Warum gehen Eltern immer dazwischen?

    • (1) 14.10.17 - 14:18

      Hey,

      Ich muss sagen, mich nervt aktuell etwas ziemlich:
      Sind wir beispielsweise auf dem Spielplatz oder beim Kinderturnen oder bei Freunden, lasse ich meine Mädels grundsätzlich machen und greife nur ein, wenn es gefährlich wird (bzgl Klettern) oder schlimm handgreiflich zwischen zwei Kindern.
      Wenn es um Sandspielzeug usw geht, dann mache ich erstmal nichts und warte ab, wie und ob die Kleinen das unter sich regeln. Die meisten Eltern haben das Bedürfnis, sofort einzugreifen. Ich sage wirklich meistens:"Moment, erstmal abwarten, ob die zwei das klären können..." und die Eltern immer nur:"Nein! Mein Kind darf niemandem was wegnehmen/Die Burg kaputt machen... bla bla".
      Ich finde es so schade, dass man zwei Kleinkindern nicht mal 5 Minuten Zeit gibt, etwas unter sich zu klären. Dann hat es eben meiner Tochter etwas weggenommen. Ja meine Tochter ist traurig aber sie wird das verkraften und das nächste Mal ggf besser verteidigen. Wenn man es ihr immer wiederholt lernt sie doch nicht, wie sie an ihr Spielzeug im Zweifel auch allein kommt. Wenn sie meine Hilfe braucht oder wünscht, wird sie mir das mitteilen und dann helfe ich ihr gewiss aber meiner Erfahrung nach wollen Kinder auch gern ihre Sachen selbst regeln.
      Wie seht ihr das oder wie handhabt ihr das? Geht ihr auch sofort dazwischen? Wartet ihr lieber ab?
      Findet ihr, es ist Erziehungssache oder Lebensschule?

      Liebe Grüße

      • Hallo
        Wie alt sind deine Kinder denn?
        Ich halte nichts davon sofort dazwischen zu schießen, auf Teufel komm raus ganz alleine lassen halte ich aber auch für nichts.
        Je nach Alter finde ich es in Zweifelsfall sinnvoll, auch hinsichtlich der Zukunft, einfach Hilfestellung bei der Klärung zu leisten. Je nach Kind und Alter fehlt es einfach an wissen und Einsicht, es meldet sich auch nicht jedes Kind selbst. Manche würden sich eher damit abfinden immer alles weggenommen zu bekommen.

        LG

        Wenn mein Kind keine Anerkennung für eine mit Liebe und Geduld gebaute Sandburg eines anderen Kindes zeigt und diese mutwillig kaputt tritt, gehe ich selbstverständlich dazwischen #aerger.

        Nicht, weil das andere Kind sich nicht wehren soll, sondern weil ich diese gelebte Verrohung scheiße finde. Wenn jemand sich Mühe gibt, dann habe ich zumindest Respekt für seine Anstrengungen und das möchte ich sehr gern an mein Kind weiter geben.

        Bezüglich wegnehmen/wiederholen - da finden die Kids schon raus, wie das geht. Einzige Ausnahme wäre, ein Spielplatzrüpel, dem aufgrund Kraft/Größe gar keine Grenzen durch andere Kinder gesetzt werden können.

        LG

        Mich schockt sie Selbstverständlichkeit, mit der andere Mütter davon ausgehen, dass wir Sandspielzeug für alle mitbringen und sich jeder einfach bedienen kann.
        Natürlich kommen kleine Kinder und nehmen sich einfach etwas, dann ist es aber Erziehungsaufgabe von Mutter/Vater,... etwas zu sagen. Dann teilen wir auch sehr gerne.
        Mein Kleiner ist 14 Monate und kann das noch nicht klären, leider haben viele Größere nicht gelernt zu fragen....

      • Eltern sollten in ihrer Erziehung authentisch sein. Nervt mich etwas sage ich was, meine ich es geht zu weit greife ich ein, ist etwas meiner Meinung nach gefährlich halte ich mein Kind auf.

        Wann aber der Punkt erreicht ist kann jeder nur für selbst sagen.

        Allerdings glaube ich auf dem Spielplatz ist eher so, dass Eltern glauben ich muß eingreifen, weil sonst andere Eltern denken: "Was für ein schreckliches Kind."

      Lendenschule heißt für mich das Recht des Stärkeren. Also ganz klar Erziehungssache.
      Außerdem bin ich mir nicht sicher inwieweit Kleinkinder das auf 'emotional moralischer' Ebene richtig zuordnen können und da Empathie sich bis Einschulungsalter erst langsam entwickelt bezweifle ich dass die das wirklich auf der Ebene vernünftig lernen können.

      In meinem Freundeskreis sind diese 'die machen das schon unter sich aus' Kinder die die das immer erst mal ausmachen. Da entsteht kein aha Effekt sondern man schaut halt jedesmal wie weit man gehen kann auch mit 8 oder 9.

      Hallo,

      ich finde, es ist Erziehungssache. Solange meine Kinder zu klein sind derartige Dinge allein verbal zu klären, unterstütze ich sie. Irgendwann könen sie es dann allein.

      Wenn mein Kind einem anderen etwas wegnimmt, greife ich natürlich ein. Es soll nicht lernen sich durchzusetzen, sondern lernen zu fragen, wenn es etwas haben möchte, das ihm nicht gehört. Wird ihm etwas weggenommen, soll es das Problem ebenfalls mit Worten klären. Kann es das noch nicht, helfe ich. Ich warte natürlich ab, wie mein Kind reagiert. Als Mama kann man recht gut abschätzen, ob das Kind Hilfe benötigt oder nicht.

      LG

      Hi,
      dann hoffe ivh mal, das dein Kind von der Persönlichkeit so gefestigt ist, das sie sich irgendwann verbal wehren kann und du auch den Punkt selber entdeckst, wann man einschreiten sollte.

      Meine Kds haben gelernt, zu Fragen, wenn sie andere Spielsachen nehmen möchten, es wieder zurück zu bringen -und zwar ungefragt- und keine Dinge von Dritten kaputt zu machen.
      Das ist ein "soziales Miteinander" !!!!

      lg
      lisa

      (10) 14.10.17 - 22:40

      Meine Kinder sind nun schon größer.
      Aber ehrlich gesagt war ich immer sehr erleichtert, wenn die Eltern anderer Kinder nicht ignorant zur Seite schauten, wenn sie meinem hasenfüßigen Sohn eins mit der Schaufel draufgeben wollten.
      Er hat sich einfach nicht gewehrt und meine Tochter hat auch immer nur wie ein Schaf geguckt, wenn man ihr Sandspielzeug komplet stibitzte.
      Es gibt einfach Kinder die sich gut wehren können und solche die das weniger souverän beherrschen.
      Das ist zum größeren Teil dem Naturell geschuldet und eine
      harte Sandkastenschule, in der man lernt genauso draufzuschlagen, wäre mir zuwider.

      Da bin ich über sensibilisierte Eltern, die ihren temperamentvollen Nachwuchs im Blick haben, wirklich froh.
      Man muß es ja nicht übertreiben, sowas ist immer doof.

      Hi,
      Auf deine Frage habe ich keine direkte Antwort; aber es stimmt: wenn ich so darüber nachdenke, ist da ein Ungleichgewicht in meinem Verhalten.

      Wenn meinem Kind ein Unrecht erfährt/erfuhr (meine sind schon ein bisschen älter); zB dass die Schaufel weggenommen wurde, dann warte ich erstmal eine Weile ab, ob es das selbst regeln kann. Wenn mein Kind jedoch einem anderen die Schaufel wegnimmt, dann greife ich relativ schnell ein, um meinem Kind im zeitlichen Kontext klar zu machen, dass das kein erwünschtes Verhalten ist. Mir war es ehrlich gesagt immer wichtig, direkt zu reagieren, damit mein Kind auch versteht, worum es mir geht. Dass ich dem anderen Kind damit die Chance nehme sich wehren zu lernen, habe ich dabei nicht bedacht. ..

      Viele Grüße

      Da meine Tochter noch ganz klein ist (21 Monate) gehe ich dazwischen. Sie ist für ihr Alter wirklich sehr zierlich und wäre rein körperlich gegenüber Gleichaltrigen nahezu immer unterlegen. Was soll sie denn bitte draus lernen? Das sie dann eben der "Dauer-Verlierer" ist? #kratz Wie das bei älteren Kindern ist, kann ich schlecht beurteilen, aber generell finde ich, dass man nur weil die Kinder das gleiche Alter haben sich nicht einfach zurücklehnen kann. Es gibt immer wildere/ einfach körperlich überlegene Kinder. Da wir nicht im Tierreich nach der Rangordnung des körperlich stärksten leben, sondern es Besitz/Eigentum gibt, würde ich auch da unterstützend eingreifen. Aber ganz ehrlich ich habe auch kein Problem damit andere Kinder zurecht zu weisen, wenn die denken rumschubsen oder sonst was zu müssen, weil die Eltern denken "sie mal machen zu lassen" #augen

      Ich gehe schon dazwischen.

      Ein Beispiel: wir waren vor kurzem in einem Museum. Dort konnten die Kinder „segeln“. Sohnemann abspielte schön vor sich hin. Dann kam eine Familie mit 4 Kids und stürmten die Boote. Gab aber eben nur 4 Leinen. Eines der Kinder, so grob so alt wie mein Kind, riss meinem Kind die Leine aus der Hand. Das tat durchaus auch weh. Da hatte ich das im Blick. Sohnemann nahm sich eine andere Leine und schwups war dieses Kind wieder da. Da bin ich eingeschritten und hätte mir schon gewünscht das die andere Mutter was sagt.

      Auch auf dem Spielplatz. Mich nerven diese Mütter die ihre Kinder machen lassen und ich schätze diese, die ihre Kinder anhalten zu fragen.

      Sohnemann ist knapp 3 3/4. Durchkämpfen muss er sich in der Kita. Aber nicht, wenn ich dabei bin.

      Na die Erziehungsvorstellungen gehen halt bekanntlich weit auseinander. Du möchtest vielleicht, dass deine Tochter es lernt Konflikte zu lösen.
      Daraus erschließt sich mir: Du traust ihr das zu bzw. gestehst ihr die Voraussetzungen hierfür zu. Wäre dem nicht si, kämen keine 5 min Zeitgeben in frage.

      Die andere Mutter möchte in diesem Moment aber auch "erziehen", indem sie ihren Kind soziale Grenzen aufzeigt und in manchen Situationen (hoffentlich) gleichzeitig andere Strategien vermittelt, z.B. Frage wenn du etwas haben möchtest/mitspielen möchtest, teile oder tausche, warte bis etwas frei wird, stell dich an, du darfst dann auch "nein" sagen, sage nein wenn du etwas nicht magst, Körpersprache und Ansage - Verhaltensmöglichkeiten in Konfliktsituationen usw.

      Kleinkinder brauchen auch meist keine Verhaltensreaktion/Einmischung 5 min später, sie brauchen sie meist just in dem Moment.
      Ich verstehe was du meinst und finde ein "Situation weiterlaufen lassen" auch wichtig, aber es kommt für mich IMMER auf das Alter, den Entwicklungsstand, die Rahmenbedingungen und die Einzelsituation an.

      Mich macht es ehrlich gesagt etwas sauer, wenn ICH mein Kind dazu anhalte mit etwas aufzuhören (bspw. Wegnahme eines Spielzeuges) und die andere Mutter kontert mit "lass es mal weiterlaufen".
      Sprry, aber es ist meine Sache wie ich die Situation einschätze und ich kenne mein Kind definitiv besser als eine unbekannte Mama/Frau Sowieso auf irgendeinen Spielplatz.

      Da sollte man sich wohl eher mit Freunden treffen und diese Spielsituationen einvernehmlich nutzen, denn einschätzen kann man das allemal besser und die Kinder somit auch.
      Für mich spielt wie gesagt das Alter und der Entwicklungsstand eine sehr große Rolle, meiner ist 2,5 Jahre und kann nicht sprechen, hat eine Wahrnehmungsstörung, sehr schlechte Augen und eine Regulationsstörung. Das weiß aber Mutti/Frau Sowieso auf dem Spielplatz nicht, denn es steht nicnt als Solgan auf seinem Shirt.

      Und auch ohne diese Handicaps wäre es allein meine Sache als Mutter, welche Schwerpunkte ich in bestimmte soziale Situationen setze.
      Prinzipiell kann ich dich aber verstehen bzw. ich verstehe was du meinst. Und auch ich lasse nach eigenem Ermessen Situationen weiterlaufen, insbesondere unter unseren Geschwistern. Aber dieses "eigene Ermessen" kann auf eibem Spielplatz von Mutter zu Mutter unterschiedlich sein und dein persönliches Ermessen, muss sich nicht mit dem der anderen Mutter decken - ebenso wie es der akute Erziehungsschwerpunkt nicht muss. Denn letztendlich weißt du nicht, was in der jeweiligen Erziehung soeben Schwerpunkt ist.
      Hat mein Kind ein enormes Problem mit anderen zu Teilen oder haut es bei jeder Gelegenheit gleich zu? Weißt du es?

      Du möchtest momentan gerne, dass dein Kind sich in Konfliktsituationen übt - auf öffentlichenen Plätzen - da muss ich dir aber sagen, dass dir das wohl des Öfteren passieren wird, dass sich andere Eltern vorher einklinken werden und sich "einmischen" werden. Nimm die Situationen mit, in welchen das nicht so ist und das dürfte m.E. völlig ausreichen.

      Lg

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