Wie viel machen Eltern (& die "Erziehung") bei Babys & Kleinkinder aus?

    • (1) 29.08.16 - 21:53

      Hallo
      Erstmal, ich hoffe der Betreff ist einigermaßen verständlich #sorry
      Die Frage habe ich mir in den vergangenen Jahren schon öfters gestellt.
      Wir haben 3 Kinder, 10,6 und 4 Monate.
      Unser erstes Kind war gut über die ersten Zwei Jahre nicht einfach. Er war unser erstes Kind und eigentlich waren wir recht realistisch. Zumindest aus heutiger Sicht denke ich eigentlich ganz sicher das wir nicht durch die rosarote Brille geschaut haben.
      Wir wussten das wir wenig Schlaf bekommen werden, nicht mehr alles sofort wann & wie wir wollten machen konnten,... etc.
      Aber was wir definitiv nicht dachten, ist das wir ein dauer schreiendes, unzufriedenes ,und später dauer trotzendes, Kind mit dem alles eine Herausforderung wird bekommen würden.
      Wir liebten ihn damals genau so sehr wie heute auch aber es war verdammt anstrengend.

      Besser wurde es mit circa 2. Meine Vermutung war mitunter einfacher das wir uns (irgendwie) aufeinander eingespielt hatte, er sich viel besser verständig machen konnte, er etwas selbstständiger war und wir einfach eine viel bessere Kommunikation hatten.
      Mittlerweile frage ich mich aber auch oft wieviel Schuld wir selbst daran tragen. Also als Eltern mit dem ersten Kind die alles "perfekt" ,pädagogisch wertvoll und was weiß ich was machen wollten.
      Irgendwann wird man ja auch (viel) entstpannter und hat wieder ein bisschen Ruhe und das passt bei uns zeitlich zusammen (Babysitter klappte nie, ab 2 ging er in die Kita).
      Mir ist natürlich klar das es auch irgendwo vom Kind und dem Charakter abhängt, das ist aber ein weiterer Punkt.
      Sohn 2 ist ihm vom Charakter sehr sehr änhlich, abgesehen von dem Verhalten in der ersten zwei Jahren. Er war aber nie so.
      Unser Tochter ist zum klein um das ganze wirklich zu beeurteilen, wie sie als Kleinkind wird weiß ich ja jetzt noch nicht. Bisher ist sie jedenfalls in keinem Punkt auch nur annähernd wie Sohn 1.
      Ich habe mittlerweile oft das Gefühl das einiges anders gelaufen wäre, wären WIR anders gewesen. Komplett anders wäre er sicher nicht gewesen aber es gibt den ein oder anderen Punkt bei dem wir es uns selbst schwerer gemacht haben.
      Zum Beispiel was das schlafen angeht, wir hörten immer und überall "Familienbett" ist das absolute Nonplusultra. Letztendlich ist mein Mann meist ausgezogen (ins Wohnzimmer) und ich habe oft auf einer Matratze neben dem Bett geschlafen. Ja, ich weiß. Total bescheuert. Wir haben uns aber nicht getraut denn "ein Baby gehört nicht ins eigene Bett" . Letztendlich hat er dann als wir uns endlich mal getraut haben besser geschlafen.
      Zwar hat er auch da nicht durchgeschlafen aber es war einfach viel besser als vorher.
      Also an alle mit mehreren Kindern, was für Erfahrungen habt ihr diesbezüglich gemacht ?
      Wie haben sich die Kinder entwickelt ? (Sohn 1 ist jetzt seit Jahren das liebste Kinder überhaupt, wir kommen super miteinander klar und haben ein gutes Verhältnis).

      GLG

      • Ich glaube dass es unheimlich viel ausmacht....und das das eigene Verhalten definitiv Auswirkungen auf das Kind hat. Auch ob man selber ausgeglichen und entspannt ist.
        Natürlich ist auch jedes Kind anders und deswegen gibt es auch keine Pauschallösung.

        Man muss denke ich auf sein Gefühl und seinen Instinkt hören und das fällt beim ersten Kind oft schwer weil man eher "hilflos" ist und unwissend und unsicher und von jedem und überall Ratschläge erhält.

        Die dinge, die ich aus dem Bauch heraus entschieden habe - auch wenn sie gegen "lehrbuch" waren, waren bisher die besten Entscheidungen.

        Huhu,

        wir haben auch 3 Kinder (Ju 11, Mä 9 und 5 Jahre alt).

        Ich denk schon das das eigene Verhalten da viel mit reinspielt.
        Trotzdem ist auch jedes Kind verschieden.

        Rückblickend haben wirbei unserem Sohn auch vieles falsch gemacht bzw. dann bei den Mädels haben wir einiges anders gemacht.
        Das kommt aber einfach durch die Erfahrung.
        Das bringt ja nichts, sich das im Nachhinein vorzuwerfen.

        Im Gegenzug hatte mein Sohn ja auch viel Mama-Exklusivzeit und wir konnten mit ihm Sachen machen, die wir dann mit den Mädels nicht gemacht haben, einfach weil es mit 2 bzw. 3 Kindern dann nicht möglich war.

        Außerdem lebt doch auch jedes Kind so seine Rolle.
        Der Große, die Mittlere - Sandwichkind, die Kleine - Nesthäkchen.
        Ich erinnere mich noch genau wie ich z.B. mit der MIttlere immer total viel geschmust habe bevor die Kleine da war. Und das ich sie immer total niedlich fand.
        Als die Kleine dann da war, fand ich die Mittlere plötzlich so groß.
        Das kennt ja sicher jeder.

        Die Kleine jetzt ist halt trotz das sie 5 ist und nächstes Jahr eingeschult wird irgendwie immer noch mein Baby - so habe ich für die anderen - glaub ich - nicht empfunden als diese 5 Jahre alt waren.

        Liebe Grüße
        Salo

        (4) 30.08.16 - 13:22

        Hallo,

        sicherlich haben die Eltern eine Auswirkung auf das Verhalten von Babies und Kleinkindern, aber ich denke, viel macht das nur aus, wenn sich die Eltern extrem verhalten, also beispielsweise wenn Eltern wegen allem ums Kind ein riesiges Getue veranstalten oder das Gegenteil, wenn das Kind vernachlässigt wird.

        Bei normalen Eltern durfte der angeborene Charakter eine größere Rolle spielen. Ich finde, man merkt das, wenn die Kinder älter werden, so dass sich leichter beurteilen läßt, wie das Kind tickt.

        Kinder, die wissen, was sie wollen, lassen sich auch schon als Baby schwer ablenken und bocken als Kleinkind mehr. Andererseits machen sie dann später auch nicht jeden Mist mit, den sich die Schulkameraden einfallen lassen.
        Gesellige Kinder liegen schon als Baby nicht gerne alleine mit ihrem Spielzeug auf der Decke.
        Kinder, die sehr wissbegierig sind, lassen sich als Babies auch schon nicht minutenlang mit einer Tupper-Schüssel ruhig stellen.

        Familienbett haben wir mit unserer Tochter (9) selten gemacht, weil sie immer so unruhig schlief, dass wir ständig Ellenbogen oder Füße im Gesicht oder sonstwo hatten. Außerdem führte es sowieso nicht unbedingt dazu, dass sie Ruhe gab, wenn sie bei uns im Bett war. Ich bin früher stundenlang nachts singend und wippend mit ihr durch die Gegend gelaufen. #schwitz
        Den Kleinen (6) konnte man dagegen neben sich legen und dann war Ruhe - dafür will er heute noch dauernd in unserem Bett schlafen und mir wird das langsam zu unbequem.

        Dass die ersten Kinder anstrengender sind, weil die Eltern unerfahrener sind, kann ich so nicht bestätigen. Bei uns war zwar auch die Große anstrengender, aber ich kenne viele Familien, wo es andersherum ist. Bei einer Familie mit drei Kindern, die wir kennen, werden die Kinder vom Größten bis zum Kleinsten immer anstrengender.

        Unsere Tochter und unser Sohn sind übrigens recht unterschiedlich vom Charakter her. Ich finde, das ist bei den meisten Geschwistern so.

        LG

        Heike

      • Wir haben zwar zwei Kinder, aber trotzdem kein erstes und zweites in dem Sinne, da es Zwillinge sind ;)
        Sie waren und sind zwar unsere ersten Kinder, ganz ohne Erfahrung bin ich aber doch nicht an die Sache ran gegangen. Ich bin die zweit älteste von 5 Kindern und so kannte ich schon einiges. Meinen Bruder (13 jahre jünger) habe ich gerne und viel von klein auf bemuttert. Klar ist es noch etwas anderes, wenn es das eigene Kind ist. Ich bin aber an die Sache ganz locker ran gegangen. So neu war das ganze ja nicht für mich. Ich habe halt immer auf mein Bauchgefühl gehört und mich nicht verunsichern lassen. Ich denke, dass haben sie gespürt. Sie waren auf jeden Fall ganz ruhige, glückliche, ausgeglichene Babys. Es war zwar trotzdem anstrengend, da ich kaum Schlaf bekommen habe, war bei zwei Babys aber auch nicht anders zu erwarten ;) einer wollte halt immer was.
        Auch später mit Trotzphase und co, sind wir alle gut zurecht gekommen.

        Ja ich denke, dass die innere Einstellung der Hauptbezugsperson viel ausmachen kann, aber auch der Charakter des Kindes nicht zu unterschätzen ist.

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