Meine Tochter (9) macht mich wahnsinnig

    • (1) 05.03.17 - 22:34

      Hallo,

      ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll. :-(

      Letzten Sommer habe ich mich von meinem Mann getrennt und bin alleinerziehend mit 3 Kindern.

      Unsere einzige Tochter ist das Sandwichkind und war von Geburt an Papas Prinzessin. Er hat sie immer schon verwöhnt und verhätschelt.

      Sie war immer schon ein charakterstarkes Kind mit großem Autonomiebedürfniss (KiA) und lässt sich nicht so leicht lenken wie ihre Brüder.

      Wenn ihr was nicht passt, gibt's Gekreische. Mitnichten führt das zum Erfolg! Aber trotzdem kreischt sie. Sie redet gerne im Kaserbenton und wird ausfallend wenn es nicht so läuft wie sie möchte.

      Kürzlich hatte sie morgens eine Tasche für die Schule oben vergessen "Mama du könntest auch mal hoch geHenrik anstatt hier nur rum zustehen wie ein Faulheit."

      Natürlich hat sie die Tasche selbst geholt und ich rede nicht so mit meinen KIndern.

      Es ist unglaublich anstrengend und manchmal würde ich sie tatsächlich am liebsten "übers Knie legen". Was ich nicht tue. Aber mittlerweile reichts mir nur noch.

      Ständig dieses Brüllerein von ihr. Geschwisterstreit mit ihrem großen Bruder: wütendes Gebrüll. Sie tut sich (leicht) weh: Hysterisches Gebrüll. Es passt ihr was nicht: kommandierendes Gebrüll.

      Heute Nachmittag hat sie mir ein Kissen ins Gesicht geschmissen im Beisein meiner Freundin.

      Ich hab schon alles versucht; mit ihren geredet, Vereinbarungen getroffen, geschimpft, bestraft. Es ändert sich nichts:-(

      Ich bin erschöpft und ratlos :-(

      • Sorry für die Handy-Tippfehler
        Das sollte Kasernenton, hochgehen und Faulpelz heißen

        Und sie ist schon immer so, oder erst seit der Trennung?

        Koennte sie fuer ein paar Wochen (in den Ferien) zum Vater dass du mal abschalten koenntest, oder kommt sie dann noch verkorkster zurück?

        Wie reagierst du, wenn sie dir zb das Kissen ins Gesicht schmeisst?

        Habt ihr Zeit nur fuer euch?

        Bei meinen Kindern hilft, wenn ich am liebsten weglaufen will, dass ich mich zusammen reisse, und wir extra Zeit miteinander verbringen. Ist zwar erstmal hart, aber dann gehts uns allen besser.

        Alles Gute!

        Hallo,

        ja, das Gebrüll tötet den letzten Nerv. Hast Du es mal aufgenommen und ihr vorgespielt? Kannst Du Dir vorstellen, sie damit bloßzustellen, indem Du es in ihrem Beisein und natürlich mit Vorwarnung z. B. der Oma, der Lieblingstante etc. vorspielst; Steigerung wäre, es im Beisein ihrer Freundinnen kommentarlos abzuspielen? Oder es abspielst, wenn DIR was nicht passt nach dem Motto "besser als Du kann ich nicht brüllen?" Es als Klingelton für Dein Handy nimmst? Einfach eine irgendwie "paradoxe" Reaktion ausprobierst? Ich glaube, manchmal muss keine pädagogisch-psychologisch-tiefgründige Reaktion her. Wenn ein neunjähriges Kind sich so ätzend und peinlich benimmt, muss die Peinlichkeit auf die Spitze getrieben werden, damit es sich schämt - das hat Deine Tochter vielleicht mal nötig.

        Wegen der Respektlosigkeiten und Frechheiten (Faulpelz, Kissen werfen...): Erziehungsberatung, und zwar möglichst schnell. Je näher die Pubertät rückt, und je kräftiger sie körperlich wird, desto schwieriger wird es! Jetzt wirft sie Kissen, irgendwann vielleicht Vasen...

        Gute Nerven! basta.pasta

        • Das sollte man aber als Eltern nicht befürchten müssen. Wenn hier etwas fliegen würde, wäre anschließend die Hütte zu klein! Zum Glück hab ich auch einen sehr durchsetzungsstarken Mann. Ich denke, das Verhalten ist nicht unüblich für Kinder, die ohne Vater aufwachsen.

          • Um das zu beurteilen, müsste man vielleicht wissen, ob die Tochter immer schon so war. Die TE schreibt ja, dass der Vater die Tochter total verhätschelt hat. Ich glaube eigentlich nicht, dass das Kind in der kurzen Zeit seit der Trennung mit dieser Brüllerei und Respektlosigkeit angefangen hat. Die Jungs der TE drehen ja auch nicht frei.

            LG, basta.pasta

          • <<<<Ich denke, das Verhalten ist nicht unüblich für Kinder, die ohne Vater aufwachsen. <<<

            Wie kommst du denn darauf???

            Nur gut ,das du einen "durchsetzungsstarken" Mann hast.

            • Zum Glück ist das nur eine Einzelwahrnehmung, dass Kinder einen "durchsetzungsstarken" Vater brauchen und ohne quasi aufgeschmissen sind... Das wäre ja furchtbar...

              Also an die TE:

              Ich kann auch EB empfehlen. Da kann sich schon recht viel sortieren. Möglicherweise könnte man da auch den leiblichen Vater mit ins Boot nehmen, um auch mit ihm eine Verhaltensänderung zu besprechen. Möglicherweise wird das Verhalten des Mädchens vom Vater (bewusst oder unbewusst) verstärkt.

              Alles Gute :)

              #pro #rofl

        (10) 09.03.17 - 15:38

        Hallo,

        ich finde nicht, dass ein Beschämen im Beisein der Öffentlichkeit und schon gar nicht von besten Freunden und Verwandtschaft hier Mittel zum Zweck sein sollte. Oder wie fühlst Du Dich, wenn Du offen vor anderen gedemütigt wirst - auch wenn Du Dich vielleicht daneben benommen hast....?

        In Ordnung ist sicher die Erziehungsberatung - da bekommt man mal einen ganz anderen Blick auf die Situation und das eigene Handeln oder Motive des Kindes für sein Handeln, hat mir auch mit meinen Kids schon geholfen.

        Wenn meine Jungs sich ätzend benehmen, steige ich aus der "Opfer"-Rolle aus und verlasse den Raum - egal, was sie dann von mir wollen, so aber nicht. Das kommuniziere ich dann auch so. Andersherum komplementiere ich sie manchmal auch nach draußen - wer sich benimmt, wie die Axt im Wald, kann das draußen tun (kommt auf die Situation drauf an). Meistens kriegen sich die beiden dann schnell wieder ein.
        Wenn meine Kids mich Dinge holen lassen wollen, bleiben diese sicher liegen. Das ignoriere ich einfach. Im Nachhinein gibt es die Erklärung: Wer mich so anpflaumt, kann nicht mit einer Reaktion und schon gar nicht mit Entgegenkommen rechnen.

        Aber jedes Kind ist natürlich anders - ein PAtentrezept gibt es nicht.
        Sicher ist aber, dass man mit einer 9jährigen schon über Verhalten reden kann und ihr sicher auch spiegeln kann, wie sich das Verhalten anfühlt für den anderen/die andere.
        Mag pädagogisch sein - hilft aber oft für die Kids zu erkennen, wie das eigene Verhalten von außen aussehen muss -und zwar ohne Demütigung.

        LG

        a79

        • Hallo,

          haben Deine Jungs schon mal genau das gemacht, was die TE beschreibt? Regelmäßig bei geringstem Anlass von Null auf Hundert losgebrüllt, und das nicht nur mal an wenigen Tagen, sondern bei jeder Gelegenheit und über längere Zeit? Meine Kinder zum Glück nicht, und ich weiß nicht, wie man das aushalten und mit "aus der Opferrolle aussteigen" ertragen soll. Wenn die Nerven zum Zerreißen angespannt sind, weil man genau weiß, dass gerade wieder die Sirene außer Kontrolle gerät, unaufhaltbar.

          Ich meine genau das, was ich geschrieben habe. Eine Neunjährige, die gezielt waffenscheinpflichtiges Gebrüll einsetzt, um ihren Willen zu bekommen, muss eben manchmal eine unangenehme Reaktion kriegen. Die TE kommt ja mit Reden und Feingefühl nicht weiter. Und in den peinlichen Reaktionen kann man sich ja steigern und schauen, wann das Kind zu einer altersgemäßen Reaktion bereit ist.

          Der Unterschied zwischen der Tochter der TE und mir ist, dass ich merke und mich entschuldige, wenn ich mich daneben benommen habe, und nicht nervtötend herumbrülle. Da ist noch nie jemand auf den Gedanken gekommen, mich zu demütigen - womit er sich ja auch ins Unrecht setzen würde, nachdem ich mich entschuldigt habe. Peinlich für ihn, nicht für mich.

          Außerdem bin ich immer für den pädagogischen Ansatz, wenn sich jemand "mal" ätzend benimmt. Ich habe das mit meinen Kindern auch meistens ganz gut hinbekommen. Aber hier, bei der Tochter der TE, hat sich das Gebrüll offenbar als gewohnheitsmäßige Reaktion auf Frustration eingebürgert. Und ich bleibe dabei: Hier schadet eine Blamage für die Kleine nicht. Klar, wie geschrieben, mit Ankündigung und in Eskalationsstufen: Tochter vorspielen - Klingelton - Oma - Tante - "aus Versehen" kommentarlos im Beisein ihrer Freundinnen. Letzteres und der Klingelton müssen ja nicht mit "so brüllt Name" erklärt werden.

          Das Kind ist neun und nicht drei und in der Trotzphase. Sie darf lernen, dass Reden zielführend und Gebrüll megapeinlich ist.

          LG, basta.pasta

    #torteHallo,

    ja, das Gebrüll tötet den letzten Nerv. Hast Du es mal aufgenommen und ihr vorgespielt? Kannst Du Dir vorstellen, sie damit bloßzustellen, indem Du es in ihrem Beisein und natürlich mit Vorwarnung z. B. der Oma, der Lieblingstante etc. vorspielst; Steigerung wäre, es im Beisein ihrer Freundinnen kommentarlos abzuspielen? Oder es abspielst, wenn DIR was nicht passt nach dem Motto "besser als Du kann ich nicht brüllen?" Es als Klingelton für Dein Handy nimmst? Einfach eine irgendwie "paradoxe" Reaktion ausprobierst? Ich glaube, manchmal muss keine pädagogisch-psychologisch-tiefgründige Reaktion her. Wenn ein neunjähriges Kind sich so ätzend und peinlich benimmt, muss die Peinlichkeit auf die Spitze getrieben werden, damit es sich schämt - das hat Deine Tochter vielleicht mal nötig.

    Wegen der Respektlosigkeiten und Frechheiten (Faulpelz, Kissen werfen...): Erziehungsberatung, und zwar möglichst schnell. Je näher die Pubertät rückt, und je kräftiger sie körperlich wird, desto schwieriger wird es! Jetzt wirft sie Kissen, irgendwann vielleicht Vasen...

    Gute Nerven! basta.pasta

Hallo,

interessant fände ich die Frage, wie sie sich außer Haus verhält, also in der Schule oder bei Freundinnen. Klappt es da mit dem Benehmen?

Wir haben zwei charakterstarke Kinder (7 und 9) mit großem Autonomiebedürfnis. #schwitz
Da liegt es definitiv nicht an der Erziehung, weil wir immer streng waren.
Die Große ist außer Haus aber meistens lieb und handzahm. ;-)
Der Kleine benimmt sich in der Schule so lala, also jedenfalls gibt es keine richtig großen Beschwerden, und bei Freunden offenbar gut.

Falls das bei Euch ähnlich ist, weiß Deine Tochter sehr wohl, worum es geht und kann sich benehmen.
Dann rebelliert sie nur gegen Dich, was schonmal besser wäre, als wenn sie sich überall daneben benehmen würde.
Wenn sie überall so ist, dann hilft wohl nur eine Erziehungsberatung.

Ich schätze, sie hat ein großes Problem damit, dass Du und ihr Vater Euch getrennt haben und dass sie den Vater jetzt seltener sieht.

Solche Trennungen sind für alle Kinder schlimm, aber Kinder, die sowieso schon nicht ganz einfach sind, reagieren logischerweise heftiger, als Kinder, die eher brav sind.
Das erstreckt sich mit auf die Geschwister. Wenn man schon grundlegend unzufrieden und deswegen auf Krawall gebürstet ist, nerven die Geschwister auch mehr als sonst.

Vielleicht solltest Du mal ein ruhiges Gespräch über die Trennung zu ihrem Vater mit ihr führen und versuchen, darüber einen Zugang zu ihr zu finden und nach Lösungen zu suchen, was man tun könnte, damit sie sich grundlegend besser fühlt.

Eventuell hilft es auch, nach einem Ventil zu suchen, an dem sie ihre Wut ablassen kann, also meinetwegen ein Kissen verhauen oder einen Wutball an eine Wand pfeffern, wo der keinen Schaden anrichten kann.

Mit 9 kommt außerdem die Vorpubertät bei den Mädchen. Das macht es sicherlich nicht einfacher.

Bei unserer Tochter ist es so, dass sie sich furchtbar in etwas reinsteigern kann. Sie gibt dann immer weiter Widerworte, egal, was man ihr sagt oder androht. Es ist auch egal, dass sie ganz genau weiß, dass wir diese Drohungen durchziehen, und dass sie das später ganz blöd finden wird.
Wenn man sie dann nicht alleine in ihr Zimmer schickt, damit sie sich abregen kann, sondern versucht, mit ihr zu reden o.ä., kann man sich durchaus einen Tritt vor's Schienbein einfangen.
Bei ihr ist es am besten, wenn sie irgendwo, alleine für sich, vor sich hin motzen und sich beruhigen kann.
Später ist sie häufig geknickt und möchte kuscheln. Dann kann man vernünftig mit ihr sprechen.

Unsere Tochter hat Phasen, wo diese Wutanfälle häufiger sind und Phasen, wo sie meistens vernünftig ist. Das scheint entwicklungstechnisch bedingt zu sein, denn größere Probleme gibt es hier in ihrem Umfeld keine. Unsere Tochter war letztes Jahr auch schwierig (Vorpubertät?). Seit neuestem ist es wieder besser.
(Dafür dreht der Kleine gerade so richtig auf. #schwitz)

LG

Heike

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