähigste unserer Kinder.

Inzwischen bin ich überzeugt davon, dass es DAS Sandwich-Kind nicht gibt - es ist immer die Frage, wie gehen die Eltern mit der Situation, und vor allem mit den Kindern, um. Je nachdem, wie die Eltern sich verhalten, kann jede Position Fluch oder Segen sein. Von den Großen immer zu erwarten, dass sie die vernünftigen sind, die gefälligst die Verantwortung zu tragen haben, kann genauso schädlich sein, wie in dem Nesthäkchen den oder die ewig "Kleine/n" zu sehen, dem man nichts zutrauen kann.

Viele Grüße, Alex

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Ich bin auch Sandwichkind - mein Bruder ist 6 Jahre älter und meine Schwester 1 Jahr jünger als ich.

Irgendwie war ich immer die Verbündete meiner Geschwister - trotz des relativ großen Abstandes zu meinem Bruder, aber er hatte sich immer eine Geschwisterchen gewünscht, auch von meinen Eltern wurde ich sehnlichst erwartet.

Wenn es unter uns Kindern mal Streit gab, dann war ich nie außen vor - entweder war ich auf der Seite meines Bruders oder meiner Schwester - oder habe mich gleich ganz herausgehalten wenn es mich nichts anging.

Vieles musste ich bei meinen Eltern neu durchsetzen und meine Schwester hat dann ebenfalls davon profitiert (z. B. abends länger wegbleiben, mehr Taschengeld etc.) - dafür bin ich heute durchsetzungsfähig, beruflich erfolgreich und zähle eher zu den Vorreitern als den Nachahmern. :-p

Den einzigen Negativpunkt den ich an meiner individuellen Situation sah, war, dass mein Eltern meine Schwester und mich wie Zwillinge behandelten, ich also nie die Große war, die etwas durfte was die Kleine noch nicht durfte, aber dafür waren wir uns immer sehr nah - alle drei.

Dennoch habe ich mich dafür entschieden nur zwei Kinder in die Welt zu setzen. Eine Dreier-Konstellation finde ich immer schwierig. Ich glaube bei dreien ist es einfach selten, dass sich alle vertragen und einer ist vielleicht immer schnell das 3. Rad am Wagen. Meine persönliche Meinung...

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Hi, diese Konstellation ist für mich nicht das, was ich unter einem Sandwichkind verstehe. Da ist dein Bruder eher das Einzelkind und dann du und deine Schwester. So wie bei meinen Kindern, erst die beiden Mädels knapp beieinander und dann 9 Jahre später noch eines.
Ein Sandwichkind ist für mich ein Kind in der Mitte.
Mit gleich knappen Altersabstand nach obwn wie nach unten, +-1-2 Jahren.
Ich würde mich selber nicht als Sandwichkind bezwichnen, wenn meine kleine Schwester nur 1-2 Jahre jünger wäre als ich, dann wären wir wohl eher vervündete. Oder wenn ich knapp nach meiner grossen Schwester geboren wäre, dann stünde wohl sie mir näher, ....
Lg Conny

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Ich bin auch ein Sandwich-Kind und habe niemals darunter gelitten. Ich fand das sogar toll.

Bei Ferienfreizeiten zum Beispiel kannte ich immer jemanden. Mindestens eine Schwester war immer dabei.

Außerdem muss man sich doch mal eins klar machen: als Sandwich-Kind ist man doch theoretisch der Belag in der Geschwister-Reihe. Und was ist schon ein Sandwich ohne Belag? Nur zwei trockene Scheiben Brot. ;-)

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mein Bruder ist auch das mittlere Kind, das ansich ist nicht das schlimme für ihn...nur seine beiden Schwestern können ihn regelrecht in den Wahnsinn treiben.

ich bin das Nesthäckchen, diese Positon fand ich schrecklich....immer musste ich die alten Sachen meiner Geschwister auftragen, immer wurde ich bestraft für den Mist den die anderen gebaut haben, wurde gequält und vearscht...

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Wenn ich hier das so durchlese, dann denke ich es liegt hauptsächlich an den Eltern und den Umgang mit jedem Kind das es eben Positives und Negatives gibt.

Ich habe auch drei (13, 10, 8) und bald noch ein 4. Unser Mittlerer ist eigentlich das ideale Sandwichkind. Er liebt seine Geschwister (und sich alle untereinander), er vermittelt, streitet aber nicht gern, ist sehr stur und teilt viele Interessen von seinem kleinen Bruder und seiner Großen Schwester, trotzdem entwickelt er immer seine eigenen Dinge...

Die Große Schwester und der kleine Bruder sind oft viel streitlustiger und nerven sich gegenseitig.

Das sieht unser Mittelkind übrigens selber so, wir haben da erst drüber geredet.

Jetzt kommt ein 4. und da wird sich nochmal was ändern, aber ich bin mir sicher, sie bekommt wunderbare große Geschwister!

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Ach ja, mein Mann ist auch ein Mittelkind mit Großer Schwester und Kleiner Schwester,

Er versteht sich mit seinen Schwestern nicht besonders gut, was daran liegt das seine Schwestern eindeutig von der Mutter bevorzugt werden - immer noch, leider.

Dafür hat er gelernt sich unabhängig von seiner Familie zu machen und viele Dinge aus eigenem Antrieb geschafft und ist mit "seiner" Familie (also mich und die Kinder) im Umgang einfach anders. und ich hoffe glücklich.