Wutanfall

    • (1) 22.11.17 - 22:52

      Hallo ihr lieben...

      Meine maus (2,5) bekommt manchmal aus heiterem Himmel Wutanfälle dann schreit sie weint schmeißt ihr Spielzeug Rum Haut und beisst sie (im ersten Moment noch Freude und spass im nächsten wut)
      Das bringt mich oft an meine Grenzen da ich nicht weiss wie ich in dieser Situation mit ihr umgehen soll.
      Weder beruhigen noch in den arm nehmen noch schimpfen hilft ....
      Sie akzeptiert auch kein nein fordert mich oft heraus auch wenn ich es ihr nicht durchgehen lassen und trotz Erklärung das das auch gefährlich sein kann...

      Wie könnte ich in solchen Momenten mit ihr umgehen?

      Vielen Dank ihr lieben

      • Dann bei Bedarf aus der Gefahr bringen (mein Sohn hatte das manchmal mitten beim Überqueren einer Straße), austoben lassen und wenn alle wieder aufnahmefähig sind, ruhig erklären, was grade Sache war.

        lg

        >> Weder beruhigen noch in den arm nehmen noch schimpfen hilft <<

        Ignorieren. Schaffe dein Kind aus der Gefahrenzone und lass es toben. Ich würde mich entziehen, wenn sie beißt und haut und Spielzeug, das geworfen wird, würde ich wegnehmen.

        Handeln. Raus aus der Gefahrenzone
        Dann Geduld. Warten, bis sie wieder bei sich ist.
        Dann erst erklären. Bei meiner erkenne ich das am Blickkkontakt. So lange sie weggesehen hat, war sie gar nicht aufnahmbereit.


        Paralell: verstehen lernen. Was passiert mit meinem Kind.
        Dein Kind ist lebt im jetzt. Vorher oder nachher ist noch nicht nachvollziehbar. Gefühle kommen, wie sie kommen. Für dein Kind eine Ewigkeit. In einer Wucht, die noch nicht zu verstehen ist.
        Ein "das geht vorüber" kennt dein Kind noch nicht.

        Ziel: Kind dabei unterstützen langfristig zu lernen mit Gefühlen umzugehen. Langfristig. Ein über Jahre dauernder Prozess.


        Handeln. Warten. Tief durchatmen. Erklären. Damit bin ich in den ersten Jahren gut gefahren.

        Ziel sollte auch nicht sein, dass das Kind ruhig ist oder sich beruhigen lässt.
        Sondern dass dein Kind (langfristig!) lernt mit Frust und anderen Gefühlen umzugehen.
        Später selbst zu erkennen, was er/sie braucht und wie das geht ohne sich selbst oder anderen zu schaden.

        Verlässlichkeit ist auch wichtig.
        Meine durfte frustriert und wütend sein, wenn sie etwas nicht bekommen hat. Bekommen hat sie es trotzdem nicht.
        Wut, Frust, andere Gefühle durfte sie jedoch haben.

        Ich selbst bin auch manchmal wütend, wenn etwas nicht so klappt, wie es klappen sollte.
        Nur dass ich gelernt habe, damit umzugehen. Gelernt, dass es nicht ewig dauert, dass das Gefühl wieder aufhören wird und auch wie ich meine Wut ausdrücken kann. Z.B. mit anderen darüber reden, was mich stört.

        Dein Kind hat noch keine Worte dafür. Da kommt ein sch*** Gefühl, überrollt sie, sie ist darin gefangen und hat erst mal noch fast keine Handlungsmöglichkeiten. Dieses Werkzeug kann sie von dir lernen.
        Dann wenn sie aufnahmefähig ist.

        Ein Computer bei dem der Akku leer ist, kann auch keine Internetverbindung herstellen.
        Also erst mal wieder laden (warten) und dann, wenn er bereit ist, dann kann die Verbindung bzw. die Eingabe erfolgen.

        Ist zielich platt das Beispiel, zugegeben. Sich das klar zu machen, hilft aber manchmal.

        Auch mal zu reflektieren, wie es dir selbst geht, wenn du wütend bist. Was brauchst du dann? Was kannst du dann gar nicht ab?
        Könntest du rationale wichtige Entscheidungen treffen, wenn du gerade so richtig außer dir bist vor Wut? ;-)

        Tief durchamten
        und dann geht es weiter.

        Wichtig ist eben erst mal der Schutz vor sich selbst und anderen Gefahren.

      • Kind allenfalls in sichere Umgebung bringen (auch wenn du es dafür gegen seinen Willen hochheben, wegziehen musst).
        Toben lassen, daneben sitzen wenn du es aushälst und warten, bis sie ruhig ist. Dann in den Arm nehmen, ablenken, weitermachen. Sie ist winzig. Sie kann ihre Gefühle nicht kontrollieren und explodiert, wenn sie merkt, dass ihr Wille und ihr Wirken noch nicht ganz takten.
        Wenn du es nicht aushälst, dann bring sie in sichere Umgebung, lass sie in Ruhe für ein paar Minuten (z.B. in ihrem Zimmer) geh freundlich wieder auf sie zu. Wenn sie dann wieder tobt... hm... es gibt Kinder, die müssen sich förmlich in den Schlaf toben. Und sind beim Aufwachen wieder Engelchen.

        Das gute daran - das ist eine sehr überschaubare Phase, vergeht rasch.

        Bei meiner Tochter bin ich - wenns nervlich ging - einfach neben ihr gesessen, habe nichts gesagt, sie nicht angefasst , einfach gezeigt, dass sie nicht allein war. War ich zu gestresst, habe ich sie ins Zimmer gesetzt und halt gewartet.

        Was du nie darfst: Sie ins Zimmer setzen, rausgehen und dann immer wieder reingehen um nochmals eine Erklärung, eine Anschuldigung, ein Schimpfen anzubringen. Auszeit gilt für beide Seiten.

        Ich hätte sich jetzt ignorierteren gesagt. Wenn die keine Aufmerksamkeit mehr bekommt, wird sie schon aufhören

      • Hi ignorieren ist selten ein guter Ratgeber, weil ein Ignorieren den Emotionsimpuls meist nur verstärkt.

        Ich würde sie auch primär erstmal wohin bringen, wo das Verletzungsrisiko so gering wie möglich ist, Teppich, Matratze, Kissen unter den Kopf wenn sie ihn wogegen schlägt usw. Ansonsten sollte klar sein, dass das Kind (in der Regel!) in diesem Moment selbst Opfer seiner eigenen übermächtigen Gefühle ist und in dieser Situation seinen vielen Emotionsimpulsen hilflos ausgesetzt ist, da es diese reifebedingt noch nicht eigenständig regulieren, filtern und einordnen kann.

        Primär sollte gelten: Vermeidungsverhalten bzgl vorauszusehender Konflikt- bzw. Frustsituationen sollte nicht vorrangig prophylaktisch eingesetzt werden. Denn das Kind muss auch die Chance erhalten/bekommen diese Erfahrungen zu machen/ zu erleben.

        Was du versuchen könntest, wäre, sie mit intensiven Reizen da wieder "rauszuholen" wenn es zu intensiv wird und sie es nicht schafft sich zu regulieren.

        Ich war mit meinem Kleinen (Frühchen) u.a. in heilpädagogischer Beratung im SPZ, aufgrund seiner ausgeprägten Fremd- und Autoaggressionen in Frustsituationen. Akkustische Reize, visuelle Reize, sowie bspw Kältereize (zb.Kältepad ins Genick), als auch gustatorische Reize (süß, sauer, salzig usw), oflaktorische Reize (Gerüche: Wattepad einsprühen: Moschus, Parfum was du zu Hause hast und intensiv riecht - nicht giftig ist! Oder Kräuter zerreißen Basilikum, Zitronengras, Meinte usw) Propriozeptive Reize wie Elektrische Zahnbürste am Rücken, einen Fuß ins Erbsenbad, Kopfkrauler usw haben uns in solchen Situationen sehr geholfen und zur Ablenkung verholfen.

        Liebe Grüße und alles Gute snow

        • Ausnahme wäre natürlich, wenn es dabei tatsächlich um ein Grenzen austesten geht und nicht um Überforderung.
          Heißt: wenn du den Eindruck hast, dass die jeweilige Situation/das jeweilige Verhalten vielmehr eine Art Machtkampf (bewusstes, strategisches bzw. "eingesetztes" Verhalten) ist, welcher(/s) primär nicht von Gefühlen wie Enttäuschung, Frust, Zorn/Wut, usw. dominiert wird, dann wäre ein Ignorieren sicherlich eine konstruktive Option - ebenso wie ein transparentes, authentisches Auftreten und in vielen Fällen auch ein konsequent bleiben - je nach Abwägung des Themas und der Selbstreflexion bzgl. des Hineinversetzens in die Wahrnehmung des Kindes und der eigenen Haltung und den eigenen Wunsch- und Wertvorstellungen.

          LG snow

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