Plötzlich Riesen-Theater beim Einschlafen, 7 Jahre alt

    • (1) 03.01.17 - 11:08

      Hallo,

      brauche mal wieder euren Rat. Mein Sohn ist 7 Jahre alt und unser Einschlafritual bzw. das Zu-Bett-bringen läuft schon seit langer Zeit gleich ab: Ich gehe gemeinsam mit ihm nach oben, er macht sich Bettfertig, wir spielen noch etwas (kurz) oder er liest mir etwas vor, danach quatschen wir noch über den vergangenen Tag oder was morgen anliegt und dann verlasse ich das Zimmer. Dann kommt Papa kurz zum Gute Nacht - sagen und dann gehen wir wieder runter, das Licht im Flur bleibt an, seine Tür bleibt einen Spalt breit auf. Irgendwann machen wir das Licht dann aus, wenn er eingeschlafen ist.

      Neulich dann gab es einmal abends ein Riesen-Theater, mein Sohn klammerte sich an mich, weinte bitterlich und strampelte im Bett, ich sollte bei ihm bleiben. -An dem Tag war viel los, wir waren fast nur unterwegs, konnten nichts spielen, daher dachte ich das kommt davon. Also bin ich etwas an seinem Bett sitzen geblieben, dann runtergegangen (immer noch unter seinem Protest aber es ging). Keine 5 min. unten, rief mein Sohn schon wieder nach mir und weinte. Das ging dann noch 2x so, beim 3. Mal ist dann mein Mann hochgegangen und danach schlief er dann auch ein (es war mittlerweile 21.15 Uhr, um 20 Uhr war ich das erste Mal runtergegangen).

      Dann war einige Tage wieder alles normal und nun geht es seit einigen Tagen schon wieder los. Ich lege mich nun schon neben ihn, wenn wir noch quatschen und was erzählen vor dem endgültigen Gute Nacht - sagen und er kuschelt sich an mich aber wenn ich mich auch nur einen Hauch bewege, um aufzustehen, springt er sofort aus dem Liegen hoch, krallt sich an mich und fängt an zu weinen.
      Ich habe ihn dann tagsüber mal darauf angesprochen in Ruhe und gefragt, ob er mir sagen kann, was ihn dann so bedrückt und traurig macht. Er kann es mir nicht sagen. Ich habe ihn außerdem gefragt, ob er abends etwas anders machen möchte, wir sind auch schonmal 10 min. früher als sonst hochgegangen, damit wir noch mehr Zeit haben aber ich hatte eher das Gefühl, das machte es noch schlimmer...

      Gestern dann tat er mir echt leid, er hatte morgens mit Papa zusammen etwas ausgeschlafen und war wohl noch nicht müde genug. Dann wieder dieses festhalten aber ich habe ganz ruhig mit ihm gesprochen, ihn in den Arm genommen und dann hat er sich hingelegt (immer noch unter Tränen) und ich bin für 5 min. an seinem Bett sitzengeblieben. Dann habe ich mit ihm vereinbart, dass ich in 10 min. nochmal nach ihm sehe. Das habe ich auch und er hat auch nicht gerufen in der Zeit aber als ich in sein Zimmer kam, lag er leise weinend da in seinem Bett... :-( Dieses 5 min. sitzenbleiben und für 10 min. nach unten gehen habe ich noch 2x getan, dann war er eingeschlafen.

      Nun graut es mir ja schon wieder vor heute abend. In einem etwas wütenden Moment, als er an den ersten Tagen völlig am ausflippen war, habe ich schonmal gesagt, dass ich ihn dann nicht mehr zu Bett bringen kann, weil so keiner von uns zur Ruhe kommt abends, dann müsste ich ihm unten Gute Nacht sagen und Papa bringt ihn zu Bett. -Aber bei Papa läuft das ganz anders ab, da wird nicht lange gesessen und gelesen oder gequatscht... #augen

      Ich bringe ihn ja gerne ins Bett und nehme mir auch genügend Zeit dafür aber es ist echt sehr anstrengend... Und er hält sich ja selbst vom ruhigen Einschlafen ab mit seinem aufspringen und weinen, was das Zeug hält...

      Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit euren Kids in dem Alter? Bzw. am besten noch einen Tipp für mich, wie ich das ganze vielleicht mal komplett anders angehen kann? Ich hab schon überlegt, das ganze viel mehr abzukürzen aber ich glaube, das geht dann eher nach hinten los...#kratz

      Ich danke euch im Voraus!
      LG, mamaloewe13

      • Hmmm also ich kann nur von meiner 7 jährigen Tochter berichten. So ein festes Ritual haben wir nicht. Sie ist ja kein Säugling oder Kleinkind mehr, sondern ein Schulkind. Für mich ist da schon ein Unterschied.
        Wir handhaben das spontan: manchmal lesen wir noch etwas gemeinsam oder reden, manchmal gibt's auch einfach nur einen Gute-Nacht-Kuß und ich bin nach 1 Minute wieder aus ihrem Zimmer raus - weil es vielleicht schon spät ist oder sie besonders müde oder was weiß ich.
        Ich sehe das aber mit 7 Jahren auch generell nicht so streng mit der "Zu-Bett-geh-Zeit". Bei euch klingt das ja alles nach einem genau vorgegebenen Zeitplan. Ich finde das bei einem Schulkind nicht nötig. Sie geht irgendwann zwischen 19:45 Uhr und 21:30 Uhr ins Bett. Je nachdem, wie müde sie ist und wie lange sie morgens schlafen kann.

        Bei Deinem Post ist mir besonders die Passage aufgefallen, wo Du schreibst, dass Dein Mann nicht noch ewig mit eurem Kind quatscht und dann auch noch der Augen-roll-Smilie dazu.
        Irgendwie habe ich bei Dir das Gefühl, dass Du euer 7jähriges Kind noch wie ein Kleinkind behandelst und Dein Mann das einfach etwas lockerer sieht. Kann gut sein, dass Dein Sohn das genau einzuschätzen weiß, wie unterschiedlich ihr euch da verhaltet und Dich durch sein Verhalten einfach dazu bringen will, dass Du da ewig am Bett sitzen bleibst.
        Oder hat er dieses Verhalten auch, wenn Dein Mann ihn zu Bett bringt?

        • Ich nehme an, das habe ich jetzt falsch verstanden, dass Du meinst, sich abends mit seinen Kindern Zeit zum Reden zu nehmen wäre nur etwas für Kleinkinder? Das ist doch umso wichtiger, je älter die Kinder werden.

          • Ich beziehe das vor allem auf ihre Aussage:
            "Aber bei Papa läuft das ganz anders ab, da wird nicht lange gesessen und gelesen oder gequatscht... #augen " Insbesondere dieser gewählte Smilie dazu.
            Mal anders herum gefragt: Was ist verkehrt daran, das Kind nicht mit einem ewig langen Ritual ins Bett zu bringen? Anscheinend zeigt das Kind das Verhalten ja nur bei der Mutter, und stört sich nicht daran, vom Vater "so knapp" zu Bett gebracht zu werden.
            Ich habe einfach beim Lesen des Postings das Gefühl, dass die TE da viel zu viel Wirbel drum macht.

            Aber vielleicht liege ich mit der Vermutung auch daneben. Ich kenne ja nur die paar Zeilen hier und nicht die komplette Situation.

            • Was verkehrt daran ist?

              Nichts, wenn das Kind es so will.

              Warum das Kind das Verhalten nur bei der Mutter zeigt?

              Da kannst Du viel spekulieren. Vielleicht fühlt es sich nur bei der Mama so geborgen, dass es zeigen kann, wie es wirklich innen drin aussieht. Vielleicht weiß es, dass der Papa ohnehin nicht drauf reagiert.

              Dass ein Kind bei bestimmten Personen "spurt" ist nicht immer ein gutes Zeichen, es kann auch das Gegenteil sein.

              Meine eigenen Kinder "funktionieren" bei mir auch nicht immer so gut wie z.B. in Kita und Schule. Weil sie wissen, dass ich für sie da bin und sie da auch mal rauslassen können, was kneift. Das braucht man auch als Schulkind noch.

              Die Kinder werden so schnell groß und tun das ganz von alleine, da muss man nicht immer künstlich nachhelfen und sagen "Du musst jetzt dieses oder jenes, weil Du vor soundsoviel Jahren geboren wurdest". Jedes Kind kommt mit dem Drang zur Welt, sich weiterzuentwickeln und unabhängiger zu werden, das muss man nicht anerziehen.

      Wie möchte er denn gerne einschlafen?

      Wenn es so ein Drama für ihn ist, dass er jeden Abend weinen muss, dann würde ich ihm das geben, was er braucht.

      Meine Kleine liebt es, wenn ich mich mit einem Buch (bzw. Reader) neben sie lege und entspanne, während sie einschläft. Meine Große liest gerne selbst noch ein bisschen, bevor sie das Licht ausmacht.

      Ich kann nicht gut nachvollziehen, warum immer die Eltern bestimmen müssen, wann und wie die Kinder einschlafen. Meist wird es doch viel entspannter, wenn die Kinder da ein Wörtchen mitreden dürfen.

      Nein, so ein Theater hatten wir nur einen kurzen Zeitraum, als unser Kleiner ca. 1,5 Jahre alt war. Da konnte er aber nicht wirklich ausdrücken, was los war, so dass er über Wochen nur auf meinem Arm eingeschlafen ist....das war hart....

      Ansonsten läuft das bei uns auch eher kurz und knackig ab und haben wir bei beiden Jungs gleich gehalten:
      - bettfertig machen
      - ins Bett
      - beten
      - dann wird entweder ALLEINE noch eine CD gehört oder etwas gelesen
      - allerspätestens ist um 20 Uhr beim Kleinen (er ist 8) das Licht aus

      Wir haben uns niemals dazu gelegt. Die Kinder müssen lernen, alleine in den Schlaf zu finden. Es ist auch ganz selten, dass einer von den beiden (heute eher der Kleine) nochmals aufsteht, meist aber auch, weil er dann doch noch Durst hat und seine Trinkflasche, die immer am Bett steht, leer ist. Die wird aufgefüllt und dann geht's wieder ab ins Bett.

      Für mich sieht es eher so aus, als wenn Dein Sohn Dich ganz schön im Griff hätte. Ich würde erstmal dem Papa das ins Bett bringen überlassen. Wenn er beim Papa nicht so ein Theater macht, hat sein Theater schon mal keinen wirklich ernsthaften Grund, sondern er will vielleicht testen, wie weit er bei Dir gehen kann.

      LG
      Martina75

      • Das klingt irgendwie traurig was du da schreibst.
        Der Kleine zeigt offensichtlich, dass er seine Mutter braucht und du tust es als Theater ab.

        Also, ich finde ebenfalls, dass sich dein Kommentar sehr traurig anhört. Das Kind bloß alleine ins Bett stecken. Gute Nacht Geschichte vorlesen, nochmal über den Tag reden oder kuscheln sind anscheinend Fremdworte für dich. Das finde ich schade für dein Kind :-(.

        • Erst einmal empfehle ich Dir, meinen Text genau zu lesen. Es handelt sich bei mir nicht ein, sondern um zwei Kinder. Zum anderen werden unsere Kinder nicht einfach ins Bett gesteckt und alleine gelassen, es wird bei uns z.B. noch gebetet und für den guten Tag gedankt oder, wenn er nicht so gut gelaufen ist, beten wir, dass der nächste Tag besser wird. Dann wird sich eine gute Nacht gewünscht und dann gehen mein Mann oder ich raus.

          Meine Kinder haben, bis sie selber lesen konnten, auch eine Geschichte vorgelesen bekommen. Da es sich aber bei dem genannten Kind um ein Schulkind handelt, habe ich das nicht erwähnt, denn seitdem auch unser Kleiner selber lesen kann, möchte er nicht mehr vorgelesen bekommen. Das war bei unserem Großen damals genauso.

          Über den Tag reden wir beim gemeinsamen Abendessen. Da sitzen wir in der Regel ausgiebig beisammen und reden. Dann muss ich den Tag nicht noch mal eine halbe Stunde später am Bett besprechen. Davon ab berichten mir beide Kinder direkt nach der Schule beim Mittagessen, was in der Schule los war. Ich gehöre zu den Müttern, die mittags zu hause sind, wenn die Kinder aus der Schule kommen und ich habe dann Zeit, den beiden zu zuhören.

          Und was das allseits so gepriesene abendliche Kuscheln betrifft: Nicht alle Kinder mögen gekuschelt oder gedrückt werden. Meine beiden mochten das nie so wirklich, also lassen wir es. Ich kann mich auch gut erinnern, dass ich als Kind auch immer gerne geflüchtet bin, wenn mich jemand in den Arm nehmen und drücken wollte. Das mag ich auch heute nicht wirklich. Das engt mich einfach ein.

          • Deinen Text habe ich sehr wohl richtig gelesen und auch gesehen, dass du nicht nur ein Kind hast. Kam in meinem Kommentar vielleicht falsch rüber.

            Wenn ein Kind alleine lesen möchte und alleine sein möchte, dann ist das ja auch absolut ok. In deinem Ausgangspost klang es aber nicht so. Und mir stoßen die Sätze "Wir haben uns niemals dazu gelegt. Die Kinder müssen lernen, alleine in den Schlaf zu finden." etwas übel auf. Ist ja schön, wenn ihr euch niemals dazu legen musstet und eure Kinder vielleicht problemlos alleine eingeschlafen sind. Geht aber sehr vielen anderen Familien ganz ganz anders. Da schlafen die Kinder nicht einfach alleine ein und brauchen eine Einschlafbegleitung durch die Eltern.

            Natürlich kann das jeder handhaben, wie er mag. Ist jedem sein gutes Recht. Aber dann würde ich dennoch nicht sowas schreiben wie "Die Kinder müssen lernen, alleine in den Schlaf zu finden." mit dem Satz "Wir haben uns niemals dazu gelegt." davor. Das impliziert doch, dass man das Kind, unabhängig seiner Bedürfnisse, unbedingt alleine zum einschlafen bringen will. Das verunsichert bestimmt einige Jungmamas. Und das funktioniert eben auch nur bei den wenigsten Kindern. Da hast du offenbar Glück gehabt und das freut mich ehrlich für dich. Aber dieses Glück haben die wenigsten.

    hi,

    ich muss sagen, dass wir das sehr locker handhaben...wer bei uns im bett schlafen will, der darf das auch.
    die beiden großen sind jetzt 11,5 und fast 14 und der 11jährige hat seit einigen monaten überhaupt keinen bedarf mehr bei uns im bett zu schlafen und der fast 14jährige bestimmt schon seit 3 jahren nicht mehr. der 7jährige schläft gerne am wochenende bei uns oder wenn er was doofes geträumt hat.
    der 11jährige hat nach meiner hirnblutung 4 jahre bei uns geschlafen....er brauchte das. und dann wurde das bedürfnis immer seltener, bis er ganz verschwand.
    wahrscheinlich bin ich dir keine hilfe ;-)

    lg

    Hallo,
    wenn dein Sohn bisher immer ohne ein mucken eingeschlafen ist, hatte er bisher wohl Glück.

    Ich finde es ehrlich gesagt normal, dass die Kinder nicht immer sofort einschlafen. Nochmal rufen, selbst aufstehen um zu trinken, noch eine Frage stellen einfach um Zeit zu ergattern ist doch kindlich.
    Ich kann mich aus meiner eigenen Kindheit daran erinnern.

    Auch kommen manchmal unterschiedliche Ängste dazu. Zu unterschiedlichen Entwicklungsphasen.
    Angst vorm alleine sein, Angst vor dem Monster unterm Bett, Angst vor Einbrechern.........

    Das hört sich für mich bei deinem Sohn so an.

    Wie hier geschrieben wurde, dass dein Sohn dich im Griff hat und der Papa es regeln soll sehe ich nicht so.

    Er weint und klammert. Also für mich wäre es ganz klar ihn nicht alleine zu lassen. Es ist mir aber auch nicht zu viel Mühe am Abend nochmal 3x in das Zimmer meines Sohnes zu gehen um ihm die nötige Sicherheit zu vermitteln.

    Das ist mein Tipp. Lass ihn das nicht alleine durchstehen wenn er gerade mehr Hilfe von der Mama am Abend braucht um sich zu beruhigen.

    Auch die Phasen gehen dann wieder vorbei.
    Alles Gute für deinen Sohn

    (15) 04.01.17 - 06:01

    Warum genau wäre es jetzt so schlimm bei deinem Kind zu bleiben bis er eingeschlafen ist?

    Nein, die Antwort "er ist doch schon 7" zählt nicht.

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