Verwöhnt und Eifersüchtig

    • (1) 14.04.18 - 15:49

      Hallo

      meine Kleine (6 Jahre) ist unser Nesthäkchen. Sie ist schon immer sehr störrisch und will mit dem Kopf durch die Wand. Anstatt ein glattes Nein hat sie deshalb sicher öfter einen für mich verträglichen Kompromiss erhalten, als unser Großer. Bin ich mit den Kids unter der Woche alleine zuhause habe ich den Tagesablauf so gefunden, dass einfach die Dinge klar sind und es deshalb weniger zu streiten für sie gibt. Wenn Papa im Haus ist läuft alles anders. Er legt sich doch wieder zur Erstklässlerin, die nach der Geschichte alleine einschlafen kann. Er gibt ihr doch noch ne Süßigkeit, nachdem ich Nein sagte. Und er schiebt grade alles auf meine Mutter, die die Kinder zweimal die Woche betreut und ihnen wirklich alles durchgehen lässt.

      Aber im Moment knallt sie grade so richtig gegen uns. Zb. sie will gleichzeitig Fahrradfahren und Inlineskaters. Sie verliert einen Teil von ihren Legos und will das jetzt sofort zurück. Also so Dinge, die rein physikalisch gar nicht gehen würden, beim besten willen nicht.
      Ich habe das Gefühl, dass es jetzt einfach eine doofe Phase ist. Klar ist sie auch verwöhnt, aber mein Bauchgefühl sagt, das ist es nicht nur.
      Wenn wir unter der Woche allein sind (mein Mann ist oft Mo-Fr auf Aussendienst) werde ich schon strenger, denn ich kann ihr Gezeter und Geschreie besser aushalten. Ihr Papa nicht.

      Wie sind denn eure 6 - 7 Jährigen so drauf gewesen? Kennt ihr meine Probleme? Im übrigen: ausserhalb der Familie sind meine beiden Kinder immer total lieb und anständig. So viel falsch hab ich nicht gemacht ;-)

      Viele Grüße
      Jenny

      • (2) 14.04.18 - 15:54

        Google mal Wackelzahnpubertät. Dann weißt du, was los ist.
        Super finde ich auch den Folgeband von “Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten“, in dem die Jahre 5-10 beleuchtet werden. Findest du gerade überall im Buchhandel.

        Wenn Eltern nicht am gleichen Strang ziehen, /einer Meinung sind (Einer sagt Nein, der andere Ja) nutzen es Kinder schnell aus und spielen gerne Eltern aus oder gehen ihren eigenen Willen.
        Wenn Eltern unterschiedliche Ansichten haben, sollten sie zuvor selber erstmal eine gemeinsamen Nenner finden, um dies auszuführen.
        Da dein Mann meistens nicht daheim ist, sollte er deinen funktionierenden Ablauf nicht so untergraben.
        Dann liest er ihr halt vor dem Bettgehen eine Geschichte vor und wartet nicht bis zum Einschlafen.....Süßigkeiten geben nach dem Zähneputzen beim Zubettgehen würde ich ihn mal abgewöhnen.

        • Nein, da hast du was falsch verstanden oder ich umständlich erklärt. Nach dem Zähneputzen gibts natürlich nichts süßes mehr. Das weiß die kleine selbst auch, da bohrt sie zum Glück nicht.
          Mein Mann kann es nicht ab, wenn sie schreit oder rumzickt. Sie weiß das, dass ist mir klar. Und sie schreit bei mir weniger, wenn er nicht zuhause ist. Ihr Theater wird größer wenn er da ist. Und er kann es nicht hören. Es läuft dann immer auf einen Kompromiss raus. Ich habe das schon versucht zu ändern, aber da bekommen eher wir Erwachsenen uns in die Haare. Mittlerweile halte ich mich aus diesen Situationen raus und denke, irgendwann wirds ihm auch zu bunt werden und dann setzt er sich endlich auch durch.

          LG
          Jenny

          • Das kommt mir bekannt vor - Du könntest von meinem Mann sprechen. Allerdings ist mein Mann abends immer zuhause, von daher haben wir diese Konflikte immer wieder. Nur die Sache mit der "Einschlafbegleitung" haben wir jetzt wieder geglättet. Dazu war es gekommen, weil unsere Tochter einige Wochen ihr Knie nicht bewegen konnte und somit nicht im Hochbett schlafen konnte. Und statt im Gästebett bei ihrem Bruder (auf Bodenhöhe, da war ihre "Ausrede" sie käme vom Boden so schlecht wieder hoch) hat sie in der Zeit bei uns geschlafen. Und mein Mann hat sich angewöhnt, dass er abends ne Weile auf dem Bett entspannt. Somit hat sich die Große (8) zum Papa ins Bett gekuschelt und war natürlich selig. Und der Kleine hat es dann natürlich überhaupt nicht mehr eingesehen, dass er alleine in seinem Bett einschlafen sollte. Schon hatten wir beide Kinder im Bett. Den Kleinen hab ich dann jede Nacht rüber getragen, die Große ist dafür schon lange zu schwer und wäre ohnehin 30min später wieder da gewesen.
            Und irgendwann hatte mein Mann - wie in jedem Monat einmal - Nachtdienst, ich war also alleine mit den Kindern. Dieses Theater war unbeschreiblich, meine Große hat sich benommen wie eine 4jährige, weil sie nicht ohne Papa oder Mama einschlafen wollte. Daraufhin habe ich meinem Mann gedroht: Entweder das Kind lernt wieder alleine einzuschlafen oder er nimmt es mit in den Nachtdienst. Ich hätte auch keine Probleme gehabt, das bockige Kind abends um 10 zu meinem Mann in die Firma zu bringen! Seit dem läd er die Kinder zumindest nicht mehr zu sich ins Bett ein :-p und überlässt die Abendroutine mir alleine.
            Manchmal denke ich auch, die Erziehung unserer Beiden wäre einfacher, wenn er sich einfach raushalten würde, lieber wäre es mir aber, mein Mann würde etwas mehr Strenge walten lassen. Das würde vieles vereinfachen.

            LG

      (6) 15.04.18 - 20:30

      Hallo,
      das hat eher was damit zu tun, wie du sicherlich selber schon weisst, dass zu viele Personen auf Ihre eigene Art und Weise die Kinder erziehen. Alle müssten am selben Stramm ziehen, sonst dauert es nicht lange, bis die Kinder dich mit den Nerven ans Ende bringen. Bei mir ist es auch solange schief gelaufen bis ich mich entschloss allein klarzukommen. Du müsstest schon mit deinem Mann und deiner Mutter drüber reden.Letztendlich musst du es später ausbaden
      Alles Gute

    • (7) 16.04.18 - 09:03

      Meine Tochter war in dem Alter ganz normal - normal zickig oder zugänglich, wie sonst auch. Ich konnte in dem Alter keine Besonderheit feststellen, die auf irgendeine "Phase" schließen ließ.
      Allerdings finde ich es schon ziemlich bedenklich, wenn Du schreibst, dass Du und Dein Mann so gegeneinander arbeitet.
      Dass Mutter und Vater anders erziehen, ist per se nicht schlimm oder falsch. Einer kann also gut und gern "nachgiebiger" sein, als der andere. Dass aber der eine die Entscheidung des anderen ("Jetzt gibts keine Süßigkeiten!") wieder aufhebt und das Gegenteil enrtscheidet, finde ich nicht in Ordnung! Ich weiß jetzt nicht, wie oft das bei euch vorkommt, aber ich finde, das geht gar nicht! Damit untergräbt ja der eine Elternteil total die Kompetenz des anderen! Ich finde es wirklich wichtig, dass ihr euch da absprecht, dass soetwas nicht mehr vorkommt.

      (8) 16.04.18 - 09:03

      Hallo,

      "Also so Dinge, die rein physikalisch gar nicht gehen würden, beim besten willen nicht. "

      Das kenne ich nur von kleinen Kindern in der Trotzphase. Unsere haben sich mit 6 auf Dinge beschränkt, die theoretisch möglich gewesen wären. #kratz

      Ich denke, das Problem bei Deiner Tochter ist, dass Oma und Papa nach ihrer Pfeife tanzen, während Du versuchst, sie zu erziehen.
      Außerdem ist es immer schwieriger, wenn das ältere Kind leicht lenkbar ist und dann so ein Sturkopf folgt. Da denken Eltern und Großeltern, das müsse bei dem kleineren Kind doch auch ohne Strenge funktionieren... ;-)

      Wenn die Erwachsenen nachgeben, wenn die Kinder den Aufstand proben, lernen die Kinder, dass sie nur mehr Aufstand machen müssen, wenn die Erwachsenen mal nicht parieren. Das heißt, man hat mehr Geschrei, wenn man häufig nachgibt und nicht weniger.

      Unsere Kinder (8 und 10) sind beide ziemlich willensstark. Da muss man wirklich aufpassen, wo man nachgibt, sonst wird daraus sofort eine Regelmäßigkeit abgeleitet und man hat dreimal mehr Theater, als wenn man konsequent geblieben wäre. #schwitz
      Das war auch schon im Kindergartenalter so.

      Ich würde an Deiner Stelle mit Deinem Mann ein ruhiges, ausführliches Gespräch führen, dass seine Taktik ja vielleicht bei Eurem Großen funktioniert, dass Eure Kleine aber so immer schlimmer wird. Kinder sind eben nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen. Er ist der Papa und kein Spielkamerad oder ein Opa, der das Kind ab und zu mal sieht. Er hat einen Erziehungsauftrag für sie, genau, wie Du. Abgesehen davon macht er es so ja auch für Dich schwieriger.

      Dass Oma die Kinder zweimal die Woche hat, würde ich abschaffen, falls möglich. Dann lieber länger Kindergarten oder OGS oder so etwas.
      Ich schätze, Du hast bei Oma schon angesprochen, dass sie bitte strenger sein soll und sie will nicht. Dann gibt es eben nur noch normale Besuche, bei denen Ihr dabei seid.

      Das mit dem Verwöhnprogramm kennen wir von Oma auch. Deswegen fährt sie mit den Kindern im Sommer nur eine Woche weg und keine zwei. Die Kinder sind schon nach einer Woche komplett durch, weil sie ihnen weder Ruhepausen verordnet, noch sie einigermaßen zeitig ins Bett steckt, weil sie keinen Stress mit ihnen will. Aber wir haben nach Oma-Urlauben immer tagelang Theater mit den Kindern. #aerger

      LG

      Heike

      • (9) 16.04.18 - 09:34

        Hallo Heike,

        die Betreuung durch meine Mutter tut meinen Kindern gut denke ich. Und das habe ich auch im Griff. Da erkennen sie ganz klar, das geht bei Oma und das geht wenn Mama da ist. Mein Mann kann das Geschrei der kleinen nicht hören. Er sagt, nach einem anstrengenden Arbeitstag / oder Woche, will er daheim Ruhe und Frieden. Das erkennt meine kleine und nutzt das aus. Am kommenden Wochenende wird er mal auf so ein Erziehungsseminar gehen. Vielleicht wird er davon was mitnehmen #schein. Jetzt ist er erstmal bis Freitag außer Haus im Aussendienst und wir telefonieren nur abends. Da wird diese Woche wieder wesentlich entspannter für mich UND die Kinder.

        Viele Grüße
        Jenny

        (10) 16.04.18 - 09:46

        "Dass Oma die Kinder zweimal die Woche hat, würde ich abschaffen, falls möglich."
        Also das finde ich ja nun auch ziemlich übertrieben!
        Kinder können im Allgemeinen wirklich sehr gut einordnen, dass sie bei Oma/Opa andere Sachen dürfen, als bei ihren Eltern und dass dort andere Regeln gelten als zu Hause. Und Großeltern sollten durchaus ihre Enkel verwöhnen, das ist doch eigentlich ganz normal!
        Den Tipp, seine Kinder lieber länger in die Kita zu schicken, als 2x pro Woche zu den Großeltern zu lassen, finde ich auch komplett daneben.

    Hallo,

    natürlich sind nicht alle Kinder gleich und einige Kinder haben besonders starke Charaktere. Wenn man sich dann in der Erziehung nicht einig ist, dann kann das nur nach hinten los gehen. Unser Tochter war auch sehr speziell, aber mein Mann und ich waren uns einig, wir hatten viele Höhen und Tiefen sind aber immer konsequent geblieben und das hat sich, bisher zumindest, auch ausgezahlt.

    LG

    Hi,

    wichtig ist unbedingt, dass dein Mann und du euch einig seid--ansonsten sind Tür und Tor geöffnet, um euch gegeneinander auszuspielen.
    Ansonsten ist mein 8jähriger auch eine furchtbare Zicke, eine Diva...alleine wie er seine Freunde springen lässt, da schreite ich ab und zu auch ein, wenn es zu doll wird.
    Die Großen waren überhaupt nicht so, entweder liegt das an seinem Status (Jüngster in der Familie) oder es ist sein Charakter.

    lg

    (13) 16.04.18 - 17:45

    Hallo!

    Mein kleiner Sohn war und ist auch so. Manchmal. Mittlerweile ist er 12.

    Ich werde total sauer, wenn er ausflippt und das weiß er auch. Wenn wir allein sind, passiert das nur noch selten. Wenn mein Mann da ist, kommt das öfter vor. Dann ärgere ich mich auch, aber ich halte die Füße still. Mein Mann hat nämlich einfach eine ganz andre Art mit ihm umzugehen. Während ich vor Wut schäume und mich beinahe auf dieselbe trotzige Ebene wie mein Sohn begebe (weil wir uns im Charakter nämlich leider sehr ähnlich sind), bleibt mein Mann ruhig und ruhig und ruhig. Ich lasse sie dann einfach machen, was dazu führt, dass schneller wieder Ruhe eingekehrt als wenn ich gemeckert hätte.

    Die beiden ziehen auch noch jeden Abend ein Einschlafritual durch, was nicht nötig ist, wenn der Gatte abends nicht da ist. So what? Das ist ihr Ding, das sie offenbar beide schön finden. Ich finde gut, dass sie offenbar eine besondere Beziehung haben, in der ich phasenweise nichts zu suchen habe.
    (Ich wiederum habe eine besonder Beziehung zu Sohn 1, der charakterlich seinem Vater ähnelt. Es passt also alles schon irgendwie.)

    Grundsätzlich würde ich dir also raten, deinen Mann sein Ding mit den Kindern machen zu lassen. (Okay, in Sachen Süßigkeiten solltet ihr euch besser absprechen.) In solchen Situationen würde ich mich ganz raushalten. Meine Kinder wissen hier ganz genau, von wem sie was wie bekommen können. Sie spielen uns nicht gegeneinander aus, weil wir uns in wirklich wichtigen Dingen absprechen und dem anderen nicht in den Rücken fallen. Sie wissen und respektieren das, kennen unsere Eigenarten aber ganz genau.

    Bei Dingen, die physikalisch gar nicht möglich sind: Soll sie es doch ausprobieren!

    LG

    • (14) 16.04.18 - 19:00

      Danke!
      Ich habe im Ursprungsbeitrag auch geschrieben, dass ich mich jetzt raushalte und mein Mann das wohl irgendwann auch lernen wird. Bei uns bin ich die ruhig, und ruhig... Mein Mann ist aufbrausend. Das Problem ist eben, dass er sich beschwert, wenn sie schreit und nur aus diesem Grund nachgibt, damit sie ruhig ist. Wenn es dann wieder mal nach seiner Pfeife gehen soll, macht sie natürlich auch wieder nicht mit. Das sind dann die Situationen, wenn es heisst, ich habe sie verwöhnt #klatsch .
      Oder eben abends. Er beschwert sich jeden Abend, dass er neben sie liegen muss und dabei einschläft und das Abendprogramm damit erledigt ist. Kapieren tut er es allerdings nicht.

      LG
      Jenny

(15) 16.04.18 - 20:59

Hallo, mein Kind ist auch 6 geworden. Es ist eine Katastrophe!!! Wie sie manchmal mit mir redet! Wie mit dem letzten Arsch. Ich war eben schon so sauer, dass ich nicht mehr weiter Bett sein konnte und ihr gesagt habe, sie solle sofort ins Bett, gute Nacht Geschichte gibt es nicht, es reicht. Ich will nicht mehr.
Ich bin konsequent, es gibt klare Grenzen. Die werden nicht eingehalten von ihr. Nix.
Die letzten 2 Beispiele von heute Abend:
„Kakaooooooo“
„Es heißt, mama, kannst du Bitte einen Kakao machen?“
Ok, sagt sie. „Gleich, ich esse mein Essen auf.“
Keine Minute später: (kreischend)“wo ist mein Kakao???“ „was hab ich gesagt“, frage ich. „Keine Ahnung, gib mir mein Kakao“
Dann war wohl eine Fliege in ihrem Zimmer. Sie kommt wieder brüllend, ich solle ich das wegmachen. Ich sah aber keine fliege. Und sie brüllt weiter. Jeden Tag irgendein Theater. Ohne Grund. Und bei fremden ist sie das liebste Kind.
Mir kommt es vor, als ob sie mit Absicht immer Streit suchen würde. Warum macht sie das wohl? Ich hoffe, ist nur eine Phase. Kurze Phase.
LG

  • (16) 19.04.18 - 14:20

    Hallo Panni,
    beim lesen deines Textes habe ich mir gedacht, vielleicht üben sie an uns Konflikte austragen? Was kann ich tun, wie geht Mama damit um... Vielleicht wird es ja wieder besser, wenn sie das ausgetestet haben?!

    LG
    Jenny

Hallo,

das haben wir hier auch immer wieder mal (7 Jahre).
Sie kann das liebste Mädel sein aber manchmal auch eine furchtbare Diva.

Wichtig ist, dass beide Eltern an einem Strang ziehen. Mein Mann und ich sprechen uns da inzwischen ab, da sie früher auch oft versuchte, uns gegeneinander auszuspielen, wenn sie ihren Willen nicht bekam.
Ein paar Mal hat sie dann auch schon gelogen - wenn ich z.B. gesagt habe, es gibt jetzt keine Gummibärchen weil wir gleich essen, dann lief sie kurz hoch, kam wieder runter und sagte "Papa sagt, ich darf Gummibärchen!"
Dann habe ich aber sofort meinen Mann angesprochen und er sagte "Ne, ich habe auch gesagt, dass es nun keine gibt!".
Das hat sie noch ein paar Mal versucht und dann gemerkt, dass sie mit der Schwindelei auf Granit beißt, da wir uns einig sind.

Und auch andere Dramen hatten wir schon.
Du musst ihr diesen Zahn einfach ziehen.Immer und immer wieder.


Sie hat ein kleines Kuscheltier im Sport liegen gelassen und es erst abends gemerkt.
Huiiii, da war die Hölle los aber ich machte ihr klar, dass das Sportzentrum nun schon zu hat. Wir müssen morgen dort hingehen und schauen, ob es der Hausmeister gefunden hat.
"Neeeein! Ich will JETZT! Ruf ihn AAAAAAAAAAAN! Er soll dort hinkommen und aufsperren Buhääääääääääää!"
Das ging über eine Stunde so.
Ne, ich blieb stur.
Am nächsten Tag fuhren wir gemeinsam hin und zum Glück hat der Hausmeister es gefunden und in seinem Büro aufbewahrt.
Meine Tochter maulte noch frech hinterher "Ich habe meiner Mama gestern abend gesagt, dass sie anrufen soll, damit Sie nochmal aufsperren! Aber hat das nicht gemacht! Das war doof!"
Und der Hausmeister nur so: "Mein liebes Fräulein, ich fahre über eine halbe Stunde von zuhause hierher. Und wenn ich abends zuhause bin, dann möchte ich alter Mann auch einfach mal meine Ruhe haben und mich entspannen und etwas fern schauen. Und da habe ich keine Lust DEINE Kuscheltiere zu suchen, die DU hier mitschleppst und dann vergisst. Denn das ist für mich nämlich auch doof! Dann pass DU bitte in Zukunft auf Deine Siebensachen auf!"

Und ruhig war sie. Später im Auto muckte sie nochmal unwillig rum, dass der Hausmeister aber nicht nett war. Weil er nicht am Abend hingefahren wäre.
Ich meinte nur, dass er absolut recht hat.
Er muss für ihre Schusseligkeit nicht seinen Feierabend opfern. So einfach ist das.
Das kann sie nun mal nicht erwarten.
Das ist dann ihr persönliches Pech.

Und neulich schnappte sie wirklich über.
Sie hatte erst Geburtstag, dann kam Ostern. Und es gab schon einiges, auch von den Großeltern und Verwandten.
Nun waren wir in der Stadt und brauchten noch Schwimmzeug.
Und auf dem Weg nach unten kamen wir an der Spielwarenabteilung vorbei und plötzlich kommt der Spruch "Mama, aber Du musst mir noch das eine Set für Baby Born kaufen, denn das hat mir der Osterhase nicht gebracht, obwohl ich es mir auch noch gewünscht habe!"

Und da war es rum bei mir.
Ich machte ihr klar, dass es erst zum Geburtstag einen Waggon voll gab. Inklusive einer großen Party im indoorspielpark mit Freunden.
Und der OSTERHASE hat ihr ein neues CD-Radio gebracht, Haarspangen und viele Süßigkeiten.
Und der OSTERHASE der Großeltern hat ihr ein bisschen Zubehör für Playmobil gebracht und was fürs Sparschwein.
Und der OSTERHASE der Taufpaten ein Tiptoi-Spiel.
Und der OSTERHASE vom Onkel eine Disney-DVD und ein T-Shirt.
Und am Ostermontag gab es einen ausgedehnten Besuch im Tierpark, inklusive Pommes Essen, Bimmelbahn fahren und Eis.
Und sie soll den Ball jetzt mal ganz flach halten!

Das hat mich gewaltig geärgert, sie bekommt so viel und es gibt immer noch was zu nörgeln.
Im Moment leben wir diesbezüglich auch wirklich "Schmalhans".
Und wenn sie gelangweilt rumnörgelt, dann kriegt sie auch Aufgaben.
Neulich war es im Garten helfen, Blumentöpfe säubern, Steine aus den Beeten holen.
Oder in der Küche Möhren schälen, Müll rausbringen.
Sobald genörgelt wird - zack, eine Aufgabe.

Und ich breche auch zur Not mal ein Vorhaben ab.
Einmal wollten wir ein Eis essen auf dem Heimweg, aber nur jeder eine Kugel. Es gab ja noch Abendessen.
In der Schlange nörgelt sie wieder nonstop "Moaaaaah! Warum nur eine Kugel? Immer darf ich nur eine Kugel! Das ist unfair! Das Mädchen dahinten hat einen Eisbecher! Und ich kriege eine blöde Kugel!"
Daraufhin bin ich gegangen. Das war mir zu blöde.
Und klar hat sie geheult, aber später habe ich ihr klargemacht, dass diese Raffgier nicht geht. Wie gesagt, es gibt noch Abendessen und da muss man sich vorher keinen Eisbecher reinziehen. Das kann man mal in der Stadt machen, bei einem Bummel. Aber nicht auf dem Nachhauseweg vom Einkaufen. Das muss nicht sein, ausserdem sind Eisbecher teuer.
Seitdem reißt sie sich da schon mehr zusammen.

Wenn wir mal wieder zur Eisdiele gehen und es heißt "eine Kugel!" dann wird inzwischen nicht mehr genölt. Sie weiß, dass ich Ernst machen kann.

Und wenn hier so Sachen kämen wie "Fahrradfahren plus Inlines" - ich würde sie machen lassen. Schoner und Helm hat sie an - wenn es sie hinschmeißt, weil sie mit den dicken Inlinern an den Füßen die Pedale nicht trifft, dann weiß sie es eben ab diesem Zeitpunkt. Auch wenn der Po dann mal wehtut.

LG und gute Nerven.

  • Hallo Flamingoduck,

    nur wegen den Inlinern mit Fahrrad. Sie konnte sich nicht entscheiden. Sie wollte beides machen, jetzt gleich - aber nicht in einem. Und hat deshalb gebrüllt.
    Wenn ich alleine zuhause bin ohne den Papa kann ich das sehr gut - durchgreifen!
    Aber er kann ihr Geschrei nicht hören. Deshalb gibt er nach.

    LG
    Jenny

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