Die Frage aller Fragen...

    • (1) 14.09.17 - 11:31

      ... wirst Du auch sterben???

      Natürlich ist es wohl normal das solche Themen früher oder später aufkommen und dennoch fand ich es von meiner Tochter (fast 4) arg früh.

      Die Frage kam heute bei uns im Club und ich fände es interessant zu erfahren wie Ihr damit umgeht.

      Meine Vermutung war das es in der Schule beim Religionsunterricht wohl thematisiert wurde und dann lag mein Maus auf einmal mit einem Foto von uns (Mama & Papa) im Bett und hat fürchterlich geweint. Auf meine Frage hin was denn los sei kam dann auch nur "Ich will nicht das Ihr sterbt".

      Selbstverständlich beantworte ich meiner Tochter so ehrlich wie möglich alle Fragen die sie mir stellt. Aber ich habe Ihr auch gesagt das sie sich darum keine Gedanken machen soll und wir noch unser ganzes Leben gemeinsam vor uns haben.

      Wie macht Ihr das???

      P.S. Hier bei uns ist das Schulsystem anders. Das zum Thema Kind 3 Jahre und Religionsunterrischt ;-)

      • Mit 3/4 Jahren ist eigentlich kein unübliches Alter, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

        Ich habe meinen Kindern ganz ehrlich gesagt, was ich glaube: Ja, ich muss sterben. Nein, ich weiß nicht, wann das sein wird. Ich hoffe, ich werde noch so alt, dass ich Deine Kinder aufwachsen sehe.

        Meinen Kindern reicht das "ich hoffe" aus. Wir hatten das auch schon mit den Tränen bei der Vorstellung, dass so etwas passieren könnte. Aber so ist das Leben halt. Es gibt keine Garantien, und wir können nur jeden Tag genießen und froh sein, dass wir uns haben.

        Ich werde auch immer noch ab und zu gefragt, ob ich noch traurig bin, weil mein Papa tot ist. Ja, das bin ich immer noch. Auch noch nach 10 Jahren. Aber ich bin froh, dass ich einen tollen Papa hatte und ich finde das Leben trotzdem wunderschön, auch wenn ich ihn vermisse.

        • Lieben Dank für Deine ehrliche Antwort und auch nach den ganzen Jahren noch, mein Beileid wegen Deinem Papa!

          • Danke. :-)

            Schwieriger finde ich es, wenn es um die Frage geht "was passiert eigentlich, wenn man stirbt".

            Das hab ich für mich so gelöst, dass ich gesagt habe, jeder Mensch glaubt etwas eigenes. (Es kommt ja keiner zurück und erzählt, was passiert ist.)

            Es gibt Menschen, die glauben, dass dann alles vorbei ist, es gibt Menschen, die glauben, dass man dann im Himmel ist und auf andere aufpassen kann, es gibt Menschen, die daran glauben, dass man wieder neu geboren wird...
            Was glaubst Du, Kind?

            Meine beiden glauben im Moment daran, dass Opa im Himmel ist und ein bißchen mit auf uns aufpasst.

            • Da stimme ich Dir zu, dass wird noch schwieriger... Bisher kam das noch nicht, aber das wird es natürlich.
              Ich denke auch das man seine Kinder halt führen soll und darf bis sie dann selbst entscheiden möchten an was und wen etc. sie glauben.

              Das verstorbene "im Himmel auf einen aufpassen" finde ich auch sehr schön und hat mich als Kind immer sehr beruhigt soweit ich mich noch erinnern kann...

              #winke

      Meine Tochter fragte mich neulich auch nach dem Sterben und sie ist noch keine 4.

      Sie hat inzwischen verstanden, dass Menschen und Tiere sterben, wenn sie alt und / oder krank sind. Also sagte sie mir, dass ich ja auch schon alt sei und ob ich dann wohl bald sterben würde. Ich habe ihr dann erklärt, dass sie erst noch so alt wird wie ich und ich noch viiiieeeeel älter und dass ich dann erst irgendwann sterben werde.

      Damit war die Frage für sie auch schon erledigt.

      Ich behandle das Thema wie jedes andere auch und bleibe dabei auch genauso fröhlich wie immer. So empfindet sie es vielleicht auch nicht als allzu beägnstigend.

      • Lieben Dank für die Antwort!

        Das mit dem fröhlich bleiben ist ein super Tip! #pro

        Ich muss gestehen das ich damals mit den Tränen kämpfen und mich echt zusammenreissen musste... Du hast Recht, wenn man selbst unbekümmert ist, ist es für die Zwerge leichter. Danke!

    Hallo!

    Mein Sohn ist letzte Woche 5 geworden und das Thema Sterben hatten wir letztes Jahr auch sehr ausgiebig. #zitter

    Philipp hat immer wieder mal gefragt, wer älter ist ich oder der Papa und wer zuerst sterben wird. Dann hat er mal gefragt, ob ich auch sterben werde, als ich dann seine Frage mit ja beantwortet habe, aber sagte, dass er dann bereits erwachsen sein wird und selbst eine Frau und vielleicht Kinder hat, hat er ganz nüchtern darauf geantwortet: "Mama, dann will ich nicht erwachsen werden!"

    Dann hat er mal gesagt, dass ich 100 Jahre alt werden soll, nach einer kurzen Pause überlegte es sich anders und machte eine 200 daraus! #verliebt Um einfach sicher zu gehen, dass es noch lang genug dauert.

    Dieses Jahr ist leider mein Schwiegervater plötzlich verstorben. Da hatte mein Sohn etwas damit zu kämpfen. Er hat immer wieder mal gefragt, warum der Opa verstorben ist und wo er jetzt ist.

    Wir haben ihm einfach erklärt, dass der Opa es selbst entschieden hat in den Himmel zu gehen. Er war nicht krank und deswegen konnten wir ihm das auch nicht sagen, dass es wegen der Krankheit war. Es war ein akuter Herzinfarkt. Zwei Tage davor saßen wir noch alle zusammen am Tisch... es war Ostern.

    Dann hat er gefragt, ob der Opa auch bei uns in Langen im Himmel ist oder nur in Bad Mergentheim (Wohnort der Schwiegereltern).

    Mittlerweile gehen unsere Kinder gang unbefangen damit um... wenn jemand nach dem Opa fragt, sagen sie, dass der eine Opa bereits im Himmel ist und spielen fröhlich weiter.

    LG

    sweti84

Dass alle Lebewesen irgendwann sterben war hier auch bei allen spätestens mit vier Thema.Der Große war vier als seine kleine Schwester gestorben ist, und die beiden jüngeren haben auch früh angefangen zu fragen.

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit meinem Mittleren, der damals (mit drei oder vier) auch nicht wollte, dass wir Eltern mal sterben, weil er uns doch braucht. Ich habe ihm dann erklärt, dass wir gesund sind und immer gut auf uns aufpassen, und sehr wahrscheinlich erst sterben, wenn er selbst schon ganz alt ist und uns nicht mehr braucht.
(Und jetzt wirds lustig: Er sagte, er würde uns auch dann noch brauchen, er wüsste nämlich nicht, was er tun sollte, wenn es mal schmutzig ist. Auf meinen Hinweis, dasolle er mal nachdenken, was man dann tun könnte, kam nach etwas überlegen "Dann geh ich in den Keller...und bau mir eine Putzmaschine!";-))

Also, ja, ich mach das ähnlich wie du, ich habe gesagt, dass man theoretisch zwar immer sterben kann, aber dass das sehr unwahrscheinlich ist und wir bestimmt noch gaaaanz lange leben.

Hallo

Nun, das ist eine gute Gelegenheit, um ganz sanft über die Endlichkeit des Lebens zu reden. Ja, ich sage auch, dass ich mal sterben werde, wenn sie fragen. Und sage gleichzeitig, dass ich das noch ganz, ganz lange nicht tun werde.

Und immer wenn die Frage mal wieder kam, habe ich in den kommenden Tagen und Wochen vermehrt darauf hingewiesen, dass das Leben für alles mal endet. Also es ein bisschen "seltbstverständlicher" gemacht. z.B. wenn das Laub von den Bäumen fällt: "Schau, die schönen farbigen Blätter. Der Baum wirfst sie ab und sie werden dann zu Erde und nächstes Jahr wächst daraus eine neue Knospe". Und ich habe (je nach Alter) dann auch das ein oder andere gute Bilderbuch vorgezeigt. Oder vorgelesen.

Gute Bücher dazu findet man im Fachhandel zu jedem Alter. Ich finde schon, dass man da ehrlich sein soll. Der Tod ist für Kinder noch sehr abstrakt und ich reite nicht drauf rum, dass er endgültig ist und unabwendbar. Aber ich sage doch, dass jeder stirbt.

Gruess

  • Lieben Dank für Deine Antwort!

    Auch eine sehr schöne Art der Aufklärung! #pro

    Gibt es ein Buch / Bücher die Du besonders empfehlen kannst??

    • neeee - ist sehr vom Alter abhängig.

      Ente Tod und Tulpe fanden meine Kids z.B. total cool - und ich todtraurig...
      Wohin gehst du Opa wurde mal sehr empfohlen, liess ich aber aus, weil das zu persönlich wäre mit dem Opa...
      Der alte Bär muss Abschied nehmen fand ich gut... die Kids haben aber zu leicht durchschaut, dass es eins meiner "pädagogischen" Bücher ist und habens eher wenig zur Hand genommen....

      Ich würde im Fachhandel mal in der Ecke "Kinder - Abschied, Trauer, Trost" gucken. Ich finde, neben der Geschichte spielen auch die Bilder eine wichtige Rolle. Das muss dir selber auch gefallen...

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