MEINS! ich kann es nicht mehr hören...

    • (1) 26.11.16 - 18:21

      Meine Tochter ist 26 Monate alt und seit 2/3 Wochen erhebt sie auf alles besitzansprüche und reißt es einem aus der Hand! Ich hasse so ein Verhalten aber weiß dass sie sowie erst lernen muss. Spielt ihre Schwester mit einer rassel dann wird es 8hr weggerissen und MEINS gerufen, der Papa liest ein Buch.... gleiches Spiel. Im Falle der Rassel habe ich sie ermahnt es Jule nicht wegzunehmen solange sie damit spielt, im Endeffekt habe ich die Rassel weggenommen sodass keiner damit spielt, weil sie es trotzdem immer wieder gemacht hat. Es nervt mich so sehr!

      Wie reagiere ich richtig, auch wenn sie unsere Sachen als 'meins' sieht? Sie rastet total aus wenn man es ihr nicht gibt. Helft mir mal kurz auf die Sprünge!

      • Hallo,

        Kinder lernen erst ihre Besitztümer kennen und verteidigen diese auch, bevor sie anfangen zu teilen. Mit "Meins" ist nicht gleich der Besitz gemeint, sondern daß gerade in diesem Augenblick Deine Tochter den begehrten Gegenstand haben will. Er ist sicher interessant, schließlich spielt ja damit die kleine Schwester, der Papa oder Du. Ja, es nervt, aber jetzt müsst Ihr beibringen, daß man einfach nicht jemanden etwas wegnimmt. Zeigt es ihr im Spiel, fragt sie, ob Ihr dieses oder jenes Spielzeug von ihr haben dürft. Es dauert halt.

        LG
        Lana

        Hallo,

        schau mal, ich habe diesen Artikel auf "Elternwissen.com" gefunden, er ist von Dr.Andrea Schmelz und ich finde das Verhalten Deiner Tochter gut und verständlich erklärt.
        Vielleicht kannst du damit was anfangen!;-)

        Hier noch mal der Link:http://www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/erziehung-tipps/art/tipp/teilen-lernen-anfangs-gar-nicht-so-leicht.html

        "Dinge in Besitz zu nehmen und gegen andere zu verteidigen, ist ein angeborenes Verhalten, das schon in der Steinzeit das Überleben der Menschheit gesichert hat. Gegen diesen Instinkt zu handeln und anderen freiwillig von seinem Besitz abzugeben, ist dagegen ein soziales Verhalten, das erst mühsam erlernt werden muss.
        Kinder zwischen einem und drei Jahren identifizieren sich stark über Dinge, an denen sie hängen, etwa über ihr Kuscheltier oder ihr Spielzeug. Sie glauben, Dinge gehörten ihnen nicht nur, sondern sie gehörten zu ihnen. So ist ein Kleinkind der Meinung, der Teddy in seinem Arm gehöre untrennbar zu ihm. Nimmt ihm jemand den Teddy weg, fühlt sich das Kind selbst bedroht. Wenn ein fremdes Kind zum ersten Mal das eigene Kinderzimmer betritt und das Spielzeug anfasst, wird es vom Zimmerbesitzer misstrauisch beäugt oder gar mit Wutgeheul vertrieben. Der Kampf um Gegenstände wird zu einem Symbol für zentrale Fragen wie „Kann ich meine Wünsche durchsetzen?“, „Wie weit kann ich gehen?“ und „Wo ist die Grenze zwischen mir und dem anderen?“.
        Kleinkinder sehen sich selbst als Mittelpunkt des Universums. Sie kennen zwar bereits den Unterschied zwischen Mein und Dein, legen ihn aber in ihrem Sinn aus: Wenn sie selbst der Mittelpunkt der Welt sind, gehört ihnen das, womit sie spielen – und den anderen nur das, womit sie ihnen zu spielen erlauben. Daraus ergeben sich natürlich Konflikte mit Spielkameraden und dem Teilen.
        In den Augen eines Kleinkindes haben Dinge die gleiche Bedeutung und Macht wie deren Besitzer. Das zeigt sich beispielsweise darin, dass ein kleiner Knirps auf Opas Brille zeigt und dabei „Opa“ sagt. Und wer auch so beliebt sein will wie der tolle Junge von nebenan, der muss sich dessen Spielzeug aneignen.
        Um freiwillig einem anderen etwas von seinem Besitz abzugeben, muss sich das Kind vorstellen können, wie sich sein Gegenüber fühlt. Ist er traurig, weil er das Spielzeug nicht haben kann? Erst wenn Kinder ein Gespür dafür entwickeln, was in einem anderen vorgeht, können sie mitfühlend handeln und z. B. freiwillig etwas abgeben. Kleinkinder sind aber gerade erst dabei, das „Ich“ zu entdecken, und sind mit dem „Du“ noch überfordert. Das zum Teilen nötige Einfühlungsvermögen entwickelt sich frühestens ab einem Alter von drei Jahren."

        Viele Grüße und viel Geduld wünscht
        sternchen:-D

      Hallo ,

      sicherlich müssen Kinder das lernen aber wenn es so extrem ausartet, dann würde ich auch mal andere Erziehungsschritte einleiten, anstatt ein ständiges " aushalten" zu praktizieren.

      Das Buch vom Mann ist nicht ihres....sie kann mitlesen, sich es zusammen anschauen aber sie hat nicht zu bestimmen, das es ihres ist und einen Zwergenaufstand zu verursachen.
      Ebenso mit der Rassel.

      Mit ihren Sachen ist es etwas anderes, wenn sie es auf dem Spielplatz verteidigt aber sie kann jetzt schon lernen, das solch ein Verhalten von Euch nicht akzeptiert wird.

      Viele Mütter haben heute anscheinend Angst, beim Lernverhalten ihres Kindes auch mal dazwischen zu gehen und lesen schlaue Ratgeben aber leider ist es oftmals so, das vieles zähneknirschend akzeptiert wird.
      Was soll bitte passieren, wenn du mal einen Riegel davor setzt? Was soll sie dann nicht lernen? wird sie dann ein sozialer Krübbel?

      Ich denke da eher anders, das Erziehung heute sehr lasch ist und überall ausreden gesucht werden. Wenn ich da an die Prinzen und Prinzessinen in der Schule denke....die wurden wohl auch alle nach Buch X erzogen.

      Also, höre auf Dein Bauchgefühl und wenn du meinst, es ist zu viel, dann ist es das auch! Da helfen klare ansagen und auch mal, das das Kind schmollend in der Ecke sitzen darf.

      lg
      lisa

      Huhu,

      Wenn meine beiden (16 Mon und 3J) ständig um was streiten, ohne dass ich genau weiß, wer angefangen hat, dann kommt das auch Ding erstmal weg, würde ich machen wie du...Danach spielen sie wieder ganz friedlich :-)
      Die wichtigsten Dinge (bobbycar, schaukel) haben wir doppelt, manche Teile gehören einem und fertig (lieblingsstofftier, ein paar Bestimmte Autos) wenn Besuch kommt, kommen die weg, und der Rest ist für alle, und wird auch geteilt wenn Besuch kommt (dafür frag ich den Großen vorher, ob er mit xy spielen will)
      Auf dem Spielplatz darf gegen fremde Kinder verteidigt werden, bei Sympathie wird geteilt, muss aber nicht...
      Wie alt ist denn die (kleine?) Schwester? Bei meinem Großen gabs so eine Phase auch mit ungefähr 26 oder 27 Monaten, da fing der Kleine an zu robben/kriechen und hatte plötzlich Zugriff auf das ganze Spielzeug... Gab am Anfang Protest, habe das immer erklärt, dass er dann ja auch traurig wäre, geschimpft, und letztendlich weggenommen... Mittlerweile läufts gut...
      Würde ihr das nicht durchgehen lassen... Auch nicht mit wissenschaftlicher Erklärung :-)
      Papas Buch kriegt sie natürlich nicht, und wenn die Schwester die Rassel hat, bekommt sie die jetzt auch nicht... Tauschen wäre noch ne Option?
      Und wenn sie ausrastet, aus dem Zimmer gehen, und sagen, sie kann gerne nachkommen, wenn sie sich wieder eingekriegt hat :-) funktioniert bei uns ganz gut...
      Und naja, ein bischen Geschwisterstreit is doch normal...
      alles eine Phase :-)
      Lg

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