Es eskaliert jeden Tag :-(

    • (1) 14.11.16 - 21:49

      Hallo,

      Ich weiß ja, es ist "nur" eine Phase, aber ich komme grad einfach nicht mehr klar. Mein Großer ist 5 und dreht momentan jeden Tag am Rad.
      Tatsächlich habe ich verschiedene Probleme. Zum einen fehlt es mir an logischen Konsequenzen, ich gehe meist zu Strafen über, was ja keinen Sinn ergibt. Ich schaffe es nicht ruhig zu bleiben, statt in die Luft zu gehen und mittlerweile bin ich einfach nur noch kraftlos.
      Es beginnt schon morgens. Er kommt nicht aus dem Bett, trödelt ohne Ende steht im Bad kuckt in die Luft. Ich kann neben ihm stehen und ihm 3x sagen er soll Zähne putzen, er macht es einfach nicht. Früher aufstehen haben wir schon probiert, da trödelt er genauso lang. Beim Frühstück geht es weiter. Er trödelt und tut nicht was man ihm sagt. anziehen = gleiches Problem. Nach dem Abholen im KiGa geht es weiter. er will dies, er will dass und flippt sofort aus wenn er es nicht bekommt. Dazu kommt ständiger Steit mit seinem kleinen Bruder. Abends, gleiches Thema. Er will nicht ins Bad, er will nicht Zähneputzen etc.
      Zusammengefasst kann man sagen er bringt mich mit seiner permanenten Trödelei auf die Palme und zusätzlich hört er nicht auf das was man sagt. Ich sag erst ganz nett Zieh bitte Deine Sachen aus, damit Du Zähne putzen kannst und wir genug Zeit für die Gutenachtgeschichte haben etc. er macht es einfach nicht. Irgendwann sind wir dann an einem Punkt wo wir uns nur noch anbrüllen und er keine Geschichte mehr bekommt.
      Mir tut das alles immer so leid, und ich will so eine Stimmung nicht haben. Mittlerweile streiten mein Mann und ich auch schon, weil wir beide so gereizt sind. Aktuell hat meine Woche tatsächlich keinen Tag, an dem wir nicht streiten, das Wochenende ist meist am schlimmsten.

      Was kann ich denn nur machen??.

      • Oh das kenn ich. War bei mir so als meine Schilddrüsenwerte nicht stimmten. War ne schlimme Zeit.
        Hab mir dann immer vorgenommen es immer positiv zu formulieren was ich möchte.
        Also nicht: putz deine Zähne, sondern zeig mir mal wie toll du putzen kannst usw. Das war zunächst schwierig aber ich bin dran geblieben. Jetzt fällt es mir sofort auf wenn ich negativ formuliere und ich kann es verändern. Dadurch auch Kinder wieder positiver.
        Abends im Bett sprechen wir kurz drüber was gut und was schlecht war am Tag, hören immer mit der Vorfreude auf den nächsten Tag auf.

        Es hat echt geholfen.
        Drücke die Daumen das du die Kurve kriegst. Beste Zeichen ist das es dir selbst ja auch nicht gefällt

        Bei Streitereien, vor allem so oft und viel kommt eins ja meist zu kurz, die Zuneigung zueinander. Frag ihn doch mal warum er immer so lange braucht und ob du ihm bei irgendwas helfen kannst. Vielleicht legt ihr morgens beim wecken noch ne kuschel Runde ein, so kann er langsam wach werden. So machen wir es hier. Vielleicht gemeinsam Zähne putzen, ein bisschen Spaß mit rein bringen. Hast du schon mal ein Kindergarten Lied mit zahnbürste im Mund versucht zu singen? Wir haben uns kaputt gelacht... wenn er was will und es gerade nicht geht, kann man auch ruhig mal erwähnen was man selber gerade gerne tun würde, aber eben nicht kann. Nicht immer, aber manchmal. Bei meiner hat es zumindestens bewirkt dass sie gemerkt hat, dass Mama es auch doof findet wenn sie Sachen nicht machen kann/bekommt, die sie gerne hätte.

        Wenn ich das Gefühl habe zu platzen dann trinken ich ein Glas Wasser in kleinen schlücken, ich Spüle den Ärger quasi runter.

        Kopf hoch das wird wieder.

        Ich habe auch so ein Trödelkind, mein Sohn wird im April 9 und es hat sich nicht geändert.

        Mein Tipp an Dich:

        1. schaff Dir einen persönlichen Ausgleich um wieder mit Dir selbst ins Reine zu kommen. Je gestresster Du bist, desto eher knallts. Das ist wirklich wichtig, für Euch alle!

        2. Immer daran denken: Dein Sohn macht das nicht um Dich zu ärgern, es ist einfach sein Charakter!

        Ich schwöre Stein und Bein, mein Sohn versteht nicht was ich mit "Eile" meine, er ist der festen Überzeugung sich bereits zu beeilen wenn er 5 Minuten braucht um sich Jacke & Schuhe anzuziehen... #augen

        3. Spar Dir lange Sätze wie "Zieh bitte Deine Sachen aus, damit Du Zähne putzen kannst und wir genug Zeit für die Gutenachtgeschichte haben" und beschränke Dich auf kurze, klare Ansagen:
        "Zieh JETZT bitte Deine Sachen aus" und bleib am Anfang ruhig daneben stehen. Wenn er fertig ist sagst Du "putz jetzt bitte Deine Zähne", etc.pp.

        Bei langen Tiraden schalten Kinder in dem Alter (oder mit dem Charakter) meist ab und hören nach 4 Worten nur noch #bla#bla#bla. Am Tonfall merken Sie wenn Mutter geendet hat und antworten brav "ja" auch wenn sie 3/4 überhaupt nicht gehört haben ;-)

        LG K.

      Hallo,

      wir haben hier auch so einen Trödel-Hannes (6).

      Beim Zähne putzen stehe ich daneben, gucke zu und sage bei jedem Viertel mit der elektrischen Zahnbürste: "Oben drauf, außen, innen." Anders funktioniert das bei ihm nicht. Da er eine Zahnschmelzstörung hat, ist ordentliches Zähne putzen bei ihm sehr wichtig.
      Notfalls drücke ich ihm die Zahnbürste mit der Zahncreme in die Hand.

      Bei der Großen habe ich früher auch schonmal gesagt, dass sie sich die Zähne nicht zu putzen braucht. Sie hat ja dann die Löcher in den Zähnen und die Schmerzen, nicht ich. Da fing sie an, nachzudenken und fand es doch besser, zu putzen.
      Es gibt auch nette Bilder im Internet von kaputten Zähnen...

      Wenn unser Sohn sich nicht anzieht, sitzt er irgendwann alleine im Bad - schlimmstenfalls bei geöffneten Fenstern, weil jemand geduscht hat und gelüftet werden muss. Wir sitzen dann ohne ihn beim Frühstück. Wenn die Frühstückszeit vorbei ist, gehen wir nach oben und putzen Zähne, ob er dann fertig ist und überhaupt oder nur halb gefrühstückt hat oder nicht.

      Mit 4 ist unser Sohn mal im Schlafanzug ohne Frühstück im Kindergarten gelandet. (Im Kindergarten gab es Essen und die Sachen waren in einer Tüte dabei.) Das fand er gar nicht witzig. Später stand er noch zweimal ohne Schuhe und Jacke draußen vor der Haustür, weil er beim Anziehen getrödelt hatte.
      Er war auch schon einmal mit ungeputzten Zähnen im Kindergarten, weil er da so einen Aufstand gemacht hatte. Da hat er dann plötzlich Angst vor den Karies-Bakterien bekommen und hat im Kindergarten ganz schnell noch Zähne geputzt.
      Mittlerweile hat er offenbar verstanden, dass wir seine Trödeleien nicht mit tragen.

      Abends machen wir es so, dass wir von 3 bis 1 runter zählen. Bei der ersten 1 fällt seine Gute-Nacht-Geschichte aus, nach dem zweiten runter zählen, fällt das Kuscheln aus. Bis zum Ausfall des Kuschelns läßt er es aber mittlerweile nicht mehr kommen. Die Geschichte fällt vielleicht 2 oder 3 mal pro Woche aus.

      In der Schule hat ihn die Lehrerin beim Umziehen nach dem Sport auch schonmal ausgezählt. Da ist er aber ganz schnell in Wallungen gekommen. ;-)

      Ich rege mich mittlerweile kaum noch über sein Getrödel auf. Es lohnt einfach nicht.

      Was meine Vorschreiberin schrieb, sehe ich übrigens auch so. Kurze klare Anweisungen sind besser als Monologe mit langen Erklärungen. Da hören die Kinder gar nicht zu.

      LG

      Heike

    • Hallo,

      mein Großer war ähnlich.
      Wir haben bzw. ich habe irgendwann eine Erziehungsberatung aufgesucht, weil ich nicht mehr konnte. Geholfen hat bei uns:
      Eine Eieruhr, auf der er sehen konnte, wie viel Zeit er noch hat und -meine Abwesenheit im Bad (weil ich ja die Trödelei immer nicht mit ansehen konnte und laut wurde). Und ja, ein Mal habe ich ihn halb angezogen mit in die Kita genommen...fand er nur wenig schön...und danach war er etwas schneller.

      LG

      a79

      Hallo,

      ich denke, in erster Linie musst du einfach versuchen, an dir zu arbeiten. Irgendwie aus diesem Kreisel rauskommen, das ist in erster Linie dein Part. Hast du viel Streß? Das war bei mir immer sehr ausschlaggebend dafür, wie geduldig oder rücksichts- bzw. liebevoll ich mit meinen Kindern umgehen konnte.

      In erster Linie zählt das Vorbild. Ich will damit nun nicht sagen, daß du trödelst. Es geht ums Eskalieren. Wenn du schreist - schreit er zurück, das ist klar. Du solltest es i-wie schaffen, hier Ruhe zu bewahren.

      Ich weiß, daß diese Trödelei furchtbar nervig sein kann. Wie ist es abends? Gibt es da ein Ritual, daß er keineswegs versäumen möchte? Dann vorher bettfertig machen und wenn er es nicht rechtzeitig schafft, ja dann fällt eben die Gutenachtgeschichte weg - aber bitte ohne Vorwürfe, Vorhaltungen oder Sätze wie "Das hast du jetzt davon".

      Meine durften in diesem Alter immer den Sandmann sehen vorm Zubettegehen. Vorher war aber Zähneputzen, Schlafanzug anziehen etc. dran.

      LG

      Hallo du,

      Hast du schon mal an ein Belohnungssystem gedacht statt Strafen oder Konsequenzen?
      Vielleicht hängt ihr ein kleines Plakat an die Wand, welches ihr gemeinsam gestaltet und für jeden Morgen und Abend, wenn Zähne putzen und An- und Ausziehen klappt, gibt es einen Belohnungskleber...oder je nachdem evtl auch lachende oder weinende Smileys. Lass ihn selbst beurteilen wie es geklappt hat. Nach einer bestimmten Anzahl positiver Kleber gibt es eine kleine Belohnung. Ihr könntet etwas Schönes zusammen unternehmen oder es gibt etwas kleines Besonderes, was er sich aus einer Schale aussuchen kann ( Seifenblasen, Murmeln o.ä.).
      LG

      Mauseputz

      Das Verhalten deines "Großen"kommt mir sehr bekannt vor...
      Als mein Großer 2,5 Jahre alt war hat er Zwillingsbruder bekommen...
      Und dann mit 5 war sein Verhalten kurzzeitig ähnlich.ich habe damals (mittlerweile ist er 14Jahre alt)schnell bemerkt ,dass er dadurch mehr meine Aufmerksamkeit bekommen wollte...
      Unausgesprochen Eifersucht sozusagen...
      Ich habe ihm damals dann immer wieder gesagt ,was für eine wichtige Rolle er ja als großer Bruder hat..Denn seine Brüder lernen von ihm ..
      Nach kurzer Zeit hat sich die Lage entspannt..
      Wichtig ist ,dass Du /ihr ruhig bleibt ...Denn wenn er merkt ,dass es keine Reaktion von euch darauf gibt wird es langweilig.
      So war es bei uns .
      Euch viel Glück und starke Nerven ?

      (11) 17.11.16 - 09:08

      Für mich persönlich fühlen sich solche Belohnungssysteme immer wie Leckerlies für einen Hund an. Das ist so gar nicht mein Fall #hicks

      Logische Konsequenzen schon eher.

      Wenn ich alleine mit meinen Mädels bin, dann gibt es erst Frühstück, wenn sie angezogen sind und fertig sind. Je nach dem wie lange es dauert ist viel oder auch mal gar keine Zeit fürs Frühstück. Abends ähnlich.
      Den Schlafanzug haben wir Abends mal eine lange Zeit im Winter schon 17 Uhr anziehen lassen. Da konnte sie trödeln wie sie will und hat nur ihre eigenen Spielzeit beschnitten. Das ist dann irgendwann besser geworden.

      Im Endeffekt helfen aber nur starke Nerven.

      Hallo,
      ich habe auch so ein Trödelkind....aber ich habe mir wirklich abgewöhnt, da Schnelligkeit erzwingen zu wollen, wo keine ist.
      Und deshalb habe ich ihn halt morgens angezogen, ihn fix gewaschen und die Zähne geputzt.
      So what? Meine Nerven geschont, seine geschont.
      Wie gesagt, er macht das nicht durch böse Absicht und ich brauchte keinen immerwährenden Machtkampf. Gleiches Spiel am Abend. Ich hab ihm auch die Zähne geputzt, also erst ich, dann er noch mal...
      Beim Turnen und Schwimen geht das gut Umziehen allein...
      Wenn er sich halt wie ein Kleinkind verhält, wird er auch so behandelt....und ich meine, er hätte den Mama-Kontakt auch genossen...:)
      Mein Tipp: Wandle das Negative doch einfach ins Positive und macht zusammen, das wird nicht ewig dauern....und Eskalation und Streit sind so was nicht wert!
      Ist so ein Thema wie Aufräumen....ist allein auch viel für die Zwerge und geht zusammen viel besser.
      Also: Zwang rausnehmen wäre mein Tipp.
      Grüße,
      sternchen#winke

      • Ich habe auch so jemanden zuhause.
        Bei uns. In ich es aber oft selbst schuld! Ich habe oft nicht die Geduld und mache damit unnötig Stress! Klar trödelt er, aber ich habe mich einfach ein wenig umstrukturiert und es wird besser und meine Nerven werden geschont!
        Beispiel: morgendliches aufstehen und anziehen... ich wecke ihn einfach 15 min. Früher damit er in Ruhe aufwachen kann. Vorher habe ich ihn pünktlich geweckt und sofort erwartet das er sich sofort anzieht... da war Stress vorprogrammiert weil er so schnell nicht fit wurde, ich gedrängelt habe...
        Und so versuche ich es auch in anderen Situationen zu lösen.
        Aber auch das Belohnubgssystem gab es zeitweise bei uns, und hat super funktioniert...
        Zum Umdenken hat er mich selbst gebracht. Er ist schon 8 und kann somit natürlich bereits formulieren was ihn stört. Und er sagte ganz deutlich, dass es ihm immer alles zu stressig zuhause ist.

        Das ist es wirklich, ich bin selbstständig und muss bis 18 Uhr arbeiten, mein Mann ist kaum zuhause da er auf Montage ist und ich habe noch einen 3 jährigen und einen Hund. Ich habe also immer nur sehr begrenzte Zeitfenster für alles...
        Trotzdem hat es mich getroffen das mein Sohn sich hier zuhause nicht richtig wohlfühlt.
        Aber wir haben beide an einer Strategie gearbeitet um die einzelnen Situationen zu entschärfen.. wie eben 15 min. Früher wecken!

    Wir hatten auch so eine Phase - mag ich garnicht mehr gran denken.

    Ich hatte die Möglichkeit über den Kindergarten mich von einer Familientherapeutin beraten zu lassen. Das hat mir sehr gut getan. Die Frau war nett und sehr kompetent. Ich bin alleine hingegangen, habe aber etwas für die ganze Familie mitgenommen.

    Nach mehrern Gesprächen mit meinem Mann und mir in den wir so das ein oder andere bezüglich Erziehung der Kinder geklärt haben ist es schlagartig besser geworden.

    Will sagen: unsere Kinder haben nur auf unsere Differenzen reagiert...

    Vielleicht hat euer Kindergarten auch so ein Angebot?

    ich habe dass gleiche zuhause 5jähriger der Trödelt und denn man ständig ermahnen muss, meiner braucht alleine zum anziehen ewig also ziehe ich ihn schon an dann hält er meist nicht still und zappelt herum was mich dann auch nervt setze ihn dann meist hin ein ermahnenden Ton und dann geht es.

    Mir wurde gesagt wenn er nicht hört oder negative Dinge zu mir sagt, soll ich ihn ignorieren gesagt getan und es bring wirklich etwas. Er ist nicht mehr so frech zu mir und hört schon etwas besser.

    Wenn es extrem ist, dann gibt es Verbote an denen ihm viel liegt. Das zieht bei uns momentan noch, ich bin wie Du oft einfach Platt. Wenn Du die Möglichkeit hast, vielleicht mal eine Stunde was für Dich alleine zu machen dann tu es dass Du ruhiger wirst und ausgelassener und sag Dir immer wieder wir waren auch Mal Klein und die Phasen vergehen wieder.

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