Das ganze Geld für ein Smartphone ausgeben?

Hallo,
Hannah (12) besitzt ein Sparschweinchen mit mehreren Scheinen. Insgesamt werden es wohl 600 Euro sein. Meist handelt es sich um Geburtstagsgeld, oder Weihnachtsgeld, um Scheine zum Zeugnistag usw. Taschengeld kriegt sie auch (25 Euro), die aber schon immer am Tag 1 bis 3 nach Zahlung im Rossmann landen. Wenn sie sich dort den 12. Nagellack oder den dritten Kajal kauft, sehe zwar manchmal auch nicht soo gern, akzeptiere das aber. Jetzt aber hat sich Hannah in den Kopf gesetzt, 600 (!!!!) Euro für ein neues Smartphone auszugeben. Ehrllich gesagt passt mir das gar nicht. Erstens dieses Statussymbol - Marken - Denken. Und dann finde ich es ganz schlimm, wenn 12Jährige solche Teile mit in die Schule bringen, wo sie gestohlen werden oder verloren gehen können. Ich weiß auch gar nicht, ob sie weiß, wieviel 600 Euro sind und wie lange man dafür arbeiten müsste. Ja, es ist ihr Geld, aber darf ich hier deshalb keine Grenze ziehen? Und wenn doch, wo ist die?

Überfragte Grüße
Doreen

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Ich sehe das anders als meine vorschreiberin.

Deine Tochter ist 12. Es mag ihr Geld sein, aber sie hat noch keine Ahnung von den Werten eines solchen Gerätes. Ich vermute es handelt sich hier um das neue Samsung?

Ich habe meinen Kids beigebracht zu vergleichen... Was wollen Sie genau? Welche Geräte sind ähnlich? Wo kann man was kaufen und wie sind die Preise der verschiedenen Hersteller?

Man muss seine Kinder schon vor Fehlkäufe schützen.. Bei 20 € kann man drüber weg sehen.. Aber 600€ ist eine Summe die ein Kind nicht einfach selbst verprasseln sollte wie es mag.

Mal abgesehen davon dass ich bezweifel dass sie im Laden allein so einen Kauf tätigen darf.

Meine Kids dürften das nicht! Sollen sich erwachsene Menschen von diesen Firmen abzocken lassen...

Mona

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ist das hannahs geld? dann kannst du den kopf schütteln, aber nicht entscheiden. ICH würde auch nicht so viel geld für ein smartphone ausgeben (weil die dinger mich einfach nicht interessieren), aber wofür sie IHR geld ausgibt, ist IHRE entscheidung. wenn sie da beratungsresistent ist, muss sie die erfahrung wohl machen.

wenn du ihr den wert des geldes vermitteln möchtest, könntest du ansonsten mit ihr vereinbaren, dass sie die hälfte vom sparschwein nimmt und sich die andere hälfte mit dem taschengeld anspart. wobei das bei 25 euro im monat natürlich etwas schwierig wird. also vielleicht dann bei euch eher 2/3 und 1/3? ich würd jedenfalls sehen, das sie es in nem halben jahr schafft, sich den wunsch zu verwirklichen, sonst wird der zeitraum zu unüberschaubar.

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ich würde es indem Fall meiner Tochter nicht erlauben.
Ich würde ihr sagen dass sie sich das Geld mit Babysitten Hunde ausführen oder sowas selbst verdienen muss, denn erst dann versteht ein Kind den Wert von Geld, zum anderen würde ich auch nicht den Vertrag vom Kind Zahlen, bzw keine Handykarten kaufen, dass sollte vom Taschengeld bezahlt werden, denn das ist in meinen Augen etwas völlig unnötiger.
Meione Kinder bekommen kein Taschengeld, denn ich finanzier ihnen ihre Hobbys, Kleidung, Essen, sobald extra wünsche wie Markenkleidung, Handy , usw auftauchen, werd ich ihnen sagen dass sie sich das Geld selber verdienen müssen.
Einer 12 Jährigen würde ich auch 10 Euro zahlen wenn sie alle Fenster im Haus putzt, bügelt oder sowas was schon echte Arbeit macht, wenn es jetzt nicht möglich ist einen Job zu finden

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Und wenn sie sich von der Arbeit erspart hat, darf sie sich das Handy kaufen, aber von ihrem Geld im Sparschwein nicht? Was ist denn das für eine bescheuerte Logik?

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sie soll Dinge Werschätzen lernen, ein Stück Papier ist nix wert, wenn man dafür gearbeitet hat gewinnt es an Wert.

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Ich denke, man muss sich schon bei der Einführung eines Sparschweins überlegen, wie man damit verfahren will. Soll das das Kind mal zur freien Verfügung haben oder soll damit auf ein konkretes Ziel (Führerschein, erste Wohnung?) gespart werden.

Ist ja klar, dass da im Laufe eines Kinderlebens viel zusammen kommt.

Wenn es ihr Geld ist, würde ich mit ihr gemeinsam überlegen, ob die Anschaffung dieses Smartphones sinnvoll ist. Die zentrale Frage finde ich da: Wird sie den Kauf irgendwann bereuen? Wenn das Smartphone in 6 Monaten verloren/kaputt, in 2 Jahren nicht mehr modern oder in allerspätestens 4 Jahren an Altersschwäche gestorben ist, was wird dann sein? Wie viel Geld wird dann im Sparschwein wieder drin sein? Wird sie in diesem Alter dann auch wieder ein Smartphone brauchen und wird das Geld dafür dann reichen? Kann sie sich dann damit abfinden, dass sie dann evtl. kein modernes Handy haben wird und sich eben damit begnügen, mit 12 eins gehabt zu haben? Wie sieht es mit Auto und Führerschein aus? Was ist da von eurer Seite geplant und von ihr gewünscht? Ich würde sie in all diesen Fragen nach bestem Wissen beraten und dann eine Entscheidung treffen lassen. Mag sein, dass sie diese Entscheidung irgendwann bereut, aber ich glaube, der Lerneffekt ist größer, wenn man eine gut informierte Entscheidung getroffen hat als wenn man blauäugig eine falsche Wahl getroffen hat.

Dieses Gefühl, dass man jetzt nicht hat, was man sich wünscht, weil man sich in der Vergangenheit für einen sofortigen Genuss entschieden hat und die Wünsche seines zukünftigen Ichs ignoriert hat, das kann durchaus künftige Entscheidungen anders ausfallen lassen. Dafür muss man das aber einmal mitgemacht haben.

Die Informationen, die sie aufgrund fehlender Lebenserfahrung nicht hat, müssen da aber von dir kommen. Wie viel Geld bekommt sie pro Jahr ca. ins Sparschwein? Wie viel verändern sich Preise für Smartphones pro Jahr? Wie lange ist so ein Teil auf dem neuesten technischen Stand? Wie lange kann es bei guter Pflege darüber hinaus noch benutzt werden? Was passiert bei Verlust oder Zerstörung des Smartphones? Wie modebewusst wird sie wohl in einigen Jahren sein? Wann wird sie voraussichtlich eigenes Geld verdienen?

Viel Erfolg bei der Entscheidung! :-)

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Na ja, einerseits ist es ja das Geld Deiner Tochter, und wenn vorher nicht besprochen wurde, dass ihr bei größeren Ausgaben ein Mitspracherecht habt, ist es halt manchmal so, dass Kids sich da was in den Kopf setzen.

Ich würde mit ihr darüber sprechen, was halt dran hängt, wenn sie so ein teures Ding kauft: möglicher Diebstahl, was tun, wenn man's verliert oder was kaputt geht, wie lange hält die Begeisterung für so ein Gerät ... und überlegen, ob es nicht auch das Vorgängermodell oder ein Gebrauches Smartphone sein kann.

Wir haben zB gebrauchte Smartphones, die doch noch einigermaßen erschwinglich waren. Jetzt ist bei meinem Sohn der Display kaputt - er muss dafür entweder sparen und arbeiten (Ersparnisse hat er nicht mehr) oder eben warten bis er Geburtstag hat ...

VG
Anja

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Hallo,

wenn ich jetzt von meinem schusseligen Sohn, der alles überall liegen lässt und vergißt, ausgehe: Nein ich würde es nicht erlauben, ihm jedoch Alternativen anbieten, indem wir z.B. nach gebrauchten Handys schauen oder einem älteren Modell.

Außerdem wäre es für mich wichtig bei dieser Summe, dass es ein Herzenswunsch ist und nicht einfach mal der Versuch, möglichst schnell viel Geld irgendwie loszuwerden oder weil es ihm gerade in den Kopf kommt.

vg, m.

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Hallo Doreen,

hm... wirklich schwierig #gruebel. Denn zum einen würde ich es nicht "verbieten" wollen, aber zum anderen auch nicht "erlauben". Ich würde auf alle Fälle mit ihr sprechen diesbezüglich und ihr halt eindeutig klar machen, dass 600(!!!!!) #schock#zitter € halt doch verdammt viel sind für ein Smartphone. Das würde ja noch nicht mal ich ausgeben und wäre sogar mir viel zu viel Geld - und ich weiß doch ein wenig besser Bescheid über Geld (ausgeben) als eine 12jährige (klar! - Denn 12jährige haben ja auch noch nicht gearbeitet und wissen noch nicht, wie elendig lange man für 600 € malochen muss). Sprich; ich würde es ihr von daher quasi ausreden und ihr sagen, dass sie dann hinterher NICHTS mehr hat (also in ihrem Sparschwein). Mein Vorschlag von daher: Gehe doch mit ihr zusammen los und schaut gemeinsam nach einem Smartphone, welches deutlich günstiger ist und welches sie sich ganz alleine aussuchen darf und welches ihr gut gefällt. Es darf halt kein sooo irre teures sein.

<<Erstens dieses Statussymbol - Marken - Denken.>>
Genau das würde mich dabei nämlich auch ganz gewaltig stören! Ich finde, Deine Tochter sollte auch lernen und wissen, dass man auch etwas - und genauso viel - wert ist OHNE irgendwelche überteuerten Markenprodukte!

<<Taschengeld kriegt sie auch (25 Euro), die aber schon immer am Tag 1 bis 3 nach Zahlung im Rossmann landen. Wenn sie sich dort den 12. Nagellack oder den dritten Kajal kauft, sehe zwar manchmal auch nicht sooo gerne, akzeptiere das aber.>>
Würde mir dabei genauso gehen. Aber das ist ja auch ein ganz klein bisschen etwas anderes, denn hierbei handelt es sich ja nicht um solch horrende Summen wie 600 €. Und da würde ich auch nicht rein reden. Ihr Geld - und wenn sie dann halt mal weniger hat; na gut. Ist dann auch ihre Sache; dann kann sie sich das nächste Mal halt nicht mehr ganz so viele Nagellacke und Kajalstifte kaufen.

Aber noch mal - 600 € für ein Smartphone - da wird einem ja ganz schwindlig! Ich würde ihr halt ganz klar nahe legen, dass sie das stattdessen sparen soll. Klar halten so junge Leute noch nicht das allermeiste vom Sparen (ging uns ja früher ja genauso und nicht anders), aber auch das müssen sie schließlich - beizeiten - lernen. Ist ja auch nicht so, dass sie ihr Smartphone nicht bekommen soll, aber halt nicht für das Geld.

Gruß

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Hallo,

ich würde es nicht erlauben. Würde mein Kind es trotzdem tun, würde ich den Kauf rückabwickeln. Da man mit 12 nicht voll geschäftsfähig sind, haben Eltern immer noch das letzte Wort

Lg wirbelwinds.mama

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Hallo,

<<Da man mit 12 nicht voll geschäftsfähig sind, haben Eltern immer noch das letzte Wort.>>
Genauso sehe ich das auch. Und es ist von daher ja auch nicht so, dass man es dem Nachwuchs nicht "gönnt" und "nur verbieten" will, sondern das Gesetz schreibt das so vor. Und wie ich ja bereits hier in meinem anderen Beitrag geschrieben habe, würde ich sowieso mitgehen, wenn das Dingen gekauft wird - und dann würde es auch ein weitaus günstigeres tun!

Gruß

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Hallo!

Nein, das würde ich nicht erlauben. Dafür ist der Betrag einfach zu hoch.
Besprich vielleicht mit ihr, dass sie die Hälfte nehmen darf und sich den Rest erarbeiten muss.
Als Kind wollte ich unbedingt ein ganz bestimmtes ferngesteuertes Auto haben. Das habe ich mir mühsam erarbeiten müssen. Ich weiß noch, dass in der Küche eine Liste hing, auf der stand, wie viel ich wofür bekomme. Für Wäsche aufhängen gab's 50 Pfennig und für Geschirrspüler ausräumen 20 Pfennig, das weiß ich noch. Ich war irrsinnig stolz, mir die 100DM erarbeitet zu haben. Und als ich mit meinem Vater ins Geschäft kam, ist das Auto 4DM teurer geworden. Mit meinen damals 11 Jahren hab ich mitten im Laden vor Enttäuschung Rotz und Wasser geheult und aus Mitleid hab ich das Auto dann doch für 100DM bekommen.
Es war eine gute Erfahrung, nicht einfach das ersparte Geld zu nehmen und ich bin äußerst pfleglich mit dem Auto umgegangen. Das ist erst kaputt gegangen, als mein jüngerer Sohn es vor einen dicken Stein gesetzt hat. Und selbst da musste ich innerlich schlucken..

Daher, sie wird den Wert des Smartphones eher zu schätzen wissen, wenn sie sich dafür anstrengen muss.
LG Silvia