Unordentlich, unorganisiert, vergesslich... Grrrr....

    • (1) 19.11.18 - 07:41

      Hallo ihr Lieben,

      mein Sohn, bald 9 Jahre, macht mich waaaaaaaahnsinnig ^^. Es fängt bei Kleinigkeiten an, die sich so anhäufen, dass sie zur Belastung werden.

      Die Vergesslichkeit zB., Brotdosen, Trinkflaschen, Jacken, Mützen, Schuhe, Arbeitsmaterial jeglicher Art (oft Füller, Schere, Hefte), Sporttasche usw... Nun denken einige, ja und passiert mal... Dacht ich mir anfangs auch, bis es zur täglichen Routine wurde.... Nun renne ich einmal in der Woche durchs Schulhaus und versuche alles zusammen zu suchen, leider finde ich nie alles wieder, was bedeutet ich muss es neu kaufen, ich denke jeder weiß was Klamotten und Schulzeug so kostet, es nervt und es kostet mich Unmengen an Geld!!

      Die Unordnung und Zerstörung :egal ob in der schule oder zuhause, wo er geht und steht herrscht Unordnung! Sein Zimmer sieht nach 1 h spielen, wie ein Schlachtfeld aus! Nicht selten kommt es währenddessen auch dazu, dass Sachen und Möbel zweckentfremdet werden und kaputt gehen. Sein Raumteilerregal wird beklettert und herumgeschoben, in seine Lampe hat er locher geschnitten um die Legomenschen hin durch zu schieben, die Antenne vom Radiowird abgebrochen um damit zu fechten, Vorhänge werden runtergerissen um sich damit einen superheldenumhang zu gönnen, hosen und pullover werden kaputtgeschnitten weils cool aussieht....... Lattenroste haben wir letzte Woche, für dieses Jahr schon den 4. gekauft. Das sind nur ein paar beispiele.

      Unselbstständigkeit. Alleine Zähne putzen geht nicht, das endet in einer zahnpastaschlacht aber nicht beim gründlichen Zähneputzen. Hände waschen ebenso, seifenschlacht. Duschen gehen, überschwämmung des Bades und gewaschen wird sich auch nicht. Er schreibt keine Hausaufgaben auf, wenn doch hat er keinen Bock sie zu machen, obwohl er zur Hausaufgabenbetreuung geht. Er kann sein zimmer nicht selbstständig in schuss halten, ich kann ihn nicht ruhigen gewissens nach draußen lassen, da er noch nie wieder pünktlich nach Hause kam, es sei denn er war direkt bei seinen Freunden Zuhause. Da bekommt es schon etwas mit der Angst zu tun....

      Manche denken sich, was regt die sich so auf, das sind Kinder, ja richtig, habe ich anfangs auch gedacht, aber es wird immer heftiger, es beeinflusst unseren Alltag enorm, es sind alle erst gegen 16 uhr wieder zuhause, dann sind eigentlich noch Training, Feuerwehr usw. Dann muss man aber abklären, wo sind die sachen, was war Hausaufgabe?, dann Hausaufgaben machen usw. Dh die restlichen 4 h des Tages gehen für unnötige Dinge drauf :/

      Vielleicht kennt ihr einige Verhaltensweisen, habt ihr ein paar tipps? Ich hab schon viel probiert, hiffe trotzdem, dass ich hier das ein oder andere neue noch zu gesteckt bekommen.

      Lg Lufi :)

      • (2) 19.11.18 - 09:14

        Ich würde sagen: ein hausgemachtes Problem.

        "Nun renne ich einmal in der Woche durchs Schulhaus und versuche alles zusammen zu suchen, leider finde ich nie alles wieder, was bedeutet ich muss es neu kaufen"
        Dein Kind ist 9 Jahre alt. Warum rennst DU denn bitte durch die Schule und suchst die Sachen? Warum macht er das nicht? Wie soll er das denn lernen, wenn Du ihm das alles immer abnimmst?
        -> Du stellst nachmittags fest, dass er etwas vergessen hat, Du schickst ihn zurück zur Schule, die Sachen holen. Wenn er den Weg öfter gehen muss, wird er wohl mal drüber nachdenken, ob er das gerne immer so haben möchte.
        -> Sachen nicht mehr auffindbar: er beteiltigt sich mit seinem Taschengeld anteilsmäßig an den Wiederbeschaffungskosten.

        "Sein Zimmer sieht nach 1 h spielen, wie ein Schlachtfeld aus!"
        -> Abends vor dem Schlafengehen wird das Zimmer aufgeräumt. Er ist alt genug und sollte das allein auf die Reihe bekommen. Zur Not leitest Du ihn halt anfangs an und sagst, wo er was hinräumen muss.

        kaputte Sachen:
        Wie sieht denn hier die Konsequenz aus? Meine Kinder bekämen eine heftige Ansage, wenn permanent die Sachen kaputt gehen. 4x im Jahr einen Lattenrost kaufen? #gruebel Hallo? Würde ich definitiv nicht mitmachen. Zur Not die Matratze auf den Boden legen und darauf schlafen lassen. Zerstörte Sachen unter Anleitung der Erwachsenen reparieren lassen bzw. anteilsmäßig vom Taschengeld bezahlen lassen. Viel enger beaufsichtigen, damit er erst gar nicht auf die Idee kommt, irgendwelche Sachen zweckzuentfremden. Zur Not darf er halt nur noch unter Beaufsichtigung spielen, dann muss halt immer jemand bei ihm sein oder er bei euch.

        Unpünktlichkeit:
        Wieso schicken die Eltern Dein Kind nicht zur verabredeten zeit nach Hause?
        Ansonsten darf er sich halt außerhalb nicht mehr verabreden, wenn er sich nicht an eine Zeit halten kann-.

        Hausaufgaben:
        da würde ich ihn mal vor der Lehrerin auflaufen lassen. Die wird das schon mit ihm regeln.

        Duschen/Zähneputzen:
        wenn er das nicht allein kann, dann muss halt ein Elternteil daneben stehen und ihn anleiten.

        Insgesamt finde ich, klingt Dein Posting danach, dass Du ihm alles abnimmst und es keine richtigen Konsequenzen gibt. Wenn er Sachen nicht selbstständig erledigen kann, dann muss er halt beaufsichtigt und angeleitet werden, so lange, bis es von allein klappt.

        • (3) 19.11.18 - 10:07

          Danke für deine Antwort. Wie ich schon schrieb, habe ich schon vieles ausprobiert. In die Schule schicke ich ihn öfters zurück um seine Sachen zu besorgen, er kommt trotzdem ohne zurück und sagt er findet es einfach nicht, und das wars dann. Taschgeld bekommt er im Prinzip auch schon gar nicht mehr weil er sich an den Sachen natürlich beteiligen muss, aber auch das scheint ihn nicht zu stören.

          Mit dem Aufräumen läuft es mittlerweile genau so, ich bin mit dabei, leite an oder helfe mit. Verlasse ich dass zimmer raumt er nicht auf...

          Wegen der kaputten Sachen gibts natürlich auch Ansagen... Und ich habe ihn tatsächlich mal eine Woche auf der Matratze auf dem Boden schlafen lassen (weil die Lieferung des lattenrostes so lang dauerte), hat nichts gebracht.

          Das wir ihn jede minute beobachten ist leider unmöglich, wir arbeiten beide, haben nich eine 1 jährige Tochter die nebenher betreut werden muss und alltägliche Dinge müssen ja leider auch noch geregelt werden :/

          Die Eltern der anderen Kinder schicken ihn nach Hause, er bummelt halt auf dem heimweg. Deswegen spielen die jungs nun oft bei uns wenn nichts anderes ansteht. Das war nun meine Lösung für dieses problem.

          Mit den Hausaufgaben habe ich ihn schon auflaufen lassen, aber es stört ihn nicht im geringsten wenns Tadel in der schule gibt, ind ich habe dann die Diskussion mit der lehrerin, dass ich dafür zu sorgen habe dass er seine HA erledigt.

          Konsequenzen gabs also genug, wie du siehst habe ich viele Ideen wie du gehabt, nur diese funktionieren bei meinem leider nicht.... Es ist halt sehr frustrierend wenn man denkt man arbeitet gegen eine Wand :/

          Er ist ein sonst so lieber, intelligenter Junge.

          • Ohne Lattenrost , die Matraze auf den Boden, zerstörte Möbel nicht ersetzen, ohne Vorhang im KZ....weniger Spielzeug=weniger Chaos.
            Wenn du angeblich schon alles in Guten und mit Konsequenzen probiert hast, würde ich einen Kinderpsychlogen in Betracht ziehen, der deinen Sohn mal durchleuchtet...vielleicht liegt sogar ein Defizit / Störung vor.

        • "Er ist ein sonst so lieber, intelligenter Junge. "#kratz

          Das kann ja sein, aber dann suche die Ursache, wieso er euch so böse mitspielt, nicht hört, Sachen zerstört und alles egal sein.

          Verhaltensauffälligenkeiten haben meist "nur" zwei Ursachen....entweder bei ihm läuft medizinisch was nicht rund oder eben in der Familie, von fehlender Aufmerksamkeit, zu lockerer Erziehung (alle Rechte) oder zuviel Druck (nur Pflichten) .
          Kein voll zufriedenes Kind mit gesunden Menschenverstand, würde seiner Familie so böse mitspielen und ignorieren. Sowas ist Frustabbau, Unzufriedenheit. Geh zum Kinderpsychologen, kann er nichts feststellen , dann überdenkt mal euren Ablauf in der Familie...Tonart, Anerkennung bei guten Sachen, ernst nehmen, zuhören.....positive Aufmerksamkeit etc.

          • Darüber habe ich schon oft nachgedacht, wann hat es angefangen, was haben wir dazu beigetragen, wie stehts mit der Aufmerksamkeit... Sein leiblicher Vater und ich trennten uns vor 3 Jahren, aber nicht abrupt und auch kein Rosenkrieg. Wir waren ehrlich zu ihm und haben alles harmonisch über die Bühne gebracht, und auch heute sind wir mit neuen Partnern ein eigentlich gut eingespieltes Team.... Ich habe trotzdem die Gedanken, dass es an der Trennung liegen könnte.

            Dass er an irgendeiner Störung leiden könnte bricht mir das Herz, denn dann kann er wirklich nichts für sein Verhalten :( dann wären alle Ansagen und Konsequenzen die er bekommen hat zu Unrecht gewesen oO. Für mich ein furchtbarer Gedanke!

            • (8) 20.11.18 - 21:16

              "Dass er an irgendeiner Störung leiden könnte bricht mir das Herz, denn dann kann er wirklich nichts für sein Verhalten :( dann wären alle Ansagen und Konsequenzen die er bekommen hat zu Unrecht gewesen oO. Für mich ein furchtbarer Gedanke!"

              Nein, AD(H)S-Kinder brauchen beispielsweise trotzdem Konsequenzen. Die einfach laufen zu lassen, wäre ein großer Fehler.
              Das wäre lediglich eine Erklärung, warum das Kind so schlecht aus Konsequenzen lernt.

        (9) 19.11.18 - 17:32

        Hallo,

        ich glaube, da liegt der Hase im Pfeffer...

        "Er ist ein sonst so lieber, intelligenter Junge."

        Er scheint sich seine Nischen zu suchen, in denen er mit dem durchkommt, was er will und für wichtig erachtet. Dabei ist ihm ganz offensichtlich nicht das wichtig, was DU für wichtig erachtest.

        Ich habe hier ein ähnliches Modell zu Hause, allerdings ein Jahr älter.
        Wer zu spät nach Hause kommt, darf halt nicht mehr mit zu Freunden. Dieses Jahr zu Weihnachten bekommt er eine Uhr mit Weckerfunktion, mal sehen, ob er dann wenigstens den bedienen kann und dann erinnert wird, wann es Zeit ist, daheim zu sein. Wichtig bei uns ist auch, immer zu sagen, bis wann ich ihn spätestens zu HAUSE erwarte...da muss er das Trödeln mit einrechnen.
        Kaputte Sachen, die durch Mutwilligkeit oder Übermut entstehen, müssen zumindest anteilig mit Taschengeld vergolten werden. Außerdem muss er z.B. Schulsachen, die so kaputt gehen, auch selbst nachkaufen gehen. Dabei stört ihn immer weniger das Geld als viel mehr die Zeit, die er dann dafür aufwenden muss, weil dann weniger Zeit für Freunde ist. Ebenso bei dem zurück zur Schule schicken wegen vergessener Dinge.
        Was die Hausaufgaben angeht, so spreche ich mit anderen Eltern immer mal wieder die Aufgaben ab, um zu schauen, ob er auch aufschreibt, was auf ist. Ansonsten frag doch mal die Lehrerin, was sie meint, wie DU dafür sorgen sollst, dass er die Aufgaben in sein Hausaufgaben-Heft schreibt...würde mich ja mal interessieren.
        Ich sage meinem Sohn immer, ich kann nur kontrollieren, was ich auch sehe - sehe ich nichts, sehe ich spätestens die roten EInträge im HA-Heft...und das ist dann nicht so schön.

        Nebenbei wurde bei meinem Kind mittlerweile eine auditive Wahrnehmungs und Verarbeitungsschwäche festgestellt (ich hatte mich auch gewundert, dass trotz der Konsequenzen keine Besserung erkennbar war und er immer wieder beteuerte, gerne zur Schule zu gehen und das nicht mit Absicht zu tun mit dem Vergessen) und er hat einen Nachteilsausgleich erhalten, hilft zumindest in der Schule bei Tests und Arbeiten weiter. Sonst bleibt der enge Austausch mit den Lehrern, um Dein Kind zu unterstützen.
        Ich hoffe, dass wir als Eltern bald weitere Informationen dazu bekommen, wie wir unserem Sohn helfen können, sich besser selbst zu organisieren...

        Bis dahin werden wir kontrollieren, anleiten und beaufsichtigen soviel halt nötig ist.

        LG und alles Gute


        a79

(10) 19.11.18 - 09:19

Uuuups....gibt es auch was, was er korrekt macht?#schwitz#kratz

Ich würde sagen, komplett die Bremse ziehen, seinen Speicher löschen und von Schritt zu Schritt neu programmieren....klingt nach einen bösen Virus.

Lass ihn mal abchecken, ob eine Ursache dahinter steckt, wenn nicht hartes Rechte -Pflichten Konzept durchziehen, desto älter sie werden, desto weniger kannst dagegen lenken.

Nee ehrlich.....Bremse ziehen und wohl oder übel, was Zuhause möglich ist konsequent, ohne wenn und aber ihn Vorhergehensweisen begleitet vermitteln und lernen...kostet viel Kraft und Zeit, aber ohne wird es ewig so bleiben. Jeden bewußten, vorsätzlichen Schaden sein Taschengeld opfern lassen , ohne Pflichten von Hausaufgaben, solange keine Rechte ...ihn vermitteln, dass es in seiner Hand liegt, was er darf oder nicht...Jedes Kind hat altergemäße Rechte und Pflichten und ohne Pflichten (Schule, Zähne putzen und eigenes Chaos beseitigen) , keine Rechte. Zerstören geht gar nicht.

  • (11) 19.11.18 - 10:10

    Das wird wohl mein nächster Schritt sein, ihn mal durch checken zu lassen. Evtl auch eine Erziehungshilfe zu Rate ziehen? Oder ware das übertrieben?

    • (12) 19.11.18 - 10:43

      Wenn man mit dem Latain am Ende ist oder selbst an sich keine Fehler wahr nimmt, ist professionelle Hilfe immer der beste Weg.....die neutrale Sicht eines Außenstehender. Es soll nicht nur deinen Sohn abchecken, sondern seid ihr auch offen und ehrlich über euren Alltag.Nur wenn der Psychologe den wahren Ablauf kennt, kann er die wahre Ursache finden und dies mit euch aufzuarbeiten......umso ehrlicher und offener ihr dran arbeitet, desto schneller findet man die Lösung.

(13) 19.11.18 - 11:14

"Manche denken sich, was regt die sich so auf, das sind Kinder"

Puh, nein, so sind Kinder im Allgemeinen nicht.

Hast du mit dem Kinderarzt mal darüber gesprochen? Hast du schonmal Erziehungsberatung unverbindlich in Anspruch genommen? Manchmal befindet man sich einfach in einer Spirale, aus der man alleine nicht herausfindet.

Alles Gute für euch und dir starke Nerven :-)!

(14) 19.11.18 - 13:24

Dazu fallen mir drei Ansätze ein

1. hohe Erwartungen an seine Selbstständigkeit.
- wie wurde er daran herangeführt, dass er es langsam hätte lernen KÖNNEN?

2. Wie sehen die Konsequenzen aus?
- geht ihr zusammen durchs Schulhaus? Muss er seine kaputten Sachen flicken? Wir ihm gezeigt, wie man etwas flickt?

Oder machst du es alleine, weil du keine Kraft mehr hast und er weiß, dass es läuft wie es läuft, weil Mama macht es ja.

3. ADS/ADHS
da helfen Konsequenzen nur bedingt und die Erwartung kann so viel oder so wenig da sein wie sie will, es läuft trotzdem anders und am Ende doch wieder im "gewohnten Muster"



Ansatzmöglichkeiten wären
- mit Lehrern sprechen, wie und wo wirkt es sich noch aus?
- wie läuft es, wenn er bei Freunden ist (ADHS/ADS ist überhall / Konsequenzen Regeln sind unterschiedlich). Dort abkupfern, wo es gut läuft.


GANZ WICHTIG in allen drei Punkten:

Stück für Stück.

Erst das eine so lange üben, bis er es kann. Wenn es automatisiert läuft, dann das nächste.
Bei ADS/ADHS geht das auch. Sogar noch wichtiger. Es dauert dann sehr viel länger, aber auch da ist es wichtig. Ohne ADS/ADHS das gleiche.


Stell dir vor, du müsstest japanisch, chinesisch, portugisisch gleichzeitig lernen. Da würde dir auch der Kragen platzen. Sollen doch die reden, die es können :-p
Lernst du eines nach dem anderen, geht es einfacher. Es dauert länger, es dauert seine Zeit, aber irgendwann fruchtet es dann.
Vorausgesetzt die anderen Faktoren passen.



Was ist dir das wichtigste?
Das übt so lange, bis er es kann.
Anfangs bist du voll dabei, dann ziehst du dich LANGSAM aus der Aufgabe zurück. Immer dann, wenn er einen TEILschritt gelernt hat.

Heute zeige ich dir wie Schultasche packen geht und morgen machst du es alleine, klappt nur bei wenigen.

TEILschritte können sein: heute zeige ich es dir, dann zeigst du es mir, dann erinnere ich dich daran, dann machst du es selbst und sagst mir bescheid, irgendwann frage ich nach und du sagst ja, erledigt.

Beim Zähne putzen:
noch nachputzen
dabei sein, wenn er putzt
in Hörweite sein, wenn er putzt
- parallel - Plakat ins Bad hängen, an was er denken soll. Zahnpastatube zu machen, Wasserhahn aus .... wie eine Bildergeschichte.

Irgendwann wird das Plakat getausch. Aus Zähneputzen in Einzelschritten, hängt dann die gesamte Abendhygiene /Zähne putzen, Schlafanzug anziehen, Schmutzwäsche....

nicht erwarten, dass er es auf Grund des Alters (Zeit genug es sich selbst zu erarbeiten) schon kann
sondern so lange beg-leiten bis er es Stück für Stück kann und sich nach und nach aus der Situation herausnehmen. Zusatzunterstützung, falls er es auf Grund anderer Faktoren noch nicht so kann oder nicht so verarbeiten kann, wie er und/oder du gerne hätte. #winke

  • (15) 19.11.18 - 13:43

    Ich war virhin so fertig. Ich habe mich direkt an eine erziehungsberatung gewandt, in den nächsten Tagen vereinbaren wir einen Termin. Ich glaube mittlerweile ist alles viel zu festgefahren, meine Erwartungshaltung, die Art wie mein Sohn darauf reagiert und welche Auswirkungen es auf unseren Alltag hat. Es bleibt kein Tag aus ohne Diskussionen... Darunter leiden natürlich nicht nur meine nerven, sondern die ganze Familie. Es braucht jetzt wahrscheinlich jemanden von außen, der einen Anfang und einen Ansatz findet und der da objektiv betrachten kann. Das kann ich leider momentan nicht :/

    • (16) 19.11.18 - 23:19

      Gute Entscheidung, ein Blick von außen. Irgendwo ist der Wurm drin, denn "normal" ist so ein Verhalten auf Dauer bei einem Kind nicht - selbst die größten Chaoten, die ich kenne, würden das nie und nimmer bringen - und glaub mir, ich hab im Lauf des Lebens einige kennengelernt. #schwitz
      Lasst euch helfen, Du UND Dein Kind. Alles Gute.
      LG Moni

(17) 19.11.18 - 22:37

Auch für mich klingt es so, als wenn du nicht konsequent bist. Du sagst, er ist schlau und lieb. Für mich klingt es nach hochhimmeln. Aber du hast ja auch erkannt, das es katastrophal bei euch läuft.

Ich würde an deiner Stelle mal probieren, deinen Sohn auf 'Werkseinstellung' zurückzusetzen. Ich würde wirklich alles einkassieren an Spielzeug, ohne wenn und aber. Wenn er mit etwas spielen möchte, dann kann er es bei dir quasi 'ausleihen', sprich, er holt es sich ab und hat es nach dem Spielen im gleichen Zustand bei dir wieder abzugeben. Nichts über Nacht im Zimmer lassen. Außerdem würde ich alles an Konsolen und TV streichen. Wenn er den Wert der Dinge nicht zu schätzen weiß, dann ist es für ihn dringend an der Zeit, genau an der schmerhaftesten Stelle zu spüren, das es so nicht geht. Wenn ihm dann die Realität klar geworden ist, das es so nicht mehr weitergeht und das Leben für ihn so nicht toll ist, dann würde ich beginnen, ihn in die Verantwortung für Dinge zu nehmen. Mit ihm besprechen, wie er sich in seinem Zimmer organisieren kann, wäre eine Möglichkeit. So lernt er, wie man Ordnung halten kann. Im gleichen Zuge würde ich mit ihm radikal alle seine Spielsachen aussortieren - alles Unnötige weg! Hier könnte er auch gut erhaltenes verkaufen und somit lernen 'gehe ich pfleglich mit meinen Dingen um, kann ich sie später wieder verkaufen und mir vom Verdienst wiederum etwas Neues kaufen'. Insgesamt solltest du auch im Blick haben, das für jedes neue Spielzeug ein anderes gehen muss. Das könnte nämlich auch ein Problem für ihn sein, das er zu viel besitzt und zum einen keinen Überblick hat, zum anderen seine Spielsachen nicht zu schätzen weiß.

Was das Verbummeln von Schulsachen angeht, wenn es ihm egal ist, das sein Taschengeld dafür drauf geht, würde ich die nächsten Stelle ansetzen: seiner Freizeit. Für alles, was er verbummelt, sollte er eine Aufgabe erledigen, um somit sich die Neuanschaffung zu erarbeiten. Z.B. ein verbummelter Füller - die Wohnung/das Haus staubsaugen. Oder wischen... Geschirr mal per Hand abspülen lassen. Alles, was ordentlich Freizeit frisst und für ihn unangenehm ist, damit er in Zukunft achtsamer mit seinen Schulsachen umgeht. Später im Leben ist es ja auch so, das er für alles, was er haben möchte oder braucht, arbeiten gehen muss, damit er sich etwas leisten kann.

Wegen dem nicht pünktlich nach hause kommen würde ich auch konsequent die Dinge streichen, die ihm wichtig sind. Das kann z.B. eine Sperre für geliebtes Spielzeug sein, keine Süßigkeiten, Nutella-Sperre... Ich würde aber auch dafür sorgen, das er eine Armbanduhr trägt, im besten Falle eine sehr robuste, sodass er auch jederzeit schauen kann, wie spät es ist.

Auch bei den Hausaufgaben würde ich strikt durchgreifen. Wenn er rumbockt, dann fällt eben was anderes flach. Dann sitzt er in seinem leeren Zimmer eben ohne alles rum, Spielzeug gibts erst, wenn alles gemacht wurde. Bekommst du mit, das er sich Hausaufgaben nicht notiert hat und deswegen nichts gemacht hat, würde ich auch nicht davor zurückscheuen, ihm einen Nachmittag gar kein Spielzeug auszuhändigen. Im gleichen Zuge solltest du mit ihm aber auch einen gut strukturierten Plan ausarbeiten, wie er seine Schulsachen zu ordnen, du pflegen und zu führen hat. Auch hier kann er selbst in die Verantwortung genommen werden, er ist alt genug dafür! Du bist nicht seine Sektretärin, du fungierst als Unterstützung, Tätig werden muss er selbst. Und wenn es nicht läuft, dann muss es für ihn unangenehm werden.

Insgesamt vermittelt dein Beitrag mir, das dein Sohn nicht wirklich unangenehme Konsequenzen zu fürchten hat. Es ist ihm schlichtweg total egal, denn das Leben ist ja dennoch total angenehm für ihn. Aber so läuft das wahre Leben nunmal nicht. Spätestens wenn er in den Arbeitsmarkt startet, wird er sehr hart auf dem Boden der Tatsachen aufschlagen und an diesem Zeitpunkt ist es meist super schwer für den Menschen, sich noch zu ändern.

Du kannst mit ihm natürlich auch zum Jugendamt gehen, dich beraten und weiterleiten lassen zu einer Einrichtung, die euch betreut. Aber die werden nicht anders verfahren - es fehlt ihm einfach die unangenehme Konsequenz für sein Fehlverhalten. Er muss dringend lernen, das er Verantwortung übernehmen muss, da es sonst für ihn unangenehm wird.

  • (18) 20.11.18 - 06:19

    Danke für deine Antwort. Solche "unangenehmen" Konsequenzen hatten bzw haben wir auch noch, es bringt nichts, er gewöhnt sich an die Konsequenzen und dann ists ihm schlichtweg egal, wie zb. Dass er nicht mehr zu Freunden darf oder es die letzten Wochen kein Taschengeld mehr gab. TV und mediale spiele haben wir schon vor 3 Jahren abgeschafft, gibts nicht mehr. Süßigkeiten sind bei uns auch eher selten, gibts im generellen Haushalt nicht es sei denn er bekommts geschenkt, oder er kauft sichs selbst. Armbanduhren hatten wir, insgesamt 3 Stück... 3 mal darf man raten, alle kaputt!! Der papa meinte auch schon nun gibts keine neue. Thema Spielzeug haben wir vor einem halben jahr alles aussortiert, er hat jetzt lediglich seine ritterburg, eine kleine Kiste playmobil, eine kleine kiste lego, ein piratenschiff und eine kleine Kiste Autos, das wars! Eisenbahn, carrerabahn und anderer schnulli ( zb werkzeuge) wurde schon verbannt.

    An nachmittagen an denen er HA machen muss brauch ich das spielen nicht verbieten, denn mit den HA sitzen wir dann mindestens bis 18 Uhr "ich kann das nicht, ich weiß nicht was ich machen soll, ich bin müde, ich hab hunger, ich hab durst", und schmollen, in der 1. Stunde wenn man sich mit ihm hinsetzt, passiert erstmal gar nichts an HA sondern lediglich diskutieren :/.....

    Die Konsequenzen tun ihm in den Momenten auch weh, er weint dann immer, gelobt Besserung.... Aber am nächsten tag scheint das alles wieder vergessen :/

    • (19) 20.11.18 - 08:58

      Wie gesagt, streich das Taschengeld komplett - er kann es sich ja durch gutes betragen verdienen, wenn z.b. eine Woche die Hausaufgaben gemacht wurden, ohne zu bocken oder was zu vergessen.
      Und ich würde wie gesagt das ganze Spielzeug erstmal einkassieren.
      Ihr könnt auch mit einem belohnungssystem arbeiten. Ich kenne dieses hier aus einer sonderpädagogischen tagesgruppe für Kinder mit genau solchen Problemen, wie sie dein Sohn hat:
      War der Tag gut, gibt es am Ende des Tages einen positiven Stempel (z.b. einem lachenden Smiley, eine Sonne...), war der Tag nicht gut, z.b. wurde gehockt, etwas verschlampt, beschädigt oder sonst was, gab's einen negativen Stempel (weinende Smiley, regenwolke...). Am Ende der Woche konnte sich das Kind bei weniger als zwei negativen Stempeln eine Süßigkeit aussuchen, z.b. einen Schokoriegel oder eine kleine Tüte Gummibärchen. Am Ende des Monats gab's dann die monatsüberraschung, dafür durfte das kind insgesamt nicht mehr als 8 negative Stempel haben. Diese Überraschung war dann immer ein Ausflug, z.b. in ein besonderes schwimmplatz, abenteuerspielplatz, Tierpark...
      Die Werte, wie viele Stempel in der Woche und im Monat negativ sein dürfen, wurden dann immer kleiner, damit das kind am Ende hin so gut wie gar keine negativen Stempel mehr "produziert" hat.

      Für die Vergabe des Stempels setzt man sich abends zusammen und bespricht gemeinsam, was gut und was schlecht lief am Tag. Hierbei reflektiert das kind sein eigenes Verhalten also zusammen mit den Erwachsenen, die auch erklären können, das es deswegen dem guten oder eben dem schlechten Stempel gibt. Auch kann man so besonders betonen, wenn das Kind aus einer negativen Sache gelernt hat und z.b. den verschluderten füllen wieder nach Hause gebracht hat - also wenn er etwas negatives zum guten wendet, dann hervorheben und als Pluspunkt werten.

      (20) 20.11.18 - 09:43

      Hi, dein Sohn klingt fast nach meiner Tochter.
      Was sagt denn die Lehrerin wie es in der Schule ist?
      Konsequenzen haben hier auch nicht den erwünschten Erfolg gebracht, das Ergebnis bestand aus Stunden weinen und gezeter.
      Wir hatten aber auch fehlende Impulskontrolle im großen Stil unter der der kleine Bruder wohl am meisten zu leiden hatte. Am Ende hat uns der Kinderarzt weiter geholfen, dafür habe ich extra von der Praxis hier im Ort zu einer in der nächsten Stadt gewechselt weil ich nicht ewig auf einen Termin beim SPZ warten wollte. Der jetzige KiA hat mehrere Ärzte mit verschiedenen Fachrichtungen, unter anderem eine Kinderpsychologin. Nach mehreren Terminen zur Diagnostik hatten wir dann endlich eine Diagnose, für meinen Mann leider nicht leicht zu akzeptieren da er bisher der Meinung ist /war das eine Runde um den Block laufen bei ihm ja auch geholfen hat und es was mit der Auslastung zu tun hat(ADHS) . Naja, wir haben vor 3 Wochen mit Medikation angefangen und es wurde merklich besser. Hausaufgaben, Vergesslichkeit, Zerstörungswut... Sogar Außenstehende merken die positiven Veränderungen.
      Es muss ja bei euch kein adhs sein oder so, aber genauso wenig kann man pauschal sagen das ihr nicht konsequent genug seid und der Erziehung nicht nach kommt.
      Ich drücke euch die Daumen das ihr bald rausfindet was es ist.

      Lg

      • (21) 20.11.18 - 09:51

        Vielen Dank. In der Schule läuft es auch nicht so, er bringt täglich Einträge mit nach Hause, Konsequenzen der Lehrer greifen also auch nicht. Wir gehen bald zur Erziehungsberatung, dann hoffe ich, dass man uns weiter helfen kann.

(24) 20.11.18 - 08:15

Hat dein Sohn je gelernt wie er sorgsam mit seinen Sachen umgeht, Hausaufgaben erledigt, aufräumt, Zähne putzt, etc?

Für mich hört sich das so an: er ist schließlich fast 9 und das sollte er längst können.

Er kann es aber nicht, wie man sieht.

Deshalb benötigt er deine Anleitung zur Orientierung so lange, bis er es alleine kann. Das scheint all die Jahre vernachlässigt worden zu sein. Jetzt ist es schon so festgefahren, dass nun sehr viel Arbeit vor euch liegt.

Ich wünsche euch viel Erfolg

  • (25) 20.11.18 - 09:47

    Natürlich haben wir ihm das beigebracht, es gab Zeiten, da hat alles mal funktioniert... Irgendwie hat es sich eingeschlichen, anfangs keine ernste Sache, da gabs Abmahnungen, Tadel, Konsequenzen, dann liefs wieder, dann wieder nicht... Irgendwann häuften sich die Vorfälle, somit auch die Konsequenzen. Der Teufelskreislauf hat begonnen... Ihm scheinen die Konsequenzen egal zu sein. Wie ich schon schrieb, ich brauche nun sicher Hilfe von außen, ich selbst finde den "fehler" nicht weil ichs nicht objektiv betrachten kann... Viele schrieben mir sie haben den Eindruck ich wäre zu inkonsequent... Ich habe eher den gegenteiligen Eindruck von mir... Manchmal hab ich sogar fast das Gefühl, dass die Konsequenzen alles noch schlimmer machen. Er hat offensichtlich ein Problem, und momentan bin ich irgendwie nicht in der Lage es zu erkennen und mit ihm zu lösen, dann noch die Gedanken welchen Teil hat man dazu beigetragen, wann hat man falsch reagiert egal ob zu hart oder lasch.....

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