Kinder zu unselbstständig

    • (1) 31.03.17 - 16:19

      Hallo Ihr Lieben,
      eigentlich gehöre ich aktuell in das Kinderwunsch Forum, jedoch habe ich eine Frage an all diejenigen die Bereits Kinder haben.
      Mein Partner und ich wohnen zusammen und er hat bereits zwei Kinder (Jungs und zwillinge) im Alter von 10 Jahren, dieses Jahr werden sie 11 und kommen im Sommer in die weiterführende Schule.
      Jedes zweite Wochenende sind die beiden bei uns und im allgemeinen kommen wir auch sehr gut miteinander zurecht. Mir ist jedoch aufgefallen, dass die beiden sehr unselbstständig sind.
      Sie wollen konsequent ins bett gebracht werden, am besten soll Papa noch kurz mit ins Bett kommen, können nicht alleine bleiben und machen generell nichts alleine. Gehen bei schönem Wetter ohne Papa noch nicht einmal nach draußen. Auch das wegräumen der eigenen Sachen ist ein Problem.
      Wie seht ihr das? Sind die Jungs zu unselbstständig oder sehe ich das zu locker, weil ich selber keine Kinder habe?

      Ich danke euch für eure Antworten.:-)

      • (2) 31.03.17 - 16:45

        Ich denke in der Situation spielt auch eine Rolle das sie Papa so selten sehen und quasi keinen gemeinsamen Alltag haben, daher kann ich den Wunsch das Papa für sie da ist gut verstehen.

        Eventuell könntet ihr da den Dialog suchen und fragen wie es denn zuhause läuft und das sie die Sachen doch bitte selber weg räumen sollen etc

        Liebe Grüße

        • (3) 31.03.17 - 17:21

          Ganz so ist es nämlich nicht. Die beiden wissen nie was sie machen wollen und wollen am liebsten nur an ihren Tablets oder der PlayStation sitzen. Es ist also nicht so, dass sie an ihm hängen wie eine Klette.

          Zuhause ist es wohl ähnlich, seine Ex Frau sagt die Kinder dürfen in dem Alter auf keinen Fall mal 2 Stündchen alleine bleiben

      Ich denke auch dass sie möchten, dass der Papa für sie da ist. Meine Tochter wird 10 und wird auch noch von einem von uns ins Bett gebracht - die beste Zeit, um in Ruhe miteinander ins Gespräch zu kommen!

      "können nicht alleine bleiben" - was genau erwartest du hier?

      "machen generell nichts alleine" - Haben die beiden bei euch ein Kinderzimmer mit Spielsachen oder Freunde in der Gegend, mit denen sie mal spielen? Vielleicht schaut ihr mal gemeinsam, wo mittags die Jungs (meistens Fußball) spielen und sie schließen sich an.

      Wo sollen die Jungs mittags alleine hin? Gibt es einen Garten, in dem sie sich aufhalten können? Sollen sie mal eine kurze Besorgung machen? Sie sind beim Papa eben nicht "zu Hause" im gewohnten Umfeld.

      "Wegräumen der eigenen Sachen" - Kleidung oder Teller? Bei uns wird gemeinsam abgeräumt, bei der Großen im Zimmer liegt oft etwas herum (sie ist ja fast ein Teenager).

      Ich denke, du siehst es etwas eng mit den beiden, denn für diese ist das mindestens genau so anstrengend wie für dich.
      Wenn ich du wäre, würde ich meine Friseur- oder sonstigen Termine oft auf die Besuchszeit legen oder zu der Zeit shoppen gehen / mich mit anderen treffen. So hat der Papa auch mal Zeit mit den beiden alleine.

      • Zeit mit dem Papa alleine haben die beiden reichlich, dafür ist gesorgt :)

        Mit dem alleine bleiben bezog ich mich zum Beispiel darauf, wenn wir einkaufen gehen. Die Jungs wollen nicht mitkommen rufen dann aber nach 30 Minuten an wo wir denn bleiben.

        Einen Bolzplatz und einen Garten haben sie auch daran scheitert es also nicht.

        Mein Freund findet es selber auch sehr anstrengend

        • >> Zeit mit dem Papa alleine haben die beiden reichlich, dafür ist gesorgt :) <<

          Vielleicht bin ich engstirnig, aber alle zwei Wochen ist nicht gerade "reichlich".

    (7) 31.03.17 - 17:51

    Da sie ihren Papa eher selten sehen, sehe ich es eher als Bedürfnis ihm nahe zu sein, die Zeit mit ihm verbringen zu wollen.

    Mein Kind ist sehr selbstständig, geht einkaufen, alleine zur Schule, trifft sich ohne mich mit Freunden, fängt an zu kochen (Kleinigkeiten) usw.

    Nach Nächten, die woanders waren (sei es nur eine), kommt wieder ein "Mama, bringst du mich bitte ins Bett?"
    oder auch so zwischendurch "liest du mir wieder mal was vor" (liest sonst von sich aus Bücher)
    "darf ich bei dir die Hausaufgaben machen?"

    Wenn Großeltern oder Freunde zu Besuch sind, geht nichts ohne sie. Dann bin ich abgemeldet :-p und Besuch ist im Dauereinsatz (sofern Besuch das ok findet).

    Wie würdest du es finden/fühlen, wenn du deinen Partner nur jedes zweites Wochenende sehen könnte?
    Wie würdest du reagieren wenn er DANN sagen würde, och nö, du bist erwachsen, geh du mal alleine ins Bett. Oder: keine Lust, der Fernseher ist jetzt toller...
    Auch bei einer Fernbeziehung ohne Alltag ist es oft anders, als wenn man sich (fast) jeden Tag sieht.

    (8) 31.03.17 - 18:41

    Hallo Nadine,

    ich finde es sehr verständlich, dass die beiden an Besuchswochenenden soviel "Papa-Nähe" wie möglich auftanken.

    Und dem dazugehörigen Papa möchte ich gerne raten, das absolut zu unterstützen solange es dauert...denn mit 15 werden die beiden wohl kaum noch viel Wert auf ins Bett bringen etc. legen.
    ;-)

    Das ist nur teilweise Spaß:

    Deinem Partner entgeht schon jede Menge von ihrem Leben- er hat nur einen Bruchteil.
    Umso mehr sollte er das "mitnehmen" was die beiden ihm an Aufmerksamkeit geben.

    Er wird in 20 Jahren sicher nicht denken "Ach, hätten meine Kinder ihre Zeit besser ohne mich verbracht...anstatt sie ins Bett zu bringen, hätte ich mehr Fernsehen können..."

    Lg, Emmi

    Meine Tochter wird bald 12, sie besteht heut noch darauf, dass ich (und Papa) ihr noch täglich gute Nacht sagen. Ich nimm mir dann auch die Zeit und lege mich auch noch mit dazu, wenn sie recht redseelig ist. Ich finde es gut, vorallem gerade jetzt in der Pubertät, wo durch das Reden und Zuhören die Bindung und das Vertrauen weiterhin erhalten bleibt.

    Ich glaube, dass die Jungs eher die Aufmerksamkeit vom Papa suchen, nicht unbedingt unselbstständig sind.
    Nicht aufräumen, sind reine unnötige Sichtweisen von (ordnungsfaulen) Kindern , die denn Ordnungssinn aber auch noch nicht so wahr nehmen, meist brauchen Kinder immer eine Aufforderung dazu.

    (10) 31.03.17 - 20:34

    Hallo,
    also wenn ich jetzt von meinem fast-11jährigen mal ausgehe:
    - er möchte definitiv dass ich ihn täglich ins Bett bringe und ihm Gute Nacht wünsche
    - manchmal abends mit einem Elternteil einschlafen ist für ihn auch ein Traum

    - er kommt im Sommer in die weiterführende Schule

    - er liebt es auch mehr mit seinen Eltern etwas zu machen, als allein
    - nach draußen geht er definitiv nicht allein - das würde ich schon gar nicht zulassen (sorry, aber heute ist die Situation doch etwas anders als "früher" zu unserer Zeit)
    - klar hasst er aufräumen

    - er liebt iPad, TV, Handy
    - er verabscheut Hausaufgaben

    Die Zwillinge klingen für mich also nach völlig normalen Kindern.
    Die Frage ist jetzt nur, ob ihr Vater Ihnen das alles durchgehen lässt. Aber das ist wohl eher eine Erziehungssache und liegt nicht an den Zwillingen und ihren Vorlieben und Abneigungen.

    • (11) 01.04.17 - 01:27

      Du erlaubst deinem 11jährigem Sohn nicht alleine rauszugehen? Ich kenne nicht ein einziges Kind, das in dem Alter nicht allein rausgeht. Trifft er sich nie draußen mit seinen Freunden? Bist du da immer dabei? Ich bin ehrlich verblüfft!

      (14) 01.04.17 - 09:02

      Definitiv erlaube ich ihm das nicht. Wir wohnen nicht auf dem Dorf wo jeder jeden kennt, sondern im Speckgürtel einer Grossstadt. Er darf allein zum Bäcker und in die Schule.
      Freunde? Naja, Autisten tun sich da eher etwas schwer damit. Allerdings ist das sowieso eine Ganztagsschule. Der Alltag meines Sohnes sieht so aus:
      3 x wöchentlich bis 15:30 Uhr Unterricht

      1 x wöchentlich Autismustherapie (mit An- und Abfahrt 4 Stunden)
      1 x wöchentlich LRS-Therapie (mit An- und Abfahrt 2 Stunden)

      • (15) 01.04.17 - 09:29

        Naja, wir wohnen in Berlin und zwar nicht im Speckgürtel, sondern so richtig in der Stadt und kenne keinen, der nicht alleine rausdarf. Aber ich weiß natürlich nicht, wie es sich mit Autisten verhält.

        • Anders...habe auch einen daheim. Und wie der sich im Straßenverkehr verhält ist schon abenteuerlich ... Ich würde ihn in unserem ruhigen Wohngebiet trotzdem alleine raus lassen. Aber er weigert sich. Ebenso würde er nicht eine Minute alleine daheim bleiben...

          • Klar, das hängt immer vom
            Kind ab. Das las sich bei der einen Userin so, als ob sie generell niemals ein 11jähriges Kind rauslassen würde. Sicher ist es bei einem Autisten was anderes. Ich ging jetzt von "gesunden" Kindern aus. Bitte entschuldige das "gesunde", ich wusste nicht, wie ich es sonst ausdrücken sollte.

Schonmal dran gedacht, dass sie den Papa arg vermissen und soviel Zeit wie moeglich mit ihm verbringen möchten?

(20) 03.04.17 - 12:16

Du hast ja geschrieben, dass der Papa viel mit den Jungs macht, und deshalb schließe ich mich nicht der Meinung der Mehrheit an, dass da fehlende Nähe der Grund für diese Anhänglichkeit/ Unselbständigkeit ist.

Gute Nacht sagen: ja - mit ins Bett legen: nein

Sachen rumliegen lassen : kenne ich, funktioniert bei uns nach Aufforderung aber nicht von allein, würde ich als "normale Faulheit" einordnen und einfach erinnern.

Nicht allein spielen können - sie sind als Zwillinge ja gar nicht allein. Das finde ich tatsächlich unselbständig und würde sie immer wieder ermutigen: Federball, Bolzplatz, Skateranlage, zur Eisdiele.

Meine Kinder fühlen sich generell nicht allein, wenn ein Geschwister im Haus ist (wir können problemlos ausgehen) , und selbst die Kleine (inzwischen 7) spielt seit Jahren tagsüber regelmäßig "allein" (oft mit Nachbarskindern aber auch ganz allein) draußen. Sie bleibt in Rufweite oder gibt Bescheid, wenn sie zu einem Nachbarskind geht.
Mit fast 11 nur in Erwachsenenbegleitung aus dem Haus zu gehen finde ich persönlich strange.

(21) 04.04.17 - 09:07

HI,

mein Mann ist selten daheim und wenn er da ist, ist das GRÖßTE, das Papa Abends noch im Bett kuschelt, betet, etc.

Gassi gehen....das macht mein Mann mit den Kids alleine. Die plaudern dann ganz anders, als wenn ich dabei bin, ich könne denen ihre gemeinsame Zeit.
Sie hängen ihm praktisch am "Rockzipfel" und alle genießen es.

LG
LIsa

Das verhalten der Kinder muss nichts mit Unselbstständigkeit zu tun haben, sondern kann einfach daran liegen, dass sie ihren Papa nur alle zwei Wochen mal sehen. Warum denn sooo selten?

Ist doch klar, dass sie dann jede Minute mit ihm auskosten wollen und seine Nähe genießen!

  • Hallo, ich wiederhole es hier gerne nochmal für dich, sowie für alle anderen, denn scheinbar haben hier einige den Eindruck ich würde den Kindern die Zeit mit ihrem Papa nicht gönnen und das ist ganz und gar nicht der Fall.

    Wenn die Jungs hier sind, dann ist dafür gesorgt, dass sie auch viel Zeit mit ihm alleine haben.
    Warum nur jedes zweite Wochenende? Weil der Papa einfach Vollzeit arbeitet und nicht mehr Zeit da ist, außer jedes zweites Wochenende.

    Ab und zu fährt er in der Woche wo die Jungs am Wochenende nicht kommen einmal die Woche Abends zu ihnen aber auch nicht immer, denn die Jungs haben oftmals auch keine Lust. Wie man sieht, kein Indiz dafür dass sie nichts alleine machen weil die Zeit soooo knapp ist, denn wäre das der Fall würden die Jungs wollen, dass er immer kommt.

    Einige stellen es so dar, als würden wir die Jungs abschieben wollen, doch darum geht es nicht. Wenn Sie bei uns sind freuen wir uns, jedoch empfinden wir es nicht als normal, dass die beiden nicht in der Lage sind auch mal alleine zb. nach draußen zu gehen.
    Die letzten beiden male war es schon etwas besser, denn da haben sie sich mal mit freunden verabredet. Auch hier wieder ein Indiz dafür, dass es nicht an "Zeit auskosten" liegt.
    Was das ins Bett gehen betrifft, so geht er natürlich mit ins Zimmer um gute Nacht zu sagen, jedoch klettert er nicht mehr mit ins Hochbett und auch das gibt teilweise dann noch Theater.
    Natürlich sind die beiden mit 10 1/2 jahren keine erwachsenen, jedoch sollte man ein gewissen Entwicklungsstand im Auge haben, welcher für Kinder in diesem Alter normal ist und bis vor einigen Monaten waren die beiden noch nichtmal in der Lage sich ihr Frühstücksbrötchen selber zu schmieren und da kann mir einer sagen was er will aber das ist nicht mehr im normalen bereich.

    • Man kann ja durchaus daran arbeiten, dass sie ihre Sachen wegräumen und sich z.B. ihre Brötchen selbst schmieren. Machen sie es nicht, dann können sie eben kein Brötchen essen und es gibt erst wieder zu Mittag was. Wenn ihr etwas wollt und die Kinder dem nicht nachkommen, dann müsst ihr Konsequenzen aufzeigen. Egal wie die Regeln zu Hause bei der Mutter sind, Kinder lernen sehr schnell, dass es bei euch anders läuft.

      Bei dem nach draußen gehen verstehe ich nicht, warum es euch stört, dass sie nicht alleine nach draußen stehen? Du klingst in deinem Post an mich schon recht aufgewühlt. Ich will dich aber ja nicht angreifen, sondern die Situation verstehen. Wir kennen doch alle eure Situation nicht. Ich z.B. gehe davon aus, dass wenn die Kinder nicht an ihrem Lebensort sind, sondern bei euch, dann sind sie mehr oder weniger "fremd" und haben vielleicht keine Motivation, nach draußen zu gehen. Es sind keine Freunde da und die Kids wissen vielleicht nichts mit sich anzufangen.

      Beim Zubettgehen verstehe ich auch nicht, warum es stört, abends mit den Kindern nochmal im Bett zu kuscheln. Diese Zeiten sind sooo schnell vorbei. Warum stört deinen Freund/ Mann das Kuschelbedürfnis der Kinder so und warum kann / möchte er das nicht erfüllen?

      (25) 15.04.17 - 15:19

      Hallo,

      Was ist das denn fuer eine Begrünung!? Er arbeitet Vollzeit und hat daher nur alle zwei Wochenenden Zeit fuer die Kinder???

      Fast jeder Familienvater und sehr viele Mamas arbeiten auch Vollzeit und haben mehr Zeit fuer ihre Kinder als jedes zweite Wochenende!

      Das ist sehr wenig, zu wenig! Kein Wunder, dass sie - wenn es gerade keine interessante Alternative wie Freunde gibt - die Zeit mit ihrem Papa aufsaugen! Stell dir das mal umgekehrt vor: er hat alle zwei Wochenenden Zeit fuer dich und dann musst du ihn auch noch mit seinen Kindern teilen! Wärst du dann auch bereit, auf gemeinsame Zeit zu verzichten?

      Sie sind 10, in spätestens 4 Jahren haben sie eh keinen Bock mehr auf Papa, außer, sie brauchen was. Dein Freund sollte die paar Stunden, die er seine Kinder im Monat hat, genießen und du solltest den Kindern die Zeit gönnen und deinen Partner ermutigen, den Kindern die Zeit zu geben.

      Klingt jetzt barsch - ich weiß. Aber wenn du mal eigene Kinder hast, wirst du es verstehen! Die Kinder haben ihren Papa wenn es hochkommt 70 Stunden im Monat - das ist sehr wenig und diese Zeit kann man ihnen mehr oder weniger auch ungeteilt Aufmerksamkeit zukommen lassen.

      VG
      Delfinchen

      PS zum Thema Wegräumen: steter Tropfen höhlt den Stein.

      Von vier Tagen im Monat - wenn sie bei Mama nicht wegräumen müssen - lernen sie das nicht/ wollen sie das nicht lernen.

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