Dauergejammer abstellen - Ideen gesucht

    • (1) 16.12.16 - 19:51

      Hallo,
      ich habe eine nun 3jährige. Unsere große Herausforderung besteht seit Monaten darin, ihr Dauergejammer abzustellen. Das geht üblicherweise mit Tränen und Geheul weiter und endet dann ... irgendwann, irgendwie.

      Normalerweise läuft es so ab: Z. B. ihre Nase läuft. Bevor sie aber sagt, daß sie die Nase abgeputzt haben möchte, oder dass die Nase läuft, fängt sie an zu jammern und dann zu weinen - eben weil die Nase läuft. Man versteht erst mal gar nicht, was los ist. Erst mal wird gejammert und geweint. Dann läuft die Nase aufgrund der Tränen natürlich noch viel mehr und schon geht es in die nächste Runde

      Oder ein anderes Beispiel. Sie ist grundsätzlich in der Lage, sich vollständig an- und auszuziehen. Wir sind im Bad und ich bitte sie, die Socken anzuziehen. Noch bevor sie es probiert, fängt sie mit weinerlicher Stimme an, daß ich es machen soll, es würde nicht gehen, die Socken wären verdreht. Die Sache ist nicht, daß sie sich alleine an- und ausziehen muss, sondern dass sie gleich mit Geheul beginnt. Wenn ich dann das nächste Mal ihr die Socken aus eigenem Antrieb anziehe, geht die Stimmung wieder den Bach runter, denn: sie wollte es natürlich selbst machen. Frage ich sie, wer die Socken anzieht, dann heult sie schon wieder los, bevor sie einfach "ich" oder "Mama" sagt.

      Ich kann die Fragen stellen wie ich will, sie mit Aufgaben betrauen wie ich will, es kann passieren, was will: bevor sie einfach ein Wort sagt, fängt der Jammerton an, ich verstehe nichts oder nicht genug und anschließend haben wir wieder großes Geheul.

      Mir fällt nichts ein, wie ich diese Dauersirene abstellen kann. Es ist inzwischen vom Aufstehen bis zum ins Bett gehen ein Lärmpegel, der mir an die Nerven geht. Zwischenzeitlich schicke ich sie sogar aus dem Zimmer und sage ihr, sie könne wieder kommen, wenn sei fertig ist mit dem Weinen. (oder manchmal gehe ich raus und sie darf dann nachkommen, wenn sie ruhig ist)

      Hat jemand die zündende Idee?

      Vielen Dank,

      Pureheart

      • Oh, an diese Phase erinnere ich mich bei meinem Sohn auch noch. Das müsste er auch so um die drei gewesen sein.

        Das hat mich sooooo angenervt. Nach drei Monaten etwa konnte ich das nicht mehr und hab ihm einmal deutlich gesagt, dass ich nicht mit jammerern rede und eh nix verstehe, wenn er so jammert. Hab mich umgedreht und bin weggegangen. Das habe ich jedes Mal gemacht, wenn er jammerte. Nach ein paar Tagen war der Spuk vorbei. Ab und an wurde die Stimme jammerig und es reichte, dass ich meine Augenbraue hochzog und er hat sich sofort zusammengerissen.

        Einfach auf nix eingehen, wenn sie jammert. Du verstehst sie halt in dem
        Ton nicht:)

        Alles Gute.

      Das ist sehr anstrengend. Meine Tochter hat auch andauernd solche Abwandlungen. Sie behauptet auch sich nicht anziehen zu können nicht aufräumen zu können, nicht selber essen zu können ect. Und wenn man mal etwas schärfer wird geht das Geheule los. Ich sitze es meistens aus. Aber das geht schon heftig aufs Nervenkostüm. Jedesmal nachzugeben ist aber langfristig sicherlich die schlechtere Lösung.

      Und meine Tochter ist schon fast fünf.

      • Hi,

        danke für die Antwort. Naja, mit 5 Jahren werd ich auch drauf achten, dass sie sich selbst anzieht. Aber mit 2,5 Jahren (seit da haben wir die Situation) find ich das schon früh. Und wie gesagt: es gehtl mir nicht darum, dass sie etwas nicht machen möchte, was sie könnte, sondern um das Gejammer an sich.

        Liebe Grüße,
        Pureheart

    Bei uns War einfach effektiv dass ich Wie meine vorschreiberin gesagt habe das meine Ohren einen Jammer Ton nicht verstehen, es gab aber auch Situationen wo ich das ebenfalls im jammer Ton mit ihr geredet habe. Die Mischung aus spiegeln und immer wieder betonen das ich in diesem Ton nicht verstehe was sie sagen möchte hat dazu geführt das es oft weniger wurde. Heute ist meine 4 Jahre alt und auch heute nicht gibt es Tage wo einfach viel geweint wird. Das nehme ich dann durchaus ernst und sage ihr das sie sich beruhigen soll und mir sagen kann Wie ich ihr helfen kann. Heute sagt meine Maus zu mir: sie könne sich nicht so schnell beruhigen. Hach ist ja auch nicht leicht.

    Genervt war ich damals auch von dem ständigen Gejammer aber mit Geduld und spucke haben wir diese Phase gut über die Runden gebracht. Das meine sich nicht anziehen wollte hatte nichts damit zu tun das sie es nicht konnte. Sie wollte einfach unsere gemeinsamen Minuten nicht verlieren die wir dann hatten. So habe ich einfach Es immer im Wechsel gemacht. Einen Tag zog sie sich selbst an und ich habe geholfen wenn es wirklich kniffelig wurde und einen Tag hab ich sie komplett angezogen. Ich glaube bei allem genervt sein hilft nur mit dem Kind in Kontakt zu bleiben und immer wieder darauf hin zu weisen dass man in einem jammer Ton nicht zum gewünschten Ergebnis kommt.

    Aber falls es dich beruhigt, diese Phase hat wohl jedes Kind durch und alle Eltern waren froh als Land in Sicht war. Das ist einfach so, vielleicht hilft es dir, dir selbst zu sagen das nach dieser Phase eine andere kommt und das es dazwischen Momente gibt die besser werden.

    Kopf hoch das wird schon. Den perfekten Tipp und das richtige Rezept gibt es glaube ich nicht, aber du bist nicht allein.

    Alles Gute euch

    • Hallo,

      ich hab über Deinen Satz " Sie wollte einfach unsere gemeinsamen Minuten nicht verlieren die wir dann hatten. " nachgedacht. Und ich glaube, das könnte tatsächlich bei manchen Situationen der Grund sein.

      Danke,
      Pureheart

Hilft es dir jetzt, wenn ich dir sage, dass deine Tochter gerade einen ganz großen Schritt in ihrer Entwicklung macht? Weg von dem hilflosen Baby, hin zum selbstständigen Kind. Leider kann sie nicht immer alles so artikulieren, wie sie es will oder sie weiß auch manchmal gar nicht genau, was sie eigentlich überhaupt will und manchmal will sie dann doch einfach noch Mama. Also entsteht dieses Kuddelmuddel.

Es ist eine relativ kurze Phase. Das geht vorbei ;-).

  • Hallo,

    danke für Deinen Beitrag. Der war sehr hilfreich für mich. Vor allem der Gedanke, dass sie noch gar nicht weiß was sie will oder sagen will.

    eine relativ kurze Phase finde ich es im Moment nicht, aber gemessen am Lebensalter ist ein halbes Jahr tatsächlich wenig :-)

    LG, Pureheart

(11) 20.12.16 - 12:06

Hi,

das kommt mir bekannt vor :-)
Wir haben das Problem in den Griff bekommen indem wir selber möglichst ruhig gesagt haben:
"Bitte sage es normal (ohne jammern)" und haben es eventuell auch einfach vorgesagt.
Rausschicken oder Alleine lassen finde ich persönlich nicht so gut, ein Kind in dem Alter kann sein Handeln noch gar nicht reflektieren und umdenken. Sie sind noch sehr Ichbezogen und können nicht einfach aus ihrem Kosmos raus.
Bestimmte Sachen kann man auch schon vorweg ankündigen wie z.B. "wenn wir in der Wohnung sind möchte ich dass Du dir die Hände wäschst".
Es klappt nicht unbedingt sofort aber auf Dauer haben wir so sehr gut das Jammern losbekommen.

  • (12) 20.12.16 - 23:25

    Hallo,

    danke für die Rückmeldung. Rausschicken etc. find ich auch net gut, aber mir fiel keine andere Handlungsalternative ein. Deshalb hab ich ja auch hier gefragt.

    Wenn Du dann verstimmte Sachen schon vorweg angekündigt hast, fing dann das Gejammer nicht schon vorher an?
    Das wär sicher ein Versuch wert.

    Liebe Grüße,
    Pureheart

    • (13) 21.12.16 - 10:57

      ich wollte dich auch nicht kritisieren wegen dem rausschicken, mir ist auch schon ganz ordentlich der kragen geplatzt obwohl ich das nicht wollte ;-)

      das vorwegnehmen hat bei uns schon oft sehr gut geholfen weil sich unser sohn dann darauf einstellen konnte was jetzt kommt. mit einem dreijährigen kind kann man vieles schon sehr gut bereden. vielleicht kannst du auch versuchen in einem guten moment darüber zu sprechen wie man eine jammersituation ändern kann und eine abmachung treffen.

      natürlich gibt es trotzdem noch jammertage. manchmal ist man einfach auch schlecht drauf, auch als dreijährige. allerdings muss ich sagen dass diese herangehensweise sogar mir selbst geholfen hat gelassener damit umzugehen. wenn man selbst genervt reagiert schaukelt sich so eine situation meistens nur auf.

Ihr seid aber zum Teil echt hart.... ich bin manchmal heute noch so, das ich jammerisch und weinerlich bin ohne den genauen Grund zu kennen oder zu wissen wer das wie abstellen könnte... ich bin dann froh, wenn mein Mann mich in den Arm nimmt und sagt, dass er mich lieb hat und es okay ist, wenn ich jetzt gerade so blöd drauf bin.

Ich kann mir vorstellen, dass eine drei oder vierjährige auch nicht immer genau weiß, was sie gerade nervt, traurig macht usw.... denn das Kind anzuschreien, stehen zu lassen oder anzumotzen bringt sicher nix.

  • HAllo,

    ich bin mit der Lösung, ein Kind einfach stehen zu lassen oder rauszuschicken auch nicht zufrieden. Das geb ich offen zu. Deshalb dachte ich auch, vielleicht hat jemand eine gute Lösungsmöglichkeit.
    Ich hab auch ehrlich kein Problem, wenn ein Kind mal schlecht drauf ist oder jammert. Aber hier reden wir von mehrern Monaten von einer Dauersirene vom Aufstehen bis zum ins Bett gehen.

    Stell Dich mal einen Tag lang neben ein Fahrzeug mit Martinshorn, dann weißt Du von was ich rede ;-) Und das soll nicht despektierlich meiner Tochter gegenüber sein. Es ist halt nicht nur ein "ich bin "jetzt" grad blöd drauf".

    Es ist einfach nur noch nervend, wenn man morgens ins Kinderzimmer geht, das Kind weckt und das erste was das Kind von sich gibt, gejammer ist, weil der Schlafsack verdreht ist... irgendwann kann ich das nichtmehr hören.

    Unsere Tochter ist vor einigen Tagen 3 Jahre geworden und hat noch zwei jüngere Geschwister.

    Liebe Grüße,
    Pureheart

Top Diskussionen anzeigen