Ich weiß nicht mehr weiter :(

    • (1) 09.12.16 - 22:35

      Hallo an Alle...

      Ich bin hier im Forum normalerweise nicht so unterwegs allerdings muss ich jetzt mal was loswerden.

      Seit ein paar Wochen haben wir hier große Probleme mit unserem 5-jährigen. Er bekommt mittlerweile mehrfach täglich hysterische Wutanfälle, besonders wenn man das Wort nein in den Mund nimmt. Auch wenn man mit ihm was schönes macht/unternimmt was ja dann auch irgendwann dem Ende zu geht, rastet er komplett aus.
      Er haut dann immer gegen Möbel oder sucht regelrecht nach Dingen, die er schmeißen kann. Manchmal haut er sich auch selber.
      Vorhin ist es soweit gekommen, dass er mir einen Schuh ins Gesicht geworfen hat und das nur, weil ich das Zähneputzen erwähnt habe.
      Ich weiß gerade echt nicht weiter, ich habe das Gefühl es wird jeden Tag schlimmer :(

      Vielleicht ist es noch von Bedeutung zu wissen, dass ich in der 29. Woche mit dem Geschwisterkind schwanger bin. Denke selber schon darüber nach, dass es was damit zu tun haben könnte. Obwohl mein großer sich sehr auf seinen kleinen Bruder freut und bis jetzt noch nix negatives gegen ihn geäußert hat.

      Danke fürs lesen!

      Lg

      • Wie sieht denn eure Konsequenz aus, wenn er euch bewirft/weh tut, etwas kaputt macht? Ich denke, er weiß im Moment nicht wohin mit seinen Gefühlen. Ihr könntet ihm einen Gegenstand wie ein kissen/ein boxsack etc. anbieten, an dem er seine Wut auslassen darf. Trotzdem solltet ihr konsequent nein sagen, wenn er etwas kaputt macht oder euch weh tut. Also im ruhigen aber strengem Ton sagen, dass er gern wütend sein darf, aber er seine Wut an diesem Gegenstand auslassen soll aber das NICHT gehauen/weggegangen oder etwas zerstört wird.

        • Weh getan sollte es heißen.

          Hallo und Danke für deine Antwort.

          Also unsere Konsequenz sieht so aus, dass wir ihn in sein Zimmer schicken und er gerne wieder zu uns kann, wenn er sich beruhigt hat. Ich sage ihm auch, dass ich Verständnis für seine Wut habe und er auch wütend werden darf, nur soll er nicht um sich hauen oder uns hauen, weil wir uns nicht gegenseitig weh tuen. Jedoch scheint das nicht zu funktionieren.

          Schlagen kennt er von uns auch nicht. Jedoch hab ich ihm, nachdem ich den Schuh im Gesicht hatte, eine auf den Po geklatscht. Es passierte im Affekt und mir tut es sehr weh, dass das passiert ist.

          Mittlerweile liegen die Nerven bei uns allen blank und es wird auch immer mehr geschimpft und auch verboten. Das ist nicht richtig und das wissen wir aber in dem Moment ist man richtig hilflos und ich merke in mir auch eine immer größer werdende Wut auf ihn.
          Die schönen Dinge, die man zuvor mit ihm gemacht hatte werden richtig kaputt gemacht.
          Und ich möchte keine Mutter sein, die immer nur brüllt und Verbote erteilt oder ihn gar nochmals haut :(

          Im Kindergarten fängt dieses Verhalten auch schon an. Anfangs nur uns gegenüber, wenn wir ihn abgeholt haben und er nicht mit wollte und seit kurzem ist er auch zu den anderen Kindern so. Einige Freunde haben sich schon ein wenig distanziert.

          Das mit dem Kissen zum abreagieren anbieten werde ich auf jeden Fall versuchen.

          • Oha, ein Kind zu schlagen sollte natürlich auch "im Affekt" nicht passieren.

            Da musst Du sehen, dass Du reagierst, BEVOR Du in so einen Ausnahmezustand kommst.

            Soll heißen: Früher DEUTLICH Grenzen setzen, aber nicht aus dem Kontakt gehen. Wegschicken, bis er wieder lieb ist heißt für ein Kind: Geh weg, ich liebe Dich nicht mehr, wenn Du so bist. Du darfst erst wiederkommen, wenn mir Deine Gefühle angenehm sind.

            Wenn er ständig Wutanfälle hat, dann ist er gerade sehr unzufrieden mit sich und seinem Leben. Woran das liegt, ob das ernstere Ursachen hat oder von selbst vorbei geht, kann ich nicht beurteilen. Aber schlecht geht es ihm.

            Die Frage wäre also: Was wünscht er sich anders? Was kannst Du für ihn tun? Wenn er wieder mehr in sich ruht, werden die Anfälle weniger werden.

            Wenn er Gewalt ausübt, dann darfst (und solltest!) Du ihn energisch daran hindern, und dann darfst Du auch mal laut und böse werden. Zuschlagen natürlich nie, auch wenn er es mal schafft, Dir wehzutun. Sag ihm, Du nimmst ihn jederzeit in den Arm (einfach daneben bleiben, abwarten, Arme offen halten), aber Du duldest keine Gewalt.

            Und dann bedenke: Du bist vermutlich im MOment ein hormonell verseuchtes Emotionsmonster. Das färbt auch auf ihn ab. Wenn er verunsichert ist, weil Mama sich anders benimmt, dann hilft das nicht gerade, zur Ruhe zu finden. Deshalb sprich mit ihm so offen wie möglich darüber, dass Mütter ganz empfindlich sind, wenn sie ein Baby im Bauch haben.

            Und sag ihm, wie froh Du bist, dass Du schon so einen großen Jungen hast, dass er bestimmt der beste Bruder der Welt wird usw. Meine Große fand es immer schön zu hören, dass ich durch sie festgestellt habe, wie wunderschön es ist, Mama zu sein und dass ich davon mehr haben möchte. Alles ihr Verdienst...

            Hallo,
            hast du schon mit ihm darüber geredet? Und nicht im Moment wenn er ausrastet - sondern wenn er gut drauf ist? Versuch mal raus zu kriegen was ihn beschäftigt, ob er Angst hat wie es ist mit dem Baby, ob ihr ihn noch liebt hat z.B oder auch Gedanken weil es nächstes Jahr in die Schule geht und er Vorschulkind ist, oder noch was ganz anderes. Gib ihm die Chance sich zu öffnen und mit dir zu reden, oder mit seinem Papa- mit wem er möchte und es besser kann. Jungs in dem Alter sind sehr sensibel und spielen dann den starken Max. Kenn ich zu genüge. Meiner ist jetzt 8 Jahre alt und die Kleine 4. WIchtig ist, das man den Zugang zu den KIndern findet, das ist nicht immer leicht, aber wenn es mal geklappt ist ist es später einfacher. Setz dich mal hin und hör ihm zu, irgenwas beschäftigt deinen Jungen ganz ganz arg, er signaliseirt mit seinme Verhalten das er Hilfe sucht ... gib sie ihm und zeig oder sag ihm wie lieb du ihn hast.
            Ich wünsch dir viel Kraf tund Geduld,
            LG nefer-tari

            • Hallo...

              Ja, versucht mit ihm zu reden haben wir schon häufiger. Das Problem besteht darin, dass mein Sohn entwicklungsverzögert ist sowohl bei seinem sprachlichen und kognitiven Verständnis.
              Er versteht wenn man mit ihm redet meist nicht warum und um was es geht (oder er mag es nicht verstehen). Er reagiert dann auf Gespräche mit zB Fragen zu seinem Buch oder was aus der Kita (also erwidert etwas, was nichts mit unserem Gespräch gemein hat) oder er albert dabei rum und macht dicht.
              Mit Veränderungen in der Kita wegen Vorschule oder nächstes Jahr die Schule haben wir auch nichts, er wird erst 2018 eingeschult.
              Das einzige was an Veränderung bevor steht ist sein Bruder. Und da haben wir ihn bis jetzt gut mit einbezogen, wie gemeinsam das Zimmer hergerichtet und Sachen eingekauft.
              Hinzu kommt noch, dass sein Vater über 600 km im Sommer weggezogen ist und seitdem so gut wie gar kein Kontakt mehr, seitens des Vaters, zustande kommt.

              Das Verhalten von meinem Sohn hatte vor ein paar Wochen (4 oder 5) angefangen sich zu verändern. Man geht ja immer von einer Phase aus. Kleine Wutanfälle gab es vorher auch aber bei weitem nicht so wie jetzt und da konnte man ihm auch immer super raus helfen und es war auch nicht so häufig.

              • So kleine Kinder verkraften nur 1 große Veränderung pro Jahr (Umzug, Trennung, .Geburt Geschwisterkind, Einstieg Schule usw).
                Unser Sohn hatte damals(2) nachts Schreianfaelle nachdem sein Bruder 5 Wochen nach unserem Umzug auf die Welt kam.

                Als seine Schwester geboren wurde und er ein paar Wochen später mit dem Kindergarten begann (3) -war auch sehr schwierig.

                Ich nahm ihn dann raus und ließ ihn noch ein Jahr zuhause.

                Er konnte immer schon schwer mit veraenderungen umgehen -im Gegensatz zu den Geschwistern.

                Jeder ist nicht gleich.

                Schwer. ...du bist dzt sicher auch verändert -alleine durch d hormone.

                Die Kinder reagieren auf alles....

                Vll würde ich mit jm Geschulten sprechen....wenn es nicht besser wird.

                Alles Gute

      Hallo!

      Ich rate dir, such dir Hilfe von Außen (Erziehungsberatung, Jugendamt usw.)!
      Das meine ich überhaupt nicht böse, nur manchmal ist es so, dass ein (geschulter) Außenstehender, der euch beide sieht, einen besseren Blick auf die Gesamtsitiation bekommt, als wir in einem Forum.

      Ohne dich und deinen Sohn zu kennen, ist es schwer dir Tipps zu geben. Gerade wenn soviele vesrschiedene Baustellen bestehen. Also hab den Mut dir/euch helfen zu lassen!
      Alles Gute!
      LG #winke

      Hallo,

      ich ahnte bereits bei deinem ersten Beitrag, dass es nicht alles ist.

      Du schreibst es später selber:
      - Verlust des Vaters
      - Entwicklungsverzögerung
      .....neuer Partner ????

      Dieser objektiver Zustand wird dafür verantwortlich sein. Wo wurde die Diagnostik gemacht ? Seid hr in SPZ in Behandlung ?

      Was deinem Kind gut tun könnte, wenn es so weiter bleibt, wäre eine Frühförderung in Kombination mit einer Erziehungsberatungsstelle. Das Kind hat nämlich mehrere objektive Einschränkungen und ich würde rechtzeitig eingreifen bevor es sich verselbständigt.

      #winke

      • Hallo...

        Er bekommt schon interdisziplinäre Frühförderung seit einem Jahr.
        Mit den Therapeuten hab ich auch schon gesprochen und die vermuten da eher ein aufholen seiner Trotzphase.

        Einen neuen Partner hab ich nicht, der Vater und ich haben uns schon früh getrennt und mit meinem jetzigen Mann bin ich zusammen seit mein Sohn ein knappes Jahr alt ist.
        Nur der Vater ist jetzt im Sommer weg gezogen und seit September ist quasi gar kein Kontakt mehr.

        • Hallo,

          wenn ich richtig herauslese, hatte er aber wohl KOntakt zum leiblichen Vater bis dieser dann wegzog, oder? Also das wird wohl definitiv mit einspielen.

          Wie sieht denn euer Tagesablauf aus? Gibt es feste Rituale?

          Du empfindest es als ihn mit einbeziehen, wenn ihr das Kinderzimmer gemeinsam einrichtet... er empfindet es vlt. völlig anders?

          Ich weiß keinen absoluten Rat, ich weiß nur, daß das sehr, sehr anstrengend sein kann und wenn dann Wut von deiner Seite mit rein kommt, kann es zu einer Sackgasse werden. Es gibt da ein paar Sprüche, auf die ich mich in solchen Phasen immer versucht habe, zu erinnern: "Ein ungeliebtes Kind ist unerziehbar" oder "Liebe mich dann am meisten, wenn ich es am wenigstens verdiene".

          Ich kann es nachvollziehen, daß dir da die Hand ausgerutscht ist - wie hat er denn dann darauf reagiert? Ich bin nicht dafür, daß KInder geschlagen werden, absolut nicht - aber ich gestehe: Es ist mir auch passiert. Und ich erinnere mich an eine einmalige Situtation mit einem meiner Söhne, da hat er diese Reaktion wohl i-wie "gebraucht" um ein gewisses Verhaltensmuster zu durchbrechen... (jetzt wird gleich der Shitstorm über mich hereinbrechen).
          Wende dich an eine Beratungsstelle (Caritas, Diakonie)... es tut gut, mit jemanden darüber zu reden, einen Blick von außen zu bekommen.

          LG

          Hallo,

          dies ist tatsächlich gar nicht so selten und passiert oft bei Kindern, bei denen z.B. durch eine Operation die Ursache einer Entwicklungsverzögerung behoben werden konnte.

          Dennoch denke ich, dass nicht nur dies die Ursache und Erklärung sein wird.

          Man kann in der Trozphase sein und dennoch muss man nicht mit Sachen werfen und andere schlagen. Wenn die einzige die Trotzphase wäre, hätte sich euer Problem durch das Setzen der Grenzen erledigt.

          Aus meiner Erfahrung sage ich aber, dass da mehr dahinter steckt.

          Lasse euch bitte wirklich auf die Warteliste setzen. Wenn sich zum Zeitpunkt der Erziehungsberatung der Anlass erledigt hat, sagst du es kurz ab.

          Dies wäre zumindest mein Weg.

          #winke

    (14) 11.12.16 - 14:06

    Hallo,

    wenn Euer Sohn sowieso schon ein paar Baustellen, wie Entwicklungsverzögerung hat, wirst Du mit den Antworten von Eltern normal entwickelter Kinder eher nicht weiter kommen.
    Vermutlich seid Ihr dann ja schon wegen Deines Sohnes mit irgendwelchen Stellen in Kontakt. Die würde ich fragen, was sie vorschlagen.

    Ich könnte mir vorstellen, dass er, trotz aller Bemühungen von Eurer Seite aus, eifersüchtig auf das Baby und nicht in der Lage ist, mit dieser Eifersucht umzugehen.

    LG

    Heike

    Hallo,

    das ist schon zum Ausrasten, wenn der Vater sich einfach vom Acker macht, ich kann verstehen, dass dein Sohn außer sich ist.

    Und das obwohl du schwanger bist? Oder lebst du mit einem neuen Mann zusammen und das klappt nicht mit deinem Sohn?

    Versuch bitte, mit ihm drüber zu reden, wie es ihm damit geht. Du könntest ihm Gefühle vorschlagen und er könnte sagen, ob es dieses Gefühl ist oder nicht.

    Bitte nimm Kontakt zur Erziehungsberatung auf, da bekommst du Unterstützung. Es gibt viele Angebote für Kinder, die man so gar nicht kennt. Gruppen für Scheidungskinder, Therapieangebote, Gespräche...

    Wir waren damals auch dort und sie haben uns bei einer großen Krise (viel später in der Schule) sehr geholfen.

    LG

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