Tipps im Umgang mit Kindern in der Trennungszeit

    • (1) 04.11.18 - 07:21

      Meine Frau und ich haben sich entschlossen uns zu trennen. Leider gibt es kein Weg zurück. Angedacht ist eine flexible 50/50 Betreuung der Kinder 8/10 Jahre (Jungs). So viel zur Situation.

      Wir versuchen einen stabilen Umgang miteinander zu pflegen. Für die Kinder ist die Situation nicht einfach und es sind schon Veränderungen ihres sonst von ihnen gewohnten Verhaltens sichtbar. Das macht große Sorgen.
      Der Kleine braucht meistens irgendwas von Papa zur Zeit sind es meine großen Schuhe die er oft in seiner Freizeit trägt und beim zu Bett gehen klammert er sich extrem an mich. Stiller ist er auch geworden, redet auch z.B. mit der Oma immer weniger.
      Der Große hat sich fast von allen Außenaktivitäten zurückgezogen, ihm ist oft langweilig und er weis nichts mit sich anzufangen. Selbst auf Motivation durch die Eltern reagiert er kaum. Oft zieht er sich an den Computer zurück und vertieft sich darin. Die Computerzeit haben wir altersgerecht begrenzt. Stiller ist auch er geworden und teilweise agressiv wenn er seine Willen nicht bekommt. Der Große hat bereits aus anderen Gründen eine Therapeutin.
      Was kann getan werden? Hat jemand ähnliche Erfahrungen?

      • Am wichtigsten: dass ihr an der gleichwertigen Betreuung festhaltet und ein Elternteam bildet. Respektvoll miteinander umgeht. Keine Feinde werdet.

        Wenn einer von euch eine neue Wohnung bezieht, sollten die Kinder ihr(e) Zimmer mit einrichten und vielleicht sogar so, dass auch der andere Elternteil hilft. Zeigt den Kindern, dass die Trennung nicht heißt, dass ihr Feinde seid oder die Kinder sich für irgendwen entscheiden müssen. Seid nicht eifersüchtig aufeinander, wenn die Kinder Sehnsucht nach dem anderen Elternteil haben und tragt Konflikte nicht auf dem Rücken der Kinder aus.

        Jeder sollte auch mal was mit einem Kind alleine machen. Exclusivzeit. Gebt den Kindern das Gefühl, dass es okay ist traurig zu sein und dass man Angst vor dem Ungewohnten hat. Und dass man jederzeit darüber reden darf.

        Wenn das nicht ausreicht und ihr ernsthafte Probleme erkennt, solltet ihr Hilfe holen. Die größte Hilfe steckt aber in euch Eltern und eurer Kooperation.

        LG

        ich fände es toll wenn die Eltern so eng aneinander wohnen könnten, das die Kids zwar das Betreuungssystem haben aber auch innerhalb schnell zur Mutter/Vater laufen können. Sind die Kinder denn mit 50:50 Betreuung überhaupt zufrieden?

        Ebenso wichtig, das sich die Eltern nicht streiten oder sich gegenseitig madig machen. Ganz wichtig, das die Eltern zusammen Lösungen finden, um die Kids wieder an Hobby, etc. heran zu führen.
        Will der Ältere sein Hobby/ Freunde nicht besuchen...dann muss man halt auch mal wieder sagen, das es bezahlt ..wird und ihr kein Geld zum Fenster raus werfen könnt. Genauso handeln als wäre es ein normales Familienleben, da würde man es auch nicht ständig akzeptieren, das die Kids nicht mehr zum Hobby gehen.

        Die Kinder aus dem Zimmer locken, Unternehmungen machen, Abfragen für die Schule, Pizza backen, im Tierheim Hunde Gassi führen, Freunde zum Übernachten einladen, etc.

        Was wichtig ist, genauso konsequent sein, wie sonst vorher auch.
        Wie wäre es mit einem Papa/ Mama–Kinder Hobby....wo du mit den Kids Sport, etc. zusammen machst?

        Ansonsten wenn es gar nicht fruchtet, eine Familientherapie machen. Wenn Dein Sohn eh schon in Therapie ist, vielleicht kannst du dich hier auch austauschen.

        lg
        lisa

        <<<Meine Frau und ich haben sich entschlossen uns zu trennen.>>>

        Wissen es denn die Kinder schon? Wenn nicht, wundert es mich nicht, dass sie so reagieren. Sie merken auch, das was nicht stimmt.

      • Ich schließe mich den Vorschreibern an. Zudem noch der Hinweis, dass ihr Streitigkeiten nicht vor den Kindern verstecken könnt, auch wenn ihr es versucht. Sie merken es und könnten sich selbst schuldig dafür fühlen und sich z.B. zurückziehen. Die neue Situation sollte offen besprochen werden, egal, wie alt das Kind ist. Ihr bleibt immer eine Familie, auch wenn ihr nicht zusammen wohnt. Die Trauer wird vergehen, seid beide für eure Kinder da. Sie müssen erst die neue Situation verarbeiten und akzeptieren lernen. Seid beide einfach positiv für sie da. Es darf kein böses Wort über den anderen Elternteil fallen, das belastet die Kinder sehr. Sie haben euch beide lieb und wollen sich nicht entscheiden müssen.
        Befreundete geschiedene Eltern von uns sind mittlerweile gute Freunde geworden. Sie haben sich bei der Trennung böse Gefezt, bis sie sich für einen Mediator entschieden haben. So konnten sie Konflikte in Ruhe lösen. Vielleicht wäre das auch etwas für euch.

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