Erziehung

  • 14.07.17 - 11:37

    Sandspielzeug/ Deins-Meins/ Teilen/Respektieren

    Guten Morgen,

    ich hatte gestern schon wieder eine Situation auf dem Spielplatz, die mir einfach nicht aus dem Kopf geht.

    Gestern war ich mit meinen 3,9 Jahre alten Zwillingen auf dem Spielplatz mit einer Freundin. Da ich die Kinder direkt von der Arbeit abgeholt hatte, hatte ich vergessen Sandspielzeug einzupacken. Lediglich habe ich vorher noch etwas zu essen organisiert.

    Auf dem Spielplatz war dann ein Mädchen ungefähr 3,5 Jahre alt mit seiner Mutter und einem Baby c.a.9 Monate. Sie saßen im Sand und das große Mädchen hat mit ihren Sandspielsachen (Tasche voll) gespielt. Mein Sohn wollte hin gehen und sich etwas nehmen. Daraufhin machte ich Ihn darauf Aufmerksam, dass man vorher fragen muss bevor man etwas nimmt.

    Er hat dann auch ganz lieb gefragt und ein "Nein" als Antwort bekommen von dem Mädchen. Soweit so gut. Ich habe ihm dann erklärt, dass man auch ein Nein akzeptieren muss. Dann stand da noch ein Eimer ohne Besitzer. Mein Sohn ging hin und nahm den Eimer. Ich schaute mich nach dem Besitzer um, aber konnte niemanden sehen um zu fragen, deshalb habe ich es zugelassen, dass er damit kurz spielte.

    Als dann das Eigentümer Kind kam war es wütend und entriss meinem Sohn en Eimer. Wieder erklärte ich ihm, dass es das Spielzeug von dem anderen Jungen ist und wenn er es haben will man es zurück geben muss. Ich bat ihnen an, doch das Kind meiner Freundin zu fragen, ob diese mit ihnen teilt. Das funktionierte dann auch.

    Zwischenzeitlich kam die Oma von dem zuvor herrenlosen Sandspielzeug und versuchte ihrem Kind zu erklären, dass es schön ist wenn man teilt und ihr Kind brachte uns dann ein Sieb für das wir uns ganz herzlich bedankt haben.
    Allerdings mischte sich die erste Mutter wieder ein um der Oma mit dem Kind zu erklären, dass sie ihrem Enkel doch nicht reinreden soll und dass man nicht animieren soll zu teilen und das die Kinder unter sich ausmachen lassen soll.

    Zwischenzeitlich kamen zu dem Mädchen wieder andere Kinder die mitspielen wollten und bekamen ein Nein, was sie aber nicht verstanden. Die Mutter hat dann ihre beiden Kinder mit großem Aufwand aus dem Sandkasten ziehen müssen unter Tränen.
    Dann kam ein ausländisches Mädchen mit ihrem Vater und ist auch gleich zu den Spielsachen gegangen und hat sich einfach ein Förmchen genommen. Der Vater hat das nicht gleich mitbekommen. Und die Mutter fing dann an: Nimm ihr das Förmchen ab! xy will das nicht.

    Bis der Vater das mitbekam und sich entschuldigte und sagte, dass das Kind ein Deutsch spricht.

    Ich persönlich fand die ganze Situation sehr unangenehm. Natürlich muss man respektieren wenn jemand anderes nicht teilt. Auch wenn es schwer ist das dann zu vermitteln. Aber muss man anderen diese Wertevorstellung auch aufbinden?
    Zum Schluss als wir gehen wollte ging mein Sohn zu der Frau und kickte mit Sand nach ihr. Ich ging natürlich sofort dazwischen um mit ihm zu schimpfen. Und sie fing dann an mit meinem Sohn zu reden /belehren, obwohl ich direkt bei ihm stand. Ich habe ihr dann gesagt, dass das meine Sorge ist, dass mit meinem Sohn zu regeln. Bei jedem anderen hätte ich mich höflichst entschuldigt, aber irgend ging die mir auf den Zeiger. Natürlich war das Verhalten meines Sohnes nicht in Ordnung und wir haben danach noch langegeredet.

    Seitdem denke ich darüber nach, ob man teilen beibringen soll oder nicht?Ichhabe es immer versucht, da ich ja auch Zwillinge habe würde dass sonst hier zu Hause auch gar nicht funktionieren. Oder soll man lieber nicht animieren zu teilen, wie die Frau das gemacht hat.
    Was ist richtig und was ist falsch? Ich würde es gar nicht über das Herz bringen wenn ein anderes Kind weint, während mein Sohn 30 Sandspielsachen hat. Sehe ich das falsch oder muss ich meine Kinder mehr erziehen, dass sie nicht teilen müssen?

    Antworten  0
    • Hallo!

      Ich habe hier zu diesem Thema schon ganz viele Meinungen gehört. Ich habe meinen Kindern immer versucht beizubringen zu teilen. Mein Sohn war da auch immer sehr entspannt, aber meine Tochter hatte durchaus mal eine Phase, dass sie alles zusammengeschrien hat, wenn ein anderes Kind ihr etwas weg genommen hat, wollte aber gleichzeitig mit dem fremden Spielzeug spielen. Ich habe zu ihr immer gesagt, dass wenn sie grad mit dem Spielzeug nicht spielt, dann darf das andere Kind es haben.

      Meine Kinder sind jetzt 4 und 3 Jahre alt und es gibt keine Probleme mehr was das Teilen angeht. Ich finde es immer befremdlich, wenn ein 3 oder 4 jähriges Kind alles zusammenschreit, wenn ein anderes Kind seinem Spielzeug oder Fahrzeug nähert.

      Bei uns zu Hause ist es auch so. Jeder hat zwar seine Spielzeuge, aber da wir nur einen Altersunterschied von 15 Monaten haben, dürfen sie auch im Zimmer des anderen spielen und auch die Spielzeuge nehmen. Ausnahmen sind nur die Kuscheltiere, die mit ins Bett dürfen.

      Bis jetzt klappt es super.

      Wenn es dann soweit ist, wenn sie ihre Privatsphäre wollen, dann wird es sich ändern. Aber jetzt fordern sie es noch nicht und genießen es mit allem spielen zu dürfen... auch ohne zu fragen... sie müssen damit natürlich ordentlich umgehen.

      LG

      sweti84

      • Ja es stimmt ich konnte Ihnen an dem Tag das Teilen nicht zeigen, weil ich das Spielzeug vergessen hatte. Mit dem Sand ok, vielleicht hab ich auch überreagiert. Ich glaub die Reaktion von mir war auch weniger wegen dem Teilen, als dass ich das Gefühl hatte, dass die Frau sich bei der anderen Mutter einmischte und ich das irgendwie vermeiden wollte.

      14.07.17 - 14:46

      ...wenn ein Kind mich mit Sand bekickt, rede ich auch mit dem Kind und nicht mit der Mutter. Wenn meine Bürokollegin mich nervt rede ich mit ihr und nicht mit dem Chef. Alles korrekt.

      Klar wäre es schön, wenn das Kind geteilt hätte - aber das NEIN ist genauso zu akzeptieren ...

      Ich hätte wohl mein Kind freundlich dazu motiviert - aber wenn es nun mal nicht will?

      Okay, die Mutter hat das Kind geradezu dazu bewegt, ein hartherziges NEIN an alle zu senden. Unsympathisch - aber okay. Dann nimm halt nächstes Mal was mit oder funktionier einen Becher um oder geh wo anders hin.

      Ich gebe dir recht das es unsympathisch ist .Aber glaub mir: Ich gebe auch nicht mehr alles jedem, seit unser Trettraktor plötzlich nicht mehr retour kam und anderes mehr...

      Du erziehst deine Kids zu sozialen Wesen (jedenfalls hoffe, ich das.... in der Situation hätten eigentlich nur alle anderen den Kopf dafür hinhalten sollen, dass DU nichts dabei hattest. Um das Teilen vorzuleben hattest du ja nichts dabei.... und andere eben nicht.


    • teilen oder nicht teilen muss man nicht erziehen. die kinder machen es oder auch nicht. beides muss man akzeptieren. unser teilt manche spielsachen aber viele auch nicht. fuer mich ist das in ordnung. wenn andere leute damit ein problem haben ist das ihre sache. wenn mein kind zu einem anderen hingeht und fragt ob er etwas haben darf, von dem kind, und ein nein kassiert, muss er das auch akzeptieren. kinder sollten das echt unter sich ausmachen, was sie teilen und was sie nicht teilen. ich teile auch nicht alle sachen. jeder hat irgendwas, was fuer einen wichtig ist und es nicht teilt. genauso ist das bei kindern.

      • Unter sich ausmachen.ok.Wie weit geht unter sich ausmachen? Als das ausländische Mädchen das Förmchen einfach genommen hat ist die Mutter eingeschritten. Ich hab mich halt eingemischt, weil ich vermeiden wollte, dass mein Sohn trotzdem was nimmt.Habt ihr Tipps wie ich Ihnen noch besser deutlich machen kann das es bestimmte Dinge gibt die nicht geteilt werden. Ich sage immer wenn sie etwas anfassen wollen, dass das nicht geht, weil es uns nicht gehört.Selbst wenn ich mein Spielzeug dabei gehabt hätte,wären sie zu dem anderen Spielzeug gegangen.Warum ist das von anderen immer interessanter? Warum sind andere Kinder mit ihren eigenen Spielsachen zufrieden ?

        • das die mutter eingeschritten ist, ist nicht so gluecklich. ich haette es nicht gemacht. ich haette zwar ein auge auf die sachen aber das kind muss dann auch damit rechnen, das der besitzer kommt und es wieder weg nimmt. ist bei uns auch schon vorgekommen. und die moral von der geschicht....fremdes spielzeug nimmt man nicht einfach. aber das muessen kinder auch erstmal lernen. du kannst nur vermitteln, dass man keine fremden sachen einfach nimmt und das dein kind nicht teilen muss, wenn es nicht moechte. und das andere sachen interessanter sind, ist normal. das legt sich mit den jahren#schwitz

      Hallo

      Ich sehe das genauso wie du.
      Ich wäre wohl auch angenervt gewesen von dieser Frau, weil ich es schon heftig finde dass sie zu allem Überfluss noch mit ihrer Einstellung "missionieren" geht, also der anderen Frau reinredete.
      Ich würde meine Kinder immer dazu anhalten zu teilen, mit dem Hintergedanken "wie würdest du dich fühlen und es dir andersrum wünschen ".
      Ich finde das gehört zum Anstand und ich finde es befremdlich noch stolz auf Egoismus und Empathielosigkeit zu sein. Wobei man natürlich nich viel machen kann wenn das Kind nun mal stur auf dem "nein" beharrt.
      Ich war schon mit und ohne Sandspielsachen auf dem Spielplatz, und noch nie habe ich so ne Einstellung erlebt oder irgendwelche Probleme.

      Meine Kinder waren da aber auch nie schwierig. Ich hatte nie ein Einzelkind im "Spielplatzalter". Vielleicht war deswegen teilen für sie normal immer.

      • Ich habe bis jetzt auch nie Probleme gehabt. Wir teilen unser Spielzeug auch.Meistens interessiert sie ihr Spielzeug gar nicht , sondern mehr das von den anderen ????

        <<<<<<<Ich würde meine Kinder immer dazu anhalten zu teilen, mit dem Hintergedanken "wie würdest du dich fühlen und es dir andersrum wünschen ">>>>>>>>

        jein....

        teilst du dein auto, dein mann, dein ehering, deine tollsten paar schuhe ect.......ich nicht. fuer uns, als erwachsene, ist es nur spielzeug. in kinderaugen sind es die eigenen,tollsten sachen der welt, die man nicht teilen moechte. da finde ich schon, man sollte es den kindern ueberlassen, die entscheidung zu treffen, teilen oder nicht teilen.

        • Ich finde nicht - und das sieht selbst mein 3Jähriger so - dass eins der sieben Backförmchen oder eine der 3 Schaufeln denselben Stellenwert wie DER Schnuffelhase hat, der IMMER mit ins Bett wandert. Nicht alle 7 Backförmchen sind "das tollste Spielzeug der Welt" - wenn man sein Kind gut kennt, weiß man, was "heilige Spielsachen" sind und welche nicht - und die 6 der 7 Backförmchen mit dem Auto oder gar dem Ehemann zu vergleichen ist albern.
          VG

          • es mag ja gut sein, dass das bei DEINEM kind so ist. nur kinder sind nun mal verschieden. das, was auf dein kind zutrifft, trifft noch lang nicht auf andere kinder zu. unser zwerg hat zb nicht DEN schnuffelhasen. er hat viele stofftiere und die werden abwechselnd mit ins bett genommen. und das schon von klein auf.

            und NEIN, ich finde es nicht albern es mit dem ehemann zu vergleichen. das dient dazu, sich vor augen zu fuehren, was fuer uns wichtig ist und fuer die kinder wichtig ist. im erwachsenenalter sind nun mal andere sachen wichtig, als im kindesalter. warum ist sowas albern?

            und warum darf denn nur ein spielfoermchen das tollste sein, oder nur eine schaufel?

        Das "Wie würdest du dich fühlen, wenn..." funktioniert aber erst dann, wenn Kinder in der Lage sind, sich on andere hinein versetzen zu können. Also Empathie erlernt haben. Das ist vor dem 4. Lebensjahr meist gar nicht möglich. Denn Empathie empfinden KÖNNEN 1-3 jährige noch gar nicht. Sie sind noch gar nicht in der Lage dazu, so zu denken. Das braucht eine gewisse hirnreife, da muss erst der Entwicklungsschritt von "was ich möchte ist etwas anderes als das was andere möchten" vorhanden sein. Und das kommt erst etwa ab 4 Jahren.

        • 15.07.17 - 13:10

          Mitgefühl ist auch Empathie - selbst viele Säuglinge weinen mit, wenn ein anderes Baby weint (meine Älteste z B. damals).

          Mein damals 2Jähriger Sohn ging schon in dem jungen Alter zu anderen Kindern hin und streichelte ihren Arm, wenn sie sich weh getan haben....

          Das "in-sich-Hineinversetzen" passiert vielleicht noch nicht bewusst, aber die Empathie ist schon da.

          VG

Top Diskussionen anzeigen

Passende Artikel aus unserem Magazin