9 jähriger sooo langsam

    • (1) 26.02.19 - 20:31
      sooolangsam

      so, muss mich hier auch mal auslassen und hoffe auf Tips von euch #schmoll

      Mein Sohn, bald 10, ist in allem sooo langsam.
      Er trödelt einfach überall und verlässt sich drauf, dass man ihn einfach immer und überall anschiebt.

      Es fängt morgens beim aufstehen an, 10min bis man mal nach unten kommt, Frühstück werden für 5 Löffel Müsli fast 20min benötigt, dann wieder hoch, Zähne putzen
      - eine einzige Katastrophe seit Ewigkeiten predigen wir wie er Zähne putzen soll, er hat eine elektrische Zahnbürste, heißt er muss sich das Teil ja wirklich nur an jeden Zahn ran halten, jeden morgen - jeden Abend ist Theater, weil nicht mal die Schneidezähne an der Außenseite sauber sind. Es hängt ein Zettel im Bad, über das KAI-System, es wurde schon tausende male besprochen, es ist ihm egal.
      - waschen, täglich jeden Morgen und Abend, bitte mit Waschlappen, benutzt er den, nein, er macht Katzenwäsche und ist einfach nicht sauber im Gesicht
      - eincremen, er hat sehr trockene Haut, och nö, warum auch
      - pünktlich Schuhe, Jacke anziehen zum Bus gehen, ach nö, muss er ja auch nicht, die Busfahrer warten ja schließlich auf alle Kinder die nicht pünktlich an der Haltestelle sind
      - Abends im Bett, ja du kannst noch bis halb 9 lesen, tja, wenn man da nicht danach schaut, brennt das Licht auch abends um 10 noch und er liest

      Was kann ich tun, damit ich nicht jeden Tag hundert mal die gleiche Leier los lassen muss, es ist ihm einfach alles egal und man hat ja schließlich ewig Zeit!
      Es nervt mich einfach einem knapp 10 jährigen, der seit Jahren die Uhr lesen kann, immer sagen muss, beeil dich, mach endlich, es ist Zeit.
      Steht er 15min früher auf, ist er innerhalb von 30min mit allem gerichtet und dann sitzt er noch 45min rum, weil er sich dann ärgert, warum er überhaupt so früh aufgestanden ist.
      Lass ich ihn länger schlafen, damit er vielleicht mal in Stress kommt, bin wieder ich die einzige die Stress hat "Mensch Mama, warum hat mein Wecker heute so spät geklingelt, du hast den gestern ja umgestellt, dann ist ja klar, dass es jetzt stressig ist"

      Es nervt, jeden Tag nochmals hundert mal zu erklären wie man richtig Zähne putzt und er die blöde Zahnbürste nicht wegkippen soll von den Zähnen, sondern hin.


      Wir begleiten ihn, erklären in Ruhe, putzen parallel dazu Zähne, es ist ein Spiegel vorhanden, er kann sogar ins Schlafzimmer, vor einen riesen Spiegel, an der er direkt ran stehen kann, macht er aber nicht, wir zeigen es ihm, putzen Zähne nach, zeigen ihm die Ecken auf die er besser achten soll, aber es ist ihm einfach egal.
      Wir können es morgens zeigen und abends ist es wieder "ach ja, egal"

      Ich weiß langsam nicht mehr was ich noch machen kann
      Ach ja, er ist Einzelkind und kriegt wirklich mehr als genug Aufmerksamkeit!
      Sobald er von der Schule daheim ist, wovon er abgeholt wird von mir, da kein Bus nach Hause fährt (er müsste eine Stunde warten), bin ich wirklich nur für ihn da und habe immer ein offenes Ohr für ihn.

      • Ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen und genau so wie er gewesen. Ich kann dir nur raten, hör auf mit dem Rumscheuchen und "du kommst zu spät, steh endlich auf" etc. Das war der Grund, weswegen ich alles extra langsam gemacht habe, weil es mich tierisch genervt hat.

        Sag ihm morgens ein mal, dass er aufstehen soll und dann machst du gar nichts und lässt ihn alleine sich fertig machen. Wenn er zu spät kommt, dann ist das erst mal so. Und abends würde ich auch nichts sagen, er wird dann morgens schon merken, wie müde er ist.

        Also einfach versuchen, nicht zu scheuchen und dann wird sich das bald legen und alle sind zufrieden.

        • Genau das hätte ich auch geschrieben.

          @TE:
          Lass ihm doch sein Tempo und dann die Konsequenzen in der Schule erleben, wenn er nicht pünktlich fertig ist.
          Zu dem Zähneputzen: Ich würde eine Prophlaxetermin beim Zahnarzt machen, wo ihm nicht nur das richtige Zähneputzen gezeigt wird, sondern da auch fragen, ob sie ihm nicht mal Bilder von Karieszähnen zeigen können, aber so richtig (kindgerecht) fiese.

          Wenn das nichts hilft, dann muß ER eben damit leben dass er öfter Zahnschmerzen hat und zum Zahnarzt muß. irgendwann kann er das schon richtig und in dieser Phase jetzt werden wohl nicht so viele Zähne unrettbar kaputt gemacht.

      wenn er die Uhr lesen kann, dann mache ANSAGEN ... --- nach dem Wecken, um 6.40h gibts Frühstück bis 7h! -- Du hast Zeit bis 7h - dann wird die Schüssel weggenommen...
      usw... --- irgendwie klingt das, wie wenn du nur scheuchst, -- es aber hinterher keine Konsequenzen gibt...

      wenn er morgens ausgeschlafen ist, dann hätt ich jetzt kein Problem damit, dass er länger liest, als vereinbart.... - das hat ja gar nix mit Langsamkeit zu tun....

      tja: und weil mir das wichtig ist (es gab 2 Löcher in den Zähnen) putze ich heute meiner Tochter trotz bald 9 Jahre alt oft (nicht immer) abends noch die letzte halbe Minute die Zähne fertig nach MEINEM System... (übrigens: ich hab das bei mir selbst gemerkt: meine Zähne werden im Handbetrieb sauberer als mit der elektrischen, -- liegt an der Lage der Zwischenräume --- nur mal so ein Hinweis, denn meinem Sohn gehts ähnlich....) ...

      tja: und "ich selbst" wasche mich im Gesicht auch nicht mit Waschlappen, sondern mit den Händen, meine Kinder auch .... ---- lass ihn doch: aber klar: es muss dabei sauber werden....

      vieleicht nimmst du in Teilbereichen den Druck raus und machst in anderen Bereichen Zeitansagen mit Konsequenz?

    • Folgende Fragen fallen mir ein:

      trödelt er immer in allen Punkten oder nur dort, wo es DIR wichtig ist?
      Wie ist es, wenn es IHM wichtig ist?

      "Es nervt mich einfach einem knapp 10 jährigen, der seit Jahren die Uhr lesen kann, immer sagen muss, beeil dich, mach endlich, es ist Zeit.
      Steht er 15min früher auf, ist er innerhalb von 30min mit allem gerichtet und dann sitzt er noch 45min rum, weil er sich dann ärgert, warum er überhaupt so früh aufgestanden ist."

      Die Uhr kann ich seit der Kindergartenzeit lesen.
      Meine Zeit EINTEILEN ca. seit ich Teenager bin.

      Ich bin ein paar mal zu spät zur Schule gekommen, habe den Bus verpasst und einen Anpfiff bekommen, von einem Lehrer, den ich mochte. Das war mir peinlich.

      Mit Kind stelle ICH MIR einen Wecker. Sonst wird das nix #schein

      Bsp. mit fiktiven Uhrzeiten:

      8 Uhr Termin (wenn ich mich auf 8 Uhr konzentriere, gehe ich erst dann aus dem Haus. Kann nicht funktionieren.


      8 Uhr Termin
      7:15 Uhr fährt der Bus den ich nehmen muss
      7:00 Uhr aus dem Bus gehen (damit ich den Bus erreichen kann)

      Wann stelle ich mir den Aus-dem-Haus-Geh-Wecker?

      Auf 6:45 Uhr!

      Warum? Weil ich noch Schuhe und Jacke anziehen muss, gucken muss, dass mein Kind auch Schuhe und Jacke anhat.
      Ein zweiter Wecker klingelt dann wirklich um 7 Uhr, als Zeichen, JETZT MUSS ich los. Egal ob Schuhe angezogen sind oder nicht.

      Würde ich nur auf 7 Uhr achten (schöne runde Zahl), wäre ich ständig zu spät.


      Mein Kind findet das System super.
      Wenn sie ohne mich los muss, stellt sie sich auch den Wecker. Auf dann wenn sie los muss minus 15 Minuten (Zeit für Schuhe, Jacke, prüfen, ob sie alles hat).


      Klar, ich kann die Uhr lesen. Aber wie oft schaue ich darauf?
      Bspw. habe ich noch 20 Minuten Zeit. Zeit genug um was zu lesen, zu essen, aufzuräumen, was auch immer.

      Also habe ich die Wahl: in den zwanzig MInuten 38 mal auf die Uhr sehen

      oder einfach mir einen "Vorbereitungswecker" stellen. Dann schaue ich nur ein bis zwei mal drauf. Dann wenn ich unsicher bin, ob mir mein Zeitgefühl einen Streich spielt oder der Wecker ausgefallen sein könnte.
      Wenn ich in Gedanken versunken bin, klingelt es und ich werde aufmerksam.

      Ohne Wecker schaue ich nervös sehr oft auf die Uhr, bekomme a) nichts erledigt in der Zeit
      oder b) ich bekomme was erledigt, habe noch zehn Minuten Zeit, verschätze mich und zack, es ist zehn Minuten zu spät und der Bus weg #schwitz


      Meinem Kind helfen Sanduhren bzw. die Einteilung der Reihenfolge.

      Abends: Zähne putzen zuerst! Dann ist sie noch nicht zu müde. Spielen/kuscheln/schönes, gibt es danach. Je länger sie trödelt, desto weniger Zeit bleibt.

      Sanduhr hilft bei Aufgaben, bei denen sie nebenher problemlos beobachten kann. Zähneputzen etc.
      Bei Hausaufgaben hilft eher eine Eieruhr. Da soll sie ja auf ihre Aufgaben schauen und nicht ständig auf die Sanduhr.
      Die Eieruhr gibt dennoch Motivation vor, schneller fertig zu werden. Wettrennen mit sich selbst.


      Da ich ADHS habe brauche ich zudem andere Tricks, als andere Kinder.
      Was ich gerne mache, flutscht bei mir im Turbogang (oder auch mal gar nicht, wenn ich abgelenkt bin).
      Was ich nicht gerne mache #schwitz Foltermethoden für den Schweinehund und erzeugen der Eigenmotivation (nicht steigern, sondern erzeugen! der Eigenmotivation. Jede tägliche Aufgabe, täglich aufs Neue #schwitz)

      Es geht. Seit ich weiß, was ich habe und passende! Tipps bekommen habe, schaffe ich das auch. Nur eben anders als andere).



      Den Losgehwecker (mit Vorbereitungszeit!) kenne ich inzwschen von vielen Familien (auch ohne ADS/ADHS).

      chill mal eine Runde.
      Euer Leben hört sich echt nervig an aber nicht entspannt.

      Hole Kautabletten von der Apotheke, dann sieht er wie schmutzig die Zähne sind.
      Mein Sohn war auch ein fauler beim Zähne putzen....er schaut jetzt immer 2 Musikvideos während des putzen und er hat jetzt 1A Zähne.

      Genauso anziehen....2–3 Lieder anhören von der Playlist während er sich anzieht.
      Frühstücken...Müsli essen meine Kids auch irgendwie langsamer...dann mal Joghurt und Früchte oder Brot.

      Wenn er regelmässig duscht ist doch auch mal Katzenwäsche OK...ansonsten Spuck in ein Taschentuch und fahre ihn übers Gesicht. .Vielleicht heilt ihn das #rofl
      Oft bringen Sprüch wie...na mein Baby, soll ich dir das Gesicht waschen?

      Lesen am Abend. .passiert dir das nie, wenn das Buch spannend ist? Wenn du das weisst, warum gehst du nicht hin und sagst ihm, das es Zeit ist Licht aus zu machen.

      dieses „er ist alt genug und muss schon eigentlich alles können „....um Ruhe rein zu bringen, würde ich in manchen Dingen unterstützen., ihn höflich dran erinnern.

      Wenn mir mein Mann bei Schritt und Tritt alles kommentiert, was wieder falsch ist....das spitzt sich doch zu.

      natürlich kann ich als Mutter bockig da stehen und immer schimpfen weil er die Zähne nicht richtig putzt.....dann wird er wieder zurück gestuft und ich putze die Zähne, bis es dem Kind zu dumm wird.

      lisa

    • Ich habe mir angewöhnt meinen Kindern einen Countdown an zu sagen.
      Beim Großen (12) ist das nur noch selten nötig.
      Beim Kleinen (gerade 10) muss ich aber auch noch täglich "nerven".
      "Ab ins Bad. Du hast 20 Minuten" "Noch 15" "Noch 10"......
      Und beide wissen genau, ich entschuldige nichts wenn sie wegen Trödelei zu spät kämen und dem Großen ist klar, verpasst er den Bus kann er Rad fahren, egal wie das Wetter ist, ich werde ihn nicht chauffieren weil er nicht in die Gänge kommt.
      Nimm dich raus. Er weiß wann er fertig sein muss, er weiß was er tun muss. Erinnere ihn dran wie viel Zeit er noch hat, der Rest ist sein Ding.
      Mein Sohn verzettelt sich auch teilweise noch.
      Ungewaschen oder Zähne nicht geputzt? Ok, dann kann er nicht neben mir auf dem Sofa TV sehen. Weil wer sich nicht gescheit wäscht müffelt, gemüffele mag ich nicht neben mir haben. Vor sich hin stinken kann er für sich selber in seinem Zimmer. Das ist das was bei meinem Zwerg am besten hilft. Das will er ja nicht öfter riskieren das er kein Fernsehen darf, also bemüht er sich

      Ist er so langsam immer? auch wenn ihr mal sagt "so, jetzt schnell fertig machen wir gehen zum Legoland!" d. h. bei Sachen die er mag, was Spaß macht.

      Mein Sohn ist 11 und er sieht absolut nicht ein irgendwas zu machen, oder richtig zu machen wenn er für sich keinen Vorteil sieht. Und meine Aufgabe ist ihm immer wieder zu erklären die Zusammenhänge. Es muss etwa sein was ihn motiviert. Und Argument dass er Zähne putzen muss damit er keinen Karies bekommt überzeugt ihn gar nicht. Aber er versteht inzwischen dass wenn er sich an bestimmte Regeln hält gewinnt er Privilegien. Die ihm auch entzogen werden können.

      Ich sag jetzt mal so, wenn der Bube normal entwickelt ist dann stellt sich hier nur die Frage macht ers absichtlich oder hat er keinen Bock? War er schon immer langsamer?
      Sonst würde ich das auch so machen wie jemand schrieb: Gibt ihm seine Zeit für den jeweiligen Schritt und wenns dann nicht funzt renn ihm nicht hinterher und erinnere ihn. Ist natürlich leicht gesagt weil man an sich immer will das sein Kind rechtzeitig fertig ist. Aber versuch es dir abzugewöhnen. Frühstückt er ewig dann Schüssel weg und wenn er nicht angezogen ist dann bitte die Haustüre öffnet sich auch so. Es wird ein Lernprozess aber bitte wenns nur aus Trödelei ist dann lernt er schon noch.

      Ela

      (10) 04.03.19 - 08:29

      Danke für eure Antworten

      Er ist an sich in allem langsam, bzw. macht er nicht ordentlich, wenn er darin keinen Sinn sieht!

      Sauber Zähne putzen - warum denn, der Zahnarzt war bisher immer zufrieden! (Klar, weil wir immer hinterher putzen)

      Sich beeilen beim anziehen - warum denn, reicht doch, wenn ich 30 sekunden vor dem Bus da bin
      Oder unserem Hund ist es egal, ob er um 8 oder halb 9 am wochenende geht (mitterweile gehe ich dann einfach allein, wobei er dann sein Ziel erreicht hat, da er keinen Bock hat mit zu gehen)

      In der Schule ordentlich mitarbeiten - puh egal, der Eintrag im Hausiheft "eine aufgabe in 60min" juckt doch nicht - in den Arbeiten ist er aber immer fleissig und bringt Note 2 nach hause, da geht es um was, da beeilt er sich
      Die Lehrer sagen mir schon immer, sie erwarten bei seiner Arbeitsmoral immer 4er, aber in den Arbeiten liefert er halt ab

      Sachen, die ich ihm auftrage stellt er sich extra doof an, weil er genau weiss, dass ich es dann lieber selbst erledige (ich bin sehr ungeduldig), wie gestern seinen Roller putzen, da stellt man sich extra doof, bis ich es selber gemacht habe

      Konsequenzen - dann darfst halt nicht fernsehen, oder so, (ich habe nicht viele "Druckmittel, Nintendo oder ähnliches haben wir nicht, Handy ist nicht so wichtig und hat sowieso keine Spieleapps....) sind ihm egal, dann liegt er halt ins Bett und liest stundenlang, er sagt dann auch "ja egal, wenn ich net fernsehen darf, dann les ich halt" und es ist ihm halt auch wirklich egal

      Im Gegenzug, wenn man wie geschrieben ins Legoland möchte, oder schwimmen oder Kino, wie gehen oft schwimmen, da ist er immer Ratz fatz gerichtet, einschließlich selbst gepackter Tasche!
      Da wo er für sich Vorteile sieht klappt alles, und alles andere wo er meint, was er zur Genugtuung anderer macht, obwohl es ja nicht so ist, ist ihm ziemlich egal!

      Es ist echt zum Mäuse melken

      • hoppla! da hats bei mir gerade geklingelt beim Thema dass die Konsequenzen "alles egal" sind. Haben wir auch hin und wieder. Und inzwischen gehe ab und zu zur Erziehungsberatung und dort wurde mir erklärt dass in solchen Momenten fehlt es an Beziehung. Genau so beobachte ich es auch. Sobald ich und mein Sohn uns voneinander entfernen fängt das an mit "alles egal, juckt mich nicht" dann kann man Strafen geben so viel man will, es bringt nichts. Wie an Beziehung arbeiten? Ich sage mal ehrlich: keine Ahnung. Ich versuche regelmäßig meinem Sohn ungeteilte Aufmerksamkeit zu geben. Ist nicht einfach da ich noch ein kleines Kind habe. Und auch meine Kräfte, Zeit und Nerven limitiert sind. Aber auch Kleinigkeiten können wunder wirken. Ich staune wie positiv er reagiert wenn ich mal mit ihm halbe Stunde sitze und mir anhöre was über Pokemonkarten. oder was ihn sonst begeistert. Auch wenn ich dabei kämpfe nicht einzuschlafen. Und dann eben das Gegenteil, entfernen wir uns und es geht wieder los mit Briefen aus der Schule. Mit Streitereien zu Hause. Und "alles egal"

        • (12) 11.03.19 - 20:50

          Bindung baut man auf über intensiven langen! Blickkontakt.
          Am Angang ist das Unangenehm und evtl entsteht albernes Lachen. Aber das ist gut. Das ist kurz vor dem Moment, wo man dann in den Anderen „reinfällt“.
          Beim Ersten Mal mindestens 12 min.
          Später geht es immer schneller.
          Bei diesem Blickkontakt wird Oxytoxin ausgeschüttet - DAS Bindungshormon! Damit wird Bindung besiegelt. Man kann die „Gäbe“ von Oxytoxin immer wieder auffrischen.
          Ich klugscheißer hier so rum: ich war gestern und Vorgesten auf einem Symposium in Bonn, wo es genau km diesen Bindungsaufbau ging, um mit ADHS Kindern erfolgreich zu arbeiten. Google mal Oxytoxin
          Gruß Anja

      "Sachen, die ich ihm auftrage stellt er sich extra doof an, weil er genau weiss, dass ich es dann lieber selbst erledige (ich bin sehr ungeduldig), wie gestern seinen Roller putzen, da stellt man sich extra doof, bis ich es selber gemacht habe

      Konsequenzen - dann darfst halt nicht fernsehen, oder so, (ich habe nicht viele "Druckmittel, Nintendo oder ähnliches haben wir nicht, Handy ist nicht so wichtig und hat sowieso keine Spieleapps....) sind ihm egal, dann liegt er halt ins Bett und liest stundenlang, er sagt dann auch "ja egal, wenn ich net fernsehen darf, dann les ich halt" und es ist ihm halt auch wirklich egal"

      Warum sollte er etwas ändern, damit kommt er ja durch!

      Extra doof stellen - er erreicht sein Ziel. Er muss es nicht machen und du machst es für ihn.

      Andere Konsequenzen? Das, was du aufzählst, hat keinen Zusammenhang.

      Meine hatte sehr schnell raus: wenn sie sich extra doof anstellt, dann lasse ich nicht locker. Vorausgesetzt, sie KANN es und ist eigentlich nicht überfordert.
      Das habe ich ein paar mal gemacht, seither klappt es.

      Wenn mir etwas wichtig ist, helfe ich mit. Unterstützend. Nicht alles abnehmend. Die Geduld bringe ich auf - diesen Schweinehund überwinde ICH. Dann kann sie auch ihren Schweinehund überwinden.

      Wenn ihr etwas wichtig ist, lass ich sie machen. Dann sehe ich auch, was sie schon kann und was nicht.

      Verpasst sie den Bus durch Trödeln, ist sie es, die das Zuspät kommen ausbadet.
      Mir hat es damals auch geholfen. Ich habe so lange gedtrödelt, weil es ja reichte auf kurz vor knapp da zu sein. Bis der Bus dann wirklich mal weg war.
      Wer nicht hören will muss fühlen, es hat mir geholfen. Mehr als alles reden zuvor.

      Was juckt mein Kind, wenn ich morgens sage, dass sie abends nicht ... darf. Bis zum Abend bin ich müde und vielleicht sogar froh, wenn ich Pause habe :-p Das ist anstrengender für mich.

      Weniger anstrengend ist, einige Male meine Geduld durchzuziehen, damit sie mit doof stellen nicht durchkommt.

      Konsequenzen sind bei uns Ankündigungen, die im Zusammenhang mit dem Sinn stehen.
      Alles andere ist Hilflosigkeit meinerseits.

      Generell fahre ich gut mit: ich kündige nur an, was ich auch durchziehe.
      Alle anderen Ankündigungen, nun ja, da muss mein Kind sich nicht doof stellen - ich stelle mich doof an, weil es nichts bringt. Trotzdem passiert es mir hin und wieder.

      Auch hilfreich sind Prioritäten zu setzen.
      Was will ich als erstes, dass es klappt. Das ziehe ich dann am intensivsten durch. Wenn das klappt, das nächste dazu. Vor allem, wenn sich "schlechte Gewohnheiten" eingeschlichen haben. Dann fange ich dort an, was mir am wichtigsten ist. Geduld ist eine brauchbare Sache in dem Zusammenhang.
      Das ist der Part, den ich für mich immer wieder übe.

      Ganz ehrlich, mir tut dein Junge leid. Ich habe hier auch so nen /inzwischen erwachsenen) Kandidat, der kam nie aus dem Bett, hat deswegen auch öfter den Bus vergessen. Jaaahrelang habe ich ihn getrieben, dass er ja pünktlich fertig ist. Man, was hat Sohnemann mich Nerven gekostet! Bis mir mal jdm. den Tipp gab, ihn machen zu lassen.

      Und siehe da, ich ging zwar immer noch innerlich an die Decke wegen seiner Trödelei, aber seit vielen jahren steh er ca. 15 Min. bevor er aus dem Haus muß auf, wäscht sich und, besonders wichtig, die Haare jeden Morgen und dann geht's pünktlich los. Wenn er mal 5 Min, länger braucht, auch kein Problem, weil das noch drin ist in seinem Zeitplan und er trotzdem noch rechtzeitig bei der Arbeit ist.

      Und nein, mein Sohn ist kein Dreckspatz, er duscht nur halt zu einem anderen Zeitpunk:, nach dem Training oder auch mal abends nach dem Abendessen. Und wir sind hier nicht so fanatisch und müssen jeden Tag duschen, waschen reicht auch mal.

      Vielleicht klappt es bei deinem Sohn auch besser, wenn er selber bestimmen muß und die Konsequenzen fühlt, wenn er nicht alles hinbekommt.

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