Grenzsetzung

    • (1) 24.07.17 - 20:13

      Hallo, ich wollte mich mal umhören wie andere Mütter es mit der Grenzsetzung machen.

      Bin zur Zeit Ideenlos und Ratlos. Klar gibt es nicht ,,das Super Rezept" .
      Es geht um Provokation ,ständiges schreien in absolut Ohrenbetäubende Tonlagen und sich nichts sagen lassen und sehr niedriger Frusttoleranz, ständiges nachahmen anderer Personen, rumlaufen bis zur Erschöpfung, Essensverweigerung.

      Vielleicht kann mir jemand mit ein paar Tips weiterhelfen?

      • Wie alt ist denn dein Kind? Mit einem 4 jährigen muss man anders umgehen als mit einem 9 jährigen. Von älteren Kindern kenn man gewisse Dinge erwarten, von 3-5 jährigen kann man noch nicht allzu viele Empathie und mitdenken erwarten. Also hängt es ganz vom Alter des Kindes ab, wie Grenzen setzen funktioniert.

        Hallo!

        Wie meine Vorschreiberin schon sagte, hängt es schon sehr damit zusammen, wie alt das Kind ist.

        Was ich dir aber raten möchte: Gewöhne dir ganz schnell die Vokabel "Grenzsetzung" ab. Erziehung ist ein Miteinander und geht nicht darum, wer der Stärkere ist und somit dem Gegenüber zeigt, wo der Hammer hängt.

        Mein kleiner Sohn, der mittlerweile gar nicht mehr so klein ist, ist immer noch schnell wütend und ist dann zeitweise eine echte Dramaqueen. Manchmal total aus dem Nichts heraus. Nervig und anstrengend. Mein Mann kann ihn in seiner ruhigen Art ab und zu da wieder raus holen, ich habe gelernt, dass ich das einfach auch mal aushalten muss. Dann tobt er eben, dann nervt es eben. Wenn es vorüber ist, gibt es keine Sanktionen, sondern ein kurzes Reflektieren und ganz viel Trost und Liebe.

        Bei Essensverweigerung würde ich in keinem Alter eine Baustelle aufmachen. Denn dann ist man ganz schnell in einer Art Machtspiel, aus dem man schwer wieder raus kommt. So lange Kind augenscheinlich gesund ist, wird es nicht verhungern.

        Also statt "Grenzsetzung" lieber Gelassenheit und Vertrauen darauf, dass dein Kind dir nicht Böses will.

        LG

        • (4) 25.07.17 - 09:12

          Hallo,

          das funktioniert bei Kleinkindern, wo es auch seinen Sinn hat. Bei Kindergartenkindern ist es noch begrenzt sinnvoll.

          Danach wird erwartet, dass das Kind gemeinschaftskompatibel ist.

          Deswegen wäre interessant, wie alt das Kind der Fragestellerin ist.

          Bei uns in der Grundschule gibt es gerade massive Probleme mit diesen individuell erzogenen Kindern und garantiert nicht nur dort.
          Die Lehrerin kann nämlich nicht mehr auf 24 Kinder individuell mit der für das Kind in der Situation passenden Maßnahme auf die Kinder eingehen und mit jedem Kind gesondert herum diskutieren, warum es jetzt nicht A tun kann, sondern B tun soll.
          Das heißt, das Kind muss Anweisungen befolgen können und kann sich bei Kritik nicht mehr brüllend auf dem Boden wälzen, während die 23 anderen Kinder und die Lehrerin warten, bis es sich abgeregt hat, damit die Lehrerin es trösten kann, dass es so einen Anfall erdulden musste. #augen

          Wenn die Schule meint, wegen derartigen Verhaltensweisen aktiv werden zu müssen, wird es übrigens für die betroffenen Familie ziemlich unangenehm...

          Mit lauter Individualisten funktioniert keine Gemeinschaft mehr, weder eine Schulklasse, noch unsere Gesellschaft.

          LG

          Heike

          • (5) 25.07.17 - 09:44

            Hallo!

            Toll, wie du meinen Sohn nach den paar Zeilen einschätzen und einsortieren kannst. Kristallkugel oder was? Die solltest du mal polieren.

            Mein Sohn ist 11 und sozial voll kompatibel. Ich würde sogar sagen, dass er eine sehr hohe soziale Intelligenz hat. Das ist nicht meine persönliche Einschätzung, sondern das, was wir als Feedback erhalten.

            Weil er nämlich hier zuhause seine Wut und seinen Frust einfach auch mal rauslassen darf, dabei merkt, dass wir das wohl aushalten, aber nicht unbedingt richtig geil finden, sind solche Ausfälle ausschließlich für uns reserviert. Er weiß ganz genau, dass seine Lehrer und Mitschüler so ein Verhalten nur begrenzt tolerieren würden. #aha Doof ist er nämlich nicht.

            Mir genügt es voll und ganz, dass er in der Schule beinahe zu angepasst ist. Irgendwo muss er ein Ventil haben dürfen. Das hat er hier bei uns.

            Das meine ich mit Vertrauen darauf, dass Kinder grundsätzlich nichts Böses wollen, sondern durchaus kooperativ sind.

            LG

      Ich kann mir nie so richtig was unter "Grenzsetzung" vorstellen. Die einzige Grenze, die wir mal gesetzt haben, war der Zaun zum Nachbargrundstück;-).
      Bei allem, was du da schreibst, kann ich mir gar nicht vorstellen, was du da für Grenzen setzen möchtest.
      Wenn das Kind zuhause schreit, geh ich vielleicht, je nach Alter, aus dem Zimmer oder aus dem Haus, weil ich es nicht mehr hören will (das gilt natürlich nicht, wenn es aus Schmerz, Kummeretc. schreit). Wenn es in der Öffentlichkeit schreit und nicht zu beruhigen ist, geh ich wahrscheinlich mit ihm heim.

      Sich nichts sagen lassen...kommt natürlich drauf an, worum es geht, gegebenenfalls muss es dann die Konsequenz daraus tragen, oder ich greife ein und verhindere das was es tun will, wenn nötig.

      Nachahmen anderer Personen...erklären, dass das unhöflich ist und ich das nicht sehen/hören will, gegebenenfalls heimgehen.

      Rumlaufen bis zur Erschöpfung, ja super, dann schläft es gut.

      Essensverweigerung...ja dann isst es halt nichts. Seh ich außer bei unterernährten Kindern kein Problem.

      Ich würde immer versuchen, herauszufinden, wo das Problem dahinter liegt, versuchen es zu lösen oder zu trösten. Manchmal geht es halt nicht, und das Kind braucht es halt, eine Weile vor sich hinzujammern oder zu nörgeln etc. das halte ich dann halt aus oder höre nicht hin, das ist dann meine Grenze, wenn ich es nicht mehr ertragen kann. Aber was soll man denn dem Kind für Grenzen setzen, meine wurden jedenfalls ohne Ausschaltknopf geliefert.

      Ich kann mit deinen Beispielen nicht konkret etwas anfangen. Gibt es denn gar keine erkennbaren Gründe für dieses Verhalten?

    • Hallo,

      das Superrezept gibt es sicher nicht. Kinder sind einfach verschieden. Zudem kennen wir Dein Kind und sein und Dein Verhalten nicht.

      Vielleicht würde es helfen, ein Beispiel näher zu beschreiben. Wie kommt die Situation zustande? Was macht Dein Kind? Wie reagierst Du?

      Was bei uns z.B. sehr gut funktioniert, wenn unser Sohn etwas von mir möchte und genervt ist und/oder schreit, dann bin ich einfach taub. Ich reagiere nur, wenn er vernünftig und freundlich mit mir spricht.

      Mit Essensverweigerung und Rumlaufen bis zur Erschöpfung habe ich keinerlei Erfahrung. Wie alt ist denn Dein Kind? Pubertät?

      LG

      Hallo,

      rum laufen bis zur Erschöpfung ist eigentlich etwas gutes. ABER zusammen mit Essensverweigerung kann ein Mangel entstehen. Wenn dein Kind in der Pubertät ist , kann es ein Anzeichen für Magersucht sein. Dann braucht ein Kind einen Facharzt.
      Bei einem Kleinkind hilft etwas anderes kochen.

      Gruß Sol

      Auweia...Natürlich ist vom Alter des Kindes abhängig.

      Wäre vermutlich wirkend, wenn du gar keine Reaktion zeigst. Normalerweise wollen die Kinder mit dem Schreien / Essensverweigerung etwas bestimmtes erreichen: ein Spielzeug oder sonst noch was. Wenn du aber nicht reagierst, bekommt es Langeweile und wird schnell müde, hoffentlich hört dies auf. Ist halt nicht einfach, aber ein möglicher Weg :-)

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