Erziehung

16.03.17 - 16:45

Ratlos - Sohn, 13, uneinsichtig und versucht ständig in Opferrolle zu schlüpfen

Wir haben mit unserem 13-Jährigen pubertierenden Jungen große Probleme.
Er lügt, er zündelt, er stiehlt (Geld, Kreditkarte und Bankkarte), er widerspricht pausenlos, er ist nicht bereit für die Familie kleine Aufgaben zu übernehmen. Er provoziert uns, sobald er Konsequenzen für ein Fehlverhalten erfährt. Er reflektiert nie sein Verhalten. Er behauptet immer wir wollen ihn nur bestrafen und er hätte sich Nichts zu schulden kommen lassen.

Im Alltag verlangen wir - in meinen Augen viel zu wenig! - dass er seine Jacke aufhängt, seine Schuhe ordentlich und nicht quer vor die Tür stellt. Hat bis jetzt nicht einmal von selbst ohne Aufforderung geklappt!

Abends soll er den Tisch decken. 3 Teller, 3x Besteck, 3 Gläser, Servietten. Das klappt nur, wenn er selbst Hunger hat!

Nach dem Essen soll er den Tisch abräumen - vorher kurz alles unter fließendem Wasser abspülen und in die Geschirrspülmaschine.

Die Teller werden lieblos kurz abgespritzt und obwohl schon 1.000 Mal erklärt, dass wir das wegen der Essensreste verlangen, prinzipiell wird das immer nur so lala gemacht.

Meistens kommt sogar hinzu, dass die Teller regelrecht reingeschmissen werden. Obwohl bereits oft ein Teller zu Bruch ging, keine Einsicht, dass es so nicht funktioniert.
Gerne wird auch rumdiskutiert, dass er das später macht und dann ist er müde oder hat Schmerzen.

Zähne putzen, geschieht nur unter Aufsicht wirklich. Auch die Körperhygiene wird immer schlechter und muss mittlerweile auch kontrolliert werden. Er zieht seine Socken 7 Tage lang immer wieder an, obwohl er genug zum Wechseln hat. Auch T-Shirts muss man ihn zwingen zu wechseln.

In den letzten Wochen kam nun hinzu, dass er zündelte und von seinem Vater auch eine Standpauke erhielt, er versprach es nie wieder zu machen. Gut, ist ein Kind und nie wieder soll man nicht sagen. Aber nach 2 Tagen kommen die Nachbarn und erzählen ihn gerade bei frischer Tat ertappt zu haben. Er zündete Papierflieger an und warf sie aus dem Fenster (2 Stock). Bei der erneuten Standpauke wollte er dann so tun als hätte er ja bereits dafür eine Standpauke dafür bekommen und wir wollen nur schimpfen! Es ist eindeutig nicht der selbe Vorfall gewesen und trotzallem null Einsicht! Im Gegenteil: "Ihr wollt mich nur bestrafen!" kommt als Antwort.

Dann fand ich meine Kredit- und meine Bankkarte nicht mehr. Habe tagelang die Wohnung auf den Kopf gestellt. Plötzlich kam eine Email meiner Kreditkartenfirma, sie hätten meine Karte wegen versuchten Missbrauch gesperrt. Es wurden die falschen Kennnummern eingegeben und man wollte ein Abo abschließen. Da wir weder andere Personen im Haus haben, die meine Karten nehmen können und wohl kaum ein Dieb Abos mit der Kreditkarte abschließt, war der Tatverdächtige gefunden. Leider kann die Kreditkartenfirma nicht mehr Infos geben, da es ein Missbrauchsversuch war und kein Schaden entstanden ist.
Darauf angesprochen hat er sich als total unschuldig dargestellt.

Eine Woche später kommt er verzweifelt zu uns, meint er habe da ein Spiele-App-Abo, dass sein Pre-paid-Guthaben frisst (jede Woche 4,99 EURO) und er kann nicht mehr kündigen. Sehr verdächtig!!! Das Vertrauen ist so zerstört, dass wir Schlafzimmer und Wohnzimmer absperren und ich ihn in den Ferien nicht mehr auch nur kurz allein lassen will, wegen der Zündelei.

Ich bin nicht die leibliche Mutter, jedoch lebt er mit mir und seinem Vater seit 9 Jahren - ohne Kontakt zur leiblichen Mutter - zusammen. Es gab immer Schwierigkeiten, jedoch spüre ich, dass seinem Vater wie auch mir das Verhalten so gegen den Strich geht, dass er aufgrund seines ständigen Fehlverhaltens und der Aufsässigkeit, auch emotional zu kurz kommt. Das bedeutet wir versuchen kaum noch mit ihm zu sprechen oder etwas zu erfragen, da Interesse zeigen ausschließlich zu patzigen Antworten oder Forderungen wie

"Ihr müsst mir das Kindergeld als Taschengeld geben."

"Ich muss hier Garnichts für andere machen, schmeiß mich halt raus."
"Ich muss mit niemanden sprechen"
"Ich habe viel mehr Rechte als ihr mir gebt" - gerne gesagt, wenns Handyverbot gibt!
"Ich muss mich nicht für meine Geburtstagsgeschenke bedanken, weil ich mir was anderes gewünscht habe." - so passiert, weil er ein Fahrrad bekam und kein PC mit einem Musikprogramm für 1.000 EURO.

Wir arbeiten bereits mit einer Ambulanten Erziehungshilfe, die jedoch auch regelmäßig mit aufgerissenen Augen, offenen Mund und ebenso hilflos auf unsere Problematik reagiert.
Es wird immer erzählt wir müssen den Schlüssel finden um wieder Zugang zu ihm zu bekommen. Ja, toll der Schlüssel scheint jedoch ausschließlich "Tanz nach meiner Pfeife!" zu sein.

Jeder Versuch von uns, ihn sozial verträglicher zu machen, unterwandert er.

Fußballverein, wir kaufen extra die Fußballschuhe die er sich aussucht und tolle Tasche Winter und Sommertrainingsanzug, dann nach einmal Training "Ich will kein Fußball spielen!". Egal dass wir zwei Wochenenden durch alle Schuhläden rennen. Auch wenn man hinterfragt, ob es nicht an etwas anderem liegt (Trainer, anderer Verein, Mitspieler). Nein er will jetzt Tischtennis im Verein spielen. Dazu braucht er Tischtennisschuhe??? Was fürn Kaspertheater!

Selbst Volksfeste, Schwimmen gehen, Kino etc. - alles wird boykottiert. Besuche bei Verwandten solle man bitteschön stündlich und wochenlang vorher anmelden, sonst zwingen wir ihn immer.

Er tut auch gern auf geheimnisvoll. "Ich weiß nicht wie meine Freunde heißen, ob sie bei mir auf die Schule gehen oder woher ich sie kenne."

Seine Freundschaften sind alle sehr oberflächlich. Er hat noch nie bei einem Freund übernachtet und wird auch nicht zu Geburtstagen eingeladen. Die Ambulante Erziehungshilfe sieht ein starkes Kommunikationsproblem bei ihm, auch im Hinblick auf Gleichaltrige.

Es ist leider in meinen Augen auch viel schlechter Charakter vorhanden. Manipulativ, habgierig, emotionslos - dies alles war bereits als Kleinkind irgendwie schon da.

Wie sollen wir vorgehen?

18 direkte Antwort(en) auf den ausgewählten Beitrag:

16.03.17 - 17:20

Naja, 13 ist ein gefährliches Alter, wo man ein Kind nicht mehr leicht in die richtige Schiene bringt, vorallem wenn sein Freundeskreis auch so tickt. Pubertät hin oder her. Leidet die Schule auch darunter?
So blöd , wie es klingt. Laßt Euch , erstmal ohne Sohn, mal vom Jugendamt beraten, dafür sind sie ja da.

16.03.17 - 18:35

Hallo,

Für mich hört sich dein Beitrag nach einem Kind mit einem erheblichem Mangel an. Ein Mangel an Liebe, Zuwendung und Geborgenheit. Anstatt ihn jetzt zu meiden solltet ihr vollgas in der Beziehung geben. Verbringt intensiv Zeit mit ihm. Wenn ihr das nicht tut wird er euch weiter entgleiten. Beziehung ist der Schlüssel zu allem! Und ihr seid hauptverantwortlich für die Beziehung, denn ihr seid die Erwachsenen. Ich wünsche euch alles Gute.

Lg Marci

16.03.17 - 18:58

Jugendamt wird hier nicht weiterhelfen können. Viel Arbeit, wenig Ahnung, recht speziell - das Thema.

Würde vorschlagen mal in Jugendpsychiatrischen Kliniken anzurufen und dort nachzufragen.
Einfach erst mal nur informieren!
bei Fachleuten

Erziehungshilfe, schön gut
super, dass ihr das angenommen habt! Finde ich wirklich super :-D
aber auch sie ist offensichtlich überfordert. Schade und verständlich zu gleich.

Informiere dich bei Fachleuten.
Selbst Beratungsstellen werden u.U. überfordert sein, weil es bei euch doch recht in die Tiefe/Heftigkeit geht. :-(

Fachkliniken können auch evtl. was dazu sagen, ob Kinder-Reha oder was anderes in Frage kommt, was ihr dafür tun müsst usw.
oder ob es auch ambulante Anlaufstellen gibt.

Jugendamt wird höchstens Klinikadressen rausrücken und dann sagen - macht mal selber...

dort könnt ihr Anlauf nehmen, wenn ihr konkrete Anlaufstellen habt und das Jugendamt Zuschüsse geben kann.

16.03.17 - 19:10

Ich sehe nicht, dass du einen Teil des Problems bei dir/euch siehst. ABer mit Sicherheit ist es so, Kinder reagieren auf ihr Umfeld... "schlechter Charakter" ist m. E. Eine AUssage, die für mich so klingt, als ob du ihn nicht besonders magst, sorry, wenn ich das so direkt sage. Als Kleinkind hatte er vermutlich Verhaltensprobleme, weil seine Eltern sich getrennt haben, aber nicht, weil er einen "sczhlechten Charakter" hat.

Ich denke, dass man auch mit einem 13jährigen bestimmte Kompromisse machen kann.
Er soll im Haushalt mithelfen, wenn er Tischdecken nicht mag, soll er sich etwas anderes raussuchen. Vielleicht reicht ja für den ANfang shcon, dass er seine WÄsche in die Schmutzwäsche legt. Vielleicht muss er nur 1x pro Woche irgendetwas erledigen... AUf jeden Fall würde ich ihn fragen, was er machen möchte. Aber eine Sache muss er machen.

Ihr sollt ihn nicht sozial verträgliche rmachen, ihr sollt ihm Eltern sein! Lasst euch nicht provozieren, lasst ihm ein bisschen Ruhe, zwingt ihn nicht zu Dingen, die nicht wirklich nötig sind. Meine Güte, wenn er alte Socken anhat, ist es sein Problem, nicht deins. Es wird ihm schon jemand sagen, dass er müffelt... Wenn mit 13 meine Mutter mein Zähneputzen beaufsichtigt hätte, wäre ich definitiv ausgerastet!

Es ist völlig normal, dass 13jährige uneinsichtig sind. Und in dem Alter wollen Kinder bzw Jugendliche nicht andauernd zurechtgewiesen und kontrolliert werden. Das ist ien Teufelskreis. Ihr kann verstheen, dass ihr ein Vertrauensproblem habt, nach der Sache mit der KReditkarte, aber trotzdem müsst ihr an der Stelle etwas tun!

LG, Felisha

16.03.17 - 19:20

Wow, ich finde es großartig, dass du das so geduldig mitmachst obwohl es sich nicht um dein eigenes Kind handelt.

Ich bin selbst alleinerziehend, und hoffe, dass ich auch mal einen Partner finde der in so einer Situation trotzdem zu mir halten würde.

Helfen kann ich dir nicht, aber ich wollte dir das mal sagen :-) Ich hoffe du bekommst noch viele Anregungen hier die helfen.

Liebe Grüße

Tatjana

16.03.17 - 19:43

DAs ist wirklich schwierig.

Ich habe eine Freundin mit problematischem Pflegekind, die hat mir erzählt, dass viele emotional instabile Kinder mit schwieriger Geschichte es ihren (Pflege-) Eltern extra schwer machen, um immer wieder zu prüfen, ob sie abgeschoben werden. Und dann, wenn die Eltern irgendwann keinen anderen Ausweg mehr sehen das Gefühl haben "ich habe es ja immer gewusst, dass ich mich auf die nicht verlassen kann". Vielleicht ist das ein Gedanke, der es Euch leichter macht, weil es zumindest eine Erklärung ist für sein Verhalten und in dem Bewusstsein Euere Geduld vielleicht auch weiter reicht.

Und dann erinnere ich mich noch an einen Spruch auf einer Postkarte meiner Oma:

"Du aber liebe mich, auch wenn ich schmutzig bin, denn wenn ich brav und artig wäre liebten mich ja alle".

In dem Alter ist die Anerkennung der Freunde sehr wichtig. Und da hat er ja scheint's auch Schwierigkeiten. Leider ist das kein Bereich, in dem man als Eltern viel Einfluss nehmen kann. Vielleicht mal den Kontakt zum Lehrer suchen, welche anderen Schüler der Junge mag und versuchen, diese Kontakte etwas zu fördern. Mehr fällt mir leider auch nicht ein.

Ja - und trotz des ganzen Ärgers immer wieder für schöne gemeinsame Erlebnisse zu sorgen. Vielleicht eine sportliche Herausforderung wie eine sehr anspruchsvolle Bergtour, (z.B. Alpenüberquerung, mehrtägige Radtour) irgendwas, wo er nicht konsumiert, sondern worauf er hinterher auch stolz sein kann, und was vielleicht auch die Alterskameraden "cool" finden. Da ist in diesem Alter der Vater gefragt, so 'ne "Männersache".

Viel Kraft, ich finde es bewundernswert, dass du dich um dieses rebellierende, unglückliche Kind so bemühst, obwohl es mühsam und zäh ist.
Liebe Grüße, d.

17.03.17 - 08:08

Dass mit dem schlechten Charakter stößt mir echt auf irgendwie.

Der Charakter kommt meiner Meinung nach zu einem großen Teil von der Erziehung und jetzt kannst du dir an die eigene Nase fassen.

Sorry.

17.03.17 - 10:32

Hallo,

ich denke, es wäre einfacher gewesen, diesen Problemen zu begegnen, als er klein war. Aber offenbar seid Ihr das da nicht (richtig) angegangen.

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass bei einem Teenager die Erziehung bereits abgeschlossen ist und fand das einleuchtend.
In dem Alter kann man nur noch mit Argumenten arbeiten bzw. die Jugendlichen müssen selbst merken, was bestimmte Verhaltensweise für Konsequenzen haben (z.B. dass die Kumpels irgendwann sagen, dass man stinkt, wenn man die Kleidung nicht wechselt).

Ich denke, Euer Sohn ist zutiefst unzufrieden und deswegen nur noch auf Konfrontation mit Euch aus.
Vermutlich liegt das an einer Kombination aus schwierigem Charakter und daran, dass er damals durch die Trennung seiner Eltern eine Art psychisches Trauma (nennt man das so?) erlitten hat, was nie aufgearbeitet wurde.

Euer Sohn hat sicherlich noch Erinnerungen an seine Mutter und fragt sich eventuell die ganze Zeit, wie es wohl mit ihr wäre. Vielleicht hat er sich sogar ein Idealbild von ihr konstruiert, so nach dem Motto, dass sie ihn verstehen würde, während Ihr das nicht tut.
Oder er denkt, dass sie ihn verlassen hat, weil er Sachen falsch gemacht hat und meint jetzt, dass ihn niemand leiden kann, weil er so ein schlechter Mensch ist, und dass Ihr nur so tut, als würdet Ihr ihn mögen. Und wenn das schon so ist, kann er sich ja auch wie ein Ober-*** benehmen.

Dazu kommt, dass Freunde in dem Alter sehr wichtig sind, und Dein Sohn hat offenbar keine richtigen. Warum das so ist, läßt sich aus der Ferne schwer sagen.
Entweder verhält er sich ihnen gegenüber auch asozial, oder er tickt anders und wird als seltsam empfunden.

Es wäre wahrscheinlich am hilfreichsten, wenn er sich mal mit einer erwachsenen Person aussprechen würde, die nicht mit in der Sache drin steckt, also weder Du, noch sein Vater, noch seine Mutter. Das sollte jemand sein, dem er vertraut und diese Person sollte nicht alles an Euch ausplaudern, damit er sich bei ihr auch über Euch beschweren kann, ohne, dass es weiter getragen wird. Vielleicht gibt es einen Verwandten, Bekannten, Lehrer, Trainer oder sonstwen, der das machen könnte und würde.
Diese Person würde dann idealerweise mit ihm besprechen, was sie an Euch weiter geben darf, damit man gemeinsam überlegen kann, was man ändern kann.
Von dieser Erziehungshilfe und ähnlichen Leuten hält Euer Sohn vermutlich auch nichts. Es sollte schon jemand sein, den er kennt und mag.

Eventuell würde es auch helfen, wenn er wieder Kontakt zu seiner Mutter bekäme.
Aber falls sie partout nicht will, oder falls Ihr denkt, dass Kontakt mit ihr überhaupt keine gute Idee wäre, könnte er vielleicht zumindest mit jemandem sprechen, der sie gut kennt und ein neutraleres Bild von ihr hat, als ein Ex-Partner.

LG

Heike

17.03.17 - 14:54

Wenn ich so ein Kind hätte, würde ich es stationär in eine Einrichtung für schwer erziehbare Kinder geben! Ist ja unter aller Kanone. Früher hätte es was gesetzt, dass so ein Balg nicht mehr gewusst hätte, wo vorn und hinten ist!

Mein Großvater und mein Schwiegervater verließen mit 14 Jahren die Schule und machten eine Ausbildung! Von wegen, mit 13 sind das ja noch soooo junge Kinder! Diese Sachen, die er erledigen soll, schaffen meine 5- und 7-jährigen problemlos. Das würde ich mir keine Sekunde länger bieten lassen. Dann muss er halt in Behandlung! Wer weiß, was der noch anstellt.

17.03.17 - 15:17

Ich glaube, ihr solltet aufhören, ihn als Kleinkind zu behandelnt. Beim Lesen dachte ich, dass der Junge Bestätigung braucht. Bestätigung, wie sie aus dem erfolgreichen Erlernen einer Arbeit kommt. Weisst du, was schade ist? Dass in Deutschland die Berufslehre so gering angesehen wird. In der Berufslehre spüren die Jugendlichen vom ersten Tag an, dass es ernst gilt. Nicht für jedes Kind eine einfache Erkenntnis.

Ich würde vielleicht versuchen, ihm mehr Verantwortung zu geben. Einen Jugendlohn statt Taschengeld zum Beispiel (Details kannst du googeln).

Serviceleistungen wie waschen etc. würde ich als Mutter in dem Alter nicht mehr ausführen. Sicherlich ist er auch alt genug, um selber Sportschuhe kaufen zu gehen, nicht? Soll er halt gucken, ob er die Fussballschuhe verkaufen kann, wenn er Tischtennisschuhe haben will. Da würde ich mich gerade überhaupt nicht zuständig fühlen.

Kreditkartenklau geht überhaupt nicht. Da würde ich glaube ich massiv ausfedern. Kannst du dir vielleicht die Überwachungsbilder geben lassen? Vielleicht würde ich auch einfach mal am Tisch fallen lassen, dass du dir eine Anzeige überlegst, um an die Bilder zu kommen.

Eine Freundin, die fast erwachsene Töchter durch schwierige Zeiten begleitet hat, hat die Essenz ihrer Erfahrungen in dem Satz zusammengefasst: Wichtig ist, dass man den Kontakt nicht verliert.

Und noch was:

"Es ist leider in meinen Augen auch viel schlechter Charakter vorhanden. Manipulativ, habgierig, emotionslos - dies alles war bereits als Kleinkind irgendwie schon da."

Mag schon sein, nicht jeder wird als Sonnenschein geboren. Trotzdem ist es unsere Pflicht als Eltern, die Kinder so zu nehmen, wie sie sind.

lg thyme

17.03.17 - 17:12

Spontan: Dein Sohn tut mir total leid! Die Situation ist total verfahren und du hängst dich teilweise an Dingen auf, die völlig normal sind in dem Alter!

Warum soll er abends den Tisch alleine decken, wieder abräumen und dann noch in die Spülmaschine tun? Wir machen das hier alle zusammen, er ist doch nicht euer Haussklave!
Leg ihm frische Sachen raus oder erinnere ihn dran. Mach da doch kein Faß auf, es ist doch nur EIN Kind, nicht 3 oder 4...
Gezündelt hat unser Mittlerer auch mal, wir haben ihm in ruhigem Ton erklärt, dass wir hier alle sterben, wenn er in seinem Zimmer zündelt (unser Haus besteht aus sehr viel Holz). Dann war das Thema durch.
Dann mit dem Abo--bei den Smartphones unserer Kinder ist das technisch nicht möglich, da keine Kontoverbindungen angegeben sind--geht ja auch schnell, dass man irgendwo drauf tippt. Und wenn er dann ankommt, verzweifelt, was macht ihr? Ihn fertig machen!
Fußballverein--ist doch klar, dass man erstmal schnuppern muss! Selbst Schuld, wenn ihr ihm direkt eine komplette Ausstattung kauft! Habe ich nie gemacht, ich habe bestimmt 2 Monate gewartet, bis ich Geld investiert habe. Es sind nunmal Kinder....
Er ist 13, da hat man einfach keine großen Böcke mehr auf Unternehmungen...unser 14jähriger ist am liebsten in seinem Zimmer und will seine Ruhe haben. Normal!!
So wie du über ihn redest, hattest du immer schon einen Hals auf ihn. An dir und deiner Einstellung solltest du mal arbeiten!

17.03.17 - 19:00

Hallo
Euer Junge ist ätzend, aber das ist in der Pupertät normal. Ihr habt euch jetzt aber auf einen Machtkampf mit ihm eingelassen und da könnt ihr nur verlieren. In dem Alter haben sie die viel besseren Nerven, ein riesengroßes Durchhaltevermögen und ihnen fällt immer was ein, noch etwas draufzusetzen.

Ich würde mich in diesem Fall nur auf solche Dinge konzentrieren, die mir wirklich wichtig sind.
Solche Kleinigkeiten wie Jacke, Schuhe, Tisch decken und Ordentlichkeit wäre es mir jetzt nicht wert. Lerne lieber selber mit solchen Situationen mit mehr Humor und Gelassenheit umzugehen. Du siehst doch selber, dass alles was du bis jetzt gemacht hast, überhaupt nichts gebracht hat, außer Streit und Frust. Dann pick dir jetzt nur noch diese Dinge raus mit denen du überhaupt nicht leben kannst. Wenn er so stinkt, dann schick ihn raus, weil du es mit ihm so nicht aushälst. Ansonsten solltest du unbedingt wieder versuchen Vertrauen zu ihm aufzubauen. Versuch es mal mehr auf eine humorvolle Art und nicht alles so bierernst und schlimm anzusehen. Natürlich merkt er wie negativ ihr auf ihn reagiert und in dem Alter ist es normal die Schuld nicht bei sich zu suchen.

Es ist nicht nur der Sohn Schuld für euer schlechtes Verhältnis, sondern auch ihr tut alles, dass es immer weiter Nahrung bekommt.

18.03.17 - 07:34

Wurde jemals eine Diagnostik gemacht?

Ich würde es nicht für unwahrscheinlich halten, dass er möglicherweise eine antisoziale Persönlichkeitsstörung hat. Gerade der letzten Satz und das Vorhandensein einer Vorgeschichte mit Inobhutnahme lassen mich in die Richtung denken. Wäre dem so, gäbe es da nicht viel, was allein die Familie noch erzieherisch tun kann.

18.03.17 - 17:04

Eure Probleme mit dem Jungen und seine Probleme sind so vielschichtig und zahlreich, dass ich mir Hilfe suchen würde. Die Erziehungsberatung hilft euch nicht ausreichend weiter,der Junge scheint tiefgreifendere psychische Probleme zu haben, er ist verhaltensauffällig.

Lasst euch doch mal von einem Therapeuten (Familienzentrum z.B.) beraten, ob eine Familientherapie oder eine Einzeltherapie für ihn besser wäre. Oder beides.

20.03.17 - 10:19

Hallo,

für mich klingt das nach einem Hilfeschrei. Dir wurde schon geraten, zum Jugendamt zu gehen. Lasst Euch beraten und helft dem Jugen.

LG

20.03.17 - 18:47

Hey, geht doch mal zum Psychologen ... Mein Sohn war jetzt schon 2x (wird im April 12) weil sein Sozialverhalten echt zu wünschen übrig ließ. Mittlerweile ist er ein angenehmer Zeitgenosse ...Seit einem Jahr keine Probleme mehr in der Schule und im Privatleben. Er hilft mit, räumt die Spülmaschine aus, bringt Müll runter, hilft mir (mit seinen Geschwistern) bei der Wäsche (bin alleinerziehend, da packt jeder mit an). Besser kann ich es mir nicht vorstellen.

LG, Lena

25.03.17 - 13:01

Summesumarum also ein ganz normaler 13 jähriger Junge der gerade mitten in der Pubertät steckt. Das wirst du noch haben bis er 16 ist (wenn nicht noch länger). Erinnert mich an meinen kleinen Bruder (14) der ist aber sowas von genau so :-), waren wir nicht alle so? Frag mal bei deiner Mama nach.

29.03.17 - 12:46

Hallo,

ohje... schwierig, schwierig.

Zuerst mal das, was mir positiv aufgefallen ist: Er zieht in der Schule mit, zeigt da durchaus Ehrgeiz und weiß wohl, daß er damit Weichen für die Zukunft stellt... also das würde ich mal wirklich sehr positiv und "gut" betrachten... da gibt es nämlich ganz andere Kandidaten, bei denen die Null-Bock-auf-alles-Phase auch in den schulischen Bereich mit eingreift.

Manches Verhalten, das du hier beschreibst, zeigen sicherlich auch viele, viele andere Pupertierende... bloß keine Gefühle zeigen, habgierig, mir das Meiste, ... das alles passiert in diesem Alter bei ziemlich, ziemlich vielen Jungs. Ok bei vielen vlt. erst mit 15, er ist mit seinen 13 Jahren da vlt. etwas früher dran.

Diese Trennung im Kleinkindalter, kein Kontakt zur leiblichen Mutter, das trägt natürlich ein Stück weit dazu bei - leider.

Vielleicht hat er das für sich richtige Hobby einfach noch nicht gefunden, ich denke, irgendetwas soll oder wird es doch geben, was ihn interessiert... auch wenn es in seiner momentanen Stimmungslage wahrscheinlich wirklich schwierig sein wird, das zu finden, bzw. er wird es wohl nicht wirklich eingestehen.

Wenn der das GEschirr lieblos abwäscht... darüber solltest du einfach hinwegsehen, das geht natürlich nicht so einfach, wenn die Teller dann zu Bruch gehen.

Ich kann deine Enttäuschung absolut verstehen, bzw. daß du ihm einfach nicht mehr vertrauen kannst.

Ich sag es mal so: Ein Kind braucht seine Familie und deren Rückhalt und Liebe dann am meisten, wenn es diese(n) am allerwenigsten verdient. Das ist ein schwerer Weg, aber es ist zu schaffen.

Dass du nicht die leibliche Mutter bist, kann m. M. nach sowohl Segen als Fluch sein. Ich denke, beim leiblichen Kind würde all das, was du momentan mit dem Sohn durchmachst noch ein Stück weit mehr schmerzen, vlt. würdest du dich fragen: Warum ist der so, was ist bloß schief gelaufen... Ich denke, die Emotionen wären bei einem leiblichen Kind evtl. noch stärker, egal ob positiv oder negativ.

LG und viel Kraft

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