Jugendamt reagiert trotz mehrfacher Anzeige nicht (ausreichend). Was tun?

    • (1) 05.02.19 - 20:37

      Hallo zusammen,

      ich hoffe, mir kann jemand helfen. Vielleicht ist ja sogar jemand vom Fach hier.

      Es geht um eine alleinerziehende Mutter, die eigentlich Hilfe bräuchte. Aber nicht in der Lage ist, diese anzunehmen. Im Grossen und Ganzen, weil die Problemeinsicht fehlt. LEIDER.

      Das Hauptproblem ist, dass ihr Haushalt ein EXTREMER Messie-Haushalt ist. Wir reden von einer Wohnung, in der man sich kaum bewegen kann. Wirklich überall liegt Zeug, das sich in vielen Räumen auch bis zur Decke stapelt. Das jüngste Kind ist acht Jahre alt.

      Nun ist es so, dass in den vergangenen Jahren (!) schon mehrfach anonyme Anzeigen beim Jugendamt eingingen. Und jedes Mal lief es nach dem gleichen Schema ab:

      Das Jugendamt kommt --> keiner öffnet die Tür.
      Es wird ein Termin veranschlagt --> dieser wird von der Kindsmutter verschoben.
      --> Kindsmutter hat lange genug Zeit, um "aufzuräumen". Das tut sie dann 1-2 Wochen lang Tag und Nacht. Meist wird ein Teil vom Zeug ins Obergeschoss gebracht, um dem Jugendamt dann zu erzählen: "Oben wohnt die 20-Jährige Tochter, das ist nicht Ihr Zuständigkeitsbereich"

      Jugendamt kommt und sagt: Oh je, hier ist es aber voll. Naja, aber es geht so gerade noch. Brauchen Sie Hilfe? Nein? Okay, dann tschüss."

      --> Zeug wird wieder von oben nach unten verteilt. Die Wohnung ist wieder in einem völlig verwahrlosten Zustand. Nicht im Sinne von "gesundheitsgefährdend dreckig", aber im Sinne von "man muss sich seinen Weg durch Berge von Zeug bahnen und wird psychisch vom Zeug in der Wohnung zerdrückt".
      Das jüngste Kind ist acht Jahre alt.

      Das Spiel wird so seit Jahren gespielt. Angehörige sind völlig hilflos. Jugendamt stellt sich auf den Standpunkt: "Wir können nicht mehr tun. Man kann die Mutter nicht verpflichten, bei unangekündigten Terminen zu Hause zu sein."

      Frage: Ist das allen Ernstes so?!
      Gibt es da keine Möglichkeit, einen KURZFRISTIGEN Termin zu setzen, der dann auch nicht abgesagt werden kann?!

      Und: Wie kann man Druck auf das Jugendamt ausüben, sich zu kümmern und auch am Ball zu bleiben? Also nicht: "Räumen Sie mal auf, dann ist wieder gut bis zur nächsten Anzeige", sondern: "Sie müssen sich Hilfe holen und wir kontrollieren jetzt 1-2 Jahre lang mal REGELMÄSSIG, ob das auch passiert und ob sich die Situation für die Kinder verbessert!"

      Um Missverständnisse auszuschliessen: Die Mutter ist ansonsten eine sehr liebe Frau und alle Angehörigen wären auch froh, wenn die Kinder bei ihr bleiben könnten. Man hat lange versucht, der Mutter auch ohne das Jugendamt zu helfen.

      Leider trug das Verhalten des Jugendamtes einen nicht unerheblichen Teil dazu bei, dass die Mutter keine Problemeinsicht besitzt: "Das Jugendamt war hier und ist wieder gegangen. Ihr spinnt alle!"

      Deshalb wäre es jetzt an der Zeit, dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter dort mal ihren Job machen.

      Ich weiss, dass die Jugendämter überlastet sind. Ich bin nicht auf einen Ämterbashing-Thread aus. Ich bräuchte einfach Hilfe, wie die Angehörigen vorgehen können, damit hier endlich etwas passiert und den Kindern geholfen wird.

      LG und vielen Dank im Voraus!

      • Was mich wundert, warum du über jeden kleinsten Ablauf so bescheid weißt?
        Woher weißt du, seit wann und wieviele Leute dort anrufen(außer du wärst die Stetige Anruferin) , dazu was JA und Mutter miteinander sprachen , wie oft sie die Mutter nicht antraf, ob sie die Termine nicht war nimmt und was die Mutter alles tut , zwecks rauf und runter räumen?
        Wohnst du bei der Mutter, dass du alles so weißt? Denn das JA darf dir keine Auskunft darüber geben.

        • Hallo,

          ich weiss das von der Mutter. Und durch den Austausch mit anderen Angehörigen, denen sie das ebenfalls recht offen erzählt:
          "Da hat mich wieder jemand angezeigt, die spiessigen Nachbarn. Das ist schon das dritte Mal dieses Jahr." Und: "Klingel nicht, klapper am Briefkasten. Ich weiss ja nie, ob es nicht das Jugendamt ist."
          "Hattest du heute nicht einen angekündigten Termin?" - "Ja, aber den hab ich abgesagt. Ich muss das ganze Zeug vom Wohnzimmer nach oben räumen. Hilfst du mir?" - "Gucken die oben nicht?" - "Nö, ich erzähle ihnen, das sei das Zimmer von X. Dann dürfen die nicht rein, weil X volljährig ist."

          Und auch wenn es schwer zu glauben ist: Die Problemeinsicht fehlt, OBWOHL sie den Zustand der Wohnung so strategisch verschleiert.

          LG

      Wahrscheinlich gehen sie jeder Meldung pflichtschuldig nach, stellen aber relativ schnell fest, dass keine Gefahr für Leib und Leben der Kinder besteht. Unordnung ist nicht unbedingt ein Problem für Kinder. Und auch nicht unbedingt ein Problem fürs Jugendamt. Wer seine Wohnung noch immer wieder entrümpeln kann, ja da ist es dann eben noch nicht extrem genug.

      Außerdem werden nicht gleich Kinder weggenommen, weil irgendwelche Nachbarn die Wohnung nicht gut gepflegt findet.

      Woher weißt du das alles? Vielleicht ist es einfach so, dass deine Vorstellungen von einem lebenswerten Leben sich auf einem anderen Niveau bewegen, aber trotzdem das Ganze nicht ausreicht, um irgendwen zu irgendwas zu zwingen, weil die Kinder trotzdem was sauberes zum anziehen bekommen, essen, nen Schlafplatz, ihre HA machen und zur Schule gehen. Weil die Mutter nicht säuft, Drogen nimmt, Gewaltätig ist oder kriminell. Da kann man dann nur Hilfe anbieten, aber annehmen müssen sie sie schon wollen. Solange nichts wirklich ernstes passiert, ist es eine von vielen wenig idealen Lebensumständen in Deutschland...

      • Hallo,

        ich bin selbst eine Freundin, also quasi Angehörige.

        Genau das, was du schreibst, habe ich auch in einer Messie-Selbsthilfegruppe zu hören bekommen, in der ich mal nach Hilfen gefragt habe. Ich habe mehrmals mündlich geschildert,dass man sich kaum bewegen kann. So wie ich das hier auch getan habe. Ich weiss eigentlich nicht, was an "man kann sich kaum bewegen" und "ÜBERALL steigt man über Zeug" noch an Interpretationsspielraum bleibt. #kratz

        Aber es war wie hier auch: Man glaubte mir das nicht so recht. Vielleicht sei es ja doch "nur Unordnung" und ich ein bisschen spiessig.

        Irgendwann wurde mir diese Diskussion zu bunt und ich habe ein Foto gemacht, das ich der Moderatorin aus der Messie Gruppe gezeigt habe. Nur gezeigt und dann wieder gelöscht. In dem Wissen, dass das nicht ganz richtig von mir war. Aber ich war hilflos, weil ich nicht ernst genommen wurde.

        Was soll ich sagen. Die erfahrene Moderatorin, die definitiv schon so einiges gesehen hatte, war schockiert. Sie stellte die Diskussion, ob es denn nun wirklich alles so schlimm sei, UMGEHEND ein.

        LG

          • Hallo,

            es ist illegal, diese Fotos zu machen, ohne zu fragen. Ich sagte ja, es war eigentlich nicht richtig von mir.

            Würde ich sie dem JA zeigen, dann käme diese Info in die Akte und die Mutter könnte mich anzeigen.

            Dass die Frau systematisch nicht aufmacht - ich denke, bis drei zählen kann das Jugendamt. Soweit ich weiss, wurde das aber auch gesagt. Der Verwandte hatte dem Jugendamt auch prophezeit, dass der angekündigte Termin erstmal abgesagt wird. Da hiess es: "Nein, das geht nicht!"

            Ging komischerweise doch.

            LG

            • Naja. Ich meine auch nicht, dass du sie ausdrucken sollst, sondern dort einem JA Mitarbeiter zeigst. Und dann wieder löscht. Oder ihr sagt, dass sie nicht klingeln sollen,!@ sondern auch am Briefkasten klappern.
              Ich glaube, ohne mehr persönliches Engagement verläuft das im Sand.

              • Hallo,

                es bleibt ja trotzdem illegal, auch wenn ich das Bild nur zeige. Und wenn dann der Mitarbeiter in seinen Bericht schreibt, dass ich es gezeigt habe...

                Das Jugendamt hat halt bisher nicht gerade mit Professionalität geglänzt. Deshalb bin ich da lieber vorsichtig. Ich arbeite selbst im sozialen Bereich und da ist bei einer Strafanzeige der Job gefährdet (bzw. bei einem Eintrag im Führungszeugnis) Bei aller Liebe, ich möchte nicht meinen Job riskieren, weil die ihren nicht machen.

                Das mit dem Klappern am Briefkasten ist aber eine gute Idee. #danke

                Wobei ich hier auf etwas gehofft hatte, was uns hilft, ohne dass die Mutter mitbekommt, dass der Hinweis von uns ist. Erstens wegen der bereits beschriebenen Bedenken. Und zweitens weil sie Hilfe brauchen wird, wenn ihr Lügengebäude zusammenkracht.

                Gehofft hatte ich zum Beispiel, dass mir hier irgendwer sagen kann, welche Handhabe das Jugendamt TATSÄCHLICH hat. Ich meine, es muss doch möglich sein, zu sagen: "Wir kommen übermorgen und Sie MÜSSEN den Termin wahrnehmen."

                Und ob die sich überhaupt so vertrösten lassen dürfen.

                Dann könnten wir das Jugendamt darauf festnageln.
                Verstehst du, was ich meine?

                Ansonsten bleibt uns tatsächlich nur, wie du sagst, ganz fürchterlich zu nerven.
                Mal sehen, vielleicht kennt sich hier doch noch jemand aus und kann mir sagen, welche Möglichkeiten das Jugendamt in Wirklichkeit hat.

                LG #blume

                • Letzter Einfall: bei einer Beratungsstelle? Also eine offizielle Stelle, die mit dem JA auch zusammen arbeitet? Pro Familia, Caritas, usw?
                  Vielleicht haben die noch einen Tipp?
                  Auf jeden Fall toi toi toi!

                  • Vielen Dank.

                    Wir wollten es jetzt auch einmal beim Kinderschutzbund versuchen. Aber nachdem ich erfahren hatte, dass sie diesen letzten Termin wieder absagen konnte und dass sie nicht sofort auf einen neuen festgenagelt wurde, war ich so fassungslos, dass ich hier auch mal gefragt habe. #danke

            (12) 07.02.19 - 15:32

            Hi,
            du hast Angst, Fotos zu zeigen, die man hätte nicht machen dürfen?????
            Was kann dir bitte passieren?
            Anzeige der Mutter aber das wird entweder gestellt oder du zahlt einen minimalen Geldbetrag.
            Aber in Gewissheit, das die Mutter und Kids wirklich Hilfe benötigen, ist es dir das nicht wert?

            Anonyme Anzeigen bringen oftmals nichts.
            Ansattt immer die eigene Haut zu retten, sollte man vielleicht auch was riskieren, wenn es einem wirklich wichtig ist.

            Naja, reden ist Silber, Schweigen ist Gold, nur nicht irgendwo anecken.

            lg
            lisa

            • (13) 07.02.19 - 17:34

              Lies vielleicht erstmal vernünftig, bevor du hier lospolterst.

              Erstens ist jemand aus der Verwandtschaft mit dem Jugendamt in Kontakt. Dieser Verwandte war schon mehrmals persönlich dort und sein Name ist im Jugendamt bekannt. Nur in der Akte ist er anonym.

              Er gibt auch Infos von anderen Angehörigen weiter.

              Wenn dem Jugendamt nun von diesem Verwandten gesagt wird: In der Wohnung sieht es so und so und so aus (genaue Beschreibung), was genau bringen da bitte deiner Meinung nach Fotos für einen Mehrwert?!

              Das Jugendamt soll verflixt noch eins seinen Job machen, hinfahren und sich selbst ein Bild machen! Und sich dabei nicht immer Wochen vertrösten lassen! Was soll das, beim Verdacht auf Verwahrlosung zuzulassen, dass die Termine immer verschoben werden?!

              Entweder die machen ihren Job vernünftig oder eben nicht. Wieso sollten sie ihn vernünftiger machen, wenn ihnen mal jemand ein Foto unter die Nase gehalten hat, anstatt "nur" zu schildern, wie es dort aussieht?

              Für einen begründeten Verdacht reicht die Schilderung V Ö L L I G! Hinzu kommt, dass die Nachbarn ebenfalls seit Jahren anzeigen, die Mutter nie bei unangekündigten Terminen dort ist, angekündigte Termine IMMER verschiebt und dass schon vor dem Haus eine Müllhalde ist!

              Soll man es dem Jugendamt tanzen oder was zum Geier reicht denen an all diesen Hinweisen nicht?!

              Das ist so ungefähr, als würde bei deiner Schulleitung die Meldung eingehen: "Lehrer X hat Schüler Y geschlagen. Fünf Kinder haben es gesehen. Drei Mütter haben es gesehen, wobei zwei anonym bleiben wollen, aber eine sagt aus. Das Kind hat blaue Flecken im Gesicht."
              Und dann sagt deine Schulleitung: "Pech. Ich brauche ein Foto, auf dem zu sehen ist, wie die Lehrerin den Schüler schlägt. Sonst mach ich nix."
              Da fragt sich doch jeder mit gesundem Menschenverstand: Wie bitte, gehts noch?
              Und die Rektorin hätte rubbedikatz eine Dienstaufschtsbeschwerde am Hals.

              Ich sag dir was: Im Fall meiner Freundin muss sich niemand strafbar machen und seinen Job riskieren. Da muss einfach nur mal jemand vernünftig seine Arbeit machen.

              Und wenn das dort niemand will, dann ändert da auch ein Foto unter der Nase nichts dran. Man muss bei den Beamten direkt Druck machen.

              Und das war der Sinn meines Threads. Zu fragen, was man da als Bürger für Möglichkeiten hat.

              LG

    (14) 06.02.19 - 16:08

    Hallo,

    Nachtrag: Ich habe mir deinen Post nochmal in Ruhe durchgelesen.

    Entschuldige bitte, wenn meine erste Antwort etwas schroff klang. Die Angelegenheit hat halt eine längere Geschichte von "nicht ernst genommen werden" und ich reagiere da inzwischen wohl etwas allergisch.

    Wenn man zum ersten Mal davon liest ist es aber - denke ich - ganz normal, dass man erstmal nachfragt und Zweifel hat. Hätte ich wahrscheinlich auch.

    LG

(15) 06.02.19 - 16:12

Die erste Maßnahme wäre vermutlich, mal nicht

ANONYM

das Jugendamt zu informieren, sondern zu seiner Anzeige und ggf. für Rückfragen zur Verfügung zu stehen.

  • (16) 06.02.19 - 16:40

    Hallo,

    diese Aufgabe hat ein Verwandter übernommen, nachdem wir lange gehadert haben. Unsere Befürchtung war nämlich, dass wieder das gleiche passiert (hinfahren, niemand da, Termin, Terminverschiebung) und DANACH die Mutter komplett dicht macht + dafür sorgt, dass keiner mehr in die Wohnung kommt, um hinsehen zu können. Sehr gross ist der Personenkreis, den sie noch hinein lässt nämlich ohnehin nicht.

    Das Jugendamt hat diese Anzeige dann tatsächlich als "Anonym" in die Akte übernommen (ich wusste gar nicht, dass das geht). Passiert ist aber wieder nur dieser Heckmeck mit "Tür nicht auf" und Co.

    Der Verwandte, der diese Rolle übernommen hat fühlt sich auch nur bedingt ernst genommen.

    Er war im Dezember dort. Dann ist der Aussendienst zweimal unangekündigt vorbeigefahren --> verschlossene Tür. Dann erstmal nix mehr. Auf erneuten Druck des Verwandten wurde für Ende Januar (!) ein Termin mit der Mutter vereinbart. Dieser wurde von der Mutter verschoben. Ihr wurde NICHT sofort ein neuer Termin gegeben, weil der Terminkalender der Sachbearbeiterin im Moment so voll ist. #kratz

    LG

    (17) 06.02.19 - 16:47

    Im Übrigen ist auch überhaupt nicht einzusehen, weshalb die anonymen Anzeigen so viel weniger ernst genommen werden. Wenn nie die Tür aufgeht und Ortstermine immer wieder abgesagt werden, sollte das Jugendamt definitiv dran fühlen können, dass da kein Scherzbold mit Langeweile bei ihnen anruft.

    Der Zustand des Hauses von aussen spricht ebenfalls Bände.

    Deshalb hatten wir uns lange gefragt, was der von dir beschriebene Schritt denn an Mehrwert bringen soll - eben auch wegen der Befürchtung, dass hinterher keiner mehr hinsehen kann.

    Dies nur nochmal als zusätzliche Erklärung.

    LG

Hallo

Ginge vielleicht über den Vermieter was? Der dürfte ja nicht wollen, dass sein Haus zugemüllt wird.

lg lene

  • Hallo lenchen,

    vielen Dank für deine Antwort.

    Das Haus gehört ihren Eltern, es gibt keinen Vermieter.

    LG

    • Naja, sehen die das genauso wie du? Vielleicht kann man ja dann da ansetzen. Oder bezahlt sie keine Miete an denen?

      Denn auch sie haben ein Recht, dass ihr Eigentum nicht verschlampt.

      Ansonsten würde ich eher fachmännische Hilfe zu Rate ziehen. Psychologen oder so. Oder rechtlich nachfragen was man machen könnte.

      lg lene

      • Hallo,

        die Eltern gehören zu den hilflosen Angehörigen.

        Sie sind beide über achtzig. Sie werden es definitiv nicht bringen, ihre Tochter und ihre Enkel auf die Strasse zu setzen. Das Ganze belastet sie so schon viel zu sehr.

        Ein Psychologe kann Angehörigen helfen, mit der Situation umzugehen. Aber er kann ihnen schlecht helfen, die uneinsichtige Person zur Einsicht zu bewegen.

        Wir haben wirklich lange versucht, die Mutter dazu zu bewegen, sich Hilfe zu holen. Wir sehen aber nur eine Möglichkeit, damit sie das tut: Der Karren muss leider erst einmal gegen die Wand fahren.

        Aber dazu braucht es das Jugendamt.

        LG

(22) 07.02.19 - 11:52

Was genau gefährdet in einem Haushalt, wo Berge von Zeug herum stehen, Kinder?
Wenn es trotzdem einigermaßen sauber ist und keine Essenreste oder ähnliches herum liegen, ist das nicht gesundheitsgefährdend.
Die Mutter scheint sich ansonsten ja um die Kinder zu kümmern.
Oder hast Du Angst, dass die Kinder von einem Berg Krempel begraben werden, der ins Rutschen kommt? #kratz

Natürlich ist das nicht schön.
Aber es gibt zig Familien in Deutschland, wo irgend etwas nicht schön ist. Wenn die Jugendämter da überall tätig werden würden, bräuchten die mindestens doppelt so viel Personal.
Was ist mit den Familien, wo die Kinder nur vor dem Handy oder Tablet geparkt werden? Was ist mit den Familien, wo die Kinder aus religiösen Gründen stark eingeschränkt werden? Was ist mit den Familien, wo die Kinder keine Grenzen gesetzt bekommen und deswegen überall Probleme bekommen bzw. machen? Was ist mit den Familien, wo der Hund wichtiger ist, als das Kind? Was ist mit den Familien, wo das Geld für die neuesten Handys und Kippen ausgegeben wird, aber nicht für die Kinder?
Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

Ich finde, es gibt schlimmeres für Kinder, als in einem Haus voller Gerümpel zu leben.
Sorgen würde ich mir eher um die Mutter machen.
Die Caritas bietet z.B. ein Hilfsprogramm für Messis an.
Davon hat das Jugendamt weder Ahnung, noch haben die ein echtes Interesse, der Mutter zu helfen. Wenn die aktiv werden würden, würden die die Kinder raus nehmen, und die Mutter könnte zusehen, wie sie klar kommt.

  • (23) 07.02.19 - 17:41

    Tja, was ist so schlimm daran.

    Wenn Kinder kaum spielen könne, wenn die gesamte Umgebung bedrückend ist, wenn man kaum atmen kann in der Wohnung.

    Vielleicht fragst du die älteste Tochter. Die ist mit Anfang zwanzig wegen schwerer Depressionen in Behandlung.

    Die Mittlere war ebenfalls bereits in der Kinder-und Jugendpsychiatrie. Von dieser Einrichtung aus ging übrigens auch eine Meldung wegen Verdacht auf Kindeswohlgefährdung ans Jugendamt. Da gab es auch so einen Ortstermin mit Terminverschiebungen, bis die Bude vorzeigbar war. Und ein Gespräch. Danach nix mehr.

    Puh. Ich wollte eigentlich nicht so sehr ins Detail gehen, damit der Fall nicht wiedererkennbar ist. Aber mich macht schon etwas sprachlos, wie hier einige antworten.

    LG

    • (24) 07.02.19 - 18:42

      Ah, das hättest du natürlich dazu schreiben müssen (dafür muss man nicht mal ins Detail gehen- den Kindern geht es schlecht würde reichen). Die Kinder können sich selbst (z.b. in Begleitung der angehörigen) ans Jugendamt wenden und z.b. um fremdunteebringung bitten. Wenn ein Kind selbst Hilfe sucht hat es nochmal eine andere Wirkung!

      • (25) 07.02.19 - 19:00

        Hallo,

        das werden die älteren Kinder nicht tun. Sie sind viel zu sehr verstrickt und helfen ihrer Mutter, das Lügengebäude aufrecht zu erhalten. Sie räumen mit auf, sie lügen für die Mutter, usw.

        Die Kinder jetzt in einen Loyalitätskonflikt zu bringen, ihre Mutter zu verraten, wird nicht funktionieren.
        Egal wer mit ihren sprechen würde - sie würden sich sofort mit der Mutter solidarisieren und es ihr erzählen. Und wieder käme einer weniger in die Wohnung.

        Hier muss das Jugendamt handeln. Nicht die Kinder.
        UND SIE HABEN ALLE GRUNDLAGEN, DIE SIE DAFÜR BRAUCHEN.

        LG

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