Erziehung

15.03.17 - 20:35

Machen wir etwas falsch?

Hallo, wir sind eine 5köpfige Familie mit drei Söhnen (13,10 und 1). Die Stimmung bei uns zu Hause ist inzwischen seit Monaten unerträglich. Es wird nur noch gestritten oder geschrien. Sowohl mein Mann und ich als auch unsere grossen Jungs finden es zu Hause schrecklich. Spass und gute Laune: Fehlanzeige.
Streitpunkte sind vor allen Dingen Handy und Playstation. Ausserdem halten sie sich an keine Regeln/ Aufgaben( z. B. Handys gehören abends ins Wohnzimmer, begrenzte Handyzeit, Dreckwäsche gehört ins Bad, nach der Schule werden Brotdosen ect.ausgeräumt...). Die beiden vergessen ständig irgend etwas, sogar das Wechseln der Unterwäsche als auch Zähne putzen ect. Auch die Fussballtasche wird unvollständig gepackt und ständig werden Sachen verloren.
Wir bestrafen dann mit Handy und Playstation Verbot. Das macht die Sache nur noch schlimmer. Klar sind mein Mann und ich nicht unschuldig an der Situation. Unsere Nerven liegen blank und wir schreien viel rum.
Hat jemand Ideen was wir falsch machen bzw.ändern können?

9 direkte Antwort(en) auf den ausgewählten Beitrag:

16.03.17 - 00:00

Versucht es doch mal mit einer Familienkonferenz (ohne den Einjährigen). Auf die Tagesordnung darf jeder einen Punkt setzten, für den dann alle Lösungen oder Verbesserungsvorschläge beitragen. Oft kommt der beste Ansatz dann auch von den Kindern, weil sie ihre eigenen Vorschläge gerne mittragen. Und auch Schönes darf auf die Tagesordnung, wie z.B. Planung des Urlaubs oder eines Geburtstags.

Dann würde ich aktiv in die Beziehung "investieren", in dem jeweils ein Kind und ein Elternteil alle paar Wochen was Schönes zusammen unternehmen. Angeln, Schnitzen, Fußball, Schwimmbad, Freizeitpark, Klettersteig, Wandern, Radtour, was auch immer. Das verbessert die Beziehung ungemein und wirkt sich positiv auf die Gesamtfamilie aus.

Wenn Computerspiele immer die gleichen Streitpunkte sind könnte eine Lösung auch sein, dass Spielen z.B. nur am Wochenende erlaubt ist. Dann brauchst es unter der Woche keine Diskussion darum geben. Und zwar mit eben dieser Begründung: damit es darum keinen Streit mehr gibt.

Und: meine Kinder (ähnliches Alter) müssen haushaltstechnisch auch immer wieder erinnert werden. Ich glaube das ist nicht böser Wille, sondern echte Vergesslichkeit. Wenn ich sie in normalem Ton (also nicht gereizt) darum bitte machen sie es dann auch ohne Probleme.

Kinder großziehen ist harte Arbeit. Aber auch was "mit Hand und Fuß"...
Alles Gute, d.

16.03.17 - 01:53

Ich glaub, man muss sich als Eltern manchmal bewusst machen, dass die Kinder, auch wenn sie schon 'gross' sind, doch immer noch 'klein' sind. Und Unterstützung und Erinnerung brauchen...

Macht mehr miteinander, zwingt euch nicht zu motzen, redet miteinander: was ihr erwartet, was ihr gebt, was die Kinder erwarten, geben etc....

Alles Gute!

16.03.17 - 06:52

Schreien puscht zu unnötigen, ausarteten Diskussionen auf. In der Ruhe liegt die Kraft. Wichtig ist, das Du und dein Mann am selben Strang zieht und keiner dem anderen ins Wort fällt. Gemeinsam ist man Stark.
Kurze , klare Ansagen, dazu ein NEIN kurz Begründen,aus welchen Gründen ihr da so seht aber nie Diskutieren.
Setzt Euch nochmal mit den zwei Großen zusammen und klärt nochmal deren Rechte und Pflichten.
Kinder wollen mit Handy und Internet schon die Großen Checker sein und für Alltags-Sachen von Kleinkindalter auf, wie Wechselwäsche und Zähneputzen nicht mal selbstständig beherrschen.
Unsere Tochter 11J.(6.Klasse) wurde nach Rechte und Pflichten erzogen, erst die Arbeit, dann das Vergnügen, Geben und Nehmen. Im Thema Schule (Hausi+Lernen) und Handy funktioniert es einwandfrei, ohne etwas sagen oder erinnern zu müssen, nur mit ihren Sachen aufräumen, benötigt sie oft eine Erinnerung bzw. Hinweis#augen.
Wenn Hausi, Lernen und Anfallendes ect. erledigt ist, hat sie während der Schulzeit in ihrer Freizeit bis 19.00Uhr freie Handyverfügung, was sie aber nicht ausnützt, da sie sehr aktiv ihre Freizeit gestaltet...Sport, Inliner ect.

16.03.17 - 08:16

Hallo,

ich plädiere auch für eine Familienkonferenz. Aber nicht um schöne Dinge zu besprechen, das kann vielleicht später mal dazu kommen. Erst mal sollten die normalen Dinge wieder rund laufen.
Wir haben nur ein Kind, Niklas wird bald 11 und solche Probleme haben wir schon lange nicht mehr. Was passiert denn wenn die aufgezählten Sachen (Wäsche, Brotdose) nicht dort sind wo sie hingehören ??

Bei uns ist das ganz klar. Was nicht in der Wäsche landet, wird nicht gewaschen. Brotdose nicht da ? Dann gibt's kein frisches Brot o.ä. bzw. er muss es dann morgens selber machen.
Seine Fußballtasche packt er schon seit 2 Jahren komplett selbst, inkl. Duschsachen. Hat er etwas vergessen kann er nicht mit trainieren. Da ich ihn lediglich hinbringe, ist ein nachträgliches bringen von Vergessenem nicht drin.
Handy bleibt auch bei uns im Wohnzimmer am Abend, da wir es genau so vorleben, gab es noch nie Probleme damit.

Unterwäsche nicht wechseln, Zähne putzen vergessen ?? DA würde ich mich daneben stellen, wer sich benimmt wie ein Kleinkind wird auch so behandelt. Punkt Ende, das ist so ekelig.

LG
Tanja

16.03.17 - 09:39

Die Idee von der Familienkonferenz finde ich gut.

Dann finde ich, dass gewisse Dinge in die Verantwortung der Jungs gehört. Was nicht im Waschkorb ist, wird nicht gewaschen, da bin ich ziemlich dickfellig. Brotdosen, die nicht in der Küche sind, werden nicht aufgefüllt etc.

Sprecht miteinander und macht ein paar Regeln ab.

lg thyme

16.03.17 - 11:23

Hallo!

Zum Einen haben Kinder ein Einsehen in gewisse Regelungen, wenn sie den Sinn davon begreifen. Habt ihr das sichergestellt?
Es scheint so zu sein, dass Ihr (Eltern) den PS-/Handy-Konsum anders seht als Eure Kinder. Gibt es dafür Regeln? Zudem bestraft ihr andere Regelmißachtungen mit Hand-/PS-Entzug - wie geht das mit den schon bestehenden Regeln zu Handy-/PS-Konsum zusammen?
Zum Zweiten gibt es umso weniger Diskussionen und Hinterfragen von "Regeln" wenn man als Vorbild mühelos und selbstverständlich das vorlebt.

Und zum Dritten: auch wenn 1. und 2. da ist, reden wir immer noch über Kinder, die wohl auch in einer pubertären Phase sind und Grenzen testen wollen, oder einfach in Faulheit verfallen.

Brüllen hilft da gar nicht, indirekte Konsequenzen (PS-/Handy-Einschrönkung) für andere Regelverstöße sind eher kontraproduktiv.

LG, 2.

16.03.17 - 13:42

Hallo,

wenn sie die Handys nicht freiwillig abgeben, würde ich das Handy am nächsten Tag komplett einbehalten. Am Tag danach haben sie die nächste Chance zu kooperieren.
Wenn sie unerlaubt an die Playstation gehen, wird die eben irgendwo eingeschlossen, und kommt nur noch am Wochenende raus.

Wer die Brotdosen nicht ausräumt, hat irgendwann den Ranzen voller dreckiger Brotdosen und keine sauberen mehr für sein Brot.
Dreckwäsche würde ich liegen lassen. Irgendwann ist der Schrank leer. Sie können ja weiter die dreckige Wäsche anziehen. Da wird schon irgendwann ein Kommentar von den Klassenkameraden kommen, wer aussieht und riecht, wie ein Schwein. ;-)

Ans Zähne putzen und Unterwäsche wechseln, würde ich erinnern. Da sind die Kinder schonmal einfach verplant. Wenn das nicht hilft, gibt es als Argument für's Zähne putzen schöne Bilder im Internet von kariesbefallenen Zähnen.
Bei der Fussballtasche würde ich auch nochmal fragen, ob sie alles haben, mit Aufzählung, was mit muss. Wenn sie dann nicht reagieren, ist es ihr Problem, wenn etwas beim Training fehlt.

Unser Sohn (7) verliert auch häufig Sachen. Seit wir neue Handschuhe von seinem Taschengeld gekauft und ihm mitgeteilt haben, dass das ab jetzt immer so läuft, läßt er aber weniger liegen bzw. weiß zumindest meistens, wo er es liegen gelassen hat, so dass es nicht ganz weg ist.
Handy- und Playstation-Verbote sind in diesem Fall keine logische Konsequenz.

Nach meiner Erfahrung funktioniert es am besten, wenn die Kinder die Folgen ihres Tuns erfahren, anstatt davon unabhängige Strafen zu bekommen.
Dann braucht man mit den Kindern auch nicht so viel zu diskutieren, weil viele Dinge sich selbstständig rächen. ;-)

LG

Heike

16.03.17 - 14:40

Hey Du,

das könnten auch unsere älteren Jungs sein (8 und 11).

Was soll ich sagen.... es sind halt Jungs. Ich führe ab und zu ein Bonussystem ein, danach klappt es wieder eine Weile besser.
Dinge die sehr gut laufen geben einen Punkt, bei x Punkten wird einmal ins Kino/Schwimmbad etc. gegangen. Wenn etwas überhaupt nicht läuft, gibt es auch einen Punkt Abzug. Bei unseren Jungs entsteht dann immer so eine Art Wettbewerb. Durch dieses System lassen sich kleine Marotten gut ausschleichen.

Schreieen passiert mir auch ab und zu, versuche ich aber zu vermeiden. Bringt außer Bluthochdruck und schlechter Stimmung gar nichts.

Alternativ bestrafe ich auch mal wenn mir die Hutschnur platzt. (z.B. 3 Tage Spülmaschine ausräumen, 3 Tage Müll ausbringen, Wäschezusammenlegen- ist mir dabei übrigens völlig egal ob es logisch ist - für mich ist es einen Entlastung und entspannt meine Nerven, das wiederum verbessert unsere Stimmung zuhause und die Jungs strengen sich danach auch wieder mehr an)

Wäsche: Was nicht abgegeben wird, wird nicht gewaschen. Unser Ältester musste letztens in der Früh bei seinem kleinen Bruder nach Boxershorts betteln.:-p
Brotdose: Generell erinnere ich daran, weil es glaub ich nicht mit Absicht vergessen wird. Trotzdem gehört es zu den normalen Pflichten. Handy, Fernsehen etc. gibt es erst wenn die täglichen Pflichten erledigt sind. Dazu gehört übrigens auch mal Zimmeraufräumen oder so.

Zähneputzen absichtlich vergessen und sich erwischen lassen, bedeutet eine Woche kein Taschengeld- ich lege das Geld dann an für die ersten Kronen. In diesem Fall achte ich darauf, dass der Vergesser dabei ist wenn der andere das Taschengeld bekommt, dann tut es mehr weh.

Wenn es immer die selben Dinge sind die vergessen werden. Schreib eine Liste. Erst wenn überall ein Haken ist darf ferngesehen etc. werden.

Ach ja und das Wichtigste. Jungs vergessen die Dinge nicht um dich zu ärgern- da bin ich mir ganz sicher. Sie mach das nicht weil Sie gerne angeschrien werden oder so. Daher cool down und gute Nerven.

LG Mori

19.03.17 - 09:02

Ich habe den Eindruck ihr gebt zu schnell auf.

Handy und Playstation würde ich ehrlich gesagt so lange einkassieren und weg schließen bis alles andere rund läuft.

Auch würde ich liebgewonne Aktivitäten wie den Sport streichen wenn gewisse Dinge nicht gemacht wurden.

Meine Jungs sind 5 & 7 Jahre alt und aktuell auch nicht immer einfach zu händeln.

Sie haben ein Digigo und nenn Nintendo 3 DS und wenn sie mal wieder meinen das sie nicht hören wollen dann gibts ein komplett Verbot das locker 1-2 Wochen andauern kann.

Helfen tut aber auch raus miteinander in den Garten und dort arbeiten. Dann kommen sie nicht auf blöde Gedanken.

Ich selbst habe als Kind/Teenager mir mein Taschengeld verdienen müssen da ich sonst auch nicht in die Pötte kam. Grund Taschengeld waren 5DM und die waren dran geknüpft das ich das Bad putze. Habe ich das nicht gemacht musste ich die 5DM wieder zurück geben. Wenn ich mehr Geld haben wollte konnte ich mir das zum Beispiel mit bügeln verdienen oder sonstigen Aufgaben. Da wurde extra ne Liste erstellt und die hing in der Küche aus.

Gelegentlich wenn ich mir was größeres Leisten wollte stand ich dann freiwillig Stundenlang da und habe gebügelt und Wäsche zusammen gelegt.
Gleiche Regeln bloß mit anderen Aufgaben hatte mein Bruder und es klappte sehr gut.

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