Erziehung

17.05.17 - 10:01

Hallo,

Ja.
Zunächst hab ich mit dem Jungen gesprochen.

Er hat mir glaubwürdig versichert das er nicht gedrängt würde und es seine Entscheidung ist das zu tun.
Auf meine Frage aus welchen Gründen er das denn tut, bezog er sich überwiegend auf schulische Leistungen und meinte er könne sich ausschließlich so konzentrieren und dem Unterricht folgen.

Ich fragte ob er Ärger oder sogar Schläge wegen schulischer Leistungen von seinen Eltern zu befürchten hätte, aber das verneinte er, wurd dann traurig/schüchtern und meinte noch seine Eltern hielten nichts von Schule, schulische Leistungen seien ihnen egal und was fürs Leben wichtig sei erlernt man durchs Bibel lesen.
Er müsse sich selbst um seine Schulleistungen kümmern. Das täte er in austeichendem Maß, seiner Meinung nach und ich bot ihm noch an das er sich bei Problemen an mich wenden darf, dann war das Gespräch beendet.

Ich hab nochmal die Mutter darauf angesprochen. Allerdings sieht sie da keinen Handlungsbedarf, da er es aus eigenem Willen tut.

Auf meime Aussage hin das ihm ja etwas zu schaffen macht weil er sonst keinerlei Grund haben sollte sich zu bestrafen winkte sie nur ab und meinte es sei alles gut.

Naja ich rief zuletzt noch beim Jungendamt an und schilderte meine Beobachtungen.

Die Dame am Telefon sagte mir das die Familie schon wegen ihm bekannt wäre.

Der Sportlehrer hätte Verletzungen gemeldet.

Genaure Details dürfte sie mir nicht mitteilen jedoch wird der Junge im Auge behalten und es wird auch weitethin Hilfe angeboten.

Sie Bedankte sich noch für die Mithilfe und dann war auch das Gespräch beendet.

Ich fühl mich da noch immer nicht wohl bei aber mehr als mit den Betroffenen reden und Gespräche anzubieten kann ich leider auch nicht tun.

Vlg

5 direkte Antwort(en) auf den ausgewählten Beitrag:

17.05.17 - 10:13

Ich finde das hast du gut gemacht. Der Junge weiss, dass er sich melden kann, und du weisst, dass die Schule und das Jugendamt ein Auge auf den Jungen haben.

Ich denke, dass sein Verhalten Ersatzhandlungen sind, die sich in absehbarer Zeit auch wieder geben, weil das Problem (in diesem Fall gewünschte aber noch nicht erreichte Selbstdisziplin) sich anders lösen lässt. Und weil der Junge und seine Familie merken, wie besorgniserregend sein Verhalten auf Außenstehende wirkt.

LG, doremi

17.05.17 - 20:21

Also ganz ehrlich wenn ich hier schon lese der das Junge offenbar traurig ist das seine Eltern das Thema SChule so unwichtig finden ist hier das Problem wohl gegeben. Er geißelt sich weil seine Eltern ihm vermitteln Schule ist schlecht und unwichtig, Bibel ist das Nonplusultra! Also bestraft er sich für seine "bösen" Gedanken. Diese Gedanken sind aber nur die einen ganz normalen Jungen das er ja gar nichts schlechtes tut. Also scheint er über religöse Dinge sich hier zu bestrafen und dennoch weiter zur SChule zu gehen. Er scheint in einem unheimlichen Zwiespalt zu stecken der ihm diesen Druck macht. Der Junge tut mir leid. Der braucht dringend Hilfe.

Ela

18.05.17 - 16:45

Besser hättest Du nicht reagieren können! Wie ich bereits vermutet habe, ist das Jugendamt schob informiert. Dennoch ist es für das Jugendamt wichtig, verschiedene Informationen zu haben. Zum einen um richtige Entscheidungen treffen bzw. eine genaue sozialpädagogische Diagnostik erstellen zu können, zum anderen falls die Fälle mal doch vor das Familiengericht gehen.

Du hast alles gemacht, was möglich ist und die Verantwortung liegt aber nun mal bei den Eltern.

18.05.17 - 16:48

Auch wenn sich an den elterlichen Ansichten und am Verhalten des Jungen offensichtlich erst einmal nichts ändert: für Kinder mit derartigen Problemen und Elternhäusern ist jeder positive Kontakt, jedes Hilfsangebot oder Gespräch wichtig und hilfreich. Auch dass er dir gegenüber so offen und ehrlich war zeigt, dass es ihm gut tut darüber zu reden und da ein Bedarf vorhanden ist. Ausserdem ist es für ihn sehr wichtig , andere gesunde Ansichten von Erwachsenen kennen zu lernen.

19.05.17 - 08:58

Hallo,
vielleicht kannst du versuchen, an dem Jungen dran zu bleiben. Mit langsamen Schritten ihm Unterstützung bei Schulproblemen anbieten oder auch vermitteln, welche Möglichkeiten zum Streßabbau es gibt. Wichtig ist wohl, daß das alles wirklich eher langsam und zurückhaltend geschieht... wenn er Vertrauen zu dir fasst, wird er sich wohl auf dich zugehen trauen. Wenn er sich aber überrumpelt fühlt, wird er in diesem Alter sicherlich dicht machen.

Schwierig...
LG

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