wie klappt Autorität wieder? Kinder hören gar nicht mehr...

    • (1) 02.02.16 - 11:23
      Inaktiv

      meine Kinder sind 5+7 und probieren derzeit beide gleichzeitig die Grenzen aus -- extrem.
      Es wird nicht gehört, - widersprochen, - ansatzweise geflucht, - vor sich hin geschimpft, wann immer ich eine Ansage mache... der 8 jährige mehr, aber die kleine zieht nach oder kuckt es sich grad ab....

      okay, -- mit ging es einige Wochen oder gar Monate sehr schlecht und mit schlechter eigener Autorität und schlechten Nerven habe ich jetzt einige Zeit manches nicht mehr so arg durchgesetzt -- aber es war auch irgendwie nicht nötig...

      mir fehlt es derzeit an Durchsetzungskraft und außer unsinnigen Konsequenzen, die mit dem Kernproblem nix zu tun haben, bin ich einfallslos, wie ich klarkomme ...

      es geht selten um wirklich tragisches, - und das wird wohl der Punkt sein, ...
      - lauft nicht über Omas Wiese die Abkürzung, sondern den Hauszugangsweg
      - macht das Licht aus, bevor ihr runter kommt
      - hilfst du mir den Tisch abräumen
      - bring die Dreckwäsche aus Deinem Zimmer in den Korb
      - räume erst deine Schuhe aus dem Flur bevor.....
      - seid angezogen bevor das Frühstück fertig ist

      - kommt runter, wir müssen los ( "wohinn denn verdammt - ich will nicht")

      also lauter solche Alltagsdinge ... --- sie widersprechen aktiv (die Schwester wars, -- oder der Mund ist doch gar nicht dreckig, - oder weichen aus), - oder machen es schlicht nicht, -- oder ignorieren selbst wiederholte Aufforderungen auch in strengerem Ton...
      Ganz harte Töne oder schimpfen enden mit Wutausbrüchen der Kids... (super: will man auch nicht wegen so Banalitäten)

      in solchen Situationen fallen mir derzeit keine MIttel ein, das wirklich durchzusetzen, ausser die eben so in Verruf geratenen Konsequenzen, die eben nix mit der Sache zu tun haben (HÖrspiel weg, Sandmännchen streichen, ohne Geschichte ins Bett, etc....)

      Bei der kleinen helfen meist noch die Begründungen oder ergänzende Erklärungen, dann horcht sie doch meist, --- aber der große ist derzeit "auf Kampfansage."...

      Genau diese Konsequenzen kommen zum Einsatz -- dann klappt es auch meistens, - aber das ist doch sowas von daneben, das Sandmännchen abzusagen, nur weil am Tag irgendwann mal wegen etwas nicht gehört wurde....

      wart Ihr auch einmal in so einer Schraube? - Eben vielleicht auch, weil ihr Nervenmässig nicht mehr so rigosros sein konntet?

      Derzeit ging es mir nicht so gut --- überlastet mit Haushalt und Überlastet mit Arbeit und das Nervenkostüm war oder ist immer noch extrem dünn.... -- da ist es auch nicht einfach, einen großen Konflikt wegen ein paar Schuhen im Flur zu provozieren, --- wisst Ihr was ich mein?

      Wie seid Ihr aus so einer Schraube wieder rausgekommen?

      • Hallo #winke,

        ja das kenne ich nur zu gut #rofl. Unser großer ist 5 und hören ist zur Zeit auch nicht gerade eine seiner Spezialitäten #augen;-). Meine Mutter meint: "das sind nicht die Ohren, das ist das Alter", na super, immerhin müssen wir nicht zum HNO ;-).

        Manchmal denke ich er macht es nicht mal absichtlich. So bei uns:

        - wir rennen nicht über den Flur
        - etwas leiser bitte
        - Wäsche in den Wäschekorb bitte

        - die Tür hat eine Klinke usw. usw.

        Auch bei uns endet es dann oft darin, dass ich sage es gibt kein Kinderprogramm, für ihn eigentlich die Höchststrafe. Sobald ich es ausspreche gelobt er Besserung, aber keine 2 min später tut er es wieder. Ich weiß nicht, wieso das nicht in seinen Kopf geht. Letztens hab ich auch zu ihm gesagt, dass ich keine Lust mehr habe mit ihm zu schimpfen.

        Aktuell ist es so, dass ich über bestimmte Dinge (rennen im Flur z.B.) hinwegsehe. Wenn er sich weh tut wird er schon merken was ich mit dem nicht rennen meinte. Ich sag mir immer wieder es ist nur eine Phase. Ich glaube man kann da gar nicht richtig rauskommen, das gibt sich.

        Lg

        • (3) 02.02.16 - 12:46

          Danke --- na Du machst mir Mut...

          ich schätze mal, weil es mir selbst gerade alles an die Nieren geht, finde ich einfach alles viel schlimmer, wie es vielleicht ist...

          naja: irgendwann kommt auch wieder besser Wetter, da sind sie dann viel mehr draussen und einerseits vielleicht auch nicht mehr so stubengefrustet... -- ist vielleicht auch einfach "winter" ....

          ich muss zugeben: sobald das Wetter einigermaßen ist, - oder schnee liegt, sind die zwei stundenlange draussen und auch ausgelastet, -- an solchen Tagen ist vieles viel einfacher...

          ich bin meist auch einfach nur mit mir selbst gefrustet, weil ich eigentlich gerne mehr zeit für vieles haben will -- aber Haushalt und vor allen dingen die Arbeit (bin selbständig) wächst mir grad einfach zusätzlich über den Kopf....

          nuja ... ich hoffe auf den Frühling.... -- im Sommer habe ich auch wieder weniger Arbeit....

      (4) 02.02.16 - 20:24

      meine kinder sind 4 und 7 also im ähnlichen alter.

      was die konsequenzen angeht:
      nicht die abkürzung nehmen: zurück laufen und den weg noch mal richtig gehen. wers nicht kann, muss üben.
      licht aus, vorm runterkommen: hoch gehen, licht ausmachen.
      hilfst du mir den tisch abräumen: daneben stehen und ansagen machen oder teller in die hand drücken.
      schmutzwäsche wegbringen: daneben stehen.
      schuhe wegräumen - zurückpfeifen, wegräumen lassen.
      angezogen sein vorm frühstück - da würde ich helfen. meine beiden brauchen morgens ihre zeit, um in die gänge zu kommen, da helf ich gerne noch ein bisschen nach.

      laut werden bringt ohnehin nichts, weil kinder dann auf durchzug schalten.

      wenn meine grosse den konfrontationskurs probiert, dann geht es bei mir ganz einfach: hörst du nicht auf mich, hör ich auch nicht auf dich. sie will ständig irgendetwas von mir, da gehts ganz schnell, dass sie sich ärgert, wenn ich nicht auf sie höre.

      ich denke, GERADE wenn deine nerven zur zeit nicht die besten sind, solltet ihr den kleinkrieg einstellen und wieder miteinander arbeiten. wenn etwas nie klappt, versuch zu hinterfragen, warum nicht. ist irgendetwas an der aufgabe nicht lösbar? (für meine z.b. das anziehen vor dem frühstück)
      ansonsten: mit einem liebevollen streicheln und einem lächeln werden meine (genauso klaren) ansagen immer viel schneller befolgt als wenn ich auf konfrontationskurs gehe und den kasernenton auspacke.
      meine grosse kriege ich auch ganz schnell friedlich, wenn ich ihr erzähle, was sie für ein tolles kind ist und dass ich mich wundere, weil es doch gar nicht ihre art ist, diesen oder jenen blödsinn zu machen... (frei nach dem motto mit zucker fängt man mehr fliegen als mit essig)

      ausserdem solltest du schauen, ob du unterstützung bekommen kannst, sei es in der familie, im freundeskreis, über eine kur, das jugendamt... es ist keine schande, sich entlastung zu holen!

    • (5) 03.02.16 - 00:15

      Ich finde, das A und O ist, dass man sich vor dem Schimpfen überlegt, ob man grad die Kraft und den Willen hat, das im Moment wirklich durchzuziehen. Wenn ich am Anschlag bin, hol ich die Kleidung lieber selber. Das ist NICHT schlimm. Schlimm ist, wenn ich es fünfmal sage, dann sauer bin und es am Schluss selber mache. Da verlier ich Autorität, da grinsen die Kinder über Mama. Das soll nicht heißen, dass man nicht mal nachgeben darf. Warum soll man nicht auf ein: "Ach Mama, machs halt bitte du." auch mal sagen: "Naja, dann mach ichs eben." Aber dann eben, weil man dahintersteht. Dann darf man aber auch im Anschluss nicht grantig sein.

      Bei uns ist natürlich auch nicht alles Gold was glänzt und manchmal haben wir auch einen kleinen Terrorzwerg hier. Aber ich fühle mich nicht so sehr belastet und im Vergleich zu gleichaltrigen Jungs ist er sehr verständig, zuverlässig und auch wohlerzogen, finden nicht wir sondern Erzieherinnen, Nachbarinnen mit gleichaltrigen Kindern, etc.

      Ich muss aber auch sagen, dass mein oberstes Ziel nicht ist, dass mein Kind "folgt", sondern dass es Grundregeln des Zusammenlebens beherrscht und sich benehmen kann, wo es wichtig ist. Deine Beispiele:

      -Omas Wiese, warum darf man denn da nicht drüberlaufen? Man darf nicht in Beete steigen, ja. Aber über OMAs Wiese???? Ich lauf da auch drüber. Das würd ich als Kind nie verstehen.
      -Licht ausmachen. Nun, ich selber fühle mich wohler, wenn im ganzen Haus Licht brennt. Schraubt LED-Birnen ein, dann ist der Stromverbrauch minimal und die Lichter können während des Abendessens brennen. Anders natürlich, wenn man wegfährt oder so. Dann halt einfach nochmal hochschicken und halt wirklich durchziehen.
      -Tisch abräumen. Ja, natürlich, wichtig. Klar. ABER: Immer ein bisserl vorfühlen. Wenn das Kind eh schon geladen, hundemüde, etc. ist, tust du NIEMANDEM damit einen Gefallen. Dann räum geschwind selber ab. Sonst wird das zum Machtkampf und dann hast du schon verloren, weil dir - wie du selber schreibst - die Mittel fehlen.
      -Dreckwäsche. Keine Ahnung, bei uns zieht man sich im Bad um. Ich würds aber auch nicht wollen, weil ich entscheide, was dreckig ist und was man noch benutzen kann. Aber im Prinzip dasselbe wie Tisch abräumen.
      -allein anziehen vor dem Frühstück find ich für 5jährige zu viel verlangt und auch 7jährige genießen morgens vielleicht die Zeit mit Mama. Es ist ja auch eine Art der Zuwendung. Natürlich achte ich drauf, dass sich mein Sohn allein anziehen kann - kann er ja auch - aber doch bitte nicht, wenn die Situation eh schon stressig ist.

      Die Dinge, die ich aber durchziehen will, die zieh ich rigoros durch. Ich drohe eine Konsequenz an, dann "zähle ich bis 3", das hasst er zwar, aber es funktioniert zumeist. Und wenn er tobt und nicht aufhört, dann bring ich ihn in sein Zimmer. Ich bleibe vor der Tür stehen, aber er geht nicht raus, bis er sich "ausgesponnen" hat. Das dauert meist nicht allzu lange. Sind wir z.B. bei Oma, nun, dann gehe ich eben auf der Stelle mit ihm heim (wobei ich mir da VORHER überlegen muss, ob es mir die Sache wert ist, dass er dann eben nicht bei Oma bleiben kann).

      Was ich meine: Sein Gesicht verliert man nicht, indem man hier oder dort nicht so streng ist. Autorität/Respekt gewinnt man nicht durch Strenge. Ich denke, das Wichtigste ist, die wenigen Regeln, die man hat, wirklich einzufordern, keine Machtkämpfe zu führen und immer möglichst liebevoll zu sein, auch mal zufrieden sein. Beispiel: Sohn irgendwie total überdreht, singt, hüpft, wirft ein Glas um. Er erschrickt. Mein Mann: "So und jetzt holst du sofort einen Lappen und zwar ohne Singen." Sohn läuft tatsächlich bedröppelt zum Waschbecken um den Lappen, singt aber leise weiter (nicht aus Widerstand, sondern weil er irgendwie die peinliche Situation umgehen wollte). Mein Mann (war krank und hatte Kopfweh) flippt voll aus, schimpft ihn schrecklich, dann war riesen Geplärre. Das hätte von meinem Mann nicht sein müssen. Damit macht man sich das Leben schwer.

      Andere Sache, meine Nachbarin: Die Kinder haben viel Spielzeug, also wird einiges gelegentlich in den Keller gebracht und dann immer mal wieder raufgeholt. Die Kinder fragen, ob sie dieses/jenes raufholen dürfen. Sie sagt, nein, weil wirs eh erst runter geräumt haben. Spielt mit dem, was ihr habt. Daraufhin gehen die Kinder und holen alles mögliche hoch, sie guckt ihnen zu, weil sie in dem Moment zu faul zum Einschreiten war (was ja legitim ist, aber dann muss ich halt sagen: Na, von mir aus, ist mir auch wurscht jetzt). Nachdem (!) die Kinder den halben Keller hochgeräumt hat, flippt sie VÖLLIG aus. Sagt, sie wirft jetzt alles weg, etc. Riesen Geschrei, Eskalation. Blöde Mama, scheiß Mama, ... HALLO! Ich wär da beim ALLERERSTEN Teil eingeschritten und der Kleine hätte es mit mir an der Hand feinsäuberlich in den Keller zurück getragen mit dem einfachen Hinweis, dass wenn ich nein sage nein ist. Und wenn er meint, sich hier vor den Freunden zeigen zu müssen, diese auf der Stelle heimgehen. Aber doch nicht nach einer Stunde, wo die Kinder hellen Spaß hatten und das Verbot schon lang vergessen.

      • (6) 03.02.16 - 00:19

        P.S.: Sicher mache ich genauso Sachen falsch. Das Blöde ist halt, dass sie einem selber nicht auffallen. Die zwei Beispiele sollen nicht zeigen, dass mein Mann oder die Nachbarin unfähig sind, sondern nur, dass ich mir in dem Moment gut erklären konnte, warum die Situation entgleiste. Wenn ich den Fehler mach, dann merk ichs auch eher selten. Das ist ja der Witz der Sache.

      • (7) 03.02.16 - 08:58

        danke für Deine Worte -- manchmal muss man auch mal reflektieren ... hast mir einige Denkanstösse gegeben...

        Toller Beitrag!

        Ich kenne das auch so und es gibt Situationen, da muss man eben selber ran, einfach weil es sonst eskaliert. Ich habe da aber auch ab und an Stress mit meinem Partner, der ist da viel rigoroser und ja, auch gnadenloser, was mich manchmal sehr sehr stört.
        Meine Tante, vierfache Mutter von recht wohlgeratenen Kindern und Pädagogin sagt immer: lass dich auf keinen Kampf ein. Spätestens mit 16 wirst du diesen immer verlieren und dann hast du keinen Zugang mehr zu deinem Kind.

        Ich handle nach dem Prinzip: wähle dein Schlachtfeld weise. Es gibt ein paar Dinge, da bin ich streng und da wissen die Kids auch, da gibts mächtig Probleme, wenn das nicht klappt (am brennenden Kamin zündeln, Fremden die Tür aufmachen, an der Strasse hampeln und schubsen, Hausaufgaben verschweigen oder nicht machen, also wirklich Dinge von Tragweite).
        Bei allem anderen bin ich nachsichtiger
        - Ich muss kein müdes knatschiges Kind anblaffen und seinen Schlafanzug selber suchen lassen, weil der mal wieder nicht dort liegt wo er sollte, sondern helfe ihm, ihn zu finden und anzuziehen
        - Ich muss kein verpenntes Kind zwingen, sein Zimmer noch vor der Schule aufzuräumen, das dann verstört, wütend und aufgebracht kurze Zeit später in die Schule losgeht
        - Wenn die Kids mal wieder die (LED#pro) Lichter in ihren Zimmer morgens nicht ausmachen, so what, ich gehe ohnenhin nochmal hoch ins Bad, da bricht mir kein Zacken aus der Krone, wenn ich schnell ein paar Schalter drücke
        - Wir haben auch Beete, wo die Kids manchmal durchlatschen, da habe ich ihnen erklärt, dass wir da was angepflanzt haben und sie beim drübergehen die Planzen kaputt machen oder sie haben im Vorgarten helfen dürfen, die Blumenzwiebeln einzubuddeln, jetzt sind sie da ganz vorsichtig und gehen drumherum, denn da sind ja die Blumenzwiebeln drin

        Ich denke auch, Verbote bzw. "Befehle" sind in vielen Fällen total überflüssig. Warum auf den Wegen gehen, wenn es doch ne coole Abkürzung gibt? Es ist wichtig, sich auf Kinderaugenhöhe zu begeben und IHRE Sicht auf die Welt zu sehen. Diese Perspektive rückt vieles gerade, erklärt viele Verhaltensweisen. Sie sind KEINE kleinen Erwachsenen, sondern Kinder: verspielt, verträumt, neugierig, nicht planend, in den Tag hineinlebend, fröhlich. Das darf man nicht durch Kasernenton, Verbote und rigide Vorgaben und Strafen zerstören.
        Meistens lassen sich Kinder toll einfangen, wenn man sie einbezieht, sie neugierig macht, an ihren Verstand, ihr Verständnis appeliert, sie selber machen lässt, ihnen Dinge erklärt und sie Verantwortung übernehmen lässt. Kinder sind nicht böse und wollen die Mama nicht ärgern, aber sie sind auch keine Hunde, die man dressiert und abrichtet. Bei allem muss man immer ihre unverletzbare Würde im Kopf haben und sie nicht demütigen. Ein Kind, dass man als "Komplizen" gewinnt, dass sich durch Worte und Erklärungen (meistens) erreichen lässt, wird auch mal ein vernünftigerer Jugendlicher und auch Erwachsener. Kampf, Befehle und Strafen sind die denkbar schlechtesten Wege zu einem "guten" Kind.

    Hallo,

    im Moment bockt meine Große (fast 5) auch mal gerne.

    Ich bin da aber stur, was manche Sachen angeht.
    Dennn ich bin hier nicht die Hausmaus und räume ihr hinterher.

    - Stiefel, Jacken etc flacken im Flur rum: herkommen und wegräumen

    - Fahrrad/Roller liegt in der Einfahrt im Weg und sie spielt bei Nachbarskindern im Garten: ich rufe sie her, dass sie ihre Sachen bitte sauber versorgt

    - Naschpapierchen auf dem Boden oder dem Sofa: herkommen, zusammenklauben, in den Mülleimer

    Und letzten Sonntag gab es mal eine richtige Konsequenz.

    Das Zimmer sah aus wie nach einem Bombenanschlag.
    Sie ist mit sandigen Stiefeln nach oben geflitzt um was zu holen. Dann flackten überall Kleider rum, alle aus dem Schrank gezogen.
    Puppenkram, Puppengeschirr.
    Der Kaufladen war in allen vier Ecken.
    Bonbonpapiere und bekritzelte Papierfetzen.
    Und überall Spiele - teilweise fehlten Karten, Männchen, Figuren - wir haben sie nicht mehr gefunden, weil sie auch oft Sachen nach draussen schleppt (trotz Verbot).

    An diesem Tag fragte eine Nachbarin, ob wir mit zum Faschingsumzug in die Stadt gehen.

    Meine Antwort war: Nein!
    Meine Kurze musste mir helfen, das Zimmer sauber zu machen.

    Und ich nahm eine Mülltüte mit: die ganzen Puzzles und Spiele, die unvollständig waren, landeten im Müll.

    Ich konnte den Saustall nicht mehr sehen, ich hatte keinen Bock alles zusammenzuklauben und zu sortieren, etc
    Natürlich hat sie gemault, aber ich machte ihr klar, dass sie in Zukunft auf ihre Sachen mehr achten soll und nicht alles verschleppen soll.
    Spiele gehören ins Zimmer oder Wohnzimmer. Und haben draussen nichts zu suchen.

    Und neue Spiele werden vorerst nicht gekauft. Punkt.

    Ich möchte sehen, dass sie mit ihrer Habe anständig und sorgfältig umgeht.

    In den letzten Tagen hat sie es immerhin gut eingehalten - was gespielt wird, wird später verräumt. Und es werden nicht 10 Spiele ausgepackt, sondern nur eins. Und das wird verräumt, bevor es ans nächste Spiel geht.

    Ich habe oft genug "gedroht", die Spiele wegzuschmeißen, wenn sie nicht sauber und vollständig verpackt sind. Brachte nichts.

    Aber nun habe ich es auch mal umgesetzt und damit hat sie nicht gerechnet.

    Auch dass der Umzug an dem Tag flach fiel hat sie gefuchst.
    Aber wenn das Zimmer wie Sau aussieht, sehe ich nicht ein, dass sie feiern geht.

    Klingt streng, aber ich war die "milde mahnende Tour" der letzten Wochen echt leid, denn gebracht hat es nichts.

    Meine Freundin hatte so ein Theater mit ihrem Sohn (auch 5), der dauernd beim Spazierengehen in Hundehaufen, Katzendreck, Pferdeäpfel, Kuhfladen und andere matschige Dinge reintrat. Wenn im herbst faule schimmlige Äpfel in der Wiese liegen - er latscht mit Freude rein.

    Und jeder Hundehaufen wurde mitgenommen.

    Sie hat ihn sich gepackt nach einem solchen Spaziergang.
    Eimer warmes Wasser mit Essigessenz, die stinkenden dreckigen Schuhe, eine alte Bürste. Ab vor die Tür - Schuhe säubern!
    Er hat wohl furchtbar gemault und geheult - keine Chance!

    Er musste die Schuhe sauber schrubben, dann mit Zeitungspapier ausstopfen und in den Heizungskeller bringen.

    Danach war die Jeans dran, die musste er ausziehen und in die Waschmaschine legen.

    (Seine Mutter hat dann alles eingestellt).

    Sie meinte, ihn hat es fast "gehoben" (Übelkeit), ihre Schwigermutter, die nebenan wohnt wollte ihm helfen. Aber meine Freundin blieb hart, ER ALLEINE wird das jetzt sauber machen. Und seitdem tritt er nicht mehr in irgendwelche Tierkacke rein.
    Das war ihm eine Lehre.

    Ich finde, es sind oft Kleinigkeiten, Banalitäten.
    Aber man muss auch mal hart sein und die Kinder anlernen.
    Ich motze nicht wegen jedem Mist rum, ich sehe auch das Ganze.

    Aber solchen Larifari wie das mit dem Schuhe hinschmeißen oder Spiele nicht versorgen ist für mich ein No-Go. Dafür habe ich neben meiner Hausarbeit und Job etc keine Lust.
    Es ist unnötig und eine Fünfjährige kann sehr wohl ihre Sachen etwas zusammenhalten.

    Jetzt lernt sie es.

    LG

    • <<Und ich nahm eine Mülltüte mit: die ganzen Puzzles und Spiele, die unvollständig waren, landeten im Müll.>>
      OK; im Müll wären diese Sachen bei mir zwar nicht gelandet; hätte sie jedoch konfisziert - und sie erst wieder raus gerückt, wenn der liebe Nachwuchs in Zukunft (mehr) Ordnung hält. Die Sachen hätte ich dann halt super gut versteckt und die hätte ich dann halt irgendwo ganz hinten oder weit oben im Schrank - oder auf dem Dachboden oder im Keller verstaut - wo sie nicht so schnell bis gar nicht gefunden werden. Wo auch immer.

      • Hallo meckikopf,

        die Sachen waren ja inzwischen unvollständig. Es haben bei den Spielen Teile gefehlt, Zubehör - im Haus nicht zu finden und wer weiß, in welchem Garten die Teile inzwischen aufgeweicht rumliegen...

        Deswegen wäre wegsperren sinnlos, ich würde damit nur Unrat horten....

        Immerhin hat sie begriffen, dass ich es nicht dulde, dass Puzzles und Spiele irgendwo hin verzottelt werden.

        Wenn das so bleibt und die übrigen Spiele, die noch komplett sind, pfleglich behandelt werden, ist irgendwann auch mal wieder ein neues drin ????

        • Hallo Flamingoente :-),

          <<die Sachen waren ja inzwischen unvollständig. Es haben bei den Spielen Teile gefehlt, Zubehör - im Haus nicht zu finden und wer weiß, in welchem Garten die Teile inzwischen aufgeweicht rumliegen...>>
          Ach sooo... das ist natürlich was ganz anderes. Finde ich jedoch sehr SCHADE, dass Du das somit dann überhaupt entsorgen musstest :-(#schmoll. Denn Spiele und Spielzeug sind ja auch wertvoll und haben (Euer!) Geld gekostet. Und das muss das Jungvolk halt auch LERNEN, dass das Geld nicht auf der Straße liegt und die Eltern nicht mit einem Geldscheißer ausgestattet sind. Und ja, wer bezahlt, kann und darf halt auch bestimmen - insofern IHR/die ELTERN. Und wenn ständig irgendwas rum fliegen und verschwinden würde, gebe es bei mir halt auch mal auf unbestimmte Zeit KEIN Spielzeug mehr. Zur Strafe, oder; besser gesagt; Konsequenz. Denn man muss einfach lernen - wie Du schon schreibst - mit den Sachen gut umzugehen und sie pfleglich zu behandeln.

    Es tut mir leid für Deine Tochter, dass Du da keine andere Lösung gefunden hast.
    Warum muss man auch mal hart sein , wie Du schreibst?

    • (14) 05.02.16 - 22:52

      Entweder sind Deine Kinder noch klein, oder Du hast zufällig sehr pflegeleichte Exemplare erwischt, sonst würdest Du nicht fragen...

      Mit der "Verständnis-Tour", oder der "'Wenn das Kind keinen Bock hat, macht man es eben selbst, bevor man sich mit dem Kind zankt-Tour" hättest Du mit unseren Kindern nach wenigen Tagen richtig Späßchen.
      Die würden Dich nur noch springen lassen. ;-)

      Oma hat diese Erziehung mal an unserer Tochter ausprobiert, weil wir Fieslinge ja immer so streng mit dem armen Kind waren. Nachdem Töchterchen Oma mal gezeigt hatte, wie es läuft, wenn sie glaubt, dass sie Oberwasser hat, war Oma auch streng... #rofl

      LG

      Heike

      • (15) 06.02.16 - 10:28

        Meine Kinder sind 15, 9 und 2 Jahre. Ich habe also von jeder Altersgruppe was im Angebot.
        Ich hätte nie eine schöne Unternehmung mit den Kindern zu Gunsten des Zimmers platzen lassen.
        Sicher muss es passieren. Aber so?

Hier trifft wahrscheinlich auch der Spruch zu:

"Wenn Kinder um eine Pfütze herumlaufen anstatt wie verrückt drin herum zu hüpfen, hat man als Eltern etwas falsch gemacht..."

Wahrscheinlich wirst du jetzt widersprechen, aber dein Text klingt, als darf dein Kind keinen Spaß haben.

LG

  • Natürlich darf sie Spaß haben!

    Aber: trotz mehrfachem Ermahnens Dinge (in dem Fall die Spiele) kaputtmachen und verlottern lassen geht auch nicht.

    Und bitte erkläre mir: soll ich kaputte unvollständige Spiele aufbewahren und horten? Nein! Ab in den Abfall damit und es wird vorerst nichts Neues gekauft.

    Ich möchte mir keine Prinzessin vom Stamme Nimm ranziehen, sondern sie muss lernen dass wenn etwas kaputt geht, es weggeschmissen wird! Und dass sie auf ihre Sachen achten soll.

    Und dass es nicht einfach mal eben so Ersatz gibt. Das Geld wächst nicht auf Bäumen.

    Erst gestern gab es Geheule, weil von der eiskönigin-Barbie der eine Schuh im Garten (!!!) verloren ging. Wir alle haben gesucht, ihn nicht gefunden. Mal sehen, vl taucht er wieder auf.

    Aber: sie forderte gleich, dass sie umgehend eine neue möchte!

    Nein! Das ist Pech! Thema Spielzeug nach draußen schleppen - sie muss lernen, darauf aufzupassen. Sie weiß, dass diese Sachen draußen nichts verloren haben.

    Sie darf jederzeit Freunde aus der Nachbarschaft mitbringen und spielen.

    Und sie darf auch robustere Sachen wie zB ihre Banypuppe mal rausnehmen.

    Aber spiele mit zigtausend Teilen sind für draußen nicht geeignet.

    Fertig, meine Einstellung.

    Wenn Du kaputtes Zeug hörten willst oder gerne immer neu nachkaufst, dann ist das deine Ansicht.

    Und falls Du auf den Hundedreck-Hüpfer meiner Freundin anspielst; auch ihr gebe ich recht!

    Oder ist es für Dich Spaß, wenn Dein Fünfjähriger mutwillig in widerlichen stinkenden Hundedreck steigt und DU die Sauerei dann zuhause beseitigen darfst?

    Zwischen einer Pfütze und einem Sch...haufen mache ich einen Unterschied!

    • Ich gebe Dir recht, dass kaputtes Spielzeug in den Müll wandern darf (sofern das Kind damit keinen Spielwert mehr hat). ABER ich finde es sehr hart, das Spielzeug in dem Zusammenhang wegzuschmeißen, den Du beschreibst. Du warst genervt von der Situation, aber Dein Kind wurde sehr, sehr hart dafür bestraft, dass Deine Laune so am Boden war. Wäre ich Dein Kind, wäre ich noch Jahre später traurig über dieses Erlebnis und von meiner Mutter enttäuscht. Ein Kind von 5 Jahren kann es noch nicht überblicken, auf all die Teile eines Puzzles oder einen Barbyschuh aufzupassen. Und selbst mir gehen noch heute ab und zu mal Teile beim Puzzeln verloren, die sich dann irgendwann unter dem Sofa oder wo auch immer wiederfinden.

      Aber generell halte ich nichts von "Konsequenzen" (was ja auch nur Strafen sind). Ich halte es da wie keksrolle123 und bin überzeugt, dass Kinder kooperieren wollen und können, wenn man sie gleichwertig behandelt und ihnen Vorbild ist.

      • Guten Morgen,

        ich glaube, Du hast nicht alles durchgelesen.

        Sie hat die Teile größtenteils im Garten verloren, wir haben einige wenige aufgeweicht gefunden. Der Rest war weg ... davongeflogen, verschüttet, sie waren weg.

        Und sie selber wusste auch, dass man damit nicht mehr spielen kann, hat auch schon lange davor herumgequakt, dass die Spiele ja nicht komplett sind.

        Und ich finde nicht, dass ich mein Kind "sehr sehr hart" bestraft habe.
        Und wir kooperieren sehr wohl mit unsere Kindern und behandeln sie gleichwertig.

        Aber - damit das funktioniert, muss auch ein Kind mit 5 mal LERNEN, dass Mutti und Vati nicht alles für das Kind machen. Dass Mutti nicht nur zum Hinterherräumen da ist und dass Vati nicht dauernd seinen Geldbeutel aufmacht.
        Dass es sein Zimmer auch mal selber etwas aufräumen soll.

        Dass es nicht geht, dass Dinge verhunzt werden und man zu den Eltern "Ich will ein neues!" sagt.

        Wann soll es das sonst lernen? Als Jugendlicher ist es sicherlich zu spät.

        Das kaputte Zeug soll weg - Aus Ende Amen.
        Was hat sie davon, wenn wir kaputten Schrott horten?

        Sie hatte es zum x-ten Male wieder in allen vier Ecken des Zimmers verteilt.
        Zudem hat sie uns an dem Vormittag auch etwas für dumm verkaufen wollen.
        Sie soll aufräumen, aber sie schob die Sachen gerade unters Bett.

        Der Faschingszug war keine Tragödie - es gibt genug davon. Dieser war einer von vielen kleineren, in allen Dörfern ist was um die Zeit, und sie ist noch auf genügend andere gegangen bzw. wird die Tage gehen.

        Nur war dies für uns beide (meinen Mann und mich) einfach mal genug.

        Und unsere Laune war auch nicht "am Boden", dass wir unser Kind bestraften.
        Aber mit 5 weiß sie auch, dass sowas nicht geht.
        Im Kindergarten müssen die Zwerge ihre Siebensachen auch selber verstauen, Schuhe aufräumen, Jacken am Haken versorgen usw.

        Sie muss absolut nicht alles selber machen, aber an dem Tag war es uns einfach mal zuviel.

        Und was den Barbieschuh angeht - ich ahbe nirgendwo was geschrieben, dass ich sie weggeschmissen habe. (Ansonsten: bitte zeige mir diese Textzeile!).
        Ich habe lediglich gesagt, dass wir keine neue kaufen, nur weil ein kleiner Schuh verloren gegangen ist.

        Was sollte sie denn lernen, wenn ich ihr eine neue kaufe? --> Och ja, ist kaputt. Aber Mama kauft mir ja eine neue! #aerger...neee!

        Ich hatte als Kind auch ab und zu solche Konsequenen - und ich habe darunter nicht "noch jahrelang gelitten", so wie Du es beschreibst - sondern es kam auch ein gewisser Lerneffekt durch, dass ich meine Siebensachen pfleglich behandle.

        So, Wort zum Montag.
        Bitte nicht alles so hochdramatisieren.

        LG

        • Ich hatte alles komplett gelesen und sehe es einfach völlig anders als Du.

          Das eine (Zimmer sieht aus wie nach einem Bombenanschlag, wir sollten mal aufräumen), und das andere (Spielzeugteile fehlen, Spielzeug unbrauchbar, es wird aussortiert, Kind will was neues kaufen) sind meiner Meinung nach auch zwei völlig verschiedene Themen!

          Natürlich musst Du Deinem Kind nicht ständig neues Zeug kaufen, wenn Du das nicht möchtest / nicht kannst. Das kannst Du Deinem Kind gern erklären. ABER die unvollständigen Spielsachen einfach wegzuschmeißen in der von Dir beschriebenen Situation (Kind rennt mit sandigen Schuhen durch's Haus, Zimmer total vermüllt etc), ist in meinen Augen eine Überreaktion von Dir! DU warst schlecht gelaunt / wütend, weil Deine Tochter mit den schmutzigen Schuhen umherlief und ihr Zimmer auch noch schlimm aussah und sie zuletzt oft Spielzeugteile verloren hatte ("aber an dem Tag war es uns einfach mal zu viel"). Du solltest deshalb nicht böse auf Dein Kind sein (auch wenn ich Deinen Ärger wegen der schmutzigen Schuhe gut nachvollziehen kann). Sie ist 5! Sie KANN es einfach NOCH NICHT überblicken, all ihre Sachen immer zusammenzuhalten oder ihr Zimmer regelmäßig von allein aufzuräumen. Da hilft auch keine "Konsequenz" (= Strafe), damit sie es lernt. Sie lernt es indem Du es ihr zeigst, ihr vorlebst. Wenn DU es sauber und ordentlichen haben möchtest, dann räum Du MIT IHR GEMEINSAM ihr Zimmer auf. Die Zeit musst Du Dir dann leider nehmen. Irgendwann wird sie das auch alleine können und wollen, aber eben nicht mit 5. Wenn DU nicht möchtest, dass sie Sachen mit raus nimmt, dann musst Du da eben mehr Dein Auge drauf haben. Die Verantwortung kannst Du ihr noch nicht übertragen und dann sauer sein. Aber Du kannst ihr erklären, dass Du nicht möchtest, dass sie kleinteiliges Spielzeug (da solltest Du ihr konkret sagen was Du damit meinst) mit raus nimmt (weil...) und falls sie es doch mit raus nimmt und es verloren geht, es dann schade wäre und sie sich ärgern wird, Du ihr dann aber nichts neues kaufen möchtest / kannst. Wenn sie Spielzeugteile verliert, dann ist das schade und sie ärgert sich selbst darüber ("hat rumgequakt" wie Du schriebst). Dann kannst Du ihr in der Situation, in der ihr feststellt, dass etwas unvollständig ist und deshalb keinen Spielwert mehr hat (!), erklären, dass es Sinn macht, sich davon zu trennen und die Sachen gemeinsam mit ihr wegschmeißen. So machst Du es ja wahrscheinlich auch mit Deinen Sachen, oder? Wenn sie die Sachen weiterhin behalten will, auch gut. Es sind ja ihre Spielsachen.

          Übrigens habe ich nirgends geschrieben, dass sie deshalb gleich neue Sachen bekommen soll! Davon hast nur Du geschrieben. Ich würde auch keine neuen Sachen kaufen, bloß weil mal was unvollständig oder kaputt ist. Auch unvollständige Puzzle können übrigens noch Spaß bringen indem man z.B. die fehlenden Teile auf Pappe "nachmalt" und somit ersetzt. Auch hatte ich nicht geschrieben, dass Du den Barbie weggeschmissen hast.

          "Was sollte sie denn lernen, wenn ich ihr eine neue kaufe? --> Och ja, ist kaputt. Aber Mama kauft mir ja eine neue! ...neee!" Das sind doch wieder zwei absolut verschiedenen Themen! Kauft ihr denn sonst immer gleich alles neu, weil das alte kaputt gegangen ist bzw Teile fehlen??? Versteh das einfach nicht, was Du immer damit willst.

          "Wann soll es das sonst lernen? Als Jugendlicher ist es sicherlich zu spät." Allerspätestens wenn sie Erwachsen ist und nicht genug Geld hat, immer alles neu zu kaufen :-p

          Ich denke, dass Menschen, die heute ordentlich mit ihren Sachen umgehen, das nicht deshalb tun, weil deren Eltern in der Kindheit immer streng darauf geachtet haben und ihr Kind bestraft haben. Ebenso haben Menschen, die heute unordentlich sind, das nicht dem Umstand zu verdanken, dass ihre Eltern "versagt haben", "keine Grenzen gesetzt" haben oder nicht genug "Konsequenzen / Strafen" angewendet haben.

          Letztendlich möchtest Du Deiner Tochter doch sicher vermitteln, dass sie Dinge, die ihr wichtig sind, sorgsam behandelt. Durch "Konsequenzen / Strafen" versteht sie das nicht. Daraus lernt sie höchstens, welche Dinge DIR wichtig sind.

          Lies doch mal das hier, wenn Du magst:
          http://sprachraum-neuhaus.de/trost-macht-kinder-stark2/

          Viele Grüße und alles Gute #winke

          P.S. Ja, ich weiß, es IST oft schwer und manchmal nervenaufreibend, aber Konsequenzen lösen nicht das Problem.

          (21) 10.02.16 - 10:10

          Ich kann hier aufgrund von Zeitdruck und akuter Unlust nicht auf alles eingehen, was dir hier an den Kopf geschmissen wird. Aber als berufstätige Mutter von drei Kindern und zwei Stiefkindern sehe ich es komplett genauso wie du.

          Im übrigen räumt jedes unserer Kinder sein Zimmer alleine auf, seit es vier ist. Und zwar organisiert und problemlos #kratz Klar muss ich da mal deutlich werden, aber die Puzzle-Situation hatten wir auch schon.

          Aber wenn ich mir die Antworten hier anschaue und mir dann anschaue, dass 90% der Kinder an unserer Grundschule von Mama und Papa mit dem Auto gebracht werden (und hier geht die Grundschule bis einschließlich 6. Klasse!), dann wundert mich gar nichts mehr!

          LG
          Jenx

          • (22) 10.02.16 - 12:40

            Hallo Jenx,

            danke Dir!

            Drei Kinder und zwei Stiefkinder - RESPEKT!
            Und ja - das kann man von Kindern ab einem gewissen Alter wirklich erwarten.

            Hier werden die Kinder nur in der 1-2 Klasse mit dem Auto gefahren (und hier bilden sich gute Fahrgemeinschaften...sind aber auch ein kleiner Ort!). Ansonsten latschen sie zusammen in Gruppen, wenn sie älter sind. Ausnahme gibt es nur bei sehr miesem Wetter.

            Ich bin absolut keine strenge Mutter - wenn ich da an meine Kindheit denke, da gab es wegen wirklich banaler Sachen oft schon Hausarrest oder auch mal eine "Schelln".

            Nur ist es bei mir irgendwann mit der Schmusepädagogik und dem "milden Ermahnen" auch mal vorbei.

            Ich kann und will mir nach 10x Ermahnen nicht noch ein 11. Mal den Mund fusselig reden.

            Ich arbeite auch 75%, dazu ein Atelier in der spärlichen Freizeit, teilzeit-alleinerziehend mit zwei Kindern, Mann fast nur unterwegs, Haushalt, Mamataxi, Kinderkurse....und keine Großeltern in der Nähe.

            Ich lebe meinen Kindern vieles vor und sie haben wirklich sehr viele Freiheiten.
            Die Große möchte nun gerne reiten lernen - das lässt sich alles machen, ich freue mich, aber mit fünf Jahren muss sie einfach auch mal LERNEN, dass das Leben nicht nur aus Nehmen und "ich will, ich will" besteht, sondern dass man auch mal etwas tun muss.

            Im Kindergarten muss sie auch ihre Schuhe versorgen, die Jacke an den Haken hängen, die Vesperbox in die Tasche packen, das Geschirr nach dem Mittagessen in den Korb stellen.

            Und das kann sie hier genauso umsetzen.
            Schuhe und Jacke in den Flur schmeißen geht nicht - wenn sie es im Kindergarten kann, dann kann sie es auch hier zuhause.

            Und das mit den Spielen war ebenfalls eine Lektion - nach mindestens 10x mahnen "NICHT die Sachen nach draussen nehmen (und sie hat es heimlich gemacht!)!" waren sie kaputt. Und ich tu den Teufel und bastel da irgendwas nach, sondern dann fliegen sie weg. Schluss.

            Was den Umzug betrifft - sie war insgesamt auf 6 Umzügen (mit uns, mit Freunden, mit meinen Eltern...) und dass der eine ausfiel, war wirklich keine Tragödie.

            Übrigens: ich habe auch eine enge Freundin und Nachbarin hier (Mutter von drei Kindern, Lehrerin für Realschule 7./8. Klasse) - der habe ich den "Shitstorm" hier gezeigt, und sie grinste nur und meinte, es wundert sie nicht, dass sie in ihren Klassen so viele neurotische Prinzchen und Prinzesschen hat.
            Wenn da mal eine Strafarbeit oder Nachsitzen fällig ist, weil Monsieur oder Madam zwei Stunden zu spät in die Klasse getrödelt kommen oder zum x-ten Mal die Hausaufgaben nicht gemacht haben....dann stehen am nächsten Tag häufig die empörten Eltern im Klassenzimmer, drohen mit Anwalt oder bitten um Nachsicht!#klatsch

            LG#winke

Hi,
es ist doch völlig normal, dass du dich gerade überfordert fühlst, deine Verfassung ist schlecht und deine Kinder machen alles zum Kampf.
Die Ursache ist ganz simpel, deine Kinder brauchen eine starke Mama und da du diese momentan nicht bist, fordern sie diese vehement durch ihr Verhalten ein!
Stärke heißt aber nicht Schimpfen oder von oben herab Bestrafen, sondern Stärke bedeutet Durchhaltevermögen, Ruhe und auch mal Hilfe annehmen.
Als erstes würde ich mir in deiner Verfassung nach einer unverbindlichen Beratung umsehen, bei uns kommt die sogar monatlich kostenlos in den Kindergarten.

Dann musst du lernen die Fehler deiner Kinder zu ihren Problemen zu machen.

Beispiel Schuhe/Klamotten im Flur: "Du hast etwas im Flur vergessen, solange du nicht fertig bis kannst du nicht spielen/essen ect.."
Beispiel Tisch abräumen: "Wenn der Tisch nicht abgeräumt ist, könnt ihr nicht xy machen."
Nicht Schimpfen, nicht Zetern sondern einfach cool bleiben und viel Zeit einplanen.
Wenn ihr aus dem Haus müsst, dieses frühzeitig ankündigen und auch sagen warum und was ein Fehlen oder zu spät kommen für Konsequenzen hat. Dann sagst du (etwa eine halbe Stunde im Vorraus) "Wir müssen los!" und ziehst dich an und gehst vor die Tür. Genörgel lässt du vollkommen unkommentiert. Wenn sie nicht kommen oder zu spät sind ihr Pech. Dann gehts halt nicht zum Sport oder zum Einkaufen, dann gibts halt trocken Brot oder es droht beim nächsten Mal eine Abmeldung beim Sportverein. Mach es zum Problem deiner Kinder!
Nur Wäsche die im Wäschekorb liegt wird gewaschen, wenn alles rumfliegt kann man in sooo einen Saustall keine Freunde einladen. Es wird einmal wöchentlich alles SPielzeug was rumfliegt und nicht aufgeräumt wurde für 4 Wochen in den Keller gepackt. Mach ihnen mal ein bissel Druck und versuche Dir und deine Emotionen Ruhe zu gönnen.
Und hör auf Ihnen alles vorzukauen, sie ständig zu erinnern und ständig zu ermahnen auch Vergesslichkeit ist ab sofort ihr Problem.
Aber auch wichtig ist es Entscheidungsfreiheiten zu lassen, überlasse es den Kindern wie sie etwas machen und wenn es geht auch wann, kommandiere nicht, sondern gebe Hinweise was dir auffällt. Manchmal reicht auch ein Fingerzeig, Kinder hassen es bevormundet zu werden man muss Ihnen auch die Chance geben kooperieren zu wollen.
Klar kann das mal völlig in die Hose gehen, aber es ist viel besser als sich ständig zu ärgern.
Uff das war jetzt ein Aufsatz, aber das Thema ist komplex, nicht umsonst gibt viele Ratgeber und Vorträge :-)
Du schaffst das!
Miriam

  • (24) 05.02.16 - 13:27

    Lieben Dank Miriam...
    das Gute an so Foren ist, dass man eben auch Anregungen bekommt, für sich selbst weiterzudenken... -- du hast in vielen Dingen recht....

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