wie klappt Autorität wieder? Kinder hören gar nicht mehr...

    • (1) 02.02.16 - 11:23

      meine Kinder sind 5+7 und probieren derzeit beide gleichzeitig die Grenzen aus -- extrem.
      Es wird nicht gehört, - widersprochen, - ansatzweise geflucht, - vor sich hin geschimpft, wann immer ich eine Ansage mache... der 8 jährige mehr, aber die kleine zieht nach oder kuckt es sich grad ab....

      okay, -- mit ging es einige Wochen oder gar Monate sehr schlecht und mit schlechter eigener Autorität und schlechten Nerven habe ich jetzt einige Zeit manches nicht mehr so arg durchgesetzt -- aber es war auch irgendwie nicht nötig...

      mir fehlt es derzeit an Durchsetzungskraft und außer unsinnigen Konsequenzen, die mit dem Kernproblem nix zu tun haben, bin ich einfallslos, wie ich klarkomme ...

      es geht selten um wirklich tragisches, - und das wird wohl der Punkt sein, ...
      - lauft nicht über Omas Wiese die Abkürzung, sondern den Hauszugangsweg
      - macht das Licht aus, bevor ihr runter kommt
      - hilfst du mir den Tisch abräumen
      - bring die Dreckwäsche aus Deinem Zimmer in den Korb
      - räume erst deine Schuhe aus dem Flur bevor.....
      - seid angezogen bevor das Frühstück fertig ist

      - kommt runter, wir müssen los ( "wohinn denn verdammt - ich will nicht")

      also lauter solche Alltagsdinge ... --- sie widersprechen aktiv (die Schwester wars, -- oder der Mund ist doch gar nicht dreckig, - oder weichen aus), - oder machen es schlicht nicht, -- oder ignorieren selbst wiederholte Aufforderungen auch in strengerem Ton...
      Ganz harte Töne oder schimpfen enden mit Wutausbrüchen der Kids... (super: will man auch nicht wegen so Banalitäten)

      in solchen Situationen fallen mir derzeit keine MIttel ein, das wirklich durchzusetzen, ausser die eben so in Verruf geratenen Konsequenzen, die eben nix mit der Sache zu tun haben (HÖrspiel weg, Sandmännchen streichen, ohne Geschichte ins Bett, etc....)

      Bei der kleinen helfen meist noch die Begründungen oder ergänzende Erklärungen, dann horcht sie doch meist, --- aber der große ist derzeit "auf Kampfansage."...

      Genau diese Konsequenzen kommen zum Einsatz -- dann klappt es auch meistens, - aber das ist doch sowas von daneben, das Sandmännchen abzusagen, nur weil am Tag irgendwann mal wegen etwas nicht gehört wurde....

      wart Ihr auch einmal in so einer Schraube? - Eben vielleicht auch, weil ihr Nervenmässig nicht mehr so rigosros sein konntet?

      Derzeit ging es mir nicht so gut --- überlastet mit Haushalt und Überlastet mit Arbeit und das Nervenkostüm war oder ist immer noch extrem dünn.... -- da ist es auch nicht einfach, einen großen Konflikt wegen ein paar Schuhen im Flur zu provozieren, --- wisst Ihr was ich mein?

      Wie seid Ihr aus so einer Schraube wieder rausgekommen?

      • Hallo #winke,

        ja das kenne ich nur zu gut #rofl. Unser großer ist 5 und hören ist zur Zeit auch nicht gerade eine seiner Spezialitäten #augen;-). Meine Mutter meint: "das sind nicht die Ohren, das ist das Alter", na super, immerhin müssen wir nicht zum HNO ;-).

        Manchmal denke ich er macht es nicht mal absichtlich. So bei uns:

        - wir rennen nicht über den Flur
        - etwas leiser bitte
        - Wäsche in den Wäschekorb bitte

        - die Tür hat eine Klinke usw. usw.

        Auch bei uns endet es dann oft darin, dass ich sage es gibt kein Kinderprogramm, für ihn eigentlich die Höchststrafe. Sobald ich es ausspreche gelobt er Besserung, aber keine 2 min später tut er es wieder. Ich weiß nicht, wieso das nicht in seinen Kopf geht. Letztens hab ich auch zu ihm gesagt, dass ich keine Lust mehr habe mit ihm zu schimpfen.

        Aktuell ist es so, dass ich über bestimmte Dinge (rennen im Flur z.B.) hinwegsehe. Wenn er sich weh tut wird er schon merken was ich mit dem nicht rennen meinte. Ich sag mir immer wieder es ist nur eine Phase. Ich glaube man kann da gar nicht richtig rauskommen, das gibt sich.

        Lg

        • Danke --- na Du machst mir Mut...

          ich schätze mal, weil es mir selbst gerade alles an die Nieren geht, finde ich einfach alles viel schlimmer, wie es vielleicht ist...

          naja: irgendwann kommt auch wieder besser Wetter, da sind sie dann viel mehr draussen und einerseits vielleicht auch nicht mehr so stubengefrustet... -- ist vielleicht auch einfach "winter" ....

          ich muss zugeben: sobald das Wetter einigermaßen ist, - oder schnee liegt, sind die zwei stundenlange draussen und auch ausgelastet, -- an solchen Tagen ist vieles viel einfacher...

          ich bin meist auch einfach nur mit mir selbst gefrustet, weil ich eigentlich gerne mehr zeit für vieles haben will -- aber Haushalt und vor allen dingen die Arbeit (bin selbständig) wächst mir grad einfach zusätzlich über den Kopf....

          nuja ... ich hoffe auf den Frühling.... -- im Sommer habe ich auch wieder weniger Arbeit....

      meine kinder sind 4 und 7 also im ähnlichen alter.

      was die konsequenzen angeht:
      nicht die abkürzung nehmen: zurück laufen und den weg noch mal richtig gehen. wers nicht kann, muss üben.
      licht aus, vorm runterkommen: hoch gehen, licht ausmachen.
      hilfst du mir den tisch abräumen: daneben stehen und ansagen machen oder teller in die hand drücken.
      schmutzwäsche wegbringen: daneben stehen.
      schuhe wegräumen - zurückpfeifen, wegräumen lassen.
      angezogen sein vorm frühstück - da würde ich helfen. meine beiden brauchen morgens ihre zeit, um in die gänge zu kommen, da helf ich gerne noch ein bisschen nach.

      laut werden bringt ohnehin nichts, weil kinder dann auf durchzug schalten.

      wenn meine grosse den konfrontationskurs probiert, dann geht es bei mir ganz einfach: hörst du nicht auf mich, hör ich auch nicht auf dich. sie will ständig irgendetwas von mir, da gehts ganz schnell, dass sie sich ärgert, wenn ich nicht auf sie höre.

      ich denke, GERADE wenn deine nerven zur zeit nicht die besten sind, solltet ihr den kleinkrieg einstellen und wieder miteinander arbeiten. wenn etwas nie klappt, versuch zu hinterfragen, warum nicht. ist irgendetwas an der aufgabe nicht lösbar? (für meine z.b. das anziehen vor dem frühstück)
      ansonsten: mit einem liebevollen streicheln und einem lächeln werden meine (genauso klaren) ansagen immer viel schneller befolgt als wenn ich auf konfrontationskurs gehe und den kasernenton auspacke.
      meine grosse kriege ich auch ganz schnell friedlich, wenn ich ihr erzähle, was sie für ein tolles kind ist und dass ich mich wundere, weil es doch gar nicht ihre art ist, diesen oder jenen blödsinn zu machen... (frei nach dem motto mit zucker fängt man mehr fliegen als mit essig)

      ausserdem solltest du schauen, ob du unterstützung bekommen kannst, sei es in der familie, im freundeskreis, über eine kur, das jugendamt... es ist keine schande, sich entlastung zu holen!

    • Ich finde, das A und O ist, dass man sich vor dem Schimpfen überlegt, ob man grad die Kraft und den Willen hat, das im Moment wirklich durchzuziehen. Wenn ich am Anschlag bin, hol ich die Kleidung lieber selber. Das ist NICHT schlimm. Schlimm ist, wenn ich es fünfmal sage, dann sauer bin und es am Schluss selber mache. Da verlier ich Autorität, da grinsen die Kinder über Mama. Das soll nicht heißen, dass man nicht mal nachgeben darf. Warum soll man nicht auf ein: "Ach Mama, machs halt bitte du." auch mal sagen: "Naja, dann mach ichs eben." Aber dann eben, weil man dahintersteht. Dann darf man aber auch im Anschluss nicht grantig sein.

      Bei uns ist natürlich auch nicht alles Gold was glänzt und manchmal haben wir auch einen kleinen Terrorzwerg hier. Aber ich fühle mich nicht so sehr belastet und im Vergleich zu gleichaltrigen Jungs ist er sehr verständig, zuverlässig und auch wohlerzogen, finden nicht wir sondern Erzieherinnen, Nachbarinnen mit gleichaltrigen Kindern, etc.

      Ich muss aber auch sagen, dass mein oberstes Ziel nicht ist, dass mein Kind "folgt", sondern dass es Grundregeln des Zusammenlebens beherrscht und sich benehmen kann, wo es wichtig ist. Deine Beispiele:

      -Omas Wiese, warum darf man denn da nicht drüberlaufen? Man darf nicht in Beete steigen, ja. Aber über OMAs Wiese???? Ich lauf da auch drüber. Das würd ich als Kind nie verstehen.
      -Licht ausmachen. Nun, ich selber fühle mich wohler, wenn im ganzen Haus Licht brennt. Schraubt LED-Birnen ein, dann ist der Stromverbrauch minimal und die Lichter können während des Abendessens brennen. Anders natürlich, wenn man wegfährt oder so. Dann halt einfach nochmal hochschicken und halt wirklich durchziehen.
      -Tisch abräumen. Ja, natürlich, wichtig. Klar. ABER: Immer ein bisserl vorfühlen. Wenn das Kind eh schon geladen, hundemüde, etc. ist, tust du NIEMANDEM damit einen Gefallen. Dann räum geschwind selber ab. Sonst wird das zum Machtkampf und dann hast du schon verloren, weil dir - wie du selber schreibst - die Mittel fehlen.
      -Dreckwäsche. Keine Ahnung, bei uns zieht man sich im Bad um. Ich würds aber auch nicht wollen, weil ich entscheide, was dreckig ist und was man noch benutzen kann. Aber im Prinzip dasselbe wie Tisch abräumen.
      -allein anziehen vor dem Frühstück find ich für 5jährige zu viel verlangt und auch 7jährige genießen morgens vielleicht die Zeit mit Mama. Es ist ja auch eine Art der Zuwendung. Natürlich achte ich drauf, dass sich mein Sohn allein anziehen kann - kann er ja auch - aber doch bitte nicht, wenn die Situation eh schon stressig ist.

      Die Dinge, die ich aber durchziehen will, die zieh ich rigoros durch. Ich drohe eine Konsequenz an, dann "zähle ich bis 3", das hasst er zwar, aber es funktioniert zumeist. Und wenn er tobt und nicht aufhört, dann bring ich ihn in sein Zimmer. Ich bleibe vor der Tür stehen, aber er geht nicht raus, bis er sich "ausgesponnen" hat. Das dauert meist nicht allzu lange. Sind wir z.B. bei Oma, nun, dann gehe ich eben auf der Stelle mit ihm heim (wobei ich mir da VORHER überlegen muss, ob es mir die Sache wert ist, dass er dann eben nicht bei Oma bleiben kann).

      Was ich meine: Sein Gesicht verliert man nicht, indem man hier oder dort nicht so streng ist. Autorität/Respekt gewinnt man nicht durch Strenge. Ich denke, das Wichtigste ist, die wenigen Regeln, die man hat, wirklich einzufordern, keine Machtkämpfe zu führen und immer möglichst liebevoll zu sein, auch mal zufrieden sein. Beispiel: Sohn irgendwie total überdreht, singt, hüpft, wirft ein Glas um. Er erschrickt. Mein Mann: "So und jetzt holst du sofort einen Lappen und zwar ohne Singen." Sohn läuft tatsächlich bedröppelt zum Waschbecken um den Lappen, singt aber leise weiter (nicht aus Widerstand, sondern weil er irgendwie die peinliche Situation umgehen wollte). Mein Mann (war krank und hatte Kopfweh) flippt voll aus, schimpft ihn schrecklich, dann war riesen Geplärre. Das hätte von meinem Mann nicht sein müssen. Damit macht man sich das Leben schwer.

      Andere Sache, meine Nachbarin: Die Kinder haben viel Spielzeug, also wird einiges gelegentlich in den Keller gebracht und dann immer mal wieder raufgeholt. Die Kinder fragen, ob sie dieses/jenes raufholen dürfen. Sie sagt, nein, weil wirs eh erst runter geräumt haben. Spielt mit dem, was ihr habt. Daraufhin gehen die Kinder und holen alles mögliche hoch, sie guckt ihnen zu, weil sie in dem Moment zu faul zum Einschreiten war (was ja legitim ist, aber dann muss ich halt sagen: Na, von mir aus, ist mir auch wurscht jetzt). Nachdem (!) die Kinder den halben Keller hochgeräumt hat, flippt sie VÖLLIG aus. Sagt, sie wirft jetzt alles weg, etc. Riesen Geschrei, Eskalation. Blöde Mama, scheiß Mama, ... HALLO! Ich wär da beim ALLERERSTEN Teil eingeschritten und der Kleine hätte es mit mir an der Hand feinsäuberlich in den Keller zurück getragen mit dem einfachen Hinweis, dass wenn ich nein sage nein ist. Und wenn er meint, sich hier vor den Freunden zeigen zu müssen, diese auf der Stelle heimgehen. Aber doch nicht nach einer Stunde, wo die Kinder hellen Spaß hatten und das Verbot schon lang vergessen.

      • P.S.: Sicher mache ich genauso Sachen falsch. Das Blöde ist halt, dass sie einem selber nicht auffallen. Die zwei Beispiele sollen nicht zeigen, dass mein Mann oder die Nachbarin unfähig sind, sondern nur, dass ich mir in dem Moment gut erklären konnte, warum die Situation entgleiste. Wenn ich den Fehler mach, dann merk ichs auch eher selten. Das ist ja der Witz der Sache.

      • danke für Deine Worte -- manchmal muss man auch mal reflektieren ... hast mir einige Denkanstösse gegeben...

        Toller Beitrag!

        Ich kenne das auch so und es gibt Situationen, da muss man eben selber ran, einfach weil es sonst eskaliert. Ich habe da aber auch ab und an Stress mit meinem Partner, der ist da viel rigoroser und ja, auch gnadenloser, was mich manchmal sehr sehr stört.
        Meine Tante, vierfache Mutter von recht wohlgeratenen Kindern und Pädagogin sagt immer: lass dich auf keinen Kampf ein. Spätestens mit 16 wirst du diesen immer verlieren und dann hast du keinen Zugang mehr zu deinem Kind.

        Ich handle nach dem Prinzip: wähle dein Schlachtfeld weise. Es gibt ein paar Dinge, da bin ich streng und da wissen die Kids auch, da gibts mächtig Probleme, wenn das nicht klappt (am brennenden Kamin zündeln, Fremden die Tür aufmachen, an der Strasse hampeln und schubsen, Hausaufgaben verschweigen oder nicht machen, also wirklich Dinge von Tragweite).
        Bei allem anderen bin ich nachsichtiger
        - Ich muss kein müdes knatschiges Kind anblaffen und seinen Schlafanzug selber suchen lassen, weil der mal wieder nicht dort liegt wo er sollte, sondern helfe ihm, ihn zu finden und anzuziehen
        - Ich muss kein verpenntes Kind zwingen, sein Zimmer noch vor der Schule aufzuräumen, das dann verstört, wütend und aufgebracht kurze Zeit später in die Schule losgeht
        - Wenn die Kids mal wieder die (LED#pro) Lichter in ihren Zimmer morgens nicht ausmachen, so what, ich gehe ohnenhin nochmal hoch ins Bad, da bricht mir kein Zacken aus der Krone, wenn ich schnell ein paar Schalter drücke
        - Wir haben auch Beete, wo die Kids manchmal durchlatschen, da habe ich ihnen erklärt, dass wir da was angepflanzt haben und sie beim drübergehen die Planzen kaputt machen oder sie haben im Vorgarten helfen dürfen, die Blumenzwiebeln einzubuddeln, jetzt sind sie da ganz vorsichtig und gehen drumherum, denn da sind ja die Blumenzwiebeln drin

        Ich denke auch, Verbote bzw. "Befehle" sind in vielen Fällen total überflüssig. Warum auf den Wegen gehen, wenn es doch ne coole Abkürzung gibt? Es ist wichtig, sich auf Kinderaugenhöhe zu begeben und IHRE Sicht auf die Welt zu sehen. Diese Perspektive rückt vieles gerade, erklärt viele Verhaltensweisen. Sie sind KEINE kleinen Erwachsenen, sondern Kinder: verspielt, verträumt, neugierig, nicht planend, in den Tag hineinlebend, fröhlich. Das darf man nicht durch Kasernenton, Verbote und rigide Vorgaben und Strafen zerstören.
        Meistens lassen sich Kinder toll einfangen, wenn man sie einbezieht, sie neugierig macht, an ihren Verstand, ihr Verständnis appeliert, sie selber machen lässt, ihnen Dinge erklärt und sie Verantwortung übernehmen lässt. Kinder sind nicht böse und wollen die Mama nicht ärgern, aber sie sind auch keine Hunde, die man dressiert und abrichtet. Bei allem muss man immer ihre unverletzbare Würde im Kopf haben und sie nicht demütigen. Ein Kind, dass man als "Komplizen" gewinnt, dass sich durch Worte und Erklärungen (meistens) erreichen lässt, wird auch mal ein vernünftigerer Jugendlicher und auch Erwachsener. Kampf, Befehle und Strafen sind die denkbar schlechtesten Wege zu einem "guten" Kind.

    Hallo,

    im Moment bockt meine Große (fast 5) auch mal gerne.

    Ich bin da aber stur, was manche Sachen angeht.
    Dennn ich bin hier nicht die Hausmaus und räume ihr hinterher.

    - Stiefel, Jacken etc flacken im Flur rum: herkommen und wegräumen

    - Fahrrad/Roller liegt in der Einfahrt im Weg und sie spielt bei Nachbarskindern im Garten: ich rufe sie her, dass sie ihre Sachen bitte sauber versorgt

    - Naschpapierchen auf dem Boden oder dem Sofa: herkommen, zusammenklauben, in den Mülleimer

    Und letzten Sonntag gab es mal eine richtige Konsequenz.

    Das Zimmer sah aus wie nach einem Bombenanschlag.
    Sie ist mit sandigen Stiefeln nach oben geflitzt um was zu holen. Dann flackten überall Kleider rum, alle aus dem Schrank gezogen.
    Puppenkram, Puppengeschirr.
    Der Kaufladen war in allen vier Ecken.
    Bonbonpapiere und bekritzelte Papierfetzen.
    Und überall Spiele - teilweise fehlten Karten, Männchen, Figuren - wir haben sie nicht mehr gefunden, weil sie auch oft Sachen nach draussen schleppt (trotz Verbot).

    An diesem Tag fragte eine Nachbarin, ob wir mit zum Faschingsumzug in die Stadt gehen.

    Meine Antwort war: Nein!
    Meine Kurze musste mir helfen, das Zimmer sauber zu machen.

    Und ich nahm eine Mülltüte mit: die ganzen Puzzles und Spiele, die unvollständig waren, landeten im Müll.

    Ich konnte den Saustall nicht mehr sehen, ich hatte keinen Bock alles zusammenzuklauben und zu sortieren, etc
    Natürlich hat sie gemault, aber ich machte ihr klar, dass sie in Zukunft auf ihre Sachen mehr achten soll und nicht alles verschleppen soll.
    Spiele gehören ins Zimmer oder Wohnzimmer. Und haben draussen nichts zu suchen.

    Und neue Spiele werden vorerst nicht gekauft. Punkt.

    Ich möchte sehen, dass sie mit ihrer Habe anständig und sorgfältig umgeht.

    In den letzten Tagen hat sie es immerhin gut eingehalten - was gespielt wird, wird später verräumt. Und es werden nicht 10 Spiele ausgepackt, sondern nur eins. Und das wird verräumt, bevor es ans nächste Spiel geht.

    Ich habe oft genug "gedroht", die Spiele wegzuschmeißen, wenn sie nicht sauber und vollständig verpackt sind. Brachte nichts.

    Aber nun habe ich es auch mal umgesetzt und damit hat sie nicht gerechnet.

    Auch dass der Umzug an dem Tag flach fiel hat sie gefuchst.
    Aber wenn das Zimmer wie Sau aussieht, sehe ich nicht ein, dass sie feiern geht.

    Klingt streng, aber ich war die "milde mahnende Tour" der letzten Wochen echt leid, denn gebracht hat es nichts.

    Meine Freundin hatte so ein Theater mit ihrem Sohn (auch 5), der dauernd beim Spazierengehen in Hundehaufen, Katzendreck, Pferdeäpfel, Kuhfladen und andere matschige Dinge reintrat. Wenn im herbst faule schimmlige Äpfel in der Wiese liegen - er latscht mit Freude rein.

    Und jeder Hundehaufen wurde mitgenommen.

    Sie hat ihn sich gepackt nach einem solchen Spaziergang.
    Eimer warmes Wasser mit Essigessenz, die stinkenden dreckigen Schuhe, eine alte Bürste. Ab vor die Tür - Schuhe säubern!
    Er hat wohl furchtbar gemault und geheult - keine Chance!

    Er musste die Schuhe sauber schrubben, dann mit Zeitungspapier ausstopfen und in den Heizungskeller bringen.

    Danach war die Jeans dran, die musste er ausziehen und in die Waschmaschine legen.

    (Seine Mutter hat dann alles eingestellt).

    Sie meinte, ihn hat es fast "gehoben" (Übelkeit), ihre Schwigermutter, die nebenan wohnt wollte ihm helfen. Aber meine Freundin blieb hart, ER ALLEINE wird das jetzt sauber machen. Und seitdem tritt er nicht mehr in irgendwelche Tierkacke rein.
    Das war ihm eine Lehre.

    Ich finde, es sind oft Kleinigkeiten, Banalitäten.
    Aber man muss auch mal hart sein und die Kinder anlernen.
    Ich motze nicht wegen jedem Mist rum, ich sehe auch das Ganze.

    Aber solchen Larifari wie das mit dem Schuhe hinschmeißen oder Spiele nicht versorgen ist für mich ein No-Go. Dafür habe ich neben meiner Hausarbeit und Job etc keine Lust.
    Es ist unnötig und eine Fünfjährige kann sehr wohl ihre Sachen etwas zusammenhalten.

    Jetzt lernt sie es.

    LG

    • <<Und ich nahm eine Mülltüte mit: die ganzen Puzzles und Spiele, die unvollständig waren, landeten im Müll.>>
      OK; im Müll wären diese Sachen bei mir zwar nicht gelandet; hätte sie jedoch konfisziert - und sie erst wieder raus gerückt, wenn der liebe Nachwuchs in Zukunft (mehr) Ordnung hält. Die Sachen hätte ich dann halt super gut versteckt und die hätte ich dann halt irgendwo ganz hinten oder weit oben im Schrank - oder auf dem Dachboden oder im Keller verstaut - wo sie nicht so schnell bis gar nicht gefunden werden. Wo auch immer.

      • Hallo meckikopf,

        die Sachen waren ja inzwischen unvollständig. Es haben bei den Spielen Teile gefehlt, Zubehör - im Haus nicht zu finden und wer weiß, in welchem Garten die Teile inzwischen aufgeweicht rumliegen...

        Deswegen wäre wegsperren sinnlos, ich würde damit nur Unrat horten....

        Immerhin hat sie begriffen, dass ich es nicht dulde, dass Puzzles und Spiele irgendwo hin verzottelt werden.

        Wenn das so bleibt und die übrigen Spiele, die noch komplett sind, pfleglich behandelt werden, ist irgendwann auch mal wieder ein neues drin ????

        • Hallo Flamingoente :-),

          <<die Sachen waren ja inzwischen unvollständig. Es haben bei den Spielen Teile gefehlt, Zubehör - im Haus nicht zu finden und wer weiß, in welchem Garten die Teile inzwischen aufgeweicht rumliegen...>>
          Ach sooo... das ist natürlich was ganz anderes. Finde ich jedoch sehr SCHADE, dass Du das somit dann überhaupt entsorgen musstest :-(#schmoll. Denn Spiele und Spielzeug sind ja auch wertvoll und haben (Euer!) Geld gekostet. Und das muss das Jungvolk halt auch LERNEN, dass das Geld nicht auf der Straße liegt und die Eltern nicht mit einem Geldscheißer ausgestattet sind. Und ja, wer bezahlt, kann und darf halt auch bestimmen - insofern IHR/die ELTERN. Und wenn ständig irgendwas rum fliegen und verschwinden würde, gebe es bei mir halt auch mal auf unbestimmte Zeit KEIN Spielzeug mehr. Zur Strafe, oder; besser gesagt; Konsequenz. Denn man muss einfach lernen - wie Du schon schreibst - mit den Sachen gut umzugehen und sie pfleglich zu behandeln.

    Es tut mir leid für Deine Tochter, dass Du da keine andere Lösung gefunden hast.
    Warum muss man auch mal hart sein , wie Du schreibst?

    • Entweder sind Deine Kinder noch klein, oder Du hast zufällig sehr pflegeleichte Exemplare erwischt, sonst würdest Du nicht fragen...

      Mit der "Verständnis-Tour", oder der "'Wenn das Kind keinen Bock hat, macht man es eben selbst, bevor man sich mit dem Kind zankt-Tour" hättest Du mit unseren Kindern nach wenigen Tagen richtig Späßchen.
      Die würden Dich nur noch springen lassen. ;-)

      Oma hat diese Erziehung mal an unserer Tochter ausprobiert, weil wir Fieslinge ja immer so streng mit dem armen Kind waren. Nachdem Töchterchen Oma mal gezeigt hatte, wie es läuft, wenn sie glaubt, dass sie Oberwasser hat, war Oma auch streng... #rofl

      LG

      Heike

      • Meine Kinder sind 15, 9 und 2 Jahre. Ich habe also von jeder Altersgruppe was im Angebot.
        Ich hätte nie eine schöne Unternehmung mit den Kindern zu Gunsten des Zimmers platzen lassen.
        Sicher muss es passieren. Aber so?

Top Diskussionen anzeigen