Erziehung

17.03.17 - 14:26

Bin ich konsequent oder eine furchtbare Rabenmutter

Hallo Forum

ich schreibe hier, weil ich gerne mal eine außenstehende Sicht auf die Sachlage hätte. Ich höre mir jede Meinung an. Zwar glaube ich alles richtig zu machen, aber vielleicht bin ich ja auf dem komplett falschen Dampfer und jemand öffnet mir die Augen.

Aaaaaalso:

Sohn (20Monate) hat vor 2 1/2 Wochen einen kleinen Bruder bekommen. Er ist nicht eifersüchtig und ich finde auch dass wir uns dennoch viel gemeinsame Zeit für den Großen nehmen, da das Baby eh noch sehr viel schläft. Klar, wenn ich gerade stille muss er warten, was aber eigentlich kein Problem ist.
So. EIGENTLICH haben wir ein super liebes Kind, das auch wirklich gut hört - das hat allerdings auch schon viel Nerven gekostet. Als er vielleicht 13/14 Monate alt war ging es mit dem Grenzen testen los. Wir haben einiges versucht bis wir dann zu einem guten Mittel gefunden haben mit dem wir Erfolg hatten und das wir auch mit unserem Gewissen vereinbaren konnten.

Wie gesagt, bis auf dieses ab und zu mal testen ist er wirklich ein Engel.

Jetzt ist es seit ein paar Tagen so, dass er es wirklich wirklich wissen will. Unsere Methode funktioniert bei der Art die er testet nicht, also nenne ich ihm die Konsequenz seines Verhaltens.
Beispiel von heute:
Wir sind im Kindertreffen - er will weder Jacke noch Schuhe anziehen. Ich sage ein, zwei mal "Setz dich hier hin damit ich dir die Schuhe anziehen kann, wir gehen." Er spielt und rennt weg. In Ordnung. Dann sage ich "setz dich jetzt hin oder wir gehen ohne Dich, dann bleibst du hier". Er willigt ein, rennt aber wieder weg als ich auf ihn zu gehe. Er hat wirklich mit mir gespielt. Ich sage nochmal "Setz dich jetzt hier hin oder wir gehen ohne Dich" - wieder das gleiche Spiel. Dann habe ich mich angezogen und das Baby fertig gemacht und wäre vor zur Tür (da ist ein Stück) und hätte ihn wirklich stehen lassen....wenn nicht eine eifrige Mutter dazwischen wäre und ihm dann die Schuhe angezogen hätte.

Ganz ehrlich, ich war so perplex dass ich in dem Moment nicht wusste was ich sagen sollte. Ich denke halt immer (auch wenn wir bei der Oma sind) die können mir es nicht versauen weil zu Hause ja unsere Regeln herrschen. Sprich, ich bin nicht mega böse wenn eine Oma oder ein Außenstehender meint er müsse nachgeben.
Die anwesenden Mütter waren offensichtlich irritiert von mir, irgendwie reden die mit ihren Kindern anders als ich - aber so ein Diskussionsfreund bin ich einfach nicht. Vor allem nicht bei so einem Thema. Die Jacke wird angezogen und Punkt.

So. Das Kind war also angezogen und wir sind weiter zur Oma. Dort wollte er eine Orange haben. Oma schält sie ihm, er isst etwas davon, springt dann wieder herum. Dann wollte ich mal schauen ob die vielleicht bitter sind, weil er die eine angeekelt rausgespuckt hat (es war tatsächlich eine bittere Stelle dabei). Dann standen die Orangen also bei mir und er wollte auf meinen Schoß. Durfte er natürlich. Dann auf den Tisch. Ich sage "Geh runter vom TIsch. Entweder Du bleibst auf meinem Schoß oder es gibt jetzt keine Orangen mehr. Das habe ich 3 mal gesagt, beim 4. mal musste er runter.

Ich finde in dem Alter muss es nicht beim 1. mal funktionieren und 3 Chancen sind okay. Was dann los war..... meine Herren. Das Kind hat gebrüllt als hätte ich ihn verdroschen. Er war total hysterisch, rannte durch die Wohnung und schrie "essen, essen", aber ich blieb hart. Wir sind dann gegangen - was aber eh der Plan war. Dann rannte er ins Wohnzimmer und brachte der Oma eine neue Orange, schrie wieder "essen!"

Ich brachte ihn ins Auto. Dort beruhigte er sich auch, aber auf der Heimfahr hatte ich wirklich Zweifel. Die Oma schaute mich an... die Mütter schüttelten (innerlich) den Kopf...

Bin ich zu hart?? Bin ich einfach konsequent?? Wie gesagt...ich finde ich mache es richtig.

Ich bin gespannt auf eure Meinungen.

39 direkte Antwort(en) auf den ausgewählten Beitrag:

17.03.17 - 14:40

Der Kleine ist nicht einmal zwei Jahre alt.

Er hatte Spaß, natürlich möchte er dann nicht nach Hause, sondern weiter spielen. Ihn dann alleine zurücklassen ist nicht konsequent, sondern gemein. Kein Kind (und schon gar nicht in dem Alter) sollte in der Angst leben müssen, dass Mama es irgendwo zurücklässt.

Mach dich und das Baby fertig und dann nimmst du ihn und ziehst ihn an. Wenn meine Kinder mal keine Jacke oder Mütze oder beides anziehen wollten, dann habe ich sie gelassen. Wenn es wirklich kalt und / oder nass war, dann haben sie freiwillig nach der Jacke verlangt und wenn nicht, dann brauchten sie in diesem Moment wohl auch keine.

Zu den Orangen. Kind vom Tisch nehmen, ordentlich hinsetzen und gut ist.

lg

17.03.17 - 14:41

Also ich finde, du machst das genau richtig! Lass dich nicht verunsichern!

17.03.17 - 14:47

Hallo,

du weißt schon wieder KLEIN dein Sohn ist?

Weg laufende Kinder beim Thema Schuhe anziehen sind völlig normal. Für deine Methode finde ich deinen Sohn mindestens 1 Jahr zu jung. Kind schnappen und Schuhe anziehen habe ich in dem Alter gemacht.

Kind klettert auf den Tisch ist auch normal. Dann ist das Kind groß und kann viel mehr sehen. Außerdem macht klettern Spaß!
Kind runter setzen und einen kurzen Satz dazu was es anstelle machen soll.

Ich kenne kein Kind das eine Orange in dem Alter essen möchte und es dann auch macht. Die meisten stören sich an der Konsistenz und oder am Geschmack.

Deine Sätze sind zu lang.

Gruß Sol

17.03.17 - 14:48

meine tochter ist 17 Monate.

das austesten hat auch so mit 12 Monaten angefangen und ich gehe ähnlich vor wie du:
ich waren 1,2 mal, vllt auch dreimal und dann gibt es die angekündigte Konsequenz. lieblingsszene: sie hat ein kleines tamporin, spielt auch gerne damit, stellt sich aber auch gerne rein und läuft dann damit (also an einem fuß). ich sage mehrmals "nimm den fuß raus, oder es ist weg, du machst es so kaputt". wenn sie nicht hört, kommt es weg ---> Geschrei wie sonst was.
aber ich finde, nur so lernen sie es.

wir haben gerade die Phase, wo viel durch die gegend geschmissen wird. inzwischen wird immer noch geschmissen, aber auf Aufforderung auch wieder aufgehoben (kleiner Teilerfolg).
ja, manchmal kommt man sich echt schlecht vor, vor allem wenn dann aussenstehende (auch omas) daneben stehen und mit ihrem blick sagen "das arme Kind", aber hey, ich muss mit dem armen Kind zusammen leben und nicht die.

wenn sie es bei ihren eigenen kindern anders machen und es funktioniert, schön für sie, ich finde jeder muss seinen weg finden.
es gibt dinge, da bin ich streng, andere nehme ich lockerer, ich denke die Mischung macht es.
wir erwarten im August unser zweites, mausi ist dann 21 Monate. ich bin gespannt was dann auf uns zukommt ;-)

17.03.17 - 15:04

Moin,

du bist nicht konsequent du lässt dir auf der Nase herumtanzen und machst ihm dafür unnötig Stress.

Konsequent sein heißt in dem Alter einfach einfangen, Schuhe anziehen, meckern ignorieren, freundlich bleiben und gehen. Das Verständnis dafür dass auf Handeln Konsequenzen folgen entwickelt sich so ab 3! Du machst Dinge zu einem Kampf den du nicht gewinnen kannst weil das in dem Alter nicht gut funktioniert.

17.03.17 - 16:21

Hallo,

wärst Du tatsächlich mit dem Baby gegangen und hättest ihn stehen lassen? Wäret Ihr ohne ihn zur Oma gefahren? Und wie wäre es dann weiter gegangen?

Ich halte es für völlig unsinnig, Kinder mit "Konsequenzen" zu drohen, die man nicht wirklich durchziehen kann.
An Deiner Stelle hätte ich gar nicht lang herumdiskutiert; er ist erst 20 Monate alt - ich hätte ihn mir geschnappt und selber angezogen.

Bei der Oma hätte ich ihn vom Tisch geholt, auf meinen Schoß oder neben mich gesetzt und ihn weiter essen lassen.

Regeln und Konsequenzen sind sinnvoll - aber bei einem so kleinen Kind würde ich nicht alles x-mal wiederholen, sondern einfach selber handeln. Daraus lernt er auch genug.

LG

17.03.17 - 16:51

hi,

ich hatte mal eine freundin, die stur nach dem buch "jedes kind kann regeln lernen" erzogen hat.
ein beispiel: unsere kinder waren damals knapp 2 und saßen im buggy, wir waren spazieren. ihr sohn warf ein brötchen aus dem buggy, die mutter hob es auf und sagte zu ihm "wenn du das noch einmal wirfst, landet es in der tüte". er warf das brötchen wieder weg und sie packte es in die brötchentüte. soweit, so gut. aber sie blieb den rest des weges stur und ignorierte das gebrüll des nachwuchses--und wir hatten noch eine stunde vor uns #schock
das brötchen weg zu packen ist ja noch o.k. dann hätte ich auch 2-3 min. wutgebrüll ertragen, aber dann hätte ich ihm als "letzte chance" das brötchen zurück gegeben.
meiner erfahrung nach 3 sehr willensstarken kindern: die nehmen die chance auch an!
so krabbelgruppen situationen hatten wir auch schon, wo ich mit dem baby dann gegangen bin, allerdings habe ich dann ein stück weiter gewartet und ihm gesagt, dass er jetzt hinne machen soll. auch die konsequenz "wir gehen sonst nie wieder hier hin" hat gewirkt.
aber jeder erzieht anders und kein weg ist wie der andere und kein kind ist wie das andere. über den anderen müttern kannst du einfach stehen, die gucken oft blöd (oder man meint es, weil man eh gestresst ist).

andere mütter hatten auch immer angst um meine kinder auf spielplätzen #augen haben sich demonstrativ an die rutsche gestellt, damit meine motorisch sehr fitten kinder nicht runterfallen--natürlich nicht ohne mich mit tadelndem blick zu strafen #schwitz

lg

17.03.17 - 17:34

Dein Sohn ist noch nicht eifersüchtig, NOCH nicht. Wenn er aber Angst haben muss, dass Du mit seinem Geschwisterchen gehst und ihn zurück lässt, dauert es bestimmt nicht mehr lange.
Konsequenz ist gut und wichtig, es müssen aber die richtigen, logischen sein.
Schuhe und Jacke nicht anziehen? Dann geht er eben ohne! Kind an die Hand und los gehts. Was glaubst Du wie schnell er sich anziehen lässt, wenn ihm kalt wird und er lernt: Mama hat recht, ich hör wohl besser und konsequent ist sie auch.
Warum musste er auf dem Schoß sitzen bleiben? Er wollte auf den Tisch klettern um was zu tun? Nur um des Kletterns willen oder waren da die Orangenstücke?

Bei uns wurde auch nicht auf den Tisch geklettert, aber Obst essen durfte/darf sie zu fast jeder Zeit. Stück Orange in die Hand und fertig. Will er nur klettern, ein kurzes NEIN und runter heben (von Schoß und Tisch), Ablenken, Alternative anbieten.

Was ich auch immer ganz wichtig fand und finde, Aufbruch rechtzeitig mit genügend Vorlauf ankündigen, mehrmals.
Du erwartest von einem nicht mal 2jährigen Dinge, die er noch nicht versteht und deshalb auch nicht umsetzen kann.

17.03.17 - 18:01

Man sagt 1mal....2tes Mal was, dann wortlos handeln. NUR Diskutieren fordern Kinder nur stärker raus , weil sie wissen, dass außer #bla nichts ernsthaftes kommt. Das sogenannte Grenzen testen. Das mit "Pseudoallein" zurücklassen, um ihn einzuschüchtern kann ich schon verstehen, aber dass nimmt ihn in diesem Alter, aus Angst die Sicherheit und Vertrauensbruch zu Dir, vorallem in einer fremden Umgebung. Das ignorieren und wortlos stehen lassen ist eine Strategie im Pubertätsalter ab 9 Jahre für Zuhause im gewohnten Umfeld.

17.03.17 - 19:14

Huhu!

Ganz sicher bist du keine Rabenmutter. Allein die Tatsache, dass du dich und dein Handeln auch mal hinterfragst macht dich zu einer empathischen Mama.
Zu der Drohung wurde schon viel gesagt. Ich glaube du weißt selbst, wie das ankommt.
Bedenke auch, dass das neue Baby deinen Jungen ein bisschen in eine neue Situation bringt. Frische neue "groß Brüder" sind manchmal durcheinander und unberechenbar. ;) Schön wäre es, wenn du ihm liebevoll begegnest. Anstatt dem "Zieh dich bitte an sonst gehen wir allein" könntest du probieren zu sagen:"Julian, ich will dass du dich jetzt wirklich anziehst. Wir wollen nach Hause fahren."
Es ist immer wichtig, Augenkontakt zu haben! Und das "Ich will" ist wichtig.
Ich glaube die Situation bei der Oma ist einfach auch typisch für dies Alter... nicht überbewerten und versuchen, gelassen zu bleiben. Auf den Tisch klettern geht nicht. Hier wäre auch wichtig, ICH-Botschaften zu formulieren:"Julian, ich will nicht, dass du auf den Tisch kletterst! Schluss damit." Wütend darf er ja werden. Du kannst ihm dann abieten ihn zu trösten und dass er gern weiter seine Orange essen darf, wenn er aufhört, auf den Tisch zu krabbeln. Manchmal dauert es, bis die Wutzwerge darauf eingehen... ;)
Es kommt ganz anders an bei Kindern wenn sie wissen, dass DU als Mama einfach kein Tischklettern duldest.
Ich glaub, du machst das ganz gut so und solltest höchstens an der Formulierung an sich arbeiten. :)

Alles Liebe!

17.03.17 - 19:57

In dem Alter half bei meinem Kind vor allem
- KURZE klare Sätze
- HANDELN

konsequent (beständig, verlässlich) vom Tisch nehmen / den Ansatz es zu tun abhalten
"runter vom Tisch"

Erklärungen durchaus schon. aber in Momenten, wo mir mein Kind zuhört. Augenkontakt, Blickkontakt.
So lange mein Kind woanders hingeschaut hat oder abgelenkt war oder was anderes machen wollte als ich, halfen Erklärungen NULL.

Voraus gehen: ab Kindergartenalter / knapp vorher. Als sich mein Kind verlässlich!! selbst anziehen konnte, kam dann ein "ich geh schon mal vor" und ich warte draußen.

Konsequenzen habe ich mir a) in Ruhe überlegt
und b) geschaut, was mir die wichtigsten Punkte sind. "absolutes No Go"
c) womit ich mir mein Leben erleichtern kann. Das wichtigste absichern, sofern machbar. um für die wirklich wichtigen Sachen mehr Nerven zu haben.

Konsequenz heißt für mich VERLÄSSLICH handeln.
Also gleiche Situation (Kind) gleiche Handlung (ich).

bis ca. 3 Jahre, waren für mein Kind diese Wiederholungen wichtig. Mama hält ihre Versprechen. Die schönen, wie die nicht so schönen.

Habe übrigens mal gelesen zum Thema austesten:
1 mal - oh
2 mal - Zufall
3 mal - könnte Zufall sein
10 mal - könnte immer noch Zufall sein
100 mal - scheint eine Regel zu geben
1000 mal - scheint wohl wirklich eine Regel zu sein
2000 mal - Mama reagiert immer noch. Scheint also wirklich so zu gelten.

konsequenz heißt also nicht unbedingt was ankündigen und dann einhalten
sondern verlässlich auch beim 100. oder 2000. mal verlässlich zu reagieren. Routiniert, einschätzbar. ;-)

manche Sachen brauchen 1-2 mal. andere öfter. keine Ahnung, wie oft ich mein Kind wo runter gehoben habe, wo hochklettern verboten war.
je ruhiger ich geblieben bin, desto mehr hat es gefruchtet.

oft habe ich nur noch in die Augen geschaut und den Kopf geschüttelt oder gesagt "raufklettern verboten". Dann war das für ein paar Tage wieder ok.

Sobald jemand erklärt hat oder immer wieder gesagt hat, wieso weshalb klettern verboten ist und überhaupt und noch 3 Chancen .... dann versuchte es mein Kind erst recht und noch mehr. Bekam ja die volle Aufmerksamkeit.
Bei diesen Personen fragte mein Kind dann mit ca. 4 Jahren: ist das wirklich die letzte Chance? oder zählte einfach mit: "4, 5, 6 ... was passiert wenn ich es wieder mache?"

Erklärungen gibt es bei uns schon auch. Nur eben in ruhigen Minuten. Wenn die Situation vorbei ist. Mein Kind aufnahmefähig ist. Erkennbar an Blickkontakt und/oder Fragen zur Situation.

17.03.17 - 22:14

Hallo,

Glückwunsch! Du machst es richtig! Mit den Ängsten eines Kindes spielen - "Wir gehen dann ohne dich"! Kompliment! Ich möchte mal sehen, wie es für Dich wäre, wenn Deine Familie Dich dermaßen erpressen würde. Deine Methode ist einfach gesagt einfach nur Scheiße...tut mir leid, aber höflich kann ich es nicht sagen.

Dein Kind ist zwei Jahre. Und? Du kannst Dein Programm mit Gewalt durchziehen und dann dem Triumph haben, Du hättest gesiegt. Oder Du ziehst ihm die Schuhe an. Oder Ihr macht ein Wettanziehen. Oder Dein Sohn "muss" Dich mal anziehen - Rollentausch ist sehr witzig.

LG
Enne

18.03.17 - 10:30

Hallo,

ganz ehrlich, du diskutierst mit einem noch nicht mal 2-jährigen viel zu viel bzw schwallst ihn ja richtig zu.
Unser Zwerg ist 18 Monate alt. Er trägt zuhause nie Schuhe. Er geht für sein Leben gerne raus und verbindet Schuhe+Jacke anziehen damit. Ich brauche nur zu sagen "M...., bitte Schuhe anziehen", schon saust er los, setzt sich auf die Treppe und reicht mir die Schuhe und macht sie auch schon selbst zu (Klettis). Dasselbe Spiel mit der Jacke. Ich erkläre auch mit kurzen, einfachen Sätzen, was ich mache.
Zu diesem Ergebnis kam ich (bei beiden Kindern!) nur, indem ich sie auch einige Mal einfing, festhielt und anzog bzw ich mich zuerst anzog.
Mein Mann pflegen den bedürfnis-orientierten Erziehungsstil, aber es gibt Dinge, die diskutieren wir nicht.
Drei Chancen gab und gibt es bei uns nicht. Das ist uns zu viel. Du schreibst, du bist kein Diskussionsfreund...mir erscheint es schon so. Denn sonst hättest du dir dein Kind geschnappt und es angezogen.

Und ganz ehrlich, ich finde deine Konsequenz "...oder wir gehen ohne dich" echt daneben. Sowas sagt man nicht!

Hast du ihn beim Kindertreff aus seinem Spiel herausgerissen? Wenn ja, verstehe ich dass er bockig war.

Außerdem ist der kleine Kerl sicherlich noch völlig durch den Wind, weil er vor kurzem ja "entthront" wurde....das blüht unserem Zwerg im Juli mit 23 Monaten auch. Unser Großer ist mit seinen fast 8 Jahren da schon total erfahren :-).
Bekommt dein großes, aber dennoch noch kleines Kind genügend positive Aufmerksamkeit von dir? Schimpfen ist (so absurd es klingen mag) auch eine Form von Aufmerksamkeit und diese wollen/brauchen unsere Kinder.

LG,
incredible mit ihren Prinzen (3/2009 und 8/2015) und Babyboy 22. SSW (21+0)

18.03.17 - 16:00

Konsequent waere, wenn er dann auf Socken und ohne Jacke mit muesste, oder du sagst, dass ich nicht mehr zum Kindertreff geht, wenn er nicht hoert.

Aber Kindern anzudrohen, ohne sie zu gehen finde ich schrecklich.

Grade wo das Baby neu da ist, vermittelst du ihm doch nur 'dich will ich nicht mehr, ich hab jetzt ein neues'

Warum muessen Kinder immer folgsame Engel sein?

18.03.17 - 17:44

So streng bin ich mit meiner 3 jährigen auch manchmal. Ich sage etwas einmal, zweimal, dreimal und dann wird die Konsequenz durchgezogen.

Aber ich finde mit einem oder mit 2 Jahren sind Kinder noch zu klein um die Konsequenzen ihres Handelns abzuschätzen.
In dem Alter hatte ich auch mal eine Schuh Anzieh Situation. Weil ich wirklich los wollte, habe ich meine Tochter einfach unter Protest rausgetragen. Sie wollte unbedingt weiter spielen und alles Reden hätte nichts genutzt ;)

18.03.17 - 22:35

Hallo,

die Sache mit den Orangen hätte ich genauso gemacht.

Beim Anziehen im Kindergarten hätte ich mir unsere Kinder in dem Alter geschnappt und sie angezogen, ob sie gewollt hätten oder nicht. Damit macht man auch seinen Standpunkt klar. ;-)
Das, was Du gemacht hast, haben wir ab ca. 3 oder 3,5 Jahren gemacht. Mit 20 Monaten finde ich das noch schwierig, weil im Kindergarten viel Ablenkung ist, und so kleine Kinder sehr im hier und jetzt leben. Denen ist erstmal egal, dass Mama geht, und sie überblicken nicht, dass es irgendwann blöd ist, wenn sie ganz alleine im Kindergarten sitzen.

Man muss aber sagen, dass heutzutage eine Menge Eltern, auch bei älteren Kindern (also 3 oder 4-jährigen), ständig nachgeben, damit es kein Geschrei gibt. Die gucken Dich bei älteren Kindern auch an, als wärst Du eine Rabenmutter, wenn Du Konsequenzen ziehst. #augen
Es gibt tatsächlich pflegeleichte Kinder, wo das nichts ausmacht, und die Eltern von denen meinen immer, das sei bei jedem Kind so. Aber bei willenstarken Kindern hat man irgendwann ein Kind, das seine gesamte Umgebung tyrannisiert, wenn man sich nicht durchsetzt.

Auch der Rest der Welt, sprich' kinderlose Menschen oder Rentner, meint häufig, man dürfe sein Kind nur ansäuseln, wenn es sich daneben benimmt. Auf der anderen Seite beschweren sie sich dann, wenn so ein stets nur besäuseltes Kind sich unmöglich benimmt. #klatsch

Mit 20 Monaten sind die meisten Kinder auch noch nicht auf Konfrontation aus. Die meisten Kinder fangen erst richtig an zu bocken, wenn sie 2,5 oder 3 Jahre aufwärts sind.
Dein Sohn ist offenbar so ähnlich wie unsere Tochter. Die wusste schon immer was sie wollte und ließ sich schon als Baby nicht von ihrem Ziel ablenken.
Wir mussten auch schon früh konsequent sein - und wurde von anderen Leuten komisch angeguckt, weil wir mit dem armen, kleinen Mäuschen so streng waren. #augen
(Unser Sohn war übrigens ein süßer, kleiner Sonnenschein bis er über 3 Jahre alt war. Da waren wir vorher nicht so streng, weil es nicht nötig war.)

Ich finde, Du machst das grundlegend schon richtig. Man muss seine Erziehung dem Kind anpassen und nicht den Erwartungen irgendwelcher Leute.

Aber weißt Du was? Die pflegeleichten Kinder lassen sich im Grundschulalter von Gleichaltrigen viel leichter zu irgendwelchen, u.U. zweifelhaften, Dingen überreden. Unser Tochter (mittlerweile 9) ist egal, ob andere Mädchen bestimmte Klamotten tragen. Sie trägt nur, was ihr gefällt, ob das bei den anderen ankommt, oder nicht. Unser Tochter ist auch egal, ob andere Kinder Mist bauen. Sie macht nicht mit, und wenn die anderen sie dann für uncool halten, ist das deren Problem. Sie hat sich auch für das Gymnasium entschieden, was ihr am besten gefiel, obwohl alle ihre Freundinnen und Klassenkameradinnen anderswo hin gehen. (Wir hatten ihr freie Wahl zwischen zwei Gymnasien gelassen. Zu dem anderen wäre sie nicht alleine gegangen.)
Ein willensstarkes Kind zu haben, hat also definitiv nicht nur Nachteile.

LG

Heike

19.03.17 - 08:39

Hallo,

ich denk mal, DU bist einfach 2 1/2 Wochen nach der Geburt noch nicht fit genug, um deinen Großen körperlich in Schach zu halten.

Warum gehst du schon ins Kindertreffen? Nach so kurzer Zeit wär ich da noch nicht wieder aufgetaucht, ausser es geht mir super.

Ich denke auch, du verlangst schon etwas zu viel von deinem Sohn - im Spieltreff wars grad lustig rumzurennen, da einen Endpunkt zu finden, ist halt schwierig in dem Alter. Meinen Jüngsten hab ich schon mal ohne Jacke mitgenommen, weil er sie nicht anziehen wollte - er hats überlebt ;-) trotz 5minütigem Fussmarsch.

LG Claudia

19.03.17 - 18:42

Ich verstehe das Problem nicht, das du mit der anderen Mutter hattest. Ist doch toll, wenn sie dir hilft und dem Kleinen die Schuhe anzieht (und ich hätte das wahrscheinlich auch gemacht, wenn einer anderen Mutter mit Baby das Kleinkind wegrennt), damit hattest du doch ein Kind mit Schuhen an den Füßen und das was du wolltest. Dass es kalt ist, hätte er draußen schon gemerkt, und sich die Jacke wahrscheinlich anziehen lassen, und wenn nicht, wäre er vermutlich auch nicht erfroren.

Warum durfte er denn nicht auf dem Tisch sitzen? Ich weiß, dass es Tische gibt, bei denen das nicht geht, aber es war doch Omas Tisch, und wenn die nichts dagegen hatte...

Ich versteh nicht, warum man sich bei so kleinen Kindern auf so viele Machtkämpfe einlässt. Das ist ein Kleinkind von gerade mal 20 Monaten und der Tesxt liest sich so lieblos und nur aufs Funktionieren bedacht...

19.03.17 - 20:31

Hallo,

Ich habe nicht alles gelesen, also verzeih wenn ich etwas wiederhole.

Du hast da ein 20 monate altes kleinkind dessen leben bisher darin bestand der augenstern seiner eltern zu sein. Nun kam da noch ein kleiner mensch- eine riesen veränderung. Auch wenn das verhalten sich für dich nicht als eifersucht definieren lässt, so ist es doch kooperation. Kinder, deren sprache noch sehr rar ist und noch unfähiger sind Befindlichkeiten und gefühle aus zu drücken, kooperieren auf eine sehr eigensinnige, kindliche aber alters entsprechende art und weise. Fühlen sie sich zum beispiel ungerecht behandelt werden sie unseren wünschen eher nicht Folge leisten als diese die sich gerecht behandelt fühlen.

Außerdem ist auch ein warten müssen (was natürlich verständlich ist) eine Abweisung. Und als ablehnung kommt dies auch an - weniger wichtig sein (als das geschwisterkind). Sie wehren sich dann häufiger gegen uns, wollen nicht wie wir (denn wir wollen/können nicht mehr wie sie wollen), sind schneller frustriert und weinen lauter, länger und schneller.

Mein rat, nachdem ich all das selbst erlebt habe - setze urängste nie zur Erpressung ein. Stell dir mal vor wie es für dich wäre wenn dein partner etwas erwartet was du nicht willst und er dir mit verlassen droht. Geliebt? Angenommen und verstanden? Es würde wohl eher vertrauen zerstören, an deiner beziehung und seiner Liebe zweifeln lassen, oder?

Dann diese willkürlichen regeln/grenzen.. wieso kann man ohne schuhe nicht raus? Wovor hast du angst? Er wird die erfahrung machen wenn du ihm schuhe und jacke räts weil es kalt ist, und er es fühlen und erleben kann. Außerdem musst du dich dem kampf nicht hingeben. Dein kind kann nur verlieren. Ihm bleibt nur, dass zutun was du willst, auch wenn du es nicht nach dem ersten mal sagen voraussetzt. Er hat keine wahl, und das beim schuhe anziehen? Ist doch echt pillepalle und unnötig!

Auch die sache mit dem tisch und essen.. er muss wie du willst sonst setzt du deine elterliche macht ein. Was lernt er daraus? Seine wünsche zurück stellen, ja und amen sagen und machen was andere (und andere sind viele) von ihm erwarten, weil er sonst ablehnung und das gefühl von ungeliebt sein, als antwort erhält. Warum er das nicht darf, oder welche alternativen es gäbe, die möglichkeiten deine wünsche und seine zu vereinen, sodass jeder gewinnt und keiner leidet.. das bleibt auf der strecke. Mein vorschlag wäre hier, warum ist es dir so wichtig und was ihm in diesem moment. Klar musst du nicht zulassen dass er auf dem tisch klettert (wobei mir da die frage kommt warum nicht, wo liegt der wichtige, ernste grund) aber du könntest ihm alternativen für nach dem essen zum klettern anbieten. Oder seinen frust für deine willkürliche entscheidung nichts mehr essen zu dürfen kompetent begleiten. Er darf es scheiße finden was du tust, es ist ja auch scheiße. Und für ein kind in dem alter unverständlich. Kompromisse gibt es für alles, sie sind so wertvoll und wie toll sind kompromissbereite menschen? Sei ein vorbild, und er wird dir selbst bald kompromisse unterbreiten die dich zum schmelzen bringen.
Stelle deine neins mal ernsthaft in frage, und wie deine Botschaften bei deinem kind ankommen. Wie wichtig dir blinder gehorsam ODER kooperation ist. Wie wichtig dir ist, dass er sich geliebt und angenommen fühlt, für ein starkes ubd langlebiges selbstbewusstsein.

Dein kind braucht gerade, nachdem ihm sein status abgenommen wurde, keine willkür, strafe und sinnlose, nichts lehrende regeln.. es braucht liebe ubd die sicherheit dass du ihn noch so liebst wie vor der geburt. Strafe, machtmissbrauch, verlassen werden, ignoranz und dergleichen kann sich nicht nach liebe anfühlen... aber daran orientieren sich kinder nun mal. Wenn er gefrustet ist, weil du eine andere entscheidung für ihn triffst, überrollen ihn einen haufen gefühle. Tröste ihn, verbalisiere sie, hilf ihm aus diesem fluss der emotionen raus zu finden - das hat mit nachgeben oder inkonsequents nichts am hut - es ist lediglich das gefühl auch frustriert richtig zu sein, ne hilfe selbst schneller seine gefühle benennennzu können und ein zeichen dass du seinen unmut annimmst und verstehst.

Ich bin mir sicher, du möchtest einen stabilen erwachsen aus ihm zaubern, alles wichtige mit auf dem weg geben, und handelst vll so wie selbst einst erlebt. Aber die fragen 'warum verhält er sich so? Was fehlt ihm? Wo liegt der Ursprung seines verhaltens?' Werden dir vll die Möglichkeit geben 'probleme' im kern zu erkennen und anzugehen, statt immer nur symptome einzelner probleme durch strafen und dergleichen (die keine positiven Spuren zurück lassen) zu betäuben.

Ich hoffe ich bin dir nicht zu nahe getretem und du denkst vll ein bisschen darüber nach, ob deine botschaften die du aussendest auch die sind die du deinem geliebten kind senden willst!

Eine schöne zeit

20.03.17 - 04:52

Hallo,

Genau das ist auch mein Weg! Und ganz ehrlich? Bis auf so wein paar Weichspühler Mütter sehen das alle ähnlich.

Ja der Große war schon ohne Schuhe und im Schlafanzug im Kindergarten. Und ja ich hab ihn auch schon mal am Spielplatz stehen lassen. Oder beim Krabbeln eben nicht mitmachen lassen können weil er sich nicht anziehen wollte.

Gut Thema Essen ist hier ehe heikel aber auch da wer nicht isst und rumrennt ist fertig. Obst steht hier aber zur freien verfügung also es darf sich immer was genommen werden.

Wo ich allerings auch durchaus andere Zurecht weise ist wenn sie sich einmischen. Wenn eben die Mutter dem Kind die Schuhe anziehen will bekommt sie ne Ansage.

Ja es muss bei so kleinen nicht sofort und immer ohne Blödsinn klappen. Aber irgendwann ist auch mal schluss.

Lustiger weise habe ich keine ewigen Diskusionen um bestimmte Sachen wie die Weichspühler Muttis. Gut Essen ist ne Endlosdiskusion. Liegt aber an seiner Zöliakie die er gerade anfängt zu begreifen das er eben nicht alles essen darf.

Jeder geht seinen Weg in Sachen erziehung.

20.03.17 - 05:49

Meine Tochter ist genauso alt wie dein Sohn. Ich finde, dass du zu sehr auf Konfrontation gehst. "Wenn ..., dann" oder "Mach..., sonst"-Konstruktionen sind nicht für eine liebevolle Kommunikation geeignet, sondern sorgen für einen Kampf. Du gegen ihn.

Stell dir einfach vor, dein Mann oder deine beste Freundin verwendet solche Sätze mit dir. Da fühlt man sich doch nicht wohl. "Wenn du mich betrügst, verlasse ich dich." "Wenn du mehr als 30 Minuten zu spät kommst, verbringe ich meine Zeit lieber ohne dich." Sowas zu hören ist nicht schön. Das kann absolut der Wahrheit entsprechen, aber indem man es ausspricht, sagt man dem anderen direkt: "Ich halte dich für einen Typ, der XY (zu spät kommen, betrügen) machen würde." Schöner wäre doch, wenn der andere dich für gut hält und automatisch davon ausgeht, dass du ihn nicht betrügen oder zu lange warten lassen wirst.

Bei Kindern können diese "schlechten" Dinge, die wir nicht wollen, natürlich trotzdem passieren. Sie kennen die Regeln des Zusammelebens nicht so gut und sind ich-bezogen und impulsiv. Trotzdem ist es für ihre Entwicklung total wichtig, wenn wir das Beste von ihnen denken. Und wenn sie etwas falsch machen, können wir es ihnen trotzdem zu ihren Gunsten auslegen. Sie haben es aus Versehen gemacht oder die Regel vergessen gehabt, aber wir wissen, dass sie sich beim nächsten Mal mehr bemühen. Wenn wir so von ihnen denken und mit ihnen reden, denken sie auch selbst so von sich. Würden wir ihnen hingegen mit unseren Worten immer suggerieren, wie schlecht sie sind, glauben sie uns wiederum das.

Ich habe auch keine Lust, ewig auf meine Tochter zu warten, die sich ebenfalls oft die Schuhe nicht anziehen lassen will. Ich drohe ihr aber nicht, dass ich sie alleine dort lasse, das ist doch Quatsch. Warum sollte ich eine Drohung aussprechen, die ich ohnehin nicht einhalten kann? Du willst mit dem natürlichen Golgetrieb deines Sohnes arbeiten und das ist auch total sinnvoll, das mache ich auch. Ich sage: "Komm, ich ziehe dir die Schuhe an." Dann warte ich solange, wie ich warten möchte, erinnere sie ggf. zwischendurch nochmal oder aber ich sage recht schnell, dass ich mich heute beeilen möchte. Wenn ich nicht mehr warten möchte, sage ich z.B.: "Ich gehe schon mal vor." und mache mich auf den Weg nach draußen.

Im Prinzip mache ich also genau das Gleiche wie du, aber ich rede dabei anders mit und über meine Tochter. Die Wertschätzung ist eine ganz andere. Ich bin fest davon überzeugt, dass das einen enormen Einfluss darauf hat, wie sich die beiden von hier an weiter entwickeln. Wenn sie dann kommt, eventuell sogar weinend, ziehe ich ihr freundlich die Schuhe an. Niemals würde ich dann sagen: "Siehst du, wärst du mal lieber gleich gekommen." oder dergleichen. Auf solche Schlussfolgerungen muss sie selber kommen, dafür gibt es keine Abkürzung.

Bei der Geschichte mit den Orangen verstehe ich dich leider so gar nicht. Ich finde das völlig normal, dass wir etwas von unseren Kindern wollen, sie selbst gerade nicht und wenn wir ihnen diese ursprünglich von uns gewollte Aktion dann verweigern, wollen sie das wiederum eindringlich. Bei euch war das das Orangenessen. Du wolltest, dass er sie isst, da wollte er aber lieber klettern, dann hast du ihn (nach diversen Ermahnungen) runter gesetzt und das Orangenessen verboten und da wollte er sie dringend essen. Ich verstehe nicht, warum er das dann nicht mehr durfte? Er hätte ruhig auf deinem Schoß gesessen, sich an den Kummer erinnert, den er gerade hatte, als er befürchtete, keine Orange mehr essen zu dürfen und hätte glücklich seine Orange gemümmelt, ohne sich für die nächste Zeit etwas zu erlauben, was ihm dieses Privileg wieder entzogen hätte. Das wäre doch genau das, was du gewollt hättest. Stattdessen hast du das Orangenessen komplett gestrichen, wie frustrierend. Ich vermute, du wolltest, dass er beim nächsten Mal noch davon weiß und dann gar nicht erst auf den Tisch klettert und gleich die Orangen isst. Ganz ehrlich, solche langfristigen über mehrere Tage angelegten Lernerfahrungen sind doch noch viel zu viel für dein Kind. Davon abgesehen, dass es dann so wenige Lernerfahrungen sammeln kann, wenn immer Tage dazwischen liegen. Da wäre mir die Gefahr viel zu groß, dass das Kind lernt "Ich bin einfach schlecht vom Charakter, ich schaffe es sowieso nie, mich so gut zu benehmen, dass ich bekomme, was ich möchte. Ich muss lieber versuchen, mir so viel wie möglich von allem zu nehmen, wenn alle abgelenkt sind. "

Was ich gemacht hätte: Klettert das Kind auf den Tisch, sage ich: "Nein, wir klettern nicht auf den Tisch" oder "Bleib bitte auf meinem Schoß sitzen" und setze das Kind wieder auf meinen Schoß. Hört es nicht auf, sage ich: "Da muss ich dich runter setzen, ich möchte nicht, dass du auf den Tisch kletterst." Möchte das Kind dann von unten eine Orange, sage ich: "Ich möchte, dass du beim Essen am Tisch sitzt." Wenn es dann wieder hoch möchte, darf es wieder hoch.

Wenn das Kind daraus ein Spiel machen würde (hat meine aber noch nie) und dann doch gleich wieder auf den Tisch klettern würde, würde ich sicher beim nächsten Mal sie etwas länger zappeln lassen, bevor ich sie wieder auf den Schoß nehmen würde. Aber bloß nicht so was sagen wie: "Nein, du kletterst nur wieder auf den Tisch" Ich würde eher sagen: "Ich möchte dich gerade nicht hochnehmen." und selber genüsslich zwei Orangenstücke verzehren. Danach bekäme sie eine neue Chance.

Du hast ja selbst geschrieben, dass Kinder mehrere Chancen verdienen. Ich finde nur deine Vorgehensweise nicht optimal. Du drohst mehrfach eine sehr heftige Konsequenz an und wenn dein Kind sich von seinem unerwünschten Verhalten nicht abbringen lässt, führst du diese durch, ohne weitere Chancen für das Kind.

Dein Kind muss also allein anhand deiner Worte ermessen können, dass du diese wahrmachen wirst (was ggf. nicht gerade erleichtert wird dadurch, dass du bei den ersten 3 Ankündigungen nichts machst) und muss daraufhin einschätzen können, wie es sich dann fühlen würde und was für ein Verhalten jetzt als Schlussfolgerung am wenigsten unangenehm wäre. Das kann ein 20 Monate altes Kind einfach nicht leisten.

Bei mir ist es eher so, dass ich bei unerwünschtem Verhalten an das richtige Verhalten erinnere und dann bei Nichtbefolgen sofort eine kleine Konsequenz folgt. Das Kind bekommt jedoch mehrere Chancen (ggf. mit unangenehmer werdender Konsequenz) und kann so immer direkt aus dem unangenehmen Gefühl heraus lernen, ob es sich gelohnt hat, die Regel zu ignorieren oder eher nicht. Dabei lege ich Wert darauf, meiner Tochter immer zu vermitteln, dass ich an ihren guten Charakter glaube und weiß, dass sie im Grunde die Regeln des Zusammelebens befolgen möchte. Nur manchmal geht eben der kleine Entdeckergeist mit ihr durch. Ich habe dafür immer Verständnis, was aber nicht heißt, dass ich es zulasse, wenn dabei meine eigenen Grenzen überschritten werden. Mein Verständnis äußert sich zum Beispiel darin, dass ich sie tröste, wenn sie gerade etwas erforschen wollte und ich es verhindert habe.

20.03.17 - 09:46

Hallo,
ich finde es super, dass du dein eigenes Handeln reflektierst. Das alleine ist der Beweis dafür, dass du keine Rabenmutter bist :)
Bei unserem ersten Kind wollte ich alles ganz richtig machen und habe genauso gehandelt wie du. Das tut mir inzwischen leid, denn ich habe mich damals nie gefragt, warum mein Sohn sich so verhält oder was sein Bedürfnis hinter seinem Handeln war.

Er musste also mit mir als Mutter die Erfahrung machen: Was ich will zählt weniger als das, was andere wollen. Es bringt nichts, meine Bedürfnisse / Gefühle auszuleben, denn sie sind nicht so wichtig.

Leider merkt man das immer noch, obwohl ich mich seit Jahren ganz anders verhalte. Ich muss ihn immer explizit fragen, was er will und wie es ihm geht. Er würde das nie alleine äußern, denn er verspricht sich keinen Erfolg davon.

Anders meine beiden jüngeren Kinder. Ich war älter, erfahrener, und gelassener als sie geboren wurden. Klar habe ich sie konsequent beschützt davor, sich und andere schwer zu verletzen oder zu töten oder unglaublich wertvolle Gegenstände zu zerstören, aber ansonsten habe ich sie ihre Erfahrungen machen lassen. Kein einziger Machtkampf. Ich sage ihnen meine persönlichen Grenzen und Bedürfnisse, sie sagen mir ihre. Als sie klein waren, haben wir Eltern dann einen Kompromiss gefunden, inzwischen können sie in vielen Bereichen mitreden, wie wir es machen.
Also zu deinen Beispielen:
Er will bleiben, du willst gehen, dem Baby ist es wurscht. Eure beiden Wünsche sind ja an sich gleich viel wert. Das nennt man die Gleichwürdigkeit von allen Menschen. Was steckt hinter euren beiden Wünschen für ein Bedürfnis? Ich rate jetzt mal, dass dein Sohn vielleicht gerne Spaß, Bewegung und Gesellschaft will und du frische Luft. Das muss ja jetzt nicht stimmen, reicht aber als Beispiel, ok?
Jetzt ist es an dir als Erwachsene Person, diese beiden Dinge unter einen Hut zu bringen. Also z.B., indem du ihn und ein anderes Kind fragst, ob ihr ein Känguruh-Wettrennen nach draußen macht, oder sie sich gegenseitig in Jacken und Schuhe helfen, oder sie als Spitzensportler erst mal ihre superturboschnellen Rennschuhe anziehen, um draußen auf der Rennbahn ein Wettrennen zu veranstalten, oder...
Genauso die Tischsituation: Du willst Verletzungen vermeiden und einen sauberen Tisch und vielleicht auch ein paar rudimentäre Tischmanieren, er will Klettern und Nervenkitzel und deine Aufmerksamkeit. Also zeige ihm, wo er klettern kann, schaue ihm dabei zu und lade ihn danach auf eine Stärkung an den Tisch ein.
Wenn du mehr zum Thema Gleichwürdigkeit lesen möchtest, empfehle ich dir diesen aktuellen Artikel aus der Zeit:
www.zeit.de/2010/09/Jesper-Juul/seite-2
Liebe Grüße
Sophie

20.03.17 - 10:01

Hallo,

wollte die Frau, die letztlich Deinem Sohn die Schuhe angezogen hat, Dir als ganz frischgebackener Mutter einfach helfen? Nur so eine Idee, ich war ja nicht dabei.

Als meine Tochter zwischen 2 und 3 Jahre alt war, ist sie immer vor mir weggelaufen, wenn ich sie morgens kämmen wollte. Ich bin mit der Bürste in der Hand quer durchs Haus immer hinter ihr her. Wir wissen bis heute nicht, wer von uns mehr Spaß dabei hatte, nur dass die Zöpfe, quasi im Rennen gebunden, oft schief waren. Heute ist sie 19 und geht nie ungekämmt aus dem Haus.

OK, die Jacke muss angezogen werden. Was passiert, wenn Du ihm sagst, dass es ohne Jacke zu kalt ist und er sie darum wenigstens mitnehmen soll? Tragen muss er sie, das nimmst Du ihm nicht ab. Was glaubst Du, wie schnell er draußen die Jacke anzieht, weil er sie nicht schleppen will und es außerdem doch ganz schön frisch ist? Freiwillig frieren wird er nicht!

Konsequenz muss sein, Strenge nicht. Und ohne Humor geht gar nichts.

LG, basta.pasta

20.03.17 - 10:42

Hallo,

zuerst mal: NEIN, Du bist keine Rabenmutter.

Ich selber gehöre auch nicht zum Stamm der Säuselmütter, die immer - aber auch wirklich immer - sanft und geduldig bleiben.
(Keine Ahnung, wie das geht. Wenn es irgendeinen Schonkaffee oder sowas gibt, dann bitte her damit).

Wobei ich aber bei manchen dieser sanften Mütter auch schon mitgekriegt habe, dass deren Kinder ihnen doch hier und da ganz schön auf der Nase herumtanzen.

Ich bin durchaus ruhig, versuche es stets im Guten - aber wenn es zu viel wird, kann ich auch mal schruppig werden....aber meine beiden sind auch älter und wenn die sich aufführen, sich dauernd wegen jedem Mist zanken oder wie neulich im Hotel beim Frühstück rumhampeln, klettern und hinter der Gardine mit Schokofingern Verstecken spielen wollen (der Junior), da bellt oder faucht Mama auch mal kurz oder ich schnapp mir meinen Ableger auch mal kurz und knackig und setze ihn wieder auf den Allerwertesten.
Da können manche dann meinetwegen auch den Kopf schütteln, aber der Kerl muss lernen, dass es Regeln gibt und dass man Rücksicht nimmt.

Aber: die beiden sind alt genug, um es zu kapieren.

Ich habe neulich meinen Sohn, als er im Affenzahn beim Drogeriemarkt raus in Richtung Straße rannte (mit regem Verkehr!!!) auch geistesgegenwärtig am Arm gepackt.
Er flog durch den Ruck ordentlich hin, das tat auch weh.
Ein paar Mütter bekamen das mit - eine "Säuselmutter" meinte gleich, wie kann ich das Kind so grob anpacken, ohgottogott! Eine andere stand mir zum Glück bei und meinte sehr trocken: "Dann fliegt er eben hin, brüllt sich aus und LERNT draus, als dass er unterm Auto liegt - tot oder querschnittsgelähmt!"

Und meine Tochter habe ich auch schon mal mit ihrer ewigen Trödelei morgens auflaufen lassen. Ich habe mir den Wolf geredet.....irgendwas ist immer.
Bis die mal ihre Schuhe anhatte, ihre Jacke,....dann steht sie im Zimmer, tüddelt wieder irgendwas, zieht noch die Puppe an.
(Und bevor hier alle scharf schießen: JA, wie stehen früh auf. JA, ihre Kleider liegen morgens schon parat. ...usw.)
Nur fällt meiner kleinen Madam auch dauernd noch was ein. Spängchen in die Haare machen, usw.

Alle zwei Wochen ist morgens im Kindergarten Sport, wo die halbe KiGa-Gruppe (ihre Hälfte) zu einer Sporthalle läuft. Abmarsch morgens um Punkt 8.

Und das hat sie durch ihre Trödelei eben dann mal verpasst.

(Und ich gemeine fiese Rabenmutter habe sie eben NICHT mit dem Auto zur Sporthalle gefahren, dort reingebracht, usw. Nein, ich habe sie im Kindergarten abgegeben und sie durfte mit dem anderen Teil der Gruppe eben dort bleiben.).

Klar, sie war sauer, sie war wütend. ABER: sie hat GELERNT, dass sie eben morgens einfach mehr in die Hufe kommen muss. Nicht die Puppe anziehen, nicht irgendwas rumfummeln oder spielen. Sondern frühstücken, dann Zähneputzen, zack-zack anziehen, Schuhe an, fertig.

Ja, das sind Momente, wo ich mich auch oft frage, "Bin ich zu hart?"
Aber sie müssen es ja auch lernen.

Dein Kleiner ist mit 20 Monaten fast noch zu klein, um die Ansagen klar zu erkennen.
Das Thema Schuhe anziehen, dass er wegrennt....das sieht er als Spiel.
Beim nächsten mal schnapp ihn Dir mit einem festen Griff, Latschen an, Jacke an und ab.
Das Baby ist ja im Maxi Cosi, das kann ja nicht davonlaufen. ;-)

Und mit der Orange - klar, ich hätte meinem Sohn das Gehampel und Geklettere untersagt.
Aber die Orange hätte er trotzdem essen dürfen.
Gegessen wird am Tisch, auf meinem Schoß. Hände sauber und dann kann er wieder wetzen.
Und beim nächsten Stückchen meinetwegen wieder. Herkommen - Platz nehmen - essen - Hände sauber - spielen.

Du machst es richtig.

Hier und da gibt es immer Ansätze, wie man es beim nächsten Mal besser machen kann.
Oder anders reagiert.

Aber: Du bist auch nur ein Mensch und kein Roboter und dass man (besonders in Deinem Fall als frischgebackene Mutter) für einen solchen Zirkus mit Orangen und dem Gehampel mal keinen Nerv hat, das ist einfach nur verständlich.

Liebe Grüße

20.03.17 - 13:09

Hallo,

dass mit der Orange hätte ich genauso gemacht. Mit dem evtl. alleine losgehen nicht. Ich hätte ihn angezogen, auch unter Geschrei und ihn dann mitgenommen.

Dieses "wir" gehen ohne dich finde ich nicht gut. Ich hätte es ihm zweimal gesagt und es dann selbst gemacht.

20.03.17 - 18:37

Du bist nicht konsequent ... eher inkonsequent. Du drohst ihm mit Dingen die Du doch nicht wirklich hättest durchziehen können ("Ich gehe ohne Dich") Du schreibst Du wärst tatsache ohne Kind wieder gegangen????
Zudem schreibst Du, nachdem du ihm gesagt hat das ihr ohne ihn geht er eingewillig hat ... Hat er eingewilligt dazubleiben oder hat er eingewilligt sich anzuziehen und mitzukommen? Das wird in Deinem Post nicht klar ...

Und dann? Anruf aus dem Kindertreff "Holen Sie bitte ihr Kind ab!" ... ?!?!?
Ich würde meinem Kind niemals eine Alternative anbieten die ich dann nicht einhalten kann.

Klar, manchmal bocken Kinder .. und gerade so ein kleines Kind, 20 Monate, er hat doch seine Stellung in der Familie noch gar nicht gefunden. Er fühlt sich in gewisser Weise bedroht durch das "neue" Kind ... Du kannst da nicht mit Erwachsenenlogik rangehen.

Dein Kind sieht die Dinge anders.

LG, Lena

20.03.17 - 20:46

Du bist genauso eine schlimme rabenmutter wie ich ???? Lass dich nicht beirren, es ist eben genauso wie du sagst und wir machen es nicht anders (Tochter 22 Monate und Tochter 5,5 Monate). Unsere große ist auffällig clever und versteht schon sehr früh sehr viel. Erziehung fängt nicht erst mit 3 oder 4 an. Konsequenz ist anstrengend und kräftezehrend aber es lohnt sich. Ich kann mit meiner Tochter in ein Restaurant gehen ohne dass sie sich daneben benimmt. Sie weiß schon was richtig und falsch ist und geht mit anderen Kindern sehr gut um. Lass dich nicht beirren, meine Eltern haben es damals genauso gemacht und ich bin froh darüber.

20.03.17 - 21:39

Hallo liebe TS,
du hast ja schon viel Resonanz bekommen und ich habe jetzt nicht alles gelesen, deshalb weiß ich nicht, ob was ähnliches schon kam: ich finde, du solltest dir für die Zukunft überlegen, welche Konsequenz du deinen Kindern androhst. Denn mal ehrlich, du wärst natürlich NICHT ohne ihn gegangen! Es sah zwar erstmal so aus, aber irgendwann merken die kleinen, dass es sich um leere Drohungen handelt und dann hast du verkackt #schock

Such dir lieber etwas aus, was du dann auch durchziehen wirst, deine Kinder nehmen dich dann auch ernst! Zwar ist dein Sohn jetzt noch zu klein und er hat evtl wirklich gedacht, du gehst jetzt (was ich übrigens auch sehr schade finde, das wurde ja schon gesagt, er soll sich ja nicht allein gelassen fühlen) aber bald wird er verstehen, wenn du nur bluffst....

Auf jeden Fall toitoitoi #huepf

21.03.17 - 13:34

Ich finde du machst es richtig, bis eben konsequent.

Ich mag diese Weichspülmuttis nicht, die sich immer und überall von ihren Kindern auf der Nase rumtanzen lassen. Auch für Zwerge kann und muss es Regeln geben.

Ich finde dieses "Kevin ich zähle bis drei, dann gehen wir nach Hause. 1, 2, 3. Ich sage es nur noch einmal 1,2,3. Ich zähle noch einmal 1,2,3.... Noch einmal 1,2,3...!" soooooooo nervig! Und irgendwie nimmt dieser Erziehungsstil überhand.

22.03.17 - 10:09

>>"Setz dich jetzt hier hin oder wir gehen ohne Dich"<<

Oh, wie ich diesen bescheuerten Satz hasse. Höre ihn auch im Kindergarten ständig. :-[

Konsequent wäre, sich dann ins Auto zu setzen und ohne Kind nach Hause zu fahren. Würdest du das tun? Nein?? Dann droh es nicht an.

Und ist dir eigentlich bewusst, was so ein Satz mit der Psyche deines Kindes macht?
"Wenn ich nicht spure, lässt Mama mich einfach allein". Wunderbare Message. Schürt die so ziemlich größte Urangst eines Kindes auf ganz einfache Weise.
(Zumindest so lange, bis das Kind irgendwann merkt, dass das nur leeres Gerede ist. Das ist dann der Zeitpunkt, an dem Mama ihre Glaubwürdigkeit verliert.)

22.03.17 - 23:01

Ich finde das du es richtig machst und konsequent bist . Ich sage immer ICH gehe jetzt . Mir ist es schnurz egal was andere denken oder sagen gerade bei meinen jüngeren habe ich schon komische Blicke bekommen mein Kind ist doch noch klein und kann das noch gar nicht verstehen #bla#bla

23.03.17 - 10:52

Hallo,

was mich an dem Post ein wenig gestört hat, war, wie du mit deinem Kind redest.

Dieser Befehlston gefällt mir persönlich z. B. nicht. Es fehlt mir in jedem deiner Sätze das Wort „Bitte“ („Setz dich bitte hin…“). Aber vielleicht hast du es ja auch nur beim Schreiben vergessen.

Ich bin auch kein „Diskussionsfreund“, jedoch muss (und will) ich das tun, weil es meine Tochter dann besser versteht, wenn sie weiß, warum wir etwas machen. Dieses „Ich bin die Mutter, du tust was ich sage“ finde ich nur in ganz seltenen Fällen berechtigt.

Meine Tochter ist auch in dieser typischen Trotzphase. Und da kann auch eine harmlose Situation ausarten und in hysterisches Geheule ausarten.
Konsequenz ist meiner Meinung nach wichtig. Und da darf dann auch mal geweint werden.

Jedoch versuche ich solche Situationen immer nicht eskalieren zu lassen. Thema „Anziehen“ ist in diesem Alter wohl das Problem vieler.

Wenn ich komme und sage „Komm, wir ziehen uns an, wir gehen“, dann wird darauf erstmal nicht gehört. Und dabei ist es egal, ob ich das nur einmal oder fünfmal sage.

Ich weiß das, deswegen versuche ich das bei meiner Tochter auf einem anderen Wege a la „Magst du der Mama die Schuhe anziehen? Und dann kannst du dir deine Schuhe anziehen? Schaffst du das schon?“ Das funktioniert bei ihr super und so eskaliert die Situation nicht. Es war auch für mich erstmal eine Überwindung, dass ich mich ein wenig „beuge“ und nicht das „Ich habe hier das Sagen“ raushängen lasse.

LG

23.03.17 - 20:57

Du hast jetzt viel Antworten bekommen und ich muss sagen, dass ich mich in den meisten nicht wieder finde. Ich glaube, ich habe da einfach ein grundsätzlich andere Haltung, Kindern und anderen Menschen gegenüber. Ich will meinem Kind wohlwollend begegnen, fair, respektvoll und empathisch und vor allem will ich ihm keine Verantwortung für Dinge aufgeben, die ich tragen sollte, andererseits aber die Selbstbestimmung meines Kindes nicht unterbinden. Letztendlich sehe ich mein Kind als einen gleichwertigen Menschen und will ihm Vorbild sein. Denn sowohl die Theorie als auch meine Erfahrung zeigt mir, dass mein Kind mir alles nachmachen wird. Wenn ich ihm also mit Respekt begegne, seine Wünsche und Bedürfnisse ernst nehme, aber auch meine Grenzen klar formuliere, dann kann mein Kind lernen, seine eigene Grenzen zu wahren und meine ebenfalls zu sehen und zu respektieren. Empathie ist hier immer wieder das Stichwort.

Ich habe ein paar Fragen / Anregungen, die mir immer wieder sehr weiterhelfen bzw in vergangener Zeit weitergeholfen haben:

Wieso denkst Du, konsequent sein zu müssen? Was bedeutet das für Dich?
Wie würdest Du reden oder handeln, wenn es nicht Dein Kind wär sondern eine gute Freundin oder Dein Partner, mit dem Du im Café bist und der dann noch nicht gehen will? Wäre dann eine "wenn-dann"- Drohung auch angebracht? Würdest Du auch einfach gehen und Deine Freundin / Deinen Partner zurücklassen?

Ähnlich ist es mit der Orange. Wo ist die Relation zwischen Orange essen und auf den Tisch klettern? Wieso drohst Du damit, dass dann nicht mehr gegessen werden darf wenn er etwas macht, was Du nicht willst? Würdest Du einer Freundin auch verbieten, ihren Kaffee zu trinken, wenn sie ihre Haare nicht zum Zopf bindet oder ihre Jacke vorher nicht ordentlich in der Garderobe aufgehängt hat? Siehst Du, wo ist die Relation? Und warum darf nicht auf den Tisch geklettert werden? Wird der dann schmutzig? Kannst Du den Tisch wieder sauber machen? Hast Du Angst, er könnte herunter fallen? Kannst Du ihn beim Klettern begleiten und schauen, dass er nicht fällt? Falls Du darüber schon im Detail nachgedacht hast und einen wirklichen Grund hast, warum das Klettern nicht möglich ist und Du von dieser Regel nicht loslassen kannst, dann kommunizier das und trag die Konsequenzen. Denn hey, das Kind will gern klettern, sich ausprobieren, das macht Spaß. Nimm ihn wieder vom Tisch oder pass auf, dass er gar nicht erst hoch klettert - und biete Alternativen! Aber lass Deine Wut, wenn er "nicht hört", bei Dir. Das ist Dein Gefühl, er macht das nicht böswillig. Will Dich nicht ärgern.

Zu der Sache, dass Du gedroht hast, einfach zu gehen wenn er nicht "hört", haben schon einige geschrieben. Dem kann ich mich anschließen. Das Kind lern daraus einzig und allein, dass es Dir egal ist wie es ihm geht, dass Du es einfach allein lassen würdest, wenn es nicht so ist wie Du es willst, aber definitiv lernt es daraus nicht, dass es Schuhe anziehen soll, weil es draußen kalt ist. Passende Kleidung zu tragen lernt ein Kind nur durch Vorbild und indem es fühlt, dass es draußen kalt ist und Schuhe oder eine Jacke wärmt. Auch hier finde ich wichtig zu schauen, dass jeder Mensch ein anderes Empfinden hat. Ich habe den ganzen Winter eine Mütze getragen, meine Tochter (26 Monate) hingegen hat mit Mütze dermaßen geschwitzt, dass sie sie nie tragen wollte. Auch ok. Sie läuft in der Wohnung meist nackt herum, weil ihr so warm ist während ich eine Pulli und eine Hose trage. So unterschiedlich ist das Wärme-Kälte-Empfinden. Das sollte respektiert werden und jeder Mensch muss da seine eigenen Erfahrungen machen dürfen.

Es sind viele Fragen, ich weiß. Aber vielleicht findest Du darin ein paar Anregungen, die einzelnen Situationen, die Dich stressen/nerven zu überdenken. Dein Kind verhält sich absolut normal und nein, es tanzt Dir auch nicht auf der Nase herum wenn Du ihm ganz normal redest wie mit einem Menschen. Dieser Satz bezieht sich nicht auf Dich, sondern auf einige Kommentare hier. Ich frage mich immer, was Eltern wollen. Wie sollen unsere Kinder einmal werden? Sollen sie Erwachsene werden, die keine eigene Meinung haben und denen es schwer fällt eigene Entscheidungen zu treffen und auf ihr Bauchgefühl zu hören und die permanent die Grenzen anderer übertreten, so wie ihre Grenzen nie respektiert wurden. Oder sollen es glückliche Menschen werden, die wissen wer sie sind und was sie wollen, die aber auch Kompromisse eingehen könne, weil ihnen die Meinung und Grenzen anderer Personen wichtig ist? Jetzt mal überspitzt ausgedrückt ;-)

Alles Gute euch! Du wirst Deinen Weg finden, wenn Du auf DEIN! Gefühl hörst und Deinem Kind dabei wohlwollend und empathisch begegnest.

24.03.17 - 22:31

Mein zwerg hat auch Spaß daran weg zu laufen wenn ich sage er soll her kommen jacke anziehen oder wenn ich sage, komm wir essen jetzt. ... Er schaut verschmitzt und läuft davon. ... Ich bin dazu übergegangen ihn Kommentarlos zu schnappen und ihm anzuziehen, kann sein das er dann weint, aber das interessiert mich nicht. Wenn ich sage, wir ziehen uns an, dann tun wir das. Wenn ich sage es gibt essen, dann setz ich ihn in seinen hochstuhl und fertig. Meisst isst er ganz friedlich, kommt aber auch vor das er wütend weint, mit seinen Händchen auf den Tisch haut und nix essen will. Ok, dann nicht, essen beendet.

25.03.17 - 13:17

Hallo

kleine Frage, für wen erziehst du dein Kind?

Für dich bzw eure Familie oder für andere um vor denen bloß nicht als "Rabenmutter" dazustehen.

Sicherlich ein Teil der Erziehung kommt der Allgemeinheit zu gute, aber das ist nichts um sich damit zu profilieren, die anderen Mütter sollen sich eher um die Erziehung ihrer eigen Kinder kümmern, aber es ist immer leichter andere zu kritisieren.

Du machst das schon gut so und du wirst bestimmt auch immer besser darin, geh deinen Weg, nicht den der "Anderen".

LG Claudia

28.03.17 - 10:36

Ich bin auch konsequent und wiederhole meine "Drohungen" auch nicht 10 mal.

Allerdings drohe ich nie Dinge an, die ich nicht umsetzen kann. Z.B. würde mir nie ein "dann gehe ich ohne dich" über die Lippen kommen. Erstens möchte ich meinem Kind nicht das Gefühl geben, ich würde es zurücklassen und zweitens ist das die Androhung einer Konsequenz, die du nicht umsetzen kannst. Das mag momentan noch funktionieren, aber lass das Kind mal älter werden. Dann testen sie WIRKLICH und wenn du dann deine Konsequenzen nicht durchziehen kannst, siehst du alt aus.

Beim Orangen essen wäre ich genauso hart geblieben. Wenn du gesagt hast, es gibt dann keine mehr, solltest du das auch durchziehen.

29.03.17 - 12:24

Hallo,
ich glaube ich bin auch eher der weniger disskusionsfreudige Tyq. Ich mache das ähnlich wie du.

Also bei der Jacke lasse ich schon mal mit mir reden. Aber bei anderen Dingen, wie z. Bsp. mit der Orange hätte ich es auch so gemacht. Ich bin der Meinung, wenn man ihnen die Konsequenz erklärt verstehen die das auch schon mit 2 wenn sie sie dann auch "erfahren". Sie lernen daraus. Vielleicht nicht beim 1. Mal aber dafür beim 2 oder 3. mal.
Bei uns war heute Morgen der Fall: Meine Kurze sollte Zähne putzen. Sie hat einmal kurz drüber gebürstet und meinte fertig. Ich sagte das ich (wie immer) kurz nachputze. Sie wollte nicht und machte den Mund nicht auf und wollte aber meine Creme um sich chick zu machen. Ich sagte ihr das sie die Creme gerne haben könnte wenn ich ihr die Zähne fertig geputzt hätte. Nein immer noch nix. Dann sagte ich wenn sie jetzt nicht die Zähne putzen lassen würde, dann bekäme sie heute keine Creme und ich würde ihr die Zähne putzen wenn ich bis 3 gezählt hätte. Also zählte ich langsam bis 3. Sie bockte immernoch. Ich nahm sie auf den Schoß und hielt sie im Arm und putzte ihr die Zähne. Danach bekam sie so einen Wutanfall das sie sich auf den Boden schmiss und schrie wie am spieß. Das ignorierte ich. Dann hat sie angefangen mit Hauen. Ich habe ihr gesagt das ich nicht gehauen werden will und wenn sie es nochmal macht müsste sie auf dem Stuhl sitzen und könnte sich da austoben. Sie haut und sitzt danach auf dem Stuhl. Ich gehe nie weg, aber ich halte etwas Abstand das sie Zeit hat sich abzureagieren und sieht das ich trotzdem da bin. Nach einer weile wurde das toben weniger und ich fragte sie ob es jetzt besser wäre und sie sich beruhigt hätte. Sie schniefte "ja" und ich nahm sie in die Arme und sagte ihr das ich sie lieb hätte, aber das Zähne putzen nun mal sein müsste und das Hauen nicht nett ist und ich das nicht möchte. Dann fragte sie nach der Creme für chick und ich sagte das sie ja nicht gehört hätte als ich es ihr angeboten hätte und deshalb bekäme sie keine Creme. Wenn sie allerdings am Abend wieder brav die Zähne putzen lassen würde, dann dürfte sie dann die Creme wieder benutzen. Damit war es für sie okay.
Also ich versuche ihr schon zu erklären warum ich was tue und sie lernt ja auch daraus das sie das im dem Moment verbockt hat und die Konsequenz nicht rückgängig machen kann, aber in Zukunft die Konsequenz verhindern kann.

Ich weiß auch nicht ob ich immer alles richtig mache, aber ich für mich denke auch das es so in Ordnung ist. Und damit kommen wir gut zurecht.

Ich versuche Verständnis zu haben wenn sie bockt. Sie ist ja noch so klein und kann sich anders vielleicht noch nicht ausdrücken und kann ihre Emotionen noch nicht so kontrollieren wie ein Erwachsener. Trotzdem hat sie aber ein Recht ihre Emotionen auszuleben und auszudrücken. Aber sie muss auch lernen das es Regeln und Grenzen gibt die es nicht zu überschreiten gilt.

13.04.17 - 16:07

Rabenmutter sein oder keine Rabenmutter sein zeigt sich, denke ich, nicht in solchen Kleinigkeiten. Wir sind halt nicht perfekt. Solche Rangelleien mit dem Anziehen oder diese Essen-oder-nicht-Essen Sache ... wenn du da autoritär bist, dann bist du es eben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das deinem Kind schadet.
Eine Rabenmutter sein, hat für mich was mit Desinteresse zu tun. Dass du deinem Kind keine Geborgenheit gibst. Allein schon, dass du dir über dein Verhalten Gedanken machst zeigt, dass du keine Rabenmutter bist. Wenn dein Kind sich ansonsten geborgen fühlt, wird ihn Strenge im Alltag nicht negativ beeinflussen.

21.04.17 - 14:58

Ich find es eher hart von der außenstehenden Mutter einzugreifen. Erziehung ist Sache der Eltern! Egal ob besonders streng und konsequent oder lasch und inkonsequent. Jeder muss für sich den richtigen Weg finden. Ein heiligen Gral gibt es da nicht zumal es Kinder gibt die Inkonsequenz sofort ausnutzen und dann alles was man vorher anerzogen hat, damit hinfällig wird. Bei nem anderen Kind ist trotz Inkonsequenz klar, dass im Großen und Ganzen die Regeln so und so aussehen.

Vorher war zudem dein Kind ein Einzelkind und die Rolle die er dort hatte war irgendwann klar. Jetzt ist er Bruder und somit versucht das Kind seine Rolle neu zu finden - auszutesten ob man nun inkonsequenter wird, andere Regeln vorherschen etc. Manche Kinder fangen sogar kurzzeitig an wieder in die Babyrolle zu fallen. Sprich, vorher sprachen sie klare Sätze und plötzlich brabbeln sie wie ein 6 Monate altes Baby unverständliche Wortlaute die keiner versteht. Oder sind eigentlich abgestillt wollen aber jetzt wo das Baby trinkt auch wieder trinken oder sind eigentlich aufm besten Weg trocken zu werden und sind nun wieder volle Wickelkinder. Das ist glaub total normal.

Ich bin jemand... man kann mit mir durchaus diskutieren! Diskutieren was wir unternehmen, diskutieren ob wir schon gehen sollten oder was gekocht wird... da lass ich Kindern viel Freiraum. ABER Regeln sind Regeln... ich würde mit nem Kind ab nem gewissen Alter nicht das diskutieren anfangen ob sich jetzt die Zähne putzen soll oder nicht oder ob es in Bett geht oder nicht oder ob man wenn es draußen kalt is Jacke und Mütze anziehen sollte.

Noch ist mein Sohn erst 13 Monate. Aber mein Mann hat auch knallhart gesagt... wenn er mal meint im Geschäft rumzuzicken weil er was nicht bekommt und sich aufm Boden wirft... ihm sind die Blicke egal... der legt sich daneben und macht ihn nach! Oder wenn er lügt wird er auch angelogen nur um zu sehen wie blöd das Gefühl doch ist angelogen zu werden. Meiner macht z.B. nen riesen Aufstand wenn es ums Umziehen geht oder wickeln und manchmal muss ich echt streng werden und schimpfen.

Aber das erneute austesten der Grenzen ist wiegesagt glaub normal sobald ein Geschwisterchen da ist. Und es ist letztlich egal was unsereins davon hält... ich halte auch nicht jeden Erziehungsstil für super oder würde auch viele Stile in meinem Freundeskreis NIEMALS übernehmen... aus unterschiedlichen Überzeugungen und umgedreht ist das trotzdem der Fall. Deswegen sind aber weder meine Freundinnen noch ich bessere oder schlechtere Mütter. Du misshandelst dein Kind ja nicht... du bist nur strenger.

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