Erziehungsmethoden -Welche wendet ihr bei euren (Klein-) Kindern an?

    • (1) 28.12.16 - 12:22

      Hallo ihr Lieben,

      wie die Überschrift schon andeutet bin ich auf der Suche nach "DER" richtigen Erziehungsmethode für uns uns würde da gerne eure Erfahrungen und Berichte hören.

      Unsere Motte ist 1 Jahr alt und somit sind wir noch absolute Neulinge bei dem Thema.

      Wie habt ihr euren Kleinsten Regeln beigebracht, welche Konsequenzen folgen bei Missachtung, wie geht ihr mit Wutanfällen um etc?

      Wir möchten ihr natürlich von kleinauf beibringen das es gewisse Regeln gibt an die man / sie sich halten muss ; das ein vorsätzlich schlechtes Betragen eine Konsequenz nach sich zieht und sie ihren kleinen Dickkopf halt nicht immer durchsetzen kann. Andererseits möchten wir sie natürlich nicht in ihrer emotionalen und charakterlichen Entwicklung einschränken.
      Ich hoffe ihr wisst was ich meine?

      Auf der Suche nach Anregungen bin ich über Jasper Juul und seine Bücher gestolpert. Hat vielleicht schon jemand von euch Werke von ihm gelesen und kann mir dazu Rückmeldung geben? Bzw welche Autoren und Bücher könnt ihr empfehlen?

      LG 30maria1115

      • Damit habe ich mich sehr viel befasst. Ich mag zB. Die bei vielen verschrieene Anna Wahlgren. Das Kinderbuch fand ich gut, aber eben weil es zu meinen beiden großen gut passt.

        Im Grunde aber habe ich nach drei Kindern begriffen, dass jedes Kind anders ist. Meine Älteste braucht direkte Ansagen und muss, ich weiß gerade keine andere Ausdrucksweise, manchmal spüren, dass es wie es ok den Wald hinein auch wieder herausschallt. Die mittlere ist immer etwas einsichtiger. Noch, denn die ist gerade mal drei. Beim Baby weiß ich noch nicht was sie für ein Typ wird.

        Mir sind persönlich klare Worte wichtig, und ich bin in wenigen Dingen sehr konsequent. Dabei lasse ich aber sicher auch mal woanders was schleifen. Ich glaube egal welches Konzept man fährt - es gibt immer verzweifelte Momente. Aber ich glaube auch daran, dass wenn wir ihnen Höflichkeit, Respekt und all diese Werte gut vorleben, so kommen sie gut ins Leben. Sie verändern sich auch - die Große war ein richtig "einfaches" Baby und Kleinkind, wurde erst als Schulkind "stressiger". Die mittlere hat als Baby viel geschrien und war der mieseste Schläfer überhaupt. Auch das hat sich geändert.

        Ich glaube, dass wenn wir Eltern es schaffen, uns auf Veränderungen einzustellen, eigene Wege gehen und Ziele verfolgen, wenn auch manchmal über Umwege, so sind wir auf einem guten Weg.

        Ich habe im Laufe der Jahre zig Erziehungsratgeber gelesen, auch berufsbedingt. Ich kann dir keins empfehlen! Ich würde wirklich jedem Elternteil raten nach dem Bauchgefühl zu gehen. Da kannst du absolut nichts falsch machen.

        • Hallo,

          stimmt nicht.

          Jeder ist irgendwann erzogen worden. Und das beeinflusst das eigene Bauchgefühl.

          Wenn jemand also geschlagen wurde als Kind, ist das in seinem Bauchgefühl auch verankert und ohne das man sich vorher informiert, sagt einem das Bauchgefühl, dass schlagen richtig ist. Ich merke das selbst sehr deutlich.

          Deshalb sollte jeder sein Bauchgefühl mit guter Literatur reflektieren.

          Theresa

          • Sehe ich nicht so. Ich glaube dass es zu Hauf Leute gibt, die selbst geschlagen worden sind und genau aus diesem Grund niemals ihre Hand gegen ihr Kind erheben würden. (Und nein, ich bin nie im eighentlichen Sinne geschlagen wie du es wahrscheinlich meinst. Ein Klaps auf den Windelhintern war aber zu meiner Zeit noch normal)

            Ich verlasse mich grundsätzlich erstmal auf mein Bauchgefühl. Sollte es mal schwieriger werden würde ich mir eher Tipps von Familie/Freunde/Bekannte.

        Nach Bauchgefühl kann man absolut nichts falsch machen?
        Meinst du, alles was in der Erziehung schief läuft, geschieht strikt nach Lehrbuch?
        Ich mache auch nach Bauchgefühl einige Fehler...

    Hallo,

    die beste Erziehung: mit Liebe, Humor, Berücksichtiggung der Bedürfnisse des Kindes, keine starre Linie, ohne Anspruch an Perfektion. Versuch es doch einfach mal mit Deinem Bauchgefühl. Brauchst Du wirklich tonnenweise Bücher? Es gibt sehr gute Bücher, die über die Entwicklung und Bedürfnisse der Kinder aufklären, so daß man sich gut in die Kinder hineinversetzen kann. Ansonsten brauchst Du keinen Ratgeber o.ä. Dein Mann und Du werdet es schon händeln. Erziehung beginnt nicht mit Regeln, sondern mit dem Vorleben. Wie seid Ihr zueinander? Wie redet Ihr? Wie streitet Ihr? Wie ist Euer Alltag? Damit fängt die Erziehung an.

    LG
    Lana

    Hallo!

    Ich persönlich finde Jesper Juul toll und habe 5 Bücher von ihm gelesen.
    Im Grunde sind es keine Ratgeber aber sie haben meine Sicht auf Kinder und das Familiengefüge an sich radikal zum besseren verändert.
    Ein Konzept braucht man nicht. Dinge, die dir wichtig sind solltest du gut vorleben. Versuche, die Sichtweise deines Kindes zu verstehen und sei nicht all zu streng mit dir und deiner Familie, denn perfekt gibts nicht.
    Und immer bedenken: Kind ist nicht gleich Kind. Was bei der besten Freundin klappt, klappt nicht automatisch für dich und deine Familie.
    Versuche, Machtkämpfe und Strafen zu vermeiden.
    Liebe dein Kind, wie es ist an guten und schlechten Tagen. Dann wird alles gut.

    Alles Liebe dir und deiner Familie!

    • Danke für deine Antwort :)

      Genau dieses "WIE" interessiert mich. Also wie schaffen es andere Familien Strafen und Machtkämpfe (das möchten wir nämlich wirklich nicht , da dies in unseren Augen etwas erniedrigendes hat) zu vermeiden und trotzdem zu erziehen? Denn alles kann man ja nicht durchgehen lassen. Damit kann man ja weder sich als Eltern , noch dem Kind einen Gefallen tun.

      Hane mir nun von Jesper Juul 'Grenzen , Nähe und Respekt' bestellt und bin gespannt ob es mir ein paar Antworten bringt :)

      LG und auch alles Liebe deiner Familie

      • Es wird aber Machtkämpfe geben. Das ist ja auch nichts Schlimmes. Du hast ein Bild von einer idealisierten Erziehung. Die gibt es aber nicht. Du wirst mal laut werden, Du wirst mal das Gefühl haben Dein Kind provoziert oder Du könntest es am liebsten aussetzen, Du wirst auch mal schlimme oder verletzende Worte sagen - das verkraften Kinder und Eltern, wenn man das einsieht und sich entschuldigt. Verabschiede Dich doch mal vom Perfektionismus und lass es auf Dich zukommen. Mein Eindruck ist, daß Du die Erziehung zu verkrampfst und als immerwährende Aufgabe siehst. Die Erziehung läuft aber im Alltag meist ohne ständige Hintergedanken alles richtig zu machen. Manches läßt sich auch nicht vermeiden.

      Ich versuche es mal zusammenzufassen, wie wir das handhaben.

      1. Vorbild sein. Liebevoller Umgang und Umgangston, Respekt, positives Feedback
      2. wenige, dafür aber klare Regeln, die ausnahmslos umgesetzt werden. (Fahrrad fahren nur mit Helm)
      3. keine Regeln aufstellen oder Bedingungen stellen, an die ich mich am Ende nicht halten kann oder will. Das würde nur dazu führen, dass das Kind mich am Ende in Frage stellt und andere Regeln auch außer Kraft setzen will
      4. Einigkeit mit dem Partner über Erziehung und Regeln (nicht dass einer sagt, es wird nur noch drinnen gespielt und der andere sagt eine Minute später, das Kind darf freilich noch nach draußen)
      5. das Kind versuchen zu verstehen. Kein Kind bockt, weil es einen ärgern will, sondern aus anderen Gründen
      6. nicht alles persönlich nehmen. Wenn man selbst wütend wird oder droht ungerecht zu werden lieber sagen "ich ärgere mich gerade total, weil ich mich gar nicht mit dir streiten will. Ich geh jetzt kurz raus, weil ich nicht ungerecht werden will. Ich komme gleich wieder" raus gehen-durchschnaufen-Kraft tanken-wieder reingehen -nochmal versuchen das Ganze zu klären

      7. bei uns gibt es 3Arten von Entscheidungen: die lebensnotwendigen, die wir Eltern treffen ohne wenn und aber (Sicherheit im Straßenverkehr, Hygiene, medizinische Versorgung), die mit Mitspracherecht (dem aktuellen Alter angemessen z.b. roter oder grüner dem Wetter angepasster Pullover), die die das Kind treffen darf (am Nachmittag lieber Roller oder Fahrrad fahren).

      Wir haben unsere Kids noch nie bestraft oder je einen Machtkampf ausgefochten. Man kann immer entscheiden, ob man sich auf einen Kampf einlassen will oder nicht. Bei einem Machtkampf sind beide stur und keiner will nachgeben, denn beide wollen den Kampf gewinnen. Daher empfiehlt es sich, wenn die Situation zu eskalieren droht z.b. einen Kompromiss zu finden oder eine Alternative. manchmal kann man durchaus auch mal dem Kind seinen Willen lassen und sagen..."hm du hast recht, wir haben schon lange kein Eis mehr gegessen und heute ist das Wetter besonders schön. Pass auf, wenn wir xyz erledigt haben, gehen wir zusammen in die Eisdiele. Da freue ich mich schon richtig drauf".

      Ein Erziehungsratgeber kann. Nur deine Sicht auf das Kind und seine Welt verändern. Er ist aber ohnehin kein Nachschlagewerk, denn du musst sofort reagieren. Informiere dich einfach immer wieder über die Entwicklungsphasen deines Kindes, dann wirst du immer eine Ahnung haben, wieso etwas z,b, plötzlich anders oder nicht mehr so gut wie zuvor läuft.

      Ich kann dir neben Jesper Juul diesen Blog nur empfehlen.
      http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de

    Ich finde es immer sehr niedlich, wenn frisch gebackene Eltern der Meinung sind, man könne irgendwelche ,Machtkämpfe' wie du es nennst verhindern, gleichzeitig das Kind aber irgendwie erziehen.

    Wart mal ab, wenn dein Kind in die Trotzphase kommt. Da wirst du auch nicht mehr denken ,Heute lass ich sie mal in der vollgesch... Windel, weil sie keine Lust auf das Wickeln hat' oder ,Dann fällt das Zähneputzen eben für immer aus'. Nein - manche Dinge MÜSSEN einfach erledigt werden.

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