Erziehung

18.05.17 - 10:51

Generationsübergreifende Konflikte

Hallo ihr Lieben,

Ich bräuchte mal eure Meinung zu folgender Situation:
Vor kurzem haben mein Freund, unser Kind (20 Monate alt) und ich zusammen mit seinen Eltern und Großeltern zu Abend gegessen.

Die Kleine hat Nudeln gegessen und zwar zum Großteil mit ihren Händen. Sie hat die Nudeln befühlt, auseinandergepflückt, auch gemanscht aber hat auch noch gegessen. Für meinen Freund und mich ist das kein Problem, solange sie nicht damit wirft oder das manschen voll ausartet. Wir sind der Ansicht, dass sie so Spaß am Essen und natürlichen Umgang damit lernt. Seine Eltern und Großeltern schienen daran ein Problem zu haben und von allen Seiten kam der Satz, "essen nicht spielen!"

Ich wollte nicht ausufernd darauf eingehen und meinte nur, dass das so doch ok sei. Der Oma passte das wohl gar nicht und sie hat der Kleinen extrem wütend den Teller weggerissen und in die Küche getragen, unter Protesten unserer Tochter. Daraufhin hat mein Freund lauter und auch mit aggressivem Unterton gefragt, was das denn soll und sie doch noch noch essen würde. Der Rest der Familie hat sich daraufhin extrem aufgeregt, wie respektlos er mit seiner Oma spricht und dass das eine Riesen Frechheit sei, was natürlich noch größere Abwehrhaltung in ihm ausgelöst hat.
Ich habe versucht zu deeskalieren und unsere Haltung zum Thema "mit essen spielen" zu erklären, aber richtig verstehen wollte das so keiner. In dem Alter müsste sie komplett mit Besteck essen und das sei Verschwendung, wenn nicht restlos alles aufgegessen wird.

Ich kann jede Haltung zu erzieherischen Themen akzeptieren und höre mir alles gern an, aber wenn wir als Eltern offensichtlich eine andere haben, dann ist es doch nicht in Ordnung seine eigene so durchzusetzen, oder seh ich das falsch?
Oder muss man einer über 80 jährigen Frau so ein Verhalten durchgehen lassen, einfach, weil sie doch schon so alt ist? ( Aussage seines Vaters)
Auch wenn der Tonfall nicht unbedingt gut gewählt war, finde ich, er hat sein Kind, das sich nicht wehren konnte, verteidigt und das ist doch eine tolle Sache.
Ich bin gespannt auf eure Sicht darauf!

Viele Grüße!

22 direkte Antwort(en) auf den ausgewählten Beitrag:

18.05.17 - 11:20

Hallo,

ich muss Dir ehrlich sagen, mit 20 Monaten sollte ein Kind ordentlich mit Messer und Gabel essen können.
#rofl...Musst Du selber lachen, oder?
Leider sind die älteren Menschen so, nicht alle, aber die meisten erinnern sich wahrscheinlich kaum noch an die eigenen Kinder, als sie klein waren.
Ich hätte das so auch nicht geduldet, Dein Mann hat richtig gehandelt.

LG

18.05.17 - 12:32

Wenn die Oma den Teller in die Küche trägt, gehe ich mal davon aus, dass ihr bei ihr und nicht bei euch gegessen habt?

Hier predigt ja jede "Mein Haus - MEINE Regeln!".

Meine Kinder haben mit 20 Monaten sicherlich auch noch gekleckert und es wurde auch mal etwas mit den Fingern in den Mund gesteckt, aber normale Nudeln konnten sie durchaus halbwegs manierlich essen. Wenn ich sehe, wie manche Kinder essen dürfen "weil es ja noch Kinder sind...", vergeht mir auch oft der Appetit, da kann ich die Oma schon verstehen und ich bin noch lange keine 80.

Meine Kinder sind beide gute Esser und haben beide keinen Schaden erlitten, weil wir ihnen nicht jede Sauerei erlaubt haben.

lg

18.05.17 - 12:35

Hallo

naja ,mit Messer und Gabel essen muss man mit 20 Monaten noch nicht,aber man kann einem Kind durchaus einen Löffel in die Hand geben zum Essen.Matschen und spielen hätte es bei mir auch nicht gegeben (als Mutter)

Das Essen einfach weg nehmen geht allerdings auch nicht

18.05.17 - 13:14

auch wenn ich durchaus der Meinung bin, dass die Eltern eines Kindes den Erziehungsstil haben und Kinder das Recht haben zu lernen....

ABER
dennoch habe ich Respekt vor der Meinung der Großeltern und anderen bei Tisch sitzenden.

D.h.
mein Kind durfte früher auch mit Essen umgehen lernen, OHNE Zuschauer.
Waren wir wo zu Besuch, gelten strengere Regeln.

Erwartet habe ich von meinem Kind nur, was mein Kind schon konnte. Sonst habe ich geholfen.
Klar darf mein Kind lernen und muss nicht perfekt sein. Das Ambiente und die Atmosphäre sollte aber für alle anderen AUCH passen.

Meine Oma hätte mir den Teller übrigens auch weggenommen. Ich habe sie geliebt und sie hat mir vieles durchgehen lassen. Aber bei Essen war sie strikt - nicht damit spielen.
Was auch daran lag, dass sie Kriegszeiten und Hunger noch mit erlebt hat und daher strenger waren.
Aufessen musste ich bei ihr nie. Was ich nicht schaffte, stellte sie in den Kühlschrank.

Meine Eltern aus der Nachkriegszeit waren in dem Punkt etwas "verkorkster": extrem streng und gleichzeitig verlorene Zeiten aufholen, aufessen müssen :-[

Wie gesagt meine Oma war eigentlich eher locker, aber Essen war eben Nahrung und Überleben. Kleckern war ok. Nur mit den Fingern essen oder Essen zerpflücken hätte sie mir den Teller auch weggenommen.

Sie hat mich vieles selbst ausprobieren lassen und mir geholfen, wenn ihre Grenze erreicht war oder die Grenze der Anwesenden.

Mein Kind hat gelernt, dass Menschen unterschiedliche Toleranzgrenzen haben.
Dass zu Hause manches erlaubt ist, was woanders strikt verboten ist. Das finde ich darf auch sein.

18.05.17 - 13:26

Hey,

Also mit 20 Monaten finde ich auch, dass dein Kind eine Gabel benutzen dürfte.
Ich finde nicht schlimm, wenn mal eine Nudel mit den Fingern genommen wird (dann kann man ja nochmal an die Gabel erinnern) aber grade wenn man zu Besuch ist fänd ich es auch nicht all zu schön, wenn mein Kind das Essen zerpflückt. Zu Haus aber auch nicht. Mit 20 Monaten hat sie Nudeln doch schon 100fach untersuchen dürfen, oder?
Dann ist bei uns halt auch irgendwann mal gut mit auseinanderrupfen! Für uns ist das rumspielen auch oft ein Zeichen dafür, dass der größte Hunger gestillt ist. Es ist natürlich eure Entscheidung aber ICH persönlich finde, ihr dürft da ein klein wenig mehr von eurem Kind erwarten.

Liebe Grüße

18.05.17 - 15:03

Hallo,

prinzipiell finde ich, dass dein Freund richtig gehandelt hat und euer Kind, was sich noch nicht selbst wehren kann, verteidigt hat. Hätten wir auch getan.
Und nur weil die Dame 80 Jahre alt ist, darf man sie (wenn sie übergriffig wird) auch zurechtweisen. Das Alter ist kein Freifahrtschein.
Und wenn ich richtig gelesen habe, fand das Essen ja bei euch im Garten statt, oder? Dann gelten unsere Regeln (auch wenn hier sicher einige dies wieder als typisch Urbia abtun ;-)).

Unser Zwerg (auch 20 Monate) besteht darauf, dass er mit Gabel oder Löffel alleine isst. Generell isst er ungern mit den Händen (mit Fingerfood konnten wir bei ihm keinen Blumentopf gewinnen, von Trauben, Breze etc abgesehen). Er wollte bis vor 2 Monaten fast nur gefüttert werden und wechselte dann aufs Besteck über (von sich aus!). Gekleckert wird nur noch ganz wenig :-).

Spaß am Essen hat er :-) auch ohne es mit den Händen erfühlen zu müssen (hätten wir ihm gerne ermöglicht, er wollte nicht).

Fängt er allerdings an mit Essen zu spielen, ist das bei ihm ein Zeichen dafür, dass er satt ist. Wir sagen dann "M..., nicht spielen" und meist schiebt er seinen Teller dann auch weg und darf dann aufstehen. Dieses war auch schon bei unserem Großen so. War euer Kind wirklich noch hungrig?

Und dieses "Aufessen müssen" ist Quatsch, das weißt du ja selbst. Das finde ich sogar echt schrecklich.

Vielleicht redet ihr nochmal mit der Verwandtschaft über euere Erziehungsansätze?

LG,
incredible mit ihren Prinzen (3/2009 und 8/2015) und Babyboy 30. SSW (29+5)

18.05.17 - 15:07

Hallo,

auch ich habe gelernt, daß man mit Essen nicht spielt. Ein Kleinkint, was mit dem Essen spielt und matscht, wirkt nicht gerade appetitfördernd. Und das Kleinkind ist durchaus fähig den Umgang mit Besteck zu lernen.

Essen gibt es heute bei und im Überfluss, jedes Jahr werden Tonnen von Lebensmitteln in den Müll geworfen und es gibt sogar Heizwerke, in denen altes Brot als Brennmaterial dient. Und in anderen Ländern verhungern buchstäblich Kinder.
Deine Oma ist in dem Alter, in dem sie wohl noch Hunger und Not erfahren hat. Verständlich, wenn ihr die Spielerei mit dem Essen respektlos und unpädagogisch erscheint. Für mich aber auch. Was hat es für einen Sinn, wenn das Kind mit den Händen im Essen wühlt? Es ist halt genug um einen Löffel oder eine Gabel halten zu können.

LG
Mistel

18.05.17 - 15:50

Ich finde dein Freund hat genau richtig reagiert. Ja Respekt vor älteren ist wichtig und ich lasse so manche schräge Meinung meiner Mutter über mich ergehen. Aber meinem Kind einfach den Teller wegziehen geht gar nicht. Schon gar nicht bei uns zu Hause.

Unsere Maus isst mit ihren 22 Monaten meist mit Gabel oder Löffel. Manches was sich schlecht aufspießen lässt mit den Händen. Wenn es etwas Neues gibt...und auch Nudeln mit unbekannter Soße wird erstmal kurz mit den Händen erkundet. Das darf sie auch ist aber wenn nur kurz. Außerdem kleckert sie auch noch...das regt meine Mutter immer auf #augen ich sage ihr dann immer sie kann gerne rausgehen wenn es sie stört.

Spielen mit dem Essen gibt's hier auch nicht. Aber mal kurz erkunden ist doch ok. Ach ja sie muss auch nicht aufessen. Wenn sie satt ist oder nicht mehr mag ist das so.

18.05.17 - 16:13

Alt hin oder her..da hätte ich auch nicht schweigen können!
Es sind EURE Regeln und man kann da seine Meinung zu sagen, wenn man meint, aber dieser Eingriff geht ja mal überhaupt nicht.
Ich würde zukünftig von gemeinsamen Mahlzeiten Abstand nehmen.

18.05.17 - 16:51

Hallo.
Bei uns ist ein solches Verhalten beim/mit dem Essen ein No go! Ich kann die Oma da verstehen. Es ist ihre Wohnung und sie muss dann alles sauber machen. Meine beiden haben immer einen Löffel oder eine Gabel bekommen und wenn sie mit den Händen essen wollten habe ich ihnen das Essen aus der Hand genommen und ihnen mit dem Besteck geholfen. Mein Neffe isst auch schon immer viel mit den Händen und ich habe irgendwann gesagt das sie ihn bitte füttern sollen wenn er es alleine nicht kann. Jeder kann erziehen wie er will. Ist man aber zu besuch sollte man sich, denke ich, anpassen. Zu hause könnt ihr sie ja so essen lassen.

Lg und alles gute

18.05.17 - 21:10

Hallo,

früher hatte man andere Ansichten zum Thema Essen, weil es wertvoller war.
Da bekam man keine Packung Nudeln für 70 Cent nachgeworfen.
Außerdem war man mehr auf Tischsitten bedacht, als heute.

Diese Ansicht, dass Kinder das Essen "erfahren" sollen, sprich' lustig damit herum matschen dürfen, gibt es erst, seit Lebensmittel so billig sind, dass es egal ist, ob man sie wegwirft. Das ist unsere heutige Wohlstandsgesellschaft. Du glaubst doch nicht, dass Kinder das in Ländern dürfen, wo das Essen knapp ist.

Ich finde es eklig, wenn die Kinder mit den Händen im Essen wühlen. Deswegen durften unsere Kinder im Garten matschen, aber nicht am Tisch. Sie haben in dem Alter Deines Kindes mit dem Löffel gegessen, so gut wie sie es eben hinbekamen.
Und ja, das lief teilweise auch mit Zwang ab. Erziehung rein mit Erklärungen, gutem Zureden und Spielchen funktioniert nämlich nicht.

Trotzdem hätte ich Deinem Kind natürlich nicht den Teller weggenommen. Wahrscheinlich hätte ich mir nur meinen Teil gedacht, wenn es nicht mein Haus gewesen wäre.
Bei über 80-jährigen ist aber immer die Frage, wie gut beieinander sie im Kopf noch sind. Wahrscheinlich hat die Großmutter das gemacht, was sie mit ihren Kindern damals auch gemacht hat, wenn die im Essen gematscht haben. Es kann auch gut sein, dass sie sich mit 60 Jahren anders, also moderater, verhalten hätte, als jetzt und nur die Augen verdreht oder eine Bemerkung gemacht hätte.

Dass Dein Mann da gleich ausflippt, gehört übrigens auch nicht gerade zum guten Ton. Das finde ich alles andere als toll. Sorry.
Der soll mal hoffen, dass er in dem Alter nicht geistig nachläßt und komische Sachen macht, die vor 50 Jahren üblich waren, wofür er dann von seinem erwachsenen Enkel angebrüllt wird.

LG

Heike

18.05.17 - 23:00

Ich wäre gar nicht auf eine Diskussion eingestiegen und hätte der Kleinen kommentarlos den Teller wieder hingestellt.

lg thyme

19.05.17 - 10:39

Ein erwachsener Mann sollte in der Lage sein, seinen Standpunkt respektvoll vertreten können!
Nur weil man seinem Kind beisteht bedeutet das noch lange nicht, das man andere Personen anpöbeln darf.

So und nun zu eurer Einstellung. Ich finde ein 20 Monate altes Kind hat genug Zeit gehabt Essen zu erkunden....sie weiß garantiert seit mehreren Monaten, wie Nudeln sich anfühlen. Irgendwann ist auch mal gut. Und eine Gabel sollte in dem Alter schon benutzt werden können. Dein Kind ist kein blutiger Anfänger mehr und irgendwo hat das erkunden von Nahrungsmitteln auch mal seine Grenze erreicht und das Kind darf sich weiter entwickeln.

Und ist es wirklich zu viel erwartet, das man bei einer gemeinsamen Mahlzeit nicht nur die angeblichen Bedürfnisse des Kindes in den Fokus stellt, sondern dann auch mal auf die anderen Personen am Tisch eingeht? Eine Frau mit 80 Jahren hat wirklich auch andere Zeiten erlebt, die sie definitiv stark geprägt hahaben. Ja, man spielt nicht mit Nahrungsmitteln, aber es gibt in der heutigen Zeit ein Zeitfenster für Kleinkinder, in denen man das Essen zumindest mal erkunden kann/darf/soll....das ist in meinen Augen Luxus und bedeutet allerdings noch lange nicht, das ein Kind monatelang mit einem bekannten Lebensmittel "wilde Sau" spielen darf.

Ja, es ist eine anstrengende Zeit in der häufig die eigene Mahlzeit kalt wird, weil man das Kind durch eine Mahlzeit begleitet. Aber das ist noch lange kein Grund, eine eigentlich tolle, moderne Sache für sich so auszulegen und auszunutzen, das man das Kind komplett (ohne Rücksicht auf Verluste) gewähren lässt.

Keiner von den Beteiligten hat sich bei dieser Mahlzeit mit Ruhm bekleckert, wirklich keiner.

19.05.17 - 13:32

Hallo!

Meine Kinder sind 4,5 und 3 Jahre alt und beide sehr gute Esser! Ich habe sie nie mit Essen spielen lassen. Ja, ich habe die beiden ziemlich lange gefüttert und immer eine heftige Kritik bekommen. "Das Kind wird nie richtig essen lernen" Beide haben es gelernt und können wunderbar mit Besteck umgehen.

Meine Tochter hat auch immer wieder mal Nudeln oder größere Kartoffelstücke mit der Hand gegessen. Das fand ich auch vollkommen ok. Aber ich hätte sie nicht gelassen, dass sie die Nudeln auseinander pflückt oder damit rummatscht...

Aber jeder wie er mag.

LG

sweti84

19.05.17 - 13:52

Meiner Ansicht nach siehst du es richtig.
Auch wenn ich meine Kinder durchaus dazu animiert habe, Nudeln mit dem Löffel oder der Gabel zu essen, ihr habt es eben anders entschieden. Das darf man als Oma nicht gut finden, und das darf man euch auch sagen. Aber einem kleinen Kind wegen eines von den Eltern geduldeten Verhaltens den Teller wegreißen, das geht m.E. gar nicht. Die ältere (huch, ich bin ja auch schon nicht mehr ganz neu;-)) Generation vergisst manchmal gern, dass Respekt keine einseitige Sache ist. Jemandem wütend das Essen wegreißen ist auch respektlos, und das Kind wusste es doch gar nicht anders. Die Oma hätte vielleicht anbieten können, sie zu füttern.
Der Tonfall deines Freundes wäre sicher nicht nötig gewesen, aber das Essen zurückgeholt hätte ich eurer Tochter auf jeden Fall auch.

19.05.17 - 15:01

Die "Alten" haben das nun mal vergessen das es früher eben auch bei ihren Kindern so war. #zitter:-p Kein Kind isst mit 20 Monaten mit Messer und Gabel. #rofl Mach Dir nichts draus und sei stolz auf deinen Mann.

19.05.17 - 15:08

Generell hat euch keiner zu bevormunden wie ihr was mit eurem Kind macht oder nicht macht. Es ist euer Kind. Entweder man akzeptiert eure Einstellung oder man tut es nicht und meidet euch. Punkt aus Ende. Meiner ist 14 Monate und läuft am liebsten beim Essen herum oder spuckt es aus um es nochmal anzuschauen und dann wirklich zu essen, manchmal liegt es aber auch daran, weil er sich zu große Stücke oder zu viel auf einmal einverleiben will. Wenn wir gemeinsam essen, sitzt er bei einem von uns, zumeist bei der Oma aufm Schoß und bekommt von ihr was ab. Was auch mal wie letztens ne Chivapcici is oder wie man die schreibt und er die wie n Stick langsam isst, n Teil davon runter fällt etc. Auch wenn wir im Restaurant sind machen wir das so. Und genau wie daheim machen wir auch wo anders und im Restaurant den Müll den mein Sohn produziert selbst sauber. WIR heben alles wieder auf und nehmen ein Feuchttuch und wischen über alle Flächen. Ich achte auswärts lediglich darauf, dass er mit Essen dort nicht herumläuft um Stoffbezüge zu verdrecken etc. weil das ist schlecht abwischbar.

Ich gebe meinem Sohn keine eigenen Portionen (außer bei den direkten Kindermenüs in Schalen die nur für ihn bestimmt sind) sondern lass ihn bei uns mitessen, weil auch ich weggeworfenes Essen nicht mag. Ich lass ihn generell erst das eine aufessen was er im Mund hat, ehe ich ihm was neues gebe. Selbst essen lass ich ihn nur Sachen die nicht viel Flecken machen. So darf er auch mal n Muffin (selbst gebacken mit wenig Zucker) mampfen, zerpflügen etc. mei große Stücken die über bleiben ess ich selbst, kleine Krümel isst der Staubsauer... wo gehobelt wird da fallen Spähne. Man muss auch mal mit der Entwicklung eines Kindes gehen und ein Kind will in dem Alter noch alles erleben, fühlen, schmecken, riechen, erkunden.... aber irgendwann erreichen sie ein Alter da können sie auch gescheit am Tisch sitzen, mitessen etc. Mein Mann würde da total ausrasten bei, wenn egal wer meint, unseren Sohn da raus zu reisen, künstlich zum schreien gebracht werden, wegen was... sind wir mal ehrlich die paar Krümel die dabei im Müll landen (so n Kinderteller ist ja echt mini was Portionen angeht, da gibt man vielleicht 8-10 Nudeln drauf mit n bisschen Soße und wenn die aufgegessen sind erst nachgeladen. Wenn ich koche landet leider auch ein gewisser minimaler Teil auch im Müll, meistens nicht immer... weil ich mich in der Menge verschätzt habe oder irgendwer weniger isst als gewöhnlich und wir besitzen nicht 100 Tupperwareboxen.

19.05.17 - 23:43

Hallo

?unächst mal möchte ich schildern wie es bei uns war.

Wir haben inzwischen 2 kinder. Beides mädchen (ob es einen unterschied zu ju gs gibt kann ich nicht genau sagen meine brüder hatten sich jedoch ähnlich entwickelt)

Die große ist im februar 4 geworden.

Die kleine wird im oktober 3.

Bei uns lief essen (lernen) so ab.

Die ersten monate wurde mur gekotzt bis zur einführung von brei. Auf grund der ewigen spuckerei riet der arzt zu frühem beikostbeginn da war sie 15 wochen alt.

Gesagt getan und sie hat mal nicht alles erbrochen :-)

Sie hat wie üblich ausschließlich gemüse bekommen und das fein püriert.
Schande auf mein haupt die ersten wochen habe ich zum testen was ihr schmeckt gläschen gekauft.

Dann habe ich selbst gekocht.

Etwa 6-8 wochen pures gemüse. Dann mit gemantschten kartoffeln als die ersten mini stücke. Und nach 10 wochen brei wollte sie dann nicht mehr.

Wir sind dann umgestiegen auf gemüsesticks und nagürlich gab es gemansche!

Und ja ich hab das kommentarlos hingenommen. Zumindest erstmal.

Sie mantsche ich schob nebenher den löffel rein. Kind war glücklich und satt.

Hat wenige tage gedauert dann fing sie an die sticks auch zu essen.

Joghurts etc hat sie aber erstaunlichetweise direkt mit dem löffel gegessen. Klar nicht alles akkurat in den mund bekommen und es ist auch hier und da mal ein löffel in den haaren gelandet. Naja das gehört doch aber iwie dazu.

Wurde halt gewaschen und fertig.

Nach und nach hat sich immer mehr das bestec? eingeschlichen mit gut 1.5j hat sie überwiegend mit besteck gegessen.
Erbsen zb hat sie lange mit den fingern in den mund gesteckt weil alles vom löffel gekullert ist. Mit der gabel zerdrücken und dann mit dem löffel in den mund war da noch zu hoch für sie.
Mais hat sie auch lange mit den fingern gegessen.

Kichererben ebenso.
Alles so in dem format hat bis mindestens 2 j gedauert bis das mut dem löffel im mund war.

Mini zb. Ist 2 3/4 und hat auch jetzt manchmal noch probleme mit erbsen.

Unsere große isst mit messer und gabel seit sie 3 jahre alt isst.

Kam so durch den kindergarten. Anfangs tat sie sich schwer inzwischen klappt es hervorragend.

Mini isst auch mit messer und gaben hat aber oft noch schwierigkeiten mit dem messer sachen auf statt über die gabel zu schieben.
Essen dauert entsprechend ewig aber da sie die geduld hat lassen wir sie machen.

Sie mag nicht wenn man ihr hilft.

Druck oder so haben wir aus unserer sicht nie gemacht.

Sie durften essen anfassen auch zermanschen etc. Wirde essen geworfen oder ausgespuckt kam es hedoch weg. Anfassen und fühlen etc alles ok aber unherwerfen finde ich nicht ok. Das zöhlt für mich wirklich zu spielerein die nicht sein müssen. Zermanschen ist in meinen augen lebensmittel erkunden und hat nichts mit spielen zu tun.

Jedoch ist es wohl eine familiäre sache. Mein opa zb hat nie gesagt das kind würde sich unangemessen am tisch benehmen.

Natürlich hat er immer die gabel angeboten und ihr versucht das schmackhaft zu machen. Aber er würde ihr nicht den teller wegnehmen wenn sie mit den fingern weiterisst.

Würde sie essen werfen und wir das dulden würde es denke ich schon was sagen. Aber generell sieht meine familie das recht locker.

Ich würde sogar behaupten meine mutter sieht manches lockerer als ich.

Ob das bei mir auch so war weiß ich nicht! Vll ist das ein oma-enkel ding.

Wir sind in vielen hinsichten strenger als die großeltern.

Ob ich meinen opa/oma verbal angegangen hätte weiß ich nicht.
Mir hat man noch respekt vor älteren beigebracht. Ich denk mir meißt meinen teil.

Andererseits hätten mein mann und ich wohl das abendessen abgebrochen und wären gegangen. Wenn unsere kinder der art "ausgeladen"werden dann gehen wir halt.
Wir schwimmen nicht in geld aber was zu essen haben wir immer und sind nicht auf einladungen angewiesen.
Das hätte ich in dem fall auch klar kommuniziert und wäre gegangen.

Jeder darf seine meinung haben. Und jeder darf mir seine meinung über meine eeziehung auch offen und ehrlich mitteilen. Aber ob ich meine meinung daraufhin änder ist MEINE sache weil es eben MEINE kinder sind und es MEINE verantwortung ist das sie zu gescheiten erwachsenen heranreifen.

Zum thema essen nicht aufessen/ verschwenden.

Ja das sehe ich auch so.
Wir bringen den kindern bei das sie nur soviel aufzun sollen wie sie auch essen wollen. Ist noch mehr hunger da darf man gerne nachnehmen aber ich möchte im nachhinein nicht die einzelnen kompnenten aueinander friemeln und das halb angelüllerte zeugs meine kinder aufessen müssen.

Denn meißt koche ich (also ich koche nur am we) für 2 tage. Und ich möchte einfach den eintopf der auf den tellern war nicht in den Topf für morgen zurück tun.

Auf grund dessen raten wit dazu weniger aufzuladen und nochmal anzunehmen.

Allerdings habt die große da verständnis für.
Sie bekommt schon taschengeld und weiß das alles einen wert hat. Noch dazu hilft sie beim gemüseanbau im garten und so weiß sie das es bis zur ernte ein weiter weg ist und das eine pflanze auch pflegebraucht.
Sie weiß das für fleisch tiere sterben müssen und das die verarbeitung eben auch Zeit und aufwand kostet.

Auch das werfen wir der kleinen vermitteln die derzeit noch kaum verstöndbis dafür hat allerdings tun wir meißt was auf ihren teller und sie bekommt auch was nach wenn wir sie fragen und sie "ja" sagt.
Zum aufessen wird dennoch keiner gezwungen.

Trotzdem werfe ich nicht gern lebensmittel weg. Das ist einfach eine sache die sich mir wiederstrebt.

Wir haben so viel auswahl und die möglichkeit auf gesunde ausgewogene Ernährung und dafür sollte man aus meiner sicht dankbar sein und sie nicht unnötog verschwenden.

So aber auch wir haben keinen heiligenschein und ja auch mir sind schon lebensmittel vergammelt.

Oder ein brot trocken geworden (darüber freuen sich dann die hühner).
Und wir essen nicht immer alles auf oder können alle reste einmachen/ einfrieren oder anderweitig verwerten und trotzdem achte ich darauf das wir nur soviel kaufen wie wir nach erfahrung verwerten.

Aber einem kind den teller wegnehmen und sich dann über verschwendung beschweren käme mir nicht in den sinn.

Naja so viel zu unserer handhabung und meinung.

Kind 3 ist unterwegs und darf auch das essen anfassen.

Trotzdem werden wir gabel und löffel direkt anbieten und dann irgendwann auch zur nutzung beten. Aber ist probieren erstmal erlaubt und auch gewünscht.
Wir denken das es nötig ist lebensmittel und Konsistenzen zu erfühlen um einen gesunden umgang zu Lebensmitteln zu erlernen.

LG

20.05.17 - 00:19

Wie sich deine Oma bei euch zuhause verhalten hat, noch dazu bei einer ungezwungenen Gartenparty, macht mich richtig wütend. Auch die Kommentare der anderen Familienmitglieder finde ich grenzwertig. Ich würde da wahrscheinlich stoisch jedes Mal antworten: "Danke, wir sagen schon etwas, wenn es uns stört."

Klar, dein Partner war unhöflich, wenn er sich der Oma gegenüber im Ton vergriffen hat. Sie war jedoch zuerst unhöflich und da hätte ich ebenfalls nicht an mich halten können. Früher ist man leider mit Kindern so umgegangen, hat sie als Objekte behandelt und hat kein Problem darin gesehen, sie zu Erziehungszwecken in ihrer Würde zu verletzen. Das dürfte aber auch an deiner 80jährigen Oma nicht vorbeigegangen sein, dass ihr das heute anders handhabt, also hätte ihr klar sein müssen, dass sie euch gegen sich aufbringt. Ich denke, sie hat wahrscheinlich daraus gelernt, dass sie beim nächsten Mal ein bisschen menr an sich halten sollte und ich würde das ganze jetzt so stehen lassen.

20.05.17 - 13:37

Hi du,

in dem Fall hätte ich dann den Teller einfach wieder geholt, gerade wenn es bei euch zu Hause war.
Es ist euer Kind und ihr habt gesagt, dass es ok ist.

Da hat euch niemand reinzureden. Anpampen würde ich die Oma jetzt auch nicht, sondern wie gesagt, einfach reingehen, Teller holen, oder wenn mans ganz ins Absurde ziehen möchte. Nudeln und Sauce auf den Tisch geben und sagen: Na dann musst du jetzt vom Tisch essen du armes Kind. ;-)

Aber grundsätzlich sollte man in dem Alter schon anfangen, dass Gabel und Löffel benutzt werden. Unser Zwerg hat zu der Zeit Mal so, Mal so gegessen und wenn er nur noch gematscht hat, bzw. das Essen zerpflücken wollte, war das ein Zeichen, dass er satt ist, dann hab ich auch das Essen weg, aber natürlich nicht einfach den Teller entrissen sondern ihn gefragt ober satt ist und lieber was zu spielen möchte.
So war das dann immer prima gelöst. Er ist mit den Autos auf dem Tisch rumgefahren und wir haben weitergegessen.
Richtiges Matschen finde ich auch unnötig, einfach weil es nicht sein muss, dass Lebensmittel verschwendet werden, daher habe ich das auch in dem Alter schon unterbunden, sanft natürlich, aber es muss wirklich nicht sein, meiner Meinung nach.
Wie ihr das handhabt ist natürlich eure Sache und ihr solltet das vor dem nächsten Mal mit euren Eltern und Großeltern klären, dass ihr euer Kind erzieht und wenn ihr sagt, dass es ok ist, dann haben sie das zu akzeptieren.

22.05.17 - 13:46

Hallo

Ich hab mir fast alles durchgelesen und ehrlich gesagt finde ich eure Art abstoßend und kann über solche Eltern eher den Kopf schütteln.
Ich habe 3 Kinder, sie konnten alle immer recht ordentlich essen, das war nie Thema. Ich habe sie ganz locker früh allein machen lassen, geholfen nur wenn nötig.

Nudeln mit den Händen essen, zerpflücken und zermantschen war und ist no go hier, empfinde ich als respektlos, und eine 80-Jährige dann aufgrund dieses Empfindens noch anzuschreien finde ich NOCH respektloser.
"Mit Essen spielt man nicht" ist auch hier Regel, durchaus sinnvoll.

Den Teller schließlich bei Nichtbeachtung wegzunehmen sehe ich auch als unproblematisch an.

26.05.17 - 09:21

Also, ich mag und mochte es bei meinen Kindern nicht, wenn mit dem Essen gematscht oder gespielt wurde...

wenn der mit der Hand nachgeholfen wird, dass das Essen nicht vom Löffel hopst ist ok.

Eine Gabel in Muttis Hand, eine Gabel in die Kinderhand...das Kind übt das eigenständige Essen und der Elternteil hilft und ist sich sicher das auch was im Mund landet.

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