Wie bewahrt ihr die Ruhe wenn eure Kinder trotzen?

    • (1) 09.06.16 - 11:57

      Hallo liebes urbia-Forum,

      meine Kinder sind noch sehr klein. Jedoch denke ich manchmal daran, dass sie bald ihren eigenen Willen entdecken und in die sogenannte Trotzphase kommen werden.

      Ich bin kein geduldiger Mensch und rechne damit, dass mich meine Kinder manchmal auf die Palme bringen werden. Ich selbst wurde von meinen Eltern nicht geschlagen, meine Schwester aber schon. Das nehme ich meinen Eltern auch heute noch übel und es prägt unser Verhältnis negativ. Wenn meine Mutter sich als gute Mutter darstellt, möchte ich ihr manchmal ins Gesicht schreien. Menschen, die als Kinder körperliche Gewalt erlebt haben, sind besonders gefährdet, diese später selbst auszuüben. Ich möchte meine Kinder nicht schlagen. Es zeigt, dass der Schlagende keine Argumente hat, dass der körperlich Überlegende das Sagen hat und es kann natürlich auch zu Verletzungen kommen. (Eine Bekannte, die ich für eine gute Mutter halte, hat mir neulich von einem Ausraster ihrerseits erzählt, der mich sprachlos gemacht hat. Ich weiß, dass Kinder einen wahnsinnig machen können und habe insofern Verständnis dafür, dass sie ausgetickt ist. Es hätte aber schlimm ausgehen können.)
      Wenn die Kinder einen Kreischanfall haben und sich nicht beruhigen lassen, legen wir sie manchmal für einige Minuten ins Gitterbett und verlassen den Raum. Meistens ist es nach kurzer Zeit wieder gut. Mit älteren Kindern kann man das nicht mehr machen, die klettern ja wieder raus.

      Meine Frage ist also: was sind eure bewährten Methoden, mit solchen Stresssituationen umzugehen? Bis zehn zählen, vielleicht auch dreimal hintereinander? Kind ins Kinderzimmer sperren, damit es sich beruhigt? (Was ist, wenn es dann Dinge durch die Gegend wirft bzw. macht ein normales Kind so etwas überhaupt?)

      Ich hoffe, dass ihr mir einige Ratschläge geben könnt.

      • (2) 09.06.16 - 12:07

        Meiner ist auch noch zu klein, bei den Mädels meines Mannes habe ich es ausgesessen sprich die Kleine schreit und liegt am Boden bin ich paar Meter weiter gestanden abgewartet und dann erklärt wenn sie wieder in der Spur war, was anderes brachte auch nix. Oder ich sagte ins Zimmer bis du wieder normal bist....Wie das beim eigenen dann wird sehe ich dann, wird sicher toll hat jetzt schon seinen dick Kopf

        Hallo, also wir haben 4 Kinder und es gibt wie überall manchmal Situation, wo sie mich beinahe aus der Fassung bringen , vorallem wenn sie miteinander streiten, Geschwister verpetzten, extrem rumzicken.

        Wie ich was mache hängt viel vom Alter ab, ab so 3 Jahren kommen sie für Minuten auf nen Stuhl der in einer Ecke steht wenn gar nichts geht.
        Wenn sie älter sind werden sie entweder in den Garten oder ins Zimmer geschickt, in fällen von Geschwister streit werden sie zum kollektiven Aufräumen verdonnert, das hilft immer den Streit zu stoppen und das miteinander zu harmonisieren, auch wenn dann Muitti die "böse" ist, der Effekt hält die nächsten Wochen immer an, bzw sie streiten dann weniger und passen auf das sie es selber unter sich klären.

        Bei Kleinkindern gibt es zwei Mittel entweder oder ignorieren, mich stört getrotze nicht wirklich, ich kann da immer in Ruhe nen Kaffee trinken, also bei Dingen wie "ich das haben und Mutti sagt nein"

        • Hi,

          eine Frage habe ich noch zu deinem Beitrag. Du schreibst: >>Wie ich was mache hängt viel vom Alter ab, ab so 3 Jahren kommen sie für Minuten auf nen Stuhl der in einer Ecke steht wenn gar nichts geht.<<.

          Was würdest du tun, wenn er oder sie gar nicht auf dem Stuhl sitzen bleibt, sondern ständig abhaut?

          LG jessi

          • immer wieder darauf setzten und sagen dass es halt länger dauert wenn sie aufsteht weil die Zeit dann jedes mal von vorne läuft, eine kleine Sanduhr kann dem Kind helfen die Zeit besser einzuschätzen.

            LG

            • Respekt an dich, wenn du das so durchziehen kannst.
              Ich habe es auch mal auf diese Weise probiert, aber ich habe da einfach keine Geduld für, um das Kind zum 30. Mal wieder auf den Stuhl zu setzen - ohne Besserung.

      Ich bin selbst als Kind von meiner Mutter schwer misshandelt wurde, seelisch und körperlich. Damals habe ich mir geschworen, niemals so etwas meinen eigenen Kindern an zu tun.

      jetzt habe ich zu Hause einen kleinen Wutkopf, der mit seiner Sturheit und seinem lauten Organ ganz nach seiner Mama kommt#schein

      Was hilft?

      Zählen! Wenn dein Kind dich richtig auf die Palme bringt und du das Gefühl hast zu platzen, mach deine Augen zu, denke ganz doll an irgendeine wunderschöne Erinnerung von euch beiden und zähle langsam bis 10! Lass das Kind dabei ruhig toben und schreien, du musst dich einfach kurz erinnern, dass das Wesen da vor dir eigentlich ganz lieb ist.

      Geh weg! Ich verlasse für einen kurzen Moment den Raum, sage Hagrid, dass es mir gerade zu viel ist und ich kurz Pause brauche. Dann gehe ich in die Küche und trinke einen Schluck Cola, dabei kann man wunderbar durch atmen.

      Reden! Ich versuche meinem Kind seine eigenen Gefühle zu benennen und erkläre, dass ich ihn verstehen kann. Nach dem Motto, "Ich kann verstehen, dass du sauer/enttäuscht bist, weil es jetzt nicht noch ein Eis gibt, aber du hattest heute schon 2"

      Umarmen! Manchmal kann es helfen, seinen kleinen Wutzwerg einfach in den Arm zu nehmen und ihn ganz fest zu drücken. Kinder sind häufig von ihren eigenen Emotionen überfordert und schaffen es nicht selber runter zu kommen. Da hilft nur der Halt von Mama.

      Und ganz ganz wichtig, dein Kind hinterher auf jeden Fall in den Arm nehmen. Egal was vorfällt! Für Kinder ist es wichtig zu wissen, dass sie immer geliebt werden, egal was passiert. Bei der Gelegenheit kann man auch wunderbar besprechen, was falsch gelaufen ist und was man das nächste Mal besser machen kann.

      Und ja, auch mein Kampfzwerg wirft manchmal mit Gegenständen um sich, die darf er dann hinterher alle wieder aufheben. Was kaputt geht wird entsorgt und notfalls werden Scherben usw weg gesaugt. Wenn von meinen Sachen etwas zu bruch geht, sage ich meinem Zwerg ganz ehrlioch, dass ich es nicht in Ordnung finde.

      Ich bin der Meinung, dass Kinder ruhig merken dürfen, dass auch die Eltern Gefühle haben, manchmal überfordert, ärgerlich, traurig oder wütend sind. Wir sind auch nur Menschen. Ich finde es wichtig für die emotionale Entwicklung den Kindes, dass es weiß, wie Gefühle bei anderen Menschen aus sehen.

      Und Nein, ich bin keine Super Mama, obwohl ich die Theorein von Oben im Kopf habe, habe ich Hagrid auch schon angeschrien, weil es mir zu viel wurde. Deswegen ist es so wichtig hinterher mit dem Kind zu reden und sich gegebenenfalls zu entschuldigen.

      Lg

      Mrs.Norris mit Hagrid (3.5J)

      Ach und zu Dingen durch die Gegend werfen , kommt vor bei Kleinkindern öfter...letztens hatte aber auch unsere 9 Jährige nen echten Wutanfall hat alles in ihrem Zimmer umgeworfen... hinterher habe ich sie gefragt ob es jetzt besser geht und ihr viel Spaß beim aufräumen gewünscht.
      Das einzige was ich nicht akzeptiere ist Türen knallen, hier haben wir unseren Kindern gedroht das die Türen aus den Zimmern entfernt werden, wenn sie knallen, diese Ansage zieht.

      (9) 09.06.16 - 12:25

      Hallo, so wie deine Kinder und ihre Bedürfnisse sich verändern und wachsen, so wirst du dich und dein Verhalten auch anpassen. Wichtigste Regel ist eigentlich nur, sich selbst zu reflektieren. Also, lebe ich meinen Kindern das vor, was ich von ihnen möchte.

      Das bedeutet nicht, dass deine beiden (du hast ja Zwillinge) sich nicht trotzdem zumindest phasenweise anders verhalten, als man sich das wünscht. Jedes Kind ist anders und verlangt auch einen anderen Zugang.

      Mein Großer bspw. ist immer eher die dramatische Diva gewesen. Wenn er etwas nicht bekam oder es nicht so lief wie er wollte, dann weinte er herzzerreißend ehrlich. Er brauchte dann meine körperliche Nähe und die bekam er auch (einkuscheln).

      Mein Kleiner hingegen ist eher die Kategorie Wutzipfel, der brüllt richtig wütend und sucht dann Sachen, wo er draufhauen kann - sich also körperlich abreagieren kann. Bei ihm ist es so, dass ich ihm diese Möglichkeit kurz geben muss, bevor auch er in Mamas Arme fliegen kann.

      Ein Kind irgendwo einzusperren, egal ob Kinderzimmer oder Gitterbett ist genauso verletzend wie Schläge. Sperrst du deinen Mann ein, weil er irgendetwas vergessen hat, zu spät gekommen ist, jetzt etwas anderes tun will als du .... wie hilflos muss sich dann ein Kind fühlen!

      Lass dein Kind weder mit seiner Traurigkeit noch seiner Wut (die es noch nicht verbalisieren und kanalisieren kann) allein. Signalisiere ihm "ich weiß, dass du jetzt wütend/traurig bist weil ... " und nimm sie/ihn in den Arm (wenn sie das möchten) oder lass sie sich austoben - aber bleibe dabei. Wie sie es eben brauchen. Besprich die Situation erst, wenn wieder Ruhe eingekehrt ist.

      Wenn es dir hilft, geh kurz aufs Klo oder raus aus der Situation, aber verfrachte dein Kind nicht als Strafe irgendwohin ...

      Klingt alles viel theoretischer als es ist :-) Sei authentisch, dazu gehört auch mal laut zu werden, wenn es reicht, dazu gehört auch sich zu entschuldigen, wenn man zu laut war ... Kinder müssen sich reiben, Kinder müssen Grenzen erleben dürfen.

      So das war das Wort zum Sonntag, äh Donnerstag :-) Meine beiden sind übrigens fast 8 und 4 Jahre

      VG
      B

      • (10) 09.06.16 - 12:30

        Ach ja, ich und meine Schwester wurden als Kinder / Pubertierende von unseren Eltern auch geschlagen - das war damals einfach noch normal in der Gesellschaft. Deshalb verurteile ich meine Eltern nicht (sie waren auch 15 Jahre jünger als sie Kinder bekamen als ich) ! Sie wussten es nicht anders, weil es doch so viele getan haben und es normal war.

        Ich selbst werde meine Kinder aber trotzdem nicht schlagen ...

        (11) 10.06.16 - 23:00

        Sehr gut geschrieben!

    (12) 09.06.16 - 13:33

    Ruhig bleiben und in den Arm nehmen bis es sich beruhigt hat. Ich habe 3 Kinder. Klar, es gibt verdammt anstrengende Phasen. Aber ich war noch nie so vorm explodieren, dass ich die Hand gegen meine Kinder erhoben hätte. Das würde mir im Traum nicht einfallen. Ich hab bisher auch keines meiner Kinder weg geschickt wenn sie ihre 5 Minuten hatten. Ich schicke auch meinen pubertierenden Sohn nicht in sein Zimmer wenn die Hormone wiedermal Samba tanzen. Bei kleinen Kindern für mich ein absolutes NoGo. Dafür bist du Mutter. Tief durchatmen, Augen zu und durch. Die Kids beruhigen sich schneller wieder wenn du selbst ruhig bleibst.

    LG

    (13) 09.06.16 - 14:49

    Ich habe im Geiste immer die Jahre, Monate, Wochen und Tage bis zu ihrem Auszug gezählt.

    Ansonsten aussitzen, manchmal habe ich auch kurz den Raum verlassen. Ich hatte allerdings auch richtige Wutzwerge, welche stundenlang schreien konnten, wenn ihnen zum Beispiel die Flasche nicht gereicht wurde, sondern sie sich bewegen mussten. Da hat weder ablenken noch kuscheln etc. geholfen.

    Mir hilft es oft, meine Kinder in ihren Gefühlen zu "begleiten".

    Also ich rede darüber was sie wohl gerade fühlen. Das scheint bei ihnen irgendwie für Ruhe zu sorgen weil sie merken, dass ich nicht einfach nur gegenhalte sondern sie verstehe.

    Also wenn mein Kleinster hier rum wütet, dann sage ich sowas wie "ich kann total verstehen dass du das jetzt blöd findest aber...".
    So ungefähr.

    Und wenns gar nicht anders geht, dann lasse ich das jeweilige Kind einfach mal ne Runde allein und geh kurz in den Keller zum tief durchatmen. Oder kaltes Wasser über die Handgelenke laufen lassen. Kühlt mich im wahrsten Sinne des Wortes runter.

    Deiner These möchte ich übrigens entschieden widersprechen.
    Ich wurde als Kind intensiv körperlich gezüchtigt, gepaart mit Demütigungen und Vernachlässigung und ich habe nie auch nur ein einziges Mal meine Kinder geschlagen. Auch nicht den Impuls gehabt. Das ein ein völliges No-go.

    • "Deiner These möchte ich übrigens entschieden widersprechen.
      Ich wurde als Kind intensiv körperlich gezüchtigt, gepaart mit Demütigungen und Vernachlässigung und ich habe nie auch nur ein einziges Mal meine Kinder geschlagen. Auch nicht den Impuls gehabt."
      Ich sage auch gar nicht, dass jeder so handelt. Ich kenne aber nicht wenige Leute, die als Kind geschlagen wurden und als Erwachsene der Meinung sind, dass das nicht schadet. Diese Einstellung finde ich ganz ekelhaft. Gleichzeitig befürchte ich, dass ich den Impuls, zu schlagen, manchmal haben werde, weil ich schon mit kurzer Zündschnur auf die Welt gekommen bin. Leider. Deswegen mache ich mir eben schon Gedanken und habe mir vorgenommen, so etwas nie zu machen. Ich kenne mich selbst und muss einen Weg finden, mit dieser negativen Charaktereigenschaft zu leben.

      Das, was du machst, finde ich gut und habe auch schon daran gedacht. Den Kinder sagen, dass man versteht, was sie gerade fühlen. Ist ja nicht mal gelogen, natürlich kann ich verstehen, wenn ein Kind über dieses und jenes wütend ist. Den Tipp mit dem kalten Wasser werde ich mir auch merken.

(16) 09.06.16 - 18:28

Ich verlasse den Raum.

Heute morgen war es mir zuviel. Meine Tochter wollte nur einen Body anziehen trotz schlechtem Wetter und wir kamen nicht weiter. Nach ner Minute kam sie mir hinterher gelaufen und hatte wenigstens noch ein T-Shirt angezogen und ließ sich später noch zu einer langen Hose und Socken überreden; )

Und wenn ich aus einer Situation heraus zu viel mit ihr schimpfe, dann entschuldige ich mich hinterher und erkläre meiner Tochter, warum ich so geschimpft habe.

  • (17) 10.06.16 - 23:02

    Wenn die Mutter den Raum einfach verlässt würde ich persönlich als Kind erschreckender finden als wenn sie ihre Wut in Maßen zeigt

    • (18) 12.06.16 - 18:32

      Jeder wie er meint.

      (19) 13.06.16 - 09:11

      Findest Du?
      Ich denke das kommt auf das Alter des Kindes an. Wenn mein 12-Jähriger einen Trotzanfall hat und ich den Raum verlasse "erschreckt" er sich bestimmt nicht sondern meist beruhigt er sich und wir können dann darüber sprechen.

      Ein Kleinkind würde ich natürlich nicht stehen lassen......

      LG

(20) 10.06.16 - 12:57

Ich bin kein Geduldsmensch.Mich bekommt man an manchen Tagen von 0 auf 100 in einer Sekunde, an manchen Tagen habe ich nerven wie Stahlrohre.

Ich hatte verschiedene Arten um damit umzugehen.
-Kind aus dem Zimmer schicken ging nicht , wenn Kind bockt bewegt es sich nicht.
-ich habe selbst den Raum die Situation verlassen und von weiten beobachtet
-Mal so richtig ausrasten und eine Tür mit Wucht zuschmeißen
-In dem Keller stellen und richtig laut brüllen Befreit genauso gut wie Türen knallen

Aber am meisten half einfach leise singen oder vorlesen.Das regt die kleinen Sturrköpfe so schön auf Sie werden erst lauter und dann wenn man schön leise singt/liest wollen Sie ja auch etwas verstehen und werden stumm und hören zu #rofl

Eins hat mich immer getröstet auch meine Kinder werden mal Kinder haben (hoffe ich doch) und diese kommen bestimmt nach Ihrer Mutter #rofl Und dann kann ich mich lächelnd zurücklehnen.

Also ich würde mal sagen meine Kinder waren/sind normal und klar flog Spielzeug durch die Gegend. Dieses kam dann rigoros in den Müllsack und in den Keller.
Oft haben sie es nicht gemacht, weil Sie immer so ..... waren ihr Liebelingsteddy oder Lieblingsspielzeug rumzuwerfen.Das fehlte dann zum Einschlafen.

(21) 10.06.16 - 22:37

Hallo

bei uns in der Familie ist keiner geschlagen worden. Aber mir selbst ist es einmal passiert, das ich Nico auf den damals noch Windelpo gehauen habe. Er ist mir am Spielplatz abgehauen, unter einem Gitter durch und direkt an die Straße. Ein Autofahrer hat wohl gesehen, wie ich ihm hinterher gerannt bin und dem Autofahrer gewinkt habe und er hat dann rechtzeitig gebremst. Nico ist am Gehweg stehen geblieben und als ich ihn erreicht habe war es irgendwie Reflex, das ich ihm hinten auf den Po gehauen habe. Das ging so schnell obwohl ich es auch niemals tun wollte.

Nico (so wie ich auch) war geschockt. Er ist mir nie mehr abgehauen. Und ich mir ist es zum Glück auch nicht mehr passiert.

Kinder können einen schon verrückt machen. Und niemand kann immer cool bleiben. Hab schon viel durch, von selbst mit schreien, über aus dem Zimmer gehen, bis hin zum heulen anfangen (letzteres nur in der zweiten Schwangerschaft :-) ) Mittlerweile ist Nico fast 9 (und hat keinen Schaden davon getragen) und Alissa bald 5 Jahre. Und ich habe gelernt, das die Kinder ruhig sehen dürfen, das JEDER auch wir Eltern mal an unsere Grenzen stoßen. Meine Kinder lernen von mir, das man jedes Problem ohne Aggressivität lösen kann.

Und ja - ich habe von meiner Trotz-Meisterin Alissa gelernt ruhig zu bleiben. Wenn sie mal wieder einen ihrer berühmten Trotzanfälle bekommt (und sie kann ungelogen bis zu einer Stunde brüllen, wegen jeder Kleinigkeit) überhöre ich das Gebrülle mittlerweile komplett. Wenn sie ruhiger wird spreche ich mit ihr ganz normal und irgendwann ist wieder gut.

Was ich vielleicht noch als Tipp geben darf, was sehr wichtig ist: Immer bei einer Meinung bleiben und nicht, bloß weil das Kind dann schreit, doch noch umlenken. Denn dann haben die Kinder beim nächsten Mal erst recht Grund länger und mehr zu schreien - könnte ja sein es hilft wieder...

LG
Melanie

hallo!
1. glaube ich, dass deine kleinen viel zu jung sind, um eine soziale trennung, wie du sie praktizierst, verkraften zu können.
2. ist es bemerkenswert, dass du bereits jetzt das sogenannte trotzalter und deine damit einhergehende wut fürchtest ( es ist ja nur deine phantasie).
3. kannst du dich gut wappnen, indem du dich entwicklungspsychologisch schulst.
wenn du weißt, warum kinder trotzen, welchen sinn es hat und welchen gewinn für das sich bildende kindliche selbst daraus entsteht, wirst du vielleicht eine andere einstellung bekommen. du wirst den trotz - vielleicht nicht begrüßen - aber jedenfalls nicht fürchten und bekämpfen müssen, sondern als etwas notwendiges anerkennen können.
4. dich mit deiner eigenen aggressivität auseinandersetzen (therapie?), denn oft bekämpfen wir im anderen, was wir in uns als unerträglich empfinden (unbewußt).
dazu wäre sicherlich hilfreich, dir klar zu machen, in welchen situationen du zu explodieren drohst, also welche gefühle (hilflosigkeit, ohnmacht etc), so unerträglich sind, dass du sie nur mit wut (auf die kinder) abwehren kannst.

gutes gelingen und beste grüße!
regina

  • "1. glaube ich, dass deine kleinen viel zu jung sind, um eine soziale trennung, wie du sie praktizierst, verkraften zu können."
    Es ist manchmal sehr schwierig, mit Zwillingen allein zu sein. Wenn einer kreischt wie am Spieß, kann der andere gar nicht in Ruhe trinken oder essen und fängt dann auch an zu weinen.

    Unsere Tochter scheint manchmal auch einfach ruhebedürftig zu sein. Auf dem Arm beruhigt sie sich nicht, legt man sie ins Bett und verlässt den Raum, ist sie nach kurzer Zeit still und spielt.

    Ob das nun heißt, dass sie, so alleine gelassen, aufgibt und resigniert?! Kann ich nicht glauben. Es ist doch besser, wenn sie nach zwei Minuten ruhig ist, statt auf dem Arm 15 Minuten weiterzubrüllen. Wobei wir natürlich immer nach kurzer Zeit wieder zu ihr ins Zimmer gehen, mit ihr reden und sie streicheln. Dann freut sie sich auch.

Ich habe 3 Jungs zwischn 2 und 6 Jahren und damit schon einige Wutanfälle durchmachen müssen #ole

Jetzt mal nur von mir aus gesehen...
Ich bin selbst damit aufgewachsen "mal den Hintern versohlt" zu bekommen oder solche sachen... Aber ehrlich gesagt sehe ich mich jetzt deswegen nicht als Misshandeltes Kind, genau genommen könnte ich mich daran gar nicht erinnern hätte es mir mein Papa nicht erzählt... Und sehe mich auch nicht geprägt in irgendeiner Weise selbst zu schlagen!

Genau genommen komme ich in einem Wutanfall gar nicht auf eine solche Idee, im Gegenteil umso mehr mein Kind bock umso ruhiger werde ich weil ich einfach weis das es noch schlimmer wird wenn ich mit einsteige und so schon mein Unterbewusstsein den richtigen Ton angibt. #pro
Da hab ich keinen großen Plan im sinne von "Wut begleiten oder erklären" oder sowas es ist dann eher ausbocken lassen, gelegentlich hilfe anbieten, abwarten und wenn das Kind wieder aufnahmefähig wird Lösungen suchen.

Das funktioniert auch sehr gut wenn ich dabei auch sagen muss das ich vom Wesen her eher der Tempramentvolle Mensch bin und bei kleinen Konflikten eher Lautstark Anweisungen gebe und Schimpfe #schein

Hallo,

ich bin auch kein Geduldsmensch. ;-)

Aber bei vielen Dingen reagiere ich deutlich relaxter und weniger streng, als meine Eltern es getan hätten. Und bei uns gab es oft auch mal den Hintern voll, eine Watschn und auch verbal wurde viel "gezüchtigt".

Deswegen würde ich meine Kinder nie schlagen.
Wenn ich sauer werde, dann blitzt und donnert es mal, aber nicht wegen jeder Kleinigkeit.#wolke Und danach ist es auch gut und erledigt - ich schleiche nicht beleidigt oder vorwurfsvoll durchs Haus oder wärme die Story noch Jahre später auf.

Wenn eins von uns Kindern z.B. im Supermarkt einen Trotzanfall hinlegte, wurde zuhause garantiert der Kochlöffel geholt und wir wurden in der Stube erst mal kräftig durchgemöbelt. Ohne wenn und aber.

Ich hake sowas ab - natürlich bin ich auch mal genervt oder gebe zur Not eine etwas schärfere Antwort, aber ich fange keine Diskussion an und meistens gehe ich weiter (aber so, dass das Kind mich sofort wieder findet, spätestens am nächsten Regal).

Und ich bin auch später nicht im Auto beleidigt und lasse zuhause eine Schimpftirade ab.

Sondern versetze mich auch mal in die Lage des Kindes - Kind ist enttäuscht, weil die Mama eben nicht diese und jene Sachen mit in den Wagen nimmt, und lässt seiner Enttäuschung freien Lauf. Das ging mir als Kind genauso.
Da muss ich nicht auch noch hinterhertreten.

--> eher passiert es, dass z.B. meine Tochter mich später murrend nochmal fragt, warum ich denn XY nicht gekauft habe. Und dann reden wir darüber, dass man nicht immer alles bekommen kann, was man gerade will.

Die Tage war es so, dass ich eine heftige Autoreparatur (2500€) hatte und ihr erklärte, dass ich jetzt in der nächsten Zeit erst mal etwas sparen muss. Das hat sie dann aber auch verstanden, dass das viel Geld ist.

Der Kurze spielt auch mal gerne den "sterbenden Schwan" oder "toter Mann" (brüllender toter Mann ;-)), wenn er seinen Willen nicht kriegt.
Hier ist am besten, wenn ich mich daneben lege und es ihm gleich tue.
Die großen Augen und der offene staunende Mund sind unbezahlbar und seine Wut ist eigentlich gleich wieder verflogen.

Wenn die Große mal so einen richtigen Wutanfall hat, habe ich sie auch schon mal auf ihr Zimmer verfrachtet. Und da kann ich auch laut werden.
Sie soll dort erst mal ihr Wütchen kühlen und sich beruhigen.
Und ich kann mich unten in der Küche beruhigen.
Meistens rumort sie ein wenig rum, motzt ihre Babypuppen an. Dann aber fängt sie an zu spielen, malen, tüddelt mit Bügelperlen rum und hört dazu Bibi Blocksberg.

Irgendwann komme ich dann in ihr Zimmer, vl mit einem Glas Saft und paar Keksen oder einem geschnittenen Apfel. Und dann reden wir nochmal kurz, aber ohne Vorwürfe, und kuscheln, lesen ein Buch oder hören zusammen die CD weiter.

Und mit fünf ist sie auch so langsam in der Lage, Dinge besser zu begreifen und umzusetzen.
Ich habe es hier schon mal irgendwo geschrieben - sie hat sich kürzlich in so ein typisches monochromes Kinderzimmer in weiß-grau verliebt. Und demnächst wollen wir die Kinderzimmer auch mal wieder etwas ändern.
An sich kein Problem - das Thema "Saustall" hat sich hier gut verbessert.
Allerdings schwärmt sie von einem bestimmten Stuhl (nicht gerade billig) und einem hellen Teppich.
--> am Wochenende lagen bei ihr im Zimmer ein angebissener Apfel und ein paar Bonbinpapierchen herum.
Da habe ich ihr erklärt, dass so ein weißes Zimmer mit so schicken Möbeln und empfindlichen Teppichen für so ein "Schweinderl" aber nichts ist! Und dass es mich ärgert, denn nur ein Zimmer weiter steht ein Papierkorb am Schreibtisch.

Und trotzdem gibt es auch hier und da mal diese besonderen Momente, wo ich wirklich stinksauer werde.
Neulich haben beide Kinder meine wirklich teure Kosmetik (Mac, etc) aus dem Schrank geholt und sich gegenseitig eingeschmiert.
Lippenstifte waren verschmiert und komplett zerdrückt im Waschbecken und an der Wanne, Makeup war überall hingeschmiert, die Puderdosen waren zerbröselt und einige Lidschattentigelchen schwammen im Waschbecken....es war der reinste Schweinestall.
Und sie Sachen waren weggeschlossen, aber die Große hat sie entdeckt.

Ich war maßlos sauer - die verschmierten Kinder, das verschmierte Bad, die kaputten ruinierten Sachen (waren rund 150€), die dreckigen Badteppiche und Handtücher.

Da wurde ich mächtig laut und mir ist auch mal der Begriff "Ihr Ferkel!!!" und "So eine Sch**ße, Mensch!!!" rausgerutscht.
(Meine Eltern hätten mich dafür grün und blau versohlt)

Ich weiß, dass es keine Absicht war sondern eher Neugier, und das Gepantsche auch den beiden Spaß machte.
Aber gegen Abend die beiden Kinder nochmal zu baden und hinterher einen riesigen lippenstiftfettigen Schweinestall zu reinigen, war mir dann doch zu viel.
Weil ich auch einfach nach einem langen Arbeitstag müde und erschöpft war.
Ich war in der Woche komplett alleine und habe mich eigentlich auf die Couch mit wahlweise Filmgucken oder etwas Chatten mit Freunden gefreut.

Nee, ich habe bis nach 22 Uhr da rumgeschrubbt. #schwitz

Du wirst Deine Erfahrungen machen und ich finde es gut, dass Du Dir jetzt auch schon Gedanken machst.

Ins Zimmer schicken machen wir auch - und ich gehe erst mal runter und trinke einen Kaffee oder ein Glas Wasser oder gehe mal kurz raus auf die Loggia.
EinSPERREN würde ich sie keinesfalls.
Denn das kann neben der Wut auch noch Angst mit sich bringen.
Gib ihnen die Option, dass sie jederzeit wieder zu Euch kommen können.

Geworfen haben meine auch schon, aber meistens waren es eher Puppen, Kuscheltiere oder Schleichtiere. Nichts schlimmes.
Zerbrechliches etc steht nicht im Zimmer.

LG

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