5 jähriger hat kein Sozialverhalten...

    • (1) 03.03.16 - 13:34

      Ich bin total am Ende... Mein 5 jährigem Sohn hat absolut kein Sozialverhalten und Empathie. Er ist extrem gewaltbereit gegenüber anderen Kinder... Er nimmt es in Kauf dass diese sogar schwer verletzt werden. Im Kindergarten ist das natürlich sehr schwierig. Heute erst hat er einem kleineren Kind eine Tasse so auf den Kopf geknallt dass diese zerbrochen ist.

      Wir haben schon viele Untersuchungen und Maßnahmen hinter uns. AspergerSyndrom... Gibt's viele Parallelen aber konnte durch ein Test ausgeschlossen werden. ADHS steht jetzt im Raum. Sehr hoher IQ leider kann er nicht verarbeitet werden. Auch wir als Eltern haben uns schon Schulen lassen wie wir ihn etwas lenken können. Jetzt soll er medikamentös behandelt werden. Was aber wenn das auch nicht hilft?

      Ich bin zwischenzeitlich so verzweifelt. Habe mich schon oft gefragt ob ich was falsch mache. Aber ich habe nochmal zwei Kinder die sind "normal". Die Ärzte und Psychologen gehen auch von einer Störung im Gehirn aus. Gibt es hier jemand der ähnliche Probleme hat? Haben bei euch Medikamente geholfen?

      Lg
      Mibu... Die nicht mehr weiter weiß

      • Habt ihr euren Sohn schon in der Kinder und Jugenpsychiartrie vorgestellt? Es sollte dringend eine Diagnostik erfolgen. Erst dann kann überhaupt therapiert werden - und dazu gehört mehr als eine medikamentöse Einstellung. Antif-Aggressionstraining, Verhaltenstherapie, Elterncoaching usw muss dann miteinbezogen werden.

        Sind die Verhaltensweisen deines Kindes neu? Er ist ja schon 5. Was ergaben U-Untersuchungen, Ebtwicklungsgespräche im Kiga, wie läuft es zu Hause, macht er regelmäßig Sport, seit ihr viel draussen, wie ist sein Medienkonsum etc?

        Und ganz wichtig: was sagt dein Sohn zu seinem Verhalten, warum agiert er so, was hat er für eine Not in für ihn ausweglosen Situationen?

        • Hallo,
          Ich bin schon seit zwei Jahren bei tausenden von Diagnostiken gewesen und zwar in einem sozialpädiatris hin Zentrum. Dort gibt es von Ärzten über Psychologen bis Spieltherapeuten alles. Das Problem... Er ist erst 5. da gibt es leider noch nicht so viele Angebote zur Therapie. Wir haben schon alles durch. Zu 95% ist es ADHS. Nur ein wirklich aussagekräftiger Test kann frühestens mit 7 gemacht werden ????

          Wir haben uns die Entscheidung mit den Medis nicht leicht gemacht. Aber es leiden leider alle darunter. Und Elterncoaching haben wir sogar beim Psychologe gemacht. Leider ohne Erfolg. Und mein Sohn weiß nicht warum er es macht. Es sind wie Blackouts.

          Lg
          Mibu

          • Ich würde mich an eine Kinder- und Jugendpsychiartrie wenden. Das SPZ ist für ADHS & Co nicht der richtige Ansprechpartner! Und selbstverständlich kann schon vor 7 diagnostiziert werden.

                • Ich bin froh das ich ins spz durfte. Die einzige Kinderpsychologin in der Nähe ist nämlich eine totale Katastrophe. Nach 2 Std hat man eine Diagnose... Jedes Kind das bei ihr war und ich kenne ist mit Anweisung Ritalin rausgelaufen... Andere Therapie gibt es in der Praxis nicht... Ergo sei Volksverdummung, eine Nachfrage zur Diagnose? Da wird man fast vor die Tür gesetzt:-(. Das brauch ich echt nicht. Dann doch lieber mehr Tests... Mit ausschlussverfahren und hinterher eine Diagnose die richtig ist.

      Meinst du mit Medikamenten Ritalin?

      Meinem Großen hilft das sehr. Sowohl seinen IQ auch zu nutzen als auch mit anderen Menschen um zu gehen.

      Er hat ADHS und auch einige autistische Züge wobei Autismus ausgeschlossen wurde. Mein Sohn war zwar nie aggressiv wie deiner aber im sozialverhalten echt schwierig. Akzeptierte kein nein (aber erwartete das sein nein sofort beachtet wurde), schrie und heulte rum wenn es nicht so lief wie er wollte, machte anderen absichtlich ihre Bauwerke kaputt aber flippte rum wenn einer seine versehentlich umstieß usw.

      Spielen war extrem schwer für ihn. Er fing was an, sah was anderes zack weg war er.

      Bauen nach Anleitung oder puzzlen, eine riesen Herausforderung.
      Ergo, Heilpädagogik usw waren zwar nett aber er setzte das nicht um im Alltag. Also entschieden wir vor Schulstart ihn auf Ritalin ein zu stellen. Also für uns ein Segen.

      Nebenwirkungen hat mein Sohn keine, selbst Essen ist wie vorher (allerdings war er nie ein guter Esser). Er ist auch immer noch er, mit seinen Ideen, mein kleiner zerstreuter Professor. Nur sortierter im Kopf. Und er kann denken ehe er reagiert. Und wenn er mal schreit kommt man an ihn ran und kann mit ihm reden, kann ihn beruhigen.

      • Hallo,
        Ja ich meine Ritalin ???? Aber wenn man das schreibt wird man ja gleich gesteinigt... Wie kann man nur

        Aber du machst mir Mut. Es ist unsere letzte Chance. Das Problem mit seinem momentanen Verhalten ist Schule nicht möglich. Kindergarten ist er unterfordert und tickt immer öfters aus. Das Verhalten meines Sohnes war bis vor einem Jahr ähnlich zu deinem Sohn. Aber er beschwert sich inzwischen das Kindergarten so langweilig sei und seither kommt es auch vermehrt zu aggressivem Verhalten.

        Der Kiga versucht zwar mit Sonderaufgaben sein Wissensdurst zu stillen aber es reicht leider nicht aus. Inzwischen haben die anderen Kinder auch Angst vor ihm und die Eltern sind auch nicht mehr so angetan. Kannst ja irgendwo auch verstehen. Aber es macht mich trotzdem traurig das er alle ablehnt und durch sein Verhalten auch zum totalen Außenseiter wird. Er möchte auch so gerne einen Freund... Aber er hat sich einfach nicht im Griff

        • Auch wenn ich Ritalin als Verbrechen am Kind sehe, weil ich eben auch den Beipackzettel gelesen habe - kann ich deine Entscheidung nachvollziehen.
          Ich habe eine Freundin , die hat sich die Entsscheidung auch nicht so leicht gemacht (genauso wie du), haben 5 lange Jahre lang alle möglichen Therapien usw durchgemacht (ähnlich wie ihr). Sie wollten ihr Kind auch nie medikamentieren, aber nach 5 Jahren sind sie "eingebrochen" . Zum Einen durch den Druck der Psychologen zum Anderen hatten sie inzwischen nur noch einen Wunsch: Endlich mal wieder ein Familienleben.
          Beide Eltern sind schon "auf dem Zahnfleisch gekrochen".

          Nun das Kind haßt die Tabletten, weil es merkt dass es ihn verändert.
          Aber es war zumindest zeitweise ein Familienleben wieder möglich und da haben alle Kraft draus getankt.
          Ich denke nicht das Tabletten eine Lösung sind, aber ich verstehe dasfür manche kann es der Weg dahin sehen.
          (Ich möchte hier anmerken, dass ich eure Entscheidung nicht verteufel, nur weil sie meiner Meinung widerspricht. Ich mußte dem Himmel sei Dank noch nie "in euren Schuhen gehen". Ich habe zwar ein sehr anstrengendes Kind mit einigen "Schwierigkeiten" die unser Familienleben teilweise lahmlegen, aber das sind andere Probleme)

          Ich drücke euch von Herzen die Daumen , dass es dem Kleinen und euch bald besser geht

          Karna

    Hallo, für Ritalin ist dein Sohn noch zu jung, das würde ich noch nicht machen. Geht er in einen normalen Kindergarten? Der ist offensichtlich nichts für ihn, vielleicht einfach zu viel los. Mein Sohn wird aggressiv, wenn zu viel um ihn rum ist.

    Er sollte in einen Heilpädagogischen Kindergarten. Den Antrag stellst du beim Jugendamt, dazu brauchst du ein psychiatrisches Gutachten, in dem das empfohlen wird.

    Das Gutachten bekommst du in der Ambulanz einer Kinder- und Jugendpsychiatrie. Dort kann auch das weitere Vorgehen besprochen werden. Vielleicht haben die dort eine Tagesstätte.

    Das muss jetzt alles schnell gehen und du musst Druck machen, beim Jugendamt zur Not mit Anwalt, wenn es zu lange dauert.

    Bei der Einschulung prophezeie ich dir nämlich leider eine Katastrophe. Du brauchst für deinen Sohn eine Förderschule für emotionalen und sozialen Förderbedarf, die sind rar und du musst da am besten schon gestern auf die Warteliste.

    Ansonsten auf die normale Grundschule mit Integrationshelfer, da bekommst du dann aber nicht gleichzeitig einen Heilpädagogischen Hort für nachmittags bezahlt.

    Soweit ich weiß, gibt es auch Internate, aber da ist er auch noch zu klein.

    Ich wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen, LG

(15) 06.03.16 - 11:15

Hallo,

also erstmal solltest du aufhören bei dir selbst nach Schuld und Fehlern zu suchen.
Hab ich auch lange gemacht, aber es hilft euch nicht weiter, im Gegenteil.

Man könnte Romane über das Thema schreiben.

Man wird oft und schnell abgestempelt wenn man seinem Kind Medikamente gibt.
Die Menschen sprechen von einem "Ruhigstellen" damit man es selbst leichter hat usw.
Das erschwert es Müttern wie dir noch viel mehr, denn das schlechte Gewissen (was man ja selbst eh schon hat wenn man auch nur über Medis nachdenkt) frisst einen bald auf.

Ich möchte dir den Rat geben dich auch mal in einem anderen Forum umzusehen zum Thema ADHS (z.b. http://www.adhs-anderswelt.de/).

Hier sammeln sich die Menschen die Erfahrungen mit ADHS haben und selbst betroffen sind und man fühlt sich nicht ganz so "diskriminiert".

(ja, ich fühlte mich des Öfteren so)

Nur mal ein Denkanstoß zum Thema Medis von mir:
was oft außen vor gelassen wird ist das Empfinden des Kindes selbst.

Ich behaupte mal dass es den meisten Kindern keinen Spass macht so aus der Reihe zu fallen, ständig nur anzuecken und Ärger mit anderen Kindern und Erwachsenen zu bekommen.

Im Endeffekt möchte ein Kind dazugehören, Freunde haben, spielen und Spaß haben.

Bei uns wirken die Medis und mein Kind hat nun Freunde. Erst jetzt kann er überhaupt Sozialverhalten wirklich richtig erleben, da ist er vorher nicht rangekommen, bzw. hat viel zu oft die negative Seite erlebt. Diese negativen Erlebnisse können sehr leicht zu einer Abwärtsspirale werden die es zu durchbrechen gilt.

Ich bin sicherlich nicht immer pro-Medis, und schon gar nicht mal eben so ohne es anders versucht zu haben. Aber man sollte auch nicht auf Kosten des Kindes zuuu lange rumprobieren, das kann nach hinten losgehen.

  • (16) 11.03.16 - 19:20

    Hallo,
    Ich danke dir... Wir starten eine medikamentöse Therapie und ich hoff dass es dadurch für uns und für meinen Sohn einfacher wird.

    Auf der Seite für ADHS schau ich mich auf jeden Fall mal um.

    Leg mibu

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