Keinen Bock mehr - 6 j√§hriger Sohn ūüė≠

    • (1) 01.10.17 - 16:20

      Hallo zusammen!

      Wir sind echt am Ende unseres Latains. Unser 6 j√§hriger Sohn ist so Sch*** drauf. Er schimpft, schreit, motzt, heult, schreit, beschimpft uns auf √ľbelste Weise. Und das aus heiterm Himmel. Es ist furchtbar. Kein normales Familienleben ist m√∂glich.

      Er benutzt Schimpfwort, die wir hier nie benutzen (fette Sau, Penner, Arschloch) und ist unerträglich. So einen Umgangston haben wir nie.

      Er ist in die Schule kommen (keine Ganztagsbetreuung), macht 2 mal die Woche Mannschaftssport, geht Schwimmen. Er ist ganz lieb, wenn er nicht solche furchtbaren Ausraster bekommt.
      Sein Bruder ist knapp 4 Jahre √§lter und hatte zwar auch eine anstrengende Phase so mit 6, aber er wurde niemals so ausfallend und j√§hzornig. In einem gewissen Rahmen ist das ja alles normal und altersgerecht, aber was er hier veranstaltet ist krass. Er w√ľrde 10 mal hintereinander die T√ľre knallen, wenn wir nicht einschreiten w√ľrden. Er schmeisst Sachen durch die Gegend und flucht wie ein Rohrspatz.

      In der Schule ist er eine Quasselstrippe, macht aber seine Sache gut und kommt sich gut mit.

      Könnt ihr mir einen Rat geben?
      Wir sind echt am Ende.

      ūüė≠

      • (2) 01.10.17 - 17:33

        Wie geht ihr denn √ľberhaupt mit seinen ausrastern um? Gibt es Konsequenzen, wird dar√ľber geredet, warum er sowas nicht sagen soll, was genau macht ihr, wenn er schimpft? Ohne zu wissen, wie ihr damit umgeht, kann man euch keinen Rat zur Verbesserung geben.

        • (3) 01.10.17 - 17:43

          Da hast du recht...

          Die Ausraster gibt es schon ein paar Monate.
          Er darf momentan nicht am Tablett oder Smartphone spielen (wobei er eh jeden 2. Tag nur 20 Min durfte, am ER etwas länger). Er ist danach grantig. Vor 3 Wochen haben wir beschlossen, dass er erstmal nichts davon darf. Er vermisst es nicht und fragt auch nicht danach.

          Wir schreien ihn nicht an, halten ihn aber fest, wenn er total ausflippt (T√ľre knallen,....), auch um ihn selbst zu sch√ľtzen und auch uns. Er wird auch manchmal k√∂rperlich ausfallend, will pirschen oder bei√üen.
          Danach reden wir immer mit ihm. Er weint und ist auch total √ľberfordert mit der Situation.

          Aber er kann sich nicht kontrollieren, wenn die Wut kommt, sagt er. Er entschuldigt sich such bei uns allen und verspricht, dass es es nicht mehr macht und uns nicht mehr beleidigt usw.

          Beim nächsten Mal ist alles vergessen.
          Er darf seit gestern kein TV mehr schauen. Daf√ľr haben wir heute z.B. Brettspiele gemacht und das was er gerne wollte. Hat auch geklappt, bis er ein Brot wollte und ich noch was wegr√§umen musste. Dann fing er wieder an. Es entsteht aus wirklichen Kleinigkeiten.

          LG

          • Hallo, vielleicht k√∂nnte ein Termin beim Kinderpsychologen helfen, wenn es nicht nur eine Phase ist. Verh√§lt er sich in der Schule sozial?
            Er scheint ja einen Leidensdruck zu haben und eigentlich nicht ausflippen zu wollen...

            • In der Schule klappt es gut. Er ist mit 6 Jahren und 3 Wochen eingeschult worden und quatscht hat etwas viel. Aber die Leistung ist gut. Er macht Hausaufgaben und geht auch gerne zur Schule.

              Er hat Leidensdruck. Das stimmt. Und wir finden keinen Weg ihn vor dem Ausflippen aufzufangen. Er ist so sehr ausser sich...

              Vielleicht wäre das eine Lösung.

          Ich w√ľrde versuchen mit ihm gemeinsam Strategien zu erarbeiten wie er mit dieser Wut umgehen kann. Er muss seine Gef√ľhle ja nicht unterdr√ľcken, aber sollte eben auch sich und andere (inklusive Mobilar) nicht verletzten.

          Beispiele wären zum Beispiel:

          - in ein Kissen schreien / hauen
          - ein Boxsack bereit stellen
          - eine Runde um den Block laufen

          Zus√§tzlich solltest Du die Gef√ľhle die er hat veruschen in Worte zu packen, damit er sie besser verstehen kann. Ihm sagen dass Du verstehen kannst dass er w√ľtend ist, dass Du aber nun mal grade die Dinge noch weggr√§umen musstest.

    mein Bruder war auch so - und was hat geholfen - SPORT!! irgendwo muss er mit seiner Energie hin. Mein Bruder war so schrecklich, ich als √§ltere Schwester habe nat√ľrlich das meiste abbekommen - inklusive Loch im Kopf das gen√§ht werden musste. ... Er hat zwar nie Sachen kaputt gemacht, aber war schon immer ein Hibbelkopf, manchmal glaube ich er hat wirklich Streit gesucht - nicht gegen√ľber meiner Mutter, aber gegen√ľber mir und anderen Kindern.
    Viel viel Sport - laufen, Fußball, Boxen, Reiten, Schwimmen scheint ihm nicht zu reichen, er braucht etwas wo er seine Aggression "kontrolliert" abbauen kann, das kann mit Hilfe eines Trainers sei, wie eben beim Boxen.
    Mein Bruder ist heute 24 Jahre alt, sehr sozial, sehr guter Job, klasse Freundin ABER er braucht seinen Sport immer noch - Krafttaining und Fahradfahren - jeden Tag!!!

    (8) 02.10.17 - 12:28

    Hallo,

    naja, dass die Jungs so eine Phase in dem Alter haben, hast Du ja schon beobachtet. Ich denke, das hängt mit den Anforderungen der Schule zusammen, mit denen Jungs meistens schlechter klar kommen. Die können irgendwie schlechter ruhig sitzen und machen, was ihnen gesagt wird, als die Mädchen. Entweder fangen sie dann an, zu kaspern oder raufen in der Pause, oder sie lassen zu Hause die Wildsau raus.

    Vermutlich ist Dein j√ľngerer Sohn einfach vom Charakter her temperamentvoller und j√§hzorniger als der Gro√üe.
    Vielleicht hilft es, wenn er sich nach der Schule eine Weile an der frischen Luft austoben kann (Spielplatz, Bolzplatz, einfach irgendwo im Wald...).
    Auch, wenn er solche Anfälle hat, könntet Ihr in eine Runde irgendwo zum Austoben schicken (falls das bei Euch möglich ist), oder er soll einen Boxsack o.ä. hauen.

    Ich w√ľrde ihn au√üerdem konsequent aus dem Raum schicken, wenn er sich so auff√ľhrt. Ich w√ľrde ihm sagen, dass keiner Lust hat, sich sein unm√∂gliches Benehmen anzutun. Er kann wieder kommen, wenn er sich wieder normal benehmen kann.
    Und wenn er Sachen kaputt macht, werden die von seinem Taschengeld ersetzt. Wenn das Geld nicht reicht, werden welche von seinen Spielsachen verkauft. Er ist keine 3 mehr und sollte wissen, dass Eure Sachen Geld kosten...

    LG

    Heike

    (9) 02.10.17 - 14:39

    Hallo
    ich kenne das so nicht - aber wenn ihr es nicht vorlebt, muss es wohl von aussen kommen. w√ľrde er die Worte aber nur "ausprobieren" dann w√ľrde ich annehmen, er w√ľrde dabei nicht ausrasten. Kl√§r doch mal mit der Lehrerin, ob was war... ggf. gr√∂ssere Kinder, die sich vor ihm in die Wolle bekamen. Aber selbst dann...

    Da er schon viel Sport macht um Dampf abzulassen könntest du es ggf. noch mit grobmotorischen Basteleien probieren? z.B. was zusammen schreinern, Garten harken... oder wie wäre es mit einem lauten Instrument? Djagong eignet sich gut...

    Einschleifen lassen w√ľrde ich es jedenfalls nicht. Immerhin scheints ja nur daheim zu sein. Man sagt,man probiert dort aus, wo man sich geborgen f√ľhlt... Horch einfach mal sanft nach, ob er sonst noch wo derart ausfallend wird (Freunde, Schulhausplatz...) und sonst: Konsequent Kind ins Zimmer setzen, bis der Anfall vorbei ist. Keine Entschuldigung abpressen, aber eine klare Besserung erwarten. Erkl√§ren, was daran kr√§nkend ist. (Nach dem Anfall)...

    (10) 02.10.17 - 21:35

    Vielen Dank f√ľr eure Antworten.
    Ich kann wirklich von jeder Antwort etwas f√ľr mich und uns verwenden.

    Ich werde darauf achten, dass er nach der Schule drau√üen tobt, regelm√§√üig isst, sich ausgleichen kann - basteln, toben, ruhen, laut sein. Sport soll er auch weiterhin regelm√§√üig machen. Er m√∂chte gerne Judo und Fu√üball ausprobieren. Ich habe heute mit ihm vereinbart, dass er erst den Schwimmkurs zu Ende macht und danach Judo ausprobiert. Zum Fussball kann er Vereinsintern einfach wechseln. So kommt er etwas bestimmen und ich. Das war gut f√ľr ihn.
    Heute gab es gar keinen √Ąrger. Nicht einmal ūüėä.

    Ich halte euch auf dem Laufenden.
    Nochmals danke f√ľr eure Tipps. Es hilft sehr, wenn man solche netten und einf√ľhlsamen Antworten bekommt.

    LG

    F√ľr mich liest sich das so, dass dein Sohn nach Grenzen schreit!!!

    Meist helfen klare Regeln, die immer !!!! eingehalten werden m√ľssen.

    Setzt euch zusammen - mit Sohn - und sprecht dar√ľber, damit er das Gef√ľhl hat, er darf mitreden, vereinbart zusammen Strafen, die dann aber auch wirklich durchgesetzt werden k√∂nnen, also nichts utopisches...

    (12) 05.10.17 - 18:21

    Ist irgendwas vorgefallen? Bei uns z.B. sind in kurzer Zeit Uropa (mit dem er aufgewachsen ist) und Uroma (die andere Seite, hatte nicht soo engen Kontakt, mochte sie aber gern) gestorben, der Opa hatte Krebs (hat er aber √ľberstanden, die Angst ist aber trotzdem irgendwie noch da), und dann kam auch noch das hei√ü ersehnte Geschwisterchen, wobei ich bei der Geburt beinah gestorben w√§re und die Kleine dann nach ein paar Tagen auf intensiv kam. Dann kam er auch noch in die Schule.

    Er war zum "an die Wand klatschen", rebellierte f√ľrchterlich. Eine Freundin arbeitet am SPZ und sie sagte zu mir: "Du kannst froh sein, wenn er sich nach einem halben Jahr bis Jahr wieder normal verh√§lt. Der hat so viel zu verarbeiten, das kann nicht gut gehen. Ich hab die Kinder auch oft hier sitzen, da kann man dann eine oppositionelle Verhaltensst√∂rung diagnostizieren, aber mit ein bisserl Zuwendung und wenn sich die Situation normalisiert, werden die Kinder von selber wieder normal." Au√üerdem muss ich fairerweise gestehen, dass wir NIE eine Trotzphase (also mit 2-3 Jahren) hatten. Tats√§chlich hatte mein Vater im Fr√ľhjahr schon wieder Krebs, ist jetzt wieder ok, und sch√∂n langsam ist das Kind wieder normal.

    Manchmal hat mir in der Zeit auch folgendes geholfen: Ich hab mir einfach mal vor Augen gef√ľhrt, WIE unkompliziert mein Sohn immer war: Er war nie krank, er blieb immer brav bei der Oma, man konnte sich von klein auf 100% auf ihn verlassen, er w√§re nie auf die Stra√üe gelaufen oder ins Wasser, er vertr√§gt alles, macht √ľberall mit, kurz er ist wirklich ein v√∂llig unkompliziertes Kind. Und im Vergleich zu vielen anderen Kindern hatten wir "echt wenig Arbeit" mit ihm. Da darf man sich dann auch mal ein bisschen mit den Hausaufgaben oder anderen "Explosionsthemen" ab√§rgern.

    Ist er unter Druck? In der Schule durch Mitsch√ľler?
    Wie du beschreibst , gibt es auch Momente mit ihm normal zu sprechen.
    Gibt es bestimmte Situationen die einen solchen "Anfall" auslösen ?

    Kann er gut schlafen, wie ist er allgemein drauf -eventuell Rat bei einem Kinderpsychologen suchen.

    (14) 08.10.17 - 08:06

    Hallo,

    klingt f√ľr mich nach Zahnl√ľckenpubert√§t.
    Das Kind macht deutliche Entwicklungssch√ľbe, kam in die Schule, er entwickelt sich weiter. Die Hormone spielen verr√ľckt. Im Prinzip ist das eine normale Entwicklungsphase, die sogar unsere Gro√üm√ľtter schon als 1. Flegeljahre bezeichneten. Dazu braucht es keinen Psychologen. Dass es bei deinem Kleinen ausgepr√§gter ist als bei deinem Gro√üen ist eine reine Charaktersache. Dies ist genauso eine Phase wie die Autonomie - und Trotzphase. Darauf folgt die Zahnl√ľckenpubert√§t, Vorpubert√§t und dann Pubert√§t. Alles sind gesunde Entwicklungsschritte, die der Abnabelung von den Eltern dienen. Um sich zu entwickeln, zu wachsen etc. sind Hormone hauptausschlaggebend. Geraten die in Wallung, setzt es im Kopf aus. Ich vergleiche das immer gern damit, wenn Frauen ihre Tage bekommen. Da bin ich oft grundlos genervt, leicht reizbar, malancholisch. Nur wei√ü ich warum das so ist. Kinder wissen das nicht und k√∂nnen mit dem was in ihnen passiert nicht umgehen. Dein Sohn wei√ü, dass sein Verhalten falsch ist, kann es aber im Moment nicht steuern. Dazu ist er noch zu klein. Nimm ihn in solchen Momenten in den Arm, gib ihm halt. Das vergeht von allein wieder. Die Schimpfworte sind normal und kommen aus der Schule. Ganz einfach weil die Kleinen sich an den Gro√üen orientieren. Auch das gibt sich wieder. Sag einfach, dass du solche W√∂rter in euerm Haus nicht duldest und gut ist. Wenn die in eurem Sprachgebrauch nicht vorkommen, vergeht auch seine Benutzung wieder.
    Ich habe diese Phase jetzt 3x durch, bei 3 Kindern unterschiedlich stark. Mittlerweile hab ich 2 Teenies in der Pubert√§t und ich sage aus Erfahrung, wenn du das rum hast, √ľberlebst du die Pubert√§t spielend. Ich empfand bei allen 3 Kindern dieses Alter am schlimmsten.

    LG
    Michaela

    Hey!
    Dein Beitrag ist ja schon etwas √§lter, aber ich wollte dir trotzdem antworten. Das Verhalten, das du beschreibst, ist nat√ľrlich heftig und dass ihr reagiert, wichtig. Aber dann wird es sich auch wieder legen. Ich unterrichte zum 3. Mal eine erste Klasse und habe die Eltern entsprechend vor den Sommerferien schon vorgewarnt. Auch wenn die Kinder ihre Sache gut machen, der Schuleintritt ist eine o noch nie erlebte Anspannung f√ľr die Kinder und mords anstrengend. Manche weinen viel, andere schlafen nicht mehr durch und wieder anderer rasten eine Weile extrem aus, wie damals als 2-3 J√§hrige. Ich wei√ü nicht, ob ihr schon Herbstferien hattet. Aber danach wird es sicher wieder deutlich besser. Zudem ist euer Kind ein sehr junges Schulkind. Die (fast) 7 j√§hrigen haben einfach schon mehr "Kraft". Den jungen Kinder entzieht das lange Sitzen schon s√§mtliche Energie. Da ist dann f√ľr den Verstand und das Verhalten nicht mehr viel √ľbrig.#liebdrueck

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