Ratlos - Sohn, 13, uneinsichtig und versucht ständig in Opferrolle zu schlüpfen

        • 21.03.17 - 15:13

          In die Richtung von Thyme hätte ich jetzt auch geraten.

          Vielleicht als Ideen für einen weiteren Versuch:

          Warum kann er seine Sachen nicht selbst übers Internet verkaufen? Über Ebay-Kleinanzeigen kann er das doch selbst tun, auch wer für den Account vielleicht eure Unterstützung braucht. Er kann sich zumindest darum kümmern, dass es online gestellt wird, die Rückfragen beantworten, Termine ausmachen usw..
          Da muss auch nicht alles auf einmal verkauft werden, sondern man kann es nach und nach machen. Flohmarkt finde ich jetzt auch nicht so verlockend und habe da bisher auch nie so großen Erfolg gehabt (wenn ich die viele Zeit berücksichtige).

          Wenn das Einkaufen allein in der Stadt nicht klappt, könntet ihr auch hier versuchen einen Online-Weg zu gehen. Er kann sich doch (mit einem bestimmten Budget) selbst Schuhe raussuchen und du bestellst sie einfach nur.

          Den Job würde ich ihn auch machen lassen, wenn er jetzt die Motivation dazu hat. Wenn es nicht klappt, dann muss er das mit dem Arbeitgeber klären - nicht ihr.

          Ansonsten würde ich mich an deiner Stelle wohl so gut es geht absichern. Rauchmelder installieren, Limits für EC- und Kreditkarte beschränken, Geldbörse wegpacken/-schließen. Allerdings würde ich das nicht an die große Glocke hängen, sondern einfach so umsetzen um die angespannte Situation nicht noch zu erschweren.

          Ansonsten wünsche ich dir weiterhin viel Erfolg. Ich finde es wirklich toll, dass du dich für ihn so ins Zeug legst. Gib nicht auf!

          Viele Grüße!

      Spontan: Dein Sohn tut mir total leid! Die Situation ist total verfahren und du hängst dich teilweise an Dingen auf, die völlig normal sind in dem Alter!

      Warum soll er abends den Tisch alleine decken, wieder abräumen und dann noch in die Spülmaschine tun? Wir machen das hier alle zusammen, er ist doch nicht euer Haussklave!
      Leg ihm frische Sachen raus oder erinnere ihn dran. Mach da doch kein Faß auf, es ist doch nur EIN Kind, nicht 3 oder 4...
      Gezündelt hat unser Mittlerer auch mal, wir haben ihm in ruhigem Ton erklärt, dass wir hier alle sterben, wenn er in seinem Zimmer zündelt (unser Haus besteht aus sehr viel Holz). Dann war das Thema durch.
      Dann mit dem Abo--bei den Smartphones unserer Kinder ist das technisch nicht möglich, da keine Kontoverbindungen angegeben sind--geht ja auch schnell, dass man irgendwo drauf tippt. Und wenn er dann ankommt, verzweifelt, was macht ihr? Ihn fertig machen!
      Fußballverein--ist doch klar, dass man erstmal schnuppern muss! Selbst Schuld, wenn ihr ihm direkt eine komplette Ausstattung kauft! Habe ich nie gemacht, ich habe bestimmt 2 Monate gewartet, bis ich Geld investiert habe. Es sind nunmal Kinder....
      Er ist 13, da hat man einfach keine großen Böcke mehr auf Unternehmungen...unser 14jähriger ist am liebsten in seinem Zimmer und will seine Ruhe haben. Normal!!
      So wie du über ihn redest, hattest du immer schon einen Hals auf ihn. An dir und deiner Einstellung solltest du mal arbeiten!

      17.03.17 - 19:00

      Hallo
      Euer Junge ist ätzend, aber das ist in der Pupertät normal. Ihr habt euch jetzt aber auf einen Machtkampf mit ihm eingelassen und da könnt ihr nur verlieren. In dem Alter haben sie die viel besseren Nerven, ein riesengroßes Durchhaltevermögen und ihnen fällt immer was ein, noch etwas draufzusetzen.

      Ich würde mich in diesem Fall nur auf solche Dinge konzentrieren, die mir wirklich wichtig sind.
      Solche Kleinigkeiten wie Jacke, Schuhe, Tisch decken und Ordentlichkeit wäre es mir jetzt nicht wert. Lerne lieber selber mit solchen Situationen mit mehr Humor und Gelassenheit umzugehen. Du siehst doch selber, dass alles was du bis jetzt gemacht hast, überhaupt nichts gebracht hat, außer Streit und Frust. Dann pick dir jetzt nur noch diese Dinge raus mit denen du überhaupt nicht leben kannst. Wenn er so stinkt, dann schick ihn raus, weil du es mit ihm so nicht aushälst. Ansonsten solltest du unbedingt wieder versuchen Vertrauen zu ihm aufzubauen. Versuch es mal mehr auf eine humorvolle Art und nicht alles so bierernst und schlimm anzusehen. Natürlich merkt er wie negativ ihr auf ihn reagiert und in dem Alter ist es normal die Schuld nicht bei sich zu suchen.

      Es ist nicht nur der Sohn Schuld für euer schlechtes Verhältnis, sondern auch ihr tut alles, dass es immer weiter Nahrung bekommt.

      18.03.17 - 07:34

      Wurde jemals eine Diagnostik gemacht?

      Ich würde es nicht für unwahrscheinlich halten, dass er möglicherweise eine antisoziale Persönlichkeitsstörung hat. Gerade der letzten Satz und das Vorhandensein einer Vorgeschichte mit Inobhutnahme lassen mich in die Richtung denken. Wäre dem so, gäbe es da nicht viel, was allein die Familie noch erzieherisch tun kann.

      Eure Probleme mit dem Jungen und seine Probleme sind so vielschichtig und zahlreich, dass ich mir Hilfe suchen würde. Die Erziehungsberatung hilft euch nicht ausreichend weiter,der Junge scheint tiefgreifendere psychische Probleme zu haben, er ist verhaltensauffällig.

      Lasst euch doch mal von einem Therapeuten (Familienzentrum z.B.) beraten, ob eine Familientherapie oder eine Einzeltherapie für ihn besser wäre. Oder beides.

      • sehe ich auch so.
        Verantwortung heißt auch, genauer hinzuschauen, ihn nicht aufgeben. @TE
        wenn es dann bei Pubertät übrig bleibt, könnt ihr alle erleichtert aufatmen.
        wenn es noch was anderes zusätzlich zur Pubertät ist (Bedrohung, Erpressung, Trauma, Drogen, Persönlichkeitsstörung, unerkanntes anderes, etc.) dann habt ihr wenigstens nicht weggessehen ... und viielleicht sogar könnt ihr ihm helfen

        Verantwortung ist die Gratwanderung ... zwischen Kind entwickeln lassen wie es ist und unterstützen wie schwer es auch ist ... und nicht wegzusehen

        da es bei euch schon länger geht
        Hilfe von außen mit offenem Mund da steht (jemand erfahrenes mit Vergleichswerten, die die Situation kennt)
        und ihr mit dem Rat am Ende seid, würde ich auch weiterschauen
        aufatmen wenn wirklich nichts ist

        und vielleicht gibt es a auch Tipps, falls es doch nur Pubertät ist.

        Leider kenne ich ein paar "Exemplare" wo es hieß - nur Pubertät, schwere Zeit (haben viele der hier genannten Ideen konsequent umgesetzt). Tja, inzwischen sind diese "Pubertisten" 30, 40 Jahre alt und verhalten sich weiterhin so. Auch anderen gegenüber.

        Manche sind heute unausstehlich. Würden niemals zum Arzt gehen. Finden heute noch Ausreden "die Pubertät war mies" oder "der und der hat Schuld, weil er/sie mich nicht unterstützt hat. und das beschriebene Verhalten zieht sich durch die Jahrzehnte durch. Nur dass man einen über 18jährigen nicht mehr herankommt. Ist ja gesetzlich erwachsen.
        Die Vorwürfe kommen natürlich prompt: warum habt ihr nicht?! Ihr seht doch, was daraus geworden ist (von jenen, die immer sagten, lass ihn doch... ist doch nur Pubertät... warte einfach mal ab... der Junge tut mir Leid... er kann doch nichts dafür.... jetzt jetzt es: warum ward ihr nicht strenger? hättet ihr mal besser usw.)

        und andere fanden heraus, dass sie tatsächlich was haben. Eine Form von ADS, Asperger und so. Diese konnten nicht wie sie wollten, haben selbst gelitten und die Eltern auch. Seit sie selbst wissen, was los ist, suchen sie sich selbst Hilfe, reden auch mit den Eltern, sagen aber auch klar, "warum habt ihr nicht genauer hingeschaut? Es war nicht nur die Pubertät. :-("

        Bei anderen war es wirklich nur die Pubertät :-)
        aber auch da half es mit Menschen drüber zu reden, die Ahnung haben. Einfach weil jeder Pubertist anders ist.
        Manche brauchen mehr Strenge, klare Regeln, Konsequenzen - um innerlich den Weg zu finden, im inneren Chaos, wenn sie sich darauf verlassen können, dass die Eltern den Rahm eng stecken. Mit Freiheiten sind sie überfordert.
        und andere brauchen viel Freiheit, weil sie damit auch umgehen können.

        Hör auf dein Bauchgefühl (auch wenn du Hilfestellen abtelefonierst). :-)

      20.03.17 - 10:19

      Hallo,

      für mich klingt das nach einem Hilfeschrei. Dir wurde schon geraten, zum Jugendamt zu gehen. Lasst Euch beraten und helft dem Jugen.

      LG

      20.03.17 - 18:47

      Hey, geht doch mal zum Psychologen ... Mein Sohn war jetzt schon 2x (wird im April 12) weil sein Sozialverhalten echt zu wünschen übrig ließ. Mittlerweile ist er ein angenehmer Zeitgenosse ...Seit einem Jahr keine Probleme mehr in der Schule und im Privatleben. Er hilft mit, räumt die Spülmaschine aus, bringt Müll runter, hilft mir (mit seinen Geschwistern) bei der Wäsche (bin alleinerziehend, da packt jeder mit an). Besser kann ich es mir nicht vorstellen.

      LG, Lena

      Summesumarum also ein ganz normaler 13 jähriger Junge der gerade mitten in der Pubertät steckt. Das wirst du noch haben bis er 16 ist (wenn nicht noch länger). Erinnert mich an meinen kleinen Bruder (14) der ist aber sowas von genau so :-), waren wir nicht alle so? Frag mal bei deiner Mama nach.

      29.03.17 - 12:46

      Hallo,

      ohje... schwierig, schwierig.

      Zuerst mal das, was mir positiv aufgefallen ist: Er zieht in der Schule mit, zeigt da durchaus Ehrgeiz und weiß wohl, daß er damit Weichen für die Zukunft stellt... also das würde ich mal wirklich sehr positiv und "gut" betrachten... da gibt es nämlich ganz andere Kandidaten, bei denen die Null-Bock-auf-alles-Phase auch in den schulischen Bereich mit eingreift.

      Manches Verhalten, das du hier beschreibst, zeigen sicherlich auch viele, viele andere Pupertierende... bloß keine Gefühle zeigen, habgierig, mir das Meiste, ... das alles passiert in diesem Alter bei ziemlich, ziemlich vielen Jungs. Ok bei vielen vlt. erst mit 15, er ist mit seinen 13 Jahren da vlt. etwas früher dran.

      Diese Trennung im Kleinkindalter, kein Kontakt zur leiblichen Mutter, das trägt natürlich ein Stück weit dazu bei - leider.

      Vielleicht hat er das für sich richtige Hobby einfach noch nicht gefunden, ich denke, irgendetwas soll oder wird es doch geben, was ihn interessiert... auch wenn es in seiner momentanen Stimmungslage wahrscheinlich wirklich schwierig sein wird, das zu finden, bzw. er wird es wohl nicht wirklich eingestehen.

      Wenn der das GEschirr lieblos abwäscht... darüber solltest du einfach hinwegsehen, das geht natürlich nicht so einfach, wenn die Teller dann zu Bruch gehen.

      Ich kann deine Enttäuschung absolut verstehen, bzw. daß du ihm einfach nicht mehr vertrauen kannst.

      Ich sag es mal so: Ein Kind braucht seine Familie und deren Rückhalt und Liebe dann am meisten, wenn es diese(n) am allerwenigsten verdient. Das ist ein schwerer Weg, aber es ist zu schaffen.

      Dass du nicht die leibliche Mutter bist, kann m. M. nach sowohl Segen als Fluch sein. Ich denke, beim leiblichen Kind würde all das, was du momentan mit dem Sohn durchmachst noch ein Stück weit mehr schmerzen, vlt. würdest du dich fragen: Warum ist der so, was ist bloß schief gelaufen... Ich denke, die Emotionen wären bei einem leiblichen Kind evtl. noch stärker, egal ob positiv oder negativ.

      LG und viel Kraft

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