Mein Sohn nimmt mich nicht ernst (7 Jahre)

    • (1) 09.01.17 - 17:49

      Ich fühle mich gerade etwas hilflos und würde mich über Tips freuen. Folgende Situation:
      Mein Kind war über ungefähr fünf Jahre sehr lieb und erzogen. Es gab mal Zicken, wenn er was nicht bekam, aber das haben wir durch Konsequenz in den Griff bekommen.
      In der ersten Klasse der Schule ging es auch noch ganz gut, die Lehrerin war mit seinem Verhalten zufrieden.
      Dann kamen die Sommerferien und irgendwas ist passiert. Ich persönlich schiebe es auf den Umgang, der sich im Nachinein betrachtet aber nicht vermeiden lies. Unser Mehrfamilienhaus hat einen Hof, auf dem die Kinder des Hauses immer Fußball gespielt haben. Da kann man dem Bub ja nicht verbieten, mitzumachen.

      Eines Tages gab es aber ein Event, was mich das ganze hat überdenken lassen. Ich konnte meinen Sohn immer bitten, mir zu helfen. Er war also auf dem Hof, ich kam mit der Wäsche runter (ich war schwanger) und habe ihn gebeten, mir doch die Wäsche zuzugeben. Da sehe ich, wie dieser andere "Wanst" sich zu meinem Kind beugt und halblaut sagt "das ist Frauenarbeit". Den hab ich mir dann erstmal vorgenommen, dass es sowas bei uns noch gäbe. Jedenfalls habe ich den Kontakt danach unterbunden.

      Scheinbar war das zu spät. Seit den Sommerferien ist mein Sohn aufmüpfig und frech. In der Schule beklagt sich die Lehrerin, dass er unaufmerksam geworden sei und zum Klassenclown mutiert sei. Wir haben endlose Gespräche darüber geführt, aber er versprach immer nur, sich zu bessern, es passierte aber nichts.
      Er ist auch total frech geworden, ständig setze ich mich dann mit ihm hin und mache ihm klar, dass ich das nicht gut finde und so weiter. Ich habe es immer mit der Rede-Erziehung probiert, mittlerweile aber das Gefühl, dass das gar nichts nützt.
      Am Donnerstag vergangene Woche hat er sein Sportzeug verloren, sprich in der Bahn liegen lassen, dafür gab es schon Ärger. Ich versuchte ihm da ins Gewissen zu reden, was das alles kostet und so weiter.
      Heute kam er heim und meinte, sein Telefon verloren zu haben. "Es ist weg", war seine Aussage dazu. Das Telefon ist wichtig, weil er darüber natürlich für mich erreichbar sein muss, wenn er allein Bus und Bahn fährt. Ich habe also durch Fragerei versucht, herauszufinden, wo das Ding zuletzt von ihm gesehen wurde. Er erschien mir die ganze Zeit total gleichgültig. Ich war natürlich wütend und habe ihm hier wieder die Finanziellen Konsequenzen aufgezeigt. Das schien ihm relativ Wurst zu sein. Ich konnte das Telefon dann orten und habe es an der Bushaltestelle von der Straße gesammelt. Entsprechend mehrerer drübergerollter Autos kann ich es nun wegwerfen.

      Ich hab ihn mir also wieder hergenommen und gefragt, ob er denn wisse, was das alles koste, antwortet er nur so richtig dummfrech "Naja, das und der Sportbeutel und Inhalt, 300 Euro".

      Als vorübergehende Strafe hab ich ihn in sein Zimmer verbannt, wo er sich überhaupt nicht gern aufhält,obwohl es riesig und schön ist. Er grinst mich die ganze Zeit nur so unterschwellig an, als wollte er mir sagen "du kannst mich ja eh nicht bestrafen, was willst du schon tun"
      So einen Gesichtsausdruck hat er immer drauf, wenn ich ihn wegen irgendwas zurechtweise. Wenn er mich heute anspricht, tut er auch so, als wäre gar nichts gewesen und ist total gut drauf. Das macht mich aufgrund des finanziellen Verlusts total wütend.

      Was für eine Handhabe habt ihr denn so gegen eure Kinder? Ich weiß noch, was die Maßnahme meiner Eltern war, wenn ich frech war, ich bekam einfach ein paar auf den Mund. Das lehne ich aber ab. Ich weiß mir einfach nicht zu helfen.

      Ich hab das Gefühl, ich hab immer zu viel geredet und hätte eigentlich härter sein müssen, aber in welcher Form?

      Ps wegen des Babys: er mag seinen Bruder und spielt gern mit ihm. abends lese ich beiden vor im Bett des Großen und bringe danach den Kleinen ins Bett.

      • (2) 09.01.17 - 18:26

        Kinder in diesem Alter haben keine Vorstellung von finanziellen Größenverhältnissen. Natürlich ist ihm das egal, denn er kann den echten Wert nicht beziffern. Er weiß nihct, wie 100€ im Verhältnis zu Einkommen, Ausgaben, etc. Stehen. Sein Verständnis von Geld hört bei Taschengeldbeträgen und den Kosten von Lego-Sets auf.

        Turnbeutel hat wohl jedes Kind schon mal verloren... Handy ist bitter, ich hoffe, es war nicht wirklich ein 300€ Gerät?

        Bei Verlust von Dingen und unpassendem Verhalten das Kind ins Zimmer zu verbannen ist meiner Meinung nach nicht zielführend. Das hilft ja nicht dabei, dass es in Zukunft niht mehr passiert. Ich denke uach nicht, dass du härter sein hättest müssen, sondern irgendwie anders.
        Um was ging es denn ind en Gesprähcen, was hast du da zu ihm gesagt und wie?

        Bei "frech" spiele ich das Verhalten z. B. immer zurück, indem ich frage, wie sich das Kind fühlen würde, wenn jemand das so zu ihm sagt oder sich so zu ihm verhält. Oft erkläre ich auch, warum das Verhalten nicht in Ordnung ist, eben aus Sicht der anderen Person und wie man sich besser/anders verhalten kann.

        • (3) 09.01.17 - 19:22

          Naja, ich erkläre ihm, was mich ärgert und warum. Ich setze mich dann am Abend zu ihm ans Bett und erkläre ihm, was mich gestört hat und dass es mir nicht gefällt, wenn er so ist. Ich bin glaube ich auch einfach so leise. Wenn ich normal rede, sagen immer alle, ich soll lauter sein. Vielleicht nimmt er mich nicht ernst, weil meine Stimme zu zaghaft ist. Mit Nachdruck muss man ja schon sprechen. Wenn mein Mann was sagt, schaut er immer betreten. Wenn ich was sage, diskutiert er. Und das, Obwohl die Diskussionen auch bei mir nie Erfolg für ihn versprechen und ich auch immer auf dem bestehe, was ich sage.

          Es war mein altes gebrauchtes Telefon, naja, alt... es war schon ein Smartphone, weil er seine Tickets für die Bahn darüber kauft (was sowas betrifft, ist er sehr zuverlässig), alle anderen Apps waren über eine App auf meinem Handy gesperrt, also spielen konnte er damit nicht. Der Restwert waren schon noch 150 Euro. Den Preis des Turnbeutels haben wir sehr grob überschlagen. Es ist ja auch eigentlich nicht wichtig, dass er weiß, wie viel es genau ist, sondern einfach nur, dass Geld nicht druckbar ist und alles neu beschafft werden muss.
          Für ihn hat aber auch das Gerät an sich keinen Wert. Ich meine, es hat ihm zum Beispiel immer Spaß gemacht, Fotos von seinem Brüderchen zu machen oder Filme mit Kommentaren zu machen. Ich hätte eigentlich erwartet, dass es für ihn selbst was bedeutet und er sowas wie Reue fühlt, weil es ihm Leid tut oder er das Gerät selbst vermisst.

          • (4) 09.01.17 - 21:05

            Ich fände es wichtig, dass du vor allem erklärst, WARUM das Verhalten nicht OK ist, also, was das Verhalten bei Dir oder anderen auslöst. Z, B. Nicht sagen "Das Verhalten ist nicht OK, weil es unhöflich ist", sondern

            "Das Verhalten ist nicht OK. Stell Dir mal vor, dein Freund macht <was er gemacht hat, z. B. Ihn auslachen> bei dir. Wie würdest du dich dann fühlen? Wie fändest du das? Warum?"

            Oder beim Verhalten in der Klasse "Stell dir mal vor, alle Kinder würden andauernd dazwischenrufen. Wie wäre das? Was würde dann passieren? Meinst du, das ist fair gegenüber Frau xyz? Es ist deren Beruf, dass sie eure Lehrerin ist, und ich denke, ihr macht ihre Arbeit auch Spass. Stell dir mal vor, Du hast einen Beruf, der dir gar keinen SPass mehr macht, weil alle LEute sich da schlecht benehmen und du gar nicht mehr deine Arbeit erledigen kannst...

            Oder: stell dir mal vor, niemand würde anderen helfen, z. B. Ich würde auch dir nicht helfen, oder der Papa würde mir nicht helfen. Wie wäre das?

            Oder, wenn es ums Geld geht: Weißt du, ich hab mich heute echt geärgert wegen des kaputten Handys. Als ich so alt war wie du, da hatten wir nicht viel Geld und ich musste immer ganz lange sparen, wenn ich mir mal etwas kaufen wollte. Deswegen ist es mir besonders wichtig, dass man mit Geld oder teuren DIngen sorgsam umgeht, weil ich weiß, dass es nicht schön ist, wenn man nicht genug Geld hat. (Oder eine andere passende Geschichte)

            Also so in die Richtung, dass er die Möglichkeit hat, darüber nachzudenken, was seine Aktion für Auswirkung auf andere Menschen hat. MIt 7 ist die Empatie (gerade bei Jungs) noch nicht immer ausreichend da, aber wenn du in die Richtung nachhakst, dann lenkst du in die richtige Richtung...

            • (5) 09.01.17 - 22:30

              Ich habe schon oft versucht, ihm etwas ausschweifend zu erklären, ob nun, um ihn zu ermahnen oder um ihm eine Frage zu etwas zu beantworten. Er hört nicht lange genug konzentriert zu, als dass ich so eine Erklärung zu Ende führen könnte....

              • (6) 10.01.17 - 10:04

                Du sollst ja auch nicht länglich auf ihn einreden, sondern ihm kurze Fragen stellen, mit ihm ins Gesptäch kommen. ;-)

      Hallo du!

      Bitte bleibe bei der Rede-Erziehung. ;)
      Es ist nicht selten der Fall, dass Kinder "abdrehen" wenn ein neues Geschwisterchen kommt. Sie wissen dann irgendwie nicht mehr so recht, wo ihr Platz ist.
      Hast du ihn mal gefragt? Ob ihm das irgendwie ein mulmiges Gefühl bereitet oder gar Angst macht?
      Sein freches Verhalten musst du natürlich nicht dulden und ihm da deine persönlichen Grenzen ganz deutlich kommunizieren.
      Oft liegt das Problem aber eben woanders. Ich hoffe, du findest mit ihm gemeinsam heraus, wo! ;)

      Alles Liebe!

      Hallo und wow - ich finde, du erwartest auf der einen Seite ganz schön viel von einem 7jährigen - und auf der anderen suchst unbedingt einen außenstehenden Schuldigen.

      Ehrlich gesagt finde ich, dass sich das alles nach einem normalen 7jährigen anhört.

      Dass du so da drauf einsteigst, wenn ein - ich schätze mal ähnlich altes Kind - sagt, dass das Frauenarbeit wäre #augen - nun gut, kann man machen...

      Das mit dem Turnbeutel und dem Handy ist ärgerlich - klingt aber auch eher normal (btw - Turnbeutel und Handy 300 €??? Was hat er für Turnklamotten bzw was für ein Handy?).

      Erziehung ist konsequent sein und sich n Mund fusselig reden.

      Aber ein Kind was immer nur ja und Amen sagt will ja auch keiner...

      • Dieses andere Kind ist elf Jahre alt und sehr aufmüpfig, auch gegenüber den Eltern, wie ich oft beobachtet habe.

        Und ja, ich steige auf sowas ein, weil ich mir verbitte, dass ein anderes Kind meinem Kind eine Meinung über Geschlechterrollen einredet. Mein Bub fand das furchtbar witzig und weigerte sich prompt, zu helfen, obwohl das vorher nie ein Problem war. Da ist er sehr beeinflussbar.

        • (10) 09.01.17 - 20:24

          Nun ja, bisher hast du ihm ja deine Meinung über Geschlechterrollen eingetrichtert... eine eigene Meinung bildet man sich aus vielen einzelnen Meinungen - und von dem, was man vorgelebt bekommt.

          Ganz ehrlich, so wie du die Situation schilderst, war sie insgesamt ungünstig. Du hast deinen Sohn wohl aus dem Spiel raus gerufen zum helfen... dann bist du wie ein HB Männchen abgegangen und hast dem anderen Kind die Meinung gezeigt. Bravo, das Kind wird sich mitsamt deinem köstlich amüsiert haben. Ganz ehrlich, ich hätte mich da gar nicht drauf eingelassen. Wenn der Sohn sich weigert zu helfen, dann wäre das Spiel für den Tag erledigt gewesen und ich hätte zu dem Thema "Geschlechterrollen" mal ein ruhiges Gespräch mit dem Jungen geführt, am besten als ganze Familie mit Papa dabei. Und wer sich nicht einbringt in die Familie, kann eben auch nicht erwarten, dass er vorgelesen bekommt. Oder jemand mit ihm Eis essen geht. Oder andere Annehmlichkeiten...

          • Ganz so war es nicht. Ich habe das wohl extremer ausgedrückt, als es in der Situation war. Ich bin allgemein ein eher ruhiger Mensch und würde mich mit dem Nachbarskind nicht anlegen.
            Ich habe ihn angesehen und gesagt "Pascal, sowas brauchst du Ihm nicht einreden, bei uns gibt es keine unterschiedliche Verteilung der Aufgaben. Er hilft mir dabei immer" den genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr, aber so in die Richtung ging es. Ich würde die Kinder nie anpfeifen, weil ich da viel zu zurückhaltend dazu bin. Deswegen grinsen die mich wahrscheinlich auch immer nur an -.-
            Und so wirklich im Spiel waren die nicht, als ich runter kam.

    (12) 09.01.17 - 19:45

    . Er grinst mich die ganze Zeit nur so unterschwellig an, als wollte er mir sagen "du kannst mich ja eh nicht bestrafen, was willst du schon tun"

    Vielleicht googelst du mal "Beschwichtigungssignale"

(17) 09.01.17 - 22:01

Hi,

zum eigentlichen Problem kann ich leider wenig beitragen, abe zum Punkt Beschwichtigung hab ich in einem Buch von Karp - das glücklichste Kleinkind der Welt mal ein sehr schöne Grafik gesehen - im Prinzipo so eine nach unten geführteTreppe. Der Punkt dabei war, dass man nicht gleich lächelnd einsteigt, sondern auf einem ähnlichen Aufgebrachtsheitsniveau wie das des Kindes (aber Pro und nicht Contra!), d. h. dass man das Kind da auffäng, wo es gerade steht und dann langsam mit ihm runter geht.

Viele Grüße,
Anne,

(die auch schon Kinder energisch zurecht gewiesen hat, die meiner Tochter verbieten wollten Cars-Kleidung zu tragen, weil das nur Jungen dürften). Was soll denn das? Die Kinder plappern das nach, was manche Erwachsene ihnen erzählen. Ist ja so bequem. Wieso sollte man auch was ändern, wenn man sich bedienen lassen kann.

(18) 10.01.17 - 04:24

Hallo!

Ich denke nicht, dass ihn das Fußballspielen mit den 'falschen' Kindern 'verdorben' hat.

Mir kommt er irgendwie alleine und verlassen vor. zuviel Verantwortung etc

Vielleicht versuchst du mal, nicht gegen ihn zu arbeiten, sondern mit ihm. >>Was für eine Handhabe habt ihr denn so gegen eure Kinder? <<

Er ist erst 7!!!

Und auch wenn er das Baby mag, ist in seiner Welt alles anders....

(19) 10.01.17 - 06:42

Dein Text macht mich ganz schön traurig. Ich denke, du tust deinem Sohn (unbeabsichtigt) total unrecht. Das soziale Verhalten, das du von ihm erwartest, muss er doch erst lernen und das dauert.

Du solltest dich unbedingt mit einigen grundlegenden Dingen auseinandersetzen, wenn du deinen Sohn besser verstehen und damit eure Beziehung verbessern möchtest. Dass Lächeln ein Beschwichtigungssignal (übrigens auch bei Hunden) ist, hast du ja nun schon gelesen.

Kinder leben im Hier und Jetzt. Sie sind nicht so verkrampft wie wir Erwachsenen. Sie denken nicht: "Darf ich jetzt schon wieder gut drauf sein oder muss ich noch eine Weile weiter um Verzeihung bitten und zerknirscht auftreten, bevor fröhliches Verhalten wieder angebracht ist?" Sie sind einfach fröhlich, wenn ihnen danach zumute ist. Auf deine Gefühle Rücksicht zu nehmen, muss er doch erst noch lernen. Du kannst ihm dabei helfen, indem du in solchen Momenten, wenn du dich noch über den Verlust des Handys ärgerst, er aber schon wieder gut drauf ist, deine Gefühle äußerst. "Ich ärgere mich noch darüber, dass das Handy weg ist, ich kann gerade noch nicht wieder fröhlich sein." Es kann durchaus auch sein, dass er extra fröhlich drauf ist, weil er eine gute Stimmung herstellen möchte. Das ist ähnlich wie mit dem Lächeln als Beschwichtigungssignal.

Außerdem finde ich es wichtig, dass dir klar ist, dass du deinen Sohn nicht zu einer bestimmten Reaktion zwingen kannst. Du möchtest, dass er betroffen über den Verlust des Handys ist. Da er nicht gleich betroffen genug war, hast du versucht, ihm dies einzureden. Das funktioniert aber leider nicht, sondern die natürliche Abwehrreaktion der Psyche ist, dann erst recht nicht betroffen zu sein. Wie auch bei meinem obigen Beispiel wäre hier der richtige Weg, über deine Gefühle zu reden. "Mich macht das ganz traurig, dass das Handy weg ist. Ich hätte mit dem Geld lieber etwas schönes Neues gekauft als dein Handy zu ersetzen."

Für die meisten gesellschaftlich erwünschten Verhaltensweisen gibt es zwei mögliche Motoren: "Nächstenliebe" oder "Angst vor Ablehnung". Dein Sohn kann sich bei dir für den Verlust des Handys und Turnbeutels entschuldigen, weil er dich gerne hat und möchte, dass du dich besser fühlst oder weil er Angst hat, dass du ihn ablehnen wirst, wenn er es nicht tut. Je nachdem, welchen Motor du dir für sein Verhalten wünschst, wählst du entsprechend deine Strategie aus. Ich bevorzuge Nächstenliebe ;-)

So viel zum Thema "mehr Verständnis für deinen Sohn". Das sagt noch nichts darüber aus, welche Konsequenzen du jetzt aus den jeweiligen Verlusten ziehen solltest. Ich persönlich würde sicherlich die verlorenen Sachen nur mit sehr günstigen Alternativen ersetzen, damit ein potentieller neuer Verlust nicht mehr so schwer wiegt. Außerdem hilft das natürlich dem Kind, den Verlust auch tatsächlich als solchen wahrzunehmen.

(21) 10.01.17 - 08:02

Hallo,
vielleicht redest du einfach zu viel?

Warum genau muss man einem sieben jährigen Jungen alles bis ins kleinste erklären?
Vielleicht schaltet er deswegen ab?

Das es ihm emotional nicht so trifft wie es dich ärgert, wenn das Handy weg ist, ist doch normal.
Das er jetzt anfängt, seinen Kopf durchzusetzen, anderen nachplappert und versucht mit dir einen kleinen Machtkampf auszufechten ist glaube ich auch in dem Alter eine Entwicklung die dazugehört.

Jetzt beginnt Erziehung.

Wenn mein Sohn sich im Ton vergreift oder frech wird, gibt es eine Ansage und gut ist.
Nochmal müssen wir das nicht ausdiskutieren. Er ist auch sieben und versucht Grenzen auszutesten und steht im hormonellen Umschwung.

Ich würde an deiner Stelle das Ganze nicht so verbissen sehen.
Gruß

(22) 10.01.17 - 08:16

Hallo,

erst einmal muss ich Dir sagen, daß Du es Dir viel zu einfach machst, das Verhalten Deines Kindes auf andere zu schieben. Ein möglicher Grund wäre nämlich bspw., daß Du schwanger bist (warst) und solche Ereignisse müssen Kinder verarbeiten.
Sonderlich konsequent klingst Du jetzt auch nicht, reden und ins Zimmer schicken, naja...
Sportsachen verloren, Pech gehabt, neue gibt es nicht oder von seinem Taschengeld, eben so verhält es sich mit dem Handy.
Auch den Umgang mit anderen Kindern zu verbieten, die Du nicht magst, halte ich für komplett falsch.
Dass Du von ihm verlangst, bei der Wäsche zu helfen, obwohl er gerade spielt, finde ich auch nicht in Ordnung. Gib ihm Aufgaben, die er selbstständig erledigen kann von denen er im Vorfeld weiß.

LG

(23) 10.01.17 - 10:52

...in dem Alter ist ein einziges Kind niemals Schuld an einem Wesenswechsel des eigenen Kindes.

Wenn du und dein Mann daheim vorleben, wie die Familienarbeit und die Wertschätzung funktioniert, dann ändert das ein Kind in dem Alter ganz sicher nicht. Da machst du es dir entschieden zu einfach.

Selbst eine andere Erziehungsart eines befreundeten Kindes, dessen Religion / Kultur untergräbt das eigene Familienleben nicht - wenn du es offen in der Familie thematisierst.

Umgang verbieten in dem Alter (innerhalb des Hauses) ist auch nicht das Beste. Wir haben auch Nachbarn, die wir nicht leiden können. Den Kids verbietet niemand den Umgang - weil das in einem Hof (wie dem Euren) einfach unnatürlich wäre. Die Kids treffen in Gruppen aufeinander - und so solls sein. Soll meins nicht mitspielen, weil ein anderes mitmacht? Nein.

Ein anderes Kind so verächtlich als "WANST" zu bezeichnen, spricht auch nicht gerade für ein gutes Vorleben von Werten und Toleranz...

Du darfst jetzt gerne protestieren... aber meine Erfahrung in einem "Problemquartier" und sehr frei streunenden Kindern mit ganz unterschiedlichen Freunden (aller Länder, Religionen und aller Art des Aufenthalt-Status...) sagt mir: Ein fremdes Kind untergräbt die Werte deiner Familie nicht. Nicht, wenn du die dem eigenen Kind erklären und vorleben kannst.

Eine grosse Gruppe Kinder - oder Erwachsene - sind da eher ein Problem. Aber so wie ich das erlebe, trennen sich die Gruppen sowieso bald nach Interesse. Die Pöbler sind die einen, die Sportler die anderen, die Zicken wieder eine... :-)

Und da kannst du mit dem Vorleben deiner Werte in dem Alter wirklich viel beeinflussen. Meine gehören eher zu den Sportlern, Musikern und Naturmenschen... eine gute Gruppe, selbständig und frei. Aber das muss man vorleben, zeigen.. spannend machen. Und das ist auch Sache der Eltern. Wir fördern das, indem wir auch mal eine Autoladung Kids an den Fluss mitnehmen, Taschenmesser-Kurse und Töpfern mit anderen Familien machen, Hauskonzerte improvisieren... so haben die Kids in der freien, unverplanten Zeit dann wieder sinnvolle Ideen für eigene Spiele... Kommt ein "neues" Kind in eine dieser Gruppen (die Kids organisieren das ja selber) und passt nicht rein, verlässt es ganz automatische diese Gruppe wieder. So reguliert sich alles nach Interesse und Wesen. Und keines wird ausgeschossen. Aber Kids, die nur vorm TV hocken und ständig Süsskram brauchen, kommen z.B. automatisch nicht mit unseren Kids in den Wald ein Feuer machen (selbständig...). Und so ist das ganze - mit jungen Kindern - eigentlich wirklich frei von negativen Einflüssen. DAS ist mein Erziehungskonzept. Es funktioniert, auch wenn es keinen Namen hat.

Was das eigene Familienleben untergräbt sind sicher grosse Gruppen in die das eigene Kind will (wenn es älter ist) oder auch ganze Familien, die die Grenzen und die Privatsphäre der eigenen Familie nicht respektieren. Aber da ist es an den Eltern, miteinander zu reden. Nicht eine Mutter mit einem "WANST" oder so.

Ich denke, du musst das "Problem" deines Kindes woanders suchen. Du nimmst hier recht willkürlich einen Anlass... und benennst einen "Sündenbock". Es gibt millionen anderer möglicher Ursachen: Probleme zwischen den Eltern, Unklare Regeln, Verachtung der Eltern gegenüber der Schule die die Kids merken, inkonsequentes Verhalten, Probleme mit dem Schulstoff...

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