Mobbing im Kindergarten - mein Kind macht mit (vorsicht, lang!)

    • (1) 18.06.18 - 16:44

      Hallo!

      Die Erzieherin meines Sohnes kam am Freitag auf mich zu, sie wollte kurz etwas mit mir besprechen. Ein Mädchen aus der Gruppe meines Sohnes war wohl von 5 anderen Kindern - darunter anscheinend auch mein Sohn - immer wieder geärgert worden und körperlich angegangen worden. Das Ganze ging wohl über einen längeren Zeitraum, wobei das Mädchen aufrund dieser Vorfälle jetzt auch schon seit einer ganzen Weile gar nicht mehr in den Kindergarten kommt (war mindestens 2 Wochen nicht im Kindergarten und wird auch nicht mehr kommen).
      Die Gruppenleiterin hat sich jetzt Rat geholt bei einem Sozialpädagogen, dessen Söhne in der gleichen Gruppen sind, der möchte natürlich als Vater nicht eingreifen, empfahl aber das Ganze mit den betroffenen Kindern in Bildern aufzuarbeiten, da wohl in dem Alter (ein 5jähriger, sonst alles Vorschulkinder einschl. des Mädchens) die Empathie noch nicht weit genug ausgeprägt sei, um über Gespräche weiter zu kommen. Das hat die Erzieherin wohl am Freitag versucht, indem sie mit Steinen und Tüchern als "Figuren" die Bedrängung eines einzelnen Kindes durch eine Gruppe anderer nachgestellt hat.
      Mein Sohn hat mir am Freitag von den Steinen und Tüchern erzählt, konnte aber damit überhaupt nichts anfangen, er wusste zwar, was die Steine und Tücher darstellen sollten, die Situation der Bedrängung konnte er allerdings so nicht nachvollziehen oder nachempfinden.
      Ich hab in mehreren Ansätzen versucht, ihm auf die Sprünge zu helfen, hab nachgeforscht, ob er sich an Situationen erinnern kann, die vielleicht ähnlich waren, aber von ihm kam nichts (meine 9jährige Tochter hat immerhin erkannt, dass es um eine Situation viele gegen einen ging, für mehr waren die Schilderungen meines Sohnes zu unpräzise - auch das hat meinem Sohn nicht weiter geholfen). Ich hab dann irgendwann dieses Mädchen ins Spiel gebracht, ob er sich im Bezug auf das Mädchen an Situationen erinnern kann, die ähnlich waren wie bei dem Spiel am Freitag - nichts.
      Am Samstag bin ich dann deutlicher geworden und hab ihm erzählt, dass dieses Mädchen nicht mehr in den Kindergarten kommt, weil es Angst vor den anderen Kindern hat - auch da hatte mein Sohn keine Erklärung für.
      Ich bin dann immer direkter geworden, wollte, natürlich, dass mein Sohn mir erzählt, was da genau abgelaufen ist, aber er hat immer wieder beteuert, dass er nichts davon weiß, dass dieses Mädchen so stark und so oft geärgert worden wäre, irgendwann hatte er sogar Tränen in den Augen.
      Ich hab das Thema dann auf sich beruhen lassen und ihm nur noch ein Buch zum Thema Ausgrenzung und Mobbing im Kindergarten vorgelesen, einfach um ihm zu verdeutlichen, was ein Kind fühlt, das von einer ganzen Gruppe ausgeschlossen und geärgert wird. Mein Sohn hat das auch verstanden und beim Besprechen des Buches gesagt, dass man da nicht mitmachen darf sondern lieber zu helfen versuchen sollte. Wir haben dann zusammen noch Hilfsmöglichkeiten besprochen, und ich denke, dass der Kleine das zumindest jetzt verstanden hat.

      Ich weiß natürlich nach wie vor nicht, in welcher Form mein Sohn in all die Vorfälle im Kindergarten involviert war, aber wenn er da mitgemacht hat, würde ich gerne die Gründe verstehen. Ich kann mir zwar auf der einen Seite nicht vorstellen, dass mein Sohn systematisch ein Kind mobbt und misshandelt, auf der anderen Seite kenne ich die Gruppe und weiß um die Gruppendynamik, die bei so etwas entstehen kann. Selbst die Erzieherin war verwundert, dass mein Sohn bei so etwas mitgemacht hat, weil er sonst eigentlich sehr verlässlich ist und auch einen Erwachsenen hinzuzieht, wenn andere Kinder etwas unrechtes oder gefährliches planen (er war mit 3 mal dabei, als seine gleichaltrigen Freunde eine Gewächshausplane mit Taschenmessern zerschnitten hatten (er selbst hat nichts zerschnitten), da war so etwas schon einmal Thema), er hilft den Kleinen zuverlässig und kennt eigentlich alle Grenzen. Ich hab auch nicht dass Gefühl, dass er mich angelogen hat, kann mir aber auch nicht vorstellen, dass er diese Vorfälle vergessen hat. Auf der anderen Seite gehört er in die Gruppe der Kinder, die das Mädchen geärgert haben...
      Ich weiß jetzt nicht, ob ich noch irgendetwas machen muss und was ich noch machen kann. Ich hoffe, dass mein Sohn begriffen hat, das so etwas nicht geht, aber wie kann ich verhindern, dass er doch wieder zum "Täter" wird?
      Am Freitag soll noch einmal ein Gespräch mit allen beteiltigten Eltern sein - was das bringen soll, weiß ich jetzt nicht wirklich, bis auf einen Jungen kommen alle Kinder jetzt in die Schule - und zwar weitestgehend in unterschiedliche Schulen. Mein Sohn kommt dummerweise mit dem Mädchen in eine Klasse - auch das belastet mich sehr, weil er - ob er jetzt etwas gemacht hat oder nicht - vermutlich von Seiten der Eltern des Mädchens (das übrigens nur das letzte Jahr in dieser Kindergartengruppe verbracht hat und extrem schüchtern sein soll - ich fürchte, wenn die Eltern es nicht schaffen, ihr Kind zu stärken, wird es früher oder später wieder zum Opfer werden) vermutlich immer der Sündenbock sein wird.

      War jemand schon einmal in einer ähnlichen Situation? Hat jemand Ratschläge für mich? Mich macht die Situation wirklich ziemlich fertig, und vor dem Gespräch am Freitag hab ich irgendwie Angst,

      Danke schon einmal fürs Lesen
      LG

      • Hallo,

        Leider schreibst du nicht was dein Sohn konkret getan haben soll. Ich höre von meinen Kindern auch oft: "Der hat mich geärgert." Auf diese Aussage kann man nichts geben. Jeder empfindet "ärgern" anders. Was für das eine Kind als sehr verletzend empfunden wird, ist für ein anderes Kind ein harmloser Spaß ohne dass es sich einer Schuld bewusst ist.
        Ich würde bei den Erzieherinnen immer konkret nachfragen was ganz genau passiert ist. Wurde etwas kaputt gemacht, gestohlen, geschlagen oder Ausdrücke benutzt?
        Wenn man weiß worum es geht kann man es gezielt aufarbeiten. Andernfalls war es vielleicht harmloses Gerangel, mit welchem das betroffene Kind nicht umgehen konnte.

        • Das ist auch so mein Gedanke, aber wenn ein Kind sich nicht mehr in den Kindergarten traut, muss schon etwas gravierendes vorgefallen sein. Es war die Rede davon, dass das Kind mehrfach von den anderen Kindern festgehalten und getreten wurde. Die Mutter des besten Freundes meines Sohnes meinte noch, dass sie ins Gebüsch gezerrt und gekniffen worden ist. Mehr weiß ich leider auch nicht.
          Lg und Danke für deine Antwort.

      (4) 18.06.18 - 22:16

      Ich kann verstehen, dass du beunruhigt bist. Kinder verhalten sich in einer Gruppe meist anders, als man es gerne hätte. Trotzdem liegt die Verantwortung bei den Erziehern. Sie sind vor Ort. Du kannst zwar zu Hause versuchen auf dein Kind einzuwirken, aber du bist nicht in der Gruppe dabei.
      Nach Klärung des Sachverhalts und sollte dein Sohn wirklich beteiligt gewesen sein, könntest du Kontakt mit den Eltern aufnehmen. Dein Sohn könnte ein schönes Bild als Entschuldigung malen und es dem Mädchen überreichen.

      • Hallo!

        Vielen Dank für Deine Antwort. In den Gesprächen scheint mein Sohn sehr einsichtig zu sein, allerdings sind meine Kinder beide der Meinung, dass dieses Mädchen eine eingebildete Kuh ist (meine Große kennt das Mädchen auch aus dem Kindergarten, wobei das allerdings schon 3 Jahre her ist #schein). Nach den Schilderungen meiner Kinder scheint die Mutter in ihrem Kind den kleinen Engel zu sehen, der alles am Besten kann und sowieso das tollste Kind ist etc. (meine Große hat das beim Martinsumzug im Herbst so empfunden, also nicht vor 3 Jahren)...
        Ich werde das Gespräch am Freitag jetzt erst einmal abwarten und dann weiter schaue.

        LG

    (6) 18.06.18 - 23:18

    Hallo,

    „Ein Mädchen aus der Gruppe meines Sohnes war wohl von 5 anderen Kindern - darunter anscheinend auch mein Sohn - immer wieder geärgert worden und körperlich angegangen worden. Das Ganze ging wohl über einen längeren Zeitraum“

    Also das kann doch nicht so ganz hinkommen.
    Entweder es wird etwas übertrieben oder der KiGa ist Schei.......
    „Über einen längeren Zeitraum körperlich abgegangen“, klingt nach desolaten Verhältnissen auf Brennpunktschulen und nicht nach heiler Kindergartenwelt.

    Extrem schüchternes Kind ?
    Oder
    extrem behütet?

    Man weiß es nicht......

    An deiner Stelle würde ich mir darüber keinen allzu großen Kopp machen.
    Dein Sohn hat’s kapiert, oder?

    Soll er nun ewig büßen, weil er mit 5 mal ein Mädchen geärgert hat?

    Wenn die Eltern euch das ernsthaft nachtragen, haben die nen Knall, tut mir leid.

    Und das sagt eine Mutter, deren Sohn über 2 Jahre in der GS gemobbt wurde und der das nicht so einfach weggesteckt hat.
    Hätten die Eltern der mobbenden Kinder so reagiert wie du, wäre ich äußerst dankbar gewesen.


    lg

    • Hallo!

      Der Kindergarten ist ein Naturkindergarten, da haben die Kinder natürlich ein relativ großes Umfeld, und es kann tatsächlich mal vorkommen, dass die Kinder nicht permanent im Sichtfeld eines Erziehers sind. Und Brennpunktkindergarten - eigentlich trifft eher das Gegenteil zu. Der Kindergarten gehört zu einer sehr großen Behinderteneinrichtung mit Wohnheim, verschiedenen Schulen, Landwirtschaft, verschiedene Werkstätten...
      Bei 3 von den 5 "schuldigen" Kindern ist mindestens ein Elternteil bei dieser Einrichtung beschäftigt, bei einem weiteren arbeitet die Großmutter in der Einrichtung. Mein Sohn ist also im Grunde das einzige Kind aus dieser Gruppe, was keinen Sozialpädagischen Familienhintergrund hat.
      Es war wohl auch ein recht typischer Mobbingverlauf - das Mädchen wurde immer stiller, wollte immer weniger in den Kindergarten und hat sehr lange gebraucht, bis es den Eltern etwas erzählt hat.
      Wir haben am Freitag noch einmal ein Gespräch mit allen betroffenen Eltern einschließlich denen des Opfers. Mal sehen, was da so rauskommt. So ganz viel hab ich leider von der Erzieherin auch nicht erfahren, eine andere Mutter wusste da schon mehr.

      Vielen Dank jedenfalls auch für Deine Antwort.

      LG

      • (8) 20.06.18 - 09:40

        „Und Brennpunktkindergarten - eigentlich trifft eher das Gegenteil zu.“

        Das war mir schon klar.;-)

        Ich wollte mit diesem Vergleich eher betonen, dass die Erzieher auch bei wohlbehüteten Mittelschichtskindern ihren Job machen müssen.
        Mobbing, welches śich über einen längeren Zeitraum entwickeln kann, ist ein systematisches Problem und nur entsetzt auf die Täter zu zeigen, reicht nicht, finde ich.

Hallo.

Also ich würde mich mit den Eltern des Mädchens mal in Verbindung setzen, sofern sie bereit sind. Einfach mal nur, um die andere Seite zu hören. Vielleicht erzählt ja das Mädchen ihre Sicht, denn mit den Erzählungen deines Sohnes kommst du ja nicht weiter. Ich finde es sehr schlimm, schon im Kindergarten von Mobbing zu sprechen.

Meine Tochter wurde in der zweiten Klasse gemobbt. Hauptsächlich von der Lehrerin, die Kinder haben da teilweise mitgemacht. Habe auch nachfragt, warum sie es machen. Die Antwort. Damit wir nicht ausgeschimpft werden, haben sie eben gegen meine Tochter gehandelt. Als diese Sache aufgeklärt wurde, waren alle Kinder sehr zugänglich zu meiner Tochter, die Lehrerin bekam eine Abmahnung. Aber ich muss sagen, meine Tochter hatte sich in diese Zeit eine Mauer aufgebaut, sodass sie keinen mehr an sich ran ließ (die Mädchen aus der Klasse). Zum Glück kam ich an sie ran.

Also ich würde einen Schritt auf die Eltern zu gehen und um Klärung bitten, da du mit den Aussagen deines Sohnes nicht weiter kommst. Und wie hier schon geschrieben, scheint es in dieser Einrichtung ja auch nicht ganz rund zu laufen, wenn Kinder schon mit Taschenmesser ein Gewächshaus zerschneiden. Oder die Kinder über eine Weile ein einzelnes Kind tyrannisieren. Das würde ich die Erzieher auch mal ordentlich mit ran ziehen. Dein Sohn würde ich sagen, lass ihn erst mal. Der muss es auch erst mal verarbeiten. Vielleicht kommt er ja von allein und erzählt noch mehr.

Alles Gute und ich hoffe auf Klärung.

LG

  • Hallo!

    Vielen Dank auch für Deine Antwort. Ein Gespräch mit den Eltern ist für Freitag geplant, das wurde auf Wunsch der Eltern des betroffenen Mädchens angesetzt - ich bin gespannt.
    Mein Sohn hat gestern auf Nachfragen meinem Mann noch von einer Situation erzählt, wo 3 Kinder dem Mädchen die Mütze weggenommen hatten, er kam mit seinem Freund dazu und wollte eigentlich helfen, die 3 anderen hatten die beiden aber wohl unter Druck gesetzt, damit sie mitmachen (vermutlich nach dem Motto, wie es unten jemand schreibt: Ihr seit dann nicht mehr unsere Freunde...). Aber er spricht wirklich nur von dieser einen Situation.
    Diese Gewächshausgeschichte wurde von den Erziehern eigentlich sehr gut aufgearbeitet, und wie schon geschrieben, die Kinder waren damals erst 3 - mein 3jähriger hatte noch kein Taschenmesser im Rucksack, die anderen anscheinend wohl. Das liegt in meinen Augen auch in der Verantwortung der Eltern, die den Kindern ein Messer mitgeben (wobei das bei älteren Kindern im Waldkindergarten ja nicht unüblich ist).

    LG

(11) 19.06.18 - 10:03

Hallo,

die Kinder checken in dem Alter teilweise noch gar nicht, dass sich jemand durch sie gemobbt fühlen könnte.

Wenn Dein Sohn noch nicht mal so genau weiß, was er eigentlich falsch gemacht hat, kann man da schwer ansetzen.
Man muss auch sagen, dass Jungs anders ticken, als die meisten Mädchen. Bei Jungs ist es normal, dass man seinen Kumpel mal schubst oder mit Worten ärgert. Dann lachen alle zusammen darüber.
Natürlich gibt es da Abstufungen. Manchmal ist es wirklich böse gemeint. Aber Mädchen sind da häufig viel empfindlicher als die Jungs untereinander.
Ich kann mich auch noch daran erinnern, dass ich als Kind fast alle Jungs total blöd fand, weil ich mich von ihnen immer angegriffen fühlte. Seit ich das Verhalten unseres Sohnes und seiner Freunde kenne, denke ich, dass die das vermutlich damals meistens auch nicht so meinten.
Vielleicht kannst Du Deinem Sohn das so erklären?

Unser Sohn hat im Kindergartenalter gerne mal Mädchen geärgert und auf zaghafte Proteste der Mädchen nicht reagiert, weil er meinte, dass die sich ja vehementer wehren würden, wenn es sie ernsthaft stören würde...
Da mussten wir ihm erklären, dass nicht alle Mädchen so sind, wie seine Schwester (die sich bisher noch bei jedem Rabauken durchgesetzt hat, auch, wenn er älter war) und dass auch ein zaghaft gemurmeltes "Nein" oder "Lass mich in Ruhe" als Signal zu werten ist, dass das Mädchen keinen Spaß an der Sache hat.

Mittlerweile hat er das übrigens verstanden. Seit der ersten Klasse ist er einer der Jungs, die bei den Mädchen am beliebtesten sind, weil er sie teilweise auch vor anderen Jungs beschützt.

Gruppendynamik ist bei Mobbing immer ein Problem, selbst bei Erwachsenen findet man das ja noch. Wenn es alle machen, kann es nicht so schlimm sein...
Da kann man nur versuchen, auf die Kinder einzuwirken, dass sie sich selbst Gedanken über eine Sache machen sollen und nicht einfach mitmachen.

Zu dem Mädchen muss man sagen, dass ich, nach Deiner Beschreibung, auch denke, dass sie in der Schule wieder Probleme mit anderen Kindern bekommen wird. Wer sich nicht wehrt, wird als Opfer wahr genommen, und in der Schule sind die Kinder nicht mehr so unter Beobachtung Erwachsener, wie im Kindergarten.
Leider verstehen manche Eltern nicht, dass sie selbst aus ihren Kinder Opfer machen, wenn sie nicht daran arbeiten, dass die Kinder lernen, sich zu wehren.

Ob Dein Sohn der Sündenbock bleibt, bleibt abzuwarten. Ich kenne es, von vernünftigen Eltern so, dass die Kinder, die so etwas gemacht haben, nicht der Sündenbock bleiben, wenn sie sich später besser benehmen. Vernünftige Eltern wissen, dass Kinder schonmal "Aussetzer" haben. ;-)
Unsere Tochter wurde mit 3 im Kindergarten von einem älteren Jungen dauernd geschlagen und getreten, bis sie ihm mal kräftig in die Wange gekniffen hat, so dass, zur Abwechslung, er mal weinend zu den Erzieherinnen lief. Seitdem war er total nett und freundlich zu unserer Tochter, und wir haben ihm sein Verhalten am Anfang nicht nachgetragen.
Bei unserer Tochter in der 5. Klasse gab es einen Fall von Mobbing, der von der Schule geklärt wurde. Anschließend hat das Opfer den Haupttäter sogar zum Geburtstag eingeladen, und der hat sich total gefreut. :-)

LG

Heike

(12) 19.06.18 - 14:18

Hallo Dentatus,
Ich würde die Erzieher fragen, warum sie so lange zusehen?!
Muss dieses Mädchen erst so viel Angst bekommen, dass sie nicht mehr in den Kindergarten gehen möchte?
Warum habt ihr Eltern da erst viel zu spät davon erfahren? Warum konnten die Erzieher nicht direkt in der Situation eingreifen und dann direkt den Kindern erklären, dass das weh tut, wenn man das Mädchen ins Gebüsch zerrt und tritt?!

Beim Gespräch würde ich den Kindern und Euch Eltern nicht den "schwarzen Peter" zuschieben lassen.
Meiner Meinung nach sind es die Erzieher, die das direkt hätten klären müssen. sie hätten das doch mitbekommen müssen, so eine Situation passiert ja nicht in 2 Minuten. Wo waren die Erzieher?

Ich würde mich mit den Eltern des Mädchens in Verbindung setzen. Dein Sohn könnte dem Mädchen ein kleines Geschenk (Gummibärchen ect) vorbei bringen und "Entschuldigung" sagen. Dann hättest du die Situation zwischen Euch geklärt und der gemeinsamen Schulklasse steht nichts mehr im Wege.
Ich wünsche Euch alles Gute für das Gespräch am Freitag!#klee
Alles Liebe,
Clara

  • Keiner weiß, ob die Erzieherin stets dazwischen gegangen sind oder nicht. Es kann ja sein, das die Jungs trotzdem immer wieder auf das Neue das Mädchen, trotz stetigen Ansagen , geärgert und bedrängt haben , sich die Mühe mit den Rollenspiel gemacht haben, aber bei den Kindern nichts ankam und jetzt die Eltern mit einbeziehen.
    Warum sollten Erzieher sich die Mühe mit Rollenspiele machen und ein unangenehmes Elterngespräch einläuten? Also muss es sich nicht so einfach abstellen lassen.

    • (14) 21.06.18 - 07:58

      Hallo Du Liebe,
      Der Beitrag liest sich so, als häten die Erzieher sehr lange die Situation "geduldet". Das Rollenspiel fand erst, nachdem das Mädchen schon nicht mehr da war, statt. Es liest sich für mich, als wenn erst reagiert worden wäre, als das "Kind in den Brunnen gefallen" ist. Das Gespräch kommt auch seitens der Eltern des Mädchen.
      Aber, Du hast recht, niemand war dabei, keiner weiß, ob die Erzieher dazwischen gegangen sind. Hoffentlich klärt sich Alles beim Gespräch und es wird für Alle eine gute Lösung gefunden!#klee
      LG Clara

Hallo!

Das ist echt eine sehr verzwickte Sache! Erstmal möchte ich dir gerne sagen, wie toll ich es finde, dass du so reflektiert bist. Du versuchst es von allen Seiten zu sehen und versucht rauszufinden was genau passiert ist. Das finde ich super. Es gibt viele Eltern die sich bzw. ihre Kinder nur verteidigen "X macht das aber nicht"... oder es auf sich beruhen lassen, weil das Mädchen nicht (mehr) kommt bzw. bald in die Schule geht.

Sowas sollte man eben nicht auf sich beruhen lassen. Je nachdem was da vorgefallen ist, signalisiert das den Kinder - sie können machen was sie wollen bzw. dem Opfer "keiner Hilft mir!"

Generell frag ich mich auch was das für ein Kiga ist, wenn die Kids die Möglichkeit haben über einen längeren Zeitraum ein anderes Kind so dermaßen zu "ärgern/mobben", dass es sich anscheinend nicht mehr in den Kiga traut!?

Da ja mehrere Kinder daran beteiligt gewesen sein sollen, finde ich es schwer das jetzt mit allen gleichermaßen aufzuarbeiten da eben keiner weiß, was genau passiert ist und wie die anderen Eltern dazu stehen. Vielleicht ergeben sich da neue Erkenntnisse, wenn es das gemeinsame Gespräch gab.

Mir wäre es sehr wichtig sowas mit meinem Kind (nachhaltig) zu besprechen, das hast du ja auch schon versucht.
Wäre es möglich Kontakt zu den Eltern des Mädchen aufzunehmen und mal die andere Seite der Geschichte zu hören? Evtl. auch erstmal nur unter euch Eltern sprechen und dann ggf. gemeinsam mit den Kindern.

Vielleicht war dein Sohn auch nur als "Mitläufer" beteiligt... und einer der anderen hat ihn mit den typischen Kindererpressungen zum mitmachen "angestiftet": "Wenn du das nicht machst, bist du nicht mehr mein Freund"... "Wenn du das nicht machst, lade ich dich nicht zu meinem Geburtstag ein" etc.!
Wenn er in irgendeiner Form daran beteiligt war, sollte er wissen, dass es nicht richtig war. Für mich wäre das Verstehen und die Einsicht am Wichtigsten. Am besten wäre natürlich auch eine schöne Entschuldigung, die er sich selbst überlegt... ein Bild malen, vielleicht will er ihr Gummibärchen schenken etc.!

Noch ein andere Aspekt:
Kennst du das Kind und die Eltern? Ist sicher, dass etwas so gravierendes vorgefallen ist? Oder war nur eine "Kleinigkeit" und es wurde einfach sehr nett verpackt und die Eltern sind eher dir treibende Kraft, dass mehr reininterpretiert wird, wie es eigentlich war. Das sie das Mädchen nun daheim lassen etc.?
Ich will niemand der Lüge bezichtigen oder dergleichen. Im Kiga meiner Tochter gab es nämlich so einen Fall (da war sie aber erst frisch in der Krippe) und es war ein riesen Bohai bis sich eben am Ende rausgestellt hat, dass sich die Eltern da gegenseitig an den Karren fahren wollten #klatsch #augen

Wünsch euch alle Gute und hoffe, dass sich das alles klären lässt!

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