Mein 8jähriger Sohn - langsam kann ich nicht mehr! Ratlos - VORSICHT LANG! -

    • (1) 20.09.18 - 16:45

      Hallo alle zusammen,

      ich weiß nicht mal ob ich hier im richtigen Forum bin oder doch lieber ins "Erziehungs-" oder "Kindergarten- und Schul-"Forum wechseln sollte - wenn ich falsch bin, den Beitrag bitte einfach verschieben.

      Auch weiß ich nicht ganz, was ich mir von diesem Beitrag erhoffe, denke aber er könnte lang werden und ausk*** tut ja manchmal auch ganz gut :-p. Bitte entschuldigt meine vielleicht manchmal wirren Erzählungen aber ich weiß grad nicht mehr wo mir der Kopf steht.

      Es geht um meinen 8jährigen Sohn. Dieser war noch nie ein einfaches Kind, die Wortkombination "ehrgeizige Diva" umschreibt ihn wohl am treffendsten. Wenn etwas nicht nach seinem Kopf geht wird er aggressiv, beleidigt und beleidigend, sowie versucht er seine Umwelt und diejenige, die für seine aktuelle Misere verantwortlich ist, so arg zu verletzen wie es geht. Zu 90 % bin ich die die in seinen Augen für alles Böse auf der Welt verantwortlich ist.
      DIe anderen 10 % ist es die Schule, wobei das genau genommen eigentlich auch ich bin, denn ich schicke ihn schließlich da hin #aerger.

      Da er mein erstes Kind ist, habe ich lange Zeit die Schuld bei mir gesucht und habe mir immer wieder gedacht "okay, du hättest wohl lieber keine Kinder kriegen sollen, du bist dafür halt einfach nicht geschaffen!". Was ich wegen diesem Kind schon geheult habe geht auf keine Kuhhaut #schein. Er war schon immer auf alles (grundlos) eifersüchtig, hat sich und fühlt sich bis heute ständig missverstanden und macht Dinge gerade so, weil sie anders gehören. Wenn wir alle springen wie er will, ist er das liebste und netteste Kind...!
      Ich hoffe, man versteht was ich meine.

      So, das nun ein wenig zum Wesen meines Sohnes.

      Nun zu der Situation, die mich gerade heute sehr belastet hat:

      Ich bin mit unserem 3. Kind schwanger. Da es bereits bei der Geburt meines 2. Kindes immense Probleme mit ihm gab (er war da 2 Jahre und 2 Monate alt), er eifersüchtig war, ich das Baby damals keine Sekunde aus den Augen lassen konnte, da ich wirklich Angst haben musste, dass er seinem Bruder was antut, etc. haben wir damals gesagt ein 3. Kind wird es nicht geben...:-(.
      Wir haben ihn damals mit eingebunden (versucht), was man halt so macht mit großen Geschwistern, ihn wickeln lassen, ihn immer wieder gelobt wenn er was gut gemacht hat, ihn seinen Bruder füttern lassen; aber er wollte das alles gar nicht. Er hat seinen Bruder vom ersten MOment an als Konkurrent gesehen, den man eliminieren muss (ja, ich sage das so drastisch, da uns damals nur noch gefehlt hat, dass er ihm ein Kissen aufs Gesicht gedrückt hat; bis dahin war alles dabei #schock). Ich war damals fix und fertig, alle meinten aber "das gibt sich wieder irgendwann."
      Hat es nicht. Erschwerend kommt nun noch hinzu, dass sein mittlerweile 5jähriger Bruder bereits so groß ist wie er, sowie rechnen und lesen kann (das hat ihm sein großer Bruder durch spielerisches Schule-Spielen übrigens selbst beigebracht #rofl); sprich, Fremde fragen regelmäßig, wer denn nun der "Große" von den beiden wäre oder ob sie denn am Ende Zwillinge wären...nicht sehr förderlich für das Selbstbewusstsein des Großen #schmoll.

      Da er aber ja nun schon wesentlich verständiger ist als mit eineinhalb Jahren, haben wir es gewagt und uns für ein 3. Kind entschieden #herzlich. Die Reaktion fiel dennoch sehr verhalten aus, als wir es ihm verkündeten. Er hätte lieber gerne einen Hund. #hund#rofl. Wir taten das erst als Scherz ab, sein Bruder war Feuer und Flamme, dieser freute sich, endlich auch großer Bruder zu werden und war (ist) schon ganz aufgeregt, bzw. man könnte tatsächlich fast von "Co-Schwanger" reden #schwitz. Also das genaue GEgenteil.

      Wir versuchen seitdem auch, ihn ständig mit einzubinden, ihn zu fragen, ja ihm sogar alles aus der Nase rauszuziehen, denn von alleine hat er kein Interesse an überhaupt nichts, was in meinem Bauch los ist.

      Heute war wieder Vorsorgetermin und meine Jungs wollten (beide!) unbedingt mit, da ihnen heute das Geschlecht mitgeteilt werden sollte. Ich weiß, dass der Große nur mit wollte, weil der Kleine da hin "darf", aber ich habe nichts dazu gesagt und mich gefreut, dass nun ein etwas verhaltenes Interesse seinerseits kommt.

      Der Arzt hat den beiden gesagt, dass sie nun eine Schwester bekommen und der Kleine hat sich riiesig gefreut und hat getanzt. Der Große allerdings hat ein Gesicht gezogen wie 10 Tage Regenwetter. #kratz

      Nun könnte man ja anhand der Vorgeschichte meinen, er freue sich, weil er diesmal endlich keinen "nervigen kleinen Bruder" bekommt, sondern endlich eine Schwester, aber weit gefehlt!#schmoll. Er war total abweisend, biestig, verletzend und gemein. Da kamen z.B. solche Sachen wie: "Ich wollte keine Schwester, ich wollte einen Bruder, ich hab langsam die Schnauze voll von Mädchen, überall nur Mädchen, in der Schule, jetzt auch noch daheim!" oder "Immer nur dreht sichs ums Baby, alles geht nur ums Baby, die nervt mich jetzt schon!"
      oder: "Die wird sowieso nicht so niedlich wie die xy (9-Monate alte Tocher unserer Freunde)!". Auf die Frage, wie er denn bitte darauf kommt, meinte er nur so ungefähr weil wir nicht so niedliche Mädchen machen können! #zitter. Wie bitte kommt er denn auf solche Ideen?! Ich war sprachlos und in meiner Euphorie total gedämpft. Auch sein kleiner Bruder hat dann nichts mehr gesagt, weil ihm schlichtweg nichts eingefallen ist.
      Er hat das gemerkt und auch immer wieder in den Spiegel geguggt und gegrinst, als er gesehen hat, dass ich verletzt war und es kam mir wirklich vor, als prüfte er. obs "schon reicht".
      #schock
      Während der Autofahrt, auf der dieses Gespräch stattgefunden hat, habe ich mich noch zurückgehalten, aber zuhause habe ich erst mal ein paar Tränen verdrückt
      #schmoll

      Versteht jemand auf was ich hinaus will?! Solange es um ihn geht, ist alles wunderbar. Sobald es aber um jemand anderen geht, wird er eifersüchtig, heult, randaliert und schließt sich total ein. Er gönnt niemandem etwas gutes, seinem Bruder schon nicht mal den Dreck unter den Fingernägeln und wir haben wirklich Angst, einen kleinen Narzissten zu erziehen. Ja, wir sind streng. Aber wir loben auch - wenn es angebracht ist! Wir wissen uns bald keinen Rat mehr und ertappen uns schon dabei, Dinge so zu drehen, damit der werte Herr keinen Anfall bekommt, weil es schlichtweg anstrengend ist ihn andauernd bockend zuhause zu haben. #augen.

      So! Das war viel! Bitte habt Nachsicht und lasst die Steine weg und schmeißt nur mit Wolle #schwitz. Und #sorry wenn das Ganze etwas sehr wirr war, aber es ist schwer das alles chronologisch in die richtige, verständliche Reihenfolge zu bringen.:-D

      • Nachtrag: Ich BIN ja im Erziehungsforum #klatsch#hicks.

        Ich bin schon total durch den Wind #schwitz

        Wie verhält er sich außerhalb?
        Hat er Freunde?
        Wie reagiert er auf Tiere?

        Mein erster Gedanke war, vielleicht würde ihm ein Hund gut tun. Familienhund versteht sich, aber irgendwie ein Freund.
        Mein zweiter Gedanke war: aber nur, wenn er wirklich mit Tieren umgehen kann. Sonst nicht.

        Wie war er im Kindergarten?

        Wie reagierst du, wenn du verletzt bist? (mehr aus Interesse. Es ist menschlich, dass es weh tut. Manchmal gibt die Reaktion einen Hinweis)

        Wie ist es mit Kuscheln, in den Arm nehmen?
        Lehnte er das früher schon ab? Lehnt er es überhaupt ab? Mag er es?

        Wie war er, bevor sein Bruder kam?
        Beim Lesen dachte ich, er sei da schon älter gewesen. Hat er sich dadurch verändert oder war er vorher schon so? Wobei das im Kleinkindalter schwer zu sagen ist.


        Wird er im Alltag auch oft verglichen?
        Kommt er bei Vergleichen auch mal gut weg?
        Ich weiß, das ist jetzt nicht das Thema, hier geht es erst mal darum, das zu schildern was nicht gut läuft.
        Dennoch liegt die Frage einfach nahe, wie es im Alltag so ist. Was kann er gut?

        Einfach für die Einschätzung.

        Gibt es Menschen mit denen du reden kannst?
        Kinderarzt, Erziehungsberatung, Psychologe (mehr für dich, um mit der Situation besser klar zu kommen). Stress abbauen, Dampf ablassen.

        Mhm... ob ihr ein rebellierendes Kind hat, weil ihr zu streng seid, kann man nicht beurteilen.

        Mir sind zwei Sachen aufgefallen: zum einen solltet ihr ihm zugestehen, dass er mit der Babynummer nix tun haben will, er sich kein Geschwisterchen gewünscht hat. Ich würde ihn also in Ruhe lassen mit dem Thema.
        Was aber irgendwie nicht geht ist, dass er dich bewusst verletzt. Weiß er wie es dir geht? Nimmst du dich immer zurück und weinst heimlich?
        Wie hat er es denn so mit Empathie?
        Das ist ja etwas was die Kinder lernen sollten im Kindergartenalter.

      • Wie reagiert ihr auf sein schlechtes Benehmen? Wie zeigst du ihm, dass er dich verletzt hat? Weinst du immer heimlich?
        Hat er Freunde? Wie verhält er sich da?
        Wie geht er mit Kritik und Frust außerhalb der Familie um?

        Hallo
        dein Kind klingt wahnsinnig unsicher in deiner Beschreibung, irgendwie nicht „sicher gebunden.“ Und ich glaube nicht, dass er grundlos eifersüchtig war oder ist, in seiner Realität ist er eifersüchtig. Auch wenn dir das vielleicht grundlos erscheinen mag. Das gibt es sehr häufig, dass Kinder mit dem Verlust des „Throns“ an ein Geschwister überhaupt nicht klar kommen.
        Bei der Szene beim Frauenarzt kommt es mir do vor, dass du eigentlich hoffst, dass sich endlich mal der „Liebende grosse Bruder“ zeigt, aber er hat es dir eben wieder heimgezahlt und das Biest raushängen lassen.
        Deine Nerven liegen verständlicherweise blank und ich würde dir raten mit einem Kinder- und Jugendpsychologen Kontakt aufzunehmen. Evtl muss auch an deiner/eurer Erwartungshaltung eurem Sohn gegenüber gearbeitet werden, oder er muss zu weiteren Abklärungen untersucht werden, aber ich denke, ein Blick von aussen wäre in jedem Fall gut.
        LG

      • Hallo und guten Morgen #tasse

        an Deiner Stelle würde ich nun auch mal mit dem Kinderarzt sprechen bezüglich einer Therapie.
        Ich weiß nicht genau, was da am besten greift, aber es ist wichtig dass sich mal ein Fachmensch/Psychologe mit Deinem Sohn befasst.

        Es kann ja nicht sein, dass sich alles immer um ihn dreht.
        Dass Ihr schon alles so dreht, damit er keinen Wutanfall bekommt.
        Und auch fand ich es bedenklich, dass er diese Schoten über das Baby rausgehauen hat und dann hinten zynisch gegrinst hat, weil er wusste, dass er Dir damit weh getan hat.

        Er wird mit diesem Verhalten lebenslang immer anecken.

        Lass Dich mal beraten.
        Es gibt da wirklich viel in der Richtung Verhaltenstherapie, das Miteinander schulen, usw.
        Ich denke, dass er sowas braucht.

        Denn ich lese nicht raus, dass er von Euch schlecht behandelt wird, aber sein Egoismus scheint so eine Charaktersache zu sein, an der man feilen muss.

        LG

        Hallo und guten Morgen an alle #Tasse,

        zuerst einmal ein #herzliches Dankeschön an all die netten und sachlichen Kommentare!

        In vielem, das ihr geschrieben habt, kann ich mich/uns erkennen. Ich fange mal an, auf sämtliche von euch gestellten Fragen möglichst sachlich zu antworten:

        1. Wie geht er mit Tieren um:
        Einigermaßen schlecht, wobei man zwischen Großtieren wie Hund und Katze und Kleintieren wie Käfern, Schmetterlingen etc. unterscheiden muss. Vor großen Tieren wie Hunden hat er meist Angst, bzw. ist eher der vorsichtige Typ. Käfer, Schmetterlinge und Bienen/Hummeln müssen unter ihm leiden. Er zerquetscht sie und sperrt sie in Gefäße (Schmetterling). Auf regelmäßiges Schimpfen reagiert er genervt. Wir schimpfen deshalb, weil reden in der Vergangenheit nichts gebracht hat.

        2. Hat er Freunde?
        Kann man so nicht sagen. Er hat einen Freund, der ist grundsätzlich zu mir ganz nett, aber dieser wird ziemlich laufen gelassen von seinen Eltern und ist ein "recht wilder".
        So wahnsinnig viel hat er mit ihm aber außerhalb der Schule auch nicht zu tun. Wenn er irgendwo fremd ist, findet er erstaunlicherweise sehr schnell Anschluss, aber das ist nie was tief gehendes, sondern eher oberflächlich. Ich habe mir bisher darüber allerdings nicht so viele Gedanken gemacht, da ich als Kind genauso war, ich hatte keine Schar Freunde um mich, sondern lieber 2, 3 gescheite, mit denen ich auch heute noch befreundet bin...

        3. Wie war er im Kindergarten?
        Am Anfang auch sehr schwierig. Wir hatten eine große Problemphase mit ihm, als er mit ungefähr 3 Jahren überhaupt nicht wusste wohin mit seiner Wut und angefangen hat, andere Kinder blutig zu beißen :-(. Selbst die Erzieher wussten irgendwann nicht mehr, was sie noch versuchen sollten, bis eine in ihrer Verzweiflung kurz vor einem gemeinschaftlichen Zoobesuch gedroht hat, wenn er noch weiterhin Kinder blutig beißt, ließe sie ihn bei den Affen, da gehören Kinder nämlich hin, die beißen. #hicks. Seitdem war nicht nur Ruhe, sondern er hat sich auch wöchentlich gebessert, sodass seine Erzieher zum Schluss fast schon traurig waren, dass er ging.


        4. Kuscheln, in den Arm nehmen:
        Macht er selten, verlangt er auch selten. Sein kleiner Bruder dagegen ist ein regelrechter Schmusejunkie und wenn er das bei ihm sieht, kommt er her und verlangt das auch. Wir bemerken schon, dass das eher geschauspielert ist und aus Konkurrenzverhalten stammt, aber wir nehmen ihn selbstverständlich trotzdem in den Arm. Wir waren wirklich von Anfang an bemüht, beide gleich zu behandeln, aber vielleicht liegt hier auch der Fehler...#schmoll

        5. Wie war er, bevor sein Bruder kam?
        Er war noch nie ein einfaches Kind. Das fing schon als Baby mit dem Schreien an. Aber er hat einfach trotzdem einen tollen Charme, er KANN wenn er WILL, ganze Räume verzaubern mit seiner Art. Er brauchte bereits im Kleinkindalter die Bühne. Wenn er dann positive Aufmerksamkeit bekommt, strahlt er übers ganze Gesicht und es ist wirklich schwer, ihm zu widerstehen (als Fremder).

        5. Wird er im Alltag auch mal verglichen/kommt gut dabei weg?
        Das kann ich so nicht sagen. Ich weiß nur, dass wir versuchen, ihn gerade in der Schule mit den "besseren" Schülern anzuspornen, aber er orientiert sich eher an den Schlechteren. Da kommen dann so Aussagen, wie: "Aber der xy war noch schlechter als ich, DER muss sich schämen!"

        6. Gibt es Menschen mit denen ich reden kann?
        Da wirklich in vielen Antworten der Psychologe steckt, will ich vorweg nehmen, dass wir uns dazu entschlossen haben, schweren Herzens am Anfang der Ferien einen Kinderpsychologen aufzusuchen. Zum einen, weil wir aus dem Umkreis (Freundeskreis, Lehrer) immer schon dieses Schlagwort "Hochbegabung" um die Ohren geschmettert bekommen haben, zum anderen, weil ich eigentlich nun beim 3. Kind nichts falsch machen will mit ihm. Ergebnis waren jetzt 4 Termine, 2 IQ-Tests und 2 Dia-Gruppen-Sitzungen. Bei der Auswertung kam dann raus, dass er wohl INtelligenzmäßig im überdurchschnittlichen Bereich liegt, aber noch nicht hochbegabt ist (Hochbegabung fängt wohl bei 130 an, er ist bei 127).
        Außerdem meinte die Therapeutin, sie mag es nicht, Kinder in Schubladen zu stecken, deshalb ist sie sehr vorsichtig mit Diagnosen. Allerdings weißt bei ihm das Verhältnis von Logik und Konzentrationsschwäche in eine vorsichtige ADS-Richtung. Sie würde gerne noch weitere Sitzungen mit ihm abhalten, um den "kleinen Kerl" näher kennen zu lernen und richtig einordnen zu können. Sozial gab es bei ihm laut ihr keine Auffälligkeiten, außer, dass ihm offensichtlich Empathie für andere fehlt.

        Dies liest sich sogar in seinem 2.-Klass-Zeugnis, da steht schwarz auf weiß, dass er es weder für nötig findet, anderen zu helfen (z.B. bei Aufgaben, die sie nicht verstehen, oder wenn jemand auf dem Pausenhof hinfällt), noch sich sehr in andere hineinversetzen kann. Sollte aber ihm etwas passieren, weint er fürchterlich und dramatisiert alles über #augen.

        Wir haben ihm zugestanden, dass er mit der Babynummer nix zu tun haben will. Aber wenn ich nun mal beide Kinder in einem Auto habe und der eine mit Löcher in den Bauch fragt und es partout nicht versteht, warum sein Bruder so genervt ist, muss ich ihm ja antworten. Anstatt dann aber ruhig zu sein und uns und das Thema einfach zu ignorieren, ruft er immer wieder verletztende und genervte Sachen dazwischen.

        Desweiteren fühlt er sich dann aber ausgegrenzt, wenn ich ihn wirklich mit den Babyfragen nicht behellige #aerger.

        Ich weine nicht immer heimlich. Manchmal geht das einfach nicht, gerade jetzt in der SS bin ich ein Hormonmonster und kann meine Gefühle nicht immer runterschlucken, so sehr ich mich auch bemühe #augen.

        Oh Gott, das klingt alles, als hätten wir ein richtiges AK, aber sobald wir alleine mit ihm sind, also ohne seinen Bruder, ist er wie ausgewechselt...das liebste Kind, fleißig und mit den paar blöden Kommentaren kann ich auch anders umgehen. Mein Mann hat spaßhalber mal gesagt, dass er wohl kein "Geschwisterkind" ist und lieber ein Einzelkind hätte bleiben sollen #schmoll

        • Ich denke auch; ihr braucht als Familie Hilfe. Entweder ist irgendetwas schief gegangen, dass er die für ihn "bestimmte" Lücke in der negativen Aufmerksamkeit sucht. Das kann man sicher aufarbeiten. Wie läuft das denn zwischen euch, wenn ihr mal zu zweit seid?

          Der andere Punkt ist, dass ich mich von einem 8jährigen weder verletzen lassen würde noch ihm dem Triumph gönnen würde, dass er das schafft. Ich würde NIEMALS aus Verletztheit vor ihm heulen sondern ihm eher einen gepfefferten Spruch verpassen.
          An dieser Stelle kommt der Gedanke auf, dass man auch mal über eine Tendenz zu Narzissmus und Sadismus nachdenken könnte. Eine andere Leserin schrieb hier, dass du dich mal mit dem Thema "loben" befassen solltest. Das Thema Loben ist auch bei der Entstehung von Narzissmus ein Punkt.

          Ich hoffe, ihr findet als Familie eine Lösung.

          LG

          Mir fällt auf, wie sehr Du den Kleineren lobst und für den Großen nur negative Beispiele findest.

          Schlimm !

          Vielleicht solltest Du Dich mal reflektieren.

          • Ist mir auch aufgefallen!
            Mit 2,2 in der Autonomie Phase vom Thron gestoßen worden, dann kam das kuschelnde und liebe 2.Baby, der große Sohn stand schon immer gerne im Mittelpunkt und brauchte laut TE "die Bühne"...also mich wundert nix!

        Kinderpsychologe, der IHN ernst nimmt, klingt schon mal gut.

        Mir sind in diesem Beitrag noch ein paar Punkte aufgefallen.

        "5. Wird er im Alltag auch mal verglichen/kommt gut dabei weg?
        Das kann ich so nicht sagen. Ich weiß nur, dass wir versuchen, ihn gerade in der Schule mit den "besseren" Schülern anzuspornen, aber er orientiert sich eher an den Schlechteren. Da kommen dann so Aussagen, wie: "Aber der xy war noch schlechter als ich, DER muss sich schämen!"
        "

        Ich meinte auch, gibt es Zeiten, in denen er weder gelobt, noch mit dem Bruder verglichen wird, sondern einfach er selbst sein kann. Einfach er, so wie er ist.


        Ich habe übrigens ADHS mit HB
        und was ich in meiner Kindheit gehasst habe : verglichen werden mit anderen, die besser sind. Das kotzt mich heute noch an.

        Ich will mein Potential nicht ausschöpfen. Ich will einfach nur so sein, wie ich bin.
        Mal glücklich, mal traurig.

        Es ist sch*** schneller mehr zu können als andere. Und noch schlimmer mit anderen verglichen zu werden, die etwas können. Das motiviert nicht, das stresst. Enorm.

        Ich bin nicht gut genug. Ich muss besser sein. Ich bin nicht gut genug :-(

        Was mich motiviert sind vergleiche mit mir selbst. Aber nur, wenn sie von mir aus kommen oder im Ton passend sind.

        Bsp. blöd gelaufen. Das konnte ich schon besser.

        Hilfen sind: was kann ich besser machen? Wie kann ich es besser machen.
        Auf keinen Fall: andere können, andere machen ....
        Andere können weniger als ich, war mein Standardspruch, wenn man mir damit kam!



        "Wir hatten eine große Problemphase mit ihm, als er mit ungefähr 3 Jahren überhaupt nicht wusste wohin mit seiner Wut und angefangen hat, andere Kinder blutig zu beißen :-(. Selbst die Erzieher wussten irgendwann nicht mehr, was sie noch versuchen sollten, bis eine in ihrer Verzweiflung kurz vor einem gemeinschaftlichen Zoobesuch gedroht hat, wenn er noch weiterhin Kinder blutig beißt, ließe sie ihn bei den Affen, da gehören Kinder nämlich hin, die beißen. #hicks. Seitdem war nicht nur Ruhe, sondern er hat sich auch wöchentlich gebessert, sodass seine Erzieher zum Schluss fast schon traurig waren, dass er ging."


        Sein Verhalten hat sich gebessert, aber wie ging es ihm mit seiner Wut?
        Wo ist die Wut hin?

        Wenn ich wütend bin, brauche ich ein Ventil!

        Ich weiß natürlich, dass ich niemanden beißen darf. Mache ich auch nicht, auch früher nicht.
        Aber dennoch brauche ich einen Weg mit meiner Wut umzugehen.

        Der Spruch "du bist so klug, lass es einfach" oder "benimm dich" haben es nur schlimmer gemacht. Mein Verhalten wurde besser, aber innerlich bin ich eingegangen. Die Wut zeigte sich dann in anderen Situationen und erst viel später.

        Es gibt No Gos, wie man Wut ausdrücken kann. Aber wenn sie da ist, braucht es auch Gos wie man damit umgehen kann.

        Brave Kinder können auch sehr wütend sein.

        Daher frage ich mich, wohin es sich mit einer Wut entwickelt hat? Ist die noch da oder wurde die Wut wirklich weniger? Z.B. weil er durch "besseres Verhalten" angenommener fühlt, nicht mehr so aneckt. Weil er sich besser ausdrücken kann.


        Ein Grund, weswegen ich am schnellsten wütend werden kann: wenn man mich nicht ernst nimmt. Wenn meine Gefühle als "banal" oder "unwichtig" abgetan werden.
        Für Erwachsene sind/waren meine Ängste oft falsch, nicht greifbar, Banalitäten, nicht in deren Relativität passend. Als Kind waren sie mich auffressend :-(
        nicht ernst genommen werden, war schlimm.
        Überdramatisieren aber auch. Wobei überdramatisieren auch eine Form von nicht ernst nehmen ist, auch.


        Das mit den Tieren kenne ich von vielen Kindern.
        Nicht so extrem, aber doch so, dass kleine Tiere wie Käfer, Schmetterlinge und co ignoriert (nicht gequält, aber ignoriert) werden und große Tiere anders behandelt werden.

        Woher kommt seine Angst mit größeren Tieren?
        Da bin ich auch sehr vorsicht. Bei mir ist es, weil ich bei vielen Tieren nie den richtigen Umgang gelernt habe (hat mir keiner gezeigt) und ich sie nicht einschätzen kann.

        Mit Begleitung und wenn mir jemand zeigt, wie das Tier regiert/mag, klappt das bei mir sehr gut. Dazu brauche ich aber jemanden, der sich die Zeit nimmt.
        Vergleiche, dass andere das intuitiv können/machen, können mich auf die Palme bringen. Ich kann - wenn ich die Zeit/Begleitung bekomme, die ich brauche.


        Loben bringt bei mir gar nichts.
        Begleitung, Anleitung, Zeit, Geduld hilft bei mir sehr viel mehr. Vor allem, damit ich etwas langfristig lerne.


        "Desweiteren fühlt er sich dann aber ausgegrenzt, wenn ich ihn wirklich mit den Babyfragen nicht behellige #aerger."

        Gibt es da einen Mittelweg?
        Oder Themen, die ihr gemeinsam habt, aber mit den Geschwistern nicht?
        Mittelweg so Sachen wie Randinformationen. Er wird informiert, aber nicht über alles.
        Ignorieren ist schwer, das Thema verändert ja sein Leben. Voll miteinbeziehen kann aber auch überfordern.


        "Wir waren wirklich von Anfang an bemüht, beide gleich zu behandeln, aber vielleicht liegt hier auch der Fehler...#schmoll"

        Was braucht er denn?
        Gleichwertig heißt nicht automatisch gleich behandeln.
        Gleich behandeln, heißt nicht automatisch zeigen, dass beide gleichwertig sind.

        Bsp. ich wurde immer an meinen großen Geschwistern gemessen.
        Das Maß war das, was sie konnten, mochten, gerne machten.
        Das Problem war: ich konnte weder im Alter, noch bei deren Interessen mithalten.

        Mich mit meinen Problemen/Interessen ernst zu nehmen, hätte mir das Gefühl von gleichwertig gegeben. Aber ich musste ja "gleich" behandelt werden. Nur dass mir das nicht gut tat, was ihnen gut getan hatte.

        Wäre der Maßstab mal an mir, mal an ihnen angelegt worden, wäre es ausgeglichener gewesen.
        Nachhaltig hat es ihnen aber auch geschadet. Sie erfüllten zwar mehr die Erwartungen der Eltern als ich, aber sie haben auch Probleme dadurch entwickelt. Die Sucht nach Lob und Essstörungen (Essen war das Hauptthema bei uns) sind noch vorhanden.
        Der Rest war eine Mischung aus: sie kamen gut durch die Kindheit, ihre Bedürfnisse waren der Maßstab der Erziehung (auch an meiner) und einem die elterlichen Erwartungen erfüllen wollen, um ein Lob zu bekommen.

        Bei mir geht jedes Lob schief. Ein Lob ist in meinem Fall nur ein: ich habe es geschafft, nah genug an den Maßstab anderer heranzukommen. Aber nicht um meiner selbst willen oder weil ich etwas kann/mich verbessert habe.

        Dazu bin ich viel zu sehr vergleichsgeprägt.

        Die beste Motivation für mich:
        - Ziele, die ich erreichen kann (egal ob andere sie können oder nicht)
        - Gefühle ernst nehmen
        - ich möchte es selbst schaffen - und teile es mir so ein, dass ich es wirklich schaffen kann.
        Meine Ziele. Nicht das, was andere können oder auch nicht.

        (13) 23.09.18 - 06:11

        >> Ich weiß nur, dass wir versuchen, ihn gerade in der Schule mit den "besseren" Schülern anzuspornen, aber er orientiert sich eher an den Schlechteren. Da kommen dann so Aussagen, wie: "Aber der xy war noch schlechter als ich, DER muss sich schämen!" <<

        Wow! Und Du wunderst Dich, warum Dein Sohn so eine Konkurrenzschiene fährt?
        Nutzt ihr diese Art des 'Ansporns durch Vergleich' auch in anderen Bereichen?

        Grüsse
        BiDi

    (14) 21.09.18 - 10:16

    Hallo,

    hm, ich muss sagen, dass unser Sohn (8) zwar ansatzweise in eine ähnliche Richtung tendiert, von wegen, dass er unbeherrscht reagiert, wenn es nicht so läuft, wie er will, aber er ist grundlegend ein hilfsbereites, liebes, verschmustes Kind, das Schnecken und Hummeln rettet, Pferde liebt, Freunde hat und zumindest zu fremden Babies ganz süß ist. (Er hat nur eine ältere Schwester.)

    An der Erziehung liegt es bei Eurem Sohn sehr wahrscheinlich nicht, denn Euer jüngerer Sohn ist ja ganz anders.
    Wenn Euer älterer Sohn sich erst so entwickelt hätte, nachdem sein Bruder da war, könnte man sagen, dass er den bösen Bruder spielt, weil die Rolle des lieben Bruders schon besetzt ist. Aber Du sagst ja, er war vorher schon so.

    Eure Kinderpsychologin macht auf mich keinen so sonderlich kompetenten Eindruck. Wie intelligent man ist, hat doch nichts mit der Empathie, die man hat, zu tun. Es gibt auch Hochbegabte, die ganz liebe, fürsorgliche Menschen sind, genau wie es normal oder wenig intelligente Menschen gibt, die A*** sind.
    (Abgesehen davon ist 130 ein willkürlich festgelegter Wert. Überdurchschnittlich intelligente Kinder können die gleichen Probleme haben, wie hochbegabte.)
    Auch AD(H)S hat damit nichts mit zu tun. Diese Menschen sind häufig sogar sehr empathisch. Unser Sohn hat leichtes ADS und ist auch überdurchschnittlich intelligent.

    Ich würde bei Eurem großen Sohn eher etwas in Richtung Autismus vermuten oder etwas ganz anderes.
    Daher würde ich Euch raten, die Kinderpsychologin zu wechseln. Fragt am besten mal im Bekanntenkreis, ob da jemand gute Erfahrungen mit einem hat.

    Kinderpsychiater sind übrigens als Ärzte die, mit der besseres Ausbildung für das Auffinden von Störungen, wie ADHS, Autismus usw.. Auch Ergebnisse von Intelligenztests werden von Behörden als seriöser angesehen, wenn sie von einem Psychiater kommt.
    Falls Ihr es finanziell einrichten könnt, könntet Ihr auch jemanden privat bezahlen. Dann kommt man schneller an einen Termin und hat mehr Auswahl.

    Falls Du aus dem Raum Bonn kommst, hätte ich auch einen Tip für einen kompetenten Kinderpsychologen/-psychiater, den man aber privat zahlen muss.

    LG

    Heike

    • (15) 21.09.18 - 11:50

      Huhu
      Du hast ja geschrieben, dass du eine Vermutung bzgl Autismus hast. Da passen aber ein paar Punkte nicht. Ich habe nämlich einen Asperger Autisten daheim.
      Asperger sind durchaus empathiefähig, haben aber Probleme das angemessen zu zeigen. Mein Sohn mag Tiere z.B sehr gerne und liebt seinen kleinen Bruder über alles.
      Auserdem scheint der Junge ja eine gute Beobachtungsgabe zu haben, wenn er sofort merkt, dass die Mutter traurig ist. Mein Aperger Autist kann Mimik nicht deuten und hätte das gar nicht bemerkt.

      Man merkt eigentlich früh, wenn das Kind einen nie beim Sprechen anschaut, es alles wörtlich nimmt und Situationen ständig missinterpretiert. Mein Sohn merkt z.B den Übergang zwischen Spiel und Ernst nicht und versteht dann nicht, warum jemand weint, weil dasToben zu doll war, obwohl das Kind zuvor noch gelacht hat.

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