Erziehung

  • 19.06.17 - 11:51
    regibue (1)

    Jungs sind VIEL schwieriger, Mädchenmamas haben da keine Ahnung, ist da was Wahres dran?

    Ein Freund meiner Tochter (beide 11) hat nach dem Wechsel ans Gymnasium Probleme sich soweit zu organisieren und motivieren dass er seine Hausaufgaben nicht macht und für Arbeiten nicht lernt. Jeden Tag fehlt was, seine Zensuren sind teilweise richtig schlecht, er weiss auch oft nicht was sie aufhaben, Zettel fehlen usw. Teilweise lügt er um solche Dinge zu vertuschen.

    Ich bin mit der Mutter befreundet und die klagt oft wie schwierig sie es mit ihm findet. Meinen Ratschlag zum einen Konsequent die Hausaufgaben zu kontrollieren und bei verbaseln von Hausaufgabenzettel, auch mal eine Strafe folgen zu lassen ist ihr dann allerdings zu anstrengend.

    Neulich sagte sie mir Sie könne da nicht ständig zu Hause Druck aufbauen weil das Familienklima darunter leidet. Dazu muss gesagt werden dass sie von 14:30 bis oft 20:00 Uhr abends als Musiklehrerein arbeitet, und anscheinend ihrem Sohn wenn sie ihn mal sieht alles durchgehen lässt. Als ich mal wagte zu sagen, dass Kinder auch mal Konsequenz und Grenzen brauchen, und auch mal mehr Hilfe und Zeit der Eltern um zu lernen sich selbst zu organisieren ging sie dann auf mich los ( und 3 umstehende Jungsmütter dazu) dass ich ja keine Ahnung habe wie das mit Jungs so ist. Ich hätte ja nur Mädchen, die wären viel einfacher!. Ja und meine sind einfacher, weil ich sie schon seid 10 Jahren konsequenter erziehe als sie ihren Jungen. Das hat aber nichts mit dem Geschlecht zu tun. Erziehung zählt sich halt irgendwann aus. Aber viele sind einfach zu faul sich mit den Kindern auseinanderzusetzen.
    Mir tut der Sohn irgendwie leid, da er schon schlau genug ist um gute Noten zu kriegen, und er sein Potential vergeudet. Aber was kann ich da tun? Ich hab schließlich keine Ahnung von Jungs....

    Antworten  8
    • Ich bin Lehrerin an einem Gymnasium und muss gestehen, dass der Unterschied zwischen Mädchen und Jungen, insbesondere was Organisation und Verdaddeln von Zetteln, Vergessen von Geld und Unterschriften usw. betrifft, tatsächlich größer ist als ich es vorher erwartet hätte. Das ändert sich nach meiner Erfahrung erst grob mit der 10. Klasse. Da werden dann auch viele Jungs sortierter und entwickeln mehr Ehrgeiz.

      Aktuell habe ich eine 8. Klasse, in der es besonders auffällig ist: Die meisten Mädchen (natürlich nicht alle) haben fast immer sämtliche Unterlagen dabei, schreiben ordentlich mit, markieren hübsch farbig (und brauchen dabei ewig, die meisten Jungs sind deutlich schneller) usw. Nach der Stunde fliegen dann diverse Zettel von Jungs im Klassenraum rum. Die wurden in dieser Stunde begonnen und auch direkt wieder liegen gelassen. Von Mitschreiben für spätere Stunden keine Spur. Ich rede da als Lehrerin auch gegen Windmühlen und die Eltern sitzen mir in Elterngesprächen auch regelmäßig ratlos gegenüber. Insgesamt schneiden die Jungs in der Klasse auch auffallend schlechter ab als die Mädchen - klar. Wie will man so auch lernen?

      Konsequenzen habe ich auch mehrfach ausprobiert. Pflicht, in ein Heft zu schreiben, Vorzeigen der Mitschriften nach der Stunde usw. Das funktioniert auch - aber tatsächlich haargenau so lange wie ich das regelmäßig unter hohem Aufwand kontrolliere. Ist das dann wirklich den Aufwand wert?

      Es hilft den Eltern manchmal, wenn ich ankündige, dass Hefte eingesammelt und auf Vollständigkeit überprüft bzw. benotet werden - zum Teil mache ich das. Aber von allein als Elternteil diesen Druck aufzubauen halte ich tatsächlich für schwierig, wenn das Kind da keine intrinsische Motivation hat.

      Kurz: Nicht jedes Mädchen ist ordentlich, nicht jeder Junge ein Chaot. In der Tendenz scheint es - nach meiner Erfahrung - aber schon eher so zu sein.


          • Der TE geht es aber überhaupt nicht um ein interessantes Thema ... sondern nur um eine Plattform, um ihren menschenverachtenden, rassistischen Müll auszukippen ...

            ... ihre Beiträge sind immer nur ein Aufhänger, um ziemlich schnell die Maske fallen zu lassen ...

            ... Du bietest mit Deinen Antworten solchen Menschen das gewünschte Forum und die gewünschte Ansprache.

            • Kaum zu glauben, dass ich mich für einen freundlich formulierten Beitrag, der lediglich meine Erfahrungen enthält, rechtfertigen muss.

              Ich sehe häufig Unterschiede zwischen Jungs und Mädchen und dazu stehe ich.

              Und ganz allgemein:
              Ich habe gerade ein paar Beiträge im Forum gelesen und wenn ein Fake hier einen Beitrag schreibt, den ihr lächerlich oder diskriminierend findet, dann meldet ihn halt. Ich finde solche Beiträge wie "Troll!" oder Ähnliches viel nerviger. Solche Beiträge schrecken viel mehr ab.

              Und: Wer da jetzt den Beitrag gestartet hat, kann ich höchstens mutmaßen - außerdem bewege ich mir hier ziemlich selten, sondern hing 3 ewig im Kinderwunsch rum. Absurd, dass ich mich nun auch noch genötigt fühle, das zu schreiben. Schade, so macht Austausch wenig Freude.

            • "Der TE geht es aber überhaupt nicht um ein interessantes Thema ... sondern nur um eine Plattform, um ihren menschenverachtenden, rassistischen Müll auszukippen ..."
              Oha, das wusste ich nicht, dann bekomme ich wohl nur die Anfänge mit.
              Ich dachte, sie will sich im Internet groß machen (waren die Regensburger Domspatzen nicht auch von ihr?), dass sie auch noch so drauf ist, ist ja mal richtig ekelhaft.

            Hallo, vielen Dank für die nette Antwort. Ich hätte vielleicht nicht schreiben sollen bevor sich mein Ärger gelegt hat. Ich habe da warscheinlich zu sehr Luft abgelassen. Ich hatte nur besagte Mutter das ganze Schuljahr über öfter lange am Telefon um sich bei mir auszusprechen, auszuheulen etc, und ich mag ihren Sohn gerne und hab mich da halt über dieses Desinteresse der Mutter geärgert wirklich was zu tun und stattdessen nur Ausreden anzubringen. Irgendwem bin ich hier allerdings damit auf den Schlips getreten mit meiner Meinung und bin ohne Komentar oder Erklärung hier rausgeflogen. Ich bin kein Troll und auch keine Maike, was auch immer das bedeutet, und komme auch nicht aus dem Irrenhaus, sondern eine ganz normale Mutter und einfach neu hier. Tut mir leid wenn ich hier wen geärgert habe. Aber dann sagt das einfach.

            • 24.06.17 - 21:20

              ...schrieb hier irgendwer was von Maike?

              Jetzt verrätst du dich schon so schnell selbst?

              Schade eigentlich.
              Ich als reine Jungsmutter hätte gern was dazu geschrieben.

              Denn auch wenn ichs wenig mit Stereotypen oder Pauschalisierungen habe, und meine Kinder weder übermäßig konsequent noch übermäßig bedürfnisorientiert erziehe- dieses "Klischee" stimmt/passt auch bei uns/ in meinem Umfeld zu mind.80%.

              Ja, es gibt natürlich auch super organisierte Jungs und mega chaotische Mädels u alles dazwischen- aber überwiegend ist es hier eben auch so.

              Und ich habe 3 Söhne unterdchiedlichsten Charakters on verschiedensten Lebensphasen.

              Und etliche Neffen u Nichten.

              Das kann doch kein Zufall sein oder das Ergebnis ge-/misslungener Erziehung.

              Das muss ein Übermachtding sein.

              Das will ich für meinen Teil mir zimindest einreden dürfen #schwitz

              Lulu

        Ach herrje, dein Beitrag nimmt mir jede Hoffnung auf eine Besserung vom chaotischen System meines Sohnes ;-).
        Er ist zwar erst in der 2. Klasse, aber von deiner Beschreibung her könnte ich ihn da in ein paar Jahren wiederfinden.

        Interessant wie du die Unterschiede beschrieben hast.
        Gruß

        • Hehe, das war nicht meine Absicht ;-)

          Ich sag mal so: Unterstützen kann man auf vielfältige Weise. Das ist halt leider keine Garantie dafür, dass es klappt. Aber es kann klappen oder das Chaos ein bisschen einschränken.

          Mögliche Maßnahmen (von einfach bis umfangreich ;-) ):

          - Elternbriefe: Falls die Schüler keine Postmappe anschaffen mussten (sollen aber die meisten schon von der Schule aus), selbst eine gelbe Mappe (erinnert an Post) einpacken und Kind immer daran erinnern, alle Elternbriefe dort zu sammeln. Die Mappe dann auch täglich einsehen.

          - Lose Zettel vermeiden: Dem Kind möglichst lange Hefte kaufen (auch noch an weiterführenden Schulen, wenn Hefter populärer werden). Einige meiner Schüler kleben die Arbeitsblätter aus dem Unterricht dann mit Klebestreifen (haben sie selbst dabei) noch im Unterricht ins Heft (da wo man sonst abheften würde, kleben sie mit einem Klebestreifen die Seite erst an der linken Heftseite fest und die Rückseite an der rechten Heftseite). So kann man das AB wie eine Heftseite blättern.

          - eine Dokumententasche mit Klettverschluss o. Ä. mitgeben, in die lose Zettel und gebastelte Arbeitsmaterialien o. Ä. gepackt werden können. Sowas meine ich: https://www.amazon.de/EXXO-HFP-35300-Dokumententasche-Klettverschluss/dp/B00ZOZHXCE/ref=sr_1_1?s=officeproduct&ie=UTF8&qid=1497954507&sr=1-1&keywords=dokumententasche+a4 Zu Hause kann man dann beim Sortieren helfen. (Alle paar Tage nachfragen, was sich darin gesammelt hat oder gleich mit Postmappe zusammen angucken)

          - "Schwarzes Loch" bei Schreibkram vermeiden: Federtasche, die keine Schlampertasche ist (= nur reinwerfen). Und genau abgezählt viele Stifte. Auf alle mit Stift oder Klebestreifen den Namen schreiben/kleben, auch auf Geodreiecke usw.

          Unterrichtsmitschriften organisieren: (Das lernen unsere Schüler (Gymnasium) in "Lernen lernen" in Klasse 5/6, aber das kann man auch privat immer wieder anregen):

          * Mit jedem Stundenbeginn einen Strich unter die bisherigen Aufzeichnungen machen. Datum unter den Strich schreiben, gucken, ob eine Seitenzahl im Heft steht.
          * gemeinsam ein Inhaltsverzeichnis anlegen und weiterführen, das auf die erste Seite vorne geklebt wird

          Zu Hause:

          Das ist jetzt eine Platzfrage. Aber enorm hilfreich ist, wenn man z. B. für jedes Fach eine Schublade hat, in die die Hefte(r), Bücher und andere Arbeitsmaterialien kommen.
          In Mathe lägen dann z. B.: Buch, Hefte (Klassenarbeitsheft, Schreibheft, vorgedrucktes Arbeitsheft), Taschenrechner (irgendwann), Zirkel, ... Außen beschriften und das Packen der Schultasche fällt leichter.

          Schreibtisch: "Leerer Schreibtisch"-Konzept. (Mag nicht jeder) Der Schreibtisch bekommt keine eigenen Stifte o. Ä., nur eine Lichtquelle und Ablagefächer (falls benötigt) für kariertes, liniertes, weißes Papier und Schmierzettel, die man noch nutzen kann (4 Fächer also, sowas: ttps://www.amazon.de/1027-X-14-Briefablage-KLASSIK-Hochgl%C3%A4nzend-Packung/dp/B0089SYJI4/ref=sr_1_fkmr0_1?ie=UTF8&qid=1497955215&sr=8-1-fkmr0&keywords=zettelablage+f%C3%A4cher).

          Alle Schreibmaterialien kommen aus der Federtasche und landen danach auch wieder dort. Wenn der Schreibtisch abends immer wieder komplett leer ist, sammelt sich da erst gar kein Chaos an.

          • Wow, vielen Dank für die Mühe und tollen Tipps.

            Einiges davon kann ich zum 3. Schuljahr schon umsetzen und ausprobieren.

            Stichwort: Schreibtisch #pro super Idee.

            Mäppchen: mein Sohn hat drei und möchte das so #schein. Trotzdem schmeißt er die Stifte in den Ranzen. Das Thema werde ich auf jeden Fall verändern.

            Danke nochmal #winke

Top Diskussionen anzeigen

Passende Artikel aus unserem Magazin