Loyalitätskonflikt oder Verlustangst

    • (1) 06.10.17 - 14:55

      Hallo liebe Urbia-Gemeinde

      mir geht es um die Klärung dieser beiden Begrifflichkeiten anhand von Beispielen.
      Ich nehme dazu mal an, dass sich ein Ehepaar getrennt hat und sie ein Kind haben:

      Lolyalitätskonflikt durch Beeinflussung:
      Dem Kind wird vom einem Elternteil der Kontakt zum anderen "madig" gemacht. Evtl. schlechtes Reden oder es darf die "Liebe" zu dem Elternteil nichts ausleben.
      Zumindest heißt es lt. Literatur, dass sich das Kind von dem "schlecht gemachten" Elternteil abwendet und ggf. nicht mehr hin möchte.
      Was zu einer Kindsentfremdung führen kann.

      Loyalität Problem durch Darstellung als sozial Schwächerer:
      Ein Elternteil stellt sich als sozial Schwächere dar und das Kind fühlt sich für diesen verantwortlich. Es wendet sich von dem scheinbar stärken Elternteil ab, weil der "schwächere" auf das Kind angewiesen ist.
      Evtl Kindsentfremdung kann entstehen.

      Verlustangst:
      Würde ich evtl direkt nach der Trennung festlegen. Die Umwelt des Kindes verändert sich und es muss sich an die neuen Gegebenheiten gewöhnen. Sprich es muss erst Lernen, dass durch eine Trennung der Eltern dennoch beide Elternteile vorhanden bleiben.

      Über ein paar Beispiele oder andere Sichtweisen würde ich mich sehr freuen. Vielleicht hat jemand auch noch andere Ideen?

      Lg

      Hi also wenn du darüber eine Arbeit schreiben musst, dann würde ich mir viel eher Fallbeispiele überlegen, in welchen das Kind sich dazu aufgefodert fühlt, für ein Elternteil Partei zu ergreifen und es gleichzeitig zwangsläufig bei einer entsprechenden Parteiergreifung Dissloyalität eines Elternteiles gegenüber fürchten muss. Zudem fühlt sich das Kind hinsichtlich seiner "erlaubten" Gefühle stark zerrissen, sodass die Ambivalenz des betroffenen Kindes massiven Leidensdruck auslösen kann.
      Das wäre z.b. wenn beide Elternteile sich streiten (möglicherweise mit drastischen Konsequenzandrohungen wie bspw. Scheidung) und daraufhin das Kind als Schiedsrichter einsetzen wollen oder wenn ein Kind vor die Entscheidung gestellt wird, bei wem es nach einer Trennung wohnen bleiben möchte.

      Andrea Jürgens hatte z.B. einen tollen Song über die Gefühle eines Trennungskindes, welches sich in einem Loyalitätskonflikt wiederfindet, geschrieben.
      Youtube: "Andrea Jürgens - Und Dabei Liebe Ich Euch Beide"

      Du hattest geschrieben:
      "Loyalität Problem durch Darstellung als sozial Schwächerer:
      Ein Elternteil stellt sich als sozial Schwächere dar und das Kind fühlt sich für diesen verantwortlich. Es wendet sich von dem scheinbar stärken Elternteil ab, weil der "schwächere" auf das Kind angewiesen ist.
      Evtl Kindsentfremdung kann entstehen."

      Das stellt m.M.n. weniger ein Loyalitätskonflikt dar, als eine Partentifizierung:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Parentifizierung.


      Verlustängste entsehen hingegen meist dann, wenn das Kind z.B. einen Todesfall miterlebt - entweder aus dem näheren Umfeld oder innerhalb des Familienbundes. Oder aber auch nach traumatisierenden Vorfällen wie bspw. einen schweren Unfall oder auch das Miterleben einer schwerwiegenden Erkrankung einer nahestehenden Person.

      LG

      Schau doch mal im Forum 'Trennung' nach, da finden sich bestimmt zumindest ein paar Beispiele dazu.

      Zur Verlustangst muss ich sagen, dass diese nicht immer nur mit der Trennung der Eltern einher geht. Ich hatte als Kind IMMER, wenn meine Eltern weg waren (Arbeit / Unternehmung) und meine Oma wirklich ganz lieb auf mich aufgepasst hat, unheimlich große Verlustängste. Ich wurde den Gedanken nicht los, dass meine Eltern durch einen Verkehrsunfall ums Leben kommen könnten. Der quälte mich richtig. Überhaupt hatte ich große Ängste vor Kriegen und Erdbeben.

      Warum? Keine Ahnung! Ich tippe auf irgendeinen Einfluss in der Bindungsphase. Z. B. hat mich meine Mutter schreien lassen - war früher leider gerne mal so. Oder sie hat mich ignoriert, wenn ich was blödes angestellt hatte.

      Zu den anderen Dingen kann ich nicht wirklich was sagen. Auf jeden Fall spielt sicher die eigene Erfahrung im Kindesalter und die spätere Reflektion der beiden Elternteile eine nicht unwichtige Rolle, wie sie auf ihr eigenes Kind zu gehen, denke ich.

      Gruß
      Mare88

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