Stärken - Schwächen; Beurteilung Kindergarten

    • (1) 16.01.18 - 18:44

      Hallo ihr lieben,
      Ich habe heute einen Beurteilungsbogen vom Kindergarten bekommen, da mein kleiner in 2 Jahren eingeschult wird und dieser als Früherkennung für eventuelle Defizite dient.

      Bei meinem Zwerg stehen viele tolle Sachen wie einfühlsam, ideenreich, Verständnis für regeln, Empathie etc

      Aber leider stehen da in einer Bewertungsskala auch Dinge die mich sehr traurig machen.
      Man muss vorab sagen dass seine ersten 4 Lebensjahre wirklich schlimm waren und geprägt von kämpfen. Seit 2015 steckte ich zudem im sorgerechtsstreit und mein ex ist zum Jugendamt in der Hoffnung wenn er mich schlecht macht bekommt er den Zwerg für sich. Er müsste dann aber in eine Pflegefamilie. Ein Jahr lang habe ich vor Gerichten gekämpft und gewonnen! Gutachter haben bestätigt, dass es ihm bei mir gut geht und ich keine Einschränkungen vorweise. Seit dem Zeitpunkt der inobhutnahme besuchen er und ich eine Mama Kind Therapie um das alles zu verarbeiten und die Bindung wieder zu stärken. Mit Erfolg!
      Dennoch hat er einen Knacks weg und der Umgang mit seinem Papa macht es nicht besser.
      Wir leben kn einem gefestigten Umfeld und seit Oktober 2017 besucht er den Kindergarten (davor Tagesmutter)

      Im bewertungsbogen stand jetzt, dass er auffällig ist. Dies wurde durch eine Art benotungssystem heraus gefunden. Ein Foto füge ich unten ein.

      Gerne würde ich ihm helfen das besser zu meistern und genau deswegen frage ich jetzt hier.
      Den nächsten Mama Kind Termin haben wir erst im März aber das ist noch ewig hin.

      Wie kann ich ihm helfen und ihn unterstützen?

      ADHS war mal im Gespräch aber auch der Kinderarzt meinte dass es sich wieder legt wenn er alles verarbeitet hat.

      Man muss dazu sagen, dass er diese Auffälligkeiten zuhause in kleinster Art und weise zeigt. Es kommt auch schonmal vor dass er lange im Zimmer Hörspiel hört und puzzelt...

      Ich wäre euch wirklich dankbar für Ratschläge oder aufmunternde Worte denn ich mache mir wirklich Gedanken seid das Dokument heute eingeflüstert ist.

      • Vieles davon kann man doch ganz leicht in den Alltag einbauen. Spiel mit ihm Spiele! Zuhören, still sitzen, Anweisungen erfüllen kommt alles drin vor und ihr habt beide Spaß dabei.
        Oder backt gemeinsam regelmäßig, da können Kinder auch ganz viel bei lernen, haben aber trotzdem Spaß und danach folgt eine tolle Belohnung!

        Aber für einen vierjährigen liest sich das alles noch ziemlich normal!

        lg

        • Danke für deine Antwort.
          Das meiste davon ist bereits ein Teil unseres Alltags. Am Wochenende natürlich mehr als unter der Woche aber wir dachten bisher immer wir hätten eine gute Balance.
          Mir macht es nur sorgen, dass er im Kindi anscheinend (häufig/immer) zappelig ist. Konzentration in dem Alter kann man finde ich nur begrenzt erwarten vor allem wenn ich zb weiß mein Zwerg malt ungern dann ist es ja klar dass er am maltisch einfach ungern sitzen bleiben will vor allem wenn er draußen die anderen spielen sieht.

          Ich werde mich mal im netzt schlau machen welche Dinge ich noch mehr in den Alltag einbauen kann. Vllt gibt es ja auch Fachbücher.

          Danke !

          • Ich möchte dich beruhigen. Dein Sohn ist vier! Diesen Bewertungsbogen kenne ich aus der Praxis und wir lehnen ihn ab. Ausschliesslich defizitorientiert! Konzentriere dich darauf, was deinen Sohn ausmacht und nicht, was er nicht kann. Zwei Jahre sind noch eine lange Zeit bis zur Schule. Da passiert noch so viel Entwicklung. Entspann dich! Geh viel mit ihm raus, dass er seinem Bewgungsdrang nachgehen kann. Achte auf eine gesunde Ernährung. Das ist schon mal die halbe Miete! 😊

          • Warum nimmst du die Beurteilung nicht hin wie sie ist? Grade, weil du weißt wie schwer dein Sohn und du es gehabt habt in letzter Zeit.

            Freu dich,dass es ihm immer besser geht und genieß was ihr zusammen (geschafft) habt.

            Bleib gelassen, niemand ist perfekt!

      Zu unserer Zeit gab es im Kindergarten keinen solchen Beurteilungsbogen - wir wurden aber im Kindergarten auf die motorische Unruhe und die häufigen Missgeschicke meiner Tochter angesprochen. Wir haben dann eine Diagnostik machen lassen, heraus kam eine Wahrnehmungsstörung, sie bekam dann Ergotherapie und wir einiges an Tipps, wie man ihr auch zuhause helfen kann.

      Die Schule hat sie dann recht problemlos bewältigt, trotz einer Legasthenie. sie zieht sich immer noch häufig blaue Flecken zu, Lässt alles rumliegen, kriegt manches schlicht und einfach nicht mit und verbreitet Chaos um sich herum und ihre Rechtschreibung ist quasi nicht vorhanden. sie hat trotzdem ein gutes Abi gemacht, war einige Monate im Ausland, heute studiert sie Design und ist voll begeistert davon ...

      sieh die Bewertung als Chance - wenn du weißt, wo es ein Problem gibt, dann findest du auch Lösungen. schlecht wäre es, wenn du keine Ahnung hast, das dein Kind in bestimmten Bereichen Unterstützung braucht und es darum auch keine Förderung erhält.

      aber dein Kind wird seinen Weg gehen - mit deiner Unterstützung. Das wird schon.

    • Hallo,

      verstehen kommt von stehen / begreifen kommt von greifen
      Das Gehirn kann besser Nervenzellen vernetzen wenn die Kinder ihren Körper bewegen.
      Erstklässler haben eine normale Konzentrationsspanne von 20 Minuten.
      Er hat noch 2 Jahre Zeit dahin zu kommen.

      Auch wenn der Bewertungsbogen nach objektiven Bewertungen aussieht er ist subjektiver Natur. Wann und wie vom wem wurden die Kreuze gemacht?
      Dein Kind denkt nach und handelt dann. Das ist hervorragend.
      Was ich an dem Bogen nicht verstehe ist er kann manchmal stillsitzen aber ist immer zappelig? Wie passt das denn zusammen?

      Weiß der Kindergarten von seiner Vorgeschichte?
      Hör auf den Kinderarzt er kennt ihn länger als die Erzieherinnen.

      Gruß Sol

      (8) 18.01.18 - 11:55

      Als Mutter eines (inzwischen 18jährigen) Parade-Zappelphillip kann ich dir folgendes sagen:

      Lass dich nicht kirre machen. 2 Jahre sind in dem Alter eine Ewigkeit und gerade in der Entwicklung machen die Kids da Quantensprünge.
      Mein Sohn konnte bis zum Tag seiner Einschulung keine 10min stillsitzen und siehe da, in der Schule hats dann schlagartig geklappt. Weil er einfach "musste".

      Auch würde ich mich nicht dazu drängen lassen, dein Kind (jetzt schon) irgendwie zu testen. Denn wenn man was finden will, wird man immer was finden. Mit einer "Diagnose" hat das Kind dann aber seinen Stempel weg und wird in eine Schublade gesteckt, aus der man nur schwer wieder rauskommt.

      Bei meinem Sohn meinte die Kindergärtnerin bereits nach einem halben Jahr, der ist hyperaktiv und muss unbedingt getestet werden. Nein machten wir nicht, ein Kind mit 4 Jahren soll ein 4jähriges Kind sein dürfen.

      In der Volksschule (weil er sich immer weggeträumt hat --> Langeweile) wurde uns geraten ihn auf ADHS zu untersuchen. Nein machten wir nicht, denn nicht jedes Kind muss nach Schema F funktionieren.

      In der Mittelschule meinte sein Klassenlehrer er hätte "autistische Züge" und sollte unbedingt getestet werden (weil er manchmal in sich selbst versunken, Selbstgespräche geführt hat, etwas was er seit frühester Kindheit schon gemacht hat).
      Nein haben wir auch nicht getestet, denn weder er noch sein unmittelbares Umfeld hatten Probleme mit "seiner Art". Er war ein vielleicht nicht ganz "normales" aber aufgewecktes, ansonsten pflegeleichtes Kerlchen.
      Für die Lehrer halt etwas anstrengender und fordernder als andere und deshalb gerne als Störfaktor abgestempelt.

      Wir haben ihn nie testen lassen, nur beobachtet und bei seinen Schwächen sanft und dezent unterstützt.

      Heute ist er ein beliebter, aufgeweckter, sozial ausgezeichnet integrierter junger Mann, mit 1er Abi und auf dem Weg zum Unistudium. Die meisten seiner "Ticks" und "Auffälligkeiten" (die wir als Eltern nie so empfunden haben) haben sich ausgewachsen. Wir sind sehr stolz auf ihn und er ist genau richtig so wie er ist. Er muss nicht wie andere sein, er muss er selbst sein und das ist gut so.

      Ich finde diese Bewertungsbögen furchtbar und finde es immer wieder traurig wie kleine Kinder damit so abgestempelt werden.
      Es gibt halt zappelige Kinder, nicht jedes Kind ist ruhig und das ist gut so....
      Wenn dein Kind eine schwierige Zeit hatte finde ich es nicht komisch, dass er dadurch auch mal ein wenig auffälliges Verhalten zeigt. Das ist bei Erwachsenen doch auch so, und nciht immer gleich therapiebedürftig. Ich würde vor allem probieren ihm trotz der Umstände so viel wie möglich Normalität zu ermöglichen. Es klingt für mich als bist du serh bemüht, das sind doch schon super Voraussetungen.
      Wenn du sagst, dass er diese Auffälligkeiten nciht zuhause zeigt, deutet es für mich auch daraufhin, dass der Kiga vielleicht nicht immer der ideale Ort ist. Vielleicht braucht er dich zur Zeit einfach ganz besonders und zeigt das nur, wenn du nicht da bist.

      Ich würde einfach raten, dir nciht zuviele Sorgen zu machen und den nächsten Termin abzuwarten, das wird schon!

      Ich würde die Mutter-Kind Therapie mal weiterführen, vielleicht ist doch noch einiges aufzuarbeiten.
      Dazu langsam mal Interessen deines Sohnes herauszufinden , um evtl. einen passenden Verein zu finden, der ihm Spaß macht und Ausgleich bietet.
      Du als Mutter kannst ihn nur deine Liebe spüren lassen und die volle Aufmerksamkeit geben....ihn immer wieder sagen, dass du stets für ihn da bist....(zwecks Verlustangst, da Papa nicht mehr vor Ort ist)

      Hey,
      es gibt einige Möglichkeiten, warum ein Kind zappelig ist, dass muss jetzt nicht gleich ADHS sein...
      Ich würde dir vorschlagen mal zu einem Osteopathen oder Heilpraktiker (der Augendiagnostik macht) zu besuchen...
      Es gibt soviel mehr als die Schulmedizin...

      Ich weiß jetzt nicht, was es bedeutet, dass er (ihr) die ersten vier Jahre unter Kämpfen zu leiden hattet... Aber was immer es war, alles hinterlässt Spuren...
      Ich wünsche dir und euch eine gute Zeit und dass ihr alles bewältigt bekommt...

      lg Tanja

      (12) 23.01.18 - 16:17

      Hi,
      die Kindergärten ticken heute ganz anders....früher hat man mit den Kids gespielt, defizite aufgearbeitet, Stifthaltung gelernt, etc. etc.

      Heute wir so viel wie möglich bemängelt, damit man die Verantwortung an die Eltern abgibt "haben wir ihnen ja schriftlich mitgeteilt".

      Dann gibt es Kiga, die die Integrationsgruppen voll bekommen müssen, um die Föderungen zu erhalten.

      Das Kinder zu Hause anders sind, ist normal....grosse und Laute Gruppen sind nicht für alle Kinder toll, es gibt auch oft keine Möglichkeit, das die Kids zurück ziehen können.

      Was uns im Kiga alles um die Ohren gehauen worden ist...mit drei Jahren hätte mein Sohn AHDS, meine Tochter wäre arg zurück geblieben und behindert, weil sie nicht gut reden kann. Meine Tochter sollte in Therapie, weil sie mit vier Jahren noch beidhändig gemalt hat, mein Sohn soll zu Augenarzt, weil er über einen Rucksack gestolpert ist und als er zu grosse Gummistiefeln beim Waldspaziergang ( ein anderes Kind hatte seine an) an hatte und mehrfach nicht richtig laufen konnte, sollte er sofort in Therapie.....
      Wir hatten sogar unsere Logopädin im Kiga, um zu testen, warum meine Tochter dort so schlecht redet.....die hat nur noch mit den Ohren über die Zustände und den kirren Erziehrerinnen gezuckt.

      Daher ruhig Blut!
      Rede mit eurem Kinderarzt und wichtig ist, viel spielen und liebhaben!

      Mütter die sich alles von den Erziehern erzählen lassen, können schnell zu Opfern werden.
      Rede mit deinem Arzt, es gibt Frühförderstellen, wo Kinder auf Logo, Ergo, etc. geprüft werden, alles Hand in Hand und wo man sich gemeinsam hinsetzt und schaut, wo wirklich Probleme bestehen.
      Haben wir auch gemacht, als der Kiga uns immer mehr kirre gemacht hat und ich zu viel geglaubt habe.
      Irgendwann beobachtest du dein Kind nur noch, um die Defizite zu sehen, testest dein Kind, willst ihn in allen Fördern....

      Wir haben dann auch den Kiga gewechselt, leider zu spät aber ab dann war es für die Kids endlich eine Wohltat nicht mehr beobachtet zu werden, bzw. auch regelrecht fertig gemacht zu werden.

      Bei uns kam nur raus, das die Kinder toll sind, hohen IQ im Kindersalter hatten und Logo hatten wir eh schon gehabt. Mit dem Attest von der Frühförderstelle hatten wir endlich Ruhe im Kiga. Jetzt sind die Kids 12 und haben absolut nix, sind gut in der Schule, sehr sozial, etc. etc.

      Viel Glück
      lisa

      Hallo,
      ich würde mit dem Bogen zum Kinderarzt gehen, vielleicht kann er dir Ergo verschreiben. Natürlich ist noch Zeit, aber warum keine Hilfe annehmen wenn man sie bekommt...
      Da bekommst du noch viele Tipps und dein Sohnemann hat einmal in der Woche eine neue Freundin mit der er neue Erfahrungen sammeln kann.
      Finde auch, dass es einen guten Eindruck im Kindergarten hinterlässt, wenn man ihre Kompetenz nicht in Frage stellt. Er kann sich ja wirklich in der Gruppe anders verhalten als zu hause. Auch wird Ergo oft extra in Gruppen angeboten.

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