Erziehung

11.05.17 - 22:12

Weggucken oder ein Fall für eine Beratunsgsstelle?

Guten Abend,

es geht um unsere Nachbarn.
Evtl. übertreibe ich Mangels Verständnis aber ich möchte mur hinterher kwime Vorwürfe machen müssen.

Ich bin auf Grund eines Unfalls noch an einen Rollstuhl gebunden und daher leider mehr zu Hause als mir lieb ist.

So bekomme ich neuerdings einige Seiten von den Nachbarn kennen die mir vorher verborgen blieben.

Unsere direkten Nachbarn haben 5 Kinder und sind gläubig. Soweit weder verwunderlich noch schlimm.
Aber! Der älteste Sohn 14 Jahre alt betreibt Selbstkasteiung. Und für mein empfinden in ungesundem Ausmaß.
Ob die Eltern da die Treibende Kraft sind weiß ich nicht. Wirkt jedoch zunächt nicht so.
Ich sprach die Nachbarin an weil ich die Schläge hörte. Sie erzählte mir locker flockig das er es aus Glaubensgründen tut. Also keine Spur von Heimlichkeit. Ich war so erschrocken das ich darauf nichts zu sagen wusste.

Nun ist es so das hier am 1.5. Immer eine Feier zur Freibadsaisoneröffnung ist. Alle "mutigen" dürfen ins Wasser und so sah ich das der Junge leichte Vernarbungen sowie Striemen auf dem Rücken hatte, als er sich ein trockenens Shirt anzog. Machte daraus aber auch keine Heimlichkeit. Für ihn offenbar wirklich etwas vollkommen Normales.

Seit her hab ich das Gefühl ich müsste das unterbinden. Aber andererseits denk ich mir der Junge tut das selbst und aus Überzeugung.
Ob das nun meiner Lebensweise entspricht oder nicht ist dabei 2. rangig.

Würdet ihr euch bei dieser Art von "Kindesmisshandlung" einmischen?

Was würdet ihr tun?

Oder soll ich es einfach so lassen wie es ist? Auch wenn ich mich Mangels Verständnis schlecht fühle?
Wo ist die Grenze bei sowas?
Blaue Flecken?
Rötungen?
Striemen ?

Oder erst wenn Blut fließt?

Ich bin mit dem Thema überfordert daher würde ich gern einfach mal eure Meinung lesen, ob und wenn ja, was ihr bei sowas machen würdet.

Verwirrte Grüße

15 direkte Antwort(en) auf den ausgewählten Beitrag:

11.05.17 - 22:53

Wahrscheinlich würde ich beim Jugendamt anrufen und die Sachlage schildern und fragen, ob da handlungsbedarf besteht. Denn Kinder haben das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Eltern, die zulassen, dass ihr Kind sich selbst geißelt brauchen Hilfe zur Selbsthilfe. Der junge ist erst 14 und somit noch nicht in der Lage die langfristigen Konsequenzen seines Handelns zu erfassen. Deshalb sind seine eltetn für ihn verantwortlich und diese bräuchten Hilfe um zu erkennen, dass ihr Kind sich selbst zerstört.

11.05.17 - 22:55

Bei Wörtern wie Selbstkasteiiung, Striemen und religiösem Wahnsinn (nichts anderes ist das) hört bei mir die Freundschaft samt Toleranz auf und der Anruf beim Jugendamt wäre fällig - aber umgehend. Wo leben wir denn ?

LG Moni

12.05.17 - 00:23

Auch wenn es schwierig ist - ich würde nochmal mit den Eltern sprechen, dass ich die Selbstmisshandlung des Sohnes mitbekommen habe und mir Sorgen mache und nicht weiss, was ich tun soll. Ob sie einen ärztlichen oder psychologischen Ansprechpartner haben?

Falls das nicht ohnehin schon der Fall ist, werden die Eltern sich spätestens dann bewusst, dass der Sohn ein Problem hat, bei dem er professionelle Hilfe braucht. Es ist ja letztendlich eine Situation wie Ritzen oder Magersucht. Verhindern können Eltern das nicht, aktiv werden schon.

Als Nachbarin die Familie beim Jugendamt "melden" fände ich ein ungutes Übergehen der Eltern. Ob die Eltern sich schon kümmern oder nicht, finde ich, ist aus Aussage der Mutter nicht zu schließen.

12.05.17 - 09:32

Für mich ist das Nichts anderes als wenn Mädchen sich ritzen. Allenfalls ist es aus Glaubensgründen noch schlimmer!
Ich würde mich beim Jugendamt melden, der Junge gehört zu seinem eigenen Schutz in Behandlung.

12.05.17 - 10:47

Hallo,
was für eine schwierige Situation für dich.

Ich glaube, ich könnte nicht nichts tun.
Wäre es für dich möglich, den Sohn selbst mal anzusprechen?
Habt ihr so ein Verhältnis, dass sich so eine Situation mal ergibt.

Welche Religion soll das denn sein?
Aus welchem Grund, muss er sich bestrafen?
Frage ihn nach Aufklärung, damit du es verstehen kannst.

Ansonsten, würde ich mich an die Jugendfürsorge wenden.
Gruß

12.05.17 - 11:49

Hallo,

mir gefriert gerade das Blut in den Adern beim Lesen #schock
Ich würde nicht weg schauen und ich finde es toll, daß Du Dir Gedanken machst.
Mit den Eltern reden, scheint zwecklos zu sein, bleibt noch das Jugendamt.

LG

12.05.17 - 22:10

hallo,
die striemen, auch das selbstverletzende verhalten sind nur die traurige spitze des eisberges. darunter muss sich ein massiver berg aus angst, scham und schuld befinden. ein kind, dass sich durch schläge selbst bestraft, so etwas grauenvolles habe ich selten gehört.
m.e. muss der junge sofort aus dieser kranken familie rausgeholt werden.
bitte melde deine beobachtungen dem jugendamt, sofort. der junge braucht hilfe!
viele grüße,
n.

12.05.17 - 22:14

jetzt fallen mir voller schrecken seine vier geschwister ein. oh mein gott!
es ist eine schwere kindemisshandlung, übrigens. ein kind durch psychisch-emotionalen druck so weit zu bringen, dass er sich selbst schlägt/bestraft... etwas schlimmeres kann ich mir fast nicht vorstellen. diese familie muss voller abgründe sein, gruselig!

13.05.17 - 08:31

Ich bin beim Jugendamt angestellt und würde das auf jeden Fall melden! In all den Berufsjahren habe ich so etwas noch nie gehört. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Schule vielleicht auch schon eine Meldung ans Jugendamt gemacht hat. Und mit der Mutter hast du ja auch bereits gesprochen. Ich sehe es nicht als ein Übergehen der Nachbarin. Der Schutz des Kindes ist vorrangig. Und wenn die Eltern schon Unterstützung für ihr Kind gesucht haben, dann können sie das dem Jugendamt auch vorweisen. Das Jugendamt kann dann über weitere mögliche Hilfen beraten.

13.05.17 - 13:17

Hallo

Zum Schutz der Kinder würde ich das Jugendamt anrufen

16.05.17 - 09:14

Wenn man mal dieses ganze Religionsgedöns außer acht lässt, ist es ja so das der Junge sich selbstverletzt. Selbstverletzendes Verhalten ist in der Regel ein Hinweis auf schwere psychische Probleme. Also klar braucht der Hilfe und seine Eltern scheins auch wenn die sowas billigen.

Also dein Gedanke beim Jugendamt anzurufen halte ich für ganz richtig.

16.05.17 - 13:11

Hallo, hast du dir schon überlegt was du machst?

19.05.17 - 15:42

Kommt drauf an. Selbstverletzung ist eine andere Baustelle als Verletzungen zugefügt durch 3. daher würde ich es schon mal nicht als "Misshandlung" deklarieren, da das erfordert, dass jemand das Kind geiselt und nicht dieses sich selbst.

Auch Selbstverletzung ist nicht gleich Selbstverletzung... es gibt die, welche zur Stärkung seiner selbstwegen dient, manche finden sogar eine sexuelle Erregung dadurch... alles möglich... und auch kein Grund zum eingreifen. Anders sieht es mit Borderline und Selbstzerstörung aus in Form von Drogen, Ritzen und co. Diese Form von Selbstzerstörung sind sogenannte "stille Hilferufe" und sollten immer ernst genommen werden, denn sowas kann tatsächlich im Suizid enden.

Insofern das Kind das aus eigener Überzeugung macht, kein Hehl daraus macht weil er es seines Glaubes wegen tut. Klar kannst du das auch melden, sehr wahrscheinlich würde dieser Jugendliche Untersucht werden, "verhört" etc. aber wenn herauskommt wieso weshalb warum er das macht, kann man nichts dagegen tuen. Das ist das gleiche wie Körpermodifikation... insofern das freiwillig passiert und die Eltern (als Stellvertreter dieser Kinder) nichts verwerfliches daran finden... dann ist das so. Ich klatsch mir wenn ich Fehler mache teilweise relativ stark auf die Stirn und hab davon sogar schon kurzzeitige rote Abdrücke im Gesicht hinterlassen so fest hab ich selbst zugehauen... oder Sport... ich sag nur Boxen oder Kickboxen... ich hatte in der Schule nen Klassenkamerad dessen Vater eine Kickboxschule hat... der ist damit aufgewachsen und wo wir in der 8. Klasse waren, war er auf Weltmeisterschaft in Thailand... freigestellt von der Schule dafür und kam als Vizeweltmeister zurück. Ich hab damals Fotos im Internet gesehen von der Siegerehrung... der sah aus wie als hätte man ihn ans Ende eines Autos gebunden und wäre mit ihm übern Acker geheizt... Blaue Augen, Platzwunde an der Schläfe und und und. Da hat auch keiner was getan.. wozu auch... der macht das ja freiwillig auch wenn er über seinen Vater mit sicherheit früh da ran geführt wurde.

06.06.17 - 16:00

Hallo,

also ich würde das auf jeden Fall melden - und zwar dem Kinderschutzbund. Der sagt mir doch etwas mehr zu als das Jugendamt.
Denn lieber einmal ZU VIEL gemeldet als einmal ZU WENIG! Und bevor es wieder mal zu spät ist. Wäre ja nicht das 1. Mal.

Und wer weiß - wahrscheinlich ist das auch wieder irgend so ein Quatsch wie die sog. "12 Stämme", die vor ein paar Jahren durch die Medien gingen.

Von daher - zögere nicht noch lange und melde es - besser noch vorgestern als morgen. Und ich würde sowas auf jeden Fall melden, denn das stinkt ja mehr als zum Himmel und da ist ganz gewaltig was faul an dieser Sache.

Gruß

06.06.17 - 16:15

Hallo,

Nachtrag noch, da vergessen und man hier ja leider nicht editieren kann: Ich finde es übrigens GANZ, GANZ TOLL von Dir, dass Dir das ganze nicht am Bobbes vorbei geht und Du Dir darüber wirklich Gedanken machst :-)#freu#pro#pro#blume Und nicht so eine "Was-juckt's-mich-und-nach-mir-die-Sintflut"-Einstellung hast!
WEITER SO!!!!!

Gruß

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