Ich brauche mal eure Mama/Erzieherinnenpower

    • (1) 23.02.18 - 12:23

      Hei ihr Lieben,

      ich verzweifle grade ganz schrecklich und brauche eure Hilfe.
      Ich fang mal vorne an - ich schreibe ja so gern Romane xD

      Also, ich arbeite schon seit Jahren mit Kindern, zuerst bei der Diakonie mit geistig behinderten Kindern, danach bei der Ferienbetreung für Grundschüler und dann seit immerhin vier Jahren jede Woche Nachhilfe, bei einem Unternehmen und privat. Und normalerweise mögen Kinder mich und ich komme super mit denen klar, aaaaaaber:

      Ich musste jetzt leider bei einem neuen Nachhilfeunternehmen anfangen (heul, ich vermisse meine "alten" Kinder #heul), weil mein altes leider nicht mehr der Ansicht war, mir Gehalt pünktlich zahlen zu müssen (also ich musste meinem Gehalt teilweise drei/vier Monate hinterherlaufen). Gewohnt war ich Einzelnachhilfe, bei dem neuen Unternehmen mache ich das zum Glück ab nächster Woche auch, aber ich bin jetzt diese Woche für zwei ausgefallene Lehrkräfte eingesprungen und puuuuuuuuuuuuuh, ich bin fertig mit der Welt. Hatte jetzt abwechselnd drei Gruppen, zwei davon mehrfach, und die Kinder sind so schlimm. Das Problem ist natürlich auch, dass ich teilweise einfach kleiner bin als die Kinder, ich bin nur 1,58, und ich bin halt wirklich lieb und nett (ohne jetzt eingebildet klingen zu wollen xD) und kann schlecht auf den Putz hauen, und die nehmen mich einfach kein Stück ernst. Also ich mache meinen Job vom fachlichen her wirklich gut, aber menschlich konnte ich mich nicht durchsetzen. Die waren alle nur laut (waren immer so Gruppen mit ca 5-8 Kindern), ich bin zwischendurch auch mal lauter geworden, weil der Chef mir das extra gesagt hat, aber das hat die Null interessiert. Die haben mich nicht mal angeschaut sondern einfach weiter geredet. Bei einem ging zweimal der Handywecker (hatte extra so einen krähenden Hahn für den Wecker, damit auch alle lachen), ich meine einmal ein klingelndes Handy, das ist ja noch ok, kann jedem passieren, aber dann hat er einfach auf Snooze gestellt und es hat wieder geklingelt. Ich hab dann gesagt, beim nächsten Klingeln ist es weg, dann war wenigstens auch von der Seite aus Ruhe.
      Aber sonst… puh, ich kann das gar nicht wiedergeben, die haben sich zwar durchaus Sachen von mir erklären lassen, aber die meiste Zeit wollten sie eben auch gar nicht arbeiten. Was mir super leid tat, war, dass da zwei wirklich nette, motivierte, lernende Kinder dabei waren, die nur von den anderen gestört wurden, wenn ich was gesagt hab, wurde ich ignoriert, wenn die lernenden Kinder gesagt haben, die sollen still sein, kam nur „Baaaah, du eklige Streberin“, da hab ich natürlich auch was gesagt, aber naja, hat niemanden interessiert. Ich muss dringend meinen Chef mal fragen, wie weit ich mit Sanktionen gehen darf, aber irgendwie kann es das doch auch nicht sein?
      Die Kinder gestern waren 5.-7. Klasse, und ich hab denen dann zwischendurch versucht zu erklären, dass deren Eltern viel Geld für die Nachhilfe zahlen, da kam dann nur „Ist doch egal“ und, mein totaler Favorit „Zahlt eh das Amt, ich muss hier nichts tun, ich bin nur zum reden hier“. Also ich will hier jetzt wirklich keine rechte Hetze betreiben, im Gegenteil, ich bin sehr links in meiner Gesinnung, aber bei sowas könnte ich platzen. Das asozialste Kind war eh der deutsche Junge (das war der mit dem Handy), also bitte nicht falsch verstehen. Das Problem ist, dass denen klar ist, dass ich denen gar nichts kann, außer, deren Eltern anrufen, und damit soll ich zwar drohen, aber ich würde es eigentlich ganz gerne anders hinkriegen :-(
      Ich hab jetzt gleich noch zwei Gruppen, einmal Grundschüler und dann, glaube ich, nochmal ältere. Habt ihr Tipps für mich, wie ich da ran gehen kann, dass die Kinder mich wenigstens ein bisschen respektieren? Ich will eigentlich nicht die ganze Zeit laut werden, mir war es immer wichtig, dass die Kinder Spaß haben und eine gute Atmosphäre herrscht, aber mit meiner netten Art komme ich scheinbar gar nicht weiter… bei der einen Gruppe habe ich jetzt eh völlig verkackt, aber die muss ich zum Glück nicht nochmal übernehmen.
      Oh Gott, und ich hätte fast auf Lehramt studiert, momentan bin ich so froh, dass ich das nicht gemacht hab #zitter

      • Du hast das Problem selbst erkannt: du bist nicht streng genug. Und genau das musst du sein, damit msn sich ernst nimmt. Die Kids testen, wie weit sie bei dir gehen können. Mir fällt da "Fuck you Goethe " ein, du klingst wie die Frau Schnabelstett. Total lieb und motiviert aber nicht in der Lage, Grenzen zu setzen und auf den Tisch zu hauen. Willst du, dass sie dich ernst nehmen, musst du streng und konsequent sein.Handy beim ersten Verstoß einsammeln, zusatzaufgaben bei jedem stören verteilen, sowas halt. Mit nett kommt msn bei pubertierenden Teenagern nicht weiter.

        • Ja, das ist wohl wahr. Das bin ich von meinen beiden alten Kindern nicht gewohnt, die wollten lernen und mochten es grade dass ich "mehr wie eine Freundin" für sie war.
          Aber was mach ich denn, wenn ich denen Extraaufgaben gebe, und die die einfach nicht machen? Das sind halt auch so viele. Dann drücke ich dem einen eine Aufgabe auf, dann fragt mich ein anderes Kind was, und dann gehen mir die restlichen wieder durch, gestraft sind dann die, die wirklich lernen wollen und Hilfe brauchen, auf die ich gar nicht eingehen kann >__<
          Mir fehlt da grade echt noch das Konzept, wie ich Dinge durchsetzen kann, also wie gesagt, wenn ich einem sage, dass er jetzt eine Strafaufgabe machen muss und er sagt, dass er es nicht macht. Oder er tut es einfach nicht und malt nur rum. Rauswerfen kann ich die ja auch nicht.
          Ich bin echt verzweifelt, ich hab immer so gerne mit Kindern gearbeitet, auch mit schwierigeten, und nach dieser einen Woche bin ich schon so demoralisiert, dass ich am liebsten aufgeben würde. Ich kann das aber auch nicht nachvollziehen, ich hatte natürlich auch keinen Bock auf Schule und so, aber ich hatte viel zu großen Respekt vor Erwachsenen, dass ich niemals gemuckt hätte, und vor allem hatte ich viel zu viel Respekt vor dem Geld meiner Eltern, wir hatten auch nie viel Geld, wenn die mir Nachhilfe bezahlt hätten, hätte ich es gar nicht gewagt, nicht zu arbeiten. Und jetzt sind da so viele auf einen Haufen, denen das völlig egal ist.

          • Wieso kannst du Kinder, die offensichtlich die Nachhilfe nicht wahrnehmen wollen nicht raus schmeißen? Gensu das würde ich tun und mit den eltern reden, dass ihr Kind kein Interesse daran hat, etwas zur Verbesserung der Noten zu tun. Ohne guten Willen des Kindes kannst du nun nichts tun. Ich würde den Eltern sagen, dass Nachhilfe keinen Sinn hat bei lernverweigerung.

      (5) 23.02.18 - 16:30

      natürlich muss du strenger werden.... -- trotzdem wirst du auch an Erfolg gemessen und da würde ich es mir nicht nehmen, jedes Mal einen Rückmeldebogen zum unterschreiben mitzugeben, dass das sich Kind heute unkooperativ etc... gezeigt hat oder die gruppe gestört hat .... und du so bekomen die Zahlenden Eltern schon einen ganz anderen Druck hinter die Kinder... oder eleganter: Du könntest das heutige versäumte Pensum als Hausaufgabe aufgeben mit dem Kommentar natürlich, warum das Pensum nicht geschafft wurde ........ --

      manchmal gehts halt nur so ... -- mit zweimal die woche 45 minuten hast du verloren, wenn die merken, dass sie mit dir machen können, was sie wollen... du hast ja meist kinder da, die eh keinen bock auf extra Arbeit haben... -- da solltest du dir gleich am anfang ohne lange zu fackeln mit bestimmten Massnahmen Respekt verschaffen...

      Hallo,

      ich rufe die Eltern an. Beim ersten Mal gibt es eine Verwarnung, beim zweiten Mal dürfen die Eltern das Kind abholen, beim dritten Mal fliegt es raus. Fertig. Bei der Nachhilfe muss ich mir keinen Respekt verschaffen. Die Eltern haben ihren Kindern das gefälligst beizubringen. Wenn sie in der Nachhilfe nicht mitmachen, dann raus mit ihnen. Meine Liste ist lang genug mit Kindern, welche wirklich lernen wollen. Wenn das Institut nur auf das Geld aus sein sollte und nicht mit Dir da kooperiert, dann such Dir ein anderes.

      LG
      Mistel

    • Danke für eure Antworten.
      Ich arbeite euch jetzt alle mal in einer Antwort ab ;)

      @10angelx: die Eltern kriege ich leider gar nicht zu Gesicht. Die Kinder kommen da alle alleine hin und gehen wieder alleine. Also anrufen geht halt, ich habe auch schon damit gedroht, dass ich das tun werde. Hab ich auch vor, zu tun, also da werd ich aufpassen, dass die nicht nur leere Drohungen kennen lernen werden.

      @muffin357 leider kriegen die Eltern die Zettel nicht zu sehen, sonst würde ich da liebend gerne ganze Romane drauf schreiben. Wenn ich denen eigene Zettel von mir mitgebe, kommen die sicher niemals bei den Eltern an :-( aber sonst wäre die Idee super. Eben das gleiche Problem mit Hausaufgaben, wenn ich denen welche gebe, aber die Kinder sie nicht machen, kann ich das zwar immer weiter verdoppeln, und mich irgendwann bei den Eltern beschweren, aber ob das was bringt... aber das kann ich zumindest mal versuchen. Wenn sie die Sachen denn mitnehmen, grade hat einer seinen Matheordner auf dem Tisch liegen lassen und ist rausgestürmt, das hab ich erst gesehen, als alle Kinder ihre Zettel unterschrieben hatten. Na, hoffentlich kriegt der am Montag richtig Ärger in der Schule, dass er den Ordner nicht hat.

      @mistelzweigi: ich sehe das eigentlich wie du, Erziehung ist Elternsache, und eigentlich sollte man ja meinen, dass die Eltern, die das bezahlen, den Kindern was pfeifen, dass die da zu arbeiten haben. Mit dem schlimmsten Störenfried grade habe ich mal durchgerechnet, was seine Eltern im Monat zahlen, aber der Schock über die Summe hat ihn leider nur kurz verstummen lassen. Ich finde das einfach furchtbar, ich kann den Kindern kaum helfen, weil sobald ich bei einem stehe, drei andere anfangen, Mist zu machen. Ich hab auch grade mal mit denen vom Institut gesprochen, ich darf auch Kinder heim schicken, wenn sie zu scheiße sind. Da die Eltern die Stunde trotzdem bezahlen müssen, dürfen die sich dann sicher was anhören. Ich will es nur erstmal im guten schaffen. Teilweise sind das sicher nicht nur Charakterschweine, sondern eigentlich ganz arme Säue, ich will ja erstmal jedem ne Chance geben. Aber halt nicht ewig :/

      Ne Riesenangst habe ich vor folgender Situation: ich sage, einer soll rausgehen, und er macht es einfach nicht. Wie handelt man da? Was machen Lehrer und Erzieher? Könnt ihr mir da noch Ratschläge geben?

      Ich geh jetzt mal grad mit dem Chef ein Bier trinken, in der Hoffnung, dass der mir auch noch weiter helfen kann und Tipps für mich hat, außer "wachsen und zum Mann werden" xD

      (8) 24.02.18 - 05:38

      Ist schon lange her, dass ich Nachhilfe gegeben habe, insbesondere für Gruppen. Da war ich selbst noch Schülerin. Ich würde aber ganz sicher nicht mit Strafaufgaben oder ähnlichem kommen. Ich bin kein Schullehrer, der die Schulpflicht durchzusetzen hat. Ich bin (in dem Fall) ein Nach-HILFE-Lehrer. Von mir zu lernen ist ein Privileg, keine Pflicht. Ich würde eher damit arbeiten, dass man dieses Privileg auch verlieren kann, wenn man es nicht zu schätzen weiß.

      Dazu würde ich den Raum in zwei Bereiche aufteilen. Wer so viel wie möglich lernen möchte, soll in dem einen Bereich sitzen, wer weniger lernen möchte, setzt sich in den anderen Bereich. Dort muss trotzdem gearbeitet werden, aber sie dürfen sich auch leise unterhalten, so dass die lernenden Kinder nicht gestört werden.

      Jeder darf frei wählen, wo er sitzen möchte. Wer im Hauptlernbereich sitzt und stört, muss aber wechseln. Wer dort immer noch zu laut ist, fliegt raus. Wer am Ende der Stunde nichts gemacht hat, dessen Eltern werden angerufen, einfach damit diese nicht für nichts bezahlen bzw. wissen, dass sie das im Moment tun.

      Ich würde allen Kindern Aufgaben geben, bei Fragen stehe ich jedoch zuerst den Kindern im Hauptlernbereich zur Verfügung.

      Ich würde ganz deutlich machen, dass es nicht mein oberster Wunsch ist, diesen Kindern etwas beizubringen, sondern dass es deren Wunsch sein muss, etwas zu lernen und ich gerne dabei helfe. Wenn jemand nichts lernen möchte, stört es mich nicht und ich widme meine Zeit denen, die es tun. Würde jemand als Streber bewchimpft werden, würde ich erklären, dass ich es ziemlich schlau finde, diese Chance hier bei mir zu nutzen statt sie verstreichen zu lassen. Dass es möglicherweise heute cool ist, im Unterricht nicht aufzupassen, dass es aber im Erwachsenenalter dann doch eher cool sein wird, viel Geld zu verdienen und dass ich da bei einigen mehr Potential sehe ... Also nicht in dem Sinne "Och der Arme, jetzt beschimpf den doch mal nicht als Streber, das ist so gemein", sondern eher "Naja vielleicht ist das zum jetzigen Zeitpunkt in eurem Leben (wo nur noch X Jahre Schule vor euch liegen) gar nicht so dumm, etwas dafür zu tun, dass man es später mal gut hat"

      Hollo chakotay88,
      Dein Problem hast Du, glaube ich, selbst erkannt. Ohne konsequent zu sein wirst Du nicht weiter kommen.
      Aber mit Deiner Größe hat das NICHTS zu tun. Mein Sohn hatte eine Mathelehrerin, ungefähr Deine Größe, die hatte die Klasse sowas von in der Hand. Die größten Raufbolde waren bei ihr zahm wie die Lämmer. Und gelernt haben alle viel bei ihr. Das war keine "Liebkind"- Schule, bei anderen Lehrern gingen die Schüler über die Bänke, kletterten während des Unterrichts aus dem Erdgeschoßfenster.
      Nicht bei dieser Lehrerin. Sie konnte aber auch freundlich und nett sein.
      Ich habe kaum eine/n Lehrer/in kennen gelernt, die so ein Format hatte, trotz ihrer Größe.

      Gruß Bernd

      (10) 24.02.18 - 12:08

      Es ist ein ständiger Spagat zwischen nett aud autoritär.

      Einerseits muss man den KIndern klar machen, dass man kein Lehrer ist und definitiv auf ihrere Seite, andererseits muss klar sein, wer der Chef ist.

      Gerade 6-8. Klasse ist oft schwierig, weil die Kinder eben voll in der Pupertät sind. Da muss man erst streng, dann nett sein. Umgekehrt funktioniert nicht.
      Laut werden reicht da nicht, außerdem ist das nur anstrengend. Wenn sonst nichts kommt, bringt das gar nichts.
      Ein gutes Mittel Ruhe zu schaffen ist, den größten Störenfried aus dem Zimmer zu verbannen. Er muss dann in einem anderen Zimmer, möglichst unter Aufsicht, arbeiten. Das könnte bei euch zB im Büro oder auch in einer älteren Schülergruppe sein.
      Manchmal reicht es auch, wenn man nur die Sitzordnung ändert.
      Und im schlimmsten Fall muss die Gruppenzusammenstellung geändert werden.

      Bei Handys muss man abwägen. Wenn alle gut arbeiten, kann auch mal einer kurz sein Telefon benutzen, mit Kopfhörern Musik hören ... Wenn es aber nicht im Rahmen bleibt und nur Chaos herrscht, werden die Telefone konsequent eingesammelt, und wenn du zum Schluss mit 10 Tippteilen dasitzt.

      Und generell, wenn die 3/4 der zeit ordentlich gearbeitet wird, dann darf es zum Schluss auch etwas lauter werden, der ein oder andere mal etwas erzählen o.ä. Evtl kann man die Kids auch mit irgendwinem Spiel ködern: wenn ordentlich gearbeitet wurde, wird in den letzen Minuten zB Galgenmännchen o.ä. gespielt.

      (11) 24.02.18 - 21:32

      "Oh Gott, und ich hätte fast auf Lehramt studiert, momentan bin ich so froh, dass ich das nicht gemacht hab #zitter"

      Vielleicht hättest du das doch besser mal gemacht. Dann müsstest du jetzt nicht völlig ahnungslos und ohne jeglichen pädagogischen Hintergrund und didaktisches Können schlechtbezahlt vor den Kindern stehen. Es liegt doch auf der Hand, dass du an dir arbeiten musst. Die Kinder riechen auf 100 Meter, dass du keine Ahnung hast, wie du mit ihnen umgehen sollst. Wenn du noch länger unterrichten willst, musst du dich dringend fortbilden.

      Hei,

      nochmals vielen Dank für die Antworten.

      Also die Tipps werde ich definitiv mal versuchen, ich muss mal fragen, ob ich das mit dem Raum aufteilen machen darf, die Tischsituation ist dafür vermutlich eher ungünstig, aber mal schauen...

      Achso, ich wokkte aber nochmal sagen, ich bin nicht komplett ungelernt. Ich hab zwar nie Sozialpädagogik in der Uni gehabt, aber privat und in der Diakonie habe ich sogar einige Fortbildungen gemacht, leider sind die halt auch schon etwas her. Und wie gesagt, bisher hatte ich, auch bei größeren Gruppen, nie solche Probleme. Tatsächlich war es bisher sogar immer so, dass eben weil ich die meiste Zeit nett und freundlich bin, die Kinder dann, wenn ich mal laut wurde, so geschockt waren, dass sie eben gar nicht mehr gemuckt haben.

      Mein Chef hat mir dann auch erzählt, dass eigentlich alle Lehrkräfte die gleichen Probleme haben mit den Kindern, und ich mir da gar nicht so einen Kopf drum machen soll, also er meinte, es sei ganz normal, dass 80% der Zeit gebrüllt wird, eben weil die Kinder mit dieser "ich hab kein Bock und ein dummer Problem sein ist cool" Einstellung dahin kommen. Die meisten sind wohl wirklich Problemkinder, die auch in der Schule dauernd rausfliegen. Das will ich nur noch nicht einsehen.

      Und Bernd, also so eine Lehrerin hatte ich auch :) so wäre ich auch gern...

      • "also er meinte, es sei ganz normal, dass 80% der Zeit gebrüllt wird, eben weil die Kinder mit dieser "ich hab kein Bock und ein dummer Problem sein ist cool" Einstellung dahin kommen."
        Wow, und da willst Du wirklich arbeiten?
        Sorry, aber von so einer Nachhilfeschule habe ich noch nie gehört und ehrlich gesagt, würde ich auch NIEMALS mein Kind zu so einer Nachhilfe wie eurer hinschicken. Das ist ja echt übel!

        • Oh, erstmal sorry, da sollte "Proll" und nicht "Problem stehen... Autocorrekt.

          Also wie gesagt, ich hab halt auch grade erst in dem Institut angefangen und gebe seit Jahren Nachhilfe, und mir ist sowas noch nie untergekommen. Ich meine, klar, keine Lust haben ist für die Kinder ganz normal, aber eigentlich hab ich immer sehr viele Methoden gehabt, wie den Kindern Lernen Spaß macht. Da sitzen aber eben wirklich die Problemkinder, die nicht wollen, die wollen selbst nichts lernen, und die wollen nicht, dass die anderen im Raum was lernen, meiner Ansicht nach hilft da nur Einzelunterricht. Begeistert bin ich auch nicht, das kannst du mir glauben. Ich hab das immer so gerne gemacht :/

    (15) 26.02.18 - 15:49

    Hallo,

    also, eigentlich hasse ich hier Beiträge, die irgendwie nicht die gestellte Frage beantworten.

    Aber ich muss jetzt doch mal dazu "senfen".

    Irgendwie kommt mir das Thema bekannt vor.
    An der Grundschule meiner Kinder werden vermehrt Unterrichtsbestandteile an Eltern (sprich:Mütter) übertragen. Ob es die "Lesemutti" oder die Lernzeit ist, beides ausdrücklich Unterrichtsbestandteil und mittlerweile sogar der Förderunterricht für die Leseschwachen...
    Ihre Qualifikation ist halt: Mutter, die Zeit hat.
    Bisher war noch keine dabei, die tatsächlich ausgebildete Erzieherin, Lehrerin, Sozialpädagogin etc. ist. Wenn dann aber ein Kind nicht so richtig "spurt", wird sich beklagt und beschwert (und dazu noch im Ort rum getratscht) und man ist total überfordert.

    Und da frage ich mich: warum wird wohl Unterricht und Betreuung etc. von ausgebildeten Erziehern und studierten Lehrern ausgeführt?
    Was ich damit sagen will: ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum man als nicht ausgebildeter Pädagoge der Meinung ist, diese Arbeit verrichten zu können. Ich selber käme zumindest nie auf die Idee.
    Wozu brauchen wir dann noch Erzieher, Lehrer, Sozialpädadgogen etc.? Wozu braucht dann eigentlich irgendwer überhaupt noch irgendeine Ausbildung, wenn als Qualifikation reicht "Hab ich auch schon mal gemacht"?
    Gut, ich bin da vielleicht auch etwas empfindlich, weil mein Mann (ausgebildeter!) Erzieher ist.
    Das was du beschreibst, war Ausbildungsinhalt. Zumindest mein Mann kann das (offenbar) sehr gut umsetzen.

    Ich bin ehrlich gesagt gerade auch etwas schockiert. Ich habe für meine Tochter auch schon einmal Nachhilfe in einem Institut in Erwägung gezogen. Ich bin davon ausgegangen, dass dort pädagogisch ausgebildetes Personal beschäftigt wird.
    Hast Du denn eine Qualifikation in der Richtung (ich meine jetzt nicht ein paar private Fortbildungen)?

    Ich hatte die Diskussion übrigens auch mit meiner Mutter. Sie ist in Rente und gibt nachmittags in der Kirchengemeinde Hausaufgabenhilfe. Da sind einige Kinder wohl auch durchgedreht und sie wussten erst nicht, was tun. Meine Mutter hat ihr Leben lang im Büro gearbeitet und war selbst bei mir jetzt nicht die extremst pädagogische Hausaufgabenhilfe (eher im Gegenteil). Sie hat überhaupt keinen Kontakt mit diesem Thema gehabt. Genau das gleiche Ding: Warum macht man sowas?

    Ich verstehe es nicht.

    Ach ja, da ich weder Lehrerin noch Erzieherin bin (nur im Büro!), kann ich leider nichts sachdienliches beitragen.

    • Auch danke für deine Antwort.

      Also hier bei den Nachhilfeinstituten, ich hab mich bei mehreren beworben und ja auch schon vorher lange bei einem gearbeitet, und die suchen fast alle Studenten aller Fächer - vor allem, wenn man halt sowas wie Mathe oder Französisch studiert, es gab tatsächlich nur eins, das ausschließlich Lehrämtler wollte.
      Im Prinzip wird ja auch angenommen, dass die Kindern nur fachlich Hilfe brauchen, und sich ansonsten wenigstens halbwegs benehmen. Ich kannte das auch nur so.
      Wenn ich dir für deine Tochter einen Rat nehmen darf, such ihr Einzelnachhilfe, kostet auch nicht viel mehr, und ist viiiiiiel effektiver...
      Achja, du hattest noch gefragt, also ich hab halt neben den privaten Fortbildungen bei der Diakonie viele Kurse gehabt, ich hab da auch recht lange gearbeitet - erst in meiner Heimatstadt und dann in meiner Studiumsstadt. Da gab es halt alle möglichen verschiedenen Kurse, psychologische, welche extra für Autistenbetreuung, für Gruppen... wie viele ich insgesamt gemacht habe, kann ich gar nicht mehr sagen.
      Aber mit dieser ganz neuen Situation war ich jetzt erstmal gründlich überfordert. Ich schaue mal, wie es heute läuft, und hoffe, dass es langsam besser wird :/

      "Wozu brauchen wir dann noch Erzieher, Lehrer, Sozialpädadgogen etc.? Wozu braucht dann eigentlich irgendwer überhaupt noch irgendeine Ausbildung, wenn als Qualifikation reicht "Hab ich auch schon mal gemacht"?
      Gut, ich bin da vielleicht auch etwas empfindlich, weil mein Mann (ausgebildeter!) Erzieher ist.
      Das was du beschreibst, war Ausbildungsinhalt. Zumindest mein Mann kann das (offenbar) sehr gut umsetzen."

      Da gebe ich dir übrigens vollkommen Recht, ich fände es viel sinnvoller, wenn es eine fachliche Lehrkraft und einen ausgebildeten Erzieher da gäbe, aber das ist vermutlich finanziell nicht umsetzbar...

(17) 28.02.18 - 21:54

Hey,

ich würde dir empfehlen mal ein bisschen in der Literatur zum Thema Unterrichtsstärungen zu lesen. Insgesamt gibt es echt viele Ansatzpunkte und ohne die Situation konkret gesehen zu haben, ist es schwierig auf die richtige Lösung zu kommen. Das kannst du nur selbst machen oder mal jemand anderes hospitieren lassen und das dann besprechen. Vielleicht hilft es ja schon, die Situationen mal aus Schülerperspektive zu betrachten. Gründe für Unterrichtsstörungen sind wirklich vielfältig und bei weitem nicht immer aus ein "Proleten-Dasein" zurückzuführen.
Ich würde mal behaupten, einzelne Schüler kann quasi jeder unterrichten. Im Prinzip braucht man dafür nur etwas mehr wissen als der 5. Klässler und gut ists. Aber schon allein bei so kleinen Gruppen entwickeln sich Dynamiken, du musst auf die einzelnen Bedürfnisse eingehen, Über oder Unterforderung sowie Phasen des Leerlaufs vermeiden, Abwechslung bieten. Dass alle Schüler super motiviert zur Nachhilfe gehen, ist doch Quatsch. Für die Schüler ist das wieder nur eine Unterrichtssituation nach einem langen Schultag. Das ist für die Kinder doch auch nicht leicht.
Und dann musst du eben gucken, wie reagierst du. Bist du konsequent in deinem Handeln oder "übersiehst" du Dinge aus Angst vor der Auseinandersetzung. Bist du authentisch oder versuchst du jemand zu sein, der du nicht bist usw. Schüler durchschauen solache Dinge ziemlich schnell. Deshalb solltest du gucken, ob du in deinen direktem Reaktionen oder im didaktisch-methodischen Bereich etwas ändern musst. Aber sie künstlich streng zu geben wird das Problem eher nicht lösen.
Dir noch viel Glück!

(18) 02.03.18 - 09:00

Hallo.

Wenn ich das so lese und ich an deiner Stelle gewesen wäre, ich wäre aus dem Raum gegangen. Hätte gesagt, wenn jetzt nicht Ruhe ist, gehe ich und ihr könnt alleine lernen. Ich denke mal, die hätten blöd geguckt. Dann wäre ich eine Zeit vor der Tür stehen geblieben, um zu hören, wie sie reagieren. Ich denke mal, die hätten sich gewundert, weil sie ja nicht wussten, was als nächstes kommt. Vielleicht hört sich das kindisch an, aber einen Versuch wäre es wert. Und wenn sie dann wirklich gesprächsbereit wären, dann würde ich in Ruhe erklären, dass du das nicht machen musst, du hast deinen Job. Ich denke mal, es wird auch vernünftige Schüler in der Gruppe sein, die vielleicht Einfluss drauf nehmen können.

Ich habe vier Kinder und das Irgnorieren bzw. Rausgehen hat immer geholfen. Gegen wen sollen sie resignieren, wenn keiner da ist. Ist eigentlich nur ein Machtspiel. Und wenn meine Kinder gesprächsbereit waren, haben wir es nochmal versucht. Bisher hat es zu 98 % funktioniert. Aber dein Problem ist ja, du kennst die Kinder nicht. Weißt nicht, wie sie drauf reagieren. Und wenn die Eltern Nachhilfe bezahlen, scheinen die Kinder ja nicht ganz verloren zu sein.

Alles Gute und starke Nerven.

LG

  • (19) 02.03.18 - 09:05

    Ich sage dir, was die Kinder machen, wenn sie den Raum verlässz: Die machen Party. Die werden Unsinn mschrn und es geil finden. Die meisten der Kinder dort wollen nicht lernen. Sie sind da, weil sie keine Wahl hatten. Ihre Eltern bezahlen das und sie müssen einfach nur anwesend sein. Diese Kids hsbrn kein Interesse daran zu lernen sondern wollen stören. Sie wollen alles tun um andere zu ärgern weil sie das lustig finden. Solche Kids hatte ich in meiner Schulzeit auch in der klasse. Denen kommst du so nicht bei. Die scheißen auf alles und jeden. Ihnen ist alles egal, jede Konsequenz, einfach alles. Die nehmen niemanden ernst und lachen sich tot über jemanden, der versucht sie zu erziehen. Das interessiert die nämlich null.

    • (20) 02.03.18 - 09:14

      Ich schrieb ja, ich kenne diese Kinder nicht. Meine schon. Und wenn ich mein Kind zur Nachhilfe anmelde, dann gehe ich davon aus, dass ich mein Kind im Griff habe. Und wenn ich Beschwerden bekomme, dass es kein Sinn macht, weil das Kind keine Lust hat, dann melde ich es ab und muss mich zuhause dann eben mit meinem Kind auseinandersetzen.

      Und ich denke mal, dass du "solche Kids" meinst, die zuhause auch machen dürfen, was sie wollen. Da denke ich noch nicht mal, dass die Eltern Geld für Nachhilfe ausgeben wollen. Daher gehe ich davon aus, dass es Kinder sind, die doch noch ein geordnetes Elternhaus haben.

(21) 04.03.18 - 19:51

Du Arme. So hab ich mich auch mal gefühlt als ich nach jahrelanger Arbeit an einem behüteten Eititei-Gymnasium auf einer Brennpunkt-Schule gelandet bin.
Der Höhepunkt meiner bisherigen Karriere war, dass die Schüler mich einfach aus der Klasse rausgetragen haben. #rofl
Wobei ich in dem Moment natürlich am liebsten geheult hätte.
Mittlerweile bin ich dort angekommen und bin, so bekomme ich das zumindest von den Schülern rückgemeldet, wohlgelitten und werde respektiert.

Mein allererster Rat: Nimm nichts davon persönlich. Sie meinen nicht dich, sie lassen an dir nur den ganzen Frust aus, den sie im Laufe ihrer Schulzeit mit Lernen und Lehrern gesammelt haben. Wenn du Dinge nicht persönlich nimmst, kannst du besonnener reagieren, bleibst emotional unaufgeregt und das merken die Schüler. Man kann ein Handy stinksauer und aufgebracht einkassieren oder eben souverän und freundlich mit dem Verweis, dass der Schüler es natürlich im Anschluss wieder bekommt. Das macht einen himmelweiten Unterschied.
Humor hilft auch: Ganz viel Aggression kann man tatsächlich auch “weglachen“. Vorsicht: nicht den Schüler auslachen.

Zweiter Rat: Versuch trotz allem, auch zu den übelsten Störenfrieden, eine positive Bindung herzustellen. Meistens benehmen sie sich doch so daneben, weil sie immer wieder gemerkt haben, dass sie auch dann keinen Erfolg haben, wenn sie sich anstrengen und/oder weil sie nur so Aufmerksamkeit bekommen. Begrüß deine Schäflein mit Namen, halt auch mal ein Schwätzchen mit ihnen, interessiere dich für sie. Ich mag meine Schüler tatsächlich in der Regel und das lass ich sie auch spüren. Das macht wirklich vieles leichter.

Rat Nr. 3: Drohe keine Konsequenzen an, die du nicht halten kannst. Wenn du einen Schüler nicht rausschmeißen kannst, darfst du das auch nicht androhen. So kann er dich nämlich vorführen, indem er einfach sitzen bleibt.

Rat Nr.4: Kläre Konflikte, wenn es irgendwie geht, unter vier Augen und nicht vor der Gruppe. So muss der Schüler nicht den harten Kerl mimen, um der Gruppe zu imponieren. Überhaupt: Meide Machtkämpfe. Wenn sich in meinem Unterricht einer abzeichnet, versuche ich nicht drauf einzusteigen, sondern warte, bis sich die Emotionen beruhigt haben.

Rat Nr.5: Geiz nicht mit Lob, lob, was es zu loben gibt. Natürlich dürfen die Kids nicht das Gefühl haben, du verkackeierst sie, aber meiner Erfahrung nach sind viele dieser Problem-Kids ausgehungert nach Lob.

Lass dir nicht ins Bockshorn jagen. Du schaffst das schon.

(22) 15.03.18 - 10:14

Nur ganz kurz, vielleicht liest du meins ja noch:
Mein Vater gibt auch Nachhilfe (zwar im Einzel, aber das spielt ja nicht wirklich eine Rolle). Von unwilligen Schülern lässt er sich immer unterschreiben, dass diese keine Lust hatten und nicht mitgearbeitet haben. Man muss sich doch nicht vor denen zum Hanswurst machen. Schließlich zahlen ihre Eltern dafür, sollen die auch wissen, dass sie nicht mitgemacht haben.

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