Kind wird in Schule gemobbt und flippt aus

    • (1) 17.01.19 - 16:10

      Hallo! Ich hab mal eine Frage, wie soll ich reagieren? Mein Sohn ist jetzt 10 Jahre alt und in der 4. Klasse.es könnte alles so schön sein. Er ist richtig gut in der Schule und hat Spaß dabei. Dann spielt er noch leidenschaftlich gerne Hockey. Auch im Hockey ist er richtig gut. Wurde kürzlich sogar von einem guten Verein angeworben. Also könnte es eigentlich nicht besser laufen. Sein eigentlich bester Freund, seit dem Kindergarten, kommt da irgendwo nicht ganz mit. Sowohl schulisch als auch sportlich. Das scheint auch das Problem zu sein. Er macht meinen Sohn verbal richtig richtig fertig. Er sagt ihm viele gemeine Sachen, die meinen Sohn sehr verletzten. Jetzt denkt er wirklich darüber nach in den anderen Verein zu gehen, einfach nur um von seinem ehemals guten Freund weg zu kommen. Heute in der Schule wurde Jan wieder total fertig gemacht, mittlerweile machen da noch 2 ander Jungs mit. Unter anderem haben die 3 seine Kleider in der Dusche versteckt (nach dem Sport). Auf jeden Fall ist er so sauer/traurig gewesen dass er etwas nach seinem Kumpel geworfen hat. Hat ihn nicht getroffen, aber ein Gespräch wird es mit dem Lehrer geben. Wobei der Lehrer durchaus sieht, dass er so fertig gemacht wird, aber auch nicht weiß wie er ihm helfen soll. Also das Gespräch soll in Richtung „wie können wir helfen“ gehen und nicht in eiyhtung „bestrafen“. Was kann ich tun? Außer ihm den Rücken stärken... es macht mich fertig ihn so leiden zu sehen...

      • Kontaktiere die Eltern seines Freundes und setzt euch alle zu einem Gespräch zusammen. Die Jungs sollen dann mit Unterstützung der Erwachsenen darüber sprechen was schief läuft. Dein Sohn sagt was ihn verletzt hat, der Freund soll begründen warum er sich deinem Sohn gegenüber so verhält.

        Wir hatten es auch schon mal, dass sich Streitigkeiten zwischen den Kindern über die Zeit so zugespitzt haben. Ein gemeinsames Gespräch hat da geholfen. Es kamen dann auch Sachen heraus,die die Kindervorher garnicht erzählt hatten. Wir haben dann vereinbart, dass sich die Kinder erstmal aus dem Weg gehen sollen.
        Außerdem lernen die Kinder so die Probleme beim Namen zu nennen und sich unangenehmen Situationen zu stellen.

        Bei uns war danach Ruhe.

        Dieses Gespräch klingt nach dem no blame approach. Wenn dein Ziel ist, dass es deinem Sohn besser geht und diese Attacken aufhören, ist das der Weg mit den höchsten Chancen. Richtig ausgeführt ist dieser Ansatz großartig und sorgt dafür, dass Probleme sehr schnell beseitigt werden, viel schneller als durch Bestrafung.

        (4) 22.01.19 - 14:35

        Hallo,

        "Wobei der Lehrer durchaus sieht, dass er so fertig gemacht wird, aber auch nicht weiß wie er ihm helfen soll. "

        Sorry, aber der Mann hat seinen Beruf verfehlt.
        Selbstverständlich gehört es auch zum Berufsbild eines Grundschullehrers, sich um solche Probleme zu kümmern.

        Die Grundschullehrerin unserer Tochter hatte einmal die Woche einen Stuhlkreis, wo Themen, wie Mobbing besprochen wurden. Da gab es dann Fragen an die Kinder, wie man sich fühlt, wenn man gemobbt wird. Wie man sich fühlt, wenn man daneben steht, wenn jemand gemobbt wird und warum man auf die Idee kommen könnte, jemanden zu mobben.
        Das ganze lief neutral, ohne Nennung von Namen, wenn das Mobbing-Opfer das nicht wollte.
        Als nächstes wurde dann besprochen, was man denn tun könnte, wenn man gemobbt wird, oder Mobbing miterlebt und wie man seinen Frust anders auslassen kann, als an Mitschülern.
        Diese Klasse hatte eine ganz starke Gemeinschaft. Da prallten Möchtegern-Mobber gleich an einer Wand aus Klassenkameraden ab, die sich auf die Seite des Opfers stellten.

        Das Gymnasium unserer Tochter hat Schüler-Streitschlichter für solche Fälle. Wenn die überfordert sind, gibt es Lehrer-Streitschlichter. Bei Mobbing wird sofort eingegriffen, bevor es sich zum Selbstläufer entwickelt.
        Nachhaltig beratungsresistente Mobber werden der Schule verwiesen.

        Wenn der Lehrer Dich abblockt, würde ich mit dem Direktor reden oder vielleicht gibt es eine Vertrauenslehrerin oder ähnliches.
        Mit einem "Ja, ich weiß auch nicht, was man da machen kann." würde ich mich jedenfalls nicht zufrieden geben.

        Für Probleme im Verein sind die Trainer zuständig. Auch die sollten darauf achten, dass es unter den Kindern fair zugeht.
        Da würde ich die Trainer auf die Probleme zwischen Deinem Sohn und dem anderen Jungen hinweisen.

        Du kannst auch probieren, mit den Eltern zu reden, aber eigentlich geht es ja um Probleme in der Schule und im Verein.
        Viele Eltern haben außerdem die rosarote Brille auf, wenn es um ihr Kind geht. Da bringt das gar nichts.

        LG

        Heike

      • Hallo,

        ich kann vannchens Rat nur unterschreiben.

        Wir hatten hier letzten Herbst auch zwei so Zank-Zicken.
        Meine Tochter und eine Klassenkameradin.Bitte frag mich nicht, wie mich das irgendwann nur noch genervt hat, wenn meine Tochter mir von den Schandtaten der anderen erzählte oder ich mitbekam, wie die beiden sich anzickten und ausspielten.

        Dauernd gab es Streit, Gezicke, Gezanke, freche Sprüche, Tränen, usw.
        In der Schule, beim Sport, in der Freizeit.

        Irgendwann kam ich an meinen Punkt und habe mir beide gepackt und an den Tisch gesetzt. Dabei kam raus, dass beide keine Engel sind und sich gerne mal gegenseitig hochschaukeln.
        Es gab also keinen "Täter" und kein "Opfer" sondern es waren zum Schluss beides "Täter", die sich dann zuhause bei den Eltern ihre Wunden leckten, weil sie mit der Retourkutsche nicht klar kamen.
        Auch meine Tochter hat da wohl ein paar Böcke geschossen, worauf die andere dann dementsprechend reagiert hat. Und umgekehrt genauso.

        Ich denke, das Gespräch mit dem Lehrer wird eher weniger dramatisch ausfallen.
        War bei uns auch so, die Lehrerin hat eher versucht zu beschwichtigen.

        Wichtiger ist, dass die Jungs sich mal im Beisein von Euch Erwachsenen aussprechen und mal ihren Dampf ablassen.
        Vielleicht kristallisiert sich dann manches raus, was den einen am anderen stört und es kann mal in Ruhe reflektiert werden.

        Hier war es auch so, nach dem Gespräch sind die beiden sich inkl. Ferien rund 4 Wochen mehr oder weniger aus dem Weg gegangen und nach den Ferien war wieder alles in Butter.

        LG

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